#034: Festivals Gone Wrong Pt. II - The Day the 90s Died
Shownotes
🎧 Worum geht’s in dieser Folge?
Woodstock sollte einmal Frieden bedeuten. 1969 wird das Festival zum Symbol einer ganzen Generation. Für Gegenkultur, Gemeinschaft und die Hoffnung, dass Musik Menschen verbinden kann.
Dreißig Jahre später bleibt davon auf einem ehemaligen Militärflugplatz in New York kaum noch etwas übrig. Woodstock 99 endet in Feuer, Übergriffen, Plünderungen und Fernsehbildern, die eher an einen Aufstand erinnern als an ein Musikfestival.
Radio Obscura spricht über Nu Metal, MTV, Korn, Limp Bizkit und die Frage, warum Woodstock 99 bis heute wirkt wie ein Moment, in dem eine ganze Festival- und Jugendkultur plötzlich aus dem Ruder läuft.
Kapitel
(00:00) Opening: Das Feuer (01:03) Intro & Begrüßung (06:32) Die Idee hinter Woodstock (11:52) Amerika Ende der 90er (17:11) Woodstock auf Beton (21:36) Korn öffnen das Ventil (24:47) Die Stimmung wird hässlich (27:43) "Break Stuff" (30:18) Die Nacht brennt (33:55) Wer trägt die Verantwortung? (37:02) Das Ende einer Ära (46:01) snacks.fm (47:29) Frieden, Liebe, Brandgeruch
📚 Quellen & Literatur
• Blaustein, David (Regie): Woodstock 99. Peace, Love and Rage, USA 2021. • Wadleigh, Michael (Regie): Woodstock, USA 1970. • Whiteley, Sheila (Hg.): Women and Popular Music. Sexuality, Identity and Subjectivity, London 2000. • Klosterman, Chuck (Hg.): Sex, Drugs, and Cocoa Puffs, New York 2003. • Hiatt, Brian / Hyden, Steven (Hg.): Break Stuff. The Story of Woodstock ’99, The Ringer, New York 2019. • Kiedis, Anthony / Sloman, Larry (Hg.): Scar Tissue, New York 2004. • Trainwreck: Woodstock ’99, USA 2022. • NPR (Hg.): Ann Powers on Woodstock ’99 and Festival Culture, Washington D.C. 2021. • Peisner, David (Hg.): Homey Don’t Play That! The Story of Woodstock ’99, New York 2023. • Rolling Stone (Hg.): Woodstock ’99 Retrospectives and Festival Coverage, New York 1999–2021. • Schoemer, Karen (Hg.): Woodstock ’99 Festival Coverage, Spin Magazine, New York 1999. • Wiederhorn, Jon (Hg.): Loudwire Interviews and Woodstock ’99 Retrospectives, New York 2021.
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🎙️ Hosts: Svea & Tim
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00:00:02: In der Nacht leuchtet das Rollfeld orange.
00:00:05: Feuer brennt zwischen Verkaufsständen und Müllbergen, Menschen reißen Holzplatten aus Absperrungen, schleudern Flaschen durch die Luft und laufen mit Kerzen über ein Gelände, dass längst nicht mehr wie ein Festival aussieht.
00:00:18: Irgendwo spielt noch Musik – Ein paar Meter weiter kippt einen Getränkestand um.
00:00:22: Über Lautsprecher laufen Ansagen, die kaum noch jemand versteht.
00:00:27: Woodstock-'九undneinzig sollte an ein anderes Amerika erinnern an Frieden, Musik und Gemeinschaft.
00:00:34: An das berühmteste Festival der Hippie-Ära!
00:00:37: Am Ende bleiben Rauch, Plünderungen, sexuelle Übergriffe und Bilder eines Geländes, dass aussieht wie nach einem Aufstand.
00:00:45: Diese Eskalation beginnt nicht erst in der letzten Nacht.
00:00:49: Sie steckt schon vorher im Gelände In der Hitze Im Frust Und in einer Stimmung die über Stunden immer aggressiver wird.
00:00:58: Willkommen bei Radio Obskura.
00:01:31: Schön, dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures Crime und Mystery.
00:01:35: Wir erzählen von Ravioli, Zelden und Dixie-Clos, mal real, mal unerklärlich!
00:01:41: Vom Ring bis zum Park, vom Wacken bis zur Fusion – wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?
00:01:47: Ich bin Svea Und
00:01:47: ich bin Tim.
00:01:48: Heute besuchen wir Woodstock, und wie letzte Woche ein sehr weiser, attraktiver, charismatischer, muskulöser, bescheidener junger Mann gesagt hat
00:02:04: dem kann ich nichts hinzufügen.
00:02:08: Wie auch schon letzte Woche, könnt ihr natürlich wieder auf Instagram Radio Obskura Podcast alles Kleine und zusammengeschrieben oder auf radioobskurerkleinungzusammengeschrieben.de alle Bilder zur Folge sehen die Folgen hören und gerne eine Bewertung da lassen dort wo es geht.
00:02:22: wenn ihr hier rein hört wir sind im zweiten Teil unseres Specials.
00:02:26: ihr habt's ja schon gehört und lest das im Titel Woodstock.
00:02:32: Was ist deine Assoziation mit dem Wort Woodstock generell?
00:02:38: Also ich weiß ja ehrlich gesagt natürlich schon, wo es in den Festival neunneinzehntrum geht.
00:02:43: Aber trotzdem meine erste Verstellung ist schon sehr viele Menschen in langen Cardigans und Wulmsi-Klamotten laufen über eine große Wiese, käfen und hören die größten Bands überhaupt kuscheln lieben sich und sind glücklich.
00:03:04: Es gab so in den Neunzig an, glaube ich oder zwei Tausenden.
00:03:09: Weil alle da draußen, wenn ihr es auch noch kennt, früher immer nachts diese Werbung für CD's.
00:03:17: aber so Sampler also nicht von hier das neue Album von Uli Jochen sondern The Spirit of Woodstock oder Moots of Ethereum keine Ahnung.
00:03:27: Und dann immer, ganze Zeit irgendwie die Mamas und Pappas.
00:03:31: Alles aus der tollen Hippie-Ära.
00:03:34: Das habe ich mal so in San Francisco hippies im Kopf.
00:03:41: Wie heißt das?
00:03:41: So Blumenketten im Haar... ...das Pießzeichen, die Friedenstaube.
00:03:47: Dazu läuft eben diese Gitarrenmusik der der Siebziger und Sechziger.
00:03:52: Es läuft jeden Abend dann irgendwie für eine so eine Währung, die dauert halt auch so zehn Minuten.
00:03:56: Ich weiß nicht warum ... dann hat man das Album ja schon gehört in dieser Zeit.
00:04:00: In dieser Werbung!
00:04:01: Deswegen war so auch ... ... neunundsechzig Woodstock ... ... Musikali jetzt heutzutage, wenn ich jetzt so übernachte, eigentlich super spannend... ... auch wenn natürlich viel dabei war was eigentlich nicht so zusagt.
00:04:10: aber es ist ja bei vielen Festivals so.
00:04:13: Du hast halt immer so ein paar Bands die du nicht gucken musst oder willst ... ... deswegen glaube ich so jetzt ... ... weiß ich ob ich damals ... ... wenn ich da so drauf gewesen wäre wie jetzt heute ... ... wär' ich vielleicht hingegangen?
00:04:25: Andererseits weiß ich natürlich nicht, wie groß waren dann die Bands jeweils oder die Künstlerinnen und Künstlern zu der Zeit.
00:04:31: Ob sie schon so ein Status hatten, wie man jetzt über sie denkt?
00:04:35: Also war in Jimmy Hendricks neunundsechzig schon... Der Jimi Hendrix?
00:04:39: Oder war es...?
00:04:40: Übrigens kommt so'n Typ mit Gitarre.
00:04:42: Das weiß ich nicht!
00:04:44: Ja aber bei Neunundneunzig wieder rum.
00:04:46: das ist halt so genau meine Musik zu dieser Zeit gewesen.
00:04:49: also ich habe ein bisschen später mit dem ganzen Kram angefangen.
00:04:52: deswegen freue mich auch sehr auf diese Folge Weil dieses ganze Lebensgefühl und diese Zeit, die habe ich ja mitgemacht.
00:05:00: Und da wurde ich auch gerade so musikalisch geformt.
00:05:04: Ich hab mich beim Recherchieren und zusammenstellen der Folge sehr viel an meine eigene Kindheit erinnert.
00:05:11: Das wird also sehr interessant!
00:05:13: Wie ist dein Blick auf diese New Metal-Sachen?
00:05:16: Es gibt ja einige Bands heute noch, Slipknot gibt es immer noch Korn, Limpbisket sind wieder da, was ihr gesagt... Linken Park, auch noch.
00:05:26: Wir gerade wieder relativ ruhig auch im Radio teilweise.
00:05:29: Hast du eine Vorstellung, wie sich das angefühlt hat als dass alles neu war?
00:05:33: So Ende der Neunziger bis Anfang zweitausender?
00:05:35: kannst du dir ungefähr vorstellen was das für ein Gefühl ausgelöst hat bei jungen Menschen so in der Pubertät?
00:05:43: Also jetzt persönlich verwendet er schon so ein bisschen mit einem individuellen Geist aber ich glaube schon ist es irgendwie auch wahrscheinlich ein Teil Rebellion.
00:05:52: Es ging ja auch ein bisschen gegen dieses friedliche und ein bisschen mehr belanglos oder generell so neunmittelmäßig war.
00:05:59: Mehr einfach, wir haben Spaß auf die Fresse zu hauen und auszurasten.
00:06:03: Und am Anschluss an letzte Folge bis hin auch der Rage hat ja auch was damit zu tun.
00:06:08: Das wäre meine Assoziation.
00:06:10: Das würde ich mir vorstellen.
00:06:11: Ich bin da ja ein bisschen anders geboren.
00:06:15: Bevor wir ins Jahr neunzehntneuneinzig springen oder die neunziger springen, verbringen wir noch mal einen kurzen Moment im Summer of Sixty-Nine mit Svea.
00:06:24: Die uns über Woodstock neunundsechzig berichtet denn sie war damals dabei – die alte Socke!
00:06:33: Es gibt Festivals, die irgendwann größer werden als die Musik selbst.
00:06:37: Woodstock gehört definitiv dazu.
00:06:40: Wenn heute irgendwo Menschen mit Blumengrenzen auf einer Wiese sitzen, alte Gitarrenmusik läuft und jemand von Peace & Love spricht.
00:06:49: Dann landet man gedanklich fast automatisch im August neunzehntneinundsechzig Bei jungen Menschen im Schlamm schlafsäcken auf nassen Wiesen gitarren klängen über Feldern Und bei der Vorstellung dass Musik vielleicht tatsächlich etwas verändern kann.
00:07:05: Dabei beginnt Woodstock eigentlich erstaunlich unspektakulär.
00:07:10: Vier junge Organisatoren planen ein großes Open-Air Festival im Bundesstaat New York.
00:07:17: Ursprünglich soll das Ganze in der Kleinstadt Woodstock stattfinden, die damals bereits Künstler, Musikerin und Alternative gegen Kultur anzieht.
00:07:26: Am Ende wird allerdings die Farm von Max Jessica in Bethel zur Location.
00:07:31: Dass Jessica sein Land überhaupt zur Verfügung stellt, zeigt damals Verstreit in der Region.
00:07:38: Viele Anwohner befürchten Chaos, Drogen, Gewalt und schlicht den völligen Kontrollverlust.
00:07:43: Und ehrlicherweise wirkt vieles dort tatsächlich chaotisch.
00:07:48: Vom fünfzehnten bis zum achtzehnden August neunstundneinundsechzig reisen mehrere hunderttausend Menschen nach Bethe.
00:07:56: Wie viele genau weiß es?
00:07:58: bis heute niemand?
00:07:59: Die meisten Schätzungen liegen irgendwo zwischen vierhundert tausend und fünfhundert Tausend Besucherinnen und Besuchern.
00:08:06: die Straßen brechen zusammen Autos bleiben kilometerweit entfernt stehen, Menschen laufen stundenlang zu Fuß weiter.
00:08:14: Es fehlt an Toiletten, Nahrung und medizinischer Versorgung.
00:08:18: Dann beginnt es auch noch zu regnen und große Teile des Geländes verwandeln sich in Schlamm.
00:08:23: Und trotzdem erzählen viele Menschen später vor allem von Gemeinschaften, von Fremden die Essen teilen.
00:08:30: Menschen, die sich gegenseitig aus dem Matsch ziehen und von einem Gefühl plötzlich Teil von etwas größerem zu sein... Der Musiker Richie Heavens eröffnet das Festival früher als geplant, weil andere Acts im Stauffest hängen.
00:08:43: Als ihm irgendwann die Songs ausgehen beginnt er spontan zu improvisieren.
00:08:48: Daraus entsteht Freedom!
00:08:50: Der Journalist Joel McCower zitiert in mehreren Zeitzeugenberichten Besucherinnen und Besucher Die Heavens Auftritt später als einen der Momente beschreiben In den Woodstock wo sie plötzlich größer wirkte als ein normales Konzert.
00:09:04: Heavens sitzt allein mit seiner Gitarre auf einer riesigen Bühne vor hunderttausenden Menschen, improvisiert ein Song über Freiheit und schaut dabei in eine Menge die seit Stunden im Stau, im Schlamm und irgendwo zwischen Straßen und Feldern feststeckt.
00:09:19: Und trotzdem singen Menschen plötzlich mit.
00:09:21: Fremde Menschen!
00:09:23: Völlig übermüdet – teilweise völlig durch Nest.
00:09:26: Schon in diesem Moment wird zum ersten Mal sichtbar, warum Woodstock später so viel größer wirkt als andere Festivals dieser Zeit.
00:09:34: Wegen dieses Gefühls das dort für einen kurzen Augenblick alles möglich wirkt.
00:09:40: Joan Bays tritt Hochschwanger mitten in der Nacht auf die Bühne.
00:09:44: Janice Joplin singt vor einer erschöpften völlig übermüteten Menge Und Jimmy Hendrix spielt am Montagmorgen eine Version der amerikanischen Nationalhymne, die bis heute zu den bekanntesten Liveaufnahmen der Musikgeschichte gehört.
00:09:57: Gerade Hendricks Auftritt wird später oft als Sinnbild dieser Zeit gelesen – patriotisch und verstörend gleichzeitig!
00:10:06: Fast so, es würde ganz Amerika in einer einzigen Gitarrenperformance auseinanderfallen.
00:10:11: Dabei ist Woodstock keineswegs das perfekte Hippie-Märchen, als dass es später oft erinnert wird.
00:10:17: Es gibt Überdosierungen, organisatorische Überforderung, schlechte hygienische Bedingungen und Menschen die sich auf dem Gelände schlicht verloren fühlen.
00:10:27: Aber es genau in diesem Chaos entsteht später der Mythos.
00:10:31: Woodstock wird rückblickend zu einer Erzählung darüber dass hunderttausende Menschen trotz all dieser Probleme vergleichsweise friedlich zusammenleben konnten – und wahrscheinlich hat das auch viel mehr mit der Zeit zu tun!
00:10:44: Neunzentneunundsechzig stecken die USA mitten im Vietnamkrieg.
00:10:49: Die Bürgerrechtsbewegung verändert das Land, feministische Bewegungen gewinnen an Sichtbarkeit.
00:10:54: Viele junge Menschen lehnen konservative Vorstellungen von Autorität, Krieg und Gesellschaft offen ab.
00:11:01: Gerade Frauen prägen diese Gegenkultur stark mit – auch wenn spätere Rückblicke oft wieder hauptsächlich männliche Musiker in den Mittelpunkt stellen!
00:11:10: Künstlerinnen wie Joan Bays, Jan Stoplin, Melanie oder Grace Lick werden damals für viele junge Frauen zu Figuren einer neuen Sichtbarkeit.
00:11:19: Nicht perfekt und auch nicht frei von Sexismus – aber deutlich eigenständiger und lauter als vieles was zuvor öffentlich möglich gewesen ist!
00:11:28: Die Kulturhistorikerin Sheila Whiteley beschreibt Rockfestivals dieser Zeit später deshalb auch als Räume in den traditionelle Rollenbilder zumindest zeitweise ins Wanken geraten.
00:11:39: Vielleicht ist das der Grund, warum Woodstock kulturell so schwer greifbar bleibt.
00:11:45: Weil dort eine ganze Generation versucht, Verein-Wochenende anders zu
00:11:49: leben.".
00:11:55: Wie haben sich die USA dreißig Jahre später eigentlich angefühlt?
00:12:00: Denn zwischen dem Woodstock von neunundsechzig und den USA von neuneinundneunzig liegen kulturel Welten!
00:12:07: Die frühen Neunziger beginnen in den Vereinigten Staaten zunächst noch mit Grunge.
00:12:11: Lovanna, Pearl Jam, Alice In Chains... Musik wird plötzlich wieder verletzlich, depressiv, kaputt.
00:12:19: Viele Texte handeln von Isolationen, Frust oder Orientierungslosigkeit.
00:12:24: In unserer Doppelfolge Komm-SUA besteht aus den Folgen zwölf und dreizehn tauchen wir tiefer in die Grunge-Error als Seattle ein.
00:12:30: Nach Kurt Cobains Tod.
00:12:32: von daher verändern sich die Rocklandschaft allerdings spürbar.
00:12:35: Die Wut bleibt aber sie klingt irgendwann anders.
00:12:39: Herter, direkter und aggressiver.
00:12:43: In dieser Zeit entsteht New Metal.
00:12:46: Eine Stilrichtung, die Metal, Hip-Hop, Hardcore und Alternative Rock miteinander vermischt.
00:12:52: Bands wie Korn, Death Tones oder später Limb Biscuit verzichten oft bewusst auf klassische Metal Soli oder komplizierte Virtuosität.
00:13:00: Da dessen dominieren tiefe Gitarren, Groove, Rhythmus und ein Sound der körperlich wirken soll.
00:13:06: Viele zentrale Bands stammen dabei aus Kalifornien.
00:13:09: Korn entsteht Anfang der Neunzigerjahre in Bakersfield.
00:13:12: Deftones kommen aus Sacramento, Linkenpark bilden sie später in Agoura Hills bei Los Angeles.
00:13:19: Gleichzeitig entstehen ähnliche Szene aber auch in anderen Teilen der USA.
00:13:23: Slipknot bauen in Iowa ihren extrem aggressiven Sound auf.
00:13:27: Limp Bizkit kommen aus Jacksonville Florida.
00:13:30: Kidrock verbindet in Detroit Rap, Sauvorn Rock und Provokation zu einer Kunstfigur die perfekt in diese Zeit passt.
00:13:37: New Metal wird dabei schnell größer als eine reine Musikgerichtung.
00:13:41: Es entwickelt sich fast zu einem kulturellen Lebensgefühl, Beggy Pants, Piercings, Adidas Trainingsjacken, Tribal Tattoos, MTV im Hintergrund, Skate Parks, Energy Drinks, Playstation, Jackass, Moshpits.
00:13:55: Vieles davon wirkt heute fast wie eine Karikatur der späten Neunziger.
00:13:59: Damals verschmilzt diese Aesthetik allerdings mit einer Jugendkultur die sich bewusst laut, provokant und körperlich inszeniert.
00:14:06: Gerade MTV spielt dabei eine enorme Rolle.
00:14:10: Sendungen wie Total Request Live, TRL machen Musiker plötzlich zu permanent sichtbaren Figuren der Popkultur.
00:14:17: Musikvideos laufen praktisch rund um die Uhr.
00:14:19: Bands werden nicht mehr nur gehört sondern ständig gesehen.
00:14:23: Fred Durst von Limbisket taucht in dieser Zeit beinahe überall auf.
00:14:27: Jonathan Davis vom Korn wird zur Ikone einer dunkleren emotionaleren Form von Aggression Und Slippnott wirkt mit ihren Masken fast wie etwas, das direkt aus einem Albtraum in den Mainstream gefallen ist.
00:14:38: Metal Hammer beschreibt Slipknotts Auftauchen, nineteenhundertneinundneunzig rückblickend als Moment, indem die New Metal-Szene der mittleren bis späten Neunziger ihren kommerziellen Höhepunkt erreicht.
00:14:49: Gerade Slippnott hätte an diesem Umfeld mit einem chaotischen schonungslos intensiven Ansatz unter einer extremen körperlichen Live Show gewirkt und Intensität wird Ende der neunzigen Jahre tatsächlich fast zu einer eigenen Konzertsprache.
00:15:03: Moshpits gehören längst fest zur Szene.
00:15:05: Crowdsurfing ebenfalls, Konzerte sollen laut, körperlich und chaotisch sein – dabei ist wichtig nicht alles rückwirkend zu demonisieren!
00:15:13: Die meisten Numetal-Konzerte enten nicht in Gewalt oder Katastrophen.
00:15:17: Für viele Jugendliche funktionieren diese Räume eher wie Ventile als Orte an denen Wut, Frust oder Überforderung körperlos herausgelassen werden können.
00:15:27: Jonathan Davis von Korn spricht in mehreren Interviews offen darüber, dass viele Songs aus persönlichen Traumata, Mobbingerfahrungen oder psychischen Problemen entstehen.
00:15:36: Deshalb fühlen sich viele Fans dieser Musik emotional stark verbunden.
00:15:40: Gleichzeitig entwickelt sich um Teile dieser Szene aber auch eine deutlich aggressivere Threadboy-Kultur.
00:15:45: Gerade bei großen Festivals und Touren müssen sich irgendwann sehr unterschiedliche Gruppen – Metalheads, Skater, College Party Ganger, MTV Publikum Menschen, die einfach maximale Eskadation suchen.
00:15:58: Und die amerikanische Festival-Landschaft wächst in dieser Zeit massiv.
00:16:02: Lollipalooza existiert bereits seit nineteenundneinzig.
00:16:05: Die Vans Warped Tour startert neunzundfünfundneunzig und verbindet Punk-, Scar-, Hardcore- und Skatekultur mit einem Wanderen-Festivalformat quer durch die USA.
00:16:14: Ostfest beginnt neunzentsechsundneunzlich und wird schnell zum wichtigsten Metalfestival des Landes.
00:16:19: Gerade die Warped tour zeigt dabei sehr gut wie sehr sich Festivals in den Neunzigern verändern.
00:16:24: Es geht längst nicht mehr nur um Musik, sondern um Marken, Merchandise, Lifestyle, Sponsoring, Extremsport.
00:16:31: Subkultur als
00:16:32: Geschäft.".
00:16:33: Der Journalist Stephen Hayden beschreibt die späten Neunziger deshalb als einen Moment in dem alternative Kultur zunehmend vom Mainstream absorbiert wird.
00:16:42: Das spürt man auch in der Musik.
00:16:44: Vieles wirkt gleichzeitig rebellig und komplett kommerzialisiert.
00:16:48: Aggression wird verkauft.
00:16:50: Provokation wird vermarktet Und Eskadationen gehört irgendwann fast selbstverständlich zur Konzertestätik.
00:16:57: Aber genau diese Energie prägt die amerikanische Festivalwelt Ende der Neunzigerjahre laut, heiß, kommerziell und überfüllt – und oft nur eine schlechte Entscheidung davon entfernt komplett außer Kontrolle zu geraten.
00:17:12: Ende der neunzigen Jahre entsteht in den USA die Idee Woodstock noch einmal zurückzubringen!
00:17:16: Hinter dem Projekt stehen unter anderem Michael Lang, John Schur und weitere Veranstalter die bereits an früheren Woodstock-Ausgaben beteiligt sind.
00:17:25: Michael Lang zum Beispiel organisiert schon neunundsechzig das originale Woodstock mit und wird später fast untrennbar mit dem Namen verbunden.
00:17:33: ninety-vierneinzig findet bereits ein großes Jubiläumsfestival zum fünfundzwanzigsten Jahrestag von Woodstock statt.
00:17:39: Woodstock ninety vierneinzig läuft chaotisch gilt wirtschaftlich aber als Erfolg und zeigt vor allem eines Der Name Woodstock besitzt Mitte der Neunzigerjahre noch immer enorme, kulturelle Strahlkraft.
00:17:50: Als ich das Jahrzehnt langsam dem Ende nähert, wächst daraus die Idee für Woodstock-九undneinzig.
00:17:56: Die USA erleben wirtschaftlich vergleichsweise stabile Jahre, große Rockfestivals boomen und alternative Kultur ist längst Teil des Mainstreams geworden.
00:18:05: Michael Lang beschreibt die Idee hinter Woodstock neunundneunzig später in mehreren Interviews als Versuch den Geist des Originals in eine neue Generation zu übertragen.
00:18:13: Darin steckt allerdings ein Problem, denn Woodstock IX will gleichzeitig Erinnerung, Groß-Event und modernes Musikfestival sein.
00:18:22: Die Organisatoren planen einen gigantisches Wochenende mit mehr als sechzig Bands.
00:18:28: Korn, Metallica, Rage Against the Machine, Limbiscuit, Kidrock, The Offspring, Red Hot Chili Peppers.
00:18:35: Dazu kommen Sponsorenflächen, Merchandising wie IP Bereiche, Pay Per View Angebote und massive mediale Vermarktungen.
00:18:44: Woodstock-Rolling ist dadurch weniger hippie Kommune als hochkommerzialisiertes Mega-Event.
00:18:51: Und trotzdem versucht die Werbung weiterhin Bilder von Gemeinschaft, Frieden und Woodstock Nostalgie aufzurufen.
00:18:57: Das eigentliche Festivalgelände entsteht auf der ehemaligen Griffiths Air Force Base in Rome New York Allein.
00:19:04: dieser Ort wirkt fast wie also Gegenteil dessen was viele Menschen mit Woodstock verbinden Keine grün Hügel auf einer Farm keine weiten Wiesen sondern Beton, Asphalt, Metallzäune und Rollfelder.
00:19:17: Die Air Force Base wird Anfang der Neunzigerjahre geschlossen.
00:19:20: Ende der Dekade gilt das riesige Gelände deswegen als ideal für ein modernes Großfestival.
00:19:25: Es gibt viel Platz eine bestehende Infrastruktur und kontrollierbare Zugänge.
00:19:30: Auf dem Papier klingt das äußerst sinnvoll In der Realität verwandelt sich das Gelände allerdings im Juli-Ninundneunzig zunehmend in einer Hitzefalle.
00:19:40: Teilweise liegen die Temperaturen bei über dreißig Grad, auf dem Asphalt und Beton wird es noch heißer.
00:19:45: Schatten gibt's kaum!
00:19:48: Mehrere Besucher beschreiben in späteren Interviews mit CNN, MTV News und der Dokumentation Woodstock-IX, Peace Love and Range das Geländetagsüber als kaum erträglich.
00:19:59: Teilweise vergleichen sie die Air Force Base ausdrücklich mit einem Backofen.
00:20:03: Der Journalist David Blorestein beschreibt Woodstock-IX in seiner späteren Dokumentation deshalb als ein Festival, das körperlich permanent erschöpfend gewesen sei.
00:20:13: Und diese Erschöpfung trifft auf Menschen die teilweise seit Stunden oder Tagen trinken kaum schlafen oder dicht gedrängt vor Bühnen stehen.
00:20:20: Dazu kommt ein weiterer Punkt der später fast symbolisch für Woodstock IX wird – Wasser!
00:20:26: Offiziell existieren kostenlose Wasserstationen.
00:20:29: Gleichzeitig beschweren sich viele Besucher darüber, dass Trinkwasserschwer erreichbar sei oder Verkaufsstände teilweise mehrere Dollar für Flaschen verlangen.
00:20:37: Auch sanitäre Probleme verschärfen die Situation – Toiletten laufen über, Müll sammelt sich auf dem Gelände, teilweise vermügt sich Wasser mit Schlammen, Dreck und Abfällen.
00:20:46: Trotzdem verkauft Wurzlerg-Routesdorf neunundneinzig sich nach außen weiterhin als gigantische Feier.
00:20:52: MTV berichtet permanent vom Gelände Kameras fahren über Menschenmengen, überall laufen Musikvideos, Sponsorenlogos und Werbeflächen.
00:21:00: Das Festival wirkt dadurch manchmal weniger wie ein improvisiertes Musikwochenende und mehr wie eine gigantische Dauerwerbesendung der späten Neunziger voller Markenlogos- und Kameras.
00:21:09: Inzwischen all dem stehen Zehntausende Besucher auf heißem Asphalt und versuchen irgendwie durch dieses Wochenende zu kommen.
00:21:16: Schon am ersten Tag berichten Sicherheitskräfte und Besucher von Problemen mit Crowdsurfing über füllten Bereichen und aggressiver Stimmung.
00:21:23: Aber noch läuft die Musik, die Menschen feiern.
00:21:26: Noch wirkt Woodstock in九undneinzig nach außen wie genau das Festival, dass die Organisatoren verkaufen wollten – bis Korn die Bühne betritt!
00:21:38: Am Freitag, dem XXIII.
00:21:39: Juli in neunundneunzig, betritt Korn am späten Nachmittag die Eaststage.
00:21:45: Zu diesem Zeitpunkt liegt bereits spürbare Spannung über dem Gelände.
00:21:49: Die Hitze sitzt seit Stunden auf dem Asphalt, Menschen laufen oberkörperfrei über das Rollfeld trinken warmes Wasser oder stehen vor völlig überfüllten Verkaufsständen.
00:21:58: Überall liegt Müll und vor den Bühnen drängen sich Zehntausende Menschen.
00:22:04: Korn gehören damals zu den größten Bands des gesamten Festivals.
00:22:07: Das Album Follow the Leader verkauft sich allein in den USA mehrere Millionen Mal.
00:22:12: Songs wie Freak on a Leech oder Pliant laufen permanent auf MTV.
00:22:17: Als die Band die Bühne betritt schiebt sich die Menge sofort nach vorne.
00:22:21: Videoaufnahmen des Konzerts zeigen riesige Crowd-Surfing-Wellen vor der Bühne, teilweise tragen hunderte Menschen gleichzeitig andere Besuche über ihre Köpfe.
00:22:29: Securitymitarbeiter versuchen permanent, Menschen hinter den Barrikaden aufzufangen.
00:22:34: Der Journalist David Paisner beschreibt die Szene später in seinem Buch, How Me Don't Play That, als einen Moment, in dem Buttsdogh'in' ninety zum ersten Mal sichtbar außer Kontrolle wirkt.
00:22:44: Vor allem während Blind verändern sich die Stimmung spürbar.
00:22:48: Jonathan Bavill steht im Anita's Trainingsansuch auf der Bühne, beugt sich nach vorne und schreit are you ready?
00:22:54: Seid ihr bereit?
00:22:56: Dann setzt das Gitarrengriff ein.
00:22:58: Und vor der Büne entsteht sofort einen gigantischen Moshpit!
00:23:00: There is no drug.
00:23:03: there is nothing on this fucking planet that can give you the fucking feeling of having a crowd in your hand like dad.
00:23:09: Das ist keine Droge.
00:23:10: da ist nichts aus diesem verdammten Planeten dass dir dieses verdammte Gefühl gibt eine Crowd so in der Hand zu haben Sagt Kornsänger Jonathan Davis in der Drain Rack-Doku.
00:23:20: Der ehemalige Sicherheitsmitarbeiter Kyle erinnert sich in derselben Doku daran, dass während des Kornauftrits permanent Menschen über die Barrikaden gezogen worden seien und die Frontbereiche kaum noch kontrollierbar gewirkt hätten.
00:23:38: Dabei geht es nicht einfach nur um Gewalt – das Entscheidende ist eher die Energie!
00:23:42: Kornkonzerte funktionieren Ende der Neunziger fast körperlich Der Bass drückt durch den Boden, Menschen springen nicht nur im Takt sondern stoßen gegeneinander.
00:23:50: Moschpilz öffnen sich mitten in der Menge und sobald irgendwo jemand fällt greifen andere sofort nach dem nächsten Körper.
00:23:57: Gleichzeitig wirkt Woodstock-IX zu diesem Zeitpunkt bereits wie ein Publikum das permanent unter Strom steht.
00:24:04: Schlafmangel und Alkohol.
00:24:05: die Hitze erschöpft die Besucher zusätzlich – und überall stehen Kameras!
00:24:11: MTV filmt die Menge während des Kornauftritts immer wieder wie eine einzige riesige Masse aus Körpern, Staub und Bewegung.
00:24:17: Immer mehr Crowd-Surfing, immer mehr Druck – immer mehr Menschen, die versuchen noch weiter nach vorne zu kommen.
00:24:23: Gavin Rustale, Sänger von Bush, die nach Korn auf die Bühne sollten, sagte gar es war angsteinflößend im Backstage nach dieser Performance auftreten zu müssen.
00:24:33: Dennoch schaffen es Bush die Crowd vorerst zu beruhigen!
00:24:37: Woodstock wirkt an diesem Freitagabend zum ersten Mal weniger wie ein nostalgisches Jubiläumsfestival.
00:24:43: Und mehr, wie ein riesiger überhitster Druckkessel.
00:24:48: Je länger Woodstock dauert, desto deutlicher verändert sich die Stimmung auf dem Gelände.
00:24:52: Das Problem ist dabei nicht nur Aggressionen sondern etwas deutlich Unangenehmeres!
00:24:58: Die damalige MTV VJ'n.
00:25:00: Ananda Lewis gehört zu den bekanntesten Gesichtern des Sanders.
00:25:04: Mit sechsundzwanzig Jahren berichtet sie direkt vom Gelände und bewegt sich mitten durch die Menschenmeng, die MTV gleichzeitig permanent als Symbol jugendlicher Freiheit- und Eskalation inszeniert.
00:25:15: In der Drainback-Dokumentation berichtet Lewis von einer Crowdsurferin, die sie hinterher fragt wie cool es gewesen sei.
00:25:21: Die Antwort?
00:25:23: Well I hate all men now.
00:25:26: Nun ich hasse jetzt alle Männer.
00:25:28: Header Eason Liposki war damals vierzehn und erzählt in der Doku, dass sie in ihrem Alter noch nie Hände an diversen Körperstellen hatte wo sie während des Crowdsurfing berührt wurde.
00:25:39: Promoter John Cher verteidigt die Situation mit Berichten über Frauen, die freiwillig oben ohne Crowdsurfen – er hätte sowieso nichts dagegen tun können!
00:25:49: Header beschreibt diese Situation als Fehlen von Respekt.
00:25:52: Von den Promotern gegenüber den Fans, von den Fans gegenüber der Location, von Männern gegenüber Frauen.
00:25:59: MTV-Kameras fanden immer wieder über Frauenkörper.
00:26:02: Teilweise werden Besucherinnen oben ohne erkennbare Zustimmung gefilmt.
00:26:07: Vor Bühnen greifen Männer in Menschenmengen Frauen an den Körper.
00:26:11: Zeitgenussige Berichte sprechen von mehreren untersuchten Vergewaltigungen und weiteren sexualisierten Übergriffen, teils in Moshpits und dicht gedrängten Menschenmängen.
00:26:21: Gleichzeitig wirkt Woodstock vielerorts wie eine gigantische Dauerparty ohne klare Grenzen.
00:26:26: Menschen klettern auf Lautsprecher-Türme, überall liegen Flaschen, Müll und zerstörte Absperrungen.
00:26:31: Und zwischen all dem bewegen sich MTV Moderatoren, Kamerateams und Sponsorenflächen fast wie durch eine Parallelwelt.
00:26:39: Dieser Kontrast taucht später in vielen Rückblicken immer wieder auf.
00:26:43: Auf der einen Seite verkauft Woodstock Freiheit Spaß und totale Eskalation als Lifestyle!
00:26:49: Auf der anderen Seite beschreiben Besucherinnen das Festival zunehmend als unangenehm oder einschüchternd.
00:26:54: Die Autorin Gina Arnold schreibt später, Woodstock habe gezeigt wie stark Teile der amerikanischen Festival- und Ruckkultur Ende der Neunziger von männlicher Dominanz geprägt gewesen seien.
00:27:03: Das macht viele Szenen aus heutiger Perspektive so extrem unangenehm.
00:27:08: Vieles wirkt nicht wie spontane Grenzüberschreitungen sondern wie ein Umfeld in dem Respekt irgendwann komplett verschwindet.
00:27:15: Mehrere Besucher berichten später außerdem dass Security Unveranstalter auf Übergriffe oder problematische Situationen häufig kaum reagiert hätten.
00:27:24: Der Journalist Stephen Hayden beschreibt Woodstock deshalb rückblickend nicht nur als Festival, sondern auch als ein Wochenende an dem Frust, Kommerz, Alkohol, Überforderung und Matschokultur umgebremst aufeinanderprallen.
00:27:36: Genau in dieser Stimmung fällt der Auftritt von Limb Biscuit.
00:27:45: Am Nammstagabend, dem vierundzwanzigsten Juli, wartet das gesamte Festival praktisch auf Fred Durst & Co.
00:27:54: Die Band gehört damals zu den größten Namen des amerikanischen New Metal Significent Other erscheint wenige Wochen vor Woodstock und schießt direkt auf Platz eins der Billboard-Charts.
00:28:04: Songs wie New Key, Rearranged oder Break Stuff laufen permanent auf MTV oder bei TRL.
00:28:10: Fred Durst will zu diesem Zeitpunkt fast die perfekte Symbolfigur dieser Ära.
00:28:15: Grote Yankee Kappe, aggressive Bühnenansagen irgendwo zwischen Rapper, Wrestling Promo und Rockstar.
00:28:22: David Peißner beschreibt die Atmosphäre später als ein Publikum, das ich angefühlt habe, als würde es nur noch auf einen Auslöser warten.
00:28:29: Und dieser Auslöser kommt mit Breakstuff!
00:28:34: Der Song erscheint erst wenige Monate vor dem Festival.
00:28:37: Er handelt von Frust, Kontrollverlust und Aggressionen.
00:28:55: So kündigt Durst den Song auf Woodstock an.
00:28:59: Als Limbisket-Breakstuff anspielt, verändern sich die Menge sofort.
00:29:04: Videoaufnahmen zeigen riesige Moschplits Grout-Surfing und Menschen, die Speerholzblatten aus den Absperrungen reißen.
00:29:09: Teilweise werden die Holzstücke anschließend wie Surfbretter über die Menge getragen.
00:29:14: Der damalige Sanitäter Joe Pena erinnert sich später in der Drain-Rack-Doku, dass die Stimmung bei Breakstuff vom Nice Day zu Zerstörung wechselte.
00:29:23: Zeitweise musste er sechs Patienten gleichzeitig behandeln.
00:29:26: John Schirbe richtet in der Doku, er habe noch nie einen Akt gestoppt.
00:29:29: Bis zu diesem Abend.
00:29:33: Fred Durst weist später mehrfach zurück das Limbisket die Eskalation ausgelöst hätten.
00:29:38: Im Interview nach dem Auftritt sagt er, er haben noch nie so etwas gesehen aber es sei nicht ihre Schuld doch es war großartig.
00:29:45: John Schurr bemerkt anschließend, er wusste nicht was für ein Idiot Durst sei, er hätte die Crowd im Hand und drehen beruhigen können... ...und hat sich stattdessen weiter angeheizt.
00:29:54: Sekülti-Mitarbeiter Keil meint, man könne Limbisket nicht vorwerfen, Limbiskit zu sein.
00:29:59: Immer mehr zerstörte Absperrungen immer mehr Müll, immer mehr Menschen die auf Türme oder Konstruktionen klettern.
00:30:06: Woodstock'九h neunzig wirkt jetzt nicht mehr wie ein chaotisches Festival, sondern wie ein Ort an dem Aggression langsam Teil der Atmosphäre geworden ist.
00:30:20: Am Sonntagabend versucht Woodstock Neunzig noch einmal an die Symbolik des ursprünglichen Festivals anzuknüpfen.
00:30:26: Besucher bekommen Kerzen.
00:30:29: Gedacht ist das ein friedlicher Abschlussmoment, als Lichtzeichen gegen Gewalt.
00:30:34: In der Rückschau klingt es fast grotesk, weil genau diese Kersten später Teil der Brandnacht werden.
00:30:40: Währenddessen spielen die Retter Chili Peppers auf der Eaststage Under the Bridge.
00:30:44: Dan Gross mitbegründer einer Friedensorganisation gegen Waffengewalt beschreibt den ersten Moment als eines der schönsten Dinge, die er je sah.
00:30:53: Vor der geplanten Zugabe kommt Promoter John Schurr auf die Bühne.
00:30:56: In Steve Heidens Rekonstruktion für The Ringer wird seine Ansage so wiedergegeben.
00:31:02: As you can see, if u look behind yu we have a bit of a problem.
00:31:06: Wie ihr sehen könnt wenn ihr hinter euch schaut wir haben ein kleines Problem.
00:31:10: Das Problem ist kein kleines.
00:31:14: Hinter dem Publikum brennt bereits ein großes Feuer.
00:31:17: Als die Retard Chili Peppers kurz darauf zurück auf die Bühne kommen kommentiert Anthony Kiddes die Lage laut derselben Rekonstruktion mit Holy shit it's apocalypse now out there.
00:31:27: Make way for the firetrucks.
00:31:29: Verdammt, da draußen ist Apokalypse now!
00:31:31: Macht Platz für die Feuerwehrautos.
00:31:33: Dann spielt die Band Fire von Jimi Hendrix.
00:31:37: Das wirkt später wie einer dieser Momente bei denen Bild und Symbolik so brutal ineinanderfallen das kaum noch zu trenne ist was Absicht, was Zufall und was Fehlentscheidung isst.
00:31:49: Kides schreibt in seiner Autobiografie Scar Tichu Später Die Band habe Fire nicht wegen der Brände gespielt sondern auf Wunsch von Jimmi Hendricks Schwester nachdem eine geplante Handwreckshomage nicht zustande gekommen sei.
00:32:01: Zugleich räumt er ein, dass es verantwortungslos gewesen sein könnte einfach aufzutreten und wieder zu gehen ohne sich genauer mit der Lage auf dem Gelände zu beschäftigen.
00:32:10: Auf dem Gelnde wachsen die Feuer weiter Menschen tragen brennende Holzplatten durch die Menge andere reißen Sperrholzausabsperrungen oder werfen Müll in die Flammen.
00:32:19: Verkaufsstände werden bestätigt Geldautomaten werden attackiert.
00:32:24: Der Journalist Brian Hyatt, der Woodstock später ausführlich aufarbeitet, beschreibt bei The Ringger das die Friedenskerzen zum Anzündmaterial der Brände wurden.
00:32:32: Er sagt dort ... Die Friedenskerzen wurden zum Zündmaterial für die Feuer die Teil des Aufstands worden.
00:32:43: Hyatt berichtet außerdem dass Besucher bereits im Verlauf des Wochenendes immer wieder Feuer gelegt hätten ohne dass dies wirksam unterbunden worden sei.
00:32:51: Besonders verstörend ist, wie lange der Abend weiter läuft.
00:32:56: Aufnahmen zeigen brennende Flächen im Hintergrund während im Vordergrund Menschen jubeln, filmen oder scheinbar zielos über das Gelände laufen.
00:33:03: Was zuerst die einzelnen Feuerstellen aussieht wird immer mehr zur einer Brandlinie über das gesamte Festivalgelände.
00:33:09: Der frühere MTV-Moderator Dave Holmes erinnert sich bei Hayden an die Lage der Kamerateams.
00:33:15: Er beschreibt dass Kameraleute und Produktionspersonal in einem Turm saßen, der während der Show wie eine Szene aus Game of Thrones hätte eingerissen werden können.
00:33:23: Für die Menschen dort oben sei das kein abstraktes Chaos gewesen, sondern eine reale Bedrohung.
00:33:28: In manchen Berichten existiert praktisch keine Ordnung mehr.
00:33:31: Security zieht sich zurück, Besucher blündern Verkaufsstände, Müllcontainer werden umgeworfen, Menschen klettern auf Konstruktionen, die dafür nie gedacht waren.
00:33:41: Als am Montagmorgen langsam die Sonne aufgeht bleiben ausgebrannte Stände, Müllberge und ein Gelände zurück, dass er an die Bilder eines Aufstands erinnert als an das Erbe von Wutztok-.
00:34:00: I don't think the crowd understood what i meant.
00:34:19: Okay, let's get rid of all that negative energy so we can bring positive
00:34:22: in.".
00:34:23: That means start jumping, jumping and singing.
00:34:26: It doesn't mean start raping or burning the place down.
00:34:30: Ich glaube das Publikum hat mich nicht verstanden.
00:34:32: Hey lasst alle negative Energie hinter euch um das positive reinzubringen.
00:34:36: Also springt, springt und sinkt.
00:34:38: Es heißt nicht fangt an euch zu gewaltigen und brennt alles nieder.
00:34:44: I would turn the finger and point it back to people that hired us.
00:34:54: Es ist einfach uns die Schuld zu geben, aber wir wurden engagiert für das was wir tun und das haben wir getan!
00:35:01: Ich will den Finger auf DIE zeigen, die uns angeheuert haben.
00:35:05: Hier beginnt eigentlich die spannende Frage War Woodstock-Renau wirklich nur als Problem einzelner Bands oder aggressiver Besuche?
00:35:13: Oder war das gesamte Festival von Anfang an falsch gebaut?
00:35:16: Denn viele Probleme entstehen lange bevor die ersten Feuer brennen Zu wenig Schatten, zu wenig Wasser.
00:35:22: Überforderte Security, überfüllte Bereiche, hohe Preise, Dauerstress, Hitze, Alkohol,
00:35:28: Schlafmangel.".
00:35:30: Steven Hayden beschreibt das Festival später deshalb weniger als plötzliche Eskalation sondern als Kettenreaktion.
00:35:36: Ein Festival, dass Menschen körperlich und emotional permanent reizt bis irgendwann kaum noch Kontrolle übrig bleibt.
00:35:43: Dazu kommt die mediale Inszenierung.
00:35:45: MTV-Verkauf Wurzog neunundneinzig Tage lang als gigantische Party.
00:35:49: Kameras suchen ständig nach möglichst wilden Bildern Crowdsurfing, Nackteid, Moshpits, Eskalation.
00:35:56: Das Festival kostet Millionen.
00:35:58: Sponsorengelder, Merchandising und Verkaufsstände werden deshalb immer wichtiger.
00:36:03: Viele Besucher haben später das Gefühl, dass auf dem Gelände aus allem Profit gemacht werden soll.
00:36:08: Selbst Wasser wird zum Streitpunkt.
00:36:11: John Scheer verteidigt die Preise später in Interviews teilweise mit Sicherheits- und Infrastrukturkosten.
00:36:16: Viele besuche empfinden die Situation trotzdem als Abzocke.
00:36:19: Und dann gibt es noch die Frage nach der Kultur selbst.
00:36:23: Woodstock'''Rollinundneunzig entsteht in einer Zeit, in der Aggression und Eskalation längst Teil großer Rockshows geworden sind.
00:36:30: New Metal lebt von Wucht, von Frust und von körperlicher Energie.
00:36:34: Die meisten Konzerte dieserzeit enten nicht im Chaos.
00:36:38: Aber Woodstock-Rollingundneunsich bringt plötzlich alles zusammen – überhitzte Menschen, kommerzielle Überforderungen mangelhafter Organisationen, Macho-Kultur, Alkohol, Drogen, ständige mediale Selbstinsinnierung!
00:36:50: Das Festival wirkt nicht wie eine einzelne Fehlentscheidung, es wirkt wie ein kultureller Kurzschluss.
00:36:56: Als würde Ende der Neunzigerjahre plötzlich alles gleichzeitig kollidieren.
00:37:04: Woodstock-IX bleibt vor allem als beschädigtes Symbol zurück, denn der Name Woodstock steht bis dahin für etwas völlig anderes – Für Gemeinschaft gegen Kultur und das Gefühl dass Musikmenschen verbinden kann.
00:37:17: Und plötzlich verbinden Menschen denselben Namen mit brennenden Verkaufsständen, sexuellen Übergriffen und Fernsehbildern eines völlig entgleisten Wochenendes.
00:37:26: Michael Lange versucht den Ruf des Festivals noch lange zu verteidigen – in Interviews betont er immer wieder, dass Woodstock nicht nur aus Gewalt bestanden habe.
00:37:34: und tatsächlich berichten viele Besucher später auch von guten Konzerten, Gemeinschaft oder starken Erinnerungen.
00:37:40: Trotzdem verändert dieses Wochenende den Blick auf Großfestivals nachhaltig!
00:37:44: Steven Hayden beschreibt das Festival rückblickend als ein Moment, in dem die optimistische Kultur der Neunzigerjahre plötzlich Risse bekommt.
00:37:52: Noch wenige Monate zuvor wirkt Amerika vielerorts wie ein Land im Daueraufschwung.
00:37:57: .com Boom MTV und Popkultur Wirtschaftswachstum.
00:38:00: Woodstock zeigt hingegen ein anderes Bild Überforderungen Aggression Kommerz Enthemmung Fast wie ein kultureller Wendepunkt.
00:38:10: Das Ende einer bestimmten neunzeiger Jahre Fantasie Die Vorstellung Eskalation, dass sie sich beliebig vermarkten.
00:38:16: Das gigantische Menschenmengen automatisch Gemeinschaft erzeugt.
00:38:19: Dass Aggression immer kontrollierbar bleibt solange Musik läuft.
00:38:23: Schon weniger Jahre später verändert sich die amerikanische Kultur für immer.
00:38:28: Die Zwei Tausender beginnen mit Nine Eleven.
00:38:31: New Metal verliert langsam seine Dominanz.
00:38:34: MTV verändert seinen Programm.
00:38:36: Reality TV ersetzt zunehmend Musikkultur und Festivals professionalisieren ihre Sicherheitskonzepte deutlich stärker.
00:38:43: Woodstock selbst kehrt nie wieder in derselben Form zurück.
00:38:47: Stattdessen bleibt Woodstock, bis heute vor allem als Dokumentation bestehen.
00:38:51: Ob auf Netflix oder HBO, fast jede neue Generation entdeckt dieses Festival irgendwann erneut und stellt sich dieselbe Frage.
00:38:59: Wie konnte das alles so eskalieren?
00:39:01: Ein Wochenende, in dem plötzlich sichtbar wird was passiert wenn Commerz über Forderung Medieninszenierung und Aggression gleichzeitig außer Kontrolle geraten.
00:39:20: Wärst du damals hingefahren?
00:39:22: Ich glaube schon, dass es im Vorhinein ja nicht klar war wie es dann im Endeffekt aussehen wird.
00:39:28: Und wenn ich das was man so vom Woodstock neunsechzig gehört haben könnte in welchen Bestimmten habe ich mich sauber gefreut, wenn ich es geschafft hätte dahin zu fahren?
00:39:38: Das ist natürlich extrem.
00:39:40: Ich bin total witzig, ehrlich gesagt.
00:39:42: Also ich bin extrem beschissen.
00:39:46: Wortwörtlich!
00:39:47: Wenn man auf der neunneunziger Version steht quasi... Aber doch klar, wenn man so coole Sachen von vorher hört.
00:39:57: Wieso nicht?
00:39:59: Das Quaren finde ich auch cool.
00:40:00: Passt für mich nichts im Vibe, aber mein Gott...
00:40:03: Ich habe es schon am Anfang gesagt und das ganze Line-Up ist genau das was ich um die Leveln rum gehört habe.
00:40:11: Also ich weiß noch ganz genau wie ... Was war eine Wucht von Slipknot Irobat?
00:40:16: So auf meine frühen anfänglichen Teenjahre damals.
00:40:22: Da hat er ja wirklich alles gegeben.
00:40:25: Elternfragen besorgt, ob alles in Ordnung ist, weil die Musik so laut und böse ist ... Und man war ja der kleine Rebell- ... Wenn ich jetzt überlege mein Neffel mit zwölf ... Wenn nicht die Musik jetzt nicht kennen würde?
00:40:39: Ich hab sie selber gehört.
00:40:40: Aber wenn ich was eher in seinem Alter hört ... Ich auch so, ah, ja, ja!
00:40:44: Ob das für das Alter oder anderseits ... Ich habe damals eben ... Stippen auf den Cradle of Thief Marduk wie legal mir Musik besorgt, über legale Programme mit einem Esel.
00:40:58: Ich glaube alle die damals im Ähnlichem wissen was ich meine.
00:41:03: Man kann ja an sehr viele Sachen ran und dann wird es krassen Scheiß reingezogen in sehr jungen Jahren.
00:41:09: Dementsprechend, ich wäre sofort dahin gefahren.
00:41:12: Und ja, während neunundneunzig wär ich zu jung gewesen.
00:41:14: aber wenn ich dann sag mal auch jetzt so dann so ein also wenn ich da irgendwie fünf Jahre älter gewesen wäre, sechzehn, siebzehn achtzehn wäre dort gewesen.
00:41:21: Ich hätte wahrscheinlich auch, wenn alle das machen, mir so eine Speerholzbatter genommen und jetzt fäll ich es sogar auch.
00:41:27: Feuer hätte ich wahrscheinlich nicht gelegt aber über Flammen springen oder was heißt ich?
00:41:33: Also ich glaube, ich wäre da wahrscheinlich einfach so miteskaliert in der Masse.
00:41:38: Wenn sich dann so ein Ding hochschockelt, wenn man eben so einen Jugendlicher ist.
00:41:42: Jetzt würde ich's nicht mal machen.
00:41:44: Wenn ich heute da wäre und es würde so escalieren, ich glaube ich würde dann das Weite suchen Als Jugendlicher, der genau diese Musik gerade in genau dieser Phase hört und du kannst einmal alles rauslassen.
00:41:56: Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich mich dann nicht mit hätte reinen eskalieren lassen.
00:42:04: Aber ja das Festival auch gerne mal in manchen Artikeln oder es gibt glaube ich ein Doku-Titel.
00:42:10: Wir haben gerade nicht sicher gelandet als The Day the Nineties died also an der Tag, an dem die neunziger gestorben sind Und es passt ja irgendwie auch.
00:42:17: Das hatte ich jetzt so über Jahre lang irgendwie so eine Szene, so ein Gefühl habe ich ja im Text mit drin gehabt und aufgebaut.
00:42:24: Und plötzlich zählt das in sich zusammen und im Rückblick... Ich weiß nicht, dass stimmt schon irgendwie, aber vielleicht ist es auch so, weil's halt nur zwei Jahre dann mit Nine Eleven die Kultur einfach komplett gedreht hat, auch wenn es einen Zeitraum von zwei Jahren war.
00:42:41: Also ich hab dann auch erst mal andere Musik gehört in Zeitland.
00:42:46: Also nicht deswegen, aber wahrscheinlich weil's biografisch so gut passt für mich diesen Titel The Day the Nineties Deight irgendwie auch sehr, sehr passend.
00:42:55: Weil es auch ganz anderen Nineties sind als ich sie Mitte der Nineties mitbekommen habe.
00:43:00: Meine jungen Nineties waren diese Bubblegum Nineties, Coco Jumbo, Barbie Girl und was weiß ich?
00:43:09: Next Eat Voice!
00:43:10: NSYNC, also diese Pop-Nineties als noch alle Bands wie fünf Männer oder fünf Frauen waren.
00:43:16: Die haben einfach irgendwie ausgelaufen ohne dass was verbrannt ist.
00:43:22: Schade eigentlich!
00:43:24: Hier war vor so ein Backstreet Boys NSync Riot sowieso West Side Story zwei Gangs und so Civil War NSync Fans gegen Backstreat Boys Fans.
00:43:34: Ich hab eine richtig geile Filmidee gerade.
00:43:38: Oh Gott.
00:43:40: Also, liebe Leute, falls ihr ein großes Filmsstudio habt ... Ich hab deine Idee!
00:43:44: Wir können auch ... Wer waren denn die anderen Spice Girls?
00:43:47: Es gibt diese Deutschen... Wie sind die noch mal immer so...?
00:43:51: Die New
00:43:52: Angels?!
00:43:52: Du
00:43:52: Arschloch,
00:43:53: irgendwie.
00:43:53: Achso, Tiktoktoe, da werden wir ja zu dritt.
00:43:55: Das muss ein Ferrakampf sein.
00:43:56: Es waren fünf Spice girls.
00:43:58: Aber
00:43:58: die New Angels sind auch ... Wir waren
00:44:00: am Anfang zu fünft, genau.
00:44:01: Weil Tiktaktoe war nur drei.
00:44:03: Die All Saints waren nur zu viert und die Schocker-Belbs nur zu dritte.
00:44:05: Warum weißt du das?
00:44:10: Das weiß man halt.
00:44:15: Und das ja auch die Bilder gesehen, die wir auf Instagram hochgeladen haben, haben wir zum ersten Mal vor der Folge fertig gemacht?
00:44:21: Hätte ich wohlgefühlt!
00:44:22: Also unser Folgen-Titelbild ist ein sehr romantisches Bild mit diesem Pärchen was sich vom Feuer küsst und was inszeniert wirkt...
00:44:29: Ich glaube wenn man so selber mit in einer Stimmung sein kann.... Und es gibt Momente, wo ich mir das zugetraut hätte.
00:44:38: Bestimmt aber eigentlich ...
00:44:40: Also so...
00:44:41: Ich habe wirklich ein großes mit Pissen, ehrlich gesagt.
00:44:44: So auch wenn ich mit jemandem im Bade zusammen irgendwo in einem Fluss oder einem See und ich weiß dass die Person neben mir gerade pinkelt dann gehe ich aus dem Wasser.
00:44:52: Finde ich ganz schlimm.
00:44:53: Keine, aber bin ich auch ganz respektlos!
00:44:58: Deswegen ist ja für mich nicht immer ein Part gewesen.
00:45:00: Ich glaube das wäre mir generell doch ein bisschen zu wild.
00:45:05: Ehrlich gesagt.
00:45:05: Ich wollte euch wundern, was wir mit Pisse meinen und wie die Bilder nicht reingenommen haben?
00:45:12: Wenn ihr Bilder von Woodstock der Nineties seht und Menschen sind voller Matsch, dann sind die meistens aus dem Pool oder Pispool oder Pisspit, glaube ich, samstens getauft damals.
00:45:22: Das ist quasi ein Matsch vom Schlamm auf dem Boden aus den überlaufenden Toiletten.
00:45:28: Und während die Leute da drinnen sich gesult und getanzt haben wurde halt einfach auch daneben stehend rein orientiert Ja, und am Ende hat alles gebrannt.
00:45:36: Und wahrscheinlich hat auch danach die Haut gebrannt, wenn man sich da drinnen so rumselt... Also ja ein Festival würde ich sagen.
00:45:44: musikalisch wäre es voll mein Ding gewesen.
00:45:47: Der Rest bin ich ganz froh, dass ich zu junger, zu weit von den USA entfernte Jugendlicher war damals.
00:45:55: Was ich aber damals sehr gut konnte ist diese Musik hören und Snacks essen!
00:46:02: Erstens Wutstorck, neunzehnundsechzig wirkt fast wie ein Stau mit Soundtrack.
00:46:08: Hunderttausende Menschen bleiben damals kilometerweit im Stau stehen und laufen zu Fuß weiter.
00:46:14: Einige Acts erreichen das Gelände nur noch per Helikopter.
00:46:18: Zweitens, Wutztorck neunundsechszig ist ausversehend kostenlos.
00:46:23: Weil Zäune und Eingänge den Menschenmassen irgendwann nicht mehr standhalten öffnen die Organisatoren das Gelnde.
00:46:29: Aus einem Ticket-Festival wird plötzlich eines der größten Free-Konzerts der Musikgeschichte.
00:46:33: Drittens, Woodstock'九undneinzig findet auf einer ehemaligen Air Force Base statt.
00:46:39: Statt grüner Hügel warten Beton, Rollfelder und kaum Schatten auf die Besucher.
00:46:44: Teilweise beschreiben Menschen das Gelände später wie einen riesigen Backofen.
00:46:49: Viertens, Wood Stock findet neunundsechzig eigentlich gar nicht in Woodstock statt!
00:46:54: Weil die ursprünglichen Planungen scheitern, zieht das Festival kurzfristig auf die Farm von Max Jasker nach Bethel um.
00:47:00: Der Name bleibt trotzdem – vermute ich auch weil Bethel-SixTinein deutlich weniger legendär klingt!
00:47:23: Ohne diese Flüge hätte das Festival zeitweise praktisch stillgestanden.
00:47:30: Woodstock sollte einmal bedeuten, dass hunderttausende Menschen friedlich zusammen Musik hören können.
00:47:35: Nineteinundneunzig ist davon kaum noch etwas übrig.
00:47:39: Stattdessen bleibt ein Festival zurück, da sich anfühlt wie einen Blick in eine erschöpfte, aggressive Kultur kurz vor den Zweitausenden!
00:47:45: Woodstock-Näunzig wirkt heute wie das Gegenteil von allem wofür der Name Woodstock einmal stand?
00:47:50: Was ein Symbol für Frieden und Gemeinschaft wird, eine Wochenende voller Aggression über Forderung und Kontrollverlust.
00:47:58: Damit ist das halbe Line-Up unseres Festival-Specials.
00:48:01: durch!
00:48:02: Als nächstes die Bühne betritt The Love Parade.
00:48:06: Das war Radio Obscura.
00:48:08: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann bleibt auf dem Zeltplatz.
00:48:12: folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da.
00:48:14: Wir hören uns bis dahin.
00:48:16: Bleibt im Klappstuhl vom Zelt
00:48:18: Bleibt bei euch
00:48:19: Bleibt in dunkel
00:48:20: Und radio aus.
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