#029: Mount Everest - Weil er da ist

Shownotes

🎧 Worum geht’s in dieser Folge?

Der Mount Everest ist der höchste Punkt der Erde, aber das war er nicht immer. Erst mit der Vermessung im 19. Jahrhundert entsteht ein globaler Maßstab, der ihn als Referenz festlegt.

Radio Obscura folgt dem Berg von seiner ersten Berechnung als "Peak XV" über die frühen Expeditionen der 1920er Jahre bis zur Erstbesteigung 1953 und darüber hinaus.

Dabei geht es nicht nur um Höhe, sondern um Bedeutung: Warum wird ein Berg zu einem Ziel? Und was passiert, wenn dieses Ziel plötzlich erreichbar wird?

Kapitel

(0:00:00) Opening: Der Schritt nach oben (0:01:53) Intro & Begrüßung (0:11:30) Der höchste Punkt der Welt (0:18:10) "Weil er da ist" (0:27:20) Der Berg als System (0:33:27) Rainbow Valley (0:41:43) Sherpas - Die tragen, die gehen, die bleiben (0:47:32) Vom Abenteuer zur Industrie (1:02:22) snacks.fm (1:04:18) Am Gipfel

📚 Quellen & Literatur

• Adventure Consultants (Hg.): History, Lake Hāwea o. J. • American Alpine Club (Hg.): Asia, Nepal, Mount Everest, Activity in the Pre-Monsoon Season, Golden 1999. • American Alpine Club (Hg.): Asia, Nepal, Mount Everest, North Ridge, Ascent and Tragedy, Golden 1999. • American Alpine Club (Hg.): Francys Distefano-Arsentiev, 1958–1998, Serguei Anatolievich Arsentiev, 1958–1998, Golden 1999. • Child, Greg (Hg.): Mixed Emotions. Mountaineering Writings of Greg Child, Seattle 1993. • Davis, Wade (Hg.): Into the Silence. The Great War, Mallory and the Conquest of Everest, London 2011. • Deutsche Alpenvereinigung (Hg.): Die Zugspitze. Daten und Fakten, München o. J. • Encyclopaedia Britannica (Hg.): Elbrus. Mountain, London 2023. • Government of Nepal / Ministry of Land Management (Hg.): Joint Announcement of the Height of Mount Everest, Kathmandu 2020. • Hornbein, Thomas F. (Hg.): Everest. The West Ridge, Seattle 1965. • Hunt, John (Hg.): The Ascent of Everest, London 1953. • Isserman, Maurice / Weaver, Stewart (Hg.): Fallen Giants. A History of Himalayan Mountaineering from the Age of Empire to the Age of Extremes, New Haven 2008. • Kathmandu Post (Hg.): Despite surging costs, Everest still draws climbers as China’s north side stays shut, Kathmandu 2026. • Keay, John (Hg.): The Great Arc. The Dramatic Tale of How India Was Mapped and Everest Was Named, London 2000. • Krakauer, Jon (Hg.): Into Thin Air. A Personal Account of the Mount Everest Disaster, New York 1997. • Messner, Reinhold (Hg.): Der gläserne Horizont. Expeditionen im Himalaya, München 1979. • Messner, Reinhold (Hg.): Alleingang. Nanga Parbat, Everest, München 1980. • Messner, Reinhold (Hg.): Die sieben Summits. Die höchsten Berge der Kontinente, München 1997. • Mountain Madness (Hg.): Our History, Seattle o. J. • National Geographic Society (Hg.): Why Sherpas are so good at high altitude, Washington D.C. 2017. • Outside (Hg.): Over the Top, Santa Fe 2006. • Outside (Hg.): How Everest Was Turned into an Industry, Santa Fe 2024. • Reuters (Hg.): Nepal sharply hikes permit fee for Everest climbers, London 2025. • Reuters (Hg.): Nepal plans to restrict Everest permits to experienced climbers, London 2025. • Reuters (Hg.): Britons become first to scale Mount Everest with the help of Xenon gas, London 2025. • Reuters (Hg.): U.S.-based Ukrainian says he completed Everest climb from sea level to summit in four days, London 2025. • Reuters (Hg.): Nepali Sherpa scales Mount Everest for a record 31st time, London 2025. • Reuters (Hg.): British climber makes 19th ascent of Everest, most by a non-Sherpa, London 2025. • Reuters (Hg.): Drones tackle Everest’s trash crisis, hauling gear up and garbage down, London 2025. • US Geological Survey (Hg.): This Dynamic Earth. The Story of Plate Tectonics, Reston 1996. • Washington Post (Hg.): Four men court controversy with audacious plan to scale Everest in one week, Washington, D.C. 2025. • West, John B. (Hg.): High Life. A History of High-Altitude Physiology and Medicine, New York 1998.

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🎙️ Hosts: Svea & Tim

Transkript anzeigen

00:00:03: Ich erinnere mich daran, wie still es hier oben ist.

00:00:06: Nicht leer und auch nicht tot.

00:00:09: Still auf eine Weise die alles andere ausblendet.

00:00:12: Der Wind trägt keinen Geruch mehr keine Stimmen nicht einmal so etwas wie Zeit.

00:00:18: Es fühlt sich nicht an als würde hier oben noch etwas vergehen.

00:00:22: ich sehe den Gipfel vor mir erst nah genug dass ich ihn erkennen kann das sie mir einrede.

00:00:28: ich müsste nur noch ein paar Schritte gehen Und gleichzeitig ist er weit genug entfernt, dass genau diese Paar Schritte plötzlich zu viel werden.

00:00:36: Ich hatte gedacht, das man hier oben etwas fühlt – stolz vielleicht oder Angst, vielleicht sogar Erleichterung!

00:00:43: Aber da ist nur dieses seltsame Gleichgewicht in dem sich alles auflöst was mich bis hergetragen hat.

00:00:50: Der Schnee unter mir ist nicht mehr kalt.

00:00:53: Zumindest fühlt er sich nicht mehr so an.

00:00:55: Erst weich fast ruhig als würde er nichts von mir wollen.

00:01:00: Ich setze mich nur für einen Moment, nur um zu atmen.

00:01:03: Nur, um wieder

00:01:04: klarzuwerden.".

00:01:06: Der Berg wirkt von hier oben nicht bedrohlich.

00:01:08: Er wirkt auch nicht wie ein Feind – er liegt einfach da ruhig und gleichgültig.

00:01:14: Das macht es so leicht, zu bleiben!

00:01:17: Ich lehne mich zurück, nur für den Augenblick und schließe die Augen.

00:01:21: Es ist kein Abschied.

00:01:23: Kein Gedanke an das was noch kommt…es ist eher das Gegenteil davon Als würde endlich etwas aufhören, dass die ganze Zeit im Bewegung war.

00:01:33: Es wäre genau das der Punkt gewesen zu dem ich unterwegs war – nicht der Gipfel, nicht das Ziel sondern dieser Zustand in dem nichts mehr fehlt und nichts mehr drängt.

00:01:44: Wie lange kann man hier oben sitzen bevor man merkt, dass man nicht mehr aufsteht?

00:01:50: Willkommen bei Radio Obskura!

00:02:13: Schön, dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures Crime & Mystery.

00:02:18: Wir erzählen von Geschichte, Gegenwart und Grenzbereichen mal real, mal unerklärlich.

00:02:22: Von mir ist Grund bis zu umlaufbaren vom Labor bis zur Legende!

00:02:26: Wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?

00:02:29: Ich bin Tim

00:02:31: Und ich bin Svea.

00:02:32: In dieser Folge besteigen wir den Mount Everest.

00:02:36: Spannende Bilder zu dieser Folge bzw.

00:02:38: zu Mount Everest könnt ihr natürlich auch wieder auf unserem Instagram finden unter dem Namen Radio Obscura Podcast.

00:02:44: alles klein und zusammengeschrieben Auch wenn das nicht unsere erste Bergfolge ist, aber ungefähr unsere tausendste die sich auf Schnee und Eis bezieht wie zum Beispiel unsere allererste Folge The Terror.

00:02:57: Die Folge zu Demo Burgi Kampus oder auch übertragenderweise die Folge zur Titanic also dem Eisberg.

00:03:06: Was soll ich sagen?

00:03:08: Weiß ich nicht!

00:03:10: Das heißt irgendwie so ein... Es muss noch an Ende kommen.

00:03:12: Ja, aber im Anschluss an die Hexenbrocken fällt jetzt ein sehr großer Berg.

00:03:19: Wie schon bei unserer Hexendoppelfolge, wo es am Ende auf den Brocken ging machen wir heute wieder an den Start einer Doppelfolge denn nächste Woche also nicht heute ist der dreißigste Jahrestag der Mount Everest Katastrophe von sixundneunzig.

00:03:34: die wird dann natürlich zum Jahristag behandelt werden und heute gibt's quasi eine Einführung dazu von Sphere ich bin sehr gespannt was du zu erzählen hast weil Ich will's nicht erwähnen, aber ich erwähne es.

00:03:49: Es gibt einen sehr guten Film namens Everrest von ... der zu meinen Lieblingsfilmen gehört, den du natürlich nicht gesehen hast!

00:03:57: Ja, hat das so recht?

00:03:59: Dementsprechend bin ich Experte für die Katastrophe selber.

00:04:03: Aber mit dem Berg selber habe ich mich noch gar nicht so oft auseinandergesetzt außer eben es hat mit diesem Fall von damals zu tun oder mit dem Filmen zu tun.

00:04:13: Entsprechend bin ich mal gespannt, was wir heute noch dazu lernen können.

00:04:16: Was du uns dann noch so mitgebracht hast.

00:04:19: Ich bin gespannt wie ein Fixseil die wir Bergsteiger sagen beim Boulder.

00:04:25: Beim Boulder hat man doch keine Seile oder?

00:04:28: Ich weiß deswegen lachen wir über so Everest und sowas beim Boulder...

00:04:31: Achso!

00:04:32: Ich habe mich gefragt als wir die Themenausfall getroffen haben.

00:04:35: Tim, was war eigentlich der höchste Berg den du jemals erklommen hast?

00:04:39: Gute Frage.

00:04:41: Ja?

00:04:41: So auf jeden Fall in den Alpen Aber ich könnte jetzt nicht sagen, wie der Berg hieß.

00:04:46: Also ich gehe mal davon aus ... Der Brocken hat mir ja schon letzte Woche gehört, das war tausend einhundert und vierzig Meter.

00:04:54: da war ich ja oben.

00:04:56: Zugspitze war ich noch nicht als größter Deutscher, der hatte glaube ich so zweitausend neun Hundert.

00:05:00: Das heißt in Deutschland war ich auf jeden Fall nicht am höchsten Punkt aber eben wie gesagt irgendwie so als jugendlicher Skifahren irgendwie da Ecke gar nicht parten Kirchen wo ich mir vorstellen könnte, dass das dann Richtung Tirol runter ein bisschen höher ist als der Brocken und der Harz.

00:05:17: Und dann eben so Österreich, Italien auch in den Alpen... Also ich würde mal so sagen, dass ich irgendwo so zweitausend bis zwei tausend fünfhundert vielleicht war, also das höchste, wo ich stand?

00:05:28: Ist es da schon gewesen, dass man da so das Gefühl von dünnerer Luft hatte?

00:05:33: Kannst du dich noch erinnern oder war das...?

00:05:35: Ich weiß gar nicht ob... Ich würd's eher klare Luft nennen, weil man dann öfter abgeschnitten ist von Großstadt und Co.

00:05:44: Es gibt ja in Deutschland auch Luftkurorte, wo ich mir nie was drunter vorstellen konnte.

00:05:49: Aber es war glaube ich Bad-Homburg, das ist nicht im Gebirge, sondern Hessen.

00:05:54: Das ist ein Luftkurort, da waren wir auf dem Weihnachtsmarkt mit der Familie.

00:05:58: Dann bin ich abends bei mir schlecht geworden.

00:06:03: Dann doch so schnell den nächsten Zug von Frankfurt nach nach Hause genommen.

00:06:07: Ein Steig hier am Hauptbahnhof aus, atmet tief ein und wusste zum ersten Mal was Luftkuhort bedeutet.

00:06:15: Ach krass, guck

00:06:16: mal!

00:06:16: Ach krasser, dieser Grundgestank einer Stadt ist schon heftig... Und wenn ich jetzt so an diese Skifahrten denke, fällt lach es auch an der Kälte aber dass die Luft einfach ein bisschen klarer schneidender wirkt, was eben gesagt auf die Kälthe sein kann?

00:06:31: Ich weiß nicht sagen das ich dadurch ... einen Leistungseinbruch hatte, weil ich bin eine Maschine.

00:06:39: Ich denke, ohne das ist wie gesagt gefühlt zwanzig Jahre her, deswegen kann ich jetzt nicht genau sagen... ...wie sie es angefühlt hat.

00:06:43: aber man kennt ja diesen eisigen kalten dieser eisige kalte Luft die man manchmal einatmet, die da oben dann natürlich auch sehr klar ist und nicht allzu verschmutzt, weil der ist ja nix an Motoren außer Maschinen wie ich und

00:06:58: den...

00:07:01: Und den Ski-Liften und Co.

00:07:05: Ich kann mich an sehr saubere Luft, aber jetzt nicht unbedingt dünner.

00:07:09: Weißt du was in Norwegen, wo der öfter mal bist und vor Elchen weggrenzt?

00:07:13: Was da der höchste Berg ist oder welche Höhe der Ort hast, wo du da immer bist?

00:07:18: Ist das dann jetzt bei den Norwegen ja auch relativ bergig ist?

00:07:22: Bist du da grundsätzlich einfach dann immer auf dem Niveau gewesen?

00:07:26: Du denkst Pffhügel in Deutschland!

00:07:28: Hügel!

00:07:30: Das geht tatsächlich genau gegensätzlich.

00:07:31: also der Ort, wo ich... Beziehungsweise ich war jetzt halt einfach mal ein paar Mal quasi da Freundin besuchen.

00:07:40: Der liegt knapp über null Punkt, weil es halt am Meer ist.

00:07:43: Also tatsächlich nur ein paar hundert Meter irgendwie das höchste was man da in der Nähe erreichen kann.

00:07:51: Wir sind enttäuschend!

00:07:52: Ja, aber die Luft ist ja trotzdem sehr klar und ich habe was da auch... also wenn du gerade von deinem Hauptbahnhof Erlebnis berichtet hast Ich meine, wie gesagt oder das wissen glaube ich zurehin mittlerweile auch dass sich auf dem Dorf aufgewachsen bin und jetzt in einer Stadt wohnen.

00:08:08: Und ich merke es selbst da so ne?

00:08:10: Das ist irgendwie keine, man kann jetzt sagen bergige Region aber von den Höhenmetern halt nicht in dem Bereich indem wir uns heute bewegen.

00:08:18: und trotz dessen habe ich immer wieder die Erfahrung, dass ich war zwei Tage bei meiner Familie und komm zurück und das einfach so ist wirklich schon fast als wäre es stickig.

00:08:28: So was finde ich total krass.

00:08:31: Aber andersrum bis jetzt zum Beispiel ab bestimmten Höhen, da hast du ja kurz gerade schon einen Kommentar dazu gemacht.

00:08:37: Dass man dann zum Beispiel auch Trainings und so dazu machen kann weil die Lunge das halt gar nicht anders verarbeiten können.

00:08:42: Also würde ich gerne mal eine Berlinerin oder ein Berliner auf so einen hohen Werk schicken was mir zu wissen passiert.

00:08:52: Gute Frage!

00:08:52: Ich habe letztens noch gelesen in den Recherchen zu diesen Folgen.

00:08:57: es gibt so ein paar deutsche Rekorde.

00:08:58: hat einer Bielefelder drin.

00:08:59: Also ich glaub, die jüngste Deutsche auf dem Everest & Co.

00:09:03: Ich glaub auch Katzwo Klimanscharo oder die Seven Summits und sie ist auch irgendwie mit neunzehn sowas in der Arktis bis zum Südpol gelaufen.

00:09:10: Was?

00:09:11: Super jung!

00:09:12: Ich weiß den Namen grad nicht mehr, aber sie kommt aus Bielefeld also dieses neunzentneinzehnteig geboren.

00:09:16: Dann sag' ich mir dann ... weißt du?

00:09:19: Biele Feld.

00:09:20: Ist jetzt auch nicht so berge-teutoburger Wald klar?

00:09:23: Das heißt das wird wahrscheinlich auch ein Berliner hinbekommen, der, weiß ich, in der Boulder Halle sich ein bisschen fithält Und damit auf jeden Fall fitter als ich.

00:09:31: Ich hatte so ein bisschen Profiboldere...

00:09:34: Ja, ich bin eine Maschine.

00:09:36: Gildet nicht!

00:09:36: Disqualifiziert.

00:09:38: Also ich hab immer mal geschaut und dann habe ich die Bilder rausgesucht für Instagram und Co.

00:09:42: und wenn man einem eingibt irgendwie so Everests und was ist das denn?

00:09:47: So ne Lohze, Kathmandu, so ne Wanderung bis zum Basecamp vom Everest.

00:09:52: Was ja auch schon irgendwie, ich glaub, was stand da drin ist, irgendwie ich glaube so fünftausend ungefähr Meter.

00:09:58: Also das ist relativ günstig, ich war selber überrascht wie günstiger es ist.

00:10:01: Man fliegt dann eben nach, ich glaube Nepal hat man du, hat da noch mal einen inländischen Flug und hat dann so zwei Wochen

00:10:07: oder zwölf

00:10:08: Tage eine Wanderung mit einem Guide der eben Englisch spricht.

00:10:11: Dann läuft man da eben dann oder wandert zum Basecamp, hat eben keine Ahnung.

00:10:15: in diesen zwölftagen zehn Übernachtungen im spitzen Hostelzielerstand.

00:10:20: Und eine Nacht pennt man glaub ich dann auch in einem Hotel richtig, also wahrscheinlich vor dem Flug.

00:10:27: Da steht dann auch drin die Voraussetzung, um diese Reisebuchen nicht so dürfen.

00:10:32: Das könnt ihr nicht verhindern.

00:10:33: Ich kann einfach Geld ausgeben und dann nicht hinfliegen.

00:10:35: Aber da musst du keine Herzprobleme haben oder keine Atemproblemen, was heißt ich?

00:10:40: Aber eben auch körperlich fit sein.

00:10:43: Man dachte, das ist ein Basecamp.

00:10:45: Könnte man ja vielleicht noch hinkriegen.

00:10:46: aber ich glaube, fünftausend Meter zwölf Tage wandern weiß ich nicht, weil ich das schaffen würde.

00:10:52: Also auf immer selber auf keinen Fall... So Basecamp für den Preis?

00:10:56: Ich hab echt kurz überlegt, ob ich einfach sage, Svea macht die Folge mal bitte alleine.

00:10:59: Ich berichte dann live vom Everest aber... Das wäre so toll,

00:11:06: wenn wir zu digital zuschalten würden über so Nachrichtensprecher hin.

00:11:11: Mein Name ist Jörg Kachelmann und ich berichte live von Everest.

00:11:13: Es ist stürmig!

00:11:15: Hätten wir beim Procken machen können.

00:11:16: Warum sind wir nicht so apoges Nacht zum Procken gefahren?

00:11:20: Wir wollten immer einen Trip machen.

00:11:23: Dann sei mal unser Podcast Sherpa und führe uns auf den Mount Everest.

00:11:31: Mitte des neunzehnten Jahrhunderts läuft in britisch-indien die Great Trigonometrical Survey, ein Vermessungsprojekt das über Jahrzehnte hinweg einen Netz aus drei Ecken über dem Subkontinent legt.

00:11:43: Von festen Punkten aus werden Winkel gemessen, das Tanzen berechnet und daraus Höhen bestimmt.

00:11:49: In diesen Tabellen erscheint ein Berg zunächst nur als Peak Fifteen.

00:11:53: Er liegt in einer Region, die für britische Vermesser selbst nicht zugänglich ist und existiert deshalb zuerst ausschließlich als Zahl.

00:12:02: Als Teil eines Projekts das versucht die Welt messbar zu machen.

00:12:22: Die Zahl ist bewusst nicht gerundet, damit sie nicht wie eine Schätzung wirkt.

00:12:27: Entscheidend ist dabei weniger die exakte Höhe als der Vergleich.

00:12:31: Dieser Berg ist höher als alle anderen bekannten Punkte der Erde.

00:12:35: Damit entsteht erstmals so etwas wie ein globaler Marssterb.

00:12:40: Kurz darauf schlägt Warfare den Berg nach seinem Vorgänger George Everest zu benennen.

00:12:45: Diese Entscheidung folgt ja Logik von Vermessung und Verwaltung – nicht der lokalen Tradition!

00:12:51: George Everest selbst hat den Berg nie gesehen und spricht sich gegen die Benennung aus.

00:12:56: Der Name setzt sich trotzdem international durch.

00:13:00: Parallel dazu existieren Namen, die den Berg längst verorten lange bevor er vermessen wird.

00:13:07: Im Tibetischen heißt er Kumulungma häufig übersetzt als Göttinmutter der Welt.

00:13:12: In religiösen Vorstellungen gilt der Berg als Sitz von Gottheiten oder als Schutzraum.

00:13:18: Er ist kein Ziel, das man erreicht sondern ein Ort dem man sich nähert.

00:13:23: Entsprechend gibt es in der Region lange Zeit keine Tradition den Gipfel zu betreten.

00:13:28: In Nepal etablierte sich im zwanzigsten Jahrhundert der Name Sagamata oft übersetzt als Stirn des Himmels.

00:13:37: Auch hier geht es nicht um Höhe im technischen Sinn.

00:13:40: Der Berg wird zwischen Erde und Himmel verortet.

00:13:43: Damit stehen zwei Sichtweisen nebeneinander die sich kaum decken Auf der einen Seite ein exakt bestimmter Referenzpunkt, auf der anderen ein Ort, das sich gerade nicht auf diese Weise nutzen lässt.

00:13:56: Dass der Everest heute als höchster Berg gilt, hängt von einer konkreten Entscheidung ab – man misst Höhe über dem Meeresspiegel!

00:14:03: In dieser Kategorie liegt er bei eight-tausend achthundert achtenviertzig Komma acht sechs Metern.

00:14:09: Ein Wert, der zwei Tosundzwanzig von Nepal und China gemeinsam festgelegt wird.

00:14:15: Diese Definition ist praktisch, weil sie einen einheitlichen Bezugspunkt schafft.

00:14:19: Sie ist aber nicht alternativlos.

00:14:21: Je nachdem wie man misst ändert sich die Perspektive.

00:14:25: Der Chimborazo liegt weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als der Everest, weil die Erde am Equator abgeflacht ist.

00:14:32: Mauna Kea erreicht von Meeresboden aus über zehntausend Meter obwohl ein Großteil davon unter Wasser liegt.

00:14:40: Der höchste Berg der Welt ist also kein absoluter Befund.

00:14:43: Er ist das Ergebnis einer festgelegten Perspektive.

00:14:47: Bevor sich dieser Maßstab durchsetzt, existiert kein einheitlicher höchster Berg im heutigen Sinne.

00:14:53: In Europa geht lange der Mont Blanc als Referenz, weil er sichtbar, vermessen und erreichbar ist.

00:14:59: Mit der systematischen Vermessung des Himalayas verschiebt sich dieser Blick.

00:15:04: Die Daten zu Peak Fifteen machen deutlich dass die bekannten Alpenhöhen nur einen Ausschnitt darstellen.

00:15:11: Der Everest ersetzt dabei ein ganzes Verständnis davon, was Höhe überhaupt bedeutet.

00:15:17: Wie stark dieser Maßstab vom Kontext abhängt lässt sich auch im Kleinen zeigen.

00:15:22: Der Brocken, den wir in der letzten Folge zur Walpurgis Nacht besprochen haben erreicht einen Tausend und forty-fünf Meter.

00:15:29: Selbst die Zugspitze mit ihren zwei tausend neunneinhalbzeigundsechzig Metern bleibt weit unter den großen Hochgebirgen.

00:15:36: Der Everest ist also nicht einfach

00:15:38: höher!

00:15:39: Er liegt in einer völlig anderen Größenordnung.

00:15:42: Wer dort steht, befindet sich in einer Dimension die mit den meisten europäischen Bergen kaum vergleichbar ist.

00:15:49: Aus dieser Vergleichslogik entsteht später auch die Idee der sogenannten Seven Summits also der jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente.

00:15:58: Neben dem Everest gehören dazu etwa der Akongaua in Südamerika mit six-tausend neunhundertsechzig Metern unter den Nali, in Nordamerika mit sechs tausend einhundertneunzig Mettern.

00:16:11: Diese Liste ist ein Konzept das in den neunzentachziger Jahren populär wird und neue Maßstäbe setzt.

00:16:18: Höhe wird dadurch nicht nur gemessen sondern in einen System von Leistungen übersetzt.

00:16:24: Der Everest liegt im Himalaya, einem Gebirge das durch die Kollision der indischen und erasischen Kontinentplatten entsteht.

00:16:32: Diese Bewegung hält bis heute an.

00:16:34: Die Erdkruste wird angewoben und verformt.

00:16:37: Gipfel verändern sich langsam.

00:16:39: Der Everest wächst in geologischen Zeiträumen weiter während seine exakte Höhe immer wieder neu bestimmt wird.

00:16:47: Die Zahl bleibt also Teil eines Prozesses nicht sein endgültiges Ergebnis.

00:16:52: Direkt neben dem Everest erhebt sich der Lotze mit achttausend fünfhundertsechzehn Metern, verbunden über den Südzertell.

00:17:00: Westlich davon liegt da Makalu mit acht tausend vierhundertfünfundachtzig Metern – eine klare abgegrenzte steile Struktur.

00:17:08: Weiter westlich folgen mit der Anapurna und dem Nanga Parbat zwei Berge die nicht nur durch ihre Höhe sondern auch durch ihre Geschichte bekannt sind Die zeigen, dass der Everest zwar der höchste Punkt ist aber nicht der einzige Ort an dem sich die Extrembedingungen dieses Gebirgs konzentrieren.

00:17:26: Im neunzehnten Jahrhundert bleibt dieser höchsten Punkt der Erde dennoch ein Ort ohne unmittelbare Erfahrung.

00:17:33: Nepal und Tibet sind für ausländische Expeditionen weitgehend geschlossen – und selbst die britischen Vermesser sehen den Berg nie aus der Nähe.

00:17:42: Er ist berechnet, benannt und eingeordnet, Das führt zu einer besonderen Wirkung.

00:17:48: Der Everest ist gleichzeitig präzise, bestimmt und entzogen – ein Ziel das existiert bevor jemand den Weg dorthin kennt.

00:17:57: Der Everest ist von Anfang an mehr als ein Ort, einen Messwert der zum Maßstab führt, eine Name der sich durchsetzt und ein Raum der sich dieser Logik gleichzeitig entzieht.

00:18:12: Aus diesem Bild heraus beginnt etwas dass ich nicht aus der Höhe allein erklären lässt Der Everest ist zu diesem Zeitpunkt kein Ort, an dem Menschen stehen.

00:18:22: Stattdessen ist er ein Punkt der feststeht ohne dass jemand ihn erreicht hat.

00:18:27: Das verschiebt den Blick auf ihn!

00:18:30: Der Berg ist nicht mehr nur einen Extremwert.

00:18:33: Er wird ein Ziel das sich der Erfahrung entzieht und dadurch überhaupt erst interessant wird.

00:18:39: Die ersten ernsthaften Annäherungen entstehen nicht zufällig.

00:18:43: Nach dem T-Bat zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts für ausländische Expeditionen zugänglich wird, organisiert Großbritannien mehrere Unternehmungen in den Himalaya.

00:18:52: In nineteenundzwanzig erreicht eine erste Expedition unter Charles Howard Burry.

00:18:59: die Nordseite ist Everest.

00:19:02: Ihr Ziel ist nicht der Gipfel sondern die Erkundung.

00:19:05: Karten werden ergänzt, Routen gesucht, Höhlenprofile beschrieben.

00:19:10: Zum ersten Mal entsteht ein konkretes Bild davon wie dieser Berg überhaupt zugänglich sein könnte.

00:19:16: Er folgt eine Expedition mit dem ausdrücklichen Ziel, den Gipfel zu erreichen.

00:19:24: Dabei wird erstmals zusätzlicher Sauerstoff eingesetzt – ein technisches Hilfsmittel das die Grenzen des menschlichen Körpers in großer Höhe verschieben soll.

00:19:34: Die Versuche scheitern unter anderem durch Lawinen bei denen mehrere Hochträger ums Leben kommen.

00:19:41: Der Everest wird in diesen frühen Jahren nicht als sportlicher Herausforderung verstanden, er ist ein Problem das gelöst werden soll.

00:19:49: In diesem Kontext taucht auch George Mallory auf – einer der bekanntesten Teilnehmer dieser Expedition.

00:19:55: Mallory ist kein technischer Spezialist sondern ein Bergsteiger mit Erfahrung in den Alpen, der sich in eine Umgebung bewegt die mit diesen Maßstäben nicht vergleichbar ist.

00:20:05: Im Vorfeld einer Expedition wird er in einem Interview gefragt, warum er den Everest besteigen wolle.

00:20:11: Seine Antwort wird zu einem der bekanntesten Sätze der Bergsteigergeschichte because it's there – eine deutschen Übersetzung meist weitergegeben als weil es da ist.

00:20:22: Der Satz wirkt einfach fast beiläufig und wird aber schnell zu einer Formel die den Everest von einem Geographischen Extrem zu einem symbolischen Ziel macht.

00:20:33: Dabei ist wichtig, wie dieser Satz einzuordnen ist.

00:20:36: Er ist kein programmatisches Manifest und keine ausgearbeitete Theorie des Bergsteigens.

00:20:42: Er entsteht in einem Gespräch und wird später stark verkürzt wiedergegeben.

00:20:47: In seiner Wirkung überlagert er die konkreten Bedingungen unter denen diese Expedition stattfinden Denn tatsächlich geht es nicht nur darum dass der Berg existiert.

00:20:57: Die Unternehmungen sind eingebettet in ein Umfeld, das von mehreren Interessen geprägt ist.

00:21:03: Großbritannien sieht im Himalaya auch einen Feld, in dem sich nationale Leistungsfähigkeit zeigen lässt.

00:21:10: Wissenschaftliche Aspekte spielen ebenfalls eine Rolle – etwa in der Vermessung der Kathografie und der Forschung von Höhenanpassungen.

00:21:19: Gleichzeitig wird der Everest zu einem Ort an dem sich prestig konzentriert.

00:21:24: Wer diesen Gipfel erreicht, steht nicht nur auf einem Berg sondern an einem Punkt der durch seine verheerige Unerreichbarkeit definiert ist.

00:21:32: Die Expedition von nineteenhundertzwanzig, an der Mallory erneut teilnimmt bringt diese Dynamik auf den Punkt.

00:21:39: Gemeinsam mit Andrew Irvine startet er einen Gipfelfersuch über die Nordroute.

00:21:43: Beide verschwinden am achten Juni nineteenhundzwanzich in großer Höhe.

00:21:49: Ob sie den Gipfl erreicht haben bleibt bis heute ungeklärt.

00:21:53: Melrys Leichnam wird erst nineteen-neinundneunzig gefunden, etwa auf achttausend eindrundfünfundfünfzig Metern Höhe.

00:22:01: Die Frage ob der Everest erstmals neunzehnundzwanzig bestiegen wurde lässt sich nicht mehr eindeutig beantworten.

00:22:08: Genau diese Ungewissheit trägt jedoch dazu bei dass ich die Geschichte des Berges weiter auflädt.

00:22:15: Der Gipfel bleibt ein Ziel das erreichbar scheint aber nicht eindeutlich erreicht ist.

00:22:20: In diesen frühen Jahren entsteht ein Bild des Everest, das über die konkrete Besteigungen hinausgeht.

00:22:26: Der Berg wird zu einer Projektionsfläche auf der sich unterschiedliche Erwartung überlagern.

00:22:32: Er steht für technische Möglichkeiten, weil Sauerstoffgeräte und Ausrüstungen getestet werden.

00:22:37: Es steht für wissenschaftliches Interesse, weil in Höhenphysiologie- und Kartografie eine Rolle spielen.

00:22:44: Und er steht für nationale Repräsentationen, weil Expedition organisiert?

00:22:48: finanziert und öffentlich begleitet werden.

00:22:51: Der Everest wird zu einem Ort, an dem sich zeigt was Menschen bereit sind zu investieren.

00:22:57: Diese Konstellation verändert auch die Frage, die am Anfang steht.

00:23:01: Es geht nicht mehr nur darum warum jemand auf einen Berg steigt.

00:23:05: es geht darum was ein Berg bedeutet wenn er lange Zeit nicht erreicht werden kann und gerade dadurch eine besondere Stellung erhält.

00:23:14: Die Frage ob der Everest erreichbar ist bleibt nach, aber sie verschwindet nicht.

00:23:21: In den folgenden Jahrzehnten verschiebt sich der Fokus schrittweise von der Nordseite in Tibet auf die Südseite über Nepal, nachdem sich die politischen Bedingungen verändert haben.

00:23:31: Der Zugang wird dadurch nicht einfacher – aber anders!

00:23:35: Statt lange Anmärsche über das tibetische Hochland führt der Weg nun durch das Kumbu-Gebiet vorbei an Eisbrüchen, Gletschern und steilen Flanken, die neue Probleme schaffen und zugleich neue Möglichkeiten eröffnen.

00:23:49: Trinzeig, gelingt schließlich der Durchbruch.

00:23:53: eine britische Expedition unter Leitung von John Hunt organisiert den Aufstieg in einer Form die stark durchgeplant ist.

00:24:02: mehrere Hochlager werden eingerichtet Lasten werden systematisch nach oben transportiert Und die Gipfelversuche werden gestaffelt durchgeführt.

00:24:11: Am neunundzwanzigsten Mai, nineteenunddreinfünfzig erreichen Edmund Hillary und Tenzing Norge über die Südroute den Gipfel des Everest auf achttausend achthundertachtundvierzig Metern.

00:24:24: Sie sind Teil eines größeren Teams das diesen Erfolg vorbereitet hat aber sie sind die beiden die letzten Meter gehen.

00:24:32: Der Weg führt sich über den Südsattel und durch eine steile Felsstufe die später als Hilary Step bekannt wird.

00:24:39: Der Aufenteil auf dem Gipfel dauert nur wenige Minuten.

00:24:43: Norgeh hinterlässt dort eine kleine Opfergabe, darunter Süßigkeiten als Teil einer Praxis die den Berg weiterhin als bedeutungstrangenden Ort versteht.

00:24:53: Die Nachricht dieses Erfolgs erreicht Europa zeitgleich mit der Krönung von Elizabeth II und wird in Großbritannien als nationales Ereignis wahrgenommen.

00:25:03: Was zuvor als Grenze galt, wird zu einer Route, die wiederholt werden kann.

00:25:07: Die erste Besteigung markiert keinen Abschluss, sondern vielmehr den Beginn einer neuen Phase in der der Berg systematisch erschlossen wird.

00:25:16: In den folgenden Jahren verschiebt sich der Charakter der Besteigung erneut.

00:25:21: In neunzehnundsechzig erreichen Reinold Messner und Peter Habela den Gipfel ohne zusätzlichen Sauerstoff.

00:25:28: Bis dahin galt es als nahezu unmöglich, in dieser Höhe ohne technische Unterstützung zu überleben – geschweige denn zu steigen!

00:25:37: Messner beschreibt diesen Zustand später als eine Bewegung am Rand der eigenen Möglichkeiten, bei der jeder Schritt bewusst gesetzt werden muss weil der Körper nicht mehr automatisch reagiert.

00:25:48: Mit dieser Besteigung wird ein neue Grenze verschoben – nicht in der Höhe aber in der Art wie man sich dort oben bewegt.

00:25:56: Messner geht noch einen Schritt weiter.

00:25:58: In den letzten Jahren gelingt ihm die erste Solo-Besteigung des Everest ebenfalls ohne zusätzlichen Sauerstoff.

00:26:05: Er steigt über diese Nordseite auf, allein ohne Direktunterstützung durch ein Team.

00:26:10: Der Everest wird in diesem Moment nicht mehr nur als kollektives Projekt verstanden sondern auch als individueller Erfahrungsraum in dem Entscheidungen unmittelbar und ohne Absicherung getroffen werden müssen.

00:26:23: Parallel dazu entstehen nationale Erstbesteigung die den Everest in unterschiedliche Kontexte einbinden.

00:26:30: Für Deutschland ist die Expedition von neunzentund achtundsiebzig von besonderer Bedeutung, bei der Reinhard Karl als erster Deutscher den Gipfel erreicht im Rahmen der erwähnten Expeditionen von Messner und Habeler.

00:26:43: Auch hier zeigt sich dass der Everest nicht nur als geografischer Punkt wahrgenommen wird sondern als Bezugspunkt für nationale und persönliche Leistungen.

00:26:52: Mit jeder dieser Besteigung verschiebt sich die Frage die am Anfang stand Es geht nicht mehr darum ob der Everest erreichbar ist sondern wie er erreicht wird und unter welchen Bedingungen.

00:27:03: Der Berg bleibt derselbe, aber die Wege ihn zu verstehen verändern sich.

00:27:08: Aus einem unerreichbaren Punkt wird ein Ort an dem sie unterschiedliche Vorstellungen von Leistung, Risiko- und Bedeutung überlagern.

00:27:33: Zwischen dem Basislager auf etwa fünf tausend dreihundert Metern und dem Gipfel auf achttausend achtundviertzig, acht sechs Metern liegen mehrere Lager.

00:27:44: Sie sind nicht nur logistische Punkte sondern markieren Grenzen an denen der Körper reagieren muss.

00:27:50: Mit jeder Höhe sinkt er Luftdruck.

00:27:53: Auf acht Tausend Metern liegt der Sauerstoff Partikeldruck nur noch bei etwa einem Drittel des Wertes auf Meereshöhe.

00:28:00: Es ist nicht weniger Sauerstuff in der Luft Aber der Körper kann ihn schlechter aufnehmen.

00:28:05: Jeder Atemzug bringt weniger Energie, jeder Schritt muss bewusst gesetzt werden und dieser Höhe verändert sich das Atmen selbst.

00:28:13: viele beschreiben es nicht als Luftnot sondern als ständiges Nachsetzen.

00:28:18: man atmet ein und wartet dass noch etwas kommt das nicht mehr kommt.

00:28:23: Der Körper reagiert darauf indem er schneller atmet flacher und unruhiger.

00:28:28: Selbst im Liegen fühlt es sich an, als würde man einen leichten Sprint nicht beenden können.

00:28:34: Schlaf wird brüchig!

00:28:35: Man wacht auf weil der Körper vergisst zu atmen.

00:28:39: Die Route über die Südseite, die seit nineteen dreieinfünfzig als Standard gilt beginnt in Kumbu-Eisbruch einem instabilen Gletscherfeld das sich ständig verändert.

00:28:50: Spalten öffnen sich, Eisblöcke verschieben sich Leitern und Fixseile müssen immer wieder neu gesetzt werden.

00:28:57: Dahinter liegt das Western Cam, ein Hochtal auf etwa sechs tausend Metern, dessen geschlossene Lage extreme Temperaturen erzeugen kann.

00:29:06: Tagsüber staut sich die Hitze durch die Reflexion des Schnees – nachts fällt die Temperatur weit unter den Gefrierpunkt!

00:29:14: Von dort führt der Weg über die Lotzepflanke eine mehrere hundert Meter hohe Eiswand mit Neigung von bis zu fünfzig Grad bis zum Südsattel auf etwa siebentausend neunhundert Metern.

00:29:26: Hier beginnt der Bereich, der im Bergsteigen als Todeszone bezeichnet wird.

00:29:31: Aber etwa acht Tausend Metern kann sich dein menschliche Körper nicht mehr anpassen.

00:29:35: Selbst wenn genug getrunken und gegessen wird, baut er kontinuierlich Substanz ab.

00:29:41: Muskegewebe geht verloren – die Koordination lässt nach.

00:29:44: Entscheidungen werden langsamer und ungenauer.

00:29:48: Viele Bergsteiger nutzen in dieser Höhe zusätzlichen Sauerstoff, der über Flaschen und Masken zugeführt wird.

00:29:54: Das verschafft dem Körper etwas mehr Spielraum, bleibt aber begrenzt durch Gewicht und Vorrat.

00:30:01: Ohne zusätzlichen Sauerstoff sinkt die Leistungsfähigkeit weiter – wie die Besteilungen von neunzentundachtundsebzig und neunzehntundachzig gezeigt haben bei denen bewusst darauf verzichtet wurde.

00:30:11: Die Nordroute folgt einer anderen Linie.

00:30:14: Der Zugang erfolgt über das zibetische Hochplateau.

00:30:17: Das Basislager liegt dort etwa auf fünftausend zweihundert Metern.

00:30:22: Der Weg führt über den Ronnbuck Gletscher und mehrere Hochlager bis zum Nordgrat.

00:30:28: Dort liegen technische Schlüsselstellen, darunter der sogenannte Second Step eine etwa dreißig Meter hohe Felsstufe auf rund achttausend sechshundert Metern die heute über eine feste installierte Leiter überwunden wird.

00:30:42: Die Nordseite ist stärker dem Wind ausgesetzt und offener während die Südroute stärker von Eisbruch und Gletscha geprägt ist.

00:30:49: Am Ende führen beide Wege in denselben Bereich, indem sich die Bedingungen kaum noch unterscheiden.

00:30:55: Die Gefahren entstehen selten durch ein einzelnes Ereignis – es ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

00:31:02: Sauerstoffmangel wirkt sich direkt auf das Gehirn aus.

00:31:05: Reaktionen werden langsamer, Wahrnehmung unsicherer, Entscheidungen fehlanfälliger.

00:31:12: Gleichzeitig verliert der Körper Wärme.

00:31:14: Erfrierungen treffen vor allem Finger und Zähnen während die Durchblutung reduziert wird um lebenswichtige Organe zu schützen.

00:31:22: Erschöpfung ist dabei kein Gefühl, dass man ignorieren kann sondern ein Zustand in dem der Körper die nötige Energie für Bewegungen nicht mehr bereitstellt.

00:31:32: Zeit wird in dieser Höhe zu einem eigenen Risiko.

00:31:35: Der Gipfelaufstieg beginnt meist in der Nacht oder an den frühen Morgenstunden damit der Abstieg noch bei Tageslicht erfolgen kann.

00:31:44: Die sogenannte Turnaround Time setzt eine klare Grenze Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt muss umgedreht werden, egal wie nah der Gipfel ist.

00:31:54: Diese Grenze ergibt sich aus dem was noch an Energie Sauerstoff und Licht übrig ist.

00:32:00: Wird sie überschritten verschiebt sich das Risiko schnell!

00:32:03: Der Abstieg beginnt dann unter Bedingungen für die der Körper kaum noch Reserven hat.

00:32:08: Am Everest stirbt man selten am einzelnen Moment.

00:32:12: Häufig ist es eine Abfolge Langsameres Gehen durch Erschöpfung, verzögerte Entscheidung durch Sauerstoffmangel, zunehmende Auskühlung durch Wind und Stillstand.

00:32:23: Wer in großer Höhe stehen bleibt, verliert schnell die Fähigkeit weiterzugehen.

00:32:28: Gleichzeitig wird umkehren immer schwieriger weil der Abstieg dieselbe Leistung verlangt wie der Aufstieg.

00:32:35: Der Berg machte keinen Unterschied – er fordert auf dem Weg nach unten genau das was auf den Weg nach oben bereits aufgebraucht wurde.

00:32:43: Unter diesen Bedingungen werden Entscheidungen unmittelbar.

00:32:47: Wer weitergeht, verbraucht Zeit und Energie.

00:32:50: Wer stehen bleibt, verliert beides.

00:32:53: Hilfe bleibt begrenzt weil jede Unterstützung zusätzliche Ressourcen kostet die auch für den eigenen Rückweg nötig sind.

00:33:00: Oberhalb von acht tausend Metern gibt es keine verlässliche Möglichkeit jemanden zu retten der sich nicht mehr selbst bewegen kann.

00:33:07: Nicht aus fehlenden Willen sondern weil die Umgebung diese Grenze setzt.

00:33:12: Die Wege zum Gipfel verlaufen entlang dieser Bedingungen.

00:33:15: Sie zeigen, wo Bewegung noch möglich ist und wo sie endet – und sie machen klar, dass der höchste Punkt der Erde nicht allein durch seine Höhe bestimmt wird, sondern durch das was der Weg dorthin verlangt.

00:33:27: Oberhalb von acht tausend Metern wird der Everest nicht nur ein Ort extremer Anstrengung, sondern auch ein Archiv!

00:33:35: Auf der Nordroute gibt es einen Abschnitt für den sich unter Bergsteigern ein Name eingebürgert hat, der zugleich nüchternd und verstörend Rainbow Valley Gemeint ist.

00:33:45: kein Tal im topografischen Sinn, auch kein offizieller Kartenname.

00:33:49: Rainbow Valley ist ein Bereich unterhalb des Gipfelgrats auf der tibetischen Seite in dem über Jahre und Herzehenten weg die Körper verstorbener Bergsteiger sichtbar geblieben sind.

00:34:00: Der Ausdruck bezieht sich auf die Farben der Down-Anzüge, Seile und Ausrüstungsreste, die sich gegen Fels, Eis und Schnee abzeichnen.

00:34:09: Wer dort entlang geht, bewegt sich nicht durch eine Legende sondern an Menschen vorbei die den Weg nach oben oder zurück nicht mehr geschafft haben.

00:34:18: Dass diese Körper sichtbar bleiben hat mit den Bedingungen des Berges zu tun.

00:34:22: In großer Höhe verwest ein Mensch nicht so wie man es aus tieferen Lagen kennt.

00:34:27: Kälte Trockenheit und Wind konservieren.

00:34:31: Schnee kann Körper zeitweise bedecken und Jahre später wieder freigeben.

00:34:35: Gleichzeitig fehlt in der Todeszone fast alles, was in anderen Umgebungen Bergung und Bestattung möglich macht.

00:34:43: Es gibt keine Fahrzeuge Keine belastbare Infrastruktur Keine Rettungskette die schnell eingreifen könnte.

00:34:49: Jeder Schritt dort oben kostet Kraft Jede Minute Sauerstoff Jede zusätzliche Last kann aus einem ohnehin gefährlichen Abstieg eine tödliche Situation machen.

00:35:00: Ein regloser Körper wird in dieser Höhe nicht nur schwer durch sein Gewicht, sondern durch die Umgebung, in der er liegt.

00:35:07: Schon lebende Menschen können oberhalb von acht tausend Metern kaum wirksam getragen werden – Tote noch viel weniger!

00:35:15: Darum werden die Toten am Everest oft nicht geborgen.

00:35:18: Meistens verbleiben sie an Ort und Stelle.

00:35:21: Das ist keine Entscheidung aus Gleichgültigkeit.

00:35:23: Hier handelt es sich um eine Konsequenz aus Höhe Gelände und Risiko.

00:35:28: Bergungsteams müssen dieselben Passagen bewältigen wie Gipfelteams.

00:35:32: Fixseile, Felsstufen, ausgesetzte Querungen für eiste Hänge.

00:35:36: Dazu kommt, dass ein Körper in voller Hochgebirgsausrüstung oft gefroren und schwer beweglich nicht wie eine einzelne Last transportiert werden kann sondern wie ein sperriger Widerstand der über heikle Stellen manövriert werden muss.

00:35:49: Selbst im niedrigeren Region des Hochgebürges ist das kompliziert.

00:35:54: Am Everest wird daraus ein Unternehmen, das mehrere Sherpas oder Bergsteiger bindet.

00:35:59: Zusätzliche Sauerstoffflaschen erfordert und Menschen in Gefahr bringt die selbst nur begranzte Reserven haben.

00:36:06: Gerade deshalb bekommen einzelne Tote eine seltsame Funktion.

00:36:11: Sie werden nicht erinnert wie Menschen auf einem Friedhof sondern wiedererkannt wie Punkte in einer Route.

00:36:18: Der bekannteste Fall ist Green Boots – der Name beschreibt zunächst nur einen Detail Ein paar auffällig grüner Bergschuhe.

00:36:26: Über Jahre lag auf der Nordroute nahe einer kleinen Felsnische, auf etwa achttausend fünfhundert Metern, der Körper eines Toten an dem sich viele Bergsteiger orientierten.

00:36:36: Als Identität wird meist Cevang Palyor genannt – ein indischer Polizist und Bergsteiga, der Nineteinzeixundneunzig am Everest starb.

00:36:46: Ganz gesichert ist diese Zuordnung nicht in jedem

00:36:48: Detail.".

00:36:50: Gesichert ist jedoch, dass Green Boots für Generationen von Everest-Besteigern zu einem Bezugspunkt wurde.

00:36:57: Wer vom nordseitigen Hochlager zum Gipfel ging, kannte diese Stelle und sprach darüber als handele es sich um eine Felsformation.

00:37:05: Genau darin liegt das Verstörende – ein Mensch wird unter diesen Bedingungen zu einer Marke.

00:37:11: Auf der Südseite war es lange Zeit Hallelore Schmatz, vierte Frau und erste Deutsche auf dem Gipfel deren Körper in den Berichten vieler Bergsteiger auftauchte.

00:37:21: Schmatz starb neunzehntneunundsiebtzig beim Abstieg vom Gipfel, sie war neununddreißig Jahre alt und Teil einer deutschen Expedition unter Leitung ihres Mannes Gerhardt-Schmatz.

00:37:33: Nach dem Gipfelerfolg gerieten Sie und ihr Team beim Abstieg in Schwierigkeiten.

00:37:38: Schmatz überlebte die Nacht oberhalb des Südsattels nicht.

00:37:42: Der Körper blieb in den folgenden Jahren an der Route sichtbar und wurde für zahlreiche Bergsteiger zu einer jener Erscheinung, die man nicht vergisst – auch wenn man nur wenige Sekunden hinsieht.

00:37:54: In Berichten wird immer wieder erwähnt dass sie dort sitzen zu sehen gewesen sei mit geöffneten Augen vom Wind und von der Kälte gezeichnet.

00:38:02: Später verschwand er Körper aus dem unmittelbaren Blickfeld der Route doch die Erinnerungen an diese Sichtungen bliebe im kollektiven Gedächtnis des Everest-Hang.

00:38:12: Auch hier zeigt sich, wie rasch ein individueller Tod in eine Wegbeschreibung eingeht.

00:38:18: Noch stärker als fast jede andere Geschichte hat sich die von Francis Ascentiv eingebrannt.

00:38:23: Ascentif erreichte in deiner Zeit zusammen mit ihrem Mann Sergei Ascentive den Gipfel des Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff.

00:38:31: Für eine Amerikanerin war das eine Premiere.

00:38:34: Der Erfolg endete nicht auf dem Gipfel sondern in der Nacht danach.

00:38:38: Beim Abstieg verlor sich das Paar.

00:38:40: beide kamen ums Leben.

00:38:42: Francis Assentif wurde am nächsten Morgen von anderen Bergsteigern lebend, aber in einem Zustand extremer Unterkühlung und Erschöpfung gefunden.

00:38:52: Hilfe war nur begrenzt möglich – diejenigen, die ihr begegneten, standen selbst an der Grenze ihrer Kräfte.

00:38:59: Später blieb ihr Körper jahrelang eine Nordroute

00:39:02: sichtbar.".

00:39:04: In der Bergsteiger-Kultur tauchte dafür der Name Sleeping Beauty auf, weil ihr Gesicht und ihr heller Anzug in der Kälte ungewöhnlich unversehrt wirkten.

00:39:13: Gerade dieser Name zeigt wie gefährlich glatt die Sprache an einem Ort mit dem Everest werden kann.

00:39:20: Er klingt sanft, beinahe mehrchenhaft und verdeckt dabei das hier eine Fraustar, die den Gipfel erreicht hatte und auf dem Rückweg nicht mehr genug Kraft für wenige letzte Entscheidungen aufbringen

00:39:31: konnte.".

00:39:32: Rainbow Valley steht deshalb nicht nur für die Sichtbarkeit der Toten, sondern auch für die Art wie der Bergwahrnehmung verändert.

00:39:40: Wer dort oben unterwegs ist muss weitergehen weil Stillstand selbst gefährlich ist.

00:39:46: Das bedeutet auch dass vieles nur im Vorüber gehen erfasst wird.

00:39:51: Ein Körper ist zunächst ein Hindernis, ein Zeichen, ein Punkt an der Route.

00:39:56: Erst später in tieferen Lagen oder lange nach der Expedition kehrt oft zurück, was während des Aufstiegs ausgeblendet werden musste.

00:40:05: Dass jeder dieser Gestalten eine Biografie hatte – Angehörige einen Aufbruch einer Entscheidung ein Hoffnung auf Rückkehr.

00:40:13: Der Berg reduziert Menschen in diesem Moment auf das, was für andere unmittelbar relevant ist Position Zustand Wegbarkeit.

00:40:23: Darin liegt eine der härtesten Widersprüche des Everest.

00:40:27: Je berühmter er wurde, desto genauer wurde auch sein Wegenetz.

00:40:30: Seine Lagerordnung, seine Logistik.

00:40:33: Fixseile, Wetterfenster, Sauerstoffdepots, kommerzielle Expeditionen, Funkgeräte, Satellitentelefone... All das erzeugt den Eindruck als sei dieser Berg mittlerweile bis in seinen letzten Meter erschlossen.

00:40:47: Gleichzeitig bleibt oberhalb von acht tausend Metern eine Grenze bestehen die sich nicht weg organisieren lässt.

00:40:54: Wer dort zusammenbricht kann nicht einfach herausgeholt werden.

00:40:57: Wer dort stirbt, bleibt oft dort und wer weitergeht sieht nicht nur Spuren des Berges sondern Spurendärer die an ihm gescheitert sind.

00:41:06: Der Berg ist nicht nur ein Ziel kein bloßes Symbol für Leistung und auch kein abstraktes Naturwunder.

00:41:13: er ist ein Ort an dem der menschliche Körper irgendwann aufhört verhandelbar zu sein.

00:41:18: darüber kann man lange sprechen über Rekorde ruten Erstbesteigung und Stilfragen.

00:41:25: Dort oben endet diese Sprache meist sehr schnell.

00:41:28: An diesem Punkt lohnt sich ein Blick auf die Menschen, ohne die einen Großteil dieser Geschichte überhaupt nicht geschrieben worden

00:41:34: wäre.".

00:41:35: Tim übernimmt hier kurz und schaut auf die Sherpas.

00:41:45: Wer heute vom Everest spricht, meint oft den Gipfel, die Route oder die Entscheidungen am Südsattel.

00:41:51: Was dabei leichter aus dem Blick gerät ist dass ein Großteil der Wege überhaupt erst existiert weil andere sie jedes Jahr neu anlegen.

00:41:59: Der Begriff Sherpa wird im Alltag oft als Berufsbezeichnung verwendet.

00:42:03: Tatsächlich handelt es sich um eine ethnische Gruppe, deren Herkunft am Osten Tibetz liegt.

00:42:08: Im Laufe mehreren Migrationsbewegungen siedelten sich Sherpa-Gemeinschaften im Kumbuhgebiet in Nepal an – also genau dort wo heute viele Expeditionen beginnen.

00:42:17: Denn Dame selbst berührtert sinngemäß Menschen aus dem Osten.

00:42:21: Mit den ersten Expeditionern in den neunzigzeiger Jahren treten Sherpas zunächst als Hochträger auf Die transportierten Ausrüstung, Lebensmittel und Sauerstoffflaschen in Höhen, in denen europäische Expeditionsteilnehmer oft schon an ihre Grenzen stoßen.

00:42:35: Dabei geht es nicht um einzelne Lasten sondern um ein System.

00:42:38: Bei einer klassischen Everest-Expedition werden mehrere Tonnen Material ins Basislager gebracht und anschließend in Etappen nach oben verteilt.

00:42:47: Jeder Lageraufbau, jede Fixleine, jede vorbereitete Spur ist das Ergebnis vieler einzelner Transporte.

00:42:54: Diese Arbeit ist nicht sichtbar, wenn am Ende zwei Namen auf dem Gipfelfoto stehen.

00:43:00: Mit der Zeit verändert sich die Rolle des Sherpas.

00:43:03: Sie sind nicht mehr nur Träger – sie werden zu Hochgebirgsspezialisten, die Routenplan, Fixseile anbringen und Gefahren einschätzen.

00:43:11: Besonders deutlich wird das im Kumbu-Eisbruch den ersten großen Hindernis auf der Südroute!

00:43:17: Dieses Gebiet verändert sich permanent.

00:43:19: Die Spalten öffnen sich, Serrax brechen ab, Wege die am Vortag noch passierbar waren können am nächsten Tag verschwunden sein.

00:43:26: Sherpas gehen diesen Abschnitt oft mehrfach um Leitern zu platzieren und Wege zu sichern.

00:43:31: Sie bewegen sich damit in einem Bereich der Statistik zu den gefährlichsten Teilen der Route gehört.

00:43:37: Die physische Leistungsfähigkeit vieler Sherpas ist kein Mythos sondern gut untersucht.

00:43:42: Studien zeigen, dass Sherpas in großer Höhe effizienter mit Sauerstoff umgehen können als Menschen die erst später an diese Umgebung kommen.

00:43:50: Ihr Körper produziert weniger Hemoglobin und den vorhandenen Sauerstoffs aber effektiver unter anderem durch eine verbesserte Durchblutung und Anpassungen auf zellulärer Ebene.

00:43:59: Das bedeutet nicht das sie gegen die Bedingungen immun sind Aber es verschiebt die Grenze dessen was möglich ist.

00:44:06: Trotz dieser Anpassung bleibt das Risiko hoch.

00:44:08: Ein zentrales Ereignis für das Verständnis der heutigen Situation ist das Unglück im Kumbu-Eiß hoch am achtzehnten April, zwei Tausend Föhrzehn.

00:44:16: Eine Lawine erfasst eine Gruppe von Sharepas die gerade dabei sind, die Route für die kommende Saison vorzubereiten.

00:44:22: Sechzehn von ihnen sterben!

00:44:24: Es ist eines der schwersten Unglücke in der Geschichte des Everest und trifft v.a.diejenigen, die den Berg nicht aus sportlichen Gründen betreten sondern als Teil ihrer Arbeit.

00:44:33: Die Folgen sind unmittelbar Expeditionen werden abgebrochen und erstmals wird öffentlich breite diskutiert, unter welchen Bedingungen Sherpas arbeiten und wie ungleich Risiko- und Bezahlung verteilt sind.

00:44:46: Die ökonomische Dimension ist dabei zentral.

00:44:49: Für viele Familien im Kumbugebiet ist die Arbeit am Everest eine der wenigen Möglichkeiten ein regelmäßiges Einkommen zu erzielen.

00:44:55: Ein erfahrener Hochgebirgssherpa kann pro Saison mehrere Tausend US-Dollar verdienen was im Vergleich zum nepalesischen Durchschnittseinkommen hoch ist.

00:45:04: Gleichzeitig konzentriert sich das Risiko in wenigen Wochen im Jahr, in denen mehrere Aufstiege und Materialtransporte stattfinden.

00:45:12: Die Einnahmen sind also an eine Tätigkeit gebunden die mit einem erhöhten Unfall- und Todesrisiko verbunden ist.

00:45:18: Auffällig ist dabei wer von diesem System am meisten profitiert!

00:45:22: Die höchsten Gewinne erzielen internationale Veranstalter und westliche Anbieter die Expedition vermarkten und organisieren.

00:45:28: Sharepass tragen einen großen Teil der physischen Arbeit und des Risikos, haben aber oft weniger Einflussaufentscheidungen am Berg.

00:45:35: Sie bewegen sich häufiger durch gefährliche Abschnitte wie den Kumbu-Eisbruch – oft mehrfach pro Saison, während viele Kunden diesen Bereich nur wenige Male passieren.

00:45:44: Der Everest ist damit nicht nur ein Ort extremer Naturbedingungen sondern auch eine Raum ungleich verteilter Verantwortung.

00:45:50: Risiko konzentriert sich unten in der Struktur, während Erfolg oben sichtbar wird.

00:45:56: Neben dieser strukturellen Ebene gibt es auch individuelle Geschichten, die das Bild prägen.

00:46:00: Tensing Norgeil, der in neunzehntet dreiundfünfzig gemeinsam mit Edmund Hillary den Gipfel erreicht, steht am Anfang einer Entwicklung, in der Sherpas nicht nur als Helfer sondern als eigenständige Akteure wahrgenommen werden.

00:46:11: Später folgen Namen wie Apar Sherpa, der den Everest insgesamt einundzwanzigmal bestiegen hat oder Kami Rita Sherpa damit über dreißig Gipfelerfolgungen den aktuellen Rekord hält.

00:46:22: Diese Zahlen sind keine Randnotizen.

00:46:24: Sie zeigen, wie stark sich Erfahrungen und Wiederholung in diesem Umfeld auswirken.

00:46:29: Gleichzeitig existiert eine kulturelle Ebene die sich nicht vollständig in Zahlen oder Rekorden abbilden lässt.

00:46:35: Für viele Sherpas ist der Aeroist kein neutraler Ort sondern Teil eines religiösen Weltbildes.

00:46:41: Vor Expedition finden Puja-Zeremonien statt bei denen um Schutz gebeten wird Ausrüstung wird gesegnet und es wird bewusst markiert dass der Berg nicht einfach benutzt wird.

00:46:52: Diese Praxis steht neben einer globalisierten Expeditionsindustrie in der Zeitfenster, Kosten und Erfolgsquoten eine zentrale Rolle spielen.

00:46:59: Heute ist das Bild der Sherpas widersprüchlich – sie sind unverzichtbar für die Infrastruktur am Everest gleichzeitig lange Zeit im Hintergrund geblieben.

00:47:08: Ihre Arbeit macht den Aufstieg für andere überhaupt erst möglich, während Sie selbst oft unter Bedingungen arbeiten, die sich stärker gefährden als die meisten Kunden geführter Expeditionen.

00:47:17: Der Everest ist damit nicht nur ein Ort individueller Leistung, sondern auch ein System das auf Arbeitsteilungen basiert.

00:47:24: Und wer sich bewegt, bewegt sich immer auch auf Wegen die jemand anderes vorbereitet hat.

00:47:50: Geführte Expeditionen entstehen nicht aus dem Nichts, aber in dieser Zeit werden sie zu einem klar erkennbaren Modell.

00:47:58: Ein Veranstalter organisiert Genehmigung, Logistik, Hochlager, Sauerstoff-Sharepaunterstützung und im Idealfall auch den Gipfelerfolg.

00:48:07: Wer genug Geld, Zeit und Vorbereitung mitbringt kauft sich in ein Setup ein das den Aufstieg in Etappen zerlegt.

00:48:15: Adventure Consultants beschreibt eine Expedition von two ninety-two selbst als frühen Erfolg dieses Ansatzes.

00:48:23: Mountain Madness steht für eine ähnliche Entwicklung, der Berg bleibt derselbe aber der Weg dorthin wird organisiert.

00:48:31: damit verändert sich auch wie über den Everest gesprochen wird.

00:48:35: neben Berichten über Risiko und Grenzerfahrung tauchen plötzlich Begriffe auf die eher nach Reisebranche klingen Programme, Chancen und Erfolgsquoten.

00:48:47: Der Gipfel wird nicht nur als persönliche Leistung erzählt – er scheint nun als etwas das man mit Planung, Geld und Unterstützung erreichen kann.

00:48:56: Dahinter steht eine klare Aufteilung Die Kundinnen und Kunden kommen für ein begrenztes Zeitfenster an den Berg.

00:49:04: Die eigentliche Arbeit beginnt lange vorher.

00:49:07: Genehmigungen werden beantragt Lager aufgebaut, Fickseile verlegt, Sauerstoffflaschen nach oben gebracht, Leitern im Eisbruch installiert und Wetterfenster beobachtet.

00:49:18: Wer später aufsteigt bewegt sich durch eine Struktur die andere vorbereitet haben.

00:49:23: Verkauft wird nicht nur der Gipfel, verkauft wird er Weg dorthin so kontrolliert wie es in dieser Umgebung überhaupt möglich ist.

00:49:32: Wie stark dieser Prozess organisiert ist zeigt sich auch an der Zeit.

00:49:36: Ein klassischer Aufstieg dauert bis heute Wochen.

00:49:39: Nicht aus Traditionen, sondern weil der Körper diese Zeit braucht um sich anzupassen.

00:49:45: Reuters fasste das im Jahr-Zwischen in einem Bericht über einen beschleunigten Everestversuch nüchtern zusammen.

00:49:52: Normalerweise verbringen Bergsteiger bis zu zwei Monate in verschiedenen Hochlagern.

00:49:57: Neue Ansätze versuchen die Zeit drastisch zu verkürzen etwa durch Hypoxietraining oder den Einsatz von Xenon.

00:50:06: Damit verschiebt sich etwas Entscheidendes.

00:50:08: Der Berg wird nicht nur bestiegen, er wird zunehmend optimiert.

00:50:13: Auch die Kosten machen diese Entwicklung sichtbar.

00:50:16: Seit dem ersten September, twenty-fünfundzwanzig kostet allein die Genehmigung für die Frühjahrsaison über den Südostgrad fünfzehntausend US-Dollar pro Person.

00:50:25: Für Herbstbesteigungen werden siebentausend Fünfhundert Dollar fällig und für den Winter dreitausende Siebhundert Fünfzig.

00:50:32: Das ist nur der Eintritt!

00:50:34: Günstige Angebote beginnen heute bei etwa forty-fünfzehntausend Dollar.

00:50:39: Viele westlich geführte Expeditionen liegen zwischen siebzigtausend und über hunderttausende Dollar.

00:50:45: Bei besteunigten Modellen können die Summen deutlich höher ausfallen.

00:50:50: Heute ist berichtete in zwei tausend sechsundzwanzig das selbst steigende Gebühren den Andrang kaum bremsen.

00:50:57: Die Menschen, die sich dieses System einkaufen bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit Einige mit großer Erfahrung, andere mit ambitionierten Projekten.

00:51:07: Wieder andere mit dem Ziel einen einmaligen Punkt in ihrem Leben zu erreichen.

00:51:12: Mit dem Geld verändert sich auch das Umfeld am Berg – es geht längst nicht mehr nur um den Gipfel.

00:51:18: Angeboten werden bessere Betreuung, zusätzliche Sicherheitskonzepte, kürzere Aufenthalte, Komfort im Basislager, Satellitenkommunikationen, medizinische Begleitung und Wetterdaten in

00:51:30: Echtzeit.".

00:51:31: Das Basecamp ist für viele Expeditionen kein improvisiertes Lager mehr, sondern ein Ort mit Infrastruktur.

00:51:38: Der Everest wird dadurch nicht einfacher aber erwirkt strukturierter.

00:51:43: Je besser alles organisiert ist desto leichter entsteht der Eindruck dass sich Risiko kontrollieren lässt.

00:51:50: Oberhalb von acht tausend Metern gilt das nicht mehr.

00:51:53: Dort gibt es keinen Service der garantiert dass jemand zurück kommt.

00:51:58: Die Zahlen der letzten jahren zeigen wie stark sich der berg verändert hat.

00:52:01: Für die Saison in den Jahr- und Zwei-und-Zwanzig meldete Reuters vierhundertsechzig Genehmigungen aus Nepal.

00:52:09: Bereits in den Jahren- und Zwanzig waren es vierhundert-siebzig gewesen, verbunden mit zwölf Todesfällen und fünf Vermissten.

00:52:17: Viele Menschen bewegen sich damit im selben kurzen Wetterfenster durch dieselben Passagen – das führt zu Staus an Fixeilen, zu Wartezeiten in großer Höhe und zu zusätzlichem Druck auf die Route.

00:52:30: Gleichzeitig bleiben immer mehr Spuren zurück.

00:52:33: Sauerstoffflaschen, Zelte und Abfälle, die wieder nach unten gebracht werden müssen.

00:52:38: Nepal reagiert darauf inzwischen auch technisch.

00:52:41: In dem Jahr im Jahr ist das Jahr schon ein Teil der Organisation.

00:52:53: Auch Rekorde gehören inzwischen fest zu diesem Umfeld.

00:52:56: Sie erzeugen Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit sorgt für Nachfrage.

00:53:01: Stand April, zwanzundzwanzig hält Kami Rita Sherpa mit einund dreißig Besteigung den Rekord für die meisten Everest-Gipfel.

00:53:10: Unter den Nichtsherpas liegt der Brite Kenton Cool mit neunzehn Gipfelerfolgen voran.

00:53:16: Solche Zahlen stehen für Erfahrung aber sie funktionieren auch als Erzählung, die den Berg weiter aufladen.

00:53:23: Damit verändert sich auch die Bedeutung des Gipfels selbst.

00:53:26: Für Mallory war er ein offenes Problem, für Hand, Hillary und Norgeh ein Ziel innerhalb einer Expedition – für Messner eine Frage der eigenen Grenzen.

00:53:37: Heute erscheint er oft als Endpunkt eines Ablaufs.

00:53:41: Termin-Wetterfenster Vorbereitung Aufstieg Das nimmt dem Berg nichts von seiner Höhe aber es verändert den Blick auf ihn.

00:53:51: Früher war der Everest ein Ort, an dem man scheitern konnte.

00:53:53: Weil er unerreichbar schien.

00:53:56: Heute wirkt er oft wie ein Ort die erreichbar sein soll weil eine ganze Industrie darauf ausgerichtet ist.

00:54:02: Die Höhe hat sich nicht verändert aber das was man in ihr sieht Dieses System funktioniert nur so lange wie alle Teile gleichzeitig stabil bleiben.

00:54:12: Planung ersetzt Erfahrung bis sie es nicht mehr tut.

00:54:15: Zeitpläne ersetzen Entscheidungen bis sie sich verschieben.

00:54:19: Verantwortung verteilt sich auf viele Schultern und wird dadurch schwerer greifbar.

00:54:24: Wenn in einem Tag mehrere Expeditionen gleichzeitig aufsteigen, wenn Fixelle fehlen, wenn sich Gruppen auseinanderziehen und wenn Entscheidungen unter Sauerstoffmangel getroffen werden entsteht eine Lage, in der kleine Verzögerung nicht mehr korrigiert werden können.

00:54:40: Der Everest ist dann kein einzelnes Risiko mehr.

00:54:43: Er wird ein System das kippen kann.

00:54:53: Meinst du es gibt Bilder von der Rainbow Valley?

00:54:55: Ja

00:54:56: Hast du jetzt angeguckt?

00:54:58: Also es gibt von den einzelnen Leichten.

00:54:59: Es ist nicht so, dass man so ein lustiges Bundesfeld hat aber man kann alle Leichen die du genannt hast sich anschauen.

00:55:09: Krass!

00:55:09: Ich finde das auch eine krasse Überlegung wenn man so drüber nachdenkt als das Familien Ja, dann auch zum Beispiel so darum bangen dass die Person zurückkommt und wenn man halt nichts mehr hört.

00:55:21: Und da vielleicht irgendwie Jahrzehntel später dann wirklich die entgültige Bestätigung das die Person halt an da gefunden wurde oder so ne?

00:55:28: Naja

00:55:29: Das ist irgendwie so krass Aber

00:55:30: ich meine es ja auch sehr wahrscheinlich Ne

00:55:32: Wie würdest du denn reagieren?

00:55:33: werden jemand aus deiner Familie dir das sagen würde Dass die Personen auf den Mount Everest steigen würden?

00:55:39: Also ich glaube ich find's eigentlich ganz cool.

00:55:41: Aber es kommt immer an, wer fragt nach.

00:55:43: Ist das einer meiner fitten Verwandten?

00:55:45: Oder einer meiner nicht-fitten Verwandten?

00:55:48: Ich meine jetzt zum Beispiel mein Spager als Pilot ist ja in höheren Höhen unterwegs als der Everest.

00:55:53: Ja.

00:55:54: Und ihm würde ich auch zutrauen.

00:55:55: Echt?

00:55:56: Ja.

00:55:57: Ich glaube, er könnte das...

00:55:58: Ich kann mir gar nicht vorstellen also klar wenn das jetzt so durchgetaktet ist.

00:56:02: aber ich glaube dass Männern auch so tagesbefindliche Situationen irgendwie dazukommen oder einfach irgendwie eine Angst oder sowas weiß ich man nennt man nicht so ne optimale Phase erlebt oder so.

00:56:12: Da muss man ja auch so krass ehrlich zu sich sein und dann sagen sie, nee ich gehe auf jeden Fall jetzt zurück weil ... keine Ahnung.

00:56:18: also da darf man nicht zu ärgerlich sehen, sonst wirst du halt sterben.

00:56:20: das ist ja auch krass irgendwie, ne?

00:56:23: Deswegen würde ich glaube ich... Ich würd's selber nicht machen weil wenn ich dann wirklich so zweihundert Meter vor dem Gipfel stehe und es heißt dann so jetzt umdrehen, ach komm!

00:56:31: Zweihundert Meter aber zweihundert Metern sind da oben eben eine Stunde oder zwei Stunden und das hast ihr noch mal zurück.

00:56:38: Das heißt verschwände es dann ja irgendwie zwei, drei vier Stunden.

00:56:42: Nur weil du denkst, ach komm das packe ich schon noch.

00:56:45: Und schlimmstenfalls kommst dann in die Dunkelheit und dann kommt dann auch ein ja noch schlechtes Wetter dazu.

00:56:50: Du siehst es nicht?

00:56:51: Und

00:56:52: ja, stirbst dann kurz vorm Lager was wir nächste Woche auch exakt so sehen werden dass sowas passieren kann, dass man... Dass man so kurz vor dem Ziel sich dafür entscheidet Das klappt schon noch.

00:57:05: oder ist man kurz, dass mal in der Rückkehr Obwohl man eigentlich zur richtigen Zeit unterwegs ist ... in Lagen geraten kann, wo es... ja auch kurz vorm Ziedel dann nochmal... ... ungünstig werden kann und unschön werden kann.

00:57:19: Also ich finde schon krass!

00:57:19: Ich habe Respekt davor, wenn jemand das tut.

00:57:22: Deswegen hab' ich jetzt auch so gesagt, ich würde jetzt... glaube ich wird's cool, wenn jetzt ein Verwandter von mir sagen würde, er klettert auf einen Everest,... weil in meiner ganzen Familie wir sind ja dann aus dem Flachland sozusagen.

00:57:33: Wir kennen ja keine Berge.

00:57:35: Deswegen habe ich auch niemanden in der Familie, der jemals irgendwie Ein bisschen kleinen Kletterwände in den Sporthallen haben wir mal gemacht, so aus Spaß oder in der Schule.

00:57:44: Aber ich hab dementsprechend nie unmittelbar erlebt, dass man jemand eine Geschichte davon erzählt hat... Also ich habe keine private Warnung für so einen solchen Fall.

00:57:55: So wie wenn jetzt ein ganz blödes Beispiel jemand in der Familie mein Auto-Unfall hatte oder einen Motorradunfall hatte, oder mich beim Fußball irgendwas gebrochen hat und dann eher denkt's, hage ich!

00:58:08: macht das nicht.

00:58:10: Meine Familie ist ja anfällig für so was, wie wir ziehen das Unglück an im Fußball oder im Autofahren oder was auch immer.

00:58:15: Das entstehen ja dann Familienlegenden in beide Richtungen und entweder alle werden Lehrer weil alle sind ja schon immer Lehrer gewesen oder alle sterben am Everest, weil es auch Familien-Traditionen

00:58:25: gibt

00:58:27: wieder in beide Richtung.

00:58:28: Würdest du hochgehen?

00:58:31: Also ich habe klar dass es irgendwie eine bekannte Frage irgendwie und vielleicht auch in so Kennlern spielen, was man unbedingt mal in seinem Leben noch machen wollen würde.

00:58:42: Und da sind ja auch viele Antworten irgendwie sowas oder was heißt ich einen falschen Sprung?

00:58:49: Aber vor allem jetzt gerade nach dieser Folge würde ich halt ganz ehrlich auch meinem nahen Umfeld davon abraten also klar wenn man dieses Geld hat kann man das schon machen.

00:59:00: aber wie gesagt dass man da trotz dessen auch so eine Vorbereitung Weil das für mich, glaube ich einfach mit der größte Punkt da nicht andersweise an Selbstüberschätzung heranzukommen.

00:59:12: Aber auch gleichzeitig nicht zu vorsichtig, dass man es nicht erreichen könnte.

00:59:15: Das ist für mich ein super schwieriger Grad.

00:59:18: Welche Phase in meinem Leben wäre dafür ... sagen wir mal nicht so schlimm?

00:59:24: Wenn ich eine Diagnose bekommen würde, dass ich irgendwie eh nicht mehr lange lebe dann vielleicht.

00:59:29: Aber jetzt nicht, glaub' ich!

00:59:33: Also, hast du es geschafft?

00:59:35: Dann sagst du allen, dass du was auf dem Alter wirst.

00:59:36: Ja und dann ...

00:59:38: Du machst auch ein Selfie da oben.

00:59:41: Dann kriegst du auch noch Likes auf Instagram.

00:59:44: Es gibt ja die vielen Gipfel-Fotos.

00:59:46: Ich finde das krass, wenn da oben steht und man schon so die Erdgrümmung sieht und sowas.

00:59:49: Das ist ja ziemlich krass anfühlt also bis wahrscheinlich wie Betrumpfen.

00:59:53: Weil wir einfach Sauerstoff machen lassen.

00:59:55: Man kann sich nur noch halb erinnern, wie krass das ist.

00:59:58: Aber da einmal zu stehen und über die ganze Welt zu gucken... Also die ganze Welt, vielleicht bis Dresden oder so.

01:00:05: Bis Dresdn?

01:00:06: Ich weiß nicht, wie weit man gucken kann... Aber stehe ich mir schon cool vor!

01:00:10: Das

01:00:10: ist wie wirklichen, dass einem die Waldmann von da gucken kann.

01:00:12: Schau vor, dann ist das... Nee, wahrscheinlich gibt's damit mit Wolken und so, es ist ja nicht so ein Ding, oder?

01:00:16: Ja, aber auch so einen klaren Tag.

01:00:18: Ist

01:00:18: immer froh, du hast dann keinen Klaren Tag, aber sehr mit der Wetterfreude.

01:00:21: Dass wir

01:00:21: richtig layern.

01:00:22: Wenn du sagst, das ist doch ohne so'n Grau-Wagen dahin, denn sieht überhaupt nicht episch aus.

01:00:26: Sehr toll.

01:00:27: Muss ich das nochmal machen.

01:00:29: Und dann stirbst du.

01:00:30: Und zweitens.

01:00:32: Schon mal vorgenauert?

01:00:33: Das hätte

01:00:33: so eine Dummheit, die ich machen würde.

01:00:36: Erst posten und dann sterben oder was?

01:00:38: Ne, noch mal hinfliegen weil ich denke, bei Sonne muss ich das auch nochmal machen.

01:00:42: Aber wir können ja immer auf einem anderen Berg da wo man nicht direkt dem Tod nahe ist.

01:00:49: Oder wir fahren irgendwann mal zusammen auf den Brocken zur Weihpurgis Nacht.

01:00:52: Dieses Jahr haben wir es ja nicht geschafft aber... Dann machen wir nächste Woche, nächstes Jahr einer live Weih-Purgis-Nacht Folge.

01:01:01: Warum nicht?

01:01:02: Dann gehen wir auf den Berg, haben so Tee dabei.

01:01:05: Brot Salami aber diese langen Salami die man selber schneiden muss wo man immer so grobe Stücke hat weil ich glaube das macht man als Bergsteiger.

01:01:14: Die

01:01:14: machen man als vegane Bergsteigerin und müssen nur fragen.

01:01:17: Veganer steigen nicht auf Berge.

01:01:18: Das ist...

01:01:19: Wie heißt

01:01:23: es aus Bretteljause?

01:01:25: Bretteliause

01:01:26: stimmt!

01:01:26: Da du hier als Veganerin wahrscheinlich keine klassische Salami, was ist überhaupt Salami drauf?

01:01:32: Ich muss das jetzt mal googeln nehmen.

01:01:34: Ja oder so schinken.

01:01:37: Wir haben es dann dem einmal aufgemacht.

01:01:39: man hat Wurst, Käse frisches Brot und Gemüse.

01:01:42: guck mal kannst du ja doch mitkommen.

01:01:44: Aber hier Tiroler Speck Kaminwurzen also geräucherte Wurst Landjäger Bergkäse aus dem Allgäu oder aus Tirol Almkäse Frischkäse Bauernbrot Schwarzbrot, Schüttelbrot.

01:01:56: Dazu Radieschen, Gurkenscheiben, Paprika Tomaten, Essiggurken, Pfefferroni habe ich ja nie gehört.

01:02:01: Silberzwiebeln Butter, Kürbiskerne Öl Salz und Pfeffer Ja.

01:02:06: aber hier auf den Bild sieht man da jetzt so einen richtig schönen dicken Salami.

01:02:09: Schein Das hat sich

01:02:09: nicht so viel leckere angehört als du es mir gerade auf dem Bild gezeigt hast.

01:02:12: Also mit Kürbskerne-Öl Silber Zwiebel toll.

01:02:16: Wir können ja auch wenn wir dann zusammen auf einem Berg sind eigenes Nex mitbringen.

01:02:23: Erstens Am Everest gab es jahrelang eine Stelle, an der Bergsteiger sich an einer Leiche orientiert haben.

01:02:29: Green Boots!

01:02:31: Der Körper lag auf der Nordroute in einer kleinen Feldnische auf etwa acht Tausend Fünfhundert Metern und wurde zu einem inoffiziellen Wegpunkt.

01:02:38: Inzwischen wurde er aus dem direkten Sichtfeld der Route entfernt aber der Name ist bis heute Teil der Everest-Geschichte.

01:02:45: Zweitens – der gefährlichste Teil des Everest liegt nicht am Gipfel sondern direkt über den Basislager.

01:02:52: Der Kumbu-Eisbruch ist ein bewegliches Labyrinth aus Eisblöcken, das sich täglich verändert.

01:02:58: In den letzten Jahren starben hier sechszehn Sherpas durch eine Lawine.

01:03:02: Mehr als bei vielen Gipfelversuchen selbst!

01:03:05: Drittens – The Everest ist kein stiller Ort mehr.

01:03:09: An guten Tagen stehen Menschen dort oben Schlange.

01:03:12: In starken Saisons wurden über vierhundert Genehmigungen vergeben was zu Staus an Engstellen mit dem Hillary Step führen kann.

01:03:18: Das bedeutet, warten auf über acht Tausend Metern während Sauerstoff und Energie weiter sinken.

01:03:24: Viertens – der teuerste Teil am Everest ist nicht die Ausrüstung sondern die Erlaubnis überhaupt hochzugehen.

01:03:32: Seit twenty-fünfundzwanzig kostet allein die offizielle Genehmigung in Netpal fünfzehntausend US Dollar pro Person.

01:03:39: komplett organisierte Expeditionen dingen häufig zwischen fünfzigtausend und über hunderttausende Dollar.

01:03:47: Der Gipfel ist damit auch ein wirtschaftliches

01:03:49: Produkt.".

01:03:50: Fünftens.

01:03:51: Rekorde am Everest werden heute oft von Sherpas gehalten, nicht von westlichen Star-Kletterern.

01:03:58: Kami Rita Sherpa erreichte im Mai Zwei-Tausendfünfundzwanzig zum Einunddreißigsten Mal den Gipfl und hält damit den Rekord für die meisten Everest-Besteilungen überhaupt.

01:04:07: Reuters nannte im selben Zusammenhang auch den Rektor.

01:04:09: unter Nichtsherpas – der Brite Kenton Cool kamen Zweitausendfünfundzwanzich auf neunzehn Gipfelerfolge.

01:04:18: Ich höre seine Stimme im Funk, aber sie kommt nicht richtig an.

01:04:23: Immer wieder bricht sie weg und dann ist da nur Rauschen, dann wieder ein paar klare Worte.

01:04:28: Er spricht mit seiner Frau ganz ruhig als wäre das ein normales Gespräch und nicht das Letzte dass er führen wird.

01:04:35: Er sagt ihren Namen, er sagt, dass er sie liebt.

01:04:38: mehr nicht keine großen Sätze nichts was sich festhalten lässt einfach nur das was noch gesagt werden muss.

01:04:46: unten hören Sie zu.

01:04:48: Jeder weiß, was das bedeutet.

01:04:50: Niemand sagt etwas!

01:04:52: Ich denke an die letzten Meter zum Gipfel – daran wie nah er gewesen ist und wie wenig das am Ende noch zählt.

01:04:59: Dann reißt die Verbindung ab.

01:05:02: Das war Radio Obskura.

01:05:06: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann bleibt auf Frequenz.

01:05:09: folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da.

01:05:11: Wir hören uns bis dahin.

01:05:13: Bleibt Gipfelstürmer

01:05:14: Bleibt bei Euch Bleibt

01:05:15: im Dunkeln

01:05:16: Und Radio aus.

01:05:25: Danke schön.

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