#032: Christy Mirack - 25 Jahre ohne Namen
Shownotes
🎧 Worum geht’s in dieser Folge?
1992 wird die Grundschullehrerin Christy Mirack in Lancaster County, Pennsylvania, ermordet. Trotz biologischer Spuren bleibt der Täter jahrzehntelang unbekannt. Erst moderne genetische Genealogie bringt Bewegung in den Cold Case.
In dieser Folge sprechen wir über die Ermittlungen, die Entwicklung der DNA-Forensik, Ahnenforschung, Neandertaler-DNA und darüber, wie Familienlinien plötzlich Teil moderner Kriminalistik werden.
Kapitel
(00:00) Opening: 4 Tage vor Weihnachten (00:51) Intro & Begrüßung (04:28) Christy Mirack (09:10) Der Morgen des 21. Dezember 1992 (15:32) Ein Fall ohne Gesicht (21:10) Genealogie - Wenn Herkunft messbar wird (34:59) DJ Freez (37:47) Wenn Verwandtschaft zur Ermittlerin wird (42:53) Geständnis, Urteil, Nachspiel (51:35) snacks.fm (53:38) 25 Jahre später
📚 Quellen & Literatur
• CBS News (Hg.): DJ Freez Pleads Guilty Using Genetic Genealogy to Convict Raymond Charles Rowe, New York 2019. • Lancaster Online (Hg.): Remembering Christy Mirack, Lancaster 2018. • LNP / LancasterOnline (Hg.): The Murder of Christy Mirack, Lancaster 2018. • PennLive (Hg.): Raymond Rowe Pleads Guilty in Christy Mirack Murder Case, Mechanicsburg 2019. • Superior Court of Pennsylvania (Hg.): Commonwealth v. Raymond Charles Rowe, Harrisburg 2025. • United States Census Bureau (Hg.): 1990 Census of Population and Housing. Pennsylvania, Washington D.C. 1991. • Encyclopaedia Britannica (Hg.): Lancaster. Pennsylvania, Chicago 2026. • FOX43 (Hg.): Timeline of the Christy Mirack Investigation, York 2018. • WGAL (Hg.): Investigators Discuss Decades-Long Christy Mirack Case, Lancaster 2019. • MedlinePlus Genetics (Hg.): Direct-to-Consumer Genetic Testing, Bethesda 2023. • National Human Genome Research Institute (Hg.): Direct-to-Consumer Genetic Testing FAQ for Healthcare Professionals, Bethesda 2023. • GeneReviews / National Center for Biotechnology Information (Hg.): Direct-to-Consumer Genetic Testing, Bethesda 2019. • Max-Planck-Gesellschaft (Hg.): Neandertals, München o. J. • Smithsonian National Museum of Natural History (Hg.): Ancient DNA and Neanderthals, Washington D.C. 2024. • Parabon NanoLabs (Hg.): Snapshot Genetic Genealogy Analysis, Reston 2022. • Wickenheiser, Ray A. (Hg.): Forensic Genealogy, Bioethics and the Golden State Killer Case, London 2019. • Office of Justice Programs (Hg.): Genetic Privacy and the Case of the Golden State Killer, Washington D.C. 2018. • FOX43 (Hg.): DJ Freez Identified as Raymond Rowe in Christy Mirack Case, York 2018. • PennLive (Hg.): Who Is Raymond Rowe? Inside the Life of DJ Freez, Mechanicsburg 2018. • CBS News / 60 Minutes (Hg.): How Genetic Genealogy Helped Solve the Murder of Christy Mirack, New York 2019. • Parabon NanoLabs (Hg.): CeCe Moore and Investigative Genetic Genealogy Cases, Reston 2019. • GEDmatch (Hg.): Terms of Service and Law Enforcement Policy, Lake Worth 2019. • Lancaster County District Attorney's Office (Hg.): Press Conference on the Arrest of Raymond Rowe, Lancaster 2018. • CNN (Hg.): Raymond Rowe Pleads Guilty in Christy Mirack Murder Case, Atlanta 2019. • ABC News (Hg.): DJ Known as DJ Freez Pleads Guilty in 1992 Murder of Teacher Christy Mirack, New York 2019. • LancasterOnline (Hg.): Family of Christy Mirack Speaks After Guilty Plea, Lancaster 2019.
📡 Links & Kontakt
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🎙️ Hosts: Svea & Tim
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00:00:03: Der Parkplatz vor der Schule ist noch dunkel als die ersten Kolleginnen ankommen.
00:00:09: Dezember twohundneinzehnundzeig, kurz vor Weihnachten.
00:00:14: In den Klassenräumen hängen bereits gebasselte Sterne Papierengel-Lichterketten Kinder zählen die letzten Tage bis zu den Ferien herunter.
00:00:22: Einer Lehrerin fehlt.
00:00:25: Zudem wirkt das nicht bedrohlich.
00:00:26: Menschen verschlafen Autos springen im Winter nicht an.
00:00:29: Vielleicht stau vielleicht krank Aber Christi Marek kommt nicht zu spät Die kommt gar nicht.
00:00:37: In ihrem Townhouse in East Lempeter Township brennt noch Licht, die Haustür ist nicht verschlossen – dann findet man ihren Körper.
00:00:46: Willkommen bei Radio Obscura!
00:01:21: Um mehres Grund bis zur Umlaufbahn, vom Labor bis zur Legende.
00:01:24: Wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?
00:01:27: Ich bin Svea
00:01:28: Und ich bin Tim.
00:01:29: Heute reisen wir nach Pennsylvania in den Winter des Jahres nineteenhundert zweiundneunzig.
00:01:35: Wie immer findet ihr Fotos zur Folge auf Instagram Radio Obscura Podcast alles kleinung zusammengeschrieben und ganz neu.
00:01:44: für Menschen die keinen Insta haben könnt jetzt auf radio obskura auch klein und zusammengeschrieben.de schauen und findet dort auch alle Bilder ohne ein Instagram Account zu haben, da haben wir uns gedacht eine kleine Mini Website wo man alle Folgen hören kann und alle Bilder sehen kann wäre vielleicht ganz nett für Menschen die sich nicht zu Insta begeben wollen aber trotzdem Bilder sehen wollen.
00:02:06: das ist ja cool glaub ich.
00:02:10: für manche Ja.
00:02:12: außerdem beginnt nächste Woche unser Sommerspecial wo wir vier folgen am Stück auf die Festival-Saison schauen, haben also heute nochmal nach der Tanzwut einen normalen True Crime Fall als kleine Zwischenbrücke bis dann die Festivals losgehen.
00:02:29: Ich glaube mit Rock am Ring kommen wir ungefähr zeitgleich dann raus mit unserer Festivalfolge oder kurz danach.
00:02:36: Ja aber heute sind wir erstmal bei einem wie gesagt Kribinalfall der lange ungelöst blieb.
00:02:43: und da frage ich nun dies wäre Was macht für dich einen ungelösten Fall Unheimlicher?
00:02:50: Ist es dann die Tat selber oder die Tatsache, dass ein Mörder irgendwo noch rumläuft.
00:02:57: Was ist die gruseligere Vorstellung?
00:03:00: Also klar irgendwie jede Tat von der man so sprechen kann ist natürlich irgendwo grusulich also auch unterschiedlichen Maßen offensichtlich.
00:03:09: aber wenn's ungelöst ist und man halt weiß irgendwie das die Person die die Tat hinter sich gebracht hat, kann man so sagen weiß ich nicht.
00:03:19: Nicht keine angemessene Strafe bekommen hat finde ich halt oft das gruselige und dass es irgendwie oft dann auch ist es wirklich nicht möglich oder sind beispielsweise in der Ermittlung irgendwie auch Fehler untergekommen.
00:03:31: Das ist ja auch häufig ein Thema, das wäre nicht dann noch supergruselig weil unser Rechtssystem eigentlich so gut ausgebaut sein sollte, dass das funktionieren sollte.
00:03:42: Oder sind es halt wirklich dann Täter die so gezielt vorgehen, dass sie halt irgendwie auch der Strafe entkommen können und das Menschen dazu fähig sind.
00:03:53: Das finde ich schon mit das gruseligste, wenn man das so planen kann ... Dass man mit einrechnen kann, dass man nicht eine Strafe bekommt.
00:04:03: Schauen wir mal wie es heute ausgeht?
00:04:05: Es war lange Zeit ein Code-Case, ein ungelöster Fall.
00:04:09: Aber der Fall wird gelöst... Aber jetzt auch nicht zwingend durch klassische Polizeiarbeit, was ihn also natürlich ermittelt die Polizei auch und versucht aber.
00:04:20: Die Auflösung desfalls geschieht dann ja fast schon eher durch einen Zufall wenn man so will.
00:04:29: Lancaster County wirkt Anfang der neunziger Jahre wie ein Ort an dem Dinge überschaubar bleiben sollen.
00:04:35: Das County zählt damals bereits deutlich über vierhunderttausend Einwohner und gehört damit längst nicht mehr zu den kleinen ländlichen Regionen Pennsylvania's, die man nur mit Farmen verbindet.
00:04:44: Trotzdem prägt genau dieses Bild die Außenwirkung bis heute.
00:04:47: Lancaster selbst gilt als eine der ältesten Städte im Binnenland in der Vereinigten Staaten – und war siebzehnhundertsiebenen für einen Tag Sitz des Continental Congress.
00:04:56: Viele Gebäude im Zentrum stammen noch aus dem neunzehnten Jahrhundert, daneben entstehen in den achtziger- und frühen neunziger Jahren immer mehr Wohnsiedlungen für Pendlerfamilien.
00:05:05: Alte Geschichte und amerikanischer Vorstadt-Alltag liegen hier dicht beieinander.
00:05:09: Die Region liegt im Südosten Pennsylvania zwischen Philadelphia, Harrisburg und dem ländlichen Gebieten der Armigregion viel Landwirtschaft kleinere Gemeinden, Kirchen, Highschools, Einkaufsstraßen, Reihenhaussiedlungen.
00:05:22: Die Gegend ist bekannt für ihre arme Communities, für Farmen und für ein Leben das in vielen Darstellungen ruhiger erscheint als die großen Städte an der Ostküste.
00:05:30: Gleichzeitig ist Lancaster längst keine abgeschiedene Kleinstadt mehr.
00:05:33: Anfang der neunziger Jahre leben im County bereits mehrere hunderttausend Menschen viele Pendeln neue Wohngebiete entstehen und lang der größeren Straßen ziehen sich Supermärkte fast Foodketten und Motels durch die winterliche Landschaft Pennsylvania's.
00:05:46: Der Dezember twohundneinzig liegt in einer seltsamen Übergangszeit.
00:05:50: Amerika befindet sich kurz nach dem Ende des kalten Kriegs.
00:05:54: Bill Clinton hat wenige Wochen zuvor die Präsidentschaftswahl gewonnen, im Radiolaufen Whitney Houston, Ari-M oder Nirvana und in vielen Haushalten steht Weihnachten bevor wie jedes Jahr.
00:06:04: Einkaufsstress vermieren Besuche Schulferien.
00:06:07: Das Internet spielt im Alltag praktisch keine Rolle.
00:06:10: Mobiltelefone existieren zwar sind aber teuer und selten.
00:06:14: Wer morgens nicht auftaucht, hinterlässt keine letzte Online-Aktivität.
00:06:18: Keine Standortdaten, keine Nachrichtenkette.
00:06:20: Menschen verschwinden in dieser Zeit
00:06:22: anders.".
00:06:24: Mitten in der Welt lebt Christy Myrick.
00:06:26: Sie wird am dritten November nineteenhundertsechzig als Tochter von Vincent J. Myrick und Geraldine Kathleen Patrick Myrick genannt Jerry geboren und wächst im Bundesstaat Pennsylvania auf – In Shemokin, in Northumberland County.
00:06:41: Freunde und Angehörige beschreiben sie später als familiennah, organisiert und eher zurückhaltend.
00:06:46: Schon als Kind entscheidet sie sich für den Lehrberuf und studiert Grundschulpädagogik an der Millersville University.
00:06:53: Anfang der neunzelter Jahre beginnt sie als Lehrerin zu arbeiten.
00:06:56: Sie ist twenty-fünf Jahre alt und arbeitet an der Rorrestown Elementary School einer Grundschule westlich von Lancaster.
00:07:04: Kolleginnen und Kollegen beschreiben sie später als ruhig, freundlich und zuverlässig.
00:07:08: Als jemanden der mit Kindern geduldig umgeht und schnell Teil der Gemeinschaft geworden ist.
00:07:13: Sie lebt in einer Mitbewohnerin in einem Townhouse im East Lempeter Township nicht weit von der Schule entfernt.
00:07:19: Vieles an ihrem Alltag war vermutlich typisch für eine junge Lehrerin Anfang der neunziger Jahre wenig Luxus viel Arbeit, frühe Morgenstunden oder ein sozialer Kreis der stark aus Kolleginnen Familie und Bekannten aus der Gemeinde besteht.
00:07:33: Darum trete sich ihre Welt.
00:07:35: Wer sich fortlos aus dieser Zeit ansieht, erkennt keine Person die auffallen möchte.
00:07:40: Christie trägt häufig große Pullover, schlichte Kleidung – die Frisuren der frühen neunziger Jahre!
00:07:45: Sie wirkt eher wie jemand, die anderen zuhört bevor sie selbst spricht.
00:07:49: An der Rorristown Elementary School stehen die Weihnachtsferien kurz bevor.
00:07:54: In amerikanischen Grundschulen bedeutet das Anfang der neunzeiger Jahre oft Bastelstunden kleine Feiern, winterliche Dekorationen an den Türen und Kinder, die innerlich längst nicht mehr im Unterricht sitzen.
00:08:04: Lehrkräfte organisieren kleine Geschenke, letzte Tests vor den Ferien und Veranstaltungen für Eltern.
00:08:10: Auch ja Alltag wirkt nach außen geordnet.
00:08:12: Christi geht regelmäßig zur Arbeit, hält Kontakt zu Familie und Freunden und bewegt sich in einem Umfeld das viele Menschen damals als sicher empfinden.
00:08:20: Gerade das prägt die Reaktion der Gemeinde später so stark!
00:08:23: Der Gedanke dass eine junge Lehrerin wenige Tage vor Weihnachten in ihrem eigenen Zuhause getötet wird passt nicht in das Bild, dass man von Lancaster County gewinnt.
00:08:32: In den ersten Stunden nach ihrem Verschwinden reagieren deshalb viele Menschen nicht mit Angst, sondern mit Irritation.
00:08:37: Kolleginnen wundern sich warum sie nicht erscheint.
00:08:40: Freunde versuchen Sie zu erreichen.
00:08:41: Es gibt zunächst keinen Grund an einen Gewaltverbrechen zu denken.
00:08:44: Christi ist keine Person über die Gerüchte kursieren Keine bekannte Bedrohung, keine öffentliche Exklation keine Geschichte die in den Augen anderer auf eine Katastrophe zuläuft.
00:08:54: Dadurch verändert der Fall die Stimmung dagegen so nachhaltig.
00:08:56: Denn als die Nachricht sich verbreitet, geht es nicht nur um die Frage wer Christi Merrick getötet hat – es geht plötzlich auch um etwas anderes!
00:09:04: Um das Gefühl dass selbst ein scheinbar völlig normaler Alltag innerhalb weniger Stunden zerbrechen kann.
00:09:12: Der twenty-december nineteenhundertzehnundneunzig ist ein Montag.
00:09:16: Wenige Tage vor Weihnachten.
00:09:18: An der Rostown Elementary School laufen die letzten Unterrichtstage vor den Ferien.
00:09:22: Viele Kinder bringen kleine Geschenke mit, Klassenräume sind dekoriert, Lehrkräfte bereiten Weihnachtsaktivitäten vor.
00:09:28: Christi Murik müsste an diesem Morgen eigentlich längst dort sein.
00:09:33: Lehrerinnen und Lehrer amerikanischer Grundschulen beginnen ihren Arbeitstag oft deutlich vor Unterrichtsbeginn.
00:09:38: Materialien werden vorbereitet, Tafeln beschrieben, Anwesenhetzelisten kontrolliert.
00:09:43: Als Christi nicht erscheint reagieren Kolleginnen zunächst nicht panisch.
00:09:47: Anfang der neunzeiger Jahre bedeutet Nicht-Erreichbarkeit noch etwas anderes als heute.
00:09:51: Es gibt keine Smartphones, kein Messenger und keine Möglichkeit spontan den Standort einer Person nachzuvollziehen.
00:09:57: Wenn jemand nicht ans Telefon geht, bleibt zunächst nur
00:10:00: Unsicherheit.".
00:10:02: Mit der Zeit wird aus dieser Eritation unruhe.
00:10:05: Christie gilt als zuverlässig – sie meldet sich normalerweise wenn etwas dazwischenkommt.
00:10:09: Schuldirektor Harry Goodman versucht fünf Mal, sie zu erreichen.
00:10:13: Ihre Mitbewohnerin verließt das Haus bereits gegen sieben Uhr.
00:10:16: Christie macht sich normalweise zwischen sieben uhrdreißig und sieben ohrfünfundviertzig auf den Weg.
00:10:21: Als Goodman auch über Gary, Christie's Mutter, nichts in Erfahrung bringen kann versucht er ruhig zu bleiben und fährt schließlich zu ihrem Townhouse im East Lempeter Township.
00:10:31: Das Gebäude liegt in einer typischen Bodenlage jener Zeit.
00:10:35: Mehrere ähnliche Townhouses dicht nebeneinander kleine Eingangsbereiche Parkplätze direkt vor den Häusern und nur wenig Abstand zwischen Nachbarschaften und Privatleben.
00:10:43: Christies Wohnung erstreckt sich über mehrere Ebenen.
00:10:46: unten befinden sich Wohnbereich und Küche die Schlafzimmer liegen im oberen Stockwerk Menschen wohnen Wand an Wand, Autos stehen nur wenige Meter entfernt.
00:10:56: Trotzdem ahnt zu least niemand was sich an diesem Morgen in der Wohnung abspielt.
00:11:00: Erst später berichten zwei Nachbarn sie hätten zwischen etwa Sieben Uhr zehn und sieben Uhr zwanzig einen plötzlichen Schrei gehört.
00:11:07: Goodman findet ihren vereisten Wagen vor die Haustür ist leicht angelehnt.
00:11:11: er weiß sofort dass etwas nicht stimmt.
00:11:14: Er ruft mehrmals Ihren Namen.
00:11:16: durch die geöffnete Tür verschafft er sich Zugang zum Haus.
00:11:20: Als er das Wohnzimmer betritt Sieht er sie.
00:11:24: Christi Merrick liegt dort, sie trägt ihren Mantel und Handschuhe als wollte sie gerade aufbrechten bereit für den Arbeitstag.
00:11:32: Spätere Ermittlungsberichte und Gerichtsunterlagen zeigen dass sie massiv angegriffen wurde.
00:11:37: der Täter vergewaltigt sie und tötet sich schließlich durch Strangulationen.
00:11:42: in der Wohnung finden ermittler deutliche Hinweise auf einen heftigen Kampf spuren auf dem Boden ein höllsteres Schneidebrett das nach Angaben der Ermittler als Tatwaffe benutzt wurde.
00:11:51: Auch Details im Raum deuten darauf hin, wie plötzlich die Situation eskaliert sein muss.
00:11:56: Ermittler finden persönliche Gegenstände und Vorbereitungen für den bevorstehenden Arbeitstag.
00:12:00: Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass der Angriff in kurzer Zeit eine völlige Kontrolle über die Wohnung übernimmt.
00:12:06: Der Kontrast zwischen gewöhnlichem Alltag- und extremer Gewalt prägt später viele Berichte über den Fall.
00:12:11: Und diese Spuren werden später wichtig!
00:12:14: Der Tatort vermittelt Ermittlern früh den Eindruck das Christie ihren Angreifer nicht einfach widerstandslos überraschen ließ.
00:12:20: Vieles deutet darauf hin, dass sie um ihr Leben kämpfte.
00:12:23: Gleichzeitig entsteht kein Bild eines langen geplanten Eindringens.
00:12:26: Raub scheint für Ermittler früh nicht im Vordergrund zu stehen.
00:12:30: Auch später finden Sie keine überzeugenden Hinweise darauf das Entdiebstahl des eigentliche Motiv gewesen sein könnte.
00:12:36: Die Polizei beginnt noch am selben Morgen mit der Spurensicherung.
00:12:39: Für twoinzehntezweiundneunzig ist der Tatort in forensischer Hinsicht bedeutend weil er Täter biologisch Spuren hinterlässt die grundsätzlich auswertbar sind.
00:12:47: Allerdings steckt moderne DNA-Fohrensäge damals noch vergleichsweise am Anfang.
00:12:52: Die ersten US-Gerichte haben den A beweise erst wenige Jahre zuvor umfassend akzeptiert, nationale Datenbanken existieren noch nicht in ihrer späteren Größe und viele Verfahren dauern deutlich länger als heute.
00:13:04: Trotzdem erkennen Ermittler früh dass genau diese Spuren später entscheidend werden könnten.
00:13:08: Ermittlersichern Kleidung, Tatortspuren und biologische Rückstände aus der Wohnung geben sie an Labore weiter.
00:13:14: Parallel dazu beginnt die klassische Ermittlungsarbeit.
00:13:17: Nachbarn befragen, Telefonnummern prüfen, Bewegungen rekonstruieren, mögliche Kontakte identifizieren.
00:13:25: Mehrere Menschen aus Christie's Umfeld beschreiben später wie schnell sich die Nachricht in Lancaster County verbreitet.
00:13:30: Der Mord an einer jungen Grundschullehrerin kurz vor Weihnachten entwickelt beinahe sofort enorme Aufmerksamkeit.
00:13:36: Eltern reagieren verunsichert, Kolleginnen der Schule stehen unter Schock und lokale Medien berichten früh über den Fall.
00:13:43: Viele erinnern sich gerade an die Kombination aus Brutalität und Alltäglichkeit.
00:13:47: Kein abgelegener Ort, kein unbekanntes Opfer irgendwo entlang einer Fernstraße sondern eine junge Lehrerin in einer Wohnsiedlung mitten in einer Gemeinde, die sie selbst als sicher wahrnimmt.
00:13:57: Früh steht fest das sexuelle Gewalt Teil der Tat ist.
00:14:01: Dadurch entsteht für Ermittler zwar eine wichtige forensische Spur aber noch keinen konkreter Täter.
00:14:05: Darin liegt Anfang der neunziger Jahre eines der größten Probleme solcher Fälle.
00:14:10: Eine DNA-Spur hilft nur dann unmittelbar weiter, wenn bereits ein Vergleich existiert oder jemand gezielt überprüft wird.
00:14:17: Die ersten Stunden der Ermittlungen konzentrieren sich deshalb stark auf das unmittelbare Umfeld – wer kannte Christie?
00:14:23: Wer wusste wo sie wohnte?
00:14:25: Gab es Beziehungen, Konflikte, auffällige Begegnungen?
00:14:28: Ermittler sprechen mit Kolleginnen, Nachbarn, Freunden und Familienmitgliedern.
00:14:32: Gleichzeitig versuchen Sie die letzten bekannten Stunden ihres Lebens zu rekonstruieren!
00:14:36: Relativ früh entsteht dabei ein Bild, das den Fall für die Gemeinde noch schwerer begreifbar macht.
00:14:41: Es gibt keine bekannte akute Bedrohung, keine offensichtliche Verbindung zur organisierten Kriminalität und zunächst keinen klaren Hinweis darauf, warum Christie Merrick zum Ziel des Täters wurde.
00:14:52: Aus den späteren Aussagen entsteht das Bild einer jungen Lehrerin mit geregeltem Alltag Weihnachtsgeschenken für Schülerinnen, Schüler- und Kolleginnen sowie Plänen für die Feiertage.
00:15:01: Diese Normalität verändert die Atmosphäre der Ermittlung spürbar Denn wenn ein Verbrechen nicht erklärbar wirkt, beginnt eine Gemeinde oft sich selbst neu zu betrachten.
00:15:10: Türen werden plötzlich abgeschlossen Nachbarn achten stärker auf fremde Autos Eltern reagieren sensibler darauf wann ihre Kinder allein unterwegs sind Und über allem steht bereits nach wenigen Tagen dieselbe Frage Werbetritt am frühen Morgen kurz vor Weihnachten das Haus einer twenty-fünfjährigen Lehrerin tötet sie und verschwindet danach scheinbar spurlos Die ersten Wochen nach dem mordverlaufenden Lenkester County mit einer Mischung aus enormer Aufmerksamkeit und wachsender Frustration.
00:15:41: Der Fall ist überall präsent, lokale Zeitungen berichten regelmäßig über neue Ermittlungsansätze Menschen sprechen in Schulen, Kirchen und Supermärkten darüber Und gleichzeitig fehlt von Anfang an das was viele bei schweren Gewaltverbrechen erwarten Ein klar erkennbarer Verdächtiger!
00:15:56: Die Polizei arbeitet den Fall in den Monaten nach der Tat mit erheblichen Aufwand auf.
00:16:01: Ermittler führen zahlreiche Befragungen durch, überprüfen Hinweise aus der Bevölkerung, rekonstruieren Christie's Kontakte und beschäftigen sich intensiv mit ihrem privaten Umfeld.
00:16:11: Gerade weil der Angriff in Ihrem Zuhause stattfindet, konzentrieren sich viele Überlegungen zunächst auf jemanden, der sie gekannt haben könnte.
00:16:18: Dafür spricht aus Sicht der Ermittlerin vor allem ein Punkt – es gibt keine Hinweise auf gewaltsames Eindring.
00:16:24: Deshalb erscheint lange denkbar dass Christie den Täter kannte oder ihn zumindest die Tür öffnete.
00:16:29: Viele Ermittlungen bei Tötungsdelikten beginnen genau dort, im direkten Umfeld des Opfers.
00:16:34: Doch je länger die Ermittlung dauern, desto deutlicher zeigt sich ein Problem – zwar überprüfen Ermittler zahlreiche Personen aus Christie's Umfeld doch keine Spur für zu einem überzeugenden Täter.
00:16:44: Ermittlern überprühen Männer aus Christies Umfeld gleichen Alibis ab und ziehen Personen heran, die durch frühere Delikte oder auffälliges Verhalten bereits in Polizeidaten auftauchen.
00:16:54: Auch DNA-Verkleiche werden durchgeführt aber die Spur führt immer wieder ins Leere.
00:16:59: Kein Verdächtiger passt vollständig zum Tatbild, kein Abgleich liefert einen Treffer.
00:17:03: Keine Zeugenaussage bringt eine klare Richtung.
00:17:05: Gerade in den Neunzigerjahren bedeutet das für viele Cold Cases eine enorme Schwierigkeit.
00:17:10: Moderne Kriminalfälle werden heute auf der Rückblickend durch Überwachungskameras digitale Kommunikation oder Bewegungsdaten rekonstruiert.
00:17:18: Zweiundneinzig existiert davon fast nichts – wer sich an einem frühen Wintermorgen durch Lenkester County bewegt hinterlässt kaum digitale Spuren!
00:17:25: Weder Handydaten, noch GPS-Standorte, noch private Kameras an Haustürn.
00:17:30: Hinzu kommt ein zweites Problem – der Täter scheint nicht in das Bild zu passen, dass die Ermittlungen zunächst erwarten!
00:17:37: Viele Gewaltverbrechen entstehen statistisch innerhalb bestehender Beziehungen oder Konflikte.
00:17:42: Partner-, Expartner-, bekannte oder Menschen aus unmittelbarer Nähe tauchen deshalb früh in Ermittlung auf.
00:17:48: Später zeigt sich jedoch wie trügerig diese erste Fokus sein kann.
00:17:51: Der Mann, dessen DNA schließlich zum Fall passt ist jemand bei dem Ermittler und Familie zunächst nicht einmal sicher wissen ob Christi Myrick ihn überhaupt je getroffen hatte.
00:18:00: Gleichzeitig steckt auch die DNA-Fohrensig in einer Phase, die heute fast fremd wirkt.
00:18:04: Ermittlern besitzen zwar biologisches Material des Täters aber nationale Datenbanken befinden sich noch im Aufbau.
00:18:10: viele Bundesstaaten arbeiten mit deutlich kleineren Vergleichssystemen Und ein DNA Profil hilft praktisch nur dann weiter wenn die betreffende Person bereits erfasst wurde oder gezielt getestet wird.
00:18:19: Damit entsteht ein seltsamer Zustand.
00:18:22: Die Polizei besitzt über Jahre hinweg eine reale Spur zum Täter und kann sie trotzdem keinem Namen zuordnen.
00:18:28: Die Ermittlungen laufen deshalb weiter.
00:18:30: Genweise werden erneut geprüft, Akten ergänzt, einzelne Männer geraten zeitweise stärker in den Fokus – doch immer wieder fehlt derselbe letzte Schritt ein belastbarer Beweis!
00:18:42: Währenddessen verändert sich außerhalb desfalls die Welt radikal.
00:18:45: Als Christie-Murray-Knowtow-sir-two-undneinzig ermordet wird, steckt das öffentliche Internet noch in den Anfängen.
00:18:50: Viele amerikanische Haushalte besitzen keinen Computer, Mobiltelefone gelten eher als Geschäftsgeräte und genetliche Datenbanken existieren nur in sehr begrenzter Formen.
00:19:00: In den folgenden Jahren werden DNA-Analösen präziser – Das CODIS System wächst!
00:19:04: Und Ermittler erhalten neue Möglichkeiten alte biologische Spuren erneut auszuwerten.
00:19:09: Auch der Fall Mirick wird ab den Jahr mit modernen DNA-Methoden und neuer genealogischer Recherche erneut intensiv bearbeitet.
00:19:17: Der Fall Christi Mirick bewegt sich durch all diese Veränderungen hindurch, ohne gelöst zu werden.
00:19:23: Mit jedem weiteren Jahr verhindert sich dadurch auch die Wahrnehmung des Falses.
00:19:27: Anfangs hoffen viele Menschen in Lancaster County noch auf eine schnelle Aufklärung – später wird am Mord an Christi mirrick zunehmend zu einem jener Fälle die scheinbar dauerhaft ungelöst bleiben!
00:19:37: Ein Name der bei Jahrestagen wieder auftaucht, ein Foto aus den frühen neunziger Jahren.
00:19:41: Eine Akte voller Interviews, DNA-Proben und Sackgassen.
00:19:46: Auch für Ermittler entsteht daraus eine besondere Form von Frustrationen.
00:19:49: Sie besitzen keinen anonymen Mythos und keine reine Vermutung.
00:19:52: Sie Besitzen biologische Spuren eines realen Täters.
00:19:55: Irgendwo existiert ein konkreter Mensch dessen DNA bereits seit nineteeninzehn zweiundneinzig in den Akten liegt.
00:20:01: Aber solange diese Spur keinem bekannten Bruch viel zugeordnet werden kann bleibt sie stumm Während Lancaster County sich verändert, neue Wohngebiete entstehen und die neunziger Jahre in den frühen Zweitausender übergehen, gerät der spätere Täter nach den öffentlichen bekannten Ermittlungsdarstellungen nie dauerhaft in den Mittelpunkt der Untersuchungen.
00:20:19: Kein spektakulärer Serienmörder!
00:20:21: Kein flüchtiger Fremder mit internationaler Fahndung – kein Mann dessen Gesicht regelmäßig im Nachrichtensendungen auftaucht.
00:20:28: Eher jemand, der es schafft innerhalb des normalen Alltags unsichtbar zu
00:20:32: bleiben.".
00:20:33: Parallel passiert außerhalb der Polizeiarbeit etwas, das zunächst überhaupt nichts mit Mordermittlungen zu tun hat.
00:20:39: Immer mehr Menschen beginnen freiwillig ihre eigene Herkunft analysieren zu lassen wegen Familiengeschichten, Ahnenforschung und der Frage woher Ihre Vorfahren ursprünglich kamen.
00:20:50: Hier verlassen wir kurz Lancaster County und schauen uns etwas an dass Anfang der neunziger Jahre noch wie es Science Fiction geklungen hätte.
00:20:57: Svea erzählt uns, warum plötzlich Millionen Menschen freiwillig ihre DNA analysieren lassen und weshalb Ahnenforschung irgendwann beginnt echte Kriminalfälle zu verändern.
00:21:32: Grabsteine, Einwanderungslisten, alte Briefe und Volkszählung.
00:21:37: Wer genealogisch arbeitet sucht zunächst nicht nach einem Täter sondern nach Verbindung.
00:21:44: Wer war wessen Kind?
00:21:45: Wer heiratzt in welche Familie ein?
00:21:48: Wer zieht weg?
00:21:48: Wer taucht plötzlich in einem anderen Bundesstaat auf?
00:21:51: Ein Stammbaum ist deshalb nie nur eine hübsche Zeichnung mit Namen.
00:21:55: Er ist ein Netz aus Orten, Daten, Geburten, Toten – und manchmal auch aus Lücken!
00:22:02: Klassische Ahnenforschung funktioniert lange fast vollständig über Papier.
00:22:07: Man sitzt in Archiven, liest alte Handschriften, sucht Schreibvarianten von Namen, vergleicht Jahreszahlen und versucht aus verstreuten Dokumenten eine Linie zu bauen.
00:22:18: Europa führen solche Spuren oft in Kirchenbücher – in den USA sehr häufig Inzensusdaten.
00:22:25: dazu kommen Passagierlisten, Landokunden, Militärunterlagen- und Zeitungsarchive.
00:22:31: Das klingt trocken, aber darin liegt eine enorme erzählerische Kraft.
00:22:35: Eine Familie wird nicht als Gefühl rekonstruiert sondern als Spur im Verwaltungsapparat.
00:22:42: Jede Geburt jede Adresse jeder Heirat kann plötzlich wichtig werden.
00:22:47: Mit dem Internet verändert sich diese Arbeit massiv.
00:22:51: Archive werden digitalisiert Suchmaschinen machen alte Zeitungen durchsuchbar Genealogische Plattformen sammeln Stammbäume von Millionen Nutzerinnen und Nutzern.
00:23:02: Aus der einsamen Archivarbeit wird eine vernetzte Suche.
00:23:06: Menschen stellen ihre Stamm Bäume online, andere korrigieren, ergänzen, verknüpfen.
00:23:13: Dadurch entsteht etwas das früher kaum möglich war – eine Art kollektives Gedächtnis von Familienlinien oft fehlerhaft manchmal überraschend präzise aber auf jeden Fall riesig!
00:23:27: Der nächste Schritt verändert aber alles.
00:23:30: Menschen schicken Speichelproben an Unternehmen, die direkte Gen-Tests wie Verbraucher anbieten.
00:23:36: Man bestellt ein Kit, spuckt in einen Röhrchen, schickt es zurück und bekommt einige Wochen später eine Auswertung.
00:23:43: Solche Tests werden als Direct to Consumer Genetik Testing bezeichnet und sie laufen also nicht über eine Ärztin, nicht über ein Krankenhaus sondern direkt zwischen Unternehmen und Kunden oder Kunde.
00:24:00: Für die meisten Menschen ist das zunächst kein forensischer Gedanke, sie wollen wissen ob ihre Familie wirklich aus ihr Land stammt?
00:24:07: Ob der Urgroßvater vielleicht doch nicht aus Polen kam?
00:24:11: Ob irgendwo skandinavische oder italienische Vorfahren auftauchen?
00:24:15: Manche suchen unbekannte Elternteile halbgeschwister- oder biologische Verwandte nach Adoption.
00:24:22: andere klicken einfach aus Neugier.
00:24:24: Herkunft wird dadurch zu etwas, das scheinbar gemessen wird.
00:24:28: Technisch geht es bei vielen dieser Tests nicht darum, das gesamte Genom eines Menschen vollständig zu lesen.
00:24:35: Häufig werden bestimmte Stellen im Erbgut untersucht – sogenannte SNPs, also einzelne genetische Varianten die von Mensch zum Mensch unterschiedlich sein können.
00:24:47: Gene Reviews beschreibt autosommale DNA-Tests als Verfahren, auf den Chromosom eins bis zwanzig und auf dem X-Chromosom schauen können.
00:25:00: Diese Marker reichen nicht aus, um einen Menschen in jede Einzelheit genetisch zu beschreiben – aber sie reichen aus, Um Verwandtschaftsmuster zu erkennen!
00:25:10: Das Prinzip dahinter ist erstaunlich einfach und gleichzeitig sehr mächtig.
00:25:15: Verwandte teilen DNA Abschnitte weil sie gemeinsame Vorfahren haben.
00:25:19: Je näher die Verwandschaft, desto länger und zahlreicher sind diese gemeinsamen Abschnitten.
00:25:25: Eltern und Kinder teilen ungefähr die Hälfte ihrer DNA.
00:25:29: Geschwister ebenfalls etwa die hälfte, Großeltern und Enkel ungefähr ein Viertel.
00:25:34: Bei Cousins und Cousinen und weiter entfernten Verwandten werden die gemeinsamen Abschnitte kleiner und unregelmäßiger – aber sie verschwinden nicht sofort!
00:25:44: Ein DNA-Test kann also nicht nur sagen «die Person ist deine Mutter», er kann auch Hinweise geben wie.
00:25:51: Diese Person könnte ein Cousin zweiten Grades sein oder jemand aus einer verwandten Linie.
00:25:57: Für normale Ahnenforschung ist genau das faszinierend!
00:26:01: Eine unbekannte Verbindung taucht auf, dann beginnt die eigentliche Arbeit und schaut nicht nur auf Gene sondern wieder auf Namen, Orte, Heiraten, Geburtsdaten.
00:26:12: DNA liefert eine Spur.
00:26:14: Genialogie baut daraus eine Geschichte.
00:26:18: Erst beides zusammen ergibt ein belastbares Bild.
00:26:21: Hier liegt auch der Unterschied zwischen Herkunftsschätzung und Verwandtschaftszuche.
00:26:26: Wenn ein Anbieter sagt, jemand habe einen bestimmten Anteil britischer, deutscher oder südeuropäischer Herkünfte dann ist das eine statistische Zuordnung anhand von Vergleichsgruppen.
00:26:37: Sie kann sich ändern wenn Datenbanken wachsen oder Algorithmen angepasst werden.
00:26:42: Eine Verwandtschaftszuche funktioniert konkreter.
00:26:45: Zwei Menschen teilen bestimmte DNA-Abschnitte und daraus lässt sich eine wahrscheinliche genealogische Beziehung ableiten.
00:26:52: Herkunft ist also eher eine Karte mit Wahrscheinlichkeiten, Herr Mannschaft ist eine Spur zwischen Personen.
00:26:59: Ein besonders spannender Nebeneffekt solcher Teste führt viel weiter zurück als jedes Kirchenbuch.
00:27:05: Viele Menschen tragen heute DNA von neanderthalern in sich.
00:27:09: Das klingt zunächst wie ein kurioser Werbesatz aus einem Testbericht, ist aber ein Ergebnis moderner Paleogenetik.
00:27:16: Forschung am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und andere Einrichtungen zeigen dass heutige Menschen außerhalb Afrikas einen kleinen Anteil ihres Genoms von der Andertaler geerbt haben.
00:27:30: Das liegt daran das frühe Homo sapiens Gruppen nach ihrer Ausbreitung aus Afrika auf die Andertala trafen und sich mit ihnen vermischten.
00:27:39: Der Anteil ist klein, aber real.
00:27:41: Smithsonian nennt für nichtafrikanische heutige Menschen etwa ein bis vier Prozent neuer andertaler Anteil abhängig von Population und Brechen.
00:27:52: Max-Planck-Darstellung tatieren wichtige Vermischungsereignisse grob in einem Zeitraum vor mehreren zehntausend Jahren.
00:27:59: Das bedeutet, in vielen heutigen Menschen steigt ein genetischer Rest einer anderen Menschenform die längst ausgestorben ist.
00:28:07: Das ist keine romantische Uhrzeit-Fantasie, es ist ein messbares Segment im Erbgut.
00:28:13: Für eine Folge über einen Cold Case ist dieser Gedanke interessant weil er zeigt wie weit Genealogie zeitlich greifen kann.
00:28:21: Die selbe biologische Logik die nahe Verwandtschaft sichtbar macht kann in einer Form auch uralte Begegnungen zwischen Menschengruppen nachweisen.
00:28:29: DNA ist kein Tagebuch.
00:28:32: sie erzählt nicht von allein Aber sie bewahrt Spuren von Beziehung und manche dieser Beziehungen liegen Jahrzehnte zurück, andere Zehntausende Jahre.
00:28:42: In der privaten Anforschung bleibt das zunächst harmlos und manchmal sogar schön.
00:28:47: Jemand findet eine Cousine, von der er nichts wusste.
00:28:51: Eine adoptierte Person entdeckt biologische Geschwister.
00:28:55: Eine Familiengeschichte die immer nur als Gerücht erzählt wurde bekommt plötzlich eine belegbare Spur.
00:29:02: Gleichzeitig entstehen Risiken.
00:29:04: DNA verrät nicht nur etwas über die Person, die den Test macht.
00:29:08: Sie verrät immer auch etwas über biologische Verwandte, die vielleicht nie zugestimmt haben.
00:29:14: Seine Daten hoch lädt also nicht nur ein persönliches Profil offen sondern indirekt Teile eines familiären Netzes.
00:29:23: An dieser Stelle beginnt die Verbindung zu Kriminalistik.
00:29:26: Forensische Genealogie nutzt nicht einfach dieselbe Methode wie ein klassischer DNA-Abgleich in einer Polizeidatenbank.
00:29:34: Bei einem klassischen Abgleich sucht man nach einem direkten Treffer, Tatortprofil gegen bekannte Straftäterprofile.
00:29:41: Entweder die Person ist in der Datenbank oder sie ist es nicht.
00:29:45: Genealogische Suche funktioniert anders – Sie sucht nach Verwandten.
00:29:50: wenn ein unbekanntes Tatortprofil mit einer Person in einer öffentlichen oder teilöffentlichen Genealogiedatenbank übereinstimmt, bedeutet das nicht automatisch dass diese Person der Täter ist.
00:30:02: Es bedeutet irgendwo in diesem Familienzweig könnte die gesuchte Person liegen.
00:30:08: dann beginnt eine mühsame Arbeit.
00:30:10: Genealoginnen und Ermittler bauen Stammbäume rückwärts und wieder vorwärzt.
00:30:15: Sie suchen gemeinsame Vorfahren.
00:30:17: der DNA-Treffer verfolgen deren Kinder, Enkel, Urenkel.
00:30:21: Gleich in Alter, Geschlecht, Wohnorte, Lebensdaten und mögliche Aufenthaltsorte zur Tatzeit ab.
00:30:28: Aus einem entfernten Kürser kann so über viele Zwischenschritte eine kleine Gruppe möglicher Personen werden.
00:30:35: Erst danach kommen klassische Ermittlungen zurück ins Spiel.
00:30:39: Alibi, Wohnort, Gelegenheit – und am Ende ein direkter DNA-Gleich mit einer Probe der konkreten Zielpersonen.
00:30:48: Das ist wichtig, weil forensische Genealogie keinen Gerichtssaal ersetzt.
00:30:54: Sie liefert meistens ein Ermittlungsansatz – Ein Name, eine Richtung, einen Kreis!
00:30:59: Der eigentliche Beweis muss danach weiterhin sauber ermittelt werden.
00:31:04: Parabon beschreibt genetische Genealogie genau als Kombination aus genetischer Analyse und traditioneller genealogischer Recherche die helfen kann unbekannte Tote zu identifizieren oder auf die wahrscheinliche Identität eines Täters hinzuweisen.
00:31:21: Der Hinweis ist nicht das Urteil.
00:31:24: In den USA wird diese Methode schlagartig bekannt, als der mutmaßliche Golden State Killer verhaftet wird.
00:31:33: Ermittler hat ein DNA aus alten Tatorten mit genealogischen Daten verknüpft und darüber Verwandtschaftslinien aufgebaut.
00:31:41: Plötzlich versteht eine breite Öffentlichkeit, dass ein Mensch auch dann aufwindbar werden kann wenn er selbst nie einen Test gemacht hat.
00:31:50: Es kann reichen das entfernte Verwandte ihre Daten hochlernen.
00:31:54: Damit kippt die Wahrnehmung.
00:31:56: für die einen ist es ein Durchbruch im Kampf gegen jahrzehntelalte Morde und Vergewaltigung vor anderen ist es Ein massive Eingriff in genetische Privatsphäre.
00:32:07: Denn DNA ist anders als ein Passwort oder eine Adresse.
00:32:10: Man kann sie nicht einfach ändern.
00:32:12: Sie verbindet Menschen miteinander, auch gegen ihren Willen.
00:32:16: Wer eine Datei hoch lädt, trifft nie nur eine Entscheidung über sich selbst.
00:32:21: Gerade deshalb sind die Regeln rund um solche Datenbanken nach dem Jahr im Jahr ist immer wieder verändert worden.
00:32:27: Plattform wie GED Match geraten in den Mittelpunkt der Debatte weil sie nicht nur Hobbygenialogen sondern auch Ermittlern neue Möglichkeiten eröffnen.
00:32:39: Nach öffentlichen Diskussionen werden Zugriffsbedingungen angepasst.
00:32:42: Nutzerinnen und Nutzer müssen in bestimmten Fällen ausdrücklich zustimmen, ob ihre Profile für Ermittlungswecke sichtbar sein sollen.
00:32:50: Trotzdem bleibt das Grundproblem bestehen.
00:32:53: Eine Technik die Familien verbinden soll kann auch Menschen identifizieren, die nie gefunden werden wollten.
00:33:00: Für Code Cases ist diese Entwicklung enorm!
00:33:03: Jahrzehnte lang konnten Ermittler mit DNA-Spuren nur hoffen, dass ein Täter erneut auffällt.
00:33:09: Verhaftet wird und in eine Datenbank gelangt.
00:33:12: Genealogische Suche dreht diese Logik um.
00:33:15: Sie wartet nicht mehr auf den Täter selbst – sie sucht seine Familie!
00:33:19: Und das verändert die Bedeutung alter Tatortspuren.
00:33:22: Ein Röhrchen?
00:33:23: Eine Probe?
00:33:24: Ein konserviertes biologisches Profil aus den Neunzigerjahren ist plötzlich nicht mehr nur ein stimmer Beweis.
00:33:31: Es wird zu einem Eingang in einem Stammbaum.
00:33:33: Deshalb wird Anforschung in den Zwei-Tausendzehnerjahren für Kriminalistik so wichtig, nicht weil Stammbäume plötzlich mystisch wären sondern weil sie etwas leisten was klassische Datenbanken lange nicht leisten konnten.
00:33:47: Sie verbinden unbekannte DNA mit realen Familienlinien und aus Familienlinie werden irgendwann Namen, Adressen und Lebensgeschichten.
00:33:56: Für die Angehörigen ungelöster Fälle ist das schwer zu überschätzen.
00:34:01: Ein Cold Case lebt oft von einer grausamen Spannung.
00:34:05: Es gibt Spuren aber keine Antwort, es gibt Erinnerungen aber keine Richtung.
00:34:09: Forensische Genealogie verspricht nicht jeden Fall zu lösen.
00:34:14: Viele Proben sind so schlecht viele Datenbanken zu klein, viele Stammbäume zu kompliziert Aber sie verändert das Verhältnis zur Zeit.
00:34:22: Eine Spur die dreißig Jahre lang nicht gereicht hat kann plötzlich widersprechen weil die Welt um sie herum größer geworden ist.
00:34:31: Und damit sind wir zurück bei Christine Mirac, denn ihr Fall gehört zu genau jener Generationen von Verbrechen die zu früh geschehen um digital rekonstruiert zu werden.
00:34:41: Aber spät genug das biologische Spuren erhalten bleiben.
00:34:45: Lange gibt es keinen Namen zu dieser Spur.
00:34:48: dann verändert sich nicht der Morgen des einundzwanzigsten Dezember neunzehnundzweiundneunzig.
00:34:53: Es verändert sich die Welt in der man nach diesem Namen suchen
00:34:56: kann.
00:35:01: Seit den frühen, neunzehntneinziger Jahren begegnen viele Menschen in Lancaster County immer wieder demselben Mann.
00:35:07: Mal auf Hochzeiten, mal auf Stadtfesten, mal bei Schulveranstaltungen oder privaten Feiern.
00:35:12: Die meisten kennen ihn unter einem Künstlernamen DJ Freeze.
00:35:16: Hinter diesem Namen steckt Raymond Charles Rowe.
00:35:20: Er wird neunzenundsechzig geboren und wächst in Pennsylvania auf.
00:35:24: Wer sich Fotos oder Werbematerial aus den zwei Tausender und Zehner Jahren ansieht, erkennt schnell die Figur, die Rowe öffentlich verkörpert.
00:35:32: Schwarzes Haar gestylt mit Haargiel, gepflegter drei Tagebart, lockere schwarze Kleidung.
00:35:38: Er wirkt wie jemand der gelernt hat Veranstaltungen präsent zu begleiten ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.
00:35:45: Das ist ein wichtiger Unterschied – DJ Freeze ist kein lokaler Rockstar, kein landesweit bekannter Entertainer, eher eine feste Größe innerhalb regionalen Veranstaltung.
00:35:56: Hochzeiten, Firmen feiern.
00:35:57: Schulveranstaltungen, private Partys, Tanzabende, kleinere öffentliche Events – genau diese Art von Dienstleistung sorgt dafür, dass Menschen ihn über Jahre immer wieder sehen!
00:36:07: Er arbeitet professionell.
00:36:09: Mehrere Berichte beschreiben Rowe als entgegenkommt, beliebt, freundlich und routiniert im Umgang mit Gästen.
00:36:16: Seine Firma bewirbt Veranstaltungs- und moderner Lichttechnik, Musikpaketen und Moderationen.
00:36:20: Auch Fotos steht er oft lächelnd zwischen Familien, Brautbahnen oder Kindern.
00:36:24: Diese Normalität prägt den Eindruck, den viele Menschen von ihm haben.
00:36:28: Denn Ro bewegt sich nicht am Rand der Gesellschaft – er lebt mitten darin!
00:36:32: Er arbeitet auf öffentlichen Veranstaltungen hat Kontakt zu Familien und Kindern und baut sich bei Jahre ein Bild als harmloser serviceorientierter Entertainer auf.
00:36:40: Bei ihm begegnet erlebt meistens kurze kontrollierte Situatione Ein paar Stunden Musik Mikrofonansagen Smalltalk Lichtshow Abmoderation.
00:36:49: Dadurch entsteht ein Bild das sehr stark mit Vertrauen arbeitet.
00:36:52: Menschen buchen ihnen vor Hochzeiten, Geburtstage oder Firmen feiern – oft für Momente die bewusst positiv erinnert werden sollen.
00:36:59: Musik auf solchen Veranstaltungen ist selten nur Hintergrund.
00:37:02: DJs koordinieren Abläufe, moderieren Programmpunkte, sprechen mit Familien, organisieren Übergänge zwischen Essen, Tanzfläche und Reden.
00:37:09: Sie bewegen sich selbstverständlich durch private Räume fremder Menschen.
00:37:13: Auch zeitlich verändert sich dadurch die Wahrnehmung der Figur.
00:37:15: DJ Freeze Während Lancaster County sich durch die two-thousand und zwei-tausend Zehner bewegt, wird aus einem jungen Mann Anfang zwanzig ein etablierter Dienstleister mittleren Alters.
00:37:25: Seine Website wirkt professionell, seine Auftritte routiniert, sein Name lokal bekannt genug dass viele Menschen ihn irgendwann zumindest einmal gesehen haben.
00:37:34: Diese Art von öffentlicher Präsenz macht ihn später zu einer Figur über die in Lancaster county ungewöhnlich viele Menschen sagen können... Den Namen habe ich schon mal gehört.
00:37:43: Mehr zunächst nicht!
00:37:48: Im Jahr zwei tausend achtzehn gehört der Mord an Christi Merrick längst zu den bekanntesten ungelösten Fällen in Denkester County.
00:37:54: Mehr als fünfundzwanzig Jahre sind vergangen, Ermittler besitzen weiterhin den Arschspuren des Täters aber noch immer keinen Namen.
00:38:02: Dann bekommt der Fall eine neue Richtung.
00:38:04: Die Staatsanwaltschaft und Ermittlern entscheiden sich moderne genetische Genealogie einzusetzen Eine Methode die zu diesem Zeitpunkt in den USA gerade erste öffentliche Aufmerksamkeit erhält.
00:38:15: Der Fall des Golden State Killers hat wenige Monate zuvor gezeigt, dass sich unbekannte Täter möglicherweise über entfernte Verwandtschaftsbeziehungen identifizieren lassen.
00:38:25: Für die Ermittlungen im Fall MIRRIC bedeutet da zunächst keine magische Lösung sondern sehr viel Kleinarbeit.
00:38:32: Spezialisten erstellen ein genealogisch nutzbares DNA-Profil.
00:38:36: Dieses Profil wird anschließend mit öffentlich zugänglichen oder freiwillig freigegeblenden genealogischen Datenbanken verglichen.
00:38:42: Dabei geht es nicht darum, so Wort den Täter selbst zu finden.
00:38:46: Die eigentliche Frage lautet, wer könnte mit dieser unbekannten Person verwandt sein?
00:38:51: An dieser Stelle taucht der Name Paribon Nano Laps auf.
00:38:55: Ein Unternehmen das sich auf genetische Genealogie und DNA gestützte Ermittlungsarbeit spezialisiert.
00:39:01: Dort arbeitet unter anderem die Genealogin Cece Moore.
00:39:04: Moore stammt ursprünglich aus Kalifornien um beschäftigt sich zunächst privat mit Ahnenforschung bevor sie sich auf Genetische-Genealogie spezializiert.
00:39:12: In den USA wird sich später durch Fernsehdokumentationen, Identifizierungsfälle und ihre Arbeit mit unbekannten den Arschpuren bekannt.
00:39:20: Gerade deshalb passt sie ungewöhnlich gut in diese neue Form von Ermittlungsarbeit.
00:39:24: Sie kommt nicht aus der klassischen Polizeiarbeit sondern aus der Welt genealogischer Recherche.
00:39:30: Genau diese Perspektive wird für viele Cold Cases plötzlich entscheidend.
00:39:33: Zu diesem Zeitpunkt hat Moore bereits mehrere komplexe Identifzierungsfelle begleitet und gilt als eine der bekanntesten Spezialistinnen für investigative genetische Genealogie.
00:39:43: Moor und andere Spezialisterinnen analysieren die DNA-Treffer nicht wie klassische Ermittler auf einer Pinwand mit Fotos unter roten Fäden.
00:39:50: Die Arbeit ähnelt eher historischer Recherche in gigantischem Maßstab.
00:39:55: Verwandtschaftsgrade müssen eingeordnet, Stammbäume rekonstruiert, Familienlinien über Jahrzehnte verfolgt werden.
00:40:02: Menschen ziehen um, heiraten, ändern Namen bekommen Kinder in unterschiedlichen Bundesstaaten.
00:40:07: aus kleinen genetischen Überschneidungen entsteht langsam ein immer dichteres Netz möglicher Verbindungen.
00:40:13: Dabei reichen oft bereits entfernte Verwandte aus, um eine Richtung vorzugeben.
00:40:17: Ein Cousin dritten oder vierten Grad ist biologisch weit entfernt und kennt die gesuchte Person möglicherweise überhaupt nicht – aber genealogisch kann selbst eine solche Verbindung reichen, um gemeinsame Vorfahren zu finden!
00:40:30: Von dort aus beginnt die eigentliche Eingrenzung.
00:40:32: Wer passt altersmäßig?
00:40:34: Wer lebt zur Tatzeit in Pennsylvania?
00:40:36: Wer könnte geografische Zugang zu Lenkester County gehabt haben?
00:40:41: Genau hier wird die genetische Genealogie fast unheimlich präzise, denn plötzlich entsteht aus einer anonymen biologischen Spur langsam wieder ein realer sozialer Mensch.
00:40:50: Die Ermittler arbeiten sich Schritt für Schritt durch Familienlinien, vergleichen Daten, prüfen Orte und Zeiträume.
00:40:55: Die Treffer führen in verwandschaftliche Linien, aus denen sich Raymond Charles Rowe schließlich als starker Verdächtigere heraus kritisiert.
00:41:03: Zu diesem Zeitpunkt existiert noch kein finaler gerichtsfester DNA-Abgleich – Genealogy allein reicht dafür nicht aus!
00:41:10: Aber erst mal seit Jahrzehnten besitzt der Fall plötzlich etwas, das lange gefehlt hat.
00:41:14: Eine konkrete Richtung!
00:41:16: Für Ermittler verändert das alles.
00:41:19: Über Jahrzehnter war der Täter im Fall Christi Murick praktisch eine biologische Silhouette ohne Gesicht.
00:41:24: Jetzt existiert zum ersten Mal ein Name, einen Wohnort, einer öffentliche Identität, ein realer Mensch innerhalb der Gegenwart.
00:41:32: Deshalb beginnt die Polizei nun äußerst vorsichtig zu arbeiten Denn wenn Raymond Rowe tatsächlich der Mann ist, dessen DNA aus dem Tatort am Tato konserviert wurde, darf dieser Verdacht nicht nur wahrscheinlich wirken.
00:41:44: Er muss eindeutig beweisbar werden!
00:41:46: Also beobachten er mittlerweile ihn.
00:41:48: Nicht mit dramatischen Verfolgungsjagd oder spektakulären Hausdurchsuchungen sondern still fast unscheinbar.
00:41:55: Am einund dreißigsten Mai-Zw.A.
00:41:57: schritt Rowe als DJ bei einer Veranstaltung auf.
00:42:01: Ermittler verfolgen den Einsatz aus der Distanz und warten auf etwas, das im Alltag völlig belanglos birgt.
00:42:06: Einen weggeworfenen Gegenstand!
00:42:09: Nach der Veranstaltung sichern sie mehrere Objekte – darunter eine Wasserflasche und Kaugummi die Roe benutzt haben soll.
00:42:16: Die darauf befindliche DNA wird anschließend mit den Spuren vom Tatort verglichen.
00:42:21: Das Ergebnis ist eindeutig Mehr als twenty-fünf Jahre nach dem Mord besitzt die Polizei nun erstmals einen direkten genetischen Treffer zwischen Raymond Rowe und den biologischen Spuren aus dem Haus von Christy Myrick.
00:42:34: Der Fall, der jahrzehntelang wie eine offene Akte ohne Gesicht wirkte bekommt plötzlich eine konkrete Person Und Lancaster County erfährt dass der Mann, den viele als DJ Freeze kennen seit Jahren unbemerkt mitten durch genau jene Gemeinde läuft, die sie seit nineteen zweiundneinzig fragt wer Christi Myrick getötet hat.
00:42:54: Am fünfundzwanzigsten Juni, zwei tausend achtzehn wird Raymond Rowe verhaftet.
00:42:58: Für Lancaster County endet damit zunächst ein Zustand der mehr als fünfund zwanzig Jahre angehalten hat.
00:43:04: Viele Menschen erfahren die Nachrichten nicht über nationale Medien sondern über lokale Fernsehsender, Facebook-Posts, Radiosender oder Bekannte aus der Gemeinde und oft taucht dabei derselbe Satz auf.
00:43:15: DJ Freeze?
00:43:18: Diese öffentliche Wiedererkennbarkeit verändert die Wirkung desfalls enorm!
00:43:22: Der Dame gehört nicht einem unbekannten Fremden, sondern einer Figur die viele Menschen zumindest einmal erlebt haben.
00:43:27: Auf Hochzeiten, Stadtfesten, Familienfeiern.
00:43:31: Mehrere ehemalige Kundinnen und Bekannte schreiben später öffentlich wie surreal die Nachricht auf sie wirkt.
00:43:36: Manche berichten Sie hätten zunächst gedacht es müsse sich um ein Missverständnis handeln.
00:43:41: andere sprechen davon dass sie plötzlich beginnen alte Erinnerungen oder gemeinsame Veranstaltungen anders wahrzunehmen.
00:43:47: Für Christie's Familie bedeutet die Festnahme dagegen etwas völlig anderes Nicht Schock, aber das Ende eines Wartens.
00:43:55: Mehr als zwei Jahrzehnte lang existiert der Fall in einem Zustand permanente Offenheit.
00:44:00: Es gibt Tatortspuren, Ermittlungen DNA und öffentliche Aufmerksamkeit Aber keine Namen.
00:44:06: Angehörige sprechen später darüber wie sehr ungelöste Fälle Zeit verändern.
00:44:11: Feiertage, Jahrestage oder Familienerleignisse laufen weiter während gleichzeitig eine zentrale Frage nie beantwortet wird.
00:44:19: Nach der Verhaftung beginnt die juristische Aufarbeitung relativ schnell.
00:44:23: Die DNA-Spuren vom Tatort und der Vergleich mit den sichergestellten Gegenständen aus dem Jahr zehntzehn bilden den Kern der Beweislage.
00:44:30: Später versucht Roe juristisch, weitere DNA-Tests zu erreichen – doch der Schuldspruch und die zentrale Beweislage bleiben bestehen.
00:44:38: Am achten Januar zehnzehn bekennt sich Roe schuldig.
00:44:41: Er gibt zu Chrissy Myrick getötet zu haben und entgeht damit einen möglichen Todesstrafenverfahren.
00:44:47: Für viele Menschen in Lancaster County endet der Fall damit nicht mit einem spektakulären Gerichtsdrama sondern eher mit einer stillen Erschöpfung.
00:44:55: Der Täter ist identifiziert, die jahrzehntelange Unsicherheit ist vorbei aber gleichzeitig existiert keine große Erklärung.
00:45:04: warum Christie?
00:45:04: Warum an diesem Morgen?
00:45:07: Solche Fragen bleiben letztlich offen.
00:45:09: das unterscheidet reale Kriminalfälle oft von fiktionalen Geschichten.
00:45:13: Die Aufstellung liefert einen Täter manchmal ein Motivfragment, manchmal eine Gelegenheit Aber sie liefert nicht automatisch emotionale Vollständigkeit.
00:45:22: Roe wird zu einer lebenslang Freiheit scharfe verurteilt.
00:45:25: Christie's Familie spricht nach dem Urteil öffentlich darüber, dass die Aufklärung ihnen zumindest einen Teil von Frieden zurückgegeben habe.
00:45:31: Gleichzeitig bleibt spürbar wie viel Zeit zwischen Tat und Urteil verloren gegangen ist – mehr als ein Vierteljahrhundert!
00:45:38: Darin liegt vielleicht auch die eigentliche Besonderheit dieses Falls?
00:45:42: Nicht nur in der Brutalität des Verbrechens, ihr in der Art, wie die Lösung zustande kommt Denn der Mord an Christi wird nicht durch ein plötzliches Geständnis aufgeklärt, nicht durch Zufallzeugen.
00:45:52: Nicht durch einen klassischen Farnungserfolg sondern durch Familienlinien.
00:45:56: Durch Menschen die Jahre später freiwillig DNA-Proben einschicken um ihre Herkunft zu verstehen.
00:46:01: Durch entfernte Verwandtschaften die nie etwas mit diesem Verbrechen zu tun hatten und durch die Tatsache dass eine biologische Spur aus dem Jahr unter zweiundneinzig lange genug erhalten bleibt um irgendwann in einer völlig anderen technologischen Welt erneut gelesen werden zu können.
00:46:15: Der Fall zeigt exemplarisch, wie stark genetische Genealogie die Aufklärung alter Cold Cases verändert.
00:46:21: Denn plötzlich reicht es nicht mehr unbedingt selbst unsichtbar zu bleiben.
00:46:24: Es reicht möglicherweise schon Teil einer Familie zu sein.
00:46:32: Ja wir ja schon gehört haben heute
00:46:35: Es gibt
00:46:36: andere Fälle der Golden State Killer der größte aber auch Christie Einer dieser Fälle die recht spät gelöst werden weil es reicht dass ein DJ auf einer Party Was liegen lässt, wo seine DNA dran klebt?
00:46:49: Und weil einer seiner entfernten Verwandten DNA an eine Plattform geschickt hat.
00:46:54: Würdest du das auch tun?
00:46:56: Hast du es vielleicht mal getan, ein bisschen Ahnenforschung betreiben und deine Familie herkommt?
00:47:00: hast du vielleicht Wurzeln irgendwo liegen die du über so eine Platform herausgefunden hast?
00:47:05: oder weißt du aus deiner Familie die Herkunft der DNA?
00:47:09: Ich habe da tatsächlich schon einmal darüber nachgedacht ob ich das machen soll.
00:47:13: Das ist alles relativ unklar bei mir.
00:47:18: Irgendwie, meine Familie, wenn sie das hört, wird mich im Nachhinein berichtigen.
00:47:23: Aber so wie ich es vorstanden hab ... haben wir auch auf jeden Fall Vorfahren in Polen.
00:47:30: Aber wer weiß ich nicht?
00:47:31: Das ist nur von einer Seite meiner Familie.
00:47:35: Es würde mich schon interessieren.
00:47:36: Ich finde den Aspekt der Privatsphäre gar nicht zu greifen.
00:47:41: Sondern für das eigentlich eher... natürlich schön, wenn irgendwie dann halt alle Fälle aufgelöst werden können.
00:47:46: Wenn man da irgendwie seinen Teil so beiträgt.
00:47:49: Aber ich weiß nicht wie siehst du das?
00:47:50: Würdest du es machen oder siehst Du eher mehr Privatsphäre hinter?
00:47:53: Also ich habe ja selber jetzt jemanden umgebracht und plane auch nicht dies zu tun.
00:47:58: Ja.
00:47:59: Dementsprechend mich würde es ja auch interessieren weil ich kann jetzt also sowieso nach Polen zurückverfolgen was nicht schwer ist war mein Großvater in Breslau geboren ist Weit davor weiß ich es dann halt auch nicht mehr, so vor den neunzeigartiger Jahren.
00:48:14: Auch wenn's da ein paar Hinweise gibt ... aber quasi mein frühester Verwandter, die mich kenne war, glaub' ich, so ein neunzentes Jahrhundert?
00:48:23: Oh, das war ein Findelkind!
00:48:25: Entsprechend irgendwann wurde das mal abgelegt in einem kleinen Dorf mit zweieinhalbzig Einwohnern und deswegen trägt meine Familie und dementsprechend weiß ich dass alle mit mir verwandt sind, die den gleichen Nachnamen haben wie ich weil das eben dieses kleine Dorf ist im Polen.
00:48:40: Aber da weiß natürlich nicht, was war vor.
00:48:43: Also wer hat das Kind dahingelegt?
00:48:44: Vielleicht bin ich eigentlich der Nachfahre von, keine Ahnung, irgendeinem Ultrakrassen-Superkönig und ich bin eigentlich superreich so wie Harry Potter.
00:48:53: Dass er irgendwie rausfinden könnte, dass mir ganz viel Geld gehört und ich ein Horcrux bin.
00:48:59: Vielleicht wurde ich einfach dafür geschützt, weil man schon im Jahrhundert wusste, oh, der Typ wird richtig awesome!
00:49:06: So einen geilen Podcast irgendwann mal... So, ja.
00:49:09: Das heißt es kann sein dass ich dann irgendwie auf so einer Nebenlinie nicht kenne Dass da jemand jemanden umbringt und ich war von der Wissen auch Mensch.
00:49:17: bin ich auch in der Andertale ein halber oder nicht?
00:49:20: Und dann wird halt jemand überführt.
00:49:22: Ich weiß nicht wie sich das anfühlt wenn du das dann mitbekommst ne?
00:49:25: Das entfernt doch Kursor von dem krasser Mörder ist.
00:49:29: Weil du einfach nur wissen wolltest Bin ich irre Wenn du jetzt erfahren würdest dass Familien schwer in der Andertaler sind oder in sich hat.
00:49:48: Ist das irgendwie lustig, cool?
00:49:49: Oder wäre es völlig egal, dass noch eine andere Menschenform in dir drin steckt ganz tief in dein Gehen?
00:49:56: Wir haben ja echt einen Arcegal, ehrlich gesagt!
00:50:00: Also keine Ahnung... Ich glaube halt, dass generell die Anderteiler wahrscheinlich nicht viel mit den heutigen Menschen zu tun aber ... Keine Ahnung, mir macht jetzt nichts.
00:50:10: Ich finde das auch eine ganz gruselige... Das habe ich ja beim Vorlesen gerade gedacht.
00:50:14: Das ist irgendwie so ne komische Datengrundlage die zwar irgendwo interessant ist aber ich weiß nicht was ich damit anfangen soll.
00:50:20: also Ja du?
00:50:24: Also interessiert dich das?
00:50:26: Also es wird glaube ich in meinem Leben jetzt nix ändern außer dass sich echt vielen Leuten damit auf den Nerven gehen würde.
00:50:32: Wenn ich jemandem kennenlernen wusstest du übrigens dass ich Neanderthaler bin.
00:50:40: Aber ich glaube, es wird nix ändern.
00:50:42: Ich fände es doch schon lustig zu wissen ... dass man's drinnert.
00:50:46: Aber interessanter finde ich dann wirklich eher diese Wurzeln in anderen Nationen.
00:50:51: Andererseits kriegst du jetzt so ein Ergebnis und dann heißt es dann so, ja, so ... Achtzig Prozent wahrscheinlich so Deutsch-Polnisch.
00:51:00: Zwei Prozent Skandinavien.
00:51:04: So, ich werde nicht plötzlich mit den Wikingerbad wachsen lassen um meine ... Skandinavischen Wurzeln zu ärgern.
00:51:10: Deswegen ... Ich weiß nicht, ob es viel ändern würde, aber das ist interessant zu wissen.
00:51:16: Aber vielleicht kann man daraus ja Charakterzüge und Vorlieben ablesen?
00:51:23: Gibt ja auch neben Paleo-Forschung quasi auch die Paleodiät.
00:51:28: Menschen dann nur Nüsse und Co essen Also wer weiß was denn der Andertaler so mochte an Snacks.
00:51:57: Zweitens.
00:51:58: Eine einzige Speichelprobe kann Millionen Verwandtschaftsverbindungen erzeugen.
00:52:03: Moderne Genealogiedatenbanken vergleichen DNA nicht nur direkt mit einer Person, sondern mit riesigen Netzwerken biologischer Verwandtschaft.
00:52:10: Dadurch kann selbst ein entfernter Cousin Dritten oder Viertengrades reichen um Ermittler auf eine Familienlinie aufmerksam zu machen.
00:52:32: Viele Stammbäume entstanden durch handgeschriebene Kirchenbücher, Volkszählungen oder Einwanderungslisten.
00:52:38: Oft über jahre mühsame Archivarbeit
00:52:41: hinweg.".
00:52:42: Viertens Der entscheidende DNA-Beweis im Fall Christi Myrick stammt aus weggeworfenem Müll.
00:52:48: Ermittler observieren Raymond Rowe's Jahrzehn bei einem DJ Auftritt und sichern danach mehrere weggeworfene Gegenstände – darunter Kaugummi und eine Wasserflasche.
00:52:56: Die DNA auf den Gegenständen liefert schließlich den direkten Abgleich mit den biologischen Spuren vom Tatort aus dem Jahr
00:53:03: twohundneinzig.
00:53:04: Der Pfeil zeigt exemplarisch, wie alte DNA-Spuren durch moderne genealogische Datenbanken plötzlich wieder nutzbar werden konnten.
00:53:29: Manchmal verändern sich ungelöste Fälle nicht weil plötzlich neue Zeugen auftauchen oder jemand seinen Schweigen bricht.
00:53:34: Manchmal verändern sie einfach die Welt um sie herum.
00:53:36: The Mord on Christy Merrick bleibt ein Verbrechen aus dem Winter in der Jahr twohundneinzig.
00:53:41: Eine junge Lehrerin verlässt an einem Montagmorgen ihre Wohnung nicht mehr lebend.
00:53:46: Darin ändert auch die spätere Aufklärung nichts Aber der Fall zeigt, wie lange Spuren überdauern können.
00:53:50: Nicht nur Erinnerungen nicht nur Akten sondern biologische Fragmente eines Moments, der Jahrzehnte später plötzlich wieder lesbar wird.
00:53:57: Darin liegt auch etwas Unheimliches – das Vergangenheit nicht unbedingt verschwindet, sondern manchmal nur darauf wartet dass die Gegenwart endlich lernt sie zu verstehen.
00:54:07: Das war Radio Obscura.
00:54:10: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann bleibt auf Frequenz.
00:54:13: Folgt uns und lasst gerne eine Bewertung
00:54:25: da!
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