#040: Außerirdische - Wie wir das Universum bevölkerten (Teil 1)
Shownotes
🎧 Worum geht’s in dieser Folge? Woher stammt eigentlich das Bild des klassischen Außerirdischen? Radio Obscura folgt den Ursprüngen unserer Alien-Vorstellungen; von den vermeintlichen Marskanälen des 19. Jahrhunderts über Science-Fiction und die Contactees der 1950er Jahre bis zu den Nordics und Greys. Anschließend geht es um die Frage, wie Astronomie und Wissenschaft heute nach außerirdischem Leben suchen und warum wir trotz jahrzehntelanger Forschung bis heute keinen eindeutigen Nachweis gefunden haben.
Kapitel
(00:00:00) Opening: Der Marsmensch (00:01:14) Intro & Begrüßung (00:03:48) Bevor Aliens grau wurden (00:17:08) Die Nordics - Blondinen aus dem Weltall (00:31:15) Die Greys – Wie das Standard-Alien entstand (00:46:37) Das große Alien-Bestimmungsbuch (00:59:12) Ist da draußen überhaupt jemand? (01:23:42) Outro
📚 Quellen & Literatur
• Adamski, George: Inside the Space Ships, New York 1955. • Adamski, George / Leslie, Desmond: Flying Saucers Have Landed, London 1953. • Alcubierre, Miguel: The Warp Drive. Hyper-Fast Travel within General Relativity, in: Classical and Quantum Gravity 11, Bristol 1994. • Barkun, Michael: A Culture of Conspiracy. Apocalyptic Visions in Contemporary America, Berkeley 2003. • Bishop, Greg: Project Beta. The Story of Paul Bennewitz, National Security, and the Creation of a Modern UFO Myth, New York 2005. • Brownlee, Donald / Ward, Peter D.: Rare Earth. Why Complex Life Is Uncommon in the Universe, New York 2000. • Bulwer-Lytton, Edward: The Coming Race, Edinburgh / London 1871. • Doreal, Maurice: The Emerald Tablets of Thoth the Atlantean, Sedalia o. J. [ca. 1940er Jahre]. • Drake, Frank D.: „The Radio Search for Intelligent Extraterrestrial Life“, in: Mamikunian, Garo / Briggs, Michael H. (Hg.): Current Aspects of Exobiology, Oxford 1965. • Emenegger, Robert: UFOs: Past, Present, and Future, New York 1974. • Fuller, John G.: The Interrupted Journey. Two Lost Hours Aboard a Flying Saucer, New York 1966. • Good, Timothy: Above Top Secret. The Worldwide UFO Cover-up, London 1987. • Goodrick-Clarke, Nicholas: Black Sun. Aryan Cults, Esoteric Nazism and the Politics of Identity, New York 2002. • Goodrick-Clarke, Nicholas: The Occult Roots of Nazism. Secret Aryan Cults and Their Influence on Nazi Ideology, New York 1992. • Gray, Robert H.: The Fermi Paradox Is Neither Fermi’s Nor a Paradox, in: Astrobiology 15, New Rochelle 2015. • Hall, Charles James: Millennial Hospitality, Albuquerque 2002. • Holey, Jan Udo: Die innere Welt. Das Geheimnis der schwarzen Sonne, Fichtenau 1998. • Holey, Jan van Helsing: Unternehmen Aldebaran. Kontakte mit Menschen aus einem anderen Sonnensystem. Die sensationellen Erlebnisse der Familie Feistle, Fichtenau 1997. • Hopkins, Budd: Missing Time. A Documented Study of UFO Abductions, New York 1981. • Howard, Robert E.: The Shadow Kingdom, in: Weird Tales, Chicago 1929. • Hynek, J. Allen: The UFO Experience. A Scientific Inquiry, Chicago 1972. • Icke, David: Children of the Matrix. How an Interdimensional Race Has Controlled the World for Thousands of Years – and Still Does, Ryde 2001. • Icke, David: The Biggest Secret. The Book That Will Change the World, Ryde 1999. • Kardashev, Nikolai S.: Transmission of Information by Extraterrestrial Civilizations, in: Soviet Astronomy 8, Moskau 1964. • Kottmeyer, Martin S.: Entirely Unpredisposed. The Cultural Background of UFO Abduction Reports, in: Magonia 37, London 1990. • Lowell, Percival: Mars, Boston 1895. • Lowell, Percival: Mars and Its Canals, New York 1906. • Moore, William L. / Berlitz, Charles: The Roswell Incident, New York 1980. • National Archives and Records Administration (Hg.): Majestic 12 or “MJ-12” Reference Report, Washington, D. C. o. J. • National Aeronautics and Space Administration (Hg.): Exoplanet Exploration. Planets Beyond Our Solar System, Washington, D. C. o. J. • Partridge, Christopher (Hg.): The Occult World, London 2015. • Pilkington, Mark: Mirage Men. A Journey into Disinformation, Paranoia and UFOs, London 2010. • Robertson, David G.: UFOs, Conspiracy Theories and the New Age. Millennial Conspiracism, London 2016. • Sagan, Carl / Shklovskii, Iosif S.: Intelligent Life in the Universe, San Francisco 1966. • Schiaparelli, Giovanni V.: La vita sul pianeta Marte, Mailand 1895. • Sitchin, Zecharia: The 12th Planet, New York 1976. • Strieber, Whitley: Communion. A True Story, New York 1987. • Strube, Julian: Vril. Eine okkulte Urkraft in Theosophie und esoterischem Neonazismus, München 2013. • Sünner, Rüdiger: Schwarze Sonne. Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik, Freiburg im Breisgau 2001. • Swedenborg, Emanuel: De Telluribus in Mundo Nostro Solari, London 1758. • Vallée, Jacques: Passport to Magonia. From Folklore to Flying Saucers, Chicago 1969. • Wells, H. G.: The War of the Worlds, London 1898.
• Allmystery • AboveTopSecret • Biblioteca Pleyades • Central Research Network for Exceptional Aerial Phenomena • Crystalinks • Groupe d’études et d’informations sur les phénomènes aérospatiaux non identifiés • Sabon
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🎙️ Hosts: Svea & Tim
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00:00:02: Die Reise ist fast vorbei.
00:00:05: Vor ihm liegt ein bewohnter Planet, flüssiges Wasser eine sauerstoffreiche Atmosphäre Städte Straßen künstliches Licht.
00:00:13: Seit Tagen empfängt Erfunksignale Nachrichten Musik Werbung genug Material um sich auf den ersten Kontakt vorzubereiten.
00:00:24: Dabei stößt er auf einen Problem.
00:00:27: die Bewohner dieses Planeten wissen offenbar längst wie außerirdische aussehen.
00:00:31: manche erwarten Kleine graue Wesen mit großen schwarzen Augen.
00:00:36: Andere große blonde Menschen aus dem All.
00:00:40: Es gibt Berichte über Reptilien, die sich als Politiker tarnen und detaillierte Beschreibungen von Spezies, die angeblich seit Jahrhunderten die Erde besuchen Namen Herkunftsorte Körpermerkmale Bündnisse.
00:00:54: Er überprüft die Daten ein zweites Mal.
00:00:57: Nichts davon passt.
00:00:59: Er ist ein Marsmensch Und während die Erde vor ihm langsam größer wird, bleibt eine Frage.
00:01:05: Woher wissen die Menschen eigentlich so genau wer da draußen lebt?
00:01:10: Willkommen bei Radio Obskura!
00:01:35: Schön, dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures Crime und Mystery.
00:01:40: Wir erzählen von Geschichte, Gegenwart und Grenzbereichen.
00:01:43: Marial?
00:01:44: Mal unerklärlich!
00:01:45: Vom
00:01:45: Meeresgrund bis zur Umlaufbahn vom Labor bis zur Legende... ...wir fragen was passiert ist und was davon bleibt.
00:01:51: Wir sind Tim und Svea
00:01:53: Und wir nehmen euch heute schon wieder mit ins All.
00:01:56: Uuuuh
00:01:57: Die Freude.
00:01:58: Ich erwähne jetzt nicht wo die Bilder zu finden sind.
00:02:00: Das wisst ihr mittlerweile alle.
00:02:01: Wenn nicht schreibt uns eine E-Mail und fragt Na?
00:02:04: E-mail Interesse findet ihr in den Show noch und auch die Daten wo man unsere Bilder finden kann.
00:02:10: Ja, was machen wir heute?
00:02:11: Wir haben ja schon vor zwei Wochen festgestellt dass ich ein Mars-Mensch bin und jetzt wo ich offen damit umgehen kann reden wir halt mal über die anderen Alienrassen.
00:02:19: Wir machen heute also einen Grundkurs in Alien-Ethnologie Damit ihr bei kommenden Folgen immer Bescheid wisst wie damals mit Svers Hexen einführung.
00:02:27: das ist alles klausurrelevant was wir hier tun.
00:02:30: Und nach all den Tragödie in der letzten Woche nehmen wir es heute mal ein bisschen mit Augen zwingern Denn wir haben uns hier nichts ausgedacht.
00:02:38: in dieser Folge auch dass ich ein Mars-Mensch bin, ist einfach die Realität.
00:02:42: Kommt
00:02:43: damit klar!
00:02:43: Und alles was ihr heute hört, das kommt teilweise aus Verschwörungen und aus Esoterik & Co.
00:02:51: Urban Legends UFO Berichte aber es sind natürlich dann viele verschiedene Quellen.
00:02:55: wir schmeißen jetzt einfach mal alles zusammen und geben euch einen Überblick über Aliens.
00:03:01: also nehmt es ein wenig mit Humor und keine Sorge es wird nicht nur Verschwörung Wir schauen auch, oder es wäre insbesondere.
00:03:10: schaut dann nochmal auf den wissenschaftlichen Aspekt dahinter.
00:03:13: Vielleicht noch ein kurzer Satz geht es nicht darum überhaupt an Ehens- oder Nicht-an-Ehens zu glauben?
00:03:19: das kann ja jeder halten wie er möchte.
00:03:20: Es geht eher um Verschwörungstheorien und die isotärischen Ebenen dahinter.
00:03:25: Das ist also so wie.
00:03:27: man kann ja auch an den Movment glauben oder an die Belvedge, an Geister und Co.
00:03:31: Oder ist fest davon überzeugt dass es die gibt.
00:03:34: Das ist ja überhaupt kein Problem, aber manche Dinge die wir heute erwählen werden oder sagen werden sind vielleicht ein bisschen schwierig oder zu sehr drüber.
00:03:42: Deswegen immer mal ein bisschen.
00:03:43: das Augenzwing kann im Hinterkopf behalten.
00:03:45: Viel Spaß!
00:03:50: Bevor außerirdische graue Haut große schwarze Augen und kleine Körper bekommen sehen sie lange Zeit gar nicht eindeutig aus.
00:03:59: Manchmal sehen sie aus wie Menschen, manchmal wie bessere Menschen, Manchmal bleiben sie völlig körperlos, eher eine philosophische Möglichkeit als eine Figur.
00:04:11: Die Vorstellung dass da draußen jemand lebt ist sehr viel älter als das moderne UFO.
00:04:16: aber dieser Jemand hat noch keinen festen Körper keine einheitliche Größe keine Augenform keine Spezies Bezeichnung.
00:04:25: er ist zunächst nur eine Möglichkeit.
00:04:28: die Idee bewunderwelten entsteht nicht erst mit Raketen Science-Fiction Heften oder Fernsehserien.
00:04:35: Schon in der frühen Neuzeit und im achzehnten Jahrhundert wird darüber spekuliert, ob andere Planeten ebenfalls bewohnt sein könnten.
00:04:42: Das ist damals nicht einfach das was wir heute unter Astronomie verstehen würden – es ist Philosophie, Theologie, Naturkunde und Vorstellungskraft zugleich!
00:04:54: Wenn die Erde nicht der einzige Himmelskörper ist, wenn Planeten nicht nur Lichter am Himmel sind sondern Welten dann liegt eine Frage nahe.
00:05:02: Warum sollte nur diese eine Welt Leben tragen?
00:05:06: Ein besonders frühes und merkwürdiges Beispiel ist Emanuel Svedenburg.
00:05:11: In den letzten Jahren veröffentlicht er ein Werk über die Erden in unserem Sonnensystem.
00:05:18: Svedemburg ist Naturforscher, Mystiker, Theologe – und er behauptet nicht einfach, über andere Planeten nachzudenken!
00:05:25: Er behauptete, geistig mit Bewohnern anderer Welten in Kontakt gestanden zu haben.
00:05:31: Für unsere Geschichte ist dabei weniger entscheidend ob man Swedenburg als Vorläufer späterer Kontaktberichte lesen will.
00:05:38: Interessanter ist die Struktur – andere Planeten sind bei ihm keine leeren Orte, sie haben Bewohner und diese Bewohner haben Eigenschaften!
00:05:48: Das ist ein früher Schritt.
00:05:49: noch kein Ufo, keine Entführung, keine Regierung, die heimlich Verträge mit Wesen aus dem All schließt aber bereits die Grundbewegungen ist da.
00:05:58: der Himmel wird nicht nur beobachtet er wird bewohnt gedacht.
00:06:03: Im neunzehnten Jahrhundert verändert sich diese Vorstellung, weil der Blick in den Himmel technischer wird.
00:06:08: Teleskope werden besser Beobachtungen genauer Planeten konkreter.
00:06:13: Besonders einen Himmelskörper zieht Aufmerksamkeit auf sich Der Mars.
00:06:19: Der Mars ist nah genug um mit den Instrumenten der Zeit Details zu sehen aber weit genug entfernt Um diese Details nicht wirklich sicher zu verstehen.
00:06:28: Er ist rötlich auffällig regelmäßig sichtbar und lässt sich als Nachbarplanet der Erde denken Nicht als abstrakter Punkt, sondern als Ort.
00:06:36: Als Welt!
00:06:37: Als etwas das vielleicht eine Oberfläche hat Jahreszeiten, Pole, dunklere und hellere Regionen – und damit auch… vielleicht Leben?
00:07:05: Das Wort bedeutet zunächst Kanäle oder Rinnen, nicht zwingend künstliche Bauwerke.
00:07:11: Doch genau an dieser Stelle beginnt ein Problem das für die Geschichte außerirdischer Vorstellungen erstaunlich wichtig wird.
00:07:18: Denn aus diesen Linien entsteht bald viel mehr als eine astronomische Beobachtung.
00:07:23: In englischsprachigen Zusammenhängen wird aus Kanali häufig kernels und dieses Wort klingt nicht mehr neutral.
00:07:30: Ein Kanal ist im Englischen sehr schnell etwas Gebautes, etwas Geplantes.
00:07:35: Etwas das nicht einfach da ist sondern von jemanden angelegt wurde.
00:07:39: Es wäre allerdings zu einfach die ganze Mars-Kanal Geschichte nur auf einen Übersetzungsfehler zu reduzieren.
00:07:45: Die Sache ist komplizierter.
00:07:47: Schon vor und neben der Übersetzung gibt es ein starkes Interesse daran den Mars als bewohnbaren oder bewohnten Planeten zu denken.
00:07:55: Die Linien erscheinen in einem kulturellen Umfeld, das auf genau solche Deutungen vorbereitet ist.
00:08:01: Das Entscheidende ist also nicht nur ein einzelnes Wort sondern was Menschen aus unsicheren Linien machen.
00:08:08: Aus Beobachtungen nahe der Grenze des Sichtbaren wird nach und nach eine Erzählung.
00:08:12: Wenn dort Linien sind könnten es Wasserwege sein.
00:08:16: wenn es Wasser Wege sind könnte es dort Wasser geben.
00:08:19: wenn dort Wasser knapp ist könnte eine Zivilisation versuchen es zu verteilen.
00:08:24: Und wenn eine Zivilisation dazu in der Lage ist, dann muss sie organisiert sein.
00:08:28: Technisch entwickelt – vielleicht alt oder bedroht?
00:08:32: Aus ein paar Strichen auf einer Maßkarte wächst eine ganze Welt!
00:08:37: Der Mann, der diese Welt besonders wirkungsvoll ausformuliert, ist Percival Lovell.
00:08:42: Lovell stammt aus einer wohlhabenden amerikanischen Familie, ist kein gewöhnlicher Beobachter am Rand der Wissenschaft sondern jemand mit Geld, Einfluss und einer klaren Idee.
00:08:52: In den Achtzehnhundert neunziger Jahren gründete er in Flagstiff Arizona ein eigenes Observatorium.
00:08:58: Einer der wichtigsten Gründen dafür ist der Mars.
00:09:01: Lovell beobachtet den Planeten, zeichnet Karten, vergleicht Linien, deutet Dunkelflecken als Oasen und baut daraus einen System.
00:09:10: In seiner Vorstellung ist Mars ein alter Planet, trockener als die Erde vielleicht bereits im Niedergang!
00:09:16: Die Bewohner dieses Planeten stehen vor einem Problem – Wasser wird knapp.
00:09:20: Also errichten sie ein gewaltiges Netzwerk aus Kanälen, um Wasser von den Polkappen in andere Regionen zu leiten.
00:09:27: Das ist aus heutiger Sicht falsch!
00:09:30: Auf dem Mars gibt es keine künstlichen Kanäle dieser Art – die Linien, die Schiaparelli und andere Sahnen gelten heute als Beobachtungs- und Wahrnehmungseffekte verstärkt durch die begrenzten Instrumente der Zeit.
00:09:42: Raumsondenbilder haben später gezeigt dass der Mars keine Oberfläche besitzt, die zu Lowell's Kanalnetz passt Aber für die Kulturgeschichte der Außerirdischen ist Lovell trotzdem entscheidend.
00:09:53: Denn bei ihm bekommen die Marsbewohner nicht nur einen Planeten, sie bekommen ein Problem eine Technik und eine Gesellschaft – Sie handeln!
00:10:01: Sie planen!
00:10:02: Sie reagieren auf Umweltbedingungen!
00:10:04: Sie sind nicht einfach Wesen irgendwo im All sondern Teil eines Systems.
00:10:09: Man könnte sagen, Lovell entwirft keine Alienrasse im späteren Sinn aber er entwirbt bereits eine außerirdische Zivilisation.
00:10:16: Genau das ist ein wichtiger Unterschied.
00:10:19: Wenn Menschen heute von Grace, Nordics oder Reptiloiden sprechen, dann sprechen sie selten nur über Körper.
00:10:24: Sie sprechen über Herkunft, Fähigkeiten, Absichten, politische Beziehungen, technische Überlegenheit – manchmal sogar über Bündnisse und Konflikte zwischen Spezies.
00:10:34: Diese spätere, intaste, lare Völkerkunde beginnt nicht aus dem Nichts!
00:10:39: Eine ihrer Vorformen liegt schon hier in dem Versuch, aus Spuren am Himmel eine fremde Gesellschaft zu rekonstruieren.
00:10:47: Während Lowell seine Mars-Welt wissenschaftlich zu begründen versucht, macht die Literatur etwas Eigenes daraus.
00:10:54: HG Wells veröffentlicht Ende des neunzehnten Jahrhunderts The War of the World – der Krieg der Welten.
00:11:00: Der Roman erscheint zunächst eighteenhundertseinundneinzig als Fortsetzung und achtzehnhundertachtundneunzig als Buch.
00:11:07: Auch hier kommen die Außerirdischen vom Mars aber bei Wells sind sie keine edlen Nachbarn, die an einem Wasserproblem arbeiten.
00:11:13: Sie sind Invasoren!
00:11:14: Sie greifen die Erde an, weil ihr eigener Planet erschöpft ist.
00:11:18: Wells-Massbewohner sind außerdem körperlich nicht einfach Menschen mit anderer Herkunft – sie sind fremd!
00:11:24: Große Köpfe, tentakelartige Gliedmaßen eine körperliche Form, die sich deutlich vom Menschen entfernt.
00:11:31: Ihre Technik ist überlegen ihre Kampfmaschinen sind zerstörerig und die Erde erscheint plötzlich nicht mehr als Zentrum sondern als Ziel, als Ressource, als Ort den andere haben wollen.
00:11:42: Das ist für die Alien-Geschichte ein zweiter wichtiger Schritt.
00:11:46: Der Außerirdische kann nun mehr sein als ein anderer Mensch auf einem anderen Planeten, er kann biologisch anders sein – unangenehm anders, bedrohlich anders!
00:11:55: Bei Welts wird der Blick umgedreht.
00:11:57: nicht Menschen reisen auf einen fremden Planeten und entdecken dort Leben.
00:12:01: Fremdesleben kommt hierher und behandelt die Erde so wie europäische Kolonialmächte andere Länder behandelt haben.
00:12:07: Der Mensch steht nicht mehr sicher am Rand der Beobachtung.
00:12:10: Er wird selbst beobachtet, bewertet und angegriffen.
00:12:14: Damit entsteht ein Motiv das später immer wiederkehrt.
00:12:17: Das Alien ist nicht nur fremd weil es woanders lebt.
00:12:20: Es ist fremt weil es uns anders sieht als wir uns selbst sehen.
00:12:24: Trotzdem bleibt um nineteenhundert noch vieles offen.
00:12:27: Der Mars-Mensch kann in der Literatur ganz unterschiedlich aussehen.
00:12:30: er kann monströs sein technisch überlegen geistig höher entwickelt degeneriert wietlich kriegerich trag ich oder komisch.
00:12:39: Es gibt noch keinen Norm, kein Standardbild bei dem sofort alle wissen.
00:12:43: So sieht ein Alien aus!
00:12:46: Das ist leicht zu vergessen weil unsere heutige Popkultur so stark von festen Bildern geprägt ist Kleine graue Körper schwarze Augen scheibenförmige Flugobjekte Licht im Wald eine Tür die sich öffnet Eine Gestalt am Fußende des Bettes.
00:13:00: Diese Bilder wirken inzwischen so vertraut dass sie fast rückwirkend selbstverständlich erscheinen aber Sie sind es nicht.
00:13:08: Lange Zeit ist der Außerirdische kein festes Wesen.
00:13:10: Er ist ein Lehrerplatz, den jedezeit anders füllt.
00:13:14: Im neunzehnten Jahrhundert füllt man ihn mit Maßbewohnern, weil Mars als Nachbarwelt nahe genug wirkt.
00:13:20: Im frühen zwanzigsten Jahrhundert füllen ihn Autoren und Illustratoren mit Abenteuergestalten, Invasoren, fremden Maschinen- und utopischen Gesellschaften.
00:13:28: Der Außeröhrliche ist dabei oft weniger ein Bericht über das All als ein Berlicht über die Erde – über technische Hoffnung, Angst vor Invasion, Kolonialismus Über den Glauben, dass jede sichtbare Ordnung irgendwo einen Konstrukteur haben müsse.
00:13:43: Dann kommt der Sommer, nineteenhundert, siebenundvierzig.
00:13:46: Am vierentranisten Juni fliegt Kenneth Arnoldt ein amerikanischer Geschäftsmann und Pilot über dem Nordwesten der USA.
00:13:54: In der Nähe des Mount Rainier sieht er neun ungewöhnliche Objekte am Himmel.
00:13:59: Sie bewegen sich schnell, reflektieren Licht und verhalten sich nicht wie Flugzeuge die er kennt.
00:14:05: Arnold landet später in Pendleton, Oregon und erzählt Journalisten von seiner Beobachtung.
00:14:10: In der späteren Überlieferung wird daraus oft der Moment, in dem die fliegende Untertasse geboren wird.
00:14:16: Auch hier lohnt sich Genauigkeit!
00:14:18: Arnold beschreibt nicht einfach kleine grüne Männer – er beschreibt auch keine Alienrasse.
00:14:23: Er beschreibt zunächst Objekte.
00:14:26: Er versucht ihre Bewegungen zu erklären... Später wird häufig überliefert, er habe gesagt sie hätten sich bewegt like a saucer if you skip it across water.
00:14:35: Also wie eine Untertasse die man über Wasser springen lässt.
00:14:39: Aus dieser Beschreibung entsteht ein Begriff der sich verselbstständigt flying saucer fliegende untertasse.
00:14:46: Das merkwürdige daran ist am Anfang steht nicht unbedingt einen Körper Nicht einmal sicher ein Raumschiff.
00:14:52: Am Anfang steht eine beobachtung am Himmel und ein Bild das Journalisten Leserinnen und Leser sofort verstehen Eine Untertasse.
00:15:00: Flach, rund schnell ungewöhnlich.
00:15:04: Innerhalb kurzer Zeit melden auch andere Menschen ähnliche Sichtungen.
00:15:08: Der Begriff wandert durch Zeitungen, Radioberichte und Gespräche.
00:15:12: Plötzlich gibt es eine Form für das Unbekannte – noch bevor klar ist was gesehen wurde hat es einen Namen!
00:15:19: Das unterscheidet den modernen UFO-Moment von älteren Mausfantasien.
00:15:23: Bei Lobble lag das Leben auf einem anderen Planeten Bei Wells kam es von dort herab, aber noch im Rahmen der Literatur.
00:15:30: nineteenhundertsiebenundvierzig steht nun etwas über dem eigenen Land in der eigenen Gegenwart in einem Luftraum, der gerade nach dem Zweiten Weltkrieg militärisch technisch und politisch hoch aufgeladen ist.
00:15:41: Raketen, Düsenflugzeuge, geheime Waffen, Atomangst, kalter Krieg!
00:15:46: Der Himmel ist nicht mehr nur romantische Ferne – er ist ein Raum, in dem Staaten messen, testen, überwachen und bedrohen.
00:15:53: Deshalb ist die fliegende Untertasse zunächst nicht automatisch außerirdig.
00:15:58: Viele frühere Deutungen denken an geheime Militärtechnik, an sowjetische Entwicklungen, an amerikanische Testflugzeuge, an optische Täuschungen und an Fehlwahrnehmungen.
00:16:08: Der Begriff UFO bedeutet später nicht zufällig unidentified flying object – nicht identifiziert!
00:16:15: Nicht automatisch außerirdig!
00:16:17: Aber kulturell passiert trotzdem etwas Entscheidendes….
00:16:20: Die Frage verschiebt sich... Es geht nicht mehr nur darum, ob andere Welten bewohnt sein könnten.
00:16:25: Es geht nichts mehr nur um, ob Marsbewohner in Romanen die Erde angreifen.
00:16:29: Plötzlich steht die Möglichkeit im Raum das unbekannte Objekte bereits hier sind – nicht irgendwann, nicht philosophisch sondern jetzt am Himmel über Bergenstädten, Militärbasen und Landstraßen.
00:16:41: Was aus dem Jahr war, sind die Insassen.
00:16:45: Eine Bewegung, einen Namen, eine wachsende Aufmerksamkeit aber noch keine stabile Besatzung.
00:16:51: Keine schönen Weltraumbrüder, keine kleinen Grauen, keine Reptiloiden die angeblich in Regierungspalisten sitzen.
00:16:58: Die Menschheit hat zu diesem Zeitpunkt vor allem eines – fliegende Untertassen.
00:17:03: Was sie darin zusehen glaubt wird sich erst in den kommenden Jahren verändern.
00:17:10: Am zwanzigsten November twondundfünfzig steht George Adamski In der kalifornischen Wüste und wartet auf ein Raumschiff.
00:17:19: Zumindest würde er es später so erzählen.
00:17:22: Erdernski ist zu diesem Zeitpunkt einonsechzig Jahre alt, erlebt in Kalifornien nicht weit vom Mount Paloma entfernt und beschäftigt sich schon länger mit fliegenden Untertassen.
00:17:33: Er beobachtet den Himmel, fotografiert angebliche Flugobjekte und ist überzeugt das hinter den Sichtungen mehr steckt als geheime Militärtechnik oder Fehlbeobachtungen.
00:17:43: An diesem Tag fährt er mit mehreren Begleiterinnen in die Gegend bei Desert Center zwischen Los Angeles und Arizona.
00:17:51: Nach seiner Darstellung erscheint am Himmel zunächst ein großes, längliches Objekt.
00:17:56: Edemski glaubt dass es wegen ihm gekommen sei.
00:17:59: Er lässt sich von den anderen einen Stück entfernt absetzen und geht allein weiter.
00:18:04: Seine Begleiter bleiben zurück.
00:18:07: Später werden einige von ihnen bestätigen aus der Entfernung gesehen zu haben das Edemsky dort nicht alleine gewesen.
00:18:13: Was dann geschieht, gehört zu den einflussreichsten Geschichten der frühen UFO-Kultur.
00:18:19: Ein kleineres Fluggerät landet in der Wüste.
00:18:22: Ein Mann steigt aus oder genauer etwas das fast vollständig wie ein Mann aussieht.
00:18:29: Adamski beschreibt den Fremden als menschenähnlich von mittlerer Größe mit gebräunter Haut und langem Haar.
00:18:36: Die Kleidung wirkt ungewöhnlich aber nicht wie ein schwerer Raumanzug.
00:18:40: kein Helm keine Atemmaske keine sichtbare Waffe.
00:18:43: Das Wesen hat keine Tentakel wie bei Wells und keinen riesigen Schädel mit schwarzen Augen.
00:18:48: Es ist auch kein Monster, das aus einer Maschine griecht!
00:18:51: Es sieht einem Menschen so ähnlich, dass genau darin das Unheimliche liegt... Die Verständigung funktioniert nach Edemski's Darstellung zunächst über Gesten.
00:19:01: Später spricht er auch von telepathischer Kommunikation.
00:19:04: Der Besucher erklärt ihm Erkomme von der Venus.
00:19:07: Sein Name unter dem er bekannt werden wird lautet Orton.
00:19:12: Fünf Jahre zuvor hatte Kenneth Arnold unbekannte Objekte am Himmel beschrieben.
00:19:16: Jetzt steht in einer der bekanntesten Kontakte Erzählungen plötzlich jemand daneben und dieser Jemand ist erstaunlich attraktiv!
00:19:24: Das Ding wie eine Poante, ist für die Entwicklung moderner Alienbilder aber ein wichtiger Moment.
00:19:29: Denn Orton wird nicht als Tier-, Monster- oder gesichtsloser Pilot beschrieben – er ist humanoid, langharig glathäutik.
00:19:37: In späteren Zusammenfassungen wird sein Haar meist als blond beschrieben….
00:19:42: Seine Erscheinung wirkt so menschlich, dass Edemski ihn nicht als biologischen Schrecken inszeniert sondern als Vertreter einer anderen überlegenen Zivilisation.
00:19:50: Dabei passt Orton nur teilweise zu dem Wesen das die spätere Ufologie einmal als Nordic katalogisieren wird.
00:19:57: Moderne Steckbriefe beschreiben Nordics häufig als auffallend groß hellhäutig blond und blauäugig manchmal fast zwei Meter hoch.
00:20:06: Edemski's Venusia ist deutlich kleiner.
00:20:09: Je nach Wiedergabe liegt seine Größe bei ungefähr einstfünfundsechzig bis einssiebzig.
00:20:15: Das ist kein unwichtiges Detail, denn es zeigt wie eine Alienrasse entstehen kann ohne dass jemand sie an einem bestimmten Tag erfindet.
00:20:22: In two months of the year in a few years in a long time, nineteen-two and fifty, begegnet Edenski nach eigener Aussage keinem Nordic – er begegnend einem Venusier!
00:20:31: Der Besucher kommt nicht von den Pleiaden, nicht aus einem fernen Sternensystem und nicht aus reich blonderen Weltraummenschen….
00:20:38: Er kommt von einem Planeten unseres eigenen Sonnensystems.
00:20:42: Erst spätere Ufologie wird solche menschenähnlichen Besucher zusammenfassen, Merkmale vereinheitlichen und daraus einen Typus machen.
00:20:49: Aber unheimlich ist diese Ordnung noch nicht fertig.
00:20:53: Zunächst gibt es Edermski und seine Geschichte.
00:20:58: Ein Jahr später erscheint Flying Sources Half-Lended auf Deutsch.
00:21:02: später unter Titeln wie fliegende Untertassen sind gelandet erschienen.
00:21:07: Das Buch entsteht gemeinsam mit dem irischstämmigen Autor Desmond Leslie.
00:21:11: Schon diese Zusammenarbeit ist bemerkenswert, weil sie zwei Stränge miteinander verbindet.
00:21:16: Leslie interessiert sich für angebliche Spuren früher außerirdischer Besucher und entwickelt Vorstellungen die heute in die Nähe der Bre-Astronautik gehören würden.
00:21:26: Adamski liefert den persönlichen Kontaktbericht.
00:21:31: In dieser Welt besuchen außerirdische Menschen die Erde.
00:21:37: Sie verfügen über überlegene Technik, beobachten die Menschheit und sorgen sich um das was hier geschieht.
00:21:43: Besonders wichtig ist ein Thema dass Anfang der neunzehntfünftiger kaum zufällig wirkt Atomwaffen.
00:21:49: Nach Edenski's Darstellung waren Orton vor den Folgen nuklearer Tests.
00:21:54: Die Sorge ändert nicht an nationalen Grenzen Und in seiner Erzählung nicht einmal an der Erdatmosphäre.
00:22:00: Radioaktive Versäuchung wird zu einem kosmischen Problem.
00:22:04: Die Menschheit experimentiert mit Kräften, deren Folgen sie nicht verstehen, während weiterentwickelte Bewohner anderer Welten längst begriffen haben wie gefährlich diese Entwicklung ist.
00:22:14: Man muss diese Behauptung nicht für wahrhalten um ihre Funktion zu verstehen.
00:22:18: In two-fünfzig liegt der Zweite Weltkrieg nur sieben Jahre zurück.
00:22:22: die Atombompenwürfe auf Hiroshima und Nagasaki gehören zur unmittelbaren Vergangenheit.
00:22:28: Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion befinden sich im nuklearen Wettrüsten.
00:22:34: In der USA testen die USA mit Ivy Mike die erste vollständige Wasserstoffbomben-Anordnung.
00:22:41: Die technische Fähigkeit der Menschheit wächst schneller als jede Gewissheit darüber, ob sie mit dieser Fähigkeiten umgehen kann.
00:22:48: Und in dieser Welt erscheint ein Venusian, der im Grunde sagt – ihr macht euch gerade selbst Probleme!
00:22:54: Der Außerirdische ist hier kein Eroberer, er ist der besorgte Erwachsene.
00:23:00: Das ist einer der auffälligsten Unterschiede zwischen der Contactic-Kultur, der neunzehntfünfziger und vielen späteren Entführungserzielungen.
00:23:07: Die Besucher kommen nicht primär um Menschen gegen ihren Willen in Schiffe zu bringen, Medizin nicht zur Untersuchung oder Erinnerungen zu löschen!
00:23:15: Sie bringen Botschaften – sie warnen, sie erklären, sie wählen einzelne Menschen aus denen sie Wissen anvertrauen.
00:23:22: Für diese Wesen setzt sich im Umfeld der Contacti Kultur ein passender Ausdruck durch Space Brothers Weltraumbrüder.
00:23:31: Der Begriff sagt fast alles über die Rolle, die sie spielen.
00:23:34: Es sind keine völlig fremden Organismen, deren Denken wir nicht verstehen können!
00:23:38: Es sind Verwandte in größerem Maßstab – älter vielleicht, weiterentwickelt, technisch überlegen und häufig auch moralig reifer.
00:23:46: Sie sehen was auf der Erde geschieht und versuchen ihre jüngeren Geschwister davon abzuhalten den Planeten zu ruinieren.
00:23:53: George Edenski ist nicht der einzige Mensch, der in den neunzehntfünftiger Jahren solche Kontakte behauptet.
00:24:00: George Van Tassel berichtet von Kommunikation mit einem Wesen namens Ashtar und anderen außerirdischen Intelligenzen.
00:24:07: Truman Bevarum erzählt von einer schönen, außerirdlichen Kapitänin namens Ora Reigns die von einem Planeten namens Clarion stammen soll.
00:24:16: Daniel Fry behauptet von einem unbemannten außerirdischen Fluggerät mitgenommen worden zu sein und mit dessen fernem Betreiber kommuniziert zu haben.
00:24:24: Howard Manger berichtet später ebenfalls von Menschenähnlichen Besuchern und Reisen in außerirdischen Schiffen.
00:24:31: Die Details widersprechen sich, die Herkunftsorte widersprechen sich ,die Namen widersprechend sich – und trotzdem entsteht ein erstaunlich stabiles Grundmuster.
00:24:41: Außerirdische sind bereits hier!
00:24:42: Sie suchen Kontakt zu ausgewählten Menschen, sie verfügen über Wissen dass der Menschheit fehlt, sie waren vor Krieg Atomwaffen oder moralischem Niedergang Und sie sind uns körperlich häufig so ähnlich, dass sie theoretisch unter uns leben könnten.
00:24:57: An dieser Stelle wird aus der UFO-Geschichte langsam mehr als eine Sammlung unbekannter Lichter am Himmel – es entsteht eine soziale Welt!
00:25:04: Die Besucher haben Namen, Herkunftsorte und Aufgaben.
00:25:08: Manche wirken wie Wissenschaftler andere wie Lehrer wieder andere wie politische Gesannte.
00:25:13: Einzelne Kontaktis behaupten Wiederholte treffen.
00:25:16: Aus einer Sichtung wird eine Beziehung Aus einer Beziehung mit eine Botschaft.
00:25:20: Und aus vielen Botschaften entsteht der Eindruck, dass da draußen nicht einfach Leben existiert sondern eine Gemeinschaft die längst über uns Bescheid weiß.
00:25:28: Das wirkt modern hat aber ältere Strukturen.
00:25:31: Edenski beschäftigt sich schon vor seiner Karriere als berühmter Untertastenkontaktler Mit religiösen und esoterischen Ideen.
00:25:38: In den neunzehntetdreißiger Jahren gründete er in Kalifornien den sogenannten Royal Order of Tibet und dritt als Lehrer einer eigenen, kosmisch-philosophischen Weltanschauung auf.
00:25:49: Spätere Darstellungen seiner Biografie machen daraus manchmal eine einfache Enthüllung – erst Okkultismus dann Ufos.
00:25:56: also sei alles nur dieselbe Geschichte mit neuen Requisiten.
00:26:00: so einfach ist es nicht aber die Verwandtschaft der Formen ist schwer zu übersehen.
00:26:06: Ältere esoterische Traditionen kennen höher entwickelte Lehrer, verborgenem Meister und ausgewählten Menschen denen besonderes Wissen zugänglich wird.
00:26:14: Die Theosophie des späten neunzehnten-und frühen zwanzigsten Jahrhunderts arbeitet mit geistigen Hierarchien kosmischer Entwicklung in sogenannten Meistern oder Mahatmaas.
00:26:25: In der Kontektikultur verschwinden solche Strukturen nicht vollständig.
00:26:29: Sie bekommen Technik.
00:26:30: Der Meister lebt nun nicht mehr zwingend an einem vorborgenden Kloster.
00:26:34: er landet in einer Untertasse.
00:26:37: Die Botschaft kommt nicht mehr nur durch Vision, Meditation oder spirituelle Offenbarung – sie kann aus einem Raumschiff übermittelt werden!
00:26:44: Das höhere Wesen ist zugleich geistig und technologisch überlegen.
00:26:48: Es weiß mehr über das Universum, besitzt bessere Maschinen und hat jene moralische Reife erreicht die der Menschheit noch fehlt.
00:26:56: Gerade bei Edenski wird diese Verbindung deutlich….
00:26:58: Seine Aushördischen sind keine bloßen Piloten ….
00:27:01: Sie stehen für kosmische Ordnung.
00:27:03: In Insight of the Spaceships, veröffentlicht in nineteenhundertfünfundfünftig, erweitert sich seine Geschichte erheblich.
00:27:10: Aus der Begegnung in der Wüste werden Reisen.
00:27:12: Edemski behauptet an Bord außerirdischer Schiffe gewesen zu sein andere Bewohner des Sonnensystems getroffen und Einblicke in eine größere Gemeinschaft erhalten zu haben.
00:27:21: Damit verändert sich auch der Maßstab.
00:27:24: Orton ist nicht mehr nur ein merkwürdiger Mann neben einem Fluggerät.
00:27:28: Er gehört zu einer Welt, in der verschiedene Planeten bewohnen sind und deren Bewohner miteinander in Verbindung stehen.
00:27:34: Venus, Mars und andere Orte unteres Sonnensystems werden Teil eines Netzes intelligente Zivilisationen.
00:27:41: Aus heutiger astronomischer Sicht entsteht hier ein offensichtliches Problem – die Venus ist kein dropicher Schwesterplanet auf dem langhaarige Menschen- oder Atemschutzleben!
00:27:51: Ihre Oberfläche ist extrem heiß, der Atmosphärendruck gewaltig.
00:27:55: Die Atmosfäre besteht überwiegend aus Kohlen-Dioxid.
00:27:59: Auch Mars ist kein bewohnter Planet voller Menschenähnlicher Zivilisationen.
00:28:03: Je besser Raumsäunten und astronomische Forschung diese Welten erschließen, desto schwieriger wird es dort jene Gesellschaften unterzubringen von denen Kontaktis berichten.
00:28:12: Die Aliens verschwinden deshalb nicht!
00:28:15: Ihre Adressen ändern sich.
00:28:17: In späteren Erzählungen liegen die Herkunftsorte zunehmend weiter entfernt.
00:28:22: Sterne und Sternhaufen treten an die Stelle der unmittelbaren Nachbarplaneten.
00:28:27: Besonders die Pleiaden werden zu einem wichtigen Herkunstort menschenähnlicher, spirituell entwickelter Wesen.
00:28:34: Aus Vinozien- und Weltraumbrüder werden in späteren System Plialia Nordics und andere Gruppen deren genaue Stammbäume je nach Autor, Channeling oder Ufolexikon unterschiedlich aussehen.
00:28:48: vorsichtig sein.
00:28:49: Es gibt keinen einzelnen Moment, an dem jemand eine Akte öffnet und offiziell festlegt – ab heute heißen die Blonden Aliens Nordics.
00:28:58: Die Kategorie entsteht in der späteren Uflogie aus der Zusammenfassung ähnlicher Berichte.
00:29:03: Menschenähnliche Besucher mit hellen oder europäischen Merkmalen werden rückwirkend nebeneinander gestellt.
00:29:09: Unterschiede verschwinden, Gemeinsamkeiten werden betont Und plötzlich sieht es so aus, als hätte dieselbe Spezies seit Jahrzehnten immer wieder die Erde besucht.
00:29:19: Genau hier beginnt die Taxonomie!
00:29:22: Ein Venoosia von twoundfünfzig wird zum frühen Nordic.
00:29:26: Andere blonde Kontaktwesen werden der selben Gruppe zugerichtet.
00:29:30: Später kommen Pleiadier hinzu – in manchen Dashungen sind Nordics und Pleiadiar praktisch identisch.
00:29:36: In anderen sind Pleiadia nur eine Untergruppe.
00:29:39: Wieder andere unterscheiden nach Heimatstern, Körpergröße, spirituellem Entwicklungsstand oder politischer Zugehörigkeit.
00:29:46: Aus Geschichten wird Ordnung und diese Ordnung wirkt rückwärts!
00:29:51: Wer heute nach Nordic Aliens sucht findet einen erstaunlich präzisen Steckbrief – groß, blond, hellhäutig oft blauäugig Menschen ähnlich meist wohlwollend häufig telepartisch begabt.
00:30:04: Es klingt wie die Beschreibung einer zoologisch erfassten Art.
00:30:07: Nur dass die frühen Geschichten diesen Steckbrief nicht gemeinsam ausgefüllt haben, er wurde aus ihnen gebaut.
00:30:14: Das macht Edemski für unsere Geschichte wichtiger als die Frage ob irgendwo in der kalifornischen Wüste tatsächlich ein Venusier gelandet ist.
00:30:23: Für diese Begegnungen gibt es keinen belastbaren unabhängigen Nachweis.
00:30:27: Edemskis Fotos Berichte und spätere Reisegeschichten wurden schon zu seinen Lebzeiten scharf kritisiert.
00:30:34: Auch innerhalb der UFO-Forschung galt er vielen als unglaubwürdig.
00:30:38: Seine Behauptungen stehen zudem im Widerspruch zu dem, was wir heute über Venus, Mars und den Mond wissen.
00:30:45: Aber eine erfundene oder unbelegte Geschichte kann kulturell trotzdem Folgen haben.
00:30:51: Demski gibt dem unbekannten Objekt von dafür einen Passagier.
00:30:56: Dieser Passagiere ist fast menschlich – erst freundlich, erst weiterentwickelt!
00:31:00: Er kommt mit einer Warnung Und er gehört, zumindest in der späteren Vorstellung zu einer Gruppe von Wesen die so oft beschrieben, sortiert und miteinander verglichen werden bis aus einzelnen Besuchern eine scheinbare Spezies entsteht.
00:31:17: In der Nacht vom Neunzehnten auf den zwanzigsten September nineteenhundertsechzig fahren Betty & Barney Hill durch New Hampshire.
00:31:25: Sie sind auf dem Heimweg.
00:31:26: hinter ihnen liegt eine Reise nach Kanada vor ihnen die Strecke nach Portsmouth.
00:31:32: Es ist spät, die Straße führt durch die White Mountains und irgendwann sieht Betty ein Licht am Himmel.
00:31:39: Zunächst ist das nicht besonders ungewöhnlich – einen Satellit vielleicht?
00:31:43: Ein Flugzeug?
00:31:44: Ein Stern?
00:31:46: Betty beobachtet das Licht weiter und nach ihrer späteren Darstellung scheint es sich zu bewegen!
00:31:52: Es kommt näher, es folgt dem Wagen.
00:31:55: Barney hält an.
00:31:56: Mit einem Ferndlas versucht er zu erkennen was dort am Himmel steht.
00:32:01: Später wird er berichten, ein großes Flugobjekt gesehen zu haben.
00:32:06: Durch Fenster oder Öffnungen erkennt er Gestalten Menschen ähnlich genug um als Besatzung zu erscheinen.
00:32:12: Fremd genug um Angst auszulösen.
00:32:16: Barney läuft zurück zum Auto und die Hilfs fahren weiter.
00:32:20: Dann fehlen ungefähr zwei Stunden.
00:32:24: Zumindest ist das der Kern jener Geschichte Die später aus dieser Nacht entstehen wird.
00:32:30: Als Betty und Barney hilfs für hause ankommen Können sie sich ihre verspätete Rückkehr nicht vollständig erklären?
00:32:36: Es gibt Unruhe, beschädigte oder verschmutzte Kleidung, körperliche Beschwerden und vor allem das Gefühl dass zwischen der Beobachtung am Himmel und der späteren Fahrt etwas geschehen sein könnte.
00:32:48: Betty beginnt von der Nacht zu träumen.
00:32:51: In diesen Träumen werden die Lücken konkreter.
00:32:54: Sie und Barney werden von fremden Wesen angehalten.
00:32:57: Sie werden in ein Fluggerät gebracht.
00:32:59: Dort untersucht man Ihre Körper Broben werden genommen Die Wesen kommunizieren mit ihnen.
00:33:05: Betty sieht nach eigener später Erinnerung sogar eine Sternenkarte.
00:33:09: Das ist bereits ein deutlicher Unterschied zu Adamski.
00:33:13: Adamski geht seinem Besucher entgegen, er sucht Kontakt.
00:33:17: Sein.
00:33:17: Venusia kommt mit einer Botschaft.
00:33:20: Bei den Hills ist der Kontakt kein Treffen unter Gleichberechtigten.
00:33:24: Er geschieht gegen ihren Willen.
00:33:26: Und trotzdem sollten wir an dieser Stelle noch nicht sagen, Betty und Barney Hill wurden von Grace entführt Denn genau das wissen wir nicht.
00:33:35: Wir wissen, dass die Hills eine ungewöhnliche Beobachtung meldeten.
00:33:40: Wir wissen, dass Betty wenige Tage später einen Bericht an die private UFO-Organisation NiCAP schickte.
00:33:47: Wir WISSEN, dass sie in den folgenden Jahren psychisch belastet waren und schließlich bei dem Bostoner Psychiater Benjamin Simon landeten – und wir wissen, daß Unterhypnose eine wesentlich ausführlichere Geschichte entstand!
00:34:01: Zwischen der Nacht von neunzehnundsechzig und dem Bild, dass später Millionen Menschen kennen werden liegt also ein Prozess.
00:34:07: nineteenhundertvierundsechtzig hypnotisiert Simon Bertie und Barney Hill in getrennten Sitzungen.
00:34:15: Sein Ziel ist nach eigener Einschätzung nicht eine außerirdische Entführung zu beweisen.
00:34:19: er versucht herauszufinden was hinter ihren Ängsten und Beschwerden steckt.
00:34:24: Unter Hypnose erzählen beide von einer Begegnung mit fremden Wesen und von medizinischen Untersuchungen an Bord eines Flugobjekts.
00:34:33: Barney-Sitzungen sind teilweise erschütternd, er beschreibt Angst, Kontrollverlust das Gefühl beobachtet zu werden.
00:34:40: Besonders die Augen eines Wesens beschäftigen ihn – Augen, die auf ihn gerichtet sind, Augen, von denen er sich nicht lösen kann.
00:34:49: Dieses Motiv wird später enorm wichtig!
00:34:51: Denn wenn wir heute an einen Gray denken, denken wir zuerst An Augen.
00:34:56: Groß, dunkel, schräg – fast ohne sichtbares Weiß!
00:35:00: In einem Gesicht das kaum noch andere Merkmale besitzt.
00:35:03: eine kleine Nase ein schmaler Mund keine Haare Ein übergroßer Kopf auf einem dünnen Körper Ein Gesicht das aussieht als hätte jemand alles menschliche reduziert und nur den Blick übrig gelassen.
00:35:17: Der Hilfahl gilt heute als einer der wichtigsten Vorläufer dieses Bildes.
00:35:22: Aber auch hier ist die Geschichte weniger sauber als spätere Alien-Lexikasi erzählen.
00:35:27: Die Wesen der Hills entsprechen nicht in jedem Detail dem modernen Gray.
00:35:31: Beschreibungen verändern sich zwischen erster Beobachtung, Träumen, Hypnosesitzungen, späteren Zusammenfassungen und medialen Darstellungen.
00:35:40: Einzelne Merkmale werden hervorgehoben andere verschwinden Und vor allem entsteht die ausführliche Entführungserzählung nicht unmittelbar in jener Nacht, sondern Jahre später in einem therapeutischem Kontext.
00:35:51: In dem Hypnose eine zentrale Rolle spielt.
00:35:54: Das ist wichtig weil Hypnase kein Aufnahmegerät für verschüttete Erinnerungen ist.
00:36:00: Menschen können unter Hypnese sehr überzeugt von dem sein was sie erzählen.
00:36:04: Daraus folgt nicht dass diese Erzählung erfunden oder bewusst gelogen ist aber ebenso wenig folgt daraus das sie eine objektive Aufzeichnung eines vergangenen Ereignisses darstellt.
00:36:14: Erinnerung ist formbar.
00:36:16: Erwartungen, Fragen, Träume, bereits bekannte Bilder und spätere Deutungen können sich miteinander verbinden.
00:36:23: Beim Hilferl gibt es dafür ein besonders interessantes Detail.
00:36:28: Am zehnten Februar hier zeigt der amerikanische Fernsehsender ABC eine Folge der Science-Fiction-Serie The Outer Limits.
00:36:37: Sie heißt the Bilero Shield.
00:36:40: Darin erscheint ein fremdes Wesen mit auffälligen Augen, die sich seitlich um den Kopf ziehen.
00:36:45: Zwölf Tage später – am zweiundzwanzigsten Februar beschreibt Barney Hill während einer Hypnosisitzung die Augen eines Wesens.
00:36:53: Der Autor Martin Kottmeier wird Jahrzehnte später argumentieren, dass zwischen beiden Bildern eine auffallige Ähnlichkeit bestehe.
00:37:01: Vielleicht so seine These habe eine Fernsehsendung unbewusst in Barneys Erinnerungen hineingewirkt?
00:37:06: Das ist möglich!
00:37:08: Bewiesen ist es
00:37:09: nicht.".
00:37:10: Es gibt keinen belastbaren Nachweis, dass Barney Hill diese Folge tatsächlich gesehen hat.
00:37:15: Betty Hill wie es einen solchen Einfluss später zurück und selbst eine visuelle Ähnlichkeit erklärt nicht automatisch den gesamten Fall aber die Episode zeigt ein Problem das uns durch diese folge begleiten wird.
00:37:29: Menschen erzählen von außerirdischen nicht in einem kulturellen Vaku um.
00:37:33: sie leben einer weltvoller Bilder Filme Bücher Zeitungen, Fernsehserien, UFO-Berichte, Illustrationen und andere Zeugen.
00:37:41: Und sobald ein Bild existiert kann es immer wieder auftauchen.
00:37:50: In den letzten Jahren hat sich der Fernsehfilm «The UFO-Inzident» geholfen.
00:38:08: Millionen Menschen können nun sehen, wie eine außerirdische Entführung aussieht!
00:38:12: Das ist ein entscheidender Schritt – denn eine Geschichte muss nicht wahr sein um einen Modell zu liefern.
00:38:18: Die Hills erzieht nicht nur von einem ungewöhnlichen Licht.
00:38:21: Ihre Geschichte besitzt Struktur, nächtliche Fahrt, Verfolgung, Angst, Erinnerungslücke, fremde Wesen, Transport in einem Schiff, medizinische Untersuchungen spätere Wiedergewinnung der Erinnerungen.
00:38:34: Diese Struktur wird wiederkehren, nicht immer gleich – nicht bei jedem Fall aber oft genug dass aus einzelnen Berichten langsam ein eigenes Genre entsteht.
00:38:45: Alien Abeduction Entführung durch Außerirdische.
00:38:50: In den folgenden Jahrzehnten berichten Menschen von fehlender Zeit Von Lichtern über Straßen Von Wesen im Schlafzimmer Von Lehmung Von dem Gefühl durch geschlossene Räume transportiert wurden zu sein von Tüchen, Instrumenten und körperlichen Untersuchungen.
00:39:05: Manche erinnern sich sofort andere erst später wieder.
00:39:09: andere beginnen mit einem Traum einer unerklärlichen Angst oder dem Eindruck das in ihrer Vergangenheit etwas fehlt.
00:39:15: Das Problem ist je bekannter dass Muster wird desto leichter lässt sich eine neue Erfahrung darin einordnen Und die mehr Erfahrungen darin eingeordnet werden desto glaubwürdiger wirkt das Muster.
00:39:27: Anfang der neunzehntachtiger Jahre wird Bud Hopkins zu einer der wichtigsten Figuren dieser Entwicklung.
00:39:32: Hopkins ist Künstler, kein Psychiater, kein Neurologe und kein ausgebildeter Traumaforscher.
00:39:38: Er interessiert sich seit Jahren für UFOs und veröffentlicht neunzentachzig Missing Time.
00:39:43: Schon ein Titel benennt eines der zentralen Motivel der abdaktischen Erzählung – fehlende Zeit!
00:39:49: Hopkins sammelt Fälle von Menschen die glauben etwas Ungewöhnliches erlebt zu haben.
00:39:54: Manche berichten von U-Vorsichtungen, andere von Ängsten, Träumen, seltsamen Erinnerungsfragmenten oder Zeitglücken.
00:40:01: Obkens vertritt die Auffassung dass hinter solchen Erfahrungen verdrängte Entführungen durchaus auslöhnliche stehen könnten.
00:40:08: Hypnose wird dabei erneut zu einem wichtigen Werkzeug.
00:40:11: Die Logik ist verführerig.
00:40:13: Wenn außerirdische Menschen entführen und ihre Erinnerung darin blockieren dann ist das Fehlen einer Erinnerungen kein Gegenargument.
00:40:20: Es ist Teil des Fals.
00:40:22: Wer sich nicht erinnert, könnte gerade deshalb entführt worden sein.
00:40:26: Ein unerklärlicher Traum kann Hinweis sein.
00:40:28: Eine Narbe kann ein Hinweis sagen.
00:40:31: Eine Phobie kann ein Hinweis sein.
00:40:33: Das Gefühl dass irgendwann etwas geschehen ist, kann ebenfalls ein Hinweiss sein.
00:40:38: Damit entsteht ein Deutungssystem das sich nur schwer widerlegen lässt Denn die Lücke wird zum Beweis für das was in ihr fehlt.
00:40:46: Obkins arbeitet mit Betroffenen organisiert später Gruppen und trägt dazu bei, die Epidaktchenerzählung zu systematisieren.
00:40:54: Menschen hören andere Geschichten – sie entdecken Gemeinsamkeiten, Erfahrungen für die Sie zuvor keine Sprache hatten bekommen Begriffe.
00:41:02: Missing Time Extermination Implant Epdaktchen Und immer häufiger bekommen auch die Wesen einen ähnlichen Körper Klein, dünn großer Kopf große Augen kaum Nase, kaum Mund graue Haut.
00:41:17: Der Grey ist dabei geradezu das Gegenbild zu Orton.
00:41:22: Der Nordic ist schön, individuell fast menschlich – er hat Haare und ein Gesicht eine Persönlichkeit manchmal sogar einen Namen!
00:41:30: Er spricht mit ausgewählten Menschen über Atomwaffen und die Zukunft der Erde.
00:41:36: Der Grey wirkt austauschbar.
00:41:38: Viele Berichte beschreiben Wesen, die einander so ähnlich sehen dass sie kaum als Individuen erscheinen.
00:41:44: Ihre Gesichter zeigen wenig Emotion Ihre Kommunikation erfolgt häufig telepartig.
00:41:49: Ihre Handlungen wirken klinisch, sie erklären nicht und untersuchen.
00:41:54: Aus dem Weltraumbruder wird Laborpersonal!
00:41:58: Und dann, in den USA, bekommt dieses Wesen ein Gesicht das kaum noch verschwinden wird.
00:42:04: Ridley Streber ist zu diesem Zeitpunkt kein unbekannter Mann aus einer abgelegenen UFO-Gruppe – er ist Schriftsteller.
00:42:11: Er hat Horrorromane veröffentlicht darunter The Wolfen & the Hunger.
00:42:14: Ende nineteenhundertfünfundundachtzig erlebt er nach eigener Darstellung in seinem Haus im Bundesstaat New York etwas, das ja zunächst nicht einordnen kann.
00:42:24: Später schreibt er darüber einen Buch – Kommunion.
00:42:27: Der Untertitel lautet A True Story Eine wahre Geschichte.
00:42:33: Streber berichtet von verstörenden Erfahrungen Erinnerungslücken und Begegnungen mit Wesen.
00:42:38: Er spricht bewusst von Visitors, von Besuchern und bleibt zumindest in seiner eigenen Deutung vorsichtiger als viele spätere Zusammenfassungen vermuten lassen.
00:43:07: Und zwei gewaltige schwarze Augen.
00:43:11: Das Bild stammt vom Künstler Ted Seff Jacobs.
00:43:15: Streber arbeitete mit ihm daran, die Erscheinung an das anzunähern was er nach eigener Aussage gesehen hat.
00:43:21: Communion wird ein Bestseller und plötzlich steht das Gesicht des Gray in Buchhandlungen!
00:43:27: Nicht in einem obskurren Rundbrief nicht nur einer UFO-Zeitschrift und nicht versteckt in den Protokollen einer Hypnose Sitzung – In Buchhandlungen auf Tüchen in Schaufenstern, Millionenfach reproduzierbar.
00:43:40: Aus einem Bündel ähnlicher Motive wird endgültig eine Ikone.
00:43:45: Natürlich hat Streba den Grey nicht allein erfunden – das Bild besitzt Vorläufer!
00:43:50: Der Hilfahl liegt Jahrzehnte zurück, UFO-Literatur und Science Fiction haben längst mit großen Köpfen fremden Augen und kleinen humanoiden Körpern gearbeitet.
00:44:00: Epidaktischen Erzählungen sind etabliert Aber Communion verdichtet all das zu einem Gesicht, dass sofort wieder erkannt werden kann.
00:44:09: Von nun an muss man nicht mehr erklären wie ein Alien aussieht – Man kann es zeichnen!
00:44:14: Unser Gehirn ist darauf spezialisiert Gesichter in wenigen Merkmalen zu erkennen.
00:44:18: Zwei große Augen und ein angedeuteter Mund reichen oft schon aus damit etwas sofort lebendig wirkt.
00:44:24: In den... In UFO-Dokumentationen als Plastikfigur, als Maske, als Witz.
00:44:37: Als Bedrohung und als Symbol für Roswell, obwohl die berühmten Roswellkörper selbst eine andere und viel spätere Geschichte haben – ein unheimler selles Pictogramm für außerirdisches Leben.
00:44:49: Das merkwürdige daran ist wie schnell die Herkunft dieses Bildes unsichtbar wird Denn irgendwann wirkt der Gray nicht mehr wie eine kulturelle Figur.
00:44:56: Er wirkt wie einer Beschreibung.
00:44:58: Menschen sprechen von den Grays, als wäre damit eine zoologische Kategorie gemeint.
00:45:03: In späteren UFO-Systemen bekommen sie Herkunftsorte – besonders Ceta reticuli wird wichtig!
00:45:09: Sie bekommt Fähigkeiten, Fortpflanzungsprobleme, politische Absichten und Beziehungen zu anderen Aliengruppen.
00:45:16: Manche Erzählungen machen sie zu emotionslosen Wissenschaftlern andere zu biologischen Drohnen wieder andere zu dienen mächtiger Reptiloider.
00:45:26: Aber diese Details kommen später.
00:45:29: Für den Moment reicht etwas viel Grundsätzlicheres.
00:45:32: Innerhalb weniger Jahrzehnte ist aus einer Vielzahl unsicherer und widersprüchlicher Geschichten ein Körper entstanden, den fast jeder kennt – das ist eine erstaunliche kulturelle Leistung!
00:45:42: Wenn man heute einen Kind bittet an Alien zu zeichnen entsteht meist genau dieses Bild nicht weil jemand es entdeckt hat sondern weil Kultur es über Jahrzehnte immer wieder erzählt und gezeigt hat.
00:45:55: Ein Ehepaar berichtet von einer verstörenden Nacht.
00:45:57: Unter Hypnose.
00:45:58: werden Wesen konkreter.
00:46:00: Ein Buch macht die Geschichte bekannt, ein Fernsehfilm gibt ihr Szenen.
00:46:04: Andere Menschen erzählen von ähnlicher Erfahrung.
00:46:07: Forscher ohne gesicherten Nachweis sammeln die Berichte und suchen nach Mustern.
00:46:11: Hypnase bringt weitere Erinnerungen hervor.
00:46:14: Bücher verbreiten diese Muster – und schließlich blickt aus einem Bestseller einen Gesicht zurück!
00:46:20: Das ist vielleicht die eigentliche Geschichte der Grace Nicht, dass eines nachts irgendwo jemand das Standard-Illien gesehen hat.
00:46:27: Sondern, dass sehr viele Menschen über Jahrzehnte daran mitgearbeitet haben bis es so aussah als wäre es schon immer da gewesen.
00:46:39: Irgendwann gibt's zu viele!
00:46:42: Zu viele Lichter, Untertassen und Begegnungen – vor allem aber zu viele verschiedene Dinge.
00:46:48: Ein Pilot sieht Objekte am Himmel ein Ehepaar verliert zwei Stunden George Edemski trifft angeblich einen Venusier.
00:46:56: Andere Menschen berichten von kleinen Gestalten, großen Gestalten beharten Gestalten Figuren mit Helmen oder riesigen Augen.
00:47:03: Manche Besucher sehen beinahe menschlich aus andere passen in keine vernünftige Beschreibung.
00:47:09: Wer all diese Geschichten untersuchen will steht deshalb vor einem praktischen Problem.
00:47:13: man muss sie irgendwie sortieren.
00:47:16: Einer der bekanntesten Versuche stammt von Jay Allen Heineck.
00:47:19: Der amerikanische Astronom ist zunächst kein Mann der darauf wartet endlich außerirdisch kennen zu lernen.
00:47:26: Ab nineteenhundertachtundvierzig arbeitet er als wissenschaftlicher Berater für die UFO-Untersuchungen der US Air Force.
00:47:32: Zunächst bei Project Cyn, später bei Project Grudge und schließlich bei Project Blue Book.
00:47:37: Wir sind ihm in älteren Folgen bereits begegnet.
00:47:40: Seine Aufgabe besteht nicht darin, Alienrassen zu katalogisieren.
00:47:46: Er soll helfen Beobachtungen einzuordnen.
00:47:49: Viele Meldungen lassen sich erklären Sterne und Planeten werden verwechselt Flugzeuge oder Balance falsch eingeschätzt, mit theologische Phänomene unter ungewöhnlichen Bedingungen beobachtet.
00:48:00: Menschen sehen etwas das sie in diesem Moment nicht erkennen und beschreiben es so gut Sie können.
00:48:06: Manchmal findet sich später eine plausible Ursache – manchmal nicht!
00:48:10: Das bedeutet allerdings nicht automatisch dass ein außerirdisches Raumschiff übrig bleibt.
00:48:15: Es bedeutet zunächst nur, dass ein Fall nicht geklärt wurde.
00:48:19: Diese beiden Aussagen liegen erstaunlich weit auseinander, obwohl sie in der UFO-Geschichte immer wieder miteinander verwechselt werden.
00:48:26: Heineck selbst verändert im Lauf der Jahre seine Haltung.
00:48:29: Er wird kritischer gegenüber dem Umgang der Air Force mit manchen Fällen und kommt zu der Auffassung, dass ein kleiner Rest ungewöhnlicher Berichte wissenschaftliche Aufmerksamkeit verdient.
00:48:48: Nicht für Aliens per See, für Begegnungen.
00:48:52: Ein Teil deines Systems betrifft Beobachtungen aus größerer Entfernung – nächtliche Lichter, Objekte bei Tageslicht oder Fälle in denen Radar und visuelle Wahrnehmung zusammenkommen.
00:49:03: Daneben stehen die Nahbegegnungen, die Close Encounters.
00:49:07: Bei einer Nahrbegegnung der ersten Art wird ein ungewöhnliches Objekt aus relativ geringer Entfernungen beobachtet.
00:49:13: Bei der zweiten Art kommt eine physische Wirkung hinzu, etwa Spuren am Boden, Auswirkungen auf Fahrzeuge oder andere Veränderungen in der Umgebung.
00:49:23: Und dann gibt es die dritte Art Close Encounter of the Third Kind.
00:49:28: Eine Nahbegegnung der Dritten Art bezeichnet bei Heinegg einen Bericht, in dem im Zusammenhang mit dem Phänomen angebliche Wesen und Insassen auftauchen.
00:49:36: Das ist wichtig weil der Ausdruck heute beinahe automatisch nach bestätigtem Alienkontakt klingt.
00:49:43: Tatsächlich sagt die Kategorie zunächst sehr viel weniger.
00:49:47: Sie bedeutet nicht, dass ein außerirdischer gelandet ist und auch nicht das Heinegg jede gemeldete Gestalt für einen Besucher aus dem All hält.
00:49:55: Sie sortiert einen bestimmten Typ von Bericht – jemand behauptet im Zusammenhang mit einem Ufo ein Wesen gesehen zu haben.
00:50:02: Mehr zunächst Nicht!
00:50:04: Dass Begegnung der dritten Art heute trotzdem fest mit Außerirdischen verbunden ist, verdanken wir auch Steven Spielberg.
00:50:32: Es zeigt, wie Klassifikation funktioniert.
00:50:35: Man sammelt Berichte, definiert Merkmale und bildet Kategorien um unterschiedliche Fälle vergleichbar zu machen.
00:50:42: Daran ist zunächst nichts verdächtig.
00:50:45: Wissenschaft arbeitet ständig mit solchen Ordnungen.
00:50:48: Das Problem beginnt, wenn man vergisst was genau geordnet wird.
00:50:52: Bei Heineck sind es Berichte über Begegnungen Doch je stärker sich die UFO-Forschung mit angeblichen Insassen beschäftigt, desto näher liegt eine andere Frage Lassen Sie nicht auch die Wesen selbst sortieren?
00:51:04: Spätestens an diesem Punkt wird die Sache kompliziert.
00:51:08: Der französisch-amerikanische Informatiker und UFO-Forscher Jack Valet veröffentlicht neunundsechzig Passport to Megonia.
00:51:17: Darin beschäftigt er sich mit Begegnungsgeschichten, und wer nur Grace und Nordics kennt bekommt bei diesem Material ein Problem – die historischen Berichte ergeben keine übersichtliche Sammlung von zwei oder drei widerkehrenden Besucherypen!
00:51:31: Sie sind gaotig….
00:51:33: Menschen erzählen von kleinen humanoiden und riesigen Gestalten, von beharten Wesen, roboterartigen Figuren, ungewöhnlichen Augen- und scheinbaren Raumanzügen.
00:51:43: Manche Kreaturen wirken beinahe menschlich andere eher wie Figuren aus Märchen, Albträumen oder sehr schlechten Requisitenkammern.
00:51:51: Ihre Verhaltenswahl sind ebenso widersprüchlich.
00:51:55: Einige reden mit dem Zeugen Andere greifen sie an oder ignorieren Sie.
00:51:59: Wieder andere sammeln angeblich Pflanzen oder beschäftigen sich mit Tätigkeiten, bei denen nicht recht klar wird, warum man dafür den Aufwand einer interste Landreise betreiben sollte.
00:52:09: Valet zieht aus dieser Vielfalt nicht den Schluss das die Erde offenbar von besonders vielen Spezies besucht wird.
00:52:15: Gerade die Widersprüche bringen ihn dazu, die einfache extraterrestische Erklärung zu hinterfragen.
00:52:20: Er vergleicht moderne Begegnungsberichte mit älteren Erzählungen über Fähen, Dämonen kleine Leute und andere fremde Wesen.
00:52:28: Damit behauptet er nicht, eine Fesei in Wahrheit ein Raumfahrer mit schlecht geführter Personalakte.
00:52:34: Ihnen interessiert das menschliche Begegnungserzählungen über lange Zeiträume ähnliche Strukturen entwickeln können obwohl sich ihre kulturellen Erklärungen verändern?
00:52:44: Das ist eine mögliche Reaktion auf widersprüchliches Material!
00:52:47: Vielleicht stimmt das Modell nicht.
00:52:49: vielleicht sind nicht all diese Geschichten Berichte über biologische Besucher anderer Planeten.
00:52:53: Wahrnehmung, Erwartungen, psychologische Erfahrungen, Folklore und kulturelle Bilder könnten sich mit einzelnen ungeklärten Beobachtungen zu einem Phonomen verbinden das ich nicht durch eine einzige einfache Ursache erklären lässt.
00:53:07: Es gibt allerdings noch eine zweite Möglichkeit – vielleicht sind es einfach verschiedene Aliens!
00:53:14: Der Gedanke wirkt zunächst nicht einmal absurd sobald man die außerirdische Grundannahme akzeptiert.
00:53:19: Wenn das Universum groß ist und viele Zivilisationen existieren, warum sollten alle Besucher gleich aussehen?
00:53:26: Ein großer blunder Mensch und ein kleines graues Wesen widersprechen sich dann nicht mehr.
00:53:30: Sie gehören lediglich zu unterschiedlichen Gruppen.
00:53:34: Ein reptilienartiger Besucher widerlegt Kenan Gray sondern erweitert die Liste um eine weitere Spezies.
00:53:40: Und wenn jemand von einem insektenartigen Wesen berichtet muss auch dass die bisherige Geschichten nicht infrage stellen.
00:53:48: Auf diese Weise kann aus einem Widerspruch Artenvielfalt werden.
00:53:51: Wir haben den Mechanismus bereits gesehen.
00:53:54: George Edemski behauptet, in twoonfünfzig einen Venusier getroffen zu haben.
00:54:00: Orton ist in seiner Geschichte kein Vertreter einer offiziell benannten Rassennamens Nordics – erst ein Besucher von der Venus.
00:54:07: Erst spätere Taxonomien können ihn rückwirkend in eine größere Gruppe einsortieren, weil bestimmte Merkmale zu passen scheinen.
00:54:14: Beim Hilferl geschieht etwas Vergleichbares.
00:54:17: Die Berichte, Träume und Hypnosesitzungen ergeben nochkein vollständig ausgearbeiteten Grey-Steckbrief.
00:54:25: Sobald dieser Typus aber kulturell etabliert ist lassen sich ältere Fälle als Vorläufer lesen große Augen fremdes Gesicht Entführung Untersuchung.
00:54:33: aus einzelnen Ähnlichkeiten entsteht eine Genialogie.
00:54:37: die Kategorie beginnt damit rückwärts zu arbeiten.
00:54:40: sobald sie existiert sammelt ihre eigene Vorgeschichte ein.
00:54:44: das erzeugt Ordnung allerdings zu einem hohen Preis.
00:54:47: Stellen wir uns zehn Menschen vor, die zehn unterschiedliche Wesen beschreiben.
00:54:51: Man könnte fragen, warum angebliche Besucher so verschieden aussehen und ob diese Widersprüche gegen die Zuverlässigkeit des Materials sprechen?
00:54:59: Man kann aber auch zehn verschiedene Besucherkruppen annehmen!
00:55:02: Dann verschwindet das Problem nicht – aber es bekommt Namen.
00:55:06: Mit der Zeit werden den verschiedenen Typen feste Eigenschaften zugeschrieben.
00:55:10: Die eingelten als freundlich und spirituell entwickelt andere als kühl-, aggressiv oder an der Menschheit kaum interessiert.
00:55:17: Einige sollen telepathisch kommunizieren, andere Menschen untersuchen oder beobachten.
00:55:21: In späteren Erzählungen tauchen sogar Gruppen auf die angeblich miteinander kooperieren.
00:55:27: Damit verändert sich unmerklich was eigentlich geordnet wird.
00:55:30: Am Anfang standen Berichte von Menschen die behaupten etwas gesehen und erlebt zu haben.
00:55:35: Nun ist zunehmend von Population in die Rede als während aus ähnlichen Beschreibungen bereits reale Spezies geworden.
00:55:41: Der Unterschied wirkt zunächst klein Ist aber erheblich.
00:55:45: Wenn fünf Menschen von kleinen grauen Wesenberichten liegen zunächst fünf Berichte über kleine graue Wesen vor.
00:55:51: Daraus folgt noch keine gemeinsame biologische Art.
00:55:55: Genau dieser Schritt wird in der späteren Taxonomie jedoch vollzogen, die Ähnlichkeit der Erzählungen gilt nicht mehr nur als Merkmal des Materials sondern als Hinweis auf eine tatsächlich existierende Gruppe.
00:56:06: und mit einer solchen Gruppe kommen zwangsläufig neue Fragen – woher stammt sie?
00:56:10: Wie lebt sie?
00:56:11: wie pflanzt sie sich fort?
00:56:12: Welche Technik besitzt sie?
00:56:14: Verfolgt sie eigene Interessen?
00:56:15: Hat sie Verbündete oder Feinde, mögen Sie
00:56:18: Ratler?".
00:56:19: So beginnt das große Alien-Bestimmungsbuch.
00:56:22: Nicht mit einem gesicherten Nachweis sondern bei einer Verschiebung.
00:56:25: Aus Beschreibungen werden Typen und diese Typen verhalten sich irgendwann in der Erzählung wie Bewohner eines bereits kartierten Universums.
00:56:33: Dabei entstehen die Kategorien keinesfalls alle auf dieselbe Weise.
00:56:37: Ein Wesen wird angeblich beinahe Begegnung gesehen – ein anderes taucht erst Jahre später in einer Hypnosisitzung auf.
00:56:43: Wieder andere Besucher sprechen durch Contactees oder werden älteren Berichten rückwirkend zugeordnet.
00:56:49: Später kommen Channeling, einzelne Autoren mit eigenen kosmischen Systeme und schließlich das Internet hinzu – dass Geschichten aus völlig unterschiedlichen Jahrzehnten und Milieus nebeneinander stellt.
00:57:01: Dadurch entsteht der Eindruck als gehörten sie schon immer zusammen!
00:57:05: Ein Beispiel reicht um zu sehen wie weit dieser Mechanismus führen kann.
00:57:09: In späteren Abdukschen-Erzählungen tauchen insektenartige Wesen auf, häufig mit langen Gliedmaßen und Köpfen die an Gottesanbeterinnen erinnern.
00:57:18: Die Quellenlage ist unübersichtlich – eine klare historische Ursprungsgeschichte kaum zu greifen!
00:57:24: Trotzdem existiert irgendwann eine Kategorie… Mantiswesen.
00:57:29: Dabei bleibt es nicht bei der äußeren Form.
00:57:31: In manchen Erzählungen erhalten diese Wesen eine Funktion und stehen angeblich hierarchisch über.
00:57:36: den Greys.
00:57:37: Aus der Ähnlichkeit mit einem Insekt wird eine Spezies, aus der Spezie ist eine soziale Rolle und auf der sozialen Rolle beinah ein Organigramm.
00:57:45: An diesem Punkt geht Klassifikation endgültig in etwas anderes über.
00:57:49: Heineck hatte versucht Berichte so zu ordnen dass unterschiedliche Begegnungstypen vergleichbar werden.
00:57:55: Die spätere Alien-Taxonomie erzeugt dagegen aus den Berichten ein bewohntes Universum.
00:58:00: Sie verleiht den Bewohnern Körper, Eigenschaften und zunehmend auch Beziehungen untereinander.
00:58:06: Noch schlagen wir dieses Bestimmungsbuch nicht vollständig auf.
00:58:09: Dafür ist es inzwischen zu umfangreich und einige seiner interessantesten Bewohner fehlen uns noch, aber der Mechanismus steht.
00:58:17: Am Anfang sagt jemand er habe etwas gesehen.
00:58:19: andere Berichte werden daneben gelegt Ähnlichkeiten hervorgehoben und Unterschiede erklärt.
00:58:25: daraus entsteht ein Typus der irgendwann einen Namen erhält.
00:58:28: Sobald dieser Name existiert lassen sich ältere Geschichten neu sortieren und neue Berichte leichter einordnen.
00:58:34: Mit jeder Wiederholung wirkt die Kategorie stabile, bis kaum noch sichtbar ist wie unsicher das Ausgangsmaterial war.
00:58:41: Irgendwann stehen dann auf Webseiten und in Büchern Angaben, die wie Einträge eines zoologischen Handbuchs wirken.
00:58:48: Für keine einzige dieser angeblichen Alienrassen haben wir einen gesicherten Nachweis Und damit wäre vielleicht der Moment gekommen eine deutlich grundlegendere Frage zu stellen Ist da draußen überhaupt jemand?
00:59:01: Um das zu klären, wenden wir uns an ein wundersames Wesen vom Planeten Sveertown und etwas überraschend an die Wissenschaft.
00:59:09: Wenn wir uns fragen ob da draußen überhaupt jemand ist dann haben wir heute immerhin einen kleinen Vorteil gegenüber George Adamski und seinen Zeitgenossen.
00:59:21: Wir wissen inzwischen dass andere Sterne tatsächlich Planeten haben.
00:59:26: Das klingt banal ist aber eine ziemlich junge Erkenntnis Als der amerikanische Astronom Frank Drake, versuchte die Zahl möglicher außerirdischer Zivilisation in unserer Milchstraße abzuschätzen war noch kein einziger Planet außerhalb unseres Sonnensystems sicher nachgewiesen.
00:59:44: Man konnte vermuten dass andere Sterne ebenfalls von Planeten umkreist werden.
00:59:49: Man könnte Modelle bauen und darüber diskutieren beobachtet hatte man sie jedoch nicht.
00:59:54: Heute kennen wir tausende bestätigte Exoplaneten und vieles spricht dafür, dass Planetensysteme in unserer Galaxis nichts besonders exotisches sind.
01:00:03: Es gibt riesige Gasplaneten, Welten auf extrem engen Umlaufbahnen vermutlich felsige Planeten und Systeme die unserem eigenen Sonnensystem mal mehr, mal deutlich weniger ähneln.
01:00:15: Manche dieser Planeten befinden sich in einer sogenannten habitablen Zone, also grob gesagt im Abstand zu ihrem Stern, an dem unter geeigneten Bedingungen flüssiges Wasser an der Oberfläche möglich sein könnte.
01:00:27: Das klingt bereits verdächtig nach Immobilienanzeigen für Aliens, bedeutet aber zunächst nur dass die Temperatur theoretisch passen könnte.
01:00:35: Ein Planet wird nicht automatisch bewohnbar, weil er in der richtigen Entfernung um seinen Stern kreist.
01:00:41: Atmosphäre, Druckschemische Zusammensetzungen, Magnetfeld, geologische Aktivität und die Entwicklung des Sterns spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
01:00:50: Und selbst ein tatsächlich bewohnbacher Planet muss noch lange nicht bewohnt sein!
01:00:55: Wir wissen also inzwischen dass es sehr viele Welten gibt – wir wissen nur nicht ob auf irgendeiner davon jemand lebt.
01:01:03: Frank Drake versuchte dieses Problemen in einzelnen Fragen zu zerlegen.
01:01:10: Im Jahr zuvor hatte er mit Project Osmar bereits nach künstlichen Radiosegnalen aus der Umgebung der Sterne Tauseti und Epsilon Eridani gesucht, gefunden hat er nichts Überzeugendes.
01:01:23: Für ein Treffen von Wissenschaftlern in Green Bank formulierte er dann eine Gleichung die heute zu den berühmtesten Formeln der Suche nach außerirdischer Intelligenz
01:01:32: gehört
01:01:33: Die Drake-Gleichung.
01:01:35: Sie sieht mathematisch beeindruckend aus und hat deshalb ein kleines Imageproblem.
01:01:40: Man könnte nämlich glauben, man müsse nur ein paar Zahlen einsetzen und bekäme anschließend heraus wie viele Aliens gerade in der Milchstraße herum sitzen – so funktioniert das leider nicht!
01:01:51: Drake fragt zunächst, wie viele neue Sterne in unserer Galaxis entstehen?
01:01:55: Dann, welcher Anteil dieser Sterne Planeten besitzt und wie viele davon Bedingungen bieten könnten unter denen Leben grundsätzlich möglich wäre.
01:02:04: Anschließend wird es biologisch Auf wie vielen geeigneten Welten entsteht tatsächlich Leben?
01:02:10: Wie oft entwickelt dieses Leben Intelligenz?
01:02:13: Wie häufig entsteht daraus eine Zivilisation deren Technologie für uns erkennbar wäre?
01:02:18: Und wie lange bleibt eine solche Zivilization überhaupt nachweisbar?
01:02:23: Am Ende steht eine Zahl Die geschätzte Anzahl technologischer Zivilisation in unserer Galaxis, mit den prinzipiell Kommunikationen möglich sein könnte.
01:02:33: Das Problem liegt nicht in der Mathematik – das Problem sind die Zahlen!
01:02:38: Einige astronomische Faktoren kennen wir heute wesentlich besser als Drake-Mitgliedt-Mittglieder.
01:02:44: Wir wissen inzwischen, dass Planeten häufig sind….
01:02:47: Wir können Ihre Umlaufbahn untersuchen, Größen abschätzen und in manchen Fällen sogar Bestandteile Ihrer Atmosphäre analysieren.
01:02:55: Bei den entscheidenden biologischen Fragen hilft uns das bislang kaum!
01:02:59: Wie wahrscheinlich ist es, als auf einem geeigneten Planeten Leben entsteht?
01:03:04: Keine Ahnung – wir kennen genau einen Planeten, auf dem es sicher passiert ist.
01:03:10: Wie wahrscheinlich is der Schritt von einfachem Leben zu komplexen Organismen?
01:03:14: Keiner Ahnung….
01:03:15: Wie wahrscheinlich ißt Intelligenz?
01:03:17: Keine Ahnung.
01:03:18: Die Wahrscheinlich ist eine technologische Zivilisation, die Radiosegnale sendet, Laser benutzt oder andere Spuren erzeugt, die wir über installare Entfernung erkennen könnten... auch keine Ahnung!
01:03:31: Und wie lange existiert eine solche Phase?
01:03:33: Hundert Jahre?
01:03:34: Zehntausend?
01:03:35: Eine Million?
01:03:36: Verrichtet sich eine technologische Zivillisation irgendwann selbst?
01:03:40: verleht sie das Interesse an Kommunikation oder verwendet sie Technologien nach denen wir gar nicht suchen?
01:03:46: Wir wissen es nicht.
01:03:47: Die Drake-Leichung ist deshalb weniger eine Rechenmaschine als eine sehr elegante Inventur unserer Unwissenheit.
01:03:54: Sie zeigt, welche Faktoren wir kennen müssten bevor wir halbwegs seriös sagen könnten wie voll die Milchstraße mit technologischen Zivilisationen ist.
01:04:04: Je nachdem welche Werte man einsetzt kann man eine ziemlich einsame Galaxis bekommen oder eine sehr belebte.
01:04:11: und genau da beginnt das nächste Problem Denn wenn die Milchstraße tatsächlich voller technologischer Zivilisation wäre, könnte man eine ausgesprochen unangenehme Frage stellen.
01:04:22: Wo sind sie?
01:04:24: Aus genau diesem Gedanken entsteht auch SETI – The Search for Extra-Terrestrial Intelligence.
01:04:30: Seit den neunzehntsechziger Jahren richten Wissenschaftler Radioteleskope auf dem Himmel und suchen nach künstlichen Signalen technologische Zivilizatione.
01:04:39: Ein bestätigten Treffer gibt es bis heute allerdings nicht!
01:04:44: Die Frage wird außerdem mit Enrico Fermi verbunden.
01:04:47: Die berühmte Geschichte spielt in Los Alamos.
01:04:51: Fermi unterhält sich mit Kollegen über fliegende Untertassen, installare Reisen und die Möglichkeit außerirdischer Zivilisation.
01:04:59: Irgendwann soll er sinngemäß gefragt haben – where is everybody?
01:05:03: Wo sind denn alle?
01:05:04: Daraus wird später das sogenannte Fermiparadoxon.
01:05:08: Historisch ist es etwas komplizierter... Fermi hat kein großes Werk mit dem Titel, warum die Aliens eigentlich längst hier sein müssten veröffentlicht.
01:05:17: Die schärfere Argumentationen, die heute häufig unter seinem Namen läuft wurde später weiter entwickelt und mit Autoren wie Michael Hart und Frank Tipler verbunden.
01:05:27: Das Grundproblem bleibt trotzdem interessant.
01:05:29: Unsere Milchstraße ist sehr alt Die Sonne ist ungefähr vier Komma sechs Milliarden Jahre alt Und sie gehört keineswegs zu den ersten Stern der Galaxis.
01:05:39: Andere Planetensysteme könnten Milliarden Jahre Vorsprung haben.
01:05:43: Nehmen wir nun an, irgendwo entsteht eine technologische Zivilisation die installare Reisen beherrscht!
01:05:50: Sie muss dafür nicht mit Überlichtgeschwindigkeit durch die Galaxis rasen.
01:05:54: Selbst eine vergleichsweise langsame Expansion könnte sich über sehr lange Zeiträume ausbreiten.
01:06:00: Eine Zivilization erreicht ein anderes Sternensystem errichtet dort neue Siedlungen oder technische Infrastruktur Und einige Zeit später stattet von dort die nächste Etappe.
01:06:11: Auf menschlichen Zeitskalen wäre das quälend langsam, auf galaktischen Zeitskalen könnte des erstaunlich schnell sein!
01:06:18: Wenn technologische Zivilisationen also häufig entstehen sehr lange existieren und zur Expansion neigen müsste man sich fragen warum wir keinerlei gesicherte Spur von ihnen sehen?
01:06:30: Keine eindeutigen Signale keine bestätigten Artefakte keine zweifelsfreien technischen Strukturen und bislang auch niemanden, der offiziell auf dem Rasen des Weißen Hauses gelandet ist.
01:06:42: Das ist die Spannung hinter dem Fermi-Paradoxon.
01:06:45: Aber auch hier lohnt sich Vorsicht!
01:06:48: Aus der Frage folgt nicht das außerirdische Unmöglich sind.
01:06:51: Vielleicht sind technologische Zivilisation selten?
01:06:55: Vielleicht leben sie nur kurz – vielleicht expandieren Sie nicht?
01:06:58: Vielleicht senden Sie nicht auf Frequenzen, die wir überwachen?
01:07:01: Vielleicht suchen wir seit viel zu kurzer Zeit mit viel zu begrenzten Mitteln….
01:07:06: Vielleicht liegen ihre technischen Spuren außerhalb dessen, was wir überhaupt erkennen würden.
01:07:11: Oder vielleicht ist bereits der Weg zu komplexem Leben sehr viel unwahrscheinlicher als wir gern glauben?
01:07:18: Damit wären wir bei der Rare-Earth-Hypothese.
01:07:21: Im Jahr zweitausend veröffentlichten der Parlainthologe Peter Ward und der Astronom Donald Brownlee das Buch Rare Earth.
01:07:29: Ihre Grundidee
01:07:30: ist ausgesprochen
01:07:31: ungemütlich Einfaches Leben könnte im Universum durchaus vorkommen, während komplexes vielzeiliges Leben eine enorme Ausnahme bleibt.
01:07:40: Inzwischen einem Planeten auf dem jemand Radio-Teleskope baut und schlechte Podcasts über Außerirdische produziert, liegen sehr viele Entwicklungsschritte.
01:07:49: Auf der Erde existierte Leben über gewaltige Zeiträume bevor Komplexorganismen entstanden.
01:07:55: Danach mussten weitere Bedingungen zusammenspielen Ein langfristig geeigneter Stern, stabile Umweltbedingungen, geologische Prozesse, chemische Kreisläufe und eine Planetargeschichte die komplexe Evolution überhaupt zulässt.
01:08:11: Ward & Brownlee argumentieren dass die Erde möglicherweise das Ergebnis einer ungewöhnlich günstigen Kombination solcher Faktoren ist.
01:08:19: Vielleicht sind Bakterien kosmisch betrachtet gar nicht besonders aufregend während Tiere Intelligenz und Technologien extrem selten bleiben.
01:08:28: Das ist eine Hypothese, kein Beweis.
01:08:31: Wir haben weiterhin nur EINE bekannte Biosphäre und damit ein fundamentales Statistikproblem.
01:08:37: Wenn man ausschließlich die Erde kennt, ist schwer zu entscheiden welche ihre Eigenschaften zwingend Voraussetzungen für komplexes Leben sind und welche einfach zufällig zu unserer Geschichte gehören.
01:08:49: Vielleicht braucht ein bewohnter Planet tatsächlich eine sehr ähnliche Kombination?
01:08:53: Vielleicht gibt es völlig andere Wege.
01:08:56: Und an dieser Stelle kommt ein Begriff ins Spiel, der klingt als hätte jemand der Astrobiologie mangelnde Fantasie vorgeworfen.
01:09:04: Kohlenstoff Chauvinismus.
01:09:06: Der Vorwurf lautet vereinfacht.
01:09:08: Warum suchen wir ständig nach Leben auf Kohlenstoffbasis?
01:09:12: Warum interessieren wir uns so sehr für flüssiges Wasser und erdähnliche Bedingungen?
01:09:16: Das Universum ist groß.
01:09:18: Vielleicht existiert Leben auf Grundlage einer völlig anderen Chemie.
01:09:22: Das ist grundsätzlich ein legitimer Gedanke.
01:09:25: Aber es gibt nur ein Problem, Kohlenstoff ist verdammt gut in seinem Job.
01:09:30: Ein Kohlenstoffatom kann vier kovalente Bindung eingehen.
01:09:34: Es verbindet sich mit anderen Kohlen- stoffatomen und zahlreichen weiteren Elementen.
01:09:39: Dadurch entstehen lange Ketten verzweigte Strukturen, Ringe und komplexe dreidimensionale Moleküle.
01:09:45: Genau diese chemische Vielseitigkeit ist für die Biochemie, die wir kennen ausgesprochen praktisch.
01:09:52: Wasser ist ebenfalls nicht deshalb interessant, weil Astrobiologen emotional an Sehnen hängen.
01:09:57: Es ist ein hervorragendes Lösungsmittel für viele chemische Prozesse, besitzt ungewöhnliche physikalische Eigenschaften und kann unter geeigneten Bedingungen eine Umgebung bieten in der komplexe Reaktion stattfinden.
01:10:10: Die Suche nach Kohlenstoff und Wasser ist deshalb keine Behauptung des anderes Leben unmöglich sei – die ist eine Suchstrategie!
01:10:19: Wir beginnen bei einer Chemie, von der wir sicher wissen dass sie Leben hervorbringen kann.
01:10:23: Wir verstehen viele ihrer Prozesse und können Instrumente entwickeln die nach entsprechenden Signaturen suchen.
01:10:30: Natürlich kann man einwenden das irgendwo Wesen aus Silicium in flüssigen Methanesitzen und sich über unsere primitive Fixierung auf Kohlenstoff amisieren.
01:10:39: Das wäre möglich.
01:10:41: Es ist nur schwierig, eine wissenschaftliche Suche nach allem zu organisieren was vielleicht auf irgendeine uns unbekannte Weise Lebendig sein könnte.
01:10:50: Wissenschaft braucht Merkmale die sich beobachten und prüfen lassen.
01:10:54: Deshalb sucht Astrobiologie nach Biosegnaturen möglichen Hinweisen auf biologische Prozesse.
01:11:00: bestimmte Kombination von Gas in einer Atmosphäre könnten interessant sein besonders wenn sie ohne ständige Erneuerung chemisch nicht lange nebeneinander bestehen würden.
01:11:11: Auch hier gilt allerdings, interessant ist nicht dasselbe wie bewiesen.
01:11:16: Geologische und photochemische Prozesse können Signale erzeugen die zunächst biologisch wirken.
01:11:22: Und selbst wenn wir irgendwann Leben finden wäre damit noch kein einziger Gray gerettet.
01:11:27: Mikroben sind keine Zivilisation.
01:11:30: eine Biosignatur ist kein Raumschiff.
01:11:33: zwischen beidem liegt ein gewaltiger Sprung.
01:11:36: Wenn wir über technologische Zivilisationen nachdenken, können wir deshalb nach anderen Spuren suchen.
01:11:42: Technosignaturen Das könnten Radiosignale sein aber der Begriff ist breiter Denkbar wären etwa ungewöhnliche Laser-Emissionen und industrielle Bestandteile in einer Atmosphäre künstliche Beleuchtung oder große technische Strukturen deren Energieverbrauch astronomisch auffällt.
01:12:01: Und damit kommen wir zu Nikolaj Kala-Chef Der sowjetische Astronom veröffentlicht in den letzten Jahren eine Arbeit über die mögliche Informationsübertragung durch außerirdische Zivilisation.
01:12:13: Berühmt wird daraus eine Skala, die hypothetische Zilization nach der Größenordnung ihrer Energienutzung ordnet.
01:12:21: Eine Zivilization vom Typ I nutzt Energie in Planetaragrößenordnung.
01:12:26: Typ II erreicht die Größenordnung eines Sterns.
01:12:32: Auch diese Skala wird populär.
01:12:34: gern etwas zuwörtlich genommen.
01:12:37: Kardaschef hatte keine drei Alien-Reiche entdeckt, es gibt keinen bestätigten Typ II Bewohnerverband mit Verwaltungsgebäude am Sirius.
01:12:46: Die Skala ist ein Gedankenmodell und sie zeigt sehr schön wie anders wissenschaftliche Spekulation über Außerirdische aussehen kann.
01:12:54: Wir haben gerade einen Kapitel lang gesehen Wie Menschen angebliche Besucher nach Körpern sortieren.
01:13:02: Klein, grau und mit großen Augen ergibt Gray.
01:13:05: Später kommen weitere Gruppen hinzu.
01:13:08: Kardaschef interessiert sich nicht dafür ob eine hypothetische Zivilisation Schuppen hat.
01:13:14: Er fragt welche Energiemengen sie kontrollieren könnte.
01:13:18: Das ist deshalb interessant weil große technische Aktivitäten möglicherweise beobachtbare Spuren hinterlassen.
01:13:25: Eine Zivilisation, die einen erheblichen Teil der Leistung ihres Sternen nutzt, könnte beispielsweise Strukturen erzeugen, die sich astronomisch bemerkbar machen.
01:13:34: Der berühmte Gedanke einer Dyson-Sphäre oder eines Dysonschwarm gehört in dieses Umfeld.
01:13:40: Hypothetische Konstruktion mit denen eine fortgeschrittene Zivilization große Teile der Energie eines Sterns auffangen könnte.
01:13:48: Aber wir haben eine prinzipiell prüfbare Frage Können wir ungewöhnliche Abwärme sehen?
01:13:55: Gibt es Sternensysteme mit auffälligen Infrarotsignaturen?
01:13:59: Entdecken wir etwas, das sich durch natürliche Prozesse nur schwer erklären lässt.
01:14:04: Das ist ein entscheidender Unterschied!
01:14:06: Wissenschaft darf über sehr fortgeschrittene Zivilisation spekulieren – sie muss nur kändlich machen wo Beobachtung endet und das Modell beginnt.
01:14:15: Nehmen wir nun trotzdem an irgendwo existiert tatsächlich eine technologische Zivilization.
01:14:21: Dann fehlt uns für unsere UFO-Geschichten noch ein kleiner Schritt.
01:14:25: Sie müssen hierher kommen und leider ist das Universum groß, wirklich groß!
01:14:30: Unser nächster Stellarer Nachbar ist Proxima Centauri etwas mehr als vier Komma zwei Lichtjahre entfernt.
01:14:38: Ein Lichtjahr ist keine Zeitangabe sondern eine Entfernung die Strecke die Licht innerhalb eines Jahres zurücklegt.
01:14:47: Licht ist schnell, knapp dreihunderttausend Kilometer pro Sekunde und trotzdem braucht es mehr als vier Jahre bis zu unserem nächsten Nachbarstern.
01:14:56: Mit menschlicher Raumfahrtechnik wird aus dieser Entfernung ein Problem das sich nicht dadurch lösen lässt dass man ein bisschen mehr Treibstoffeinpackt.
01:15:05: Unsere bisherigen Raumsonden sind im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit langsam.
01:15:10: Eine Reise zu einem anderen Sternen würde mit heutigen technischen Möglichkeiten Zeiträume erfordern, die weit über ein menschliches Leben hinausgehen können.
01:15:20: Deshalb gibt es verschiedene Konzepte.
01:15:23: Ein Generationsschiff wäre im Grunde eine fliegende Gesellschaft.
01:15:27: Die Menschen, die starten kommen niemals an.
01:15:30: Ihre Kinder wahrscheinlich auch nicht Mehrere Generationen leben sterben und vermehren sich an Bord bis irgendwann nachfahren das Ziel erreichen.
01:15:40: Das klingt technisch bereits anspruchsvoll.
01:15:43: Tatsächlich wäre der Antrieb nur eines von vielen Problemen.
01:15:47: Ein solches Schiff bräuchte über sehr lange Zeiträume funktionierende Lebenserhaltung, geschlossene Stoffkreisläufe medizinische Versorgungen, Temperaturmöglichkeiten und eine Gesellschaft die nicht nach zweihundert Jahren beschließt dass das ursprüngliche Reiseziel eigentlich eine ziemlich dumme Idee war.
01:16:05: Eine andere Möglichkeit wäre eine Form von künstlichem Winterschlaf oder Cryo-Schlaf.
01:16:11: Science Fiction löst damit viele dramaturgische Probleme, Menschen legen sich in eine Kapsel, schlafen ein paar Jahrzehnte und wachen am Ziel mit leichterzhausten Haaren wieder auf.
01:16:22: Für Menschen besitzen wir diese Technik nicht.
01:16:25: Es gibt medizinische Verfahren bei denen Körpertemperatur und Stoffwechsel gezielt beeinflusst werden.
01:16:31: es gibt Organismen die extreme Zustände überstehen können.
01:16:35: Daraus folgt kein intervierter jahrzehntelanger Tiefschlaf für installare Passagiere.
01:16:41: Dann gibt es Lichtsegel, hier bewegen wir uns nicht in reiner Science-Fiction.
01:16:46: Projekte wie Breakthrough Starshot untersuchen die Idee winzige unbemannte Sonden mit starkem Laser auf einen erheblichen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen.
01:16:57: In optimistischen Konzepten könnten solche Miniatursonden Alpha Centauri innerhalb einiger Jahrzehnte erreichen.
01:17:04: Das wäre eine gewaltige technische Leistung.
01:17:06: Und wir sprechen von winzigen Sonden, nicht von einem Raumschiff mit Besatzungen, bar medizinischem Labor und einem Gray der unterwegs die Entführungspläne für New Hampshire vorbereitet.
01:17:17: Die größer die Masse, desto brutaler wird das Energieproblem.
01:17:21: Damit kommen wir zur speziellen Relativitätstheorie.
01:17:25: Ein Objekt mit Ruhemasse kann nicht einfach auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden.
01:17:30: Je näher es dieser Grenze kommt, desto extremer wird der notwendige Energieaufwand.
01:17:35: Die Lichtgeschwindigkeit ist deshalb nicht bloß eine sehr hohe Zahl die ein besserer Motor irgendwann überbietet – sie gehört zur Struktur unserer Physik!
01:17:45: Es gibt allerdings einen Effekt, der instellere Reisen für die Reisenden selbst merkwürdig macht.
01:17:51: Zeitdilatationen Bewegt sich ein Raumschiff mit einem sehr großen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit, vergeht für die Reisenden weniger Zeit als für die Menschen, die auf der Erde zurückbleiben.
01:18:03: Bei extrem relativistischen Geschwindigkeiten könnte eine Reise aus Sicht der Besatzung deutlich kürzer dauern als aus Sicht von der Erde.
01:18:12: Das ist keine Science-Fiction – das ist Relativitätstheorie!
01:18:16: Nur löst sie leider nicht alle Probleme.
01:18:19: Das Schiff bewegt sich weiterhin nicht schneller als Licht.
01:18:22: Der Energiebedarf bleibt enorm.
01:18:24: Hinzu kommen Strahlung und Kollision mit Materie.
01:18:28: Bei sehr hohen Geschwindigkeiten kann bereits ein winziges Staubteilchen ausgesprochen unfreundlich werden Und irgendwann muss man am Ziel vielleicht auch noch bremsen.
01:18:38: Wenn wir also all diese Schwierigkeiten zusammennehmen, entsteht eine gewisse Diskrepanz zwischen Aufwand und Ergebnis.
01:18:45: Eine außeredische Zivilisation könnte einen Generationsschiff bauen geschlossene Ökosysteme über Jahrhunderte stabilisieren und mehrere Generationen durch den installaren Raum transportieren.
01:18:56: Sie könnte relativistische Antriebe entwickeln, gigantische Energiemengen beherrschen und winzige Sonden mit Laserlicht auf einen erheblichen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen.
01:19:06: Und nach dieser technologischen Meisterleistung fliegt sie nach Eagle River in Wisconsin um Joe Simmons' Fankuchen zu geben oder nach Kelly Hopkinsville in Kentucky, um sich mehrere Stunden lang von einer bewaffneten Familie beschießen zu lassen.
01:19:21: Ich möchte diese Möglichkeiten nicht vorschnell ausschließen.
01:19:23: Vielleicht ist das Universum sehr groß und seine Bewohner haben seltsame Hobbys, gemessen am logistischen Aufwand wirkt die Pfannkuchenlieferung allerdings leicht überdimensioniert.
01:19:33: Natürlich gibt es für dieses Problem eine beliebte Lösung.
01:19:36: Dann fliegt einfach schneller als Licht Überlichtgeschwindigkeit FDL-ILG.
01:19:41: Damit schrumpft die Galaxis auf ein handliches Format Und plötzlich kann man am Wochenende zu Erde fliegen Menschen entführen und rechtzeitig wieder Zuhause sein.
01:19:51: Nur ist schneller als Licht in unserer heutigen Physik nicht einfach eine Frage besserer Motoren.
01:19:56: Nach der speziellen Relativitätstheorie können massive Objekte lokalen nicht auf oder über Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden und wenn man superlumine Signalübertragung zulässt entstehen zusätzlich Probleme mit der Kausalität.
01:20:11: Im bestimmten Bezug System kann die Reihenfolge von Ursache und Wirkung problematisch sein, das klingt abstrakt bedeutet aber etwas sehr grundsätzliches.
01:20:21: Eine Nachricht könnte unter bestimmten Bedingungen ankommen, bevor sie abgeschickt wurde.
01:20:25: Damit wird aus einem sehr schnellen Raubenschiff sehr rasch ein Problem für unsere Vorstellung davon, dass Ursachen vor ihren Wirkungen liegen.
01:20:34: Science Fiction hat dafür Lösung – die berühmteste heißt Warp!
01:20:49: Das Raumschiff selbst rast lokal nicht einfach schneller als Licht durch den Raum.
01:20:54: Stattdessen wird die Raumzeit von einer hypothetischen Blase kontrahiert und hinter ihr expandiert – das echte theoretische Physik!
01:21:04: Es ist leider nur kein Warp-Antrieb, eine mathematische Lösung der Einstandgleichung ist noch kein technischer Bauplan.
01:21:12: Klassische Versionen des Alcubier Modells benötigen problematische Energiebedingungen häufig mit sogenannte negativer Energiedichte verbunden.
01:21:21: Spätere Arbeiten untersuchen veränderte Geometrien und andere Modelle, aber daraus ist bislang kein funktionsfähiger Antrieb entstanden.
01:21:30: Ähnlich verhält es sich mit Wurmlöchern – die allgemeine Relativitätstheorie erlaubt mathematisch sehr ungewöhnliche Raumzeiten.
01:21:38: Unter bestimmten Bedingungen kann man Strukturen beschreiben, Das bedeutet nicht, dass irgendwo im Keller der NASA ein stabiles Wurmloch steht.
01:21:49: Für durchquerbare Wurmlöcher stellen sich massive Fragen nach Stabilität, Energiebedingungen, Erzeugung und Kontrolle.
01:21:57: Auch hier gilt eine theoretisch beschreibbare Raumzeit – ist nicht das selbe wie eine Technologie!
01:22:03: Die Mathematik erlaubt uns sehr seltsame Möglichkeiten zu untersuchen.
01:22:07: Sie liefert uns nur leider keinen Bauplan aus dem Handschuhrfach Und damit stehen wir am Ende vor einer Antwort, die weniger befriedigend ist als jede Alienrassendiste.
01:22:18: Gibt es da draußen Leben?
01:22:20: Möglich vielleicht sogar wahrscheinlich – wir wissen das nicht!
01:22:23: Gibt's komplexes Leben?
01:22:25: Wir wissen es nicht!
01:22:26: Gib' es intelligente technologische Zivilisationen?
01:22:29: Wir Wissen Es Nicht.
01:22:31: Könnten solche Zivilization installare Reisen beherrschen?
01:22:34: Die Bekannte Physik verbietet langsame Reisen zwischen den Sternen nicht.
01:22:38: Sie macht sie nur extrem anspruchsvoll.
01:22:41: Relativistische Reisen sind prinzipiell etwas anderes als Überlichtgeschwindigkeit.
01:22:45: Generationenschiffe sind Konzepte und keine existieren Fahrzeuge.
01:22:50: Warp- und Wurmlöcher gehören in die theoretische Physik nicht in den aktuellen Reisekatalog.
01:22:56: Die Wissenschaft sagt deshalb weder das außerirdische Existieren noch, dass sie nicht existieren könnten.
01:23:02: Sie fragt welche Bedingungen Leben braucht?
01:23:05: Sie sucht nach Biosegnaturen und Technosignaturen.
01:23:08: Sie untersucht Planeten, Atmosphären und Sterne.
01:23:11: Sie baut Modelle und versucht, ihren Annahme sichtbar zu machen.
01:23:15: Und vor allem trennt sie zwischen dem was wir beobachtet haben, dem was physikalisch möglich erscheint und dem was für uns bislang nur vorstellen können.
01:23:24: Für eine einzige außerirdische Zivilisation haben wir bis heute keinen gesicherten Nachweis aber das hält uns natürlich nicht davon ab als nächstes über jene Wesen zu sprechen die angeblich längst hier sind und ausgesprochen ungern auffallen
01:23:44: Doch das erst in der nächsten Woche.
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