#036: Festivals Gone Wrong Pt. IV - It was NOT A SCAM

Shownotes

🎧 Worum geht’s in dieser Folge?

Ende 2016 erscheint auf Instagram plötzlich ein orangefarbenes Quadrat. Innerhalb weniger Stunden verbreiten Influencer und Models das Symbol millionenfach. Dahinter steckt das Fyre Festival: ein Luxusfestival auf den Bahamas, beworben mit Privatinseln, Villen, Spitzenköchen und exklusiven Erlebnissen.

Doch hinter den Kulissen wächst die Werbekampagne schneller als das Festival selbst. Während Tickets verkauft und Millionen Menschen erreicht werden, kämpfen Organisatoren mit fehlender Infrastruktur, Zeitdruck und Finanzierungslücken.

Als die ersten Gäste im April 2017 auf Great Exuma ankommen, kollidieren Marketing und Realität. Aus einem der erfolgreichsten Influencer-Projekte seiner Zeit wird innerhalb weniger Stunden eines der berühmtesten Festivaldesaster der modernen Popkultur.

Radio Obscura spricht über Billy McFarland, Magnises, die Fyre-App, Ja Rule, Social-Media-Marketing, das berüchtigte Käsebrot, die juristische Aufarbeitung und die erstaunliche Geschichte einer Marke, die selbst nach ihrem Zusammenbruch nicht verschwinden wollte.

Kapitel

(00:00:00) Opening: Das orange Quadrat (00:01:20) Intro & Begrüßung (00:07:53) Festival als Versprechen (00:13:10) Billy McFarland und die Logik des Zugangs (00:18:32) Die Insel, die keine bleiben durfte (00:22:59) FOMO auf den Bahamas (00:27:29) Vier Monate bis zur Unmöglichkeit (00:32:36) Cashless in die Katastrophe (00:36:09) Ankunft im Paradies (00:40:37) The Cheese Sandwich (00:44:28) Die Insel wird zur Falle (00:48:59) It was NOT A SCAM (00:53:25) Der Prozess gegen das Versprechen (00:57:59) Warum Fyre nicht verschwindet (01:13:43) snacks.fm – Fyre Edition (01:15:34) Die Musik verstummt

📚 Quellen & Literatur

• Carreyrou, John / Vanity Fair (Hg.): Disaster on Great Exuma. Inside the Fyre Festival’s Spectacular Collapse, New York 2017. • Federal Bureau of Investigation (Hg.): Fyre Festival Founder Sentenced, Washington D.C. 2018. • Hulu (Hg.): Fyre Fraud, Dokumentarfilm, USA 2019. • Netflix (Hg.): Fyre: The Greatest Party That Never Happened, Dokumentarfilm, USA 2019. • United States Attorney's Office, Southern District of New York (Hg.): William McFarland Pleads Guilty In Manhattan Federal Court To Defrauding Investors And Ticket Vendor, New York 2018. • United States Attorney's Office, Southern District of New York (Hg.): William McFarland Sentenced To 6 Years In Prison In Manhattan Federal Court For Engaging In Multiple Fraudulent Schemes, New York 2018. • U.S. Securities and Exchange Commission (Hg.): SEC Charges Founder of Fyre Media and Former CEO with Defrauding Investors, Washington D.C. 2018.

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🎙️ Hosts: Svea & Tim

Transkript anzeigen

00:00:01: Es ist nur ein kleines Bild, ein orangefarbenes Quadrat auf einem weißen Hintergrund.

00:00:07: Weder Band-Logo noch Festivalplakat – eigentlich nichts das besonders

00:00:11: auffällt!

00:00:13: Trotzdem taucht es plötzlich

00:00:14: überall

00:00:15: auf.

00:00:16: Auf den Instagram Profilen von Models, Influencern und Prominenten.

00:00:20: Menschen mit Millionen Followern posten exakt dasselbe Bild

00:00:23: zur gleichen

00:00:24: Zeit.

00:00:25: Innerhalb weniger Stunden

00:00:27: fragen sich

00:00:27: Tausende Menschen im Internet was dahinter steckt?

00:00:31: Dann erscheint ein Video, Palmen jachten türkisblaues Wasser.

00:00:36: Junge Menschen die aussehen als würden sie direkt aus einer Werbekampagne kommen.

00:00:40: Sie springen ins Meer fahren Jetski feiern am Abend und lachen in die Kamera.

00:00:46: Alles wirkt ein bisschen zu perfekt.

00:00:49: Das Versprechen lautet nicht einfach Musik sondern Luxus, Exklusivität Die Art von Erlebnis von der man später erzählen kann weil andere nicht dabei waren.

00:00:59: Wenige Monate später sitzen Menschen auf einer Insel in der Karibik und fragen sich, wie sie hier gelandet sind.

00:01:05: Die einen nennen es das größte Festival-Desaster aller Zeiten andere sprechen von Betrug.

00:01:12: Und manche behaupten bis heute...

00:01:14: It was not a scam!

00:01:17: Bekommen bei Radio Obskura.

00:01:48: Schön, dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures Crime & Mystery.

00:01:53: Wir erzählen von Ravioli, Zelden und Dixiclos Mal real, mal unerklärlich.

00:01:58: Vom Ring bis zum Park von Wacken bis zur Fusion!

00:02:01: Wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?

00:02:04: Ich bin Svea

00:02:05: Und ich bin Tim.

00:02:06: Zum Abschluss unseres Festival Specials geht es auf die Bahamas.

00:02:11: Ihr neben Orangenquadraten findet ihr auch auf Instagram

00:02:15: unter Radio Obscura

00:02:16: Podcast alles klein und zusammengeschrieben und für Menschen die nicht auf Instagram sind auf

00:02:21: radioobscura.de

00:02:23: Auch klein und zusammengeschrieben außer das Wort Punkt.

00:02:27: Da will ihr auch die Bilder zum Anschauen ohne Instagram-Account.

00:02:31: Deswegen haben wir jetzt angefangen, ein bisschen mehr Text in die Bilder selber zu packen, damit hier vielleicht auch die Caption nicht fehlt

00:02:40: heute...

00:02:42: Ja aber nicht auf der Homepage.

00:02:43: da sieht man nur die Bilder unter die Captions.

00:02:45: deswegen habe ich angefangen etwas mehr Text an die Bilder zu hauen.

00:02:50: Hier ist der vierte Teil von unserem Special.

00:02:53: Die Festivals sind also bald vorbei, zumindest unsere.

00:02:57: Und unser Line-Up steht auch schon fast.

00:03:00: Ich glaube wenn ihr die Folge heute hört dann fehlt nur noch die Pfannkuchenstage... ...die jetzt gefüllt wird bis zum siebenundzwanzigsten.

00:03:08: Ja und dann könnt ihr uns gerne mal sagen, zumindest die auf Instagram sind ob ihr hingehen würdet zu unserem Obscura Festival oder ob das Line Up euch überhaupt nicht zusagt würde uns mal interessieren.

00:03:18: Wenn ihr alle Nein sagt, dann buchen wir es nicht!

00:03:20: Ja und wir dachten uns für die heutige Folge.

00:03:23: nach Crowdcrush, Woodstockler-Ninzig

00:03:25: und

00:03:25: The Love Parades gehen wir mal weg von klassischen Katastrophen mit Toten.

00:03:31: Und versuchen ein bisschen, ja so komisch es klingt ablifting zu werden mit einem Festival das vor allem als Medienkatastrophe als Bedrugsfall und Popkultur-Meme existiert.

00:03:44: So ohne schon zu viel zu spoilern, aber bist du schon mal bei einer Veranstaltung gewesen?

00:03:48: Eine Musikveranstaltung ein Konzert oder ein Festival wo mehr angekündigt war als das letztendlich vor Ort gewesen ist.

00:03:55: Oder auch in anderen Fällen wir haben jetzt einen Sommer und du fährst bald in den Urlaub.

00:03:59: Ist ja schonmal passiert dass quasi auf den Bildern immer ein bisschen mehr Party ist bei Hamas Yachten Palmen Und am Ende ist es einfach nur eine Fototapete gewesen.

00:04:10: Aber das wäre so schön wenn ich jetzt genau so was erzählen könnte.

00:04:14: Nee, das natürlich nicht.

00:04:16: Ich war schon mal mit meiner Mutter, die begrüße, falls ihr das hört ... Also auf so einer kleinen Wandertour in der Eifel, falls jemand schon mal den Trail da gelaufen ist, sehr bekannt und da waren wir in so eine kleine Unterkunft oder beziehungsweise ... War irgendwie nicht so richtig ausgeschrieben Und dann kamen wir da an sahen schon anders aus, aber das wo wir ankamen war wirklich wie eine Zeitreise.

00:04:42: Also wir waren wirklich in einem Zimmer, dass genau so in den siebzigern und achtzigern hätte stehen können.

00:04:48: Und das war tatsächlich nicht so auf den Bildern zu erkennen.

00:04:50: Das war sehr interessant.

00:04:52: Aber voll spannend irgendwie!

00:04:55: So Veranstaltung auf jeden Fall... also ich hatte das mal, was habe ich schon oft erlebt?

00:05:01: Dass man sich zum Beispiel bei einem Science Slam möchte die Veranstaltungsordnung jetzt nicht nennen Und da wurde geworben mit

00:05:11: Jungen

00:05:12: nach, was heißt das denn?

00:05:13: Nachwuchs-Wissenschaftler.

00:05:15: Ja genau, Nachwuchswissenschaftlern.

00:05:18: Die jüngste Person war glaube ich Mitte dreißig oder so viel, aber nach Wuchs habe ich da irgendwie nicht gefunden ehrlich gesagt.

00:05:24: Das war schon auch ein bisschen enttäuscht und weil die irgendwie auch... Also zwei davon wirklich eigentlich nicht geforscht haben sondern eher so Projekte vorgestellt haben also zum Beispiel dieses Also ein Aufklärungsprogramm über Sepsis und so.

00:05:35: Es war schon spannend, aber es war halt keine Forschung.

00:05:37: Was ich gedacht habe, so'n Nerdtalk über ... keine Ahnung, Molekularbiologie, womit ich irgendwie in der Kneipe mal ein bisschen prallen kann.

00:05:47: Ich konnte lieber Sepsises aufklären, das war auch spannend.

00:05:50: Wichtig halt nur!

00:05:53: Und du?

00:05:55: Ich lege

00:05:55: gerade, ob ich mal auf ... Ich glaub Konzerte hatte ich immer Glück.

00:05:58: also jetzt reden wir grad in einer Zeit weit nach Corona.

00:06:04: Weit, ist jetzt auch nicht so viele Jahre her aber natürlich war dann während Corona natürlich auch so ein manches Konzert und da dachte ich diesen Sommer wird's klappen, dann wird es verschoben und ich glaube das längste war, fand zwei jahre später statt.

00:06:14: Das war hoffentlich mich am meisten gefreut habe.

00:06:18: Es war eine Verschiebung die ja nachvollziehbar war und jetzt nicht so dass da was anderes versprochen wurde sondern die Welt war halt so.

00:06:25: Ich hab selber mal was veranstaltet, was einen Haupteckt versprochen hat Aber der Haupteckt, der ist nicht erschienen.

00:06:35: Er hat aber abgesagt vorher.

00:06:36: das heißt wir wussten am Abend der Veranstaltung wussten mir dass er nicht kommt weil er erst krank geworden.

00:06:41: Aber gerade bei dem Publikum was er angezogen hatte was nicht gerade damals noch eher Facebook statt Instagram Affin war sondern eher über Plakate oder über

00:06:51: den

00:06:51: Hörfunk mitbekommen.

00:06:53: Das passiert die haben wir natürlich dann erst vor Ort beim Eintritt Zahlen informiert also Vorm Eintritt zahlen, das wir gesagt haben.

00:07:01: Du kannst jetzt rein aber der Dude kommt nicht.

00:07:04: Wenn du zahlst kriegst du quasi den Gutschein für seine nächste Veranstaltung.

00:07:08: dann konnte man beim nächsten Mal wo er Auftritt kostenlos rein.

00:07:10: Das hätte erstens

00:07:11: vorher zugesichert.

00:07:12: also wir hatten dann Ersatz zumindest.

00:07:14: Aber ich wusste es an dem Abend erst relativ spät dass er nicht auftritt musste.

00:07:18: selber auftreten Stimmt

00:07:20: das hast du mir mal erzählt

00:07:22: Wo ich nix dabei hatte dann die Aufstellung des VfL Buchum vorgelesen habe.

00:07:25: Jetzt müssen wir jemand ein Buch gebracht hat.

00:07:31: Das war lustig.

00:07:32: Aber damit ihr nicht enttäuscht werdet, dass ihr nichts zu hören bekommt fangen wir mal mit der Folge heute an.

00:07:38: Wir haben wieder eine nicht normale Folge weil es ist die letzte Festivalfolge werden also beide einen Teil vortragen.

00:07:44: Die Sphäre beginnt und ich werde bis sie fertig ist krank und hau dann einfach ab.

00:07:49: Und Sie macht das ja alleine.

00:07:51: So viel Spaß.

00:07:58: Ein orangefarbenes Quadrat.

00:08:04: Keine Bandname, keine Bühne, kein Lageplan!

00:08:07: Nur diese eine Farbe die plötzlich auf Profilen erscheint den Millionen Menschen folgen.

00:08:14: Als Candle Jenner das Bild veröffentlicht folgen ihr damals fast achtzig Millionen Menschen.

00:08:19: Bella Hadid macht mit Emily Ratajkowski ebenfalls.

00:08:24: Innerhalb weniger Stunden taucht das orangefarbene Quadrat überall auf.

00:08:28: Wer an diesem Tag durch Instagrams kreut, bekommt nicht einfach nur Werbung eingespielt.

00:08:33: Es fühlt sich eher so an als würde irgendwo eine Tür aufgehen und nur bestimmte Menschen wüssten schon wohin sie führt.

00:08:41: Kurz darauf folgt das Video.

00:08:43: Die Kamera gleitet über das Wasser, dass es fast unecht aussieht.

00:08:51: Alles ist glatt, warm, körperlich und teuer.

00:09:03: Der Clip verspricht ein Festival auf den Bahamas – auf einer abgelegenen Privatinsel mit Musik, Kunst, Essen und zwei Wochenenden die mehr sein sollen als nur ein paar Tage Urlaub.

00:09:16: Auffällig ist wie wenig diese Veranstaltung am Anfang wie ein Festival wirkt!

00:09:20: Man sieht keine staubigen Campingplätze, keine überfüllten Eingänge, keine Dixiklos, keine Matschwege keine Ordner Westen, keine Bühne im Aufbau.

00:09:30: Man sieht vor allem Menschen die offenbar schon dort angekommen sind wo andere erst hin wollen.

00:09:36: Sie sehen nicht aus wie Besucher.

00:09:38: sie sehen aus wie Beweistücke für ein besseres Leben.

00:09:42: Normalerweise klingen Festivals aber anders.

00:09:45: Wurzlerk wurde in neunundsechzig nicht deshalb zu Mythos weil dort alles bequem war.

00:09:50: Hunderttausende Menschen kamen auf eine Farm in Bethel New York viele ohne bezahltes Ticket Viele mitten im Regen.

00:09:58: und das drei Tagen Musik wurde im Rückblick ein Bild für Gegenkultur, Chaos, Jugend- und Gemeinschaft.

00:10:06: Die frühe Love Parade in Berlin funktionierte ebenfalls nicht über Luxus.

00:10:11: Sie wurde neunundachtzig als politische Demonstration angemeldet mit dem Motto Friede Freude Eierkuchen.

00:10:19: Frieden stand für Abrüstung, Freude für Musik als Verständigung, Eier Kuchen für gerechte Verteilungen von Nahrung.

00:10:26: Das war naiv, sicher.

00:10:28: Aber es war eine Art von Versprechen.

00:10:31: Feier verspricht keine Gegenkultur!

00:10:35: Feierverspricht Zugang – nicht den Ausbruch aus einem System sondern den Eintritt in ein schöneres.

00:10:41: Keine Masse aber Auswahl das Gefühl dazu zu gehören.

00:10:46: Die Musik ist dabei fast nebensächlich.

00:10:49: Natürlich werden Ex angekündigt natürlich gibt es Termine und Ticketpakete Aber das erste Bild, dass sich einprägt ist kein Line-up.

00:10:57: Es ist eine Insel, Körper am Strand, Boote, Palmen, Sonnenlicht und die ständige Andeutung, dass diese Welt nur für kurze Zeit offen steht.

00:11:08: Das macht die Kampagne äußerst wirksam.

00:11:10: Sie verkauft nicht zuerst eine Veranstaltung sie schließt eine Lücke im eigenen Leben Den Gedanken des Irgendwo gerade etwas passiert das Schöne aussieht als der eigene Alltag und dass man etwas verpassen könnte.

00:11:25: Heute würde man sehr schnell FOMO dazu sagen, Four of Missing Out Die Angst nicht dabei zu sein während andere etwas erleben das sich später in Bilder, Stories und Gespräche fortsetzt.

00:11:38: Beim Fire Festival wird dieses Gefühl nicht nebenbei erzeugt.

00:11:42: Es ist der Kern der Kampagne.

00:11:44: die bezahlten Posts sehen nicht aus wie klassische Anzeigen.

00:11:48: Viele Menschen erkennen damals nicht sofort, wie stark diese Aufmerksamkeit gekauft ist.

00:11:53: Sie sehen bekannte Gesichter eine geheimnisvolle Farbe und dann versprechen das bewusst mehr andeutet als erklärt.

00:12:02: Ausgerechnet diese Unschärfe macht das Ganze attraktiv.

00:12:06: Wer genau wissen will was dort passiert muss näher heran.

00:12:09: Wenn näher ran will muss klicken Und wer irgendwann wirklich dazugehören will muss kaufen.

00:12:16: Innerhalb von vierundzwanzig Stunden soll die Kampagne mehr

00:12:19: als dreihundert

00:12:21: Millionen Impressionen erzeugt haben.

00:12:23: Dreiundsechzig prominente Unterstützer und Influencer sollen das orangefarbene Motiv zeitgleich verbreitet haben.

00:12:30: Das sind Marketingzahlen, aber sie erzählen trotzdem etwas über den Moment.

00:12:36: Fire ist noch kein Festival!

00:12:38: Auf dem Bahamas steht noch keine funktionierende Festivals statt.

00:12:41: Die wichtigsten Fragen nach Unterkünften, Infrastruktur, Wasser, Strom, Sicherheit und Logistik sind noch nicht gelöst.

00:12:50: Aber im Internet existiert Feier bereits und sieht sehr fertig aus!

00:12:54: Das Licht scheint perfekt – das Meer ist ruhig und die Welt ist genauso kuratiert wie sie sein muss damit man für einen Augenblick glaubt Sie können einem gehören.

00:13:04: All das beginnt mit einem simplen Symbol ein orangefarbenes Quadrat.

00:13:11: Hinter diesem Logo steht wieder ein Konzertveranstalter, noch ein Musikunternehmen.

00:13:16: Vor allem aber kein erfahrener Festivalmanager!

00:13:19: Die treibende Kraft hinter Feier heißt Billy McFarland aufgewachsen in New Jersey.

00:13:26: Als das Festival angekündigt wird ist Mc Farland Mitte zwanzig.

00:13:31: In den Medien taucht er gerne als junger Unternehmer auf, als jemand der schneller denkt als andere und ständig eine nächsten großen Idee arbeitet.

00:13:40: Wer sich seine Projekte anschaut, entdeckt allerdings ein Muster das lange vor dem Feierfestival beginnt.

00:13:47: Dieses Muster heißt Zugang!

00:13:50: In den Jahren des Jahrhunderts in New York gründete McFerland einen Unternehmen namens Magnesis.

00:13:55: Für Zweihundertfünfzig Dollar Jahresbeitrag erhalten Mitglieder eine schwarze Metallkarte die bewusst an die berühmte Centurion Cart von American Express erinnert.

00:14:07: Die Karte ist keine eigene Kreditkarte.

00:14:09: Stattdessen wird sie mit einer bestehenden Bankkarte verbunden.

00:14:13: Der eigentliche Wert liegt ohnehin nicht dem Stück Metall selbst, sondern in den Versprechen die damit verbunden werden.

00:14:20: Exklusive Veranstaltung, Rabatte, Partys, Einladung – das Gefühl Teil eines Kreises zu sein, zudem nicht jeder gehört.

00:14:30: Magnesis wächst in einer Zeit, in der New York voller junger Gründer Start-ups und selbst ernannte Visionäre ist!

00:14:38: Mac Ferland mietet ein Townhouse in Manhattan, veranstaltet dort Events und baut das Unternehmen um die Idee auf dass man Zugehörigkeit organisieren kann.

00:14:47: Wer Mitglied wird kauft nicht einfach eine Karte.

00:14:50: er kauft die Möglichkeit Menschen kennenzulernen Auf Partys zu kommen und Geschichten erzählen zu können Die anderen verschlossen bleiben.

00:14:59: Mit zunehmender Bekanntheit werden auch die Gäste prominenter Rapper treten auf.

00:15:04: Investoren erscheinen bei Veranstaltung.

00:15:08: Unter ihnen ist regelmäßig Jarul, der Anfang der Zweitausender zu den bekanntesten Hip-Hop-Künstlern der USA gehört.

00:15:16: Über diese Veranstaltungen lernen sich McFerland und Jarul Ken.

00:15:20: Aus einer geschäftlichen Bekanntschaft entwickelt sich eine Partnerschaft.

00:15:24: Das ist ein wichtiger Moment denn Jarul bringt etwas mit das Mc Ferland allein nicht besitzt – Glaubwürdigkeit!

00:15:31: Nicht im klassischen Sinne eines Wirtschaftsexperten sondern als bekannte Persönlichkeit.

00:15:36: Menschen kennen seinen Namen, Medien berichten über ihn.

00:15:39: Künstler sprechen mit ihm.

00:15:42: Für ein Projekt das Aufmerksamkeit erzeugen möchte ist das enorm wertvoll.

00:15:48: Gemeinsam entwickeln die beiden die nächste Idee.

00:15:51: Sie heißt Fire.

00:15:52: Anders als der spätere Festival ist Fire ursprünglich keine Veranstaltung.

00:15:57: Es ist eine App.

00:15:59: Die Grundidee klingt zunächst sogar plausibel.

00:16:01: Wer ein Musiker, ein DJ oder einen prominenten Künstler für eine Veranstaltung buchen möchte soll das künftig über eine Plattform erledigen können.

00:16:10: Die Vermittlung soll einfacher, schneller und transparenter werden als über traditionelle Agenturen- und Managementstrukturen.

00:16:18: In Präsentation und Werbematerialien

00:16:21: wird die

00:16:21: App als moderne Lösung für ein altes Problem beschrieben.

00:16:24: Künstlern und Kunden sollen direkt zusammenfinden können.

00:16:28: Statt langer Verhandlungen und zahlreicher Zwischenhändler, genügt theoretisch eine Anfrage über das Smartphone.

00:16:36: Auch hier taucht die selbe Idee wieder auf wie bei Magnesis.

00:16:39: Feuer verkauft zunächst keine Musik dafür Zugang zu Menschen, die normalerweise schwer erreichbar sind.

00:16:45: Wer die App nutzt soll das Gefühl haben näher an Künstlern zu sein als zuvor.

00:16:50: Näher an Konzerten, näher in exklusiven Erlebnissen.

00:16:55: Als MacFerland und Gerule Ende Jahrzehnte nach einer Möglichkeit suchen, diese App bekannt zu machen, entsteht daraus schließlich die Idee für das Festival.

00:17:04: Aus Marketing Sicht wirkt das sogar nachvollziehbar – wenn die App Künstler vermitteln soll, warum nicht ein spektakuläres Event organisieren auf dem genau diese Künstle auftreten?

00:17:15: Das Problem besteht nur darin dass die Werbekampagne viel schneller wächst als alles andere!

00:17:21: Während auf Instagram bereits Millionen Menschen das orangefarbene Quadrat sehen, befindet sich Feier als Unternehmen noch in einer Phase, in der es zentrale Fragen noch offen sind.

00:17:32: Die App muss etabliert werden.

00:17:34: Investoren werden gesucht Partner müssen überzeugt werden.

00:17:38: Gleichzeitig entsteht nach außen bereits das Bild eines Unternehmens Das größer der herkommt als tatsächlich ist.

00:17:46: Rückblickend wird Billy McFerland oft als Betrüger, Hochstapler und Scam-Künstler beschrieben.

00:17:52: Diese Begriffe kommen nicht aus dem Nichts – sie gehören zu seiner Geschichte!

00:17:57: Wer allerdings verstehen möchte warum das Feierfestival überhaupt möglich wurde muss zunächst etwas anderes verstehen.

00:18:04: Billy Mc Ferland war außergewöhnlich gut darin Menschen davon zu überzeugen dass sie kurz davor stehen Zugang zu etwas Besonderem zu bekommen.

00:18:13: Magnesis versprach Zugang zu einer exklusiven Community.

00:18:17: Fire verspracht Zugang zum Künstlern und das Festival versprachte Zugang zur Welt, die aussah wie ein nie endender Luxusurlaub auf den Bahamas.

00:18:27: Je größer dieses Versprechen wurde, desto mehr Menschen wollten daran glauben.

00:18:34: Wenige Tage später bekommt dieses Versprechen einen konkreten Ort.

00:18:40: Die kleine Insel gehört zur Exuma-Inselkette der Bahamas und hat eine Geschichte, die fast zu perfekt für die Marketingabteilung von Feier wirkt.

00:18:49: In den späten neunzehntsiebziger und frühen neunzenundachtziger Jahren nutzte der Madeleine Catelle Mitbegründer Carlos Leder die Insel als Umschlagplatz für den Kokain-Schmuggel zwischen Kolumbien und den USA.

00:19:03: Über diese Verbindung taucht zwangsläufig auch ein anderer Name auf Pablo Escobar.

00:19:09: Für Billy McFerland und sein Team ist Normans K allerdings nicht in erster Linie ein historischer Ort.

00:19:16: Sie ist eine Kulisse, dort entstehen die Bilder, die später um die Welt gehen.

00:19:22: Models, Influencerinnen, Kamerateams reisen auf die Bahamas.

00:19:27: Bella Hadid ist dabei ebenso weitere bekannte Gesichter aus der Modebranche.

00:19:32: Die Gruppe fährt Jetski, springt ins Wasser, liegt auf Yachten und läuft über Strände.

00:19:37: Sie aussehen als hätte jemand sie eigens zu einer Werbekampagne entworfen.

00:19:42: Genau diese Aufnahmen werden später in dem Video das Millionen Menschen sehen werden.

00:19:48: Zu diesem Zeitpunkt scheint alles perfekt ineinanderzugreifen.

00:19:51: Die App braucht Aufmerksamkeit.

00:19:53: die Models liefern sie!

00:19:56: Die Insel bietet die Traumkulisse Und die Geschichte dahinter wirkt wie ein Bonus, den sich keine Werbeagentur ausdenken müsste.

00:20:05: Allerdings gibt es ein Problem – Die Eigentümer von Normans K erlauben die Nutzung der Insel nur unter einer klaren Bedingungen.

00:20:12: Die Verbindung zu Pablo Escobar soll in der Werbung keine Rolle spielen!

00:20:17: Die Insel hat ihre Vergangenheit.

00:20:19: Die Besitzer möchten aber nicht dass genau diese Vergangen- heit zum Verkaufsargument wird.

00:20:25: Billy McFerland hält sich nicht daran….

00:20:27: Schon früh wird die Escobar-Verbindung Teil der Erzählung.

00:20:31: In Werbematerialien und Interviews wird die Insel als ehemaliger Besitz des berüchtigen Drogenbosses beschrieben.

00:20:39: Für die Kampagne ist das natürlich Gold wert!

00:20:42: Eine Privatinsel klingt exklusiv, eine Privatinsel mit einer halb kriminellen, halblegendären Vergangenheit klingt noch exklusive.

00:20:51: Die Reaktion folgt schnell – die Eigentümer beenden die Zusammenarbeit.

00:20:56: Normans K fällt als Veranstaltungsort weg.

00:21:00: Aus Sicht der Organisatoren ist das eine Katastrophe, denn das Werbevideo existiert bereits!

00:21:07: Die Kampagne läuft bereits, Tickets werden bereits verkauft und plötzlich gibt es die Insel nicht mehr auf der das Festival stattfinden soll.

00:21:16: Besonders problematisch ist der Zeitpunkt.

00:21:19: Bis zum geplanten Festival beginnen Ende April zehnt sieben bleiben nur noch wenige Monate.

00:21:25: Das Team sucht nach Alternativen.

00:21:28: Mehrere kleinere Inseln lehnen ab.

00:21:30: Schließlich erhält Fire eine Genehmigung für ein Gelände bei Rockes Point auf Great Exuma der größten Insel der Exumakette.

00:21:39: Wer die Werbekampagne kennt, würde diesen Unterschied vermutlich kaum bemerken.

00:21:45: Normans K ist eine Privatinsel.

00:21:47: Great Exumer ist keine.

00:21:49: Norman's K liegt abgelegen und Great Exsuma ist bewohnt.

00:21:53: Normand's K war die Kulisse, die verkauft wurde.

00:21:56: Great Exuma ist der Ort, an dem das Festival tatsächlich stattfinden soll.

00:22:02: Noch entscheidender ist allerdings etwas anderes.

00:22:05: Auf Normans K existiert zumindest die Illusion eines perfekten Paradieses auf dem Gelände.

00:22:11: bei Rockers Point existiert fast nichts.

00:22:15: Der Neustandort ist Teil eines nie fertig gestellten Entwicklungsprojekts.

00:22:20: Infrastruktur muss aufgebaut werden Unterkünfte müssen geschaffen werden Straßen müssen vorbereitet werden.

00:22:28: Wasser, Strom, Sanitäranlagen und Logistik müssen organisiert werden.

00:22:33: Gleichzeitig läuft die Werbekampagne unverändert weiter.

00:22:37: Nach außen bleibt die Geschichte also dieselbe.

00:22:40: Auf Instagram sieht man weiterhin die Bahamas Palmen, Yachten, Models.

00:22:44: Hinter den Kulissen beginnt dagegen ein Wettlauf gegen die Zeit.

00:22:49: Die Insel, die verkauft wurde existiert für die Gäste nur noch als Bild.

00:22:53: Die Insel, auf der das Festival tatsächlich stattfinden soll muss erst noch gebaut werden.

00:23:00: Die Geschichte des Feierfestivals wird oft als Geschichte eines gescheiterten Festivals erzählt.

00:23:06: Tatsächlich ist sie aber auch die Geschichte eines bemerkenswert erfolgreichen Werbefeldzugs Denn lange bevor die ersten Gäste auf dem Bahamas landen hat Feier bereits etwas geschafft woran die meisten Veranstaltungen scheitern.

00:23:20: Es beherrscht für einen kurzen Moment das Internet.

00:23:23: Der entscheidende Tag ist jetzt zwölf, der Dezember.

00:23:28: An diesem Montag erscheint auf Instagram plötzlich das orangefarbene Quadrat.

00:23:33: Nicht auf einem Account – nicht auf zehn Accounts sondern nahezu gleichzeitig auf dutzenden Profilen mit enormer Reichweite.

00:23:42: Kendall Jenner veröffentlicht die Grafik.

00:23:44: Bella Hadid ebenfalls.

00:23:46: Emily Ratakowski macht mit!

00:23:48: Hinzu kommen die Models wie Elsa Horske, Hailey Baldwin, Channel Iman und weitere Gesichter, die damals zu den bekanntesten Persönlichkeiten auf Instagram gehören.

00:23:59: Für normale Nutzer sieht das nicht wie Werbung aus – es sieht aus wie ein Ereignis!

00:24:05: Wer in diesem Tag durch seinen Feedskreut begegnet immer wieder derselben Farbe, immer wieder demselben Symbol, immer weiter denselben Menschen.

00:24:12: Die Kampagne funktioniert deshalb so gut, weil sie eine Regel sozialer Medien versteht die heute selbstverständlich wirkt.

00:24:20: Damals aber noch vergleichsweise neu ist.

00:24:23: Menschen orientieren sich an anderen Menschen vor allem aber an Menschen die erfolgreicher schöner reicher oder interessanter wirken als sie selbst.

00:24:34: Das Feierfestival verkauft deshalb kein Produkt im klassischen Sinn.

00:24:38: Niemand erklärt ausführlich das Gelände Niemand präsentiert fertige Unterkünfte.

00:24:43: Niemand zeigt detaillierte Infrastrukturpläne, stattdessen entsteht ein Gefühl.

00:24:49: Wenn all diese Menschen dort hinfahren wollen, dann muss dort etwas Besonderes passieren und wenn alle die Menschen dort sein werden, dann möchte man vielleicht ebenfalls dazugehören.

00:24:59: Aus Marketing-Sicht ist das beinahe genial!

00:25:02: Die Kampagne wird von der Agentur Jerry Media mit entwickelt, Ziel ist nicht, möglichst viele Informationen zu verbreiten.

00:25:15: Ziel ist Neugier.

00:25:17: Das orangefarbene Quadrat erklärt nix.

00:25:19: Es fordert dazu auf selbst herauszufinden was dahintersteckt.

00:25:24: Wer klickt landet beim werbevideo?

00:25:26: Wer danach weiter sucht findet Luxusunterkünfte exklusive pakete und den Eindruck dass ihr etwas entsteht das größer ist als ein gewöhnliches festival.

00:25:37: mehr als drei hundert millionen impression Dreiundsechzig Influencer und prominente Unterstützer an der Aktion.

00:25:44: Viele Unternehmen, wie reine solche Reichweite unbezahlbar.

00:25:49: Feier erreicht sie innerhalb eines Tages.

00:25:52: Hinzu kommt ein weiterer Faktor.

00:25:55: In den letzten Jahren befinden sich soziale Medien in einer Übergangsphase.

00:25:59: Influenza-Marketing existiert längst wird aber deutlich lockerer reguliert als heute.

00:26:05: Viele Beiträge sind nicht klar als Werbung gekennzeichnet.

00:26:09: Nutzer sehen ein Bild von Kendall Jenner oder Bella Hadid und nehmen es oft als persönlichen Beitrag wahr, nicht als Teil einer millionenschweren Marketing-Kapagne.

00:26:18: Erst Jahre später wird bekannt dass Kendall Jenners für ihren Beitrag rund zweihundertfünfzigtausend Dollar erhalten haben soll.

00:26:26: Die amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC beschäftigt sich nach mehreren ähnlichen Fällen zunehmend mit der Frage wie Influencer bezahlte Werbung kennzeichnen müssen.

00:26:38: Das Feierfestival steht dabei exemplarisch für eine Entwicklung, die weit über Festivals hinausgeht.

00:26:44: Zum ersten Mal wird sichtbar wie mächtig soziale Medien geworden sind – ein orangefarbenes Quadrat genügt um Millionen Menschen neugierig zu machen.

00:26:53: Ein Video reicht aus, um eine Insel zum Traumziel zu erklären und eine Handvoll prominenter Gesichter machen aus einer Idee eine Bewegung.

00:27:02: Je erfolgreicher die Kampagne wird, desto größer wird allerdings ein Problem.

00:27:06: Das außerhalb der Öffentlichkeit kaum jemand erkennt.

00:27:10: Die Aufmerksamkeit wächst schneller als das Festival Für die Menschen auf Instagram ist Feier längst Realität für die Menschen die es organisieren müssen.

00:27:19: Es ist noch immer ein Projekt dass irgendwie fertig werden soll.

00:27:23: Zwischen diesen beiden Welten entsteht einen Abstand damit jeder Woche größer wir.

00:27:32: Spätestens nach dem Umzug auf Great Exuma hätte eigentlich eine unangenehme Rechnung auf dem Tisch liegen müssen.

00:27:39: Nicht im übertragenen Sinn, eine echte Rechnungen!

00:27:42: Denn plötzlich geht es nicht mehr um Werbevideos, Influencer oder Reichweite – jetzt muss jemand ausrechnen was das alles tatsächlich kostet.

00:27:52: Das Festival soll am achtundzwanzigsten April zwei tausend siebzehn starten.

00:27:57: zu diesem Zeitpunkt bleiben nur noch wenige Monate.

00:28:00: Gleichzeitig verkauft Fire nicht einfach Konzerttickets.

00:28:04: Die regulären Ticket- und Reisepakete lagen je nach Ausstattung ungefähr zwischen ein tausend und zwölftausend Dollar.

00:28:11: Daneben wurden Luxus-und Gruppenpakete beworben, die einzelne Medien mit bis zu zweihundertfünfzigtausende Dollar beziffern.

00:28:20: Die Gäste sollen in luxuriösen Unterkünften wohnen, mit Privatflügen anreisen von Concierge-Services betreut werden und ein Erlebnis erhalten das eher an ein exklusives Inselressort erinnert als an einen Musikfestival.

00:28:33: Das Problem ist nur für viele dieser Versprechen existiert zu diesem Zeitpunkt noch keine belastbare Umsetzung.

00:28:41: Mehrere erfahrene Eventfirmen werden kontaktiert um die angekündigten Luxuswillen zu realisieren.

00:28:46: was sie vorfinden sorgt später für Kopfschütteln.

00:28:50: Gegenüber Venetifair schildern Beteiligte, dass sie zunächst davon ausgegangen waren die Unterkünfte seien bereits geplant oder zumindest teilweise vorhanden.

00:28:59: Stattdessen stellte sich heraus das viele der angekündigten Einheiten überhaupt nicht existieren.

00:29:04: Als die Produzenten kalkulierten was allein die temporären Willenkosten würden landeten Sie bei Summen um die zehn Millionen Dollar.

00:29:12: Bei die vollständige Umsetzung wurden teilweise noch deutlich höhere Beträge veranschlagt.

00:29:17: Währenddessen läuft der Verkauf weiter.

00:29:21: Tausende Menschen buchen Tickets.

00:29:23: Nach späteren Angaben werden rund fünftausend Besucher erwartet.

00:29:27: Die Werbekampagne vermittelt weiterhin den Eindruck eines nahezu fertigen Luxusfestivals.

00:29:32: Auf Great Exuma arbeiten die Teams dagegen an einem Gelände, auf dem große Teile der Infrastruktur erst geschaffen werden müssen.

00:29:40: Straßen werden hergerichtet Material wird angeliefert Unterkünfte werden geplant Immer neue Probleme tauchen auf während die Uhr weiterläuft.

00:29:50: Im März, zwei-tausend siebzehn holt Fire den erfahrenen Eventproduzenten Yaron Levy ins Projekt.

00:29:57: Sein Eindruck ist ernüchstand.

00:29:59: Nach eigener Aussage kommt er schnell zu dem Schluss das die Veranstaltung in der beworbenen Form nicht rechtzeitig realisierbar ist.

00:30:06: Er geht zunächst davon aus dass das Festival verschoben wird.

00:30:10: Als klar wird das die Verantwortlichen trotzdem am Termin festhalten wollen empfiehlt er eine deutlich einfache Lösung.

00:30:17: Statt der versprochenen Willen sollten Zelte aufgebaut werden.

00:30:21: Nicht weil sie luxuriöser wären, sondern weil sie innerhalb der verbleibenden Zeit überhaupt noch beschafft und errichtet werden können.

00:30:28: Ebenso rät ja dazu die Käufer offen über diese Änderungen zu informieren.

00:30:32: Diese Empfehlung wird nicht umgesetzt – stattdessen existieren nun zwei Versionen des Festivals nebeneinander.

00:30:39: Die erste Version lebt im Marketing.

00:30:41: Dort warten Willen, Privatköche, exklusive Stranderlebnisse und eine perfekt kuratierte Inselwelt.

00:30:48: Die zweite Version steht auf Great Exuma.

00:30:51: Dort beschäftigen sich Mitarbeiter mit Generatoren, Lieferungen, Wasseranschlüssen, Bauarbeiten und der Frage wie mehrere Tausend Menschen in wenigen Wochen untergebracht werden sollen.

00:31:02: Die Dokumentationen über das Festival zeigen später immer wieder dieselbe Dynamik.

00:31:07: Menschen vor Ort melden Probleme, Dienstleister warnen vor Zeitmangel Spezialisten weisen auf fehlende Infrastruktur hin.

00:31:14: Niemand beschreibt die Situation als überraschend.

00:31:17: Die Schwierigkeiten sind sichtbar, sie werden diskutiert aber verschwinden nicht.

00:31:23: Gleichzeitig verschärft sich die finanzielle Lage.

00:31:25: Die Verrannten möchten bezahlt werden neue Firmen müssen beauftragt werden.

00:31:29: Material und Personalkosten Geld.

00:31:32: jeder zusätzliche Tage auf der Insel verursacht weitere Ausgaben.

00:31:35: trotzdem wächst das Projekt weiter.

00:31:38: Neue Pakete werden verkauft, neue Erwartungen werden erzeugt.

00:31:41: Nach außen entsteht der Eindruck eines Unternehmens auf Erfolgskurs.

00:31:45: Intern kämpfen viele Beteiligte längst mit der Frage welche Teile des ursprünglichen Plans überhaupt noch realistisch sind?

00:31:53: Rückblickend wirkt das fast wie ein krasser Planungsfehler.

00:31:56: Tatsächlich ist es komplizierter.

00:31:58: Viele Katastrophen beginnen mit einem unerwarteten Ereignis – Ein Sturm!

00:32:03: Ein technischer Defekt!

00:32:04: Ein Unfall!

00:32:05: Beim Fire Festival liegt die Situation anders.

00:32:09: Die Warnungen sind vorhanden, die Probleme sind bekannt – die fehlende Zeit ist offensichtlich!

00:32:15: Trotzdem wird der Termin nicht verschoben.

00:32:18: Je näher der April rückt, desto weniger geht es darum ein luxuriöses Festival zu erschaffen.

00:32:23: Die eigentliche Aufgabe besteht inzwischen darin rechtzeitig irgendetwas fertigzustellen das tausende zahlende Gäste aufnehmen kann und dort beginnt die Geschichte, die später um die Welt gehen wird.

00:32:37: Tatsächlich verschwindet das Geld fast so schnell wie es hereinkommt.

00:32:41: Jede neue Unterkunft kostet Geld, der Transport auf die Bahamas kostet Gelb, Dienstleister werden bezahlt, Künstler erwarten Anzahlungen, Bauunternehmen stellen Rechnungen.

00:32:52: Während die Werbekampagne immer größere Erwartungen erzeugt, wächst im Hintergrund eine Liste offener Forderungen.

00:32:59: Billy McFarland reagiert darauf mit einer Strategie, die sich durch große Teile der späteren Ermittlungsakten zieht.

00:33:05: Er sucht neue Finanzierungsquellen.

00:33:08: Um frisches Kapital zu beschaffen, präsentiert Billy McFarland Investoren wie EJL Capital Partners oder FNO-Partners Finanzierungsunterlagen die später zum Gegenstand von Ermittlungen werden.

00:33:20: Nach Angaben der US-Bersenaufsicht SEC sollen darin Umsätze und Vermögenswerte von Fire Media erheblich überhöht dargestellt worden sein.

00:33:28: Bereits Monate vor dem Festival entsteht dadurch ein Kreislauf, der immer schwerer zu durchbrechen ist.

00:33:34: Neue Gelder werden benötigt, um bestehende Verpflichtungen zu erfüllen.

00:33:37: Gleichzeitig müssen neue Versprechen gemacht werden, um weiteres Kapital zu beschaffen.

00:33:43: Im Frühjahr des Jahrhunderts wird die Situation zunehmend hektisch.

00:33:48: Laut späteren Gerichtsunterlagen nimmt McFarland am zehnten April einen Kredit über drei Millionen Dollar auf.

00:33:55: Das Geld verschafft dem Unternehmen kurzfristig Luft, löst aber keines der grundlegenden Probleme.

00:34:00: Die offenen Rechnungen verschwinden nicht – die Kosten laufen schließlich weiter.

00:34:05: In dieser Phase setzt Fire auf ein System, das nach moderner Festiventechnik klingt tatsächlich aber zu einer der umstrittensten Entscheidungen der gesamten Geschichte wird.

00:34:14: Die Besucher sollen über sogenannte Firebands bezahlen.

00:34:18: Dabei handelt es sich um RFID-Armbänder die als digitale Geldbörse funktionieren – Das Prinzip ist einfach!

00:34:25: Geld wird vorab aufgeladen und später auf dem Festivalgelände ausgegeben.

00:34:30: Solche Systeme gibt's auch vielen Veranstaltungen.

00:34:32: Die Besonderheit liegt bei Feier nicht in der Technik, sie liegt eher im Zeitpunkt.

00:34:37: Wochen vor dem Festival fordert das Unternehmen seine Gäste auf Geld auf die Armwände einzuzahlen.

00:34:42: In E-Mails werden Beträge von dreihundert bis fünfhundert Dollar pro Tag empfohlen.

00:34:48: Wer das komplette Wochenende luxuriös verbringen möchte soll deutlich höhere Summen hinterlegen.

00:34:53: Einige Gästeladen mehrere tausend Dollar auf ihre Konten.

00:34:56: Für die Besucher klingt das komfortabel.

00:34:59: Niemand muss Bargeld mitnehmen oder vor Ort an Geldautomaten stehen.

00:35:03: Für Fire bedeutet das etwas anderes, sofort verfügbares Kapital.

00:35:08: Plötzlich fließen zusätzliche Millionen ins Unternehmen noch bevor der erste Gast überhaupt ein Flugzeug bestiegen hat.

00:35:14: Nach späteren Berichten sollen über dieses System rund zwei Millionen Dollar eingesammelt worden sein.

00:35:20: Bis hierhin lässt sich vieles als Größenwahn erklären Schlechte Planung, Selbstüberschätzung.

00:35:26: Die Überzeugung ein Problem später schon irgendwie lösen zu können!

00:35:29: Mit den Firebands entsteht eine schwierige

00:35:32: Frage –

00:35:33: was passiert wenn ein Unternehmen weiteres Geld von seinen Kunden einsammelt obwohl intern längst bekannt ist wie ernst die Lage tatsächlich ist?

00:35:41: Genau das beschäftigt später Anwälte, Journalisten und Ermittler Denn die Menschen, die ihre Armänder aufladen kennen nur die öffentliche Version des Festivals.

00:35:50: Sie sehen die Bahamas, die Influencer und die Luxusversprechen.

00:35:55: Die finanziellen Schwierigkeiten sehen sie nicht.

00:35:58: Während neue Einzahlungen eingehen, wächst hinter den Kulissen die Erkenntnis, dass das Projekt nicht an einem einzelnen Problem leidet –

00:36:04: es fehlt

00:36:05: Geld und jeden Tag wird mehr davon benötigt.

00:36:10: Währen Billy McFarland im April zehnt immer noch versucht, Gelde aufzutreiben beginnt an anderer Stelle bereits der Zerfall des Festivals.

00:36:19: Erstmals wird das auch für die Öffentlichkeitssichtbar.

00:36:22: Am siebenundzwanzigsten April einen Tag vor dem geplanten Festivalbeginn veröffentlicht Blink-One-Eighty Two eine Erklärung.

00:36:29: Die Band zieht ihren Auftritt zurück.

00:36:32: In dem Statement heißt es, dass man sich nicht sicher sei unter den gegebenen Umständen die Qualität liefern zu können, die Fans erwarten würden.

00:36:39: Für viele Beobachter ist das ein Wahnsignal!

00:36:42: Blink One-Eighty-Two gehört zu den bekanntesten Namen im Lineup – gemeinsam mit Major Laser, Disclosure, Migos Pusha-T, Tiger und weiteren Acts bildet die Band einen wesentlichen Teil des Programms mit dem Fire überhaupt erst Tickets verkauft hat.

00:36:56: Trotzdem reisen die Gäste weiter an!

00:36:59: Zu diesem Zeitpunkt haben viele bereits mehrere tausend Dollar bezahlt.

00:37:03: Flüge wurden gebucht, Urlaubstage genommen und Hotels auf dem Weg organisiert – wer jetzt noch absagt verliert Geld.

00:37:10: Wer weitermacht hofft dass die Probleme vielleicht doch kleiner sind als die Gerüchte.

00:37:15: Am Morgen des siebenundzwanzigsten April landen die ersten Maschinen auf Great Exuma.

00:37:20: Die Ankunft wirkt zunächst erstaunlich normal.

00:37:23: Viele Besucher werden freundlich empfangen, Getränke werden verteilt, Mitarbeiter begrüßen die Gäste.

00:37:29: Anschließend bringt man sie zu einer Strandparty in einer nahegelegenen Bar.

00:37:32: Dort gibt es Musik, Alkohol und die Möglichkeit auf den Beginn des Festivals zu warten.

00:37:37: Offiziell dient die Veranstaltung als Will-Comments-Feier.

00:37:40: Praktisch verschafft sie den Organisatoren Zeit!

00:37:43: Denn auf dem eigentlichen Festivalgelände herrscht weiterhin Chaos.

00:37:47: Während die Gäste am Strand trinken und feiern, arbeiten auf dem Gelände noch Handwerke.

00:37:52: Material wird bewegt, Fahrzeuge fahren ein-und aus, Unterkünfte werden vorbereitet.

00:37:57: Das Festival das wenige Stunden später mehrere Tausend Menschen aufnehmen soll befindet sich in vielen Bereichen noch immer im Aufbau.

00:38:05: Am Nachmittag beginnt die nächste Etappe.

00:38:07: Die Besucher steigen ...in Schulbusse.

00:38:10: Schon dieses Detail passt nicht besonders gut zu dem Bild, das Feier monatelang verkauft hat.

00:38:16: In den Werbevideos sieht man Jachten, Privatjets und Luxusressorts.

00:38:20: Nun sitzen zahlende Gäste in gelben Schulbussen und fahren über Great Exuma in Richtung Festivalgelände.

00:38:26: Zunächst wissen viele noch nicht was

00:38:28: sie erwartet

00:38:28: – dann erreichen die Busse ihr Ziel!

00:38:31: Spätere Besucherberichte ähneln sich bemerkenswertstark.

00:38:35: Menschen steigen aus, schauen sich um und glauben zunächst einen Fehler gemacht zu haben.

00:38:40: Einige halten das Gelände für einen Servicebereich, andere vermuten sie seien am falschen Ort angekommen.

00:38:45: Ohr ihnen stehen reihen weißer Zelte keine Willen oder Strandhäuser keine luxuriösen Unterkünfte.

00:38:53: die meisten dieser Zelte sind sogenannte Disaster Relief Tents ursprünglich für den Einsatz nach Naturkatastrophen konzipiert.

00:39:00: viele wurden kurz zuvor aufgebaut.

00:39:03: einige sind noch nicht fertig eingerichtet.

00:39:05: Gepäck liegt verstreut auf dem Gelände.

00:39:07: Mitarbeiter versuchen Zimmerlisten zu organisieren, während immer neue Gäste eintreffen.

00:39:12: Dann verschlechtert sich die Situation weiter!

00:39:15: In den Stunden zuvor war über Teile der Insel ein Regenschauer gezogen.

00:39:19: Mehrere Zelte wurden dabei durchnässt, Matratzen, Kissen und Gepäckstücke liegen teilweise nass oder ungeschützt herum.

00:39:26: Das Bild eines Besuchers verbreitet sich später weltweit – eine Reihe weißer Zelte davor durcheinander geworfene Matratze und Ausrüstung.

00:39:34: Für viele Menschen wird genau dieses Foto zum Symbol des gesamten Festivals.

00:39:38: Besonders frustrierend ist die Situation bei der Zimmervergabe.

00:39:42: Viele Gäste stellen fest, dass ihre gebuchten Unterkünfte nicht existieren.

00:39:46: Andere finden ihren Namen nicht auf Listen.

00:39:48: Wieder andere versuchen schlicht irgendeinen freien Schlafplatz zu sichern bevor er vergeben wird.

00:39:53: Teilweise nehmen Besucher Matratzen selbst aus Zelten oder markieren Schlafplätze wenn niemand vor Ort sagen kann wer wo untergebracht werden soll.

00:40:01: Damit bricht innerhalb weniger Stunden die zentrale Illusion des Festivals zusammen.

00:40:06: Monatelang hat Feier ein Bild verkauft, Privatinsel, Luxus, Exklusivität – Zugang zu einer Welt, die nur wenige Menschen erleben dürfen!

00:40:15: Nun stehen mehrere Tausend Gäste auf einem Gelände das eher wie eine improvisierte Notunterkunft birgt als wie ein Premium-Festival.

00:40:23: Anders als bei unseren bisherigen Festivalstories passiert ja eigentlich keine Katastrophe.

00:40:27: Die Besucher sehen schlicht ... Und genau diese Realität hat mit dem Versprechen der vergangenen Monate nur noch wenig gemeinsam.

00:40:38: Als die ersten Bilder vom Gelände in den sozialen Medien auftauchen, ist das Festival praktisch bereits verloren.

00:40:43: Nicht weil die Besucher sofort abreisen könnten.

00:40:47: Viele sitzen auf einer Insel fest Flüge müssen umgebucht werden Unterkünfte fehlen und die Organisation wirkt zunehmend überfordert.

00:40:55: Verloren ist vielmehr die Erzählung auf der das gesamte Projekt aufgebaut wurde.

00:40:59: Über Monate hat Fire die Kontrolle über seine Bilder gehabt.

00:41:02: Jetzt übernehmen die Gäste.

00:41:05: Und die Bilder, die sie veröffentlichen erzählen eine andere Geschichte.

00:41:09: Am Abend des siebenundzwanzigsten April versuchen viele Besucher zunächst noch herauszufinden was überhaupt passiert ist.

00:41:16: Die versprochenen Willen existieren nicht, die Zimmervergabe funktioniert nicht, Gepäckcontainer treffen verspätet ein so dass zahlreiche Gästel stundenlang nicht an ihre Koffer gelangen.

00:41:26: Teilweise weiß niemand genau wo sich welches Gepick befindet.

00:41:30: Währenddessen suchen hunderte Menschen nach Schlafplätzen, laden ihre Handys auf versuchen Informationen zu bekommen oder stehen in Schlangen die oft nirgendwo hinzuführen scheinen.

00:41:40: Hinzu kommen Probleme bei der Grundversorgung.

00:41:43: Besucher berichten später von Engpässen bei Trinkwasser fehlender Beleuchtung und mangelnder Bestilderungen auf dem Gelände.

00:41:48: Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Orientierung zusätzlich erschwert.

00:41:52: Das Festivalgelände wirkt nicht wie ein Ort der für Luxus steht.

00:41:56: Es wirkt wie einen Ort der noch nicht fertig ist.

00:42:00: Besonders deutlich wird das bei der Verpflegung.

00:42:02: Das Feierfestival hatte Gummeküche angekündigt, in Werbematerialien war von Spitzenküchen, exklusiven Menüs oder kulinarischen Erlebnissen die Rede.

00:42:12: Einige Gäste hatten tausende Dollar bezahlt und erwarteten entsprechend mehr als gewöhnliches Festivalessen.

00:42:18: Dann erscheint ein Foto auf Twitter.

00:42:21: Veröffentlicht wird es von Trevor The Haas.

00:42:23: zu sehen ist eine einfache Styroporschale.

00:42:26: Darin liegen zwei Scheiben Toastbrot und zwei Scheibe Käse.

00:42:30: Daneben ein kleiner Salat mit ein paar Tomatenstücken, kein Luxus, kein Feindining, kein exklusives Inselerlebnis –

00:42:38: nur

00:42:39: ein Käsebrot!

00:42:40: Das Bild verbreitet sich innerhalb weniger Stunden weltweit.

00:42:45: Rückblickend ist bemerkenswert.

00:42:46: warum gerade dieses Foto eine solche Wirkung entfaltet?

00:42:49: Die durch nähsten Zelte zeigen organisatorisches Versagen.

00:42:53: das Käsebroot zeigt etwas anderes.

00:42:56: Es zeigt den Abstand zwischen Versprechen und Wirklichkeit in einem einzigen Bild.

00:43:00: Man muss keine Logistik verstehen, keine Baupläne kennen und keine Finanzberichte lesen – jeder erkennt sofort, dass hier etwas nicht stimmt!

00:43:09: Deshalb wird das Foto zum Symbol der gesamten Affäre.

00:43:12: Viele Besucher berichten später, dass die Situation vor Ort sogar komplexer gewesen sei als dieses Bild vermuten lässt.

00:43:19: Es gab Mahlzeiten, Cateringversuche und verschiedene Versorgungsangebote.

00:43:23: Das berühmte Käsebrot war nicht die einzige Mahlzeit des Festivals, aber als Momentaufnahme trifft das Foto einen Nerv.

00:43:30: Es verdichtet monatelange Werbung Millionen von Marketingausgaben und unzählige Luxusversprechen auf eine einzige Styroporschale.

00:43:38: Während die Bilder um die Welt gehen versucht die Organisation noch immer die Lage unter Kontrolle zu bringen – das gelingt nicht mehr!

00:43:45: Die sozialen Medien, die Feier überhaupt erst groß gemacht haben werden nun zu seinem größten Gegner.

00:43:51: Jede Stunde erscheinen neue Videos.

00:43:53: Besucher filmen die Zelte, sie zeigen das Chaos bei der Gepäck-Ausgabe.

00:43:57: Sie dokumentieren die Suche nach Unterkünften und veröffentlichen ihre Eindrücke in echte Zeit.

00:44:02: Anders als bei vielen früheren Festivaldisastern gibt es hier keine Phase, in der Veranstalter die öffentliche Wahrnehmung noch steuern können – Die Geschichte wird live erzählt!

00:44:12: Für Billy McFarland und sein Team ist das eine Katastrophe.

00:44:15: Für Journalisten ist es ein perfekter Sturm Und für Besucher wird zunehmend klar, dass sie nicht an einem gescheiterten Luxusfestival teilnehmen.

00:44:22: Sie befinden sich bereits mitten in einer Geschichte über die bald die ganze Welt sprechen wird.

00:44:28: In den Stunden nach dem berühmten Käsebrotfoto verändert sich die Situation auf Great Exuma noch einmal grundlegend.

00:44:35: Bis dahin hoffen viele Besucher noch das sie es mit einem schlecht organisierten Festival zu tun haben.

00:44:42: Vielleicht verspätet sich das Programm, vielleicht sind die Unterkünfte chaotisch.

00:44:46: Vielleicht bekommt das Team die Lage irgendwie in den Griff.

00:44:49: Dann wird klar dass es längst nicht mehr um ein Festival geht.

00:44:53: Es geht darum von der Insel herunterzukommen.

00:44:56: Das Problem beginnt mit einer simplen Tatsache Great Exuma ist keine Großstadt.

00:45:02: Wer dort strandet kann nicht einfach an den nächsten Zug steigen oder spontan einen Hotel am Stadtrand buchen.

00:45:08: Die Insel verfügt über begrenzte Hotelkapazitäten, begrenzte Flugverbindung und ein Flughafen der nie dafür ausgelegt wurde innerhalb weniger Stunden Tausende zusätzliche Reisende zu bewältigen.

00:45:20: Gleichzeitig findet auf Exuma ausgerechnet in diesen Tagen die jährliche Exumarigata statt.

00:45:26: Segelteams, Zuschauer und Touristen haben viele Hotels Ferienwohnungen und andere Unterkünfte bereits belegt.

00:45:35: Als das Festival zusammenbricht, gibt es deshalb kaum freie Betten auf der Insel.

00:45:40: Für viele Gäste kommt noch ein weiteres Problem hinzu – Fire wurde als bargeltloses Festival vermarktet.

00:45:47: Zahlreiche Besucher verlassen sich auf ihre vorab-aufgeladenen Firebands und führen nur wenig Bargeld mit sich.

00:45:54: Nun brauchen sie plötzlich Taxis-, Verpflegung-, Hotelzimmer- und alternative Flüge!

00:45:59: Genau in diesem Moment, in dem Sie flexible reagieren müssten, stellen viele

00:46:03: fest dass

00:46:04: sie auf eine Infrastruktur angewiesen sind, die gar nicht existiert.

00:46:08: Währenddessen verbreiten sich Gerüchte schneller als offizielle Informationen.

00:46:13: Einige Besucher fahren eigenständig zum Flughafen andere erhalten Nachrichten das Rückflüge organisiert würden wie der andere hören.

00:46:21: Sie sollten auf dem Gelände bleiben und auf weitere Anweisungen warten.

00:46:26: Niemand scheint einen vollständigen Überblick zu haben.

00:46:29: Das Festivalgelände, die Hotels, die Bars und der Flughafen werden zu Knotenpunkten eines Informationskaus, in dem jede neue Nachricht –die vorherige– zu widersprechen scheint.

00:46:41: Am Exuma International Airport verschärft sich die Lage schließlich.

00:46:45: Immer mehr Menschen versuchen die Insel zu verlassen.

00:46:48: Gleichzeitig werden Charterflüge umgeplant, Fluglisten geändert und Maschinen kurzfristig neu eingesetzt.

00:46:56: Die ersten Rückflüge nach Miami sollen bereits in der Nacht starten.

00:47:00: Einer dieser Flüge beginnt gegen ein Uhr dreißig morgens mit dem Boarding, die Passagiere sitzen bereit zum Flugzeug als neue Probleme auftreten.

00:47:09: Die Maschine hebt nicht ab Stunden vergehen.

00:47:12: Schließlich wird der Flug nach Sonnenaufgang ganz gestrichen.

00:47:16: Die Reisende müssen zurück ins Terminal.

00:47:18: Dort entsteht eine Szene, die mit den Werbevideos vom Beginn der Geschichte kaum noch etwas gemeinsam hat.

00:47:25: Menschen sitzen auf dem Boden, andere schlafen auf Gepäckstücken.

00:47:28: Viele wissen nicht wann oder ob sie an diesem Tag einen Flug bekommen werden.

00:47:33: Berichte von Besuchern sprechen von Fehlender Verpflegung, fehlender Klimaanlage und langen Wartezeiten im Terminal.

00:47:41: Ein Teilnehmer erinnert sich später daran dass mindestens eine Person wegen der Hitze medizinisch versorgt werden musste.

00:47:48: Parallel dazu greifen die Behörden ein.

00:47:50: Die Bahamische Regierung stoppt weitere Anreisen und untersagt zusätzliche Landungen im Zusammenhang mit dem Festival.

00:47:58: Für die Organisatoren ist das faktisch das Ende der Veranstaltung.

00:48:02: Selbst wenn plötzlich Bühnen, Künstler- und Unterkünfte aus dem Boden gewachsen wären hätten keine neuen Gäste mehr anreisen können.

00:48:10: Aus einem Festival wird innerhalb weniger Stunden eine Evakuierungsoperation.

00:48:15: Bemerkenswert ist, wie unspektakulär diese vermeintliche Katastrophe auf den ersten Blick wirkt.

00:48:21: Es gibt keinen Aufstand über Woodstock-IX.

00:48:24: Keine Maßenpanik wie bei der Love Parade keine tödlichen Menschenmengen wie in Roskelde oder Ostroworld.

00:48:31: trotzdem sitzen hunderte Menschen auf einer Insel fest deren gesamte Infrastruktur plötzlich an ihre Grenzen stößt.

00:48:38: In den folgen Stunden gelingt es den Fluggesellschaften und Behörden, nach und nach die Besucher auszufliegen – nicht schnell oder geordnet.

00:48:47: Aber die Menschen kommen von der Insel herunter!

00:48:50: Was zurückbleibt sind die Bilder aus den Zelten, die Berichte aus dem Terminal und ein Festivalgelände das niemals fertig geworden ist.

00:48:59: Als die letzten Gäste Great Exuma verlassen beginnt für das Festival eine zweite Existenz im Internet.

00:49:06: Dort verbreiten sich inzwischen nicht mehr nur Bilder von Zelten und Käsebroten, es entstehen Memes, Parodien und Spott.

00:49:14: Medien auf der ganzen Welt greifen die Geschichte auf.

00:49:17: Innerhalb weniger Tage wird Feier vom exklusiven Luxusfestival zum Synonym für spektakuläres Scheitern.

00:49:25: Mitten in dieser Entwicklung meldet sich The Rule Zum Wort.

00:49:28: Am achtundzwanzigsten April, zwei Jahrzehnte, veröffentlicht er auf Twitter eine Nachricht, die später immer wieder zitiert werden wird.

00:49:35: Darin schreibt er unter anderem, I truly apologize as this is not my fault.

00:49:40: But i am taken responsibility.

00:49:42: it was NOT a scam.

00:49:44: Ich entschuldige mich aufrichtig.

00:49:46: Das hier ist nicht mein Schuld aber ich übernehme die Verantwortung.

00:49:50: das war kein Betrug.

00:49:51: Der Satz ist bemerkenswert Nicht nur wegen der vielen Großbuchstaben bei Not My Fault und Not A Scam sondern weil er zeigt worum die öffentliche Debatte inzwischen kreist.

00:50:02: Die Frage lautet nicht mehr, ob das Festival gescheitert ist.

00:50:06: Das sehen inzwischen alle!

00:50:08: Die Frage lautet, ob ihr ein gescheitetes Projekt vorliegt oder einen Betrug?

00:50:12: Billy MacFerland und die Organisatoren bemühen sich zunächst um Schadensbegrenzung.

00:50:18: In einer offiziellen Mitteilung wird das Festival nicht sofort als endgültig beendet erklärt.

00:50:24: Stattdessen sprechen die Verantwortlichen zunächst von einer Verschiebung.

00:50:28: Besucher sollen ihr Geld zurück erhalten oder die Möglichkeit bekommen, die Veranstaltung im folgenden Jahr zu besuchen.

00:50:34: Wie viele Betroffene klingt das im ersten Moment bereits unrealistisch?

00:50:39: Auf dem Gelände hat kaum etwas funktioniert!

00:50:42: Das Vertrauen in die Organisatoren ist praktisch verschwunden.

00:50:45: Tatsächlich wird es nie ein Firefestival aus den letzten Jahren geben.

00:50:50: Während Anwälte, Investoren und Besucher beginnen ihre Ansprüche vorzubereiten, richtet sich ihr Blick zunehmend auf Belly MacFerland selbst.

00:50:58: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Investuren und Kunden durch falsche Angaben über die finanzielle Lage seiner Unternehmen getäuscht zu haben.

00:51:07: An diesem Punkt nimmt die öffentliche Wahrnehmung eine interessante Wendung.

00:51:11: Im Internet wird Feiert zunehmt als witzbehandelt – die Bilder sind dafür einfach zu stark!

00:51:17: Das orangefarbene Quadrat Die Luxusversprechen, die Zelte das Käsebrot.

00:51:22: Die Geschichte besitzt fast eine absurde Dramaturgie.

00:51:26: Viele Menschen begegnen ihr deshalb bis heute als kuriose Anekdote über reiche Influencer und naive Festivalbesucher.

00:51:34: Dabei gerät leicht aus dem Blick dass die eigentlichen Folgen weit über enttäuschte Urlaubströmming hinausgehen.

00:51:41: Auf Great Exuma bleiben zahlreiche Rechnungen offen.

00:51:45: Lokale Unternehmen liefern Baumaterialien Fahrzeuge, Unterkünfte und Dienstleistungen.

00:51:51: Viele arbeiten wochenlang für ein Projekt das seine Verpflichtung am Ende nicht erfüllen kann.

00:51:57: Besonders bekannt wird später die Geschichte der Restaurantbesitzerin Mary Ann Rolly.

00:52:02: ihr kleines Unternehmen versorgt Arbeiter- und Helfer während der Vorbereitung mit Mahlzeiten.

00:52:08: Nach dem Zusammenbruch berichtet sie, dass ihr rund fünfzigtausend Dollar aus eigenen Ersparnissen eingesetzt habe um ihre Mitarbeiter bezahlen und die Versorgung aufrechterhalten zu können.

00:52:19: Als eine spätere Spendenkampagne bringt ein Teil dieses Geldes zurück.

00:52:23: Rolly ist kein Einzelfall.

00:52:26: Hinter den gescheiterten Festivals stehen Fahrer Handwerker Caterer Hotel Angestellte Und Dienstleister Die weder Influencer noch Investoren sind.

00:52:36: Viele von ihnen erscheinen keiner Schlagzeile, sie werden nicht Teil des Memes.

00:52:40: Für Sie endet das Feierfestival nicht mit einer peinlichen Foto auf Twitter sondern mit unbezahlten Rechnungen und verlorenen Einnahmen.

00:52:48: Die Geschichte des Feier-Festivals beginnt als Traum vom Zugang.

00:52:52: Zugang zu Luxus, Prominenten und einer Welt die nur wenigen offen stehen soll.

00:52:58: Am Ende bleiben Menschen zurück dem mit diesem Traum nie etwas zu tun hatten und trotzdem den Preis dafür bezahlen.

00:53:05: Das Festival scheitert an der Vorstellung, dass eine gute Geschichte irgendwann wichtiger werden kann als die Realität auf der sie beruhen müsste.

00:53:13: Für einige Tage funktioniert diese Vorstellung erstaunlich gut – dann landet sie auf einer Insel der Bahamas und dort hält sie dem Wirklichkeitstest nicht

00:53:23: stand.".

00:53:25: In den Tagen nach dem Festival versuchen die Organisatoren zunächst noch die Kontrolle über die Erzählung zurückzugewinnen.

00:53:32: Stellungnahmen werden veröffentlicht Schuldfragen diskutiert und Erklärungen abgegeben.

00:53:36: Doch während im Internet über Käsebrote, Zelte- und Memes gesprochen wird, interessieren sich andere Stellen inzwischen für etwas deutlich langweiligeres – Emails, Konturauszüge, Investorenpräsentationen und Finanzunterlagen.

00:53:51: Das verändert die Geschichte grundlegend!

00:53:53: Bis hierhin konnte man das Festival als Mischung aus Größenwaren Selbstüberschätzung und katastrophaler Planung erzählen.

00:53:59: Nun beginnt die juristische Aufarbeitung Und dort geht es nicht mehr darum, ob das Festival schlecht organisiert war.

00:54:05: Dort geht es um die Frage, welche Aussagen gegenüber Investoren, Geschäftspartnern und Kunden gemacht wurden und ob diese Aussagen der Realität entsprachen?

00:54:14: Bereits im Mai zehnt siebzehn berichtet Die New York Times dass Bundesbehörden Ermittlungen aufgenommen haben.

00:54:20: Im Mittelpunkt stehen mögliche Fälle von Überweisungsbetrug, Wertpapierbetrugs und weitere finanzielle Delikte.

00:54:26: Aus einer gescheiterten Veranstaltung wird innerhalb weniger Wochen ein Fall für Ermittler- und Staatsanwälte.

00:54:32: Am Dreißigsten Juni, zwei Tonne siebzehn wird Billy McFarland schließlich verhaftet.

00:54:37: Die Vorwürfe konzentrieren sich zunächst auf Unterlagen mit den Investoren für Feiermedia gewonnen werden sollten.

00:54:43: Nach Darstellungen der Behörden wurden dabei Umsätze, Vermögenswerte und finanzielle Kennzahlen teilweise erheblich überhöhlt dargestellt.

00:54:50: In einem Fall soll McFarland einen Ticketdienstleister sogar Finanzunterlagen vorgelegt haben die die tatsächlichen Einnahmen seines Unternehmens massiv überzeichneten.

00:54:59: Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Geschichte selbst nach der Verhaftung noch nicht endet.

00:55:04: Während er bereits unter Auflagen auf seinen Prozess wartet, startet McFarland ein neues Geschäft.

00:55:10: Unter dem Namen NYC VIP

00:55:13: Access verkauft er

00:55:14: angeblich exklusive Eintrittskarten für Veranstaltungen wie die Mad Gala, Coachella, Burning Man oder den Superbowl – das Problem?

00:55:22: Viele dieser Tickets existieren gar nicht!

00:55:25: Im Juni im Jahr zweizehntausend achtzehn folgt deshalb eine weitere Anklage.

00:55:29: Selbst nach dem Zusammenbruch des Fire-Festivals setzt sich das Muster fort.

00:55:33: Es wird

00:55:34: erneut Zugang verkauft, nur diesmal verkauft jemand Zugang zu Dingen, die er gar nicht

00:55:38: besitzt.".

00:55:39: Im März im Jahr zwei Tausend achtzehn bekennt sich McFarlane vor einem Bundesgericht in Manhattan in zwei Fällen des Überweisungsbetrugs schuldig.

00:55:46: Dabei räumt er ein, Investoren durch falsche Angaben über die wirtschaftliche Lage von Fire Media getäuscht zu haben.

00:55:53: Außerdem gesteht er den Betrug an einem Ticketverkäufer, dem er auf Grundlage falscher Finanzinformationen einen Kauf von Festival-Tickets im Wert von zwei Millionen Dollar vermittelt habe.

00:56:03: Vor Gericht erklärt McFarlane später, er habe die finanziellen Anforderungen eines Festivals dieser Größenordnung massiv unterschätzt und Investoren gegenüber falsche Dokumente verwendet um weiteres Kapital zu beschaffen.

00:56:14: Parallel dazu beschäftigt sich auch die amerikanische Börsenaufsicht SEC mit dem Fall.

00:56:19: Im Juli, im Jahr zweiundachzehn wirft die Behörde McFarland vor, Investoren über Jahre hinweg durch irreführende Angaben zum Zustand seiner Unternehmen getäuchte zu haben.

00:56:28: Nach Angaben der SEC wurden auf diese Weise mindestens siebenundzwanzig Komma vier Millionen Dollar von mehr als einhundert Investoren eingesammelt.

00:56:38: Die Behördes spricht ausdrücklich von einem umfangreichen Betrugsystem rundum Fire Media, Fire Festival und frühere Unternehmungen.

00:56:46: Der eigentliche Schlusspunkt folgte im Oktober, zwei Tausend Achtzehn.

00:56:49: Vor einem Bundesgericht in Manhattan wird Billy McFarland zu sechs Jahren Haft verurteilt.

00:56:55: Zusätzlich muss er sechsundzwanzig Millionen Dollar einziehen beziehungsweise zurückzahlen.

00:57:00: Bei der Urteilsverkündung bezeichnet die zuständige Richterin Naomi Rees Buchwald ihn als einen Serial Fraudster also einen Serienbetrüger.

00:57:08: Besonders hart fällt das Urteil auch deshalb aus, weil die Richterin den Fall nicht als gescheiterte Geschäftsidee betrachtet.

00:57:16: Für das Gericht ist Feiern nicht einfach ein Projekt, dass aus dem Ruder gelaufen ist.

00:57:20: Entscheidend sind die falschen Angaben mit den Investoren, Geschäftspartner und Kunden überzeugt wurden.

00:57:27: Damit endet die Geschichte an einem Ort der mit den Bahamas nur noch wenig gemeinsam hat – weder Palmen noch Yachten keine Influencer.

00:57:35: Dadessen Aktenorten Gerichtsprotokolle und Urteile.

00:57:39: Das Festival begann als Traum, am Ende interessierte Justiz vor allem welche Zahlen hinter diesen Traum standen und ob sie überhaupt jemals gestimmt haben.

00:57:48: Die größte Party die nie stattgefunden hat endet deshalb nicht mit einem Konzert und auch nicht mit einen letzten Festiveltag.

00:57:55: Sie endet mit einem Strafurteil.

00:58:00: Eigentlich müsste die Geschichte hier vorbei sein.

00:58:03: Der Gründer wird verurteilt das festival findet nie wieder statt Die Marke ist verbrannt, die Medien ziehen weiter zum nächsten Skandal.

00:58:10: Genau das passiert allerdings nicht!

00:58:13: Stattdessen beginnt Fire nach seinem Zusammenbruch ein zweites Leben und dieses zweite Leben ist in mancher Hinsicht erfolgreicher als das Festival selbst.

00:58:22: Bereits im Jahr zwei Tausend neunzehn erscheinen innerhalb weniger Tage zwei große Dokumentationen über den Fall.

00:58:29: Am vierzehnten Januar veröffentlicht Hulu Firefraud.

00:58:32: Vier Tage später folgt auf Netflix Fire The greatest party that never happened.

00:58:37: Beide Filme erzählen dieselbe Grundgeschichte, setzen aber auf unterschiedliche Schwerpunkte.

00:58:42: Gulu beschäftigt sich stärker mit Billy McFarland und der Kultur hinter dem Betrug.

00:58:47: Netflix konzentriert sie stärker auf die Entstehung des Festivals und die Menschen, die dessen Folgen tragen mussten.

00:58:53: Millionen Zuschauer sehen die Dokumentationen innerhalb kürzester Zeit.

00:58:57: Netflix meldet später, dass der Film im ersten Monat von rund zwanzig Millionen Haushalten gestreamt wurde.

00:59:03: Die meisten gescheiterten Festivals verschwinden irgendwann in Aschiven, Dokalzeitungen und Erinnerungen der Besucher.

00:59:09: Fire wird dagegen zu einem festen Bestandteil der Popkultur.

00:59:12: Das Festival wird zum Meme.

00:59:14: Menschen die nie ein Ticket gekauft haben kennen plötzlich das orangefarbene Quadrat.

00:59:18: Sie kennen die weißen Katastrophenzelte sie kennen Billy McFarland Und sie kennen vor allem ein Foto – das Käsebrot!

00:59:26: Das Foto wird tausendfach geteilt parodiert und nachgebaut.

00:59:30: Social Media-Nutzer stellen eigene Versionen des Käsebrots online, aus einem Verpflegungsproblem wird eine kulturelle Ikone.

00:59:37: Das eigentliche Festival dauert nur wenige Stunden – das Käsebroot überlebt Jahre!

00:59:43: Gleichzeitig verändert FAYER die Diskussion über Influencer Marketing.

00:59:47: Zwei Tausend Sechzehn wirkt es noch normal wenn prominente Persönlichkeiten Produkte oder Veranstaltungen präsentieren ohne deutlich auf bezahlte Kooperation hinzuweisen.

00:59:56: Nach dem Festival beschäftigen sich Medien, Aufsichtsbehörden und Werbeexperten intensiver mit genau dieser Frage.

01:00:02: Das orangefarbene Quadrat wird rückblickend zu einem der bekanntesten Beispiele dafür wie wirksame Influencerwerbung sein kann und wie schwierig es für Nutzer ist, Werbung von persönlicher Empfehlung zu unterscheiden.

01:00:13: Man könnte also annehmen dass die Markefeier irgendwann ihren Wert verliert.

01:00:17: Doch genau das passiert nicht.

01:00:19: Im Gegenteil Nachdem Billy McFarland in den Jahr- und Jahrzehnten vorzeitig aus der Haft entlassen wird, beginnt er öffentlich über eine Rückkehr zu sprechen.

01:00:28: In dem Jahr-und-zehnte kündigt er ein neues Projekt an – Fire Festival II.

01:00:34: Zunächst existieren v.a.

01:00:35: Ankündigungen und Ticketverkäufe.

01:00:38: Im Laufe der Zeit werden verschiedene Orte genannt.

01:00:40: Einmal ist von Isla Mujeres die Rede später von Blaya del Carmen in Mexiko.

01:00:46: Wieder melden lokale Behörden, dass ihnen keine entsprechende Veranstaltungen bekannt seien.

01:00:51: Journalisten finden widersprüche Angaben zu Veranstellungsorten, Genehmigungen und Planungen – und tatsächlich finden sich erneut Menschen die bereit sind, zu zahlen!

01:01:00: Bereits in den ersten Tickets für ein angebliches Fire Festival II in den Verkauf.

01:01:07: In den letzten Jahren folgen weitere Kontingente mit Preisen zwischen US-USD und US-Millionen Dollar.

01:01:14: Ob das Festival jemand stattfinden wird, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand.

01:01:18: Tickets werden trotzdem verkauft.

01:01:21: Im April im Jahr ist es schließlich verschoben.

01:01:25: Kurz darauf folgt die nächste Wendung.

01:01:27: Billy McFarland erklärt öffentlich, die Marke-Feier verkaufen zu wollen.

01:01:31: Begründet wird der Schritt damit, dass jemand anderes die Visionen besser umsetzen könnte.

01:01:36: Wenige Monate später landet die Marcke tatsächlich bei einer eBay-Auktion.

01:01:40: Im Juli twenty-fünfundzwanzig wird Feier für zweihundertvierzichttausend und dreihundert Dollar verkauft.

01:01:47: Enthalten sind Markenrechte, digitale Vermögenswerte und die kulturelle Bekanntheit des Namens.

01:01:53: Das ist vielleicht der seltsamste Teil der gesamten Geschichte!

01:01:57: Das Festival scheitert – Der Gründer wird verurteilt Die Marke wird zum internationalen Symbol für organisatorisches Versagen Und trotzdem besitzt sie noch einen messbaren Marktwert.

01:02:08: Das ist möglicherweise die eigentliche Poante dieser Story.

01:02:11: Als Veranstaltung war Feier ein Disaster, als Unternehmen endete es vor Gericht, als Musikfestival funktionierte praktisch nichts von dem was versprochen wurde.

01:02:20: Als Marke dagegen hat Feier etwas geschafft das den meisten Festivals nie gelingt.

01:02:24: Jeder kennt den Namen und... ...das Käsebrot!

01:02:33: Das Käsebroot,

01:02:34: das bekannteste Käseboot der Welt nachdem Toast Hawaii wahrscheinlich.

01:02:40: Ich habe auch festgestellt, als ich dann für die Folge auch die Bilder mir angeschaut habe durch das Bild auch Kante vorher und überhaupt nicht mit Feier in Verbindung gesetzt

01:02:51: habe.

01:02:52: Ich

01:02:52: weiß noch nicht mehr an welchem Zusammenhang ich das gesehen habe.

01:02:56: Was wäre dein Gefühl wenn du da ankommst?

01:02:58: Und was?

01:02:58: ja die Preise genannt oder wir haben die Preisen genannt

01:03:02: dass man für wenige

01:03:03: hundert bis tausend Dollar ein Ticket buchen kann.

01:03:06: Keine Ahnung, ein-zwei-tausend ausgibst.

01:03:11: Und kannst theoretisch Blink-One-Evitu Major Laser und werden noch so da auf den Bahamas sehen in einem Luxushotel oder in dem Luxuzelt-Luxusunterkunft mit Gourmetküchern und Antonen dran.

01:03:24: Das klingt ja schon ganz geil!

01:03:26: Oder du bist jemand der mehrere hunderttausende Euro Ausgibt für einen oder Dollar Ausgift für einen Festival?

01:03:31: Dann kommst du da an, bist mit im Schulbus zu einer Party gefahren... ...und das erste Luxusessen, was du bekommst ist dieses Käsebrot.

01:03:41: Wärst du da schon misstrauig oder willst du noch denken?

01:03:43: Ist vielleicht ein kleiner Scherz.

01:03:45: Hier von wegen kommen wir vor einem Schulbus, kriegen einen Käsebroot so wie Kinder und dann kommt die Strandparty und danach geht es bestimmt richtig los.

01:03:52: Oder wärst du ja schon durch für dich?

01:03:54: Hättest du das schon gemerkt?

01:03:56: Irgendwas stimmt hier nicht!

01:03:57: Also es ist ja so fernabwunden meiner Realität.

01:04:01: Ich weiß nicht klar, als ich das in den Siebzehnten ... Ich kann mich da nicht so wirklich dran erinnern, aber das liegt einfach an meinem Gedächtnis.

01:04:07: Weil das Käsebrotbild kenne ich auch, aber auch selbstheitig irgendwie kein Interesse daran gehabt hat.

01:04:11: Aber ich glaube schon, dass das doch der Moment ist wenn du so viel Geld ausgibst und alleine in so einem Bus gefahren wirst... ...ich hab' das sich da so reiche Proleten schon drüber aufregen oder?

01:04:21: Wenn die dann so nebeneinander auf einer Schulbusbank sitzen müssen!

01:04:25: Ja ja also ich glaube man erwartet vielleicht für den Preis irgendwie ein Fassribus oder sowas.

01:04:31: Aber andererseits waren weiß okay, es ist ja doch mal ein

01:04:33: Festival

01:04:34: und ... Schoolbus.

01:04:37: So diese US, also das war so eine gelbe Schulbusse.

01:04:41: Ist ja bestimmt auch irgendwie so ein bisschen kult.

01:04:43: Ich glaub in dem Moment ich selber

01:04:44: würde noch denken ach komm voll witzig.

01:04:46: nochmal einmal so, nehmen wir mal so richtig Festivalfeeling

01:04:49: mit einem coolen

01:04:50: Bus dann fahren wir zu dieser Strandparty und da geht's dann richtig los.

01:04:54: Auch wenn natürlich am Ende der Strandparty man vor diesen Zelten, diesen Notfallzelten steht

01:05:00: und

01:05:00: meinen Gepäck dann da versträubt liegt.

01:05:02: Da wäre es dann bei mir vorbei gewesen glaube ich als reicher Schnösel der ich ja bin.

01:05:10: Was ich einem am wildesten finde

01:05:11: wenn du das eben mitbekommst dass er so ein Meme geworden ist so gescheitert ist und dass er ja vor Gericht stand und schuldig ist des Betrugs und der falschen Angaben Dann kauft man noch nicht nochmal Tickets für ein Festival.

01:05:28: Und das ist vor allem nicht für eine Million Dollar.

01:05:31: Jetzt könnte man aber natürlich

01:05:32: sagen, okay, man hat ja natürlich eine zweite Chance verdient und vielleicht meint es jetzt wirklich ernst.

01:05:36: Aber hättest du so jemanden noch mal vertraut?

01:05:38: Also sage mal im Freundeskreis für die Gruppe von zwanzig dreißig Leuten.

01:05:44: soll jemand von euch Urlaub organisieren sammelt Geld ein.

01:05:49: ihr wisst doch nicht wo's hingeht und alles drüber dran.

01:05:52: Das scheitert kläglich.

01:05:54: Ich kriege das Geld vielleicht nicht so ganz wieder, weil es vielleicht auch ein bisschen verbaselt hat oder man kann irgendwas nicht studieren und was auch immer.

01:06:00: Würdest du dir dann nochmal den Urlaub organisieren lassen?

01:06:02: In absolut keiner Welt!

01:06:05: Also das ist für mich eigentlich nur ein Zeugnis davon dass es einem Geld ja egal sein muss wenn man das machen würde.

01:06:13: also ich habe auch generell das denke mir manchmal auch ehrlich gesagt bei Konzerttickets was manche Leute für einen Konzärtticket ausgeben ... um in irgendeiner riesigen Arena zu sitzen, ... ... und Harry Seltzer als kleinen Punkt... ... auf so einer riesigen Bühne rumhüpfen zu sehen.

01:06:28: Und ich mir denke Alter!

01:06:29: Also gibt's hundert Euro aus?

01:06:31: Und stehst irgendwo ultra weit weg auf so eine Tribüne?

01:06:34: Okay wahrscheinlich ist die Akustik in solchen Arenen auch trotzdem gut.

01:06:37: Ich weiß es nicht.

01:06:39: Ich habe das noch nie gemacht.

01:06:40: Ich hab es meistens für ein Ticket aufgegeben, ... okay war das Fusion Festival-Ticket aber das ist im Vergleich ja auch nix.

01:06:46: Was denkst du?

01:06:47: Wie viel würdest Du für ein Festival ausgegeben?

01:06:50: vielleicht?

01:06:51: Oh, gute Frage.

01:06:52: Ich habe zum Beispiel dieses Jahr zwei Konzerte die über Achtzig kosten pro Ticket andere wo ich denke so wie okay kommt hin so ne?

01:07:02: Die waren so bei bei sechsundzwanzig.

01:07:04: das ist noch ein Preis wo ich sage das ist voll ok.

01:07:06: also für einen Konzert wo ich jetzt nicht jedenfalls unbedingt sehen will sondern nur ich denke hab' ich Bock drauf einfach mal bisschen Spaß haben wenn die so bis dreißig Euro voll in Ordnung vor allem wenn es mehrere Bands sind Und das waren jetzt so die Konzerte, die in dieser Preisklasse war.

01:07:20: oder sagen wir mal für den noch bis vierzig Euro, wo ich jetzt zuletzt war.

01:07:22: Oder wo ich noch hingehen will dieses Jahr.

01:07:25: Das ist ja immer eine Hauptband und dann ein oder zwei Vorbands.

01:07:29: wenn halt irgendwie so drei Bands hast zahlst du dreißig Euro sind es zehn Euro pro Band?

01:07:32: Das finde ich so vertretbar dass sich jetzt zum Beispiel kann auf Tour die Ärzte die Totenhosen Olivia Rodrigo, dass sie dich nicht für zehn Euro sehen können ist mir auch klar.

01:07:44: Ist dann auch die Nachfrage.

01:07:46: Aber dann ist halt auch wieder die Frage, wie du gerade schon meinst.

01:07:48: Sondern diese Loschen dieser Gipzeichen auch gesehen bei so Touren, weil zwar ich wieder dir die Hosen nehme, die gibt's ja noch zu kaufen und dann irgendwie auch mehrere hundert Euro bezahlt dafür dass du dann hoch oben in seiner VIP-Tribüne im Stadion sitzt kannst wahrscheinlich ganz zeitfrei saufen aber siehst also von oben fünf Flöhe auf der Bühne rumspringen.

01:08:08: Also da müsste mir Geld dann auch sehr egal sein das ich das mache.

01:08:13: Ich habe es auch schon überlegt Als ich so, keine Ahnung, seit Jahrzehnte und Sechzehn, war ich zum Beispiel riesiger über die Eilish-Fan.

01:08:22: Und habe mir auch wirklich überlegt dieses Jahr

01:08:26: z.B.,

01:08:26: ja das ist dieses Jahr schon oder letztens?

01:08:28: Ich weiß es nicht mehr.

01:08:29: Aber viele von meinen Bekannten irgendwie auf die Eilschkonzerten, da hab' ich einfach nur mal in meinen Gedanken spielen lassen, ob ich mir dafür ein Ticket kaufen wollen würde.

01:08:37: Ja.

01:08:38: Ich glaube... gar keine Ahnungen, könnte auch scheiß falsch sein aber ich meine, dass waren so zweieinhalb Euro oder so!

01:08:43: Aber dann habe ich mir wirklich gelacht, warum.

01:08:45: Also warum?

01:08:46: Das ist für mich wie nicht wert!

01:08:48: Ich finde das auch manchmal so anstrengend weil es ja auch so... ...das jetzt ein anderes Thema.

01:08:52: aber wenn's so... Das sind ja dann wirklich entweder Leute die denen es egal ist oder die da sind wegen der Groß- also wegen der Bekanntheitsgrad der Person oder die halt so ultra Ultra Fan sind auf so... Wie heißt das?

01:09:05: So fanatisch.

01:09:07: Richtig.

01:09:08: Das ist mir auch zu doll.

01:09:09: Also sorry.

01:09:13: Klar, da wird jetzt ein Star erst mal eingeflogen.

01:09:17: Dann hast du Transportkosten innerhalb der Tour nur durch Deutschland.

01:09:22: Das ist natürlich dann das ganze Bühnentechnik und

01:09:24: Co.,

01:09:24: weil muss ja auch eine Riesenschau sein mit Bildleinwänden oder was weiß ich?

01:09:29: Und dann hast du noch die Musiker und irgendwelche Tänzer... Die verdienen ja auch ihr Geld mit irgendwas.

01:09:35: Ich weiß jetzt nicht, wieviel dann von diesen Ticketkosten da bei dir hängen bleiben?

01:09:38: Aber dann muss natürlich die Location dann auch die ganzen Leute am Bier ausschankt, die sich als Leute bezahlen und so weiter... Und wenn du jetzt einen Stadion hast, wo du achtzigtausend Sitzplätze hast, dann ist er noch in der Innenraum, wo auch nochmal ein paar Leute sind, dann hast du da halt irgendwie massig Leute, die halt Security brauchen, Getränke, Sanitäter, die da sind.

01:09:59: Wie viel kommt denn dort an?

01:10:01: Wie fair ist dieses Gehalt, weiß ich nicht.

01:10:03: Und braucht jetzt billi-eilig... ...achtzig Tänzer auf der

01:10:06: Bühne?

01:10:07: Oder reichen wir doch vierzig!

01:10:08: Aber weil du grad den Haare alt Art und Weise angesprochen hast auch bekannt als Harry Styles Der ist kurzer Recap für alle die es nicht mitbekommen haben auf Instagram unser fiktives Ausflug in Ausrüstung mit Ausrufe zeichnen unter fiktives Festival.

01:10:25: was wir da haben Da ist ja auf der schwer Im Swear-Town

01:10:31: Partyzelt

01:10:32: sind ja Red Leg.

01:10:33: Und als sie neu waren mit Shays Long damals, dem Song, dann hab ich die abends oder nachts beim Duschen im Radio gehört.

01:10:42: Das war dann so eine Show für die, die es kennen, Plan B bei Eins Live.

01:10:48: Wir hatten abends mal ein bisschen Blattenstreit und neue Musikvorstellen, die eben nicht so normalen ... Zeitraum tagsüber läuft, wie halt die acht Ed Sheeran Songs und die anderen drei von Taylor Swift.

01:10:59: Und dazwischen mal ein was, was man vielleicht noch nicht kennt.

01:11:01: Dann kam ihm dann abends diese Song.

01:11:02: Er hat gesagt okay ich muss jetzt unbedingt irgendwie nach dem Duschen in die Playlist bei Ens Live gucken, was das Song war.

01:11:07: Hab dann die Musik gehört.

01:11:08: Und dachte mir cool, ey wenn die mal nach Deutschland kommen so... Die sind noch unbekannt genug dass ihr die auch für zwanzig Dratzig Euro sehen kannst irgendwo in Köln oder sowas in einem kleinen Ding.

01:11:16: Ja!

01:11:16: Und dann geht

01:11:17: Harry Styles auf Tour

01:11:18: Hat

01:11:18: RedLeg als Vorband.

01:11:20: Das hat so echt ... Oh, Penner!

01:11:21: Hast du diese Bands für immer versaut?

01:11:23: Die haben damit jetzt einen Riesenpublikum erreicht.

01:11:25: Das gönn ich denen auch sehr.

01:11:27: Aber ich hab's halt nicht geschafft vorher diese Bans zu sehen.

01:11:30: Muss noch günstig waren.

01:11:31: Warum krieg ich das immer so spät mit?

01:11:33: Dass Bands gut sind... Ich krieg die mal erst wenn die teuer sind.

01:11:38: Also wie gesagt, ich möchte nicht sagen das sind Menschen nicht wert.

01:11:41: Dass sie Geld verdienen oder erfolgreich sind.

01:11:43: Das können wir stehen gerade wenn es gute Bands sind.

01:11:45: aber die könnten auch damit warten bis ich sie einmal live gesehen habe.

01:11:49: Wenn wird Zugang zu den providenten Leuten?

01:11:52: Haben wir schon.

01:11:52: Ich hab die Feier runtergeladen gerade.

01:11:54: Jetzt kann ich direkt Jarul kontaktieren.

01:11:57: Aber genau dass wir nicht reich sind merkt man daran dass wir eben statt

01:12:02: in

01:12:02: der Loge bei Harry Styles zu sitzen uns von Käsebrot ernähren was auch ein toller Snack ist.

01:12:08: Man hat nicht gesehen, wie cool ich meine Birte dabei hochgeschoben habe.

01:12:10: Aber kurze Anmerkungen aus dem Off... Nein wir sind da noch live!

01:12:15: Das ist gar kein Off.

01:12:16: aber Wir werden uns übrigens überlegen das weiß wer ja selber doch gar nicht.

01:12:21: Wir werden sich überlegen was wir mit diesen Snacks machen weil wir natürlich auch gucken Was macht ihr da draußen eigentlich so?

01:12:26: Mit unseren

01:12:27: Snacks die wir servieren

01:12:29: Nicht allzu viel.

01:12:30: Sie meisten von euch oder viele von euch springen da rüber Denken dann, okay es ist schon vorbei.

01:12:37: Vielleicht finden wir irgendwie eine Lösung wie das cooler machen können?

01:12:39: Wir haben demnächst am neunzehnten achten... Haben wir unser einjährigen Geburtstag?

01:12:44: Ich glaube bis dahin ziehen wir's noch durch und danach einem Jahr Snacks können wir auch mal was Neues machen.

01:12:48: ich habe ein paar

01:12:49: Ideen.

01:12:49: Wenn ihr da draußen auch welche habt schickt sie uns gerne Es muss nicht Snaks FM heißen, am Ende kann auch etwas völlig anderes sein.

01:12:57: Es wäre.. Muss verschiedene Fremdsprachen sprechen

01:13:01: Weil ich jetzt so gut Englisch auch sprechen kann schon.

01:13:03: Ja, und ihr stellt mir vor wie lustig das dann ist wenn du dann Esperanto

01:13:07: aussprechen musst?

01:13:08: Das hättest du halt so in den Zusammenschneiden.

01:13:13: Aber wir überlegen uns da was... Wir tun es einfach so als wären sie immer noch total toll und

01:13:20: die sind ja

01:13:20: auch toll!

01:13:20: Wir haben da immer schöne Effekts mit drin aber wir merken ja auch beim Zusammenstellen nicht immer gibt's coole oder lustige Fun-Facts.

01:13:28: Dann muss halt irgendwas dahin schreiben, weil wir uns auf die Fahne geschrieben haben.

01:13:31: Es müssen immer fünf sein!

01:13:33: Eigentlich Quatsch, aber her.

01:13:34: Wir überlegen uns was bis dahin abwarten

01:13:37: und

01:13:38: nicht nur Tee trinken sondern auch Tee essen, das ist ja ein Snack.

01:13:44: Erstens Das berühmte Orangene Quadrat erreicht über dreihundert Millionen Menschen.

01:13:50: Als Candle Jenner, Bella Hadid, Emily Ratajkowski und dutzende weitere Influencer gleichzeitig ein schlichtes orangefarbenes Bild posten entsteht eine der erfolgreichsten Influenza-Kampagnen ihrer Zeit.

01:14:04: Innerhalb von vierundzwanzig Stunden sollen über dreihundert Millionen Impressionen erzielt worden sein.

01:14:10: Zweitens

01:14:11: das

01:14:11: Festival

01:14:12: sollte auf einer Pablo Escobar Insel stattfinden durfte damit aber nicht werben.

01:14:17: Zu Beginn bewerben

01:14:18: die Veranstalter Fire als Festival auf Normans K, einer Insel, die eins mit Pablo Escobar in Verbindung gebracht wurde.

01:14:26: Nachdem die Eigentümer die Nutzung des Namens untersagen, muss der Standort kurzfristig

01:14:30: gewechselt werden.

01:14:31: Drittens Besucher können Pakete für bis zu zweihundertfünfzigtausend Dollar kaufen.

01:14:36: Normale Festival-Tickets waren nur ein Teil des Geschäftsmodells.

01:14:40: Die teuersten Luxus- und Gruppenpakete wurden mit Preisen von bis zu zweihundertfünfzigtausend US-Dollar beworben, inklusive exklusiver Unterkünfte und VIP-Erlebnisse.

01:14:52: Viertens das berühstigte Käsebrot

01:14:54: wurde weltberühmt.

01:14:56: Das wohl bekannteste Bild des

01:14:57: gesamten Festivals zeigt Zwei Scheiben Toast, Zweischeibenkäse und etwas

01:15:01: Salat

01:15:02: in einer Styropor Schale.

01:15:04: Ein einzelner Tweet machte das Foto zum Symbol für den Unterschied zwischen Werbeversprechen

01:15:09: und Realität.

01:15:10: Fünftens.

01:15:11: Fire Festival II verkaufte erneut Tickets.

01:15:15: Trotz des spektakulären Zusammenbruchs wurden Jahre später tatsächlich Tickets für ein Fire-Festival II angeboten.

01:15:23: Die Preise reichten von rund US dollar bis zu Luxuspaketen im siebenstelligen Bereich.

01:15:30: Es geplante Festivals wurde später verschoben.

01:15:35: Vier Festivals, vier Katastrophen und vier sehr unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage Was passiert, wenn eine Veranstaltung größer wird als die Menschen, die sie kontrollieren sollen?

01:15:48: Bei Roskilde waren es Entscheidungen in einer Menschenmenge, die innerhalb weniger Minuten tödliche Folgen hatten.

01:15:55: Bei Astro World zeigte sich wie gefährlich es werden kann, wenn Warnzeichen übersehen werden und ein Konzert weiter läuft – obwohl diese Situation längst außer Kontrolle gerät!

01:16:05: Woodstock-IX, erzählt von einer anderen Art des Scheiterns.

01:16:09: Dort waren die Bühne fertig, die Künstler da und die Besucher angekommen.

01:16:13: Das Problem war nicht die fehlende Organisation sondern eine Atmosphäre, die über Tage hinweg immer aggressiver wurde bis sich schließlich explodierte.

01:16:23: Und dann kam Fire!

01:16:25: Ein Festival das fast als Gegenteil von all dem war.

01:16:28: Keine Massenpanik keine Gewalt kein legendierer Auftritt der Schief ging Stattdessen eine Veranstaltung, die vor allem im Internet existierte.

01:16:38: Ein Festival das monatelang perfekt aussah und genau in dem Moment zusammenfiel als die ersten Besucher die Realität zu sehen

01:16:46: bekam.".

01:16:47: Vielleicht verbindet das diese vier Geschichten?

01:16:50: Die Erkenntnis dass zwischen einer Idee und ihre Umsetzung manchmal ein gefährlicher Abstand liegt.

01:16:56: Festivals leben von Erwartungen, von Vorfreude und dem Versprechen das für ein paar Stunden oder Tage etwas Besonderes passiert.

01:17:04: Die Allermeisten halten diese Versprechen auch ein.

01:17:07: Manche werden sogar zu Erinnerungen die Menschen ein Leben lang

01:17:10: begleiten.

01:17:11: Manchmal entsteht aus demselben Versprechen eine Geschichte über die wir Jahrzehnte später noch sprechen.

01:17:17: Damit endet unsere kleine Reise durch die größten Festivalkatastrophen der Musikgeschichte.

01:17:21: Und falls euch jemand einen Luxusfestival auf einer Privatinsel verkaufen möchte, das nur durch ein orangefarbenes Quadrat beworben wird fragt vielleicht vorher einmal nach den

01:17:31: Toiletten.

01:17:33: Das war Radio

01:17:34: Obscura!

01:17:35: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann bleibt auf dem Zeltplatz folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da.

01:17:42: Wir hören uns bis dahin.

01:17:44: Bleibt beim Käsebrot

01:17:45: Bleibt bei euch Bleibt

01:17:46: im Dunkeln

01:17:47: und Radio aus.

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