#042: Skinwalker - Der Mensch unter der Haut

Shownotes

🎧 Worum geht’s in dieser Folge? Hagere Gestalten mit leuchtenden Augen, Stimmen aus der Dunkelheit und Kreaturen, die Autos verfolgen: So kennen viele den Skinwalker aus dem Internet. Doch dieses Bild hat mit den ursprünglichen Überlieferungen der Diné nur wenig gemeinsam. In dieser Folge sprechen wir über die Geschichte und Gegenwart der Navajo Nation, den Long Walk, Hózhó und Vorstellungen von Heilung, Ordnung und schädlichem Wissen. Wir untersuchen außerdem, wie Buffalo Bill, Karl May, Westernfilme und moderne Horrormedien ein vereinfachtes Bild indigener Kulturen geschaffen haben und wie der Skinwalker schließlich die Reservation verließ und zum universellen Internetmonster wurde.

Kapitel

(00:00:00) Opening: Der Mensch unter der Haut (00:01:20) Intro & Begrüßung (00:04:16) Wer sind die Diné? (00:11:16) Der "Wilde Westen" (00:25:56) Was ist ein Skinwalker? (00:38:43) Zwischen Überlieferung und Wirklichkeit (00:45:42) Der Skinwalker verlässt die Reservation (00:58:24) Was bleibt vom Mythos? (01:09:22) Talk (01:12:26) snacks.fm (01:14:00) Wo Legenden wachsen

📚 Quellen & Literatur

• Aleiss, Angela (2005): Making the White Man’s Indian. Native Americans and Hollywood Movies. Westport, CT: Praeger. • Balanzategui, Jessica (2019): “Creepypasta, ‘Candle Cove’, and the Digital Gothic.” In: Journal of Visual Culture, Band 18, Nr. 2. • Blank, Trevor J.; McNeill, Lynne S. (Hg.) (2018): Slender Man Is Coming: Creepypasta and Contemporary Legends on the Internet. Logan, UT: Utah State University Press. • Brady, Margaret K. (1984): Some Kind of Power. Navajo Children’s Skinwalker Narratives. Salt Lake City, UT: University of Utah Press. • British Film Institute (Hg.) (2018): 10 Great Spaghetti Westerns. London: British Film Institute. • Buffalo Bill’s Wild West Company (Hg.) (1893): Buffalo Bill’s Wild West and Congress of Rough Riders of the World. Programme. Chicago: Buffalo Bill’s Wild West Company. Digitalisat der Library of Congress. • Deloria, Philip J. (1998): Playing Indian. New Haven, CT / London: Yale University Press. • Deutsches Filminstitut & Filmmuseum / filmportal.de (Hg.) (o. J.): Der Schuh des Manitu. Frankfurt am Main: Deutsches Filminstitut & Filmmuseum. • Hillerman, Tony (1986): Skinwalkers. New York: Harper & Row. • Kahn-John, Michelle; Koithan, Mary (2015): Living in Health, Harmony, and Beauty: The Diné (Navajo) Hózhó Wellness Philosophy. In: Global Advances in Health and Medicine, Band 4, Heft 3, S. 24–30. Portland, OR: Global Advances in Health and Medicine. DOI: 10.7453/gahmj.2015.044. • Kiene, Charles; Monroy-Hernández, Andrés; Hill, Benjamin Mako (2016): “Surviving an ‘Eternal September’: How an Online Community Managed a Surge of Newcomers.” In: Proceedings of the 2016 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems. • Kilpatrick, Jacquelyn (1999): Celluloid Indians. Native Americans and Film. Lincoln, NE / London: University of Nebraska Press. • Kluckhohn, Clyde (1944): Navaho Witchcraft. Papers of the Peabody Museum of American Archaeology and Ethnology, Harvard University, Band 22, Nr. 2. Cambridge, MA: Peabody Museum of American Archaeology and Ethnology, Harvard University. • Library of Congress (Hg.) (2025): Buffalo Bill. Topics in Chronicling America. Washington, D.C.: Library of Congress. Online unter: https://guides.loc.gov/chronicling-america-buffalo-bill (abgerufen am 21. Juli 2026). • Lamphere, Louise (1977): To Run After Them. Cultural and Social Bases of Cooperation in a Navajo Community. Tucson, AZ: University of Arizona Press. • Levy, Jerrold E. (1998): Contemporary Native American Spirituality. In: William C. Sturtevant (Hg.): Handbook of North American Indians. Washington, D.C.: Smithsonian Institution. • May, Karl (1893): Winnetou. Erster Band. Freiburg im Breisgau: Friedrich Ernst Fehsenfeld. • Navajo Nation (Hg.) (o. J.): History. Window Rock, AZ: Navajo Nation. • Navajo Nation, Office of the President and Vice President (Hg.) (2026): Navajo Nation Enrollment Continues to Grow, Reflecting the Strength of Our People. Window Rock, AZ: Navajo Nation. • Penny, H. Glenn (2006): Elusive Authenticity. The Quest for the Authentic Indian in German Public Culture. In: Comparative Studies in Society and History, Band 48, Heft 4, S. 798–819. Cambridge: Cambridge University Press. DOI: 10.1017/S0010417506000302. • Perry, Nicole (2012): „… nicht die Menschen im Walde, Wilde genannt werden sollten“. Images of Aboriginal Peoples in the Works of Sophie von La Roche, Charles Sealsfield and Karl May. Dissertation, University of Toronto. Toronto: University of Toronto. • PBS (2002): “First All-American Mystery! Is an All-Around Success for PBS.” Pressemitteilung vom 27. November 2002. • Rollins, Peter C.; O’Connor, John E. (Hg.) (2003): Hollywood’s Indian. The Portrayal of the Native American in Film. Erweiterte Ausgabe. Lexington, KY: University Press of Kentucky. • Slotkin, Richard (1992): Gunfighter Nation. The Myth of the Frontier in Twentieth-Century America. New York, NY: Atheneum. • Smith, Cathay Y. N. (2018): “Beware the Slender Man: Intellectual Property and Internet Folklore.” In: Florida Law Review, Band 70, Nr. 3. • Smithsonian National Museum of the American Indian (Hg.) (o. J.): Bosque Redondo. The Navajo Treaties. Washington, D.C.: Smithsonian Institution. • Smithsonian National Museum of the American Indian (Hg.) (o. J.): The Long Walk. The Navajo Treaties. Washington, D.C.: Smithsonian Institution. • Smithsonian Institution, National Museum of the American Indian (Hg.) (o. J.): Images of Indians. Phil Lucas Videotape Collection. Washington, D.C.: Smithsonian Institution. • Young, Robert W.; Morgan, William Sr. (1987): The Navajo Language. A Grammar and Colloquial Dictionary. Überarbeitete Ausgabe. Albuquerque, NM: University of New Mexico Press.

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🎙️ Hosts: Svea & Tim

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00:00:02: Es ist mitten in der Nacht.

00:00:04: Irgendwo draußen hört jemand Schritte, dann das Jaulen eines Koyoten – nichts Ungewöhnliches bis das Tier plötzlich anfängt zu pfeifen.

00:00:14: Fast so als würde ein Mensch versuchen einen Koyot nachzuahmen.

00:00:19: Solche Geschichten werden im Südwesten der USA seit Generationen erzählt.

00:00:24: Wer zu denen die nie gehört begegnet ihnen oft mit Zurückhaltung.

00:00:29: Manche sprechen nur im engsten Kreis darüber Andere überhaupt nicht.

00:00:33: Nicht aus Angst vor einer Gruselgeschichte, sondern weil bestimmte Dinge nach ihrem Verständnis nicht für jede Öffentlichkeit bestimmt sind.

00:00:42: Außerhalb der Reservationen hat das niemandem aufgehalten.

00:00:46: Heute ist der Skinwalker ein Internet-Phänomen.

00:00:49: Mal ist er ein Werwolf mal ein Dämon, mal irgendein Wesen mit leuchtenden Augen im Wald.

00:00:56: Mit seinem Ursprung hat es oft erstaunlich wenig zu tun Denn hinter dem Namen steht keine frei erfundene Horrorgestalt.

00:01:04: dafür zu einer lebendigen Kultur, zu einer Geschichte von Vertreibung und Fremdzuschreibung.

00:01:09: Und zu einem Wissen über das viele die Nähe bis heute nur ungern mit Außenstehenden sprechen?

00:01:16: Willkommen bei Radio Obscura!

00:01:42: Schön dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures Crime & Mystery.

00:01:47: Wir erzählen von Geschichten Gegenwart- und Grenzbereichen mal real, mal unerklärlich

00:01:52: Vom Meeresgrund bis zur Umlaufbahn, vom Labor bis zu Legende.

00:01:55: Wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?

00:01:59: Und

00:02:00: heute geht es in den Südwesten der USA im Anhang bzw auf Instagram.

00:02:07: Das habe ich auf viele Mails geschrieben.

00:02:10: Auf Instagram und unserer Homepage will natürlich wieder stark ausgewählte Bilder von Tim zur Folge.

00:02:18: spannend und auch sehr unterstützend zum Thema Ja Tim, einmal zu der Folge jetzt.

00:02:23: Da sind sehr viele Wörter wo ich mir Mühe gegeben musste das vernünftig auszusprechen.

00:02:28: Verzeiht es mir, sag ich jetzt mal am Anfang weil sich da Mist gebaut habe.

00:02:32: Das ist wirklich eine interessante Sprache.

00:02:38: Hast du vorher schonmal vom Skinwalker gehört?

00:02:41: Ich ehrlich gesagt den Begriff kannte ich schon aber ich wusste gar nicht was es ist.

00:02:44: Ja, also mein Lieblings-Skinwalker war immer Luke Skinwalker von Star Trek der den Ring wegbringen muss.

00:02:52: Das haben wir vielleicht drei Franchises beleidigt?

00:02:58: Ich habe davon gehört und dadurch dass wir Spoiler nächste Woche auf die Skinwalker Ranch gehen hab ich natürlich auch zum Skinwalker selber schon mir ein bisschen was angeschaut Und ob das denn so viel mit dieser Ranch zu tun hat oder nicht Und hab gemerkt, das hast du ja schon im Intro leicht angedeutet.

00:03:18: Dass es da so verschiedene Versionen des Skinwalkers gibt und ich bin tatsächlich auf den modernen Internet-Skinwalker reingefallen aber der war mir bekannt.

00:03:30: Und was du heute erzählen wirst ist dann mehr der originale Skinwalker und vielleicht gehst du auch darauf noch mal ein auf diese Verwechslungen oder wenn nicht, dann haben wir uns hier mal erwähnt das Tim manchmal glaubt dass der Skinwalker und der Vendigo irgendwie dasselbe sind.

00:03:48: Ich weiß gar nicht ob du es so differenzieren wirst aber ich glaube für den Vendigoo werden mir irgendwann auch mal eine eigene Folge haben.

00:03:56: Der steht auf unserer Themenliste Und für mich war das immer ein bisschen das gleiche Ding.

00:04:02: Ja ich bin sehr gespannt ob ich zwischen diesen ganzen komplizierten Wörtern neue Infos herausziehen werde über das Original.

00:04:10: Und ja, bin sehr gespannt.

00:04:12: Na ja, du wirst es sehen bzw ihr werdet's hören!

00:04:17: Die Erzählung aus den der moderne Skinwalker Begriff hervorgegangen ist stammen aus dem kulturellen Kontext der Diné.

00:04:25: Außerhalb ihrer Gemeinschaft sind sie meist unserem Namen Navajo bekannt.

00:04:31: Viele Angehörige verwenden für sich selbst die Bezeichnungen Diné, die gewöhnlich mit dass Volk oder die Menschen übersetzt wird.

00:04:39: Ihre Heimat nennen sie Diné Biquea.

00:04:41: Sie liegt im Südwesten der Vereinigten Staaten und erstreckt sich über Teile von Arizona, New Mexico und Utah.

00:04:49: Wüsten, Canyons, Hochplateaus und bewaldete Gebirge prägen die Landschaft.

00:04:55: In der traditionellen Überlieferung wird diese Heimat durch vier heidige Berge begrenzt.

00:05:02: Blanca Peak oder Cisna Cini im Osten Mount Taylor oder Zoo-Ziel im Süden, die San Francisco Peaks, Docuslid im Westen und Hesperus Mountain – Dibe Nizza in Norden.

00:05:16: Sie markieren die vier Himmelsrichtungen und bilden den spirituellen Rahmen von Diné Bikeya.

00:05:22: Viele Zeremonien und Erzählungen beziehen sich bis heute auf diese Berge.

00:05:27: Ihr Gebiet umfasst rund einundsebzig Tausend Quadratkilometer und ist damit das flächenmäßig größte Reservatsgebiet der Vereinigten Staaten.

00:05:36: Im Juni, zwanzig waren nach Angaben der Navajo Nation mehr als vierhundertzwanzigtausend Menschen als Bürgerinnen und Bürger registriert.

00:05:46: Die Nation verfügt über eine eigene Regierung mit Exekutive, Legislative und Judikative.

00:05:52: Über eigene Gerichte, Behörden, Polizeikräfte und Bildungseinrichtungen.

00:05:57: Wir sprechen also über einer gegenwärtige politisch organisierte Gesellschaft.

00:06:03: Die Diné leben nicht nur innerhalb des Reservatsgebietes sondern in vielen Teilen der Vereinigten Staaten.

00:06:09: Ihre Sprache – Diné-Bisade wird weiterhin gesprochen unterrichtet und in den Medien verwendet.

00:06:16: Gleichzeitig kämpfen viele Familien mit den Folgen einer jahrzehntelang Politik, die indigene Sprache und Lebensweisen gezielt verdrängen sollte.

00:06:26: Ein besonders einschneidendes Kapitel begann in den Achtzehnundsechzigern Jahren.

00:06:31: Die US Army ging damals militärisch gegen die Diné vor.

00:06:36: Unter dem Kommando von General James Carlton führten Kit Carson eine Strategie der verbrannten Erde durch.

00:06:43: Soldaten zerstörten Felder, Obstgärten und Siedlungen.

00:06:48: Sie beschlagnahmten oder töteten Vieh und nahmen den Menschen damit einen großen Teil ihrer Lebensgrundlage.

00:06:55: Zwischen eighteenhundertdreiundsechzig und achtzehundertsechsundsechtzig wurden mehr als zehntausende Nähe aus ihre Heimat vertrieben.

00:07:03: Das Militär zwang Männer, Frauen und Kinder zu Märchen von bis zu mehreren hundert Kilometern.

00:07:11: Ihr Ziel war Bosque Redondo bei Fort Sumna, im heutigen New Mexico.

00:07:16: In der Erinnerung der Liné werden diese Deportationen als Long Walk bezeichnet.

00:07:22: Bosque redondo war als landwirtschaftliche Siedlung geplant.

00:07:26: Der Boden eignete sich jedoch kaum für den Anbau das Wasser war unzureichend und teilweise verunreinigt.

00:07:33: Hunger, Krankheiten und extreme Wetterbedingungen bestimmten den Alltag.

00:07:39: Tausende Menschen mitten unter Hunger und Krankheiten.

00:07:42: Eine häufig genannte Schätzung geht von rund zweitausend Todesfällen während der Deportation und der Gefangenschaft aus.

00:07:50: Am ersten Juni, jahrzehntetachtundsechzig unterzeichneten Vertreter der Linie und ervereinigten Staaten einen Vertrag.

00:07:58: Er erlaubte den Überlebenden in ein Teil ihrer Heimat zurückzukehren Während viele andere in die Generation dauerhaft in das sogenannte Indian Territory umgesiedelt wurden, konnten sie die Nähe durch den Vertrag von eighteenhundertsechzig in ihr angestammtes Siedlungsgebiet zurückkehren.

00:08:17: Einen der Geschichte der US-amerikanischen Native American Politik außergewöhnlicher Vorgang.

00:08:23: Der Long Walk ist keine abgeschlossene Vorgeschichte.

00:08:27: Seine Folgen reichen bis in die Gegenwart.

00:08:30: Spätere Generationen erlebten weitere Eingriffe durch die US-Regierung.

00:08:35: Kinder wurden in Internatsschulen gebracht, indem sie ihre Sprache nicht sprechen und ihre kulturellen Praktiken nicht ausüben durften.

00:08:43: Staatliche Programme veränderten die Viehwirtschaft und griffen tief in das soziale und wirtschaftliche Leben der Familien ein.

00:08:51: Dieser historische Hintergrund ist wichtig bei viele Darstellungen über die die Nähe von außen entstanden sind.

00:08:58: Militärangehörige, Verwaltungsbeamte, Missionare, Ethnologen und später Journalisten beschrieben ihre Kultur mit Begriffen die aus europäischen und christlichen Vorstellungen stammten.

00:09:10: Komplexe Überlieferung wurden dabei häufig als Aberglaube, Magie oder primitive Religion eingeordnet.

00:09:18: Die Weltanschauung der Dine lässt sich mit diesen Kategorien nur unzureichend erfassen.

00:09:24: Ein zentraler Begriff ist Osho.

00:09:26: Er wird häufig mit Schönheit, Harmonie, Ordnung und Gleichgewicht übersetzt.

00:09:32: Keiner dieser Übersetzungen gibt seine Bedeutung jedoch vollständig wieder.

00:09:37: Hoscho beschreibt einen Zustand – und zugleich eine Lebensweise?

00:09:42: Das eigene Denken, das Handeln die Beziehung zu anderen Menschen und der Umgang mit der Umwelt sollen miteinander in Einklang stehen.

00:09:51: Gesundheit betrifft in diesem Verständnis nicht nur den Körper.

00:09:54: Familie, Gemeinschaft, Landschaft, Sprache und spirituelle Beziehungen gehören ebenfalls dazu.

00:10:01: Dieses Gleichgewicht kann gestört werden.

00:10:04: Nach traditionellem Verständnis können verantwortungsloses Verhalten, schädliche Absichten und der Missbrauch von Wissen Unordnung hervorrufen.

00:10:13: Heilung budderte dann die beschädigten Beziehung zu erkennen und eine Form von Horschow wiederherzustellen.

00:10:20: Die Gestalt, die außerhalb der Dineekultur als Skinwalker bekannt wurde steht in den Erzählungen über Menschen, die sich bewusst gegen die geltende Ordnung wenden.

00:10:30: Ihnen wird vorgeworfen Wissen und Fähigkeiten einzusetzen um anderen zu schaden.

00:10:37: Der Schrecken liegt deshalb nicht allein In einer möglichen Verwandlung oder in einer unheimlichen Begegnung.

00:10:44: Er beginnt mit dem Gedanken, dass ein Mensch seine Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft absichtlich aufgibt.

00:10:51: Wie diese Vorstellung außerhalb der Navajo Nation zu einer Geschichte über Tier-ähnliche Monster wurde lässt sich nur verstehen, weil wir uns zuerst mit den Bildern beschäftigen die Nicht-Ingene über den amerikanischen Westen verbreitet

00:11:05: haben

00:11:06: und eines dieser Bilder kennen wir alle – den sogenannten Native American aus dem Western.

00:11:11: Hier übernimmt Tim

00:11:17: Ein Mann sitzt auf einem Pferd.

00:11:20: Am Horizont stehen Tippys, irgendwo kreist Rauch über einem Lagerfeuer.

00:11:25: Dann kommen Cowboys ein Planwagen einen Sheriff vielleicht noch einen Saloon.

00:11:31: Wer dieses Bild sieht muss keine Ortsangabe mehr bekommen.

00:11:34: Es reicht als Abkürzung für den wilden Westen.

00:11:38: Historisch ist daran fast alles zu grob.

00:11:42: Der Westen der Vereinigten Staaten war kein einheitlicher Raum.

00:11:46: Zwischen den Great Plains, den Wüsten Arizonas, den Gebirgen Colorado's und der Pazifikküste lagen enorme Entfernungen.

00:11:54: Dort lebten dutzende indigene Nationen mit eigenen Sprachen politischen Ordnungen, Wohnformen und religiösen Traditionen.

00:12:03: Dazu kamen Menschen aus Mexiko, ehemalige Sklaven und ihre Nachkommen europäischer Einwanderer, chinesische Arbeiter, Soldaten, Händler, Viehzeugter, Eisenbahnen Beschäftigte und Siedlerfamilien.

00:12:17: Auch der klassische Cowboy war keine rein weiße US-amerikanische Erfindung, viele Techniken der Viehzucht stammten von mexikanischen Vaqueros.

00:12:27: Schwarze Cowboys gehörten ebenso zur Geschichte des Westens wie indigene Vieh hörten.

00:12:32: In der späteren Popkultur wurde aus dieser vielfältigen Arbeitswelt trotzdem eine übersichtliche Bühne – hier die Cowboys dort die sogenannten Indiane.

00:12:42: Schon der Begriff wilder Westen macht aus Geschichte einer Erzählung.

00:12:47: Er bezeichnet keinen klar abgegrenzten Zeitraum und keinen präzisen Ort.

00:12:51: Gemeint ist meistens die zweite Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, als sie Vereinigten Staaten ihr Staatsgebiet nach Westen ausdehnten.

00:12:59: Diese Expansion brachte Eisenbahnlinien neue Städte und große Viehtriebe hervor – Sie bedeutete zugleich Landraub, Vertragsbrüche, militärische Gewalt und die erzwungene Umsiedlung indigener Gemeinschaften.

00:13:12: Die Vereinigten Staaten beschrieben diesen Prozess lange als Besiedlung einer freien Grenze.

00:13:18: Frei war dieses Land allerdings nur aus der Perspektive Jena, die seine bisherigen Bewohner ausblendeten.

00:13:24: Die Vorstellung von einer Zivilisation, die in eine angebliche leere Wildnis vordringt verwandelte Eroberung im Fortschritt.

00:13:32: Aus staatlicher Gewalt wurde ein Abenteuer – aus Menschen, die ihr Land verteidigten wurden Hindernisse auf dem Weg nach Westen!

00:13:40: Diese Erzählungen stand bereits während der Ereignisse.

00:13:43: Zeitungen, Groschenromane und Bühnen-Shows machten aus einzelnen Revolverhelden, Scouts und gesetzlosen nationale Berühmtheiten.

00:13:51: Namen wie Jesse James, Wild Bill Highcock oder Buffalo Bill waren deshalb schon Teil der Unterhaltung bevor der historische West überhaupt Vergangenheit geworden war.

00:14:02: Buffalo Bill hieß eigentlich William Frederick Cody.

00:14:05: Er arbeitete unter anderem als Scout und Bisonjäger Die unter dem Namen Buffalo Bills Wild West durch die Vereinigten Staaten und später durch Europa tourte.

00:14:18: Das Publikum sah Reitkunst, Schießvorführungen, Postkutschen und nachgestellte Kämpfe.

00:14:25: Die Show präsentierte Angriffe auf Planwagen, Gefrechte zwischen US-Kawalerie und indigenen Kämpfern sowie Szenen aus Kodis angeblichem Leben.

00:14:34: Sie verkaufte diese Inszenierungen als lebendige Geschichte!

00:14:38: An den Aufführungen nahm tatsächlich indigene Darstellerinnen und Darstellerteil, vor allem Lakota.

00:14:43: Zu den bekanntesten gehörte zeitweise Sitting Bull.

00:14:47: Ihre Beteiligung war keineswegs bedeutungslos – einige verdienten in den Shows Geld konnten reisen und fanden zeitweilig einen Ausweg aus der Kontrolle der Reservatsbehörden.

00:14:57: Manche nutzten die Auftritte auch um eigene Tänze, Kleidung und öffentliche Präsenz zu bewahren.

00:15:02: Über den Rahmen entschieden sie jedoch nicht.

00:15:05: Der gehörde Cody und seiner Show.

00:15:08: Das Programm ordnete die beteiligten festen Rollen zu.

00:15:12: Cowboys standen für Bewegung, Mut und die Zukunft.

00:15:16: Indigene Menschen erschienen als Krieger – als Teil einer verschwindenden Welt oder als besiegte Gegner.

00:15:23: Unterschiede zwischen Lakota, Cheyenne, Comanche, Apache, Diné und vielen weiteren Nationen spielten für diese Tremotogie kaum eine Rolle.

00:15:32: Die Zuschauer sollten sofort erkennen wer auf welcher Seite stand.

00:15:37: Damit entstand eine visuelle Grammatik, die späteres Kino übernehmen konnte.

00:15:41: Federhaube, Tippi, Pferd, Kriegsbemalung und Angriff auf einen Planwagen.

00:15:47: Diese Merkmale stammten vor allem aus Darstellungen von Kulturen der Plains.

00:15:51: Auf der Bühne wurden sie zu allgemeinen Kennzeichen für sämtliche indigen Menschen Nordamerikas.

00:15:58: Buffalo Builds Show kam in den letzten Jahren erstmals nach Großbritannien.

00:16:03: In den folgenden Jahren tutte sie wiederholt durch Europa und erreichte einen Millionenpublikum.

00:16:08: Europäische Zuschauer begegneten dem amerikanischen Westen damit nicht als einem komplexsten historischen Raum, sie sahen ihn als fertig eingerichtete Arena.

00:16:17: Deutschland hatte zu diesem Zeitpunkt längst eine eigene Vorstellung vom nordamerikanischen Indianer.

00:16:24: Karl May wurde in Sachsen geboren.

00:16:29: Als die ersten drei Bände von Winnetou kannte er den Westen der Vereinigten Staaten nur aus Reiseberichten, Karten, Lexica, Abenteuer-Literatur und seiner eigenen Fantasie.

00:16:41: Seine erste Reise nach Nordamerika unternahm er in

00:16:43: Nr.A.,

00:16:45: sie führte ihn vor allem an die Ostküste.

00:16:48: Die Landschaften seiner berühmtesten Romane hat er selbst nie gesehen.

00:16:52: Vinetul ist bei Mai ein Häuptling der Mescalero-Apacchen – er isst edel, beherrscht, mutig und der weiße Hauptfigur Old Shatterhand moralisch ebenbürtig!

00:17:02: Das war freundlicher als viele zeitgenössliche Darstellungen, in denen indigene Menschen ausschließlich als grausame Angreifer vorkamen.

00:17:10: Realistischer war es deshalb noch lange nicht!

00:17:13: Mai erschuf keine ethnografische Beschreibung der Mescalero-Apatschen.

00:17:17: Vinitou ist eine deutsche Idealfigur – er verkörpert Treue, Würde, Naturverbundenheit und eine Form von moralischen Reinheit.

00:17:26: Sein tragischer Tod gehört zu dieser

00:17:27: Konstruktion.".

00:17:29: Der edle Indianer erscheint bewundernswert, aber seine Welt ist zum Untergang bestimmt.

00:17:35: Dieses Bild wirkt auf den ersten Blick respektvoll – es besitzt trotzdem eine problematische Grundlage.

00:17:41: Die Figur wird aus der Gegenwart entfernt.

00:17:45: Sie darf weise, stolz und naturverbunden sein, solange sie nicht als moderner Mensch mit politischen Interessen alltäglichen Problemen und einer eigenen Stimme auftritt.

00:17:55: Aus lebenden Gesellschaften wird eine Projektionsfläche.

00:17:58: Karl-Mais Bücher waren im deutschsprachigen Raum außerordentlich erfolgreich.

00:18:03: Generationen von Leserinnen und Lesern begegneten Nordamerika zuerst durch Old Shatterhand und Winnetou, die Bücher prägten Kinderzimmer, Jugendgruppen, Freilichtbühnen und später das Kino – für viele Deutsche war Winnetu dadurch vertrauter als jede reale indigene Persönlichkeit.

00:18:20: In den neunzehntzigjahren verstärkten die westdeutschen Karl May Filme dieses Bild Pierre Priest spielt Winnetou, Lex Barker Old Shatterhand.

00:18:29: Gedreht wurde überwiegend im damaligen Jugoslawien.

00:18:32: Kroatische Flüsse und Felslandschaften wurden auf der Leinwand zu Arizona, New Mexico oder Texas.

00:18:38: Diese Filme wollten keine historische Rekonstruktion liefern – sie waren Abenteuerkino, klare Helden, erkennbare Schurken, Landschaftspanoram, Freundschaft und große Musik!

00:18:49: Martin Bötgers Melodien schufen einen eigenen akustischen Wildenwesten, der mit dem historischen Nordamerika ebenso wenig zu tun hatte wie die Drehorte.

00:18:58: Vinetu wurde damit endgültig zu einer deutschen Erinnerungsfigur.

00:19:01: Sein Aussehen, seine knappe Sprache und sein moralischer Ernst bildeten für viele Zuschauer den Maßstab für einen sogenannten guten Indianer.

00:19:10: Andere indigene Figuren erschienen als griegericher abergläubiger oder leichter manipulierbarer Gegenpol Paradil.

00:19:17: dazu produzierte Hollywood seine eigenen Bilder.

00:19:21: Seit der Stumpfe im Zeit gehörte der Western zu den zentralen Genres des amerikanischen Kinos, Der Grundkonflikt blieb über Jahrzehnte ähnlich.

00:19:29: Eine kleine Gruppe von Siedlern, Soldaten oder Reisenden bewegt sich durch gefährliches Gebiet.

00:19:34: Die Landschaft ist weit, staatliche Ordnung ist schwach und Gewalt entscheidet darüber wer bleiben darf.

00:19:41: Indigene Figuren erhielten in dieser Struktur selten eine eigene Perspektive.

00:19:45: Sie tauchten am Horizont auf, griffen an und verschwanden wieder.

00:19:48: Ihre Funktion bestand häufig darin Gefahr sichtbar zu machen.

00:19:52: Das Publikum musste nichts über ihre Sprache, ihre Motive oder die Vorgeschichte eines Konflikts wissen.

00:19:57: Schon die Musik erklärte vor wem man Angst haben sollte.

00:20:01: Ein besonders bekanntes Beispiel ist John Ford's Stagecoach von neunzehnhundertneinunddreißig.

00:20:07: Der Film gilt zurecht als bedeutendes Werk der Kinogeschichte.

00:20:10: Seine Apache bleiben dennoch weitgehend anonyme Angreifer.

00:20:13: Der Überfall auf die Postkutsche erzeugt Spannung, die Gründe für den Konflikt interessieren die Handlung kaum.

00:20:19: Andere Western entwickelten später kritischere Perspektiven.

00:20:23: Einige erzählten von Vertragsbrüchen, Massakern und Vertreibungen.

00:20:26: Filme wie Little Big Man oder Dances with Wolves rückten indigene Figuren stärker ins Zentrum und stellten die Gewalt der Expansion deutlich heraus.

00:20:35: Dabei entstand allerdings oft ein neues Muster Der naturverbundene, spirituell überlegende Indigene, der dem entfremdeten weißen Protagonisten ein besseres Leben zeigt.

00:20:46: Der blutrünstige Wilde und der vollkommen weise Naturmensch sehen sehr verschieden aus – beide reduzieren reale Menschen auf eine Funktion innerhalb einer weißen Geschichte.

00:20:56: Ab den neunzehntsechziger Jahren wurde das Westernbild noch einmal nach Europa exportiert und dort neu zusammengesetzt.

00:21:02: Italienische und spanische Produktionen übernahm die vertrauten Kulissen Figuren und Konflikte.

00:21:07: Der sogenannte Spaghetti-Western machte aus dem moralisch geordneten amerikanischen Western eine träckige zynische Welt.

00:21:15: Sergio Leones für eine Handvoll Dollar von neunzentvierundsechzig setzte dafür den entscheidenden Maßstab.

00:21:22: Sein Westen besteht aus Kopfgeldjägern, Banditen, korrupten Mächtigen und Männern die kaum über ihre Vergangenheit sprechen.

00:21:29: Lange Nahaufnahmen, plötzliche Gewalt und Ennio Morricone's Musik wurden zu einem neuen Genrecode.

00:21:35: Auch diese Filme entstanden größtenteils weit entfernt von den Vereinigten Staaten.

00:21:39: Südspanien ersetzte die amerikanische Wüste, italienische deutsche und spanische Schauspieler spielten Mexikaner, Nordamerikaner und indigene Figuren.

00:21:49: Historische Genauigkeit hatte gegenüber Wirkung und Stil eine untergeordnete Bedeutung.

00:21:54: Viele Spaghetti-Western kamen sogar fast ohne indigenne Figuren aus!

00:21:58: Für unser Bild vom Westen waren sie trotzdem wichtig – Sie lösten die Landschaft noch stärker von ihrer Geschichte.

00:22:05: Die Wüste wurde zu einer universellen Bühne für Duelle, Rache und Gold.

00:22:09: Wer dort ursprünglich lebte oder weshalb Menschen um dieses Land kämpften ließ sich vollständig aus der Handlung entfernen.

00:22:15: Im Jahr Zwei-Tausend Eins setzte Der Schuh des Manitou diese Entwicklungen im deutschen Kino fort.

00:22:21: Michael Bulli Herbix Film parodiert vor allem die Carmai-Verfilmungen der neunzehntsechziger Jahre Und die Erinnerung eines Publikums das mit Winnetou aufgewachsen war.

00:22:31: Aber Hachi erinnert sichtbar an Pierre-Priestes Winnetu Ranger an Old Shatterhand.

00:22:36: Namen, Kostüme, Blutsbrüderschaft, Martafal und Schatzsuche gehörten zu einem vertrauten Repertoire.

00:22:42: Der Film war mit mehr als elf Millionen Kinobesuchen eine der größten deutschen Kinoerfolge.

00:22:48: Seine Witze funktionieren, weil das Publikum die Vorlage kennt.

00:22:51: Selbst Menschen, die nie einen Roman von Karl-Mai gelesen haben verstehen welche Welt gemeint ist.

00:22:57: Der Schul des Manitou verspottet daher keine historische Darstellung.

00:23:01: Er parodiert bereits eine Fantasie, die aus Büchern und Filmen entstanden war.

00:23:05: Dabei übernimmt er jedoch viele ihrer Vereinfachungen.

00:23:08: Verschiedene indigene Kulturen werden erneut zu einer gemeinsamen Westernwelt zusammengeschoben.

00:23:13: Aus kulturellen Begriffen, Kleidungsstücken und Namen entsteht Material für Porenken.

00:23:18: Damit lässt sich die Wirkungskette ziemlich genau verfolgen.

00:23:22: Im neunzehnten Jahrhundert verwandeln Kroschenromane- und Wildwestshows die Expansion der Vereinigten Staaten in ein Abenteuer.

00:23:29: Karl May baut daraus eine deutsche Fantasiewelt.

00:23:32: Hollywood macht sie zu einem visuellen Genre, die Karl-Mai-Filme übersetzen diese Genre zurück nach Europa.

00:23:38: Spaghetti Western lösen es weiter von der historischen Wirklichkeit.

00:23:41: Westernkomödien und The Shoot Is Money Two behandeln die entstanden Klischees schließlich als gemeinsames kulturelles Eigentum.

00:23:49: Über mehr als ein Jahrhundert wiederholen sich dieselben Gegenstände – Tippys, Federhauben, Tomahawks, Totemfehle, Martapfähle und geheimnisvolle Medizinmänner.

00:23:58: In einzelnen indigenen Kulturen können einige dieser Dinge eine reale Grundlage haben.

00:24:03: Zusammen ergeben sie eine erfundene Gesamtkultur, die die Nähe passen in dieses Bild nur schlecht.

00:24:10: Ihre traditionelle Wohnform ist der Hogan – kein Tippi!

00:24:14: Ihre Heimat liegt im Südwesten der Vereinigten Staaten.

00:24:17: Ihre Sprache gehört zur atabaskischen Sprachfamilie.

00:24:20: Ihre religiösen und kulturellen Vorstellungen unterscheiden sich deutlich von denen der Lakota, Cheyenne, Mescalero Apache oder Pueblo Gemeinschaften.

00:24:28: Selbst benachbarte Nationen teilen keine einheitliche Mythologie.

00:24:32: Der Begriff Indianermythos verdeckt deshalb mehr, als er erklärt – er behandelt hunderte Kulturen wie Varianten derselben Geschichte.

00:24:40: Eine Gestalt aus der Überlieferung der Liné kann in diesem System problemlos neben Vendigos totempfehlen, Tipis und Federhauben auftauchen.

00:24:48: Das

00:24:48: Internet setzt fort was Wild West Shows und Filme vorbereitet haben.

00:24:52: Es entfernt den kulturellen Zusammenhang und behält nur das wieder erkennbare Monster.

00:24:56: Deshalb ist die Frage nach Stereotypen kein Nebenthema und keine Debatte über die korrekte Ausstattung eines Westernfilms.

00:25:11: Begriffe verlieren ihre Herkunft, Zeremonien werden zu Magie, religiöse Vorstellungen werden zu Horror gestalten.

00:25:18: Mit dieser Brille begegnen heute viele Menschen auch dem Skinwalker.

00:25:23: Sie erwarten ein Wesen aus einem allgemeinen Fundus amerikanischer Gruselgeschichten.

00:25:27: Vielleicht einen Gestaltwandler, halb Mensch, halbt Tier der nachts durch den Wald läuft?

00:25:32: In dieser Version könnt ihr überall auftauchen und zu jeder indigenen Kultur gehören.

00:25:37: Sein Ursprung liegt allerdings in einem konkreten kulturellen Zusammenhang.

00:25:41: Er gehört zur Erzählung der Diné, zu ihrer Vorstellung von Ordnung, Wissen und absichtlich verursachtem Schaden.

00:25:47: Wer ihn aus diesem Zusammenhang löst sieht wieder dieselbe alte Westernkulisse.

00:25:52: Nur das Monster darin ist neu.

00:26:23: Passt wie Werwolf, Vampir oder Vendigo.

00:26:27: In den Überlieferungen der Diné bezeichnet er jedoch kein Tier und keine fremde Spezies.

00:26:32: Gemeint ist ein Mensch.

00:26:34: Der häufig genannte Diné-Ausdruck lautet Jinnadlutschi.

00:26:38: Eine vollkommene wörtliche Übertragung ins Deutsche ist schwierig.

00:26:43: Je bedeutet in diesem Zusammenhang etwa mithilfe davon oder durch dieses Mittel?

00:26:48: Nadelutschi bezeichnete etwas das auf vier Beinen umhergeht Also ein vierbeiniges Tier.

00:26:55: Sinngemäß ergibt sich daraus eine Formulierung wie derjenige, der mithilfe davon auf allen Vieren geht.

00:27:02: Mit Davon ist nach verbreiteten Deutung eine Tierhaut oder die angenommene Gestalt eines Tieres

00:27:09: gemeint.".

00:27:10: Das englische Wort Skinwalker greift diesen Teil auf – macht daraus aber einen wesentlich eingängigeren Namen.

00:27:18: und genau da beginnt das Missverständnis!

00:27:21: Denn das Entscheidende an einem Yinadluchi ist nach den überlieferten Beschreibungen nicht sein Aussehen.

00:27:27: Es ist die Person unter der Tiergestalt, in älteren etnografischen Texten über die Dynäe wird der Yinadlucci einer bestimmten Form schädlicher Hexerei zugeordnet.

00:27:38: Diese Texte verwenden dafür Begriffe wie Witchcraft oder witchery.

00:27:43: Gemeint ist kein harmloses Zauberhandwerk und auch keine Religion im westlichen Sinn.

00:27:48: Beschrieben werden Praktiken, die innerhalb der Gemeinschaft als gefährlich zerstörerisch und moralisch verwerflich gelten.

00:27:57: Ein Skinwalker wäre demnach kein Wesen das aufgrund eines Fluchs unfreiwillig zum Tier wird?

00:28:03: Er wäre auch kein Opfer dass bei Vollmohlen die Kontrolle verliert.

00:28:07: Die Verwandlung soll bewusst erfolgen!

00:28:10: Die betreffende Person entscheidet sich dafür ihr Wissen einzusetzen um anderen zu schaden.

00:28:16: Deshalb passt der Vergleich mit einem Wehrwolf nur sehr begrenzt.

00:28:20: Der klassische Wehrwolf verwandelt sich in vielen europäischen Erzählungen gegen seinen Willen, er wird gebissen, verflucht oder von einer Krankheit befallen.

00:28:30: seine Gestalt übernimmt die Kontrolle.

00:28:32: nach der Rückverwandlung erinnert er sich womöglich kaum an das was geschehen ist.

00:28:37: beim Yeel Natalucci liegt der Schrecken an einer anderen Stelle.

00:28:41: Der Mensch soll wissen, was er tut.

00:28:44: Er sucht die Fähigkeit, bereitet sich darauf vor und setzt sie gezielt ein.

00:28:50: Die Tiergestalt ist dabei ein Werkzeug.

00:28:53: Je nach Erzählung kann es sich um einen Koyoten, einen Wolf, einen Fuchs, ein Hund, eine Eule oder ein anderes Tier handeln.

00:29:03: Besonders häufig tauchen Arten auf, die nachts aktiv sind.

00:29:07: Als Asfresser gelten oder sich unbemerkt in der Nähe menschlicher Siedlungen bewegen können.

00:29:13: Die Beschreibungen sind nicht einheitlich.

00:29:15: Manche erzählen von einer vollständigen Verwandlung.

00:29:18: andere sprechen davon dass die Person eine Tierhaut trägt und dadurch Eigenschaften des Tieres annimmt.

00:29:25: Wieder andere schildern eine Gestalt, die wieder ganz menschlich noch ganz tierisch wirkt.

00:29:30: Der Begriff bezeichnet also keine Kreatur mit einem festgelegten Erscheinungsbild.

00:29:35: Es gibt kein verbindliches Skinwalker-Modell, keine eindeutige Körpergröße und keinen Katalog über natürliche Fähigkeiten.

00:29:45: Die Vorstellung eines großen, dürren Wesens mit langen Armen, kalem Kopf und leuchtenden Augen gehört überwiegend zur modernen Horrorkultur.

00:29:55: Dasselbe gilt für viele Bilder, die heute unter dem Begriff Skinwalker verbreitet werden.

00:30:01: Ein Hirschädel mit Gewei, ein menschlicher Körper mit Tierkopf oder ein bleiches Monster zwischen Bäumen können eindrucksvoll aussehen.

00:30:10: Sie sind jedoch keine zuverlässige Darstellung über die Nähüberlieferung.

00:30:15: Auch die Behauptung, Skinwalker könnten grundsätzlich die Gestalt jedes beliebigen Tieres oder Menschen annehmen ist in dieser Allgemeinheit kaum haltbar.

00:30:26: Die Quellen schildern unterschiedliche Fähigkeiten und regionale Varianten.

00:30:31: Das Internet hat daraus eine universelle Gestaltwanderfigur gemacht.

00:30:36: In den Erzählungen der Dine steht häufig dem Missbrauch von Wissen im Mittelpunkt.

00:30:42: Traditionelles zeremoniales Wissen kann über Jahre hinweg erlernt werden.

00:30:48: Menschen, die Heilzeremonien durchführen, Lieder kennen oder andere religiöse Aufgaben übernehmen besitzen innerhalb ihrer Gemeinschaft eine große Verantwortung.

00:30:58: Außenstehende bezeichnen sie manchmal pauschal als Medizinmänner- oder Schamanen.

00:31:05: Diese Wörter sind ungenau, weil sie sehr unterschiedliche Rollen und Tradition unter einer vertrauten westlichen Bezeichnung zusammenfassen.

00:31:14: Ein heilkundiger Zeremonialspezialist ist kein Skinwalker!

00:31:18: Diese Unterscheidung ist wichtig – in populären Darstellungen wird häufig behauptet ein Skinwalker sei ein böser Medizinmann.

00:31:27: Damit entsteht der Eindruck dieselbe Person könne ihre religiöse Funktion einfach ins Gegenteil verkehren.

00:31:34: Die Überlieferungen sind komplexer.

00:31:37: Das Wissen über Heilung, Schutz und Zeremonien steht unter gesellschaftlichen Regeln.

00:31:42: Bekenntnisse absichtlich zum Schaden anderer einsetzt verletzt diese Regeln und stellt sich gegen die Gemeinschaft.

00:31:50: Ältere ethnografische Literatur unterscheidet mehrere Kategorien schädlicher Praktiken.

00:31:56: Der Yinadluchi wird meist mit einer Form verbunden, die Clyde Clarkhawn in seiner nineteenhundertvierzig erschienenen Untersuchung als Wichery Wei bezeichnet.

00:32:08: Daneben beschrieb er weitere Vorstellungen von Zauberei, Vergiftung oder schädlichen Zeremonien.

00:32:16: Diese Einstellung stammt allerdings aus einer wissenschaftlichen Arbeit des zwanzigsten Jahrhunderts.

00:32:22: Clarkhaun sammelte Berichte einzelner Gesprächspartner ordnete sie und übertrug sie in ein anthropologisches System.

00:32:30: Sein Buch gehört bis heute zu den ausführlichsten Quellen zum Thema, bildet aber weder eine offizielle Glaubenslehre noch sämtliche Überlieferungen der Dine ab.

00:32:40: Auf die Grenzen dieser Quellen kommen wir gleich noch genauer zurück.

00:32:44: Gerade deshalb müssen wir bei angeblich genauen Anleitungen vorsichtig sein!

00:32:49: Im Internet findet sich häufig die Behauptung, jemand müsse ein nahes Familienmitglied töten um zum Skinwalker zu werden.

00:32:57: Teilweise wird daraus ein festes Initiationsritual gemacht – erst der Mord dann in eine geheime Gesellschaft, anschließend die Verwandlung.

00:33:08: Für eine solche einheitliche Abfolge gibt es keine belastbare Grundlage.

00:33:13: Ältere Quellen berichten durchaus von schweren Tawubrüchen Tötungen Incest, der Schändung von Gräbern oder dem Umgang mit menschlichen Überresten.

00:33:25: Welche Handlungen vorausgesetzt wird und ob sie behaupt als tatsächliches Ritual oder als Erklärungen für extreme moralische Verderbtheit verstanden werden soll bleibt jedoch uneinheitlich.

00:33:38: Sicher lässt sich nur sagen die Person soll eine Grenze überschritten haben nach der sie nicht mehr als gewöhnliches Mitglied der Gemeinschaft handelt.

00:33:46: Der Skinwalker verkörpert jemanden, der Verwandtschaft Vertrauen und soziale Verantwortung bewusst verrät.

00:33:54: Das erklärt auch warum die Geschichten im Alltag eine andere Wirkung haben als ein gewöhnlicher Monsterbericht.

00:34:02: Ein Monster kommt von außen.

00:34:04: Man weiß nicht was es ist woher es stammt oder warum es angreift.

00:34:08: Ein Skinwalker könnte jemand aus der eigenen Umgebung sein.

00:34:12: Vielleicht ein Nachbar, vielleicht ein entfernter Verwandter, vielleicht eine Person die tagsüber vollkommen unauffällig erscheint.

00:34:21: Die Tiergestalt verbirgt keine fremde Kreatur – sie verbirgte eine menschliche Identität.

00:34:28: Damit berühren Skinwalker Erzählungen Ängste, die in vielen Gesellschaften vorkommen.

00:34:34: Neid, heimliche Feinschaft Krankheit ohne erkennbare Ursache, Konflikte innerhalb einer Familie und der Verdacht das jemand im Verborgenen Schaden anrichtet.

00:34:45: Die Figur gibt diesen Ängsten eine Gestalt.

00:34:48: Das bedeutet nicht dass die Erzählungen lediglich erfundene Gleichnisse wären.

00:34:53: für viele Menschen gehören sie zu einem Weltverständnis in dem absichtlicher spiritueller Schaden ebenso real sein kann wie körperliche Gewalt.

00:35:03: Eine rein psychologische Erklärung Fürte diese Perspektive ebenso verkürzen wie die Behauptung, jede Geschichte beweise die Existenz über natürlicher Gestaltwandler.

00:35:14: Die soziale Wirkung ist dagegen gut dokumentiert.

00:35:18: Der Verdacht jemand Betreiber Hexerei konnte Familien spalten und offene Konflikte auslösen.

00:35:25: Erkrankungen ungewöhnliches Verhalten wirtschaftlicher Erfolg oder persönliche Feinschaften konnten zur Anschuldigung beitragen.

00:35:33: Solche Vorwürfe waren schwerwiegend, weil sie eine Person außerhalb der moralischen Ordnung der Gemeinschaft stellten.

00:35:40: Darin unterscheidet sich die Rolle des Skinwalkers deutlich von der eines Monsters in einem Horrorfilm.

00:35:47: Der Skinwalker steht für absichtliche Grenzüberschreitungen, für Wissen ohne Verantwortung, für Macht, die gegen andere eingesetzt wird und für die Möglichkeit dass eine vertraute Person im Geheimen zu etwas gefährlichem geworden ist.

00:36:01: Das Tier bleibt trotzdem ein wichtiger Teil der Erzählung.

00:36:05: Ein Mensch soll sich mithilfe einer Haut verwandeln oder Tiergestalt annehmen können, ihm werden außergewöhnliche Geschwindigkeit scharfe Sinne und die Fähigkeit zugeschrieben große Entfernung zurückzulegen.

00:36:19: Manche Berichte erzählen von Tieren, die sich ungewöhnlich bewegen menschlich Augen besitzen oder Laute von sich geben, die nicht zu ihnen passen.

00:36:29: Andere schreiben Skinwalkern die Fähigkeit zu, menschliche Stimmen nachzuahmen.

00:36:34: Sie sollen Menschen beim Namen rufen an Fenstern klopfen oder durch Geräusche aus dem Haus locken.

00:36:41: Wieder andere Geschichten handeln von Fußspuren, sich plötzlich verändern oder von verletzten Tieren bei denen später eine Person mit derselben Verletzung gesehen wird.

00:36:51: Solche Motive kennen wir teilweise auch aus europäischen Wehrwolf-Geschichten.

00:36:56: Das macht sie jedoch nicht automatisch zu Varianten derselben Überlieferung.

00:37:01: Ähnliche Erzählmotive können in verschiedenen Kulturen auftreten, ohne dass sie dieselbe Bedeutung besitzen?

00:37:09: Bei denen die Nähe bleibt der menschliche Wille entscheidend.

00:37:13: Deshalb ist auch das englische Wort Hexe nur eine Annäherung.

00:37:17: Im Deutschen denken wir dabei vielleicht an Besen, Zaubersprüche oder die europäische Hexenverfolgung.

00:37:24: Diese Bilder gehören in einen anderen historischen und kulturellen Zusammenhang.

00:37:29: Wir verwenden Hexerei, die als Übersetzung für gesellschaftlich verurteilte Praktiken nicht als Gleichsetzung mit europäischen Hexenvorstellungen.

00:37:39: noch schwieriger wird es beim Wort Skinwalker außerhalb der Navajo Nation hat sich inzwischen von seinem Ursprung gelöst.

00:37:47: In sozialen Medien bezeichnet es fast jedes Tier, das sich auffällig verhält.

00:37:52: Ein Hund steht kurz auf zwei Beinen Skinwalker.

00:37:55: ein Koyote hat Reude Skinwalker nachts schreit einen Fuchs.

00:37:59: Skinwalker eine Wildkamera nimmt ein undeutliches Wesen auf ebenfalls Skinwalker.

00:38:06: der Begriff funktioniert dort als schnelle Erklärung für alles was gleichzeitig tierisch und unheimlich wirkt.

00:38:12: seine kulturelle Bedeutung verschwindet dabei.

00:38:15: Aus einer menschlichen Person, die nach der Nähevorstellung schädliches Wissen missbraucht wird ein namenloses Waldmonster.

00:38:23: Aus einem Thema über das viele Angehörige der gemeinschaftlichen Nutzurückheiten sprechen, wird Unterhaltungsmaterial und aus einer spezifischen Überlieferung entsteht ein allgemeiner Sammelbegriff für Gestaltwandler.

00:38:36: Beide Figuren tragen denselben Namen Sie erzählen aber längst nicht mehr dieselbe Geschichte.

00:38:43: Bevor wir uns die bekanntesten Skinwalker-Stories anschauen, müssen wir eine einfache Frage stellen.

00:38:50: Woher wissen wir das eigentlich?

00:38:53: Informiert man sich heute über Skinwalker findet man innerhalb weniger Minuten tausende Videos, Podcasts, Forenbeiträge und Webseiten.

00:39:02: Viele wirken erstaunlich sicher.

00:39:04: sie erklären wie ein Skinwalker entsteht welche Fähigkeiten er besitzt und woran man ihn erkennt.

00:39:11: Manche nennen sogar angebliche Regeln den er handelt.

00:39:15: Je länger man recherchiert, desto merkwürdiger wird dieses Bild denn viele dieser Aussagen lassen sich erstaunlich schwer auf ältere Quellen zurückführen.

00:39:26: Das beginnt schon damit dass die Genie ihre Geschichte über Jahrhunderte vor allem mündlich weitergegeben haben.

00:39:33: Zeremonien Erzählung und religiöses Wissen wurden nicht in Büchern fest gehalten sondern innerhalb der Gemeinschaft weiter gegeben.

00:39:42: Hinzu kommt, dass bestimmte Themen traditionell nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

00:39:48: Nicht jede Geschichte soll erzählt werden und nicht jede Person darf jedes Wissen besitzen.

00:39:54: Für Historikerinnen und Historiker bedeutet das eine besondere Situation.

00:39:59: Die Überlieferung existiert aber ein großer Teil davon wurde nie als allgemein zugänglicher Text aufgeschrieben.

00:40:07: Die ersten ausführlicheren schriftlichen Beschreibungen stammen deshalb überwiegend von Außenstehenden.

00:40:13: Missionare, Verwaltungsbeamte und spätere Anthropologen gielten Gespräche Beobachtung und Berichte fest.

00:40:22: Das machte Wissen zugänglich brachte aber auch ein Problem mit sich.

00:40:26: Sie beschrieben eine Kultur der sie selbst nicht angehörten.

00:40:31: Hier die Übersetzung ist bereits eine Interpretation.

00:40:34: Schon Begriffe wie Religion, Hexerei, Magie oder Medizinmann stammen aus europäischen Denktraditionen.

00:40:41: Sie helfen zwar beim Erklären und treffen die Vorstellung der Dinee aber nicht immer genau.

00:40:47: Eine der wichtigsten Arbeiten erschien in nineteenhundertvierzig.

00:40:52: Der amerikanische Anthropologe Clyde Clarkhawn veröffentlichte das Buch Navajo Witchcraft.

00:40:59: Dafür führt er über mehrere Jahre Gespräche mit Angehörigen der DINE und sammelt Berichte über Hexerei, Anschuldigungen gesellschaftliche Konflikte und Erzählungen rund um den Ye-Nadludji.

00:41:13: Bis heute gehört das Buch zu den ausführlichsten wissenschaftlichen Arbeiten über dieses Thema.

00:41:19: Das bedeutet allerdings nicht dass es eine endgültige Wahrheit enthält.

00:41:23: Clarkeon schrieb aus der Perspektive eines Anthropologen bis frühen zwanzigsten Jahrhunderts.

00:41:29: Seine Gesprächspartner stammten aus bestimmten Regionen, gehörten bestimmten Familien an und lebten in einer Zeit, in der die DINE bereits massive Veränderungen durch Vertreibung, Internatsschulen und staatliche Eingriffe erlebt hatten.

00:41:44: Seine Arbeit dokumentiert deshalb einen wichtigen Ausschnitt der Überlieferung aber nicht die einzig gültige Version.

00:41:52: Das gilt übrigens für fast alle ethnologischen Arbeiten.

00:41:55: Sie sind keine direkten Stimmen einer gesamten Kultur, die zeigen was einzelne Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt erzählen wollten oder erzähln konnten.

00:42:05: Gerade bei einem Thema wie Hexerei ist das entscheidend.

00:42:09: Wer überzeugt ist dass über bestimmte Dinge nicht öffentlich gesprochen werden sollte wird sie einer fremden Forscherin oder einem fremde Forscher vermutlich ebenfalls nicht vollständig erklären.

00:42:21: Deshalb finden sich zwischen verschiedenen Quellen durchaus Unterschiede.

00:42:25: Manche berichten ausführlicher über Tiergestalten, andere beschäftigen sich stärker mit sozialen Konflikten oder mit Anschuldigungen innerhalb einer Gemeinschaft.

00:42:36: Einige beschreiben bestimmte Rituale, andere erwähnen sie kaum oder gar nicht.

00:42:41: Das ist kein Widerspruch.

00:42:43: Es zeigt vielmehr, dass wir es nicht mit einem festgeschriebenen Regelwerk zu tun haben.

00:42:48: Trotzdem lassen sich einige Gemeinsamkeiten erkennen.

00:42:52: Mehrere voneinander unabhängige Arbeiten schreiben den Skinwalker als Menschen.

00:42:57: Sie orten in einer Form schädlicher Hexerei zu.

00:43:00: Sie stellen dem bewussten Missbrauch von Wissen in den Mittelpunkt und verbinden ihn mit einem schweren Bruch gesellschaftlicher und moralischer

00:43:09: Regeln.".

00:43:10: Diese Grundzüge begegnen uns immer wieder.

00:43:13: Anders sieht es bei vielen Details aus, die heute fast selbstverständlich wirken.

00:43:18: Leuchten trote Augen und natürlich lange Gliedmaßen ein Hirschschädel, perfekte Stimmenimitationen, unbegrenzte Gestaltwandlung, lieber menschliche Geschwindigkeit, die Fähigkeit Kugeln auszuweichen.

00:43:32: Wer solche Behauptungen liest sollte immer dieselbe Frage stellen.

00:43:37: Woher stammt diese Information?

00:43:39: Steht sie bereits in den älteren ethnologischen Arbeiten, taucht sie erst Jahrzehnt später auf oder verbreitet sie sich hauptsächlich über Internetforen, Horrorvideos und soziale Medien.

00:43:51: Ausstaunlich oft führt diese Suche nicht zu einer traditionellen Überlieferung sondern zu modernen Hororgeschichten.

00:43:59: Das bedeutet natürlich nicht automatisch dass jede neuere Erzählung falsch ist.

00:44:04: Mütliche Überliefungen entwickeln sich weiter Geschichten verändern sich Einzelne Familien erzählen sie unterschiedlich.

00:44:12: Neue Erfahrungen fließen ein, genau das geschieht in allen Kulturen.

00:44:17: Problematisch wird es erst dann wenn ab moderne Ausschmirkung plötzlich als uralte Traditionen ausgegeben werden.

00:44:24: Hinzu kommt noch ein weiterer Punkt.

00:44:26: viele Angehörige der Dine sprechen bis heute bewusst nur sehr zurückhaltend über Skinwalker.

00:44:33: Manche lehnen Interviews zu diesem Thema grundsätzlich ab Andere beantworten Fragen nur sehr allgemein oder gar nicht.

00:44:41: Auch dieses Schweigen ist eine wichtige Information, es zeigt das Skinwalker innerhalb der Gemeinschaft eben nicht als spannende Gruselgeschichte behandelt werden.

00:44:52: Für viele gehört das Thema zu einem Bereich über den man nicht leichtfertig spricht.

00:44:57: Außerhalb der Navajo Nation entsteht dadurch allerdings eine Lücke.

00:45:01: Und genau diese Lücke wird seit Jahrzehnten gefüllt.

00:45:04: Zunächst durch Bücher, später durch Mystery-Sendung dann durch Internetforen heute durch TikTok, Reddit und YouTube.

00:45:12: Mit jeder Station kommen neue Details hinzu Geschichten werden dramatischer Das Monster erhält immer mehr Fähigkeiten.

00:45:19: Aus wenigen überlieferten Motiven entsteht nach und nach eine Figur die sich hervorragend für Horrorfilme eignet.

00:45:27: Genau mit diesem Maßstab schauen wir uns jetzt die modernen Skinwalker-Berichte an.

00:45:32: Welche Vorstellungen lassen sich bis in ältere Quellen zurückverfolgen und welche entstanden erst, als aus einer kulturellen Überlieferung eine weltweite Horrorfigur wurde?

00:45:43: Ninzeundachzig erschien in den Vereinigten Staaten ein Kriminalroman mit dem Titel Skinwalkers.

00:45:49: Der Autor hieß Tony Hillerman.

00:45:52: In seinen Romanen ermittelten die beiden Polizisten Joe Leffern und Jim Shee im Gebiet der Navajo Nation.

00:46:00: Hillermann schrieb Kriminalgeschichten, doch ihre Schauplätze, Konflikte und Figuren waren eng mit dem Südwesten der Vereinigten Staaten verbunden.

00:46:08: Skinwalkers war der siebte Band dieser Reihe.

00:46:12: Der Roman handelt von mehreren Morden, von Ermittlungen innerhalb der Navacho Tribal Police und von dem Verdacht das Hexerei eine Rolle spielen könnte.

00:46:22: Hillermann verband einen klassischen Kriminalfall mit Vorstellungen, die viele seiner nicht indigenen Leser zuvor vermutlich nur aus ethnologischen Büchern kannten – falls überhaupt.

00:46:33: Damit geschah etwas Entscheidendes.

00:46:36: Der Begriff Skinwalker stand nicht mehr nur in wissenschaftlichen Arbeiten über die Dine.

00:46:41: Er schien auf dem Umschlag eines Unterhaltungsromans, lag in Buchhandlung und wurde in zahlreichen Sprachen übersetzt.

00:46:49: Bereits in und acht u.a.

00:46:51: kam eine deutsche Ausgabe unter dem Titel Die Nacht der Skinwalkers auf den Markt.

00:46:57: Tony Hillermann war zu diesem Zeitpunkt kein unbekannter Autor, seine Kriminalromane erreichten ein großes Publikum und wurden für ihre Schauplätze.

00:47:10: Zugleich wurden sie immer wieder dafür kritisiert, dass ein weißer Schriftsteller Kulturelle Vorstellung der Diné für einen überwiegend nicht indigenes Publikum erklärte und literarisch verwendete.

00:47:22: Hellermanns Romane kennzeichneten sich als Fiktion.

00:47:25: Für seine Bücher recherchierte er vor Ort und unterhielt Kontakt zu Menschen innerhalb einer Wachondation.

00:47:32: Die Geschichten zeigen Unterschiede zwischen Figuren, Familien und Lebensweisen.

00:47:37: Bleiben aber Werke eines weißen Autors der von außen über kulturelle Vorstellungen, der die Nähe schrieb.

00:47:44: Ein Roman verändert Wissen bereits dadurch dass er es für eine Handlung auswählt.

00:47:49: Er braucht Figuren Motive Konflikte Und Eine Auflösung.

00:47:54: Uneindeutige Überlieferungen werden dabei zwangsläufig geordnet.

00:47:57: Einzelne Elemente erhalten mehr Gewicht, weil sie für die Geschichte funktionieren und etwas das innerhalb einer Gemeinschaft mit Zurückhaltung behandelt wird, wird für Leserin und Leser zu einem spannenden Geheimnis.

00:48:10: Bei Hillerman liebt der Skinwalker noch Teil eines konkreten sozialen und geographischen Umfelds.

00:48:17: Seine Figuren bewegten sich innerhalb deiner Wachonation.

00:48:20: Hexereiverwürfe hatten Folgen für Familien, Nachbarschaften und Ermittlungen.

00:48:25: Der Begriff war eng mit dem Leben der Linie verbunden.

00:48:29: Doch Bücher reisen weiter als ihr Kontext.

00:48:32: Zwei Jahrzehnte wurde Skinwalkers für das amerikanische Fernsehen verfilmt.

00:48:38: Robert Redford gehörte zu den ausführenden Produzenten.

00:48:41: Regie führte Chris Iyer ein Filmemacher mit Cheyenne & Arapau Herkunft.

00:48:47: West-Study spielte Joe Leffern und Adam Beach übernahm die Rolle von Jim Shee.

00:48:53: Die Produktion lief am twenty- vierten November, im Rahmen der traditionsreichen PBS-Reihe Mystery.

00:49:01: Nach Angaben des Senders sahen die Erstausstrahlung hochgerechnet fast zwölf Millionen Haushalte.

00:49:08: Für viele von ihnen durfte dies die erste Begegnung mit dem Wort Skinwalker gewesen sein.

00:49:13: Die Verfilmung zeigt keine bleiche Kreatur, die durch einen Wald kriegt.

00:49:18: Sie erzählte weiterhin ein Kriminalfall und behandelte den Glauben an Hexerei als Teil des Umfelds in dem die Ermittler arbeiteten.

00:49:26: Trotzdem feinerte sie das Fernsehen die Wirkung erneut.

00:49:29: Ein gedrucktes Wort bekam Bilder.

00:49:32: Zuschauer sahen eine Landschaft Gesichter Kleidung und zeremoniale Motive.

00:49:38: Musik und Kamera schufen eine Atmosphäre, die sich leichter erinnerte als eine ethnologische Definition.

00:49:46: Der Skinwalker wurde nicht vollständig gezeigt, doch gerade dadurch konnte das Publikum eigene Vorstellungen in die Lehrstellen einsetzen.

00:49:55: In den folgenden Jahren tauchte der Name häufiger in Filmen Serien, Mystery-Dokumentationen und paranormalen Fernsehformaten auf.

00:50:04: Dabei löst er sich zunehmend von der Geschichte Tony Hillermans und vom kulturellen Zusammenhang Der Diné.

00:50:10: Manchmal blieb lediglich der Titel.

00:50:14: Der Horrorfilm Skinwalkers aus dem Jahr six erzählt beispielsweise von zwei Gruppen moderner Wehrwölfe, mit der Diné-Überlieferung hatte seine Handlung kaum etwas zu tun.

00:50:25: Der Begriff war inzwischen verständlich ohne erklärt werden zu müssen Erklangen nach Tierhaut Verwandlung und verborgenen Bösen Und genau das genügte für die Vermarktung.

00:50:37: Diese Veränderungen vollzog sich nicht in einem einzigen Moment, sie bestand aus vielen kleinen Übertragungen.

00:50:44: Ein Autor übernahm ein Motiv aus einem früheren Buch.

00:50:47: eine Dokumentation zitierte einen anderen Fernsehbeitrag.

00:50:51: Eine Website fasste mehrere Quellen zusammen ohne ihre Unterschiede zu erklären.

00:50:57: Danach schrieb eine weitere Seite den Text um.

00:51:00: Die Thais waren dann von Darstellung zu Darstellung, während ihre Herkunft immer schwerer erkennbar wurde.

00:51:07: In den frühen Jahren des Internets geschah das vor allem in Foren und auf privaten Mystery-Webseiten.

00:51:14: Dort erzählten Nutzer von merkwürdigen Begegnungen auf Landstraßen, von ungewöhnlichen Koyoten oder von Stimmen vor dem Haus.

00:51:23: Einige Beiträge beriefen sich auf das eigene Erlebnis.

00:51:27: Andere begangen mit Formulierungen wie, ein Freund meines Cousins hat mir

00:51:31: erzählt.".

00:51:32: Das ist die klassische Sprache einer modernen Sage.

00:51:36: Die Geschichte bleibt schnah genug, um glaubwürdig zu wirken.

00:51:40: Die eigentliche Quelle bleibt weit genug entfernt, damit niemand sie überprüfen kann.

00:51:46: Internetforen gaben solche Erzählungen eine neue Form.

00:51:50: Eine Geschichte wurde nicht einmal erzählt und dann vergessen.

00:51:53: Sie blieb auffindbar.

00:51:55: Andere Nutzer kommentierten sie, stellten Fragen, ergänzten ähnliche Erlebnisse oder erklärten welche Regeln angeblich galten.

00:52:04: So entstand aus vielen einzelnen Beiträgen nach und nach etwas das wie ein gemeinsames Wissen wirkte.

00:52:11: Eine Person schrieb Skinwalker könnten stimmen Nachahm eine andere ergänzte dass sie vor den Fenstern warteten.

00:52:19: Später verband jemand beide Motive in einer neuen Geschichte.

00:52:23: Wurde diese oft genug kopiert, erschien sie irgendwann nicht mehr als Erfindung eines einzelnen Nutzers sondern als überlieferte Eigenschaft.

00:52:31: Das Internet speichert Wiederholungen besser als Herkunft.

00:52:35: Mit den Creepy-Pasters wurde dieser Vorgang zu einem eigenen Erzähl vor.

00:52:39: Der Name setzt sich aus Creepy also unheimlich und Copypasta zusammen.

00:52:44: Textblöcke, die kopiert und immer wieder neu eingefügt werden.

00:52:48: Creepypastas sollen häufig wirken, als wären sie keine erfundenen Kurzgeschichten.

00:52:54: Sie erscheinen als Erlebnisbericht Chatprotokoll, Polizeidokument oder Warnung.

00:52:59: Die erzählende Person behauptet etwas selbst gesehen oder nur knapp überlebt zu haben.

00:53:05: Bilder, Videos und angebliche Screenshots verstärken den Eindruck das hinter der Geschichte ein reales Ereignis stehen könnte.

00:53:13: Für den Skinwalker war diese Form nahezu ideal.

00:53:17: Die älteren Überlieferungen enthielten bereits etwas Verborgenes, etwas Menschliches unter einer Tiegestalt und die Vorstellung einer Gefahr, die sich nicht offen zu ergennen gibt.

00:53:29: Internetautorinnen und Autoren konnten diese Motive übernehmen ohne viel erklären zu müssen.

00:53:35: Gleichzeitig ergänzten sie Elemente aus ganz anderen Horrorgeschichten.

00:53:40: Das Aussehen wurde nun häufig groß, dünn und unnatürlich langgliedrig.

00:53:45: Andere Versionen übernahmen Merkmale von Zombies, Dämonen oder den sogenannten Rake-Geschichten.

00:53:52: Kirschgeweihe und Tiermasken kamen hinzu weil sie auf den Bildern sofort erkennbar waren.

00:53:59: Menschliche Stimmen, verzehrte Gesichter und Bewegungen auf allen Vieren funktionierten besonders gut in kurzen Videos.

00:54:07: Aus unterschiedlichen Figuren entstand eine gesamte Bildsprache.

00:54:11: Auf Reddit erhielt diese Art des Erzählens einen eigenen Raum.

00:54:15: das Forum Air Slash.

00:54:16: No Sleep wurde Jahrzehntzehn gegründet.

00:54:20: Dort veröffentlichen Nutzer fiktionale Horrorgeschichten in der Form persönlicher Erlebnisse, eine zentrale Konvention lautet die Illusion innerhalb der Kommentare nicht zu zerstören.

00:54:33: Die Lesenden reagieren also häufig so als sei das Geschilderte wirklich geschehen.

00:54:38: Das macht No Sleep zu einer digitalen Variante des Erzählens am Lagerfeuer.

00:54:44: Nur sitzt die Gruppe nicht gemeinsam an einem Ort.

00:54:46: Sie besteht aus Menschen in verschiedenen Ländern, die eine Geschichte lesen, ergänzen, weitererzählen und manchmal in einer anderen Sprache übertragen.

00:54:56: Skinwalker-Geschichten passten gut in dieses Umfeld weil der Begriff bereits bekannt genug war um eine Erwartung auszulösen aber offen genug blieb um immer wieder verändert zu werden.

00:55:06: Die Handlung konnte nun überall spielen In einem Wald in Kanada, auf einer Landstraße in Texas.

00:55:12: In einem Vorort in England oder in einem Garten irgendwo in Deutschland.

00:55:18: Die Verbindung zu Navajo Nation war für die Geschichte nicht mehr erforderlich.

00:55:23: Manchmal genügt ein Satz wie Mein Großvater hat mich davor gewarnt Welche Kultur welche Familie oder welche konkrete Überlieferungen dahinter stehen sollte blieb offen.

00:55:33: Auf TikTok wurde dieser Prozess noch einmal beschleunigt.

00:55:37: Eine Creepypasta kann mehrere Seiten lang sein.

00:55:40: Ein TikTok-Video muss innerhalb weniger Sekunden verständlich werden.

00:55:44: Dafür braucht es ein deutliches Bild, einen kurzen Text und eine erkennbare Poante.

00:55:50: Eine unschafe Gestalt steht nachts am Straßenrand.

00:55:53: Ein Tier bewegt sich ungewöhnlich.

00:55:54: aus der Dunkelheit kommt ein Laut, der fast menschlich klingt.

00:55:58: Darunter steht nur eine Wort – Skinwalker!

00:56:02: Ob das Video inszeniert ist, ein krankes Tier zeigt oder überhaupt etwas Erkennbares enthält, ist für seine Verbreitung oft zweitrangig.

00:56:10: Entscheidend ist dass die Zuschauer das Bild sofort einer bereits bekannten Geschichte zuordnen können.

00:56:16: Die Kommentarspalten übernehmen den Rest.

00:56:19: Nutzer schreiben Regeln auf warnen davor das Wesen anzusprechen oder erzählen von angeblich ähnlichen Begegnungen.

00:56:27: andere erklären den Clip zum Beweis, manche versuchen sachlich einzuordnen was zu sehen ist.

00:56:33: Doch auch der Widerspruch sorgt dafür dass das Video weiter kommentiert und verbreitet wird.

00:56:38: Der Algorithmus unterscheidet dabei nicht zwischen Überlieferungen Fiktion und Fehlinterpretationen.

00:56:43: Er misst Aufmerksamkeit die Stärke.

00:56:46: ein Bild irritiert.

00:56:47: desto länger schauen Menschen hin je weniger deindeutig es ist desto mehr wird darüber diskutiert desto enger verbindet die Plattform ihn mit genau dieser Art von Bildern.

00:57:01: So wurde der Name zu einem Etikett, dass sich auf nahezu jedes unheimliche Tier oder menschenähnliches Wesen kleben ließ.

00:57:10: Dieser Vorgang ähnelt der Entstehung anderer Internetfiguren.

00:57:14: Creepypastas funktionieren häufig wie gemeinschaftlich geschriebene Mythologien.

00:57:19: Niemand kontrolliert alle Versionen.

00:57:22: Jede neue Geschichte kann Eigenschaften hinzufügen, die später von anderen übernommen werden.

00:57:27: Beim Skinwalker gibt es jedoch einen wesentlichen Unterschied.

00:57:31: Der Begriff wurde nicht im Internet erfunden –

00:57:34: er stammt

00:57:35: aus der Übersetzung und öffentlichen Darstellung einer Überlieferung der Diné.

00:57:40: Die digitale Gemeinschaft übernahm also keine leere Figur sondern ein Namen, der bereits zu einer lebendigen Kultur gehörte.

00:57:48: In Büchern wurde er zunächst erklärt.

00:57:50: Im Fernsehen bekam er Bilder, in Foren erhielt er neue Regeln.

00:57:54: Auf Reddit wurde er zur Erzählvorlage.

00:57:57: auf TikTok wurde er zu einem Hashtag.

00:58:00: An jeder Station wurde der Skinwalker leichter, teilbar und schwerer zurückzuverfolgen.

00:58:06: Das Internet musste keine geschlossenen Neue Legende erfinden.

00:58:09: Es genügte vorhandene Fragmente immer wieder neu zusammenzusetzen.

00:58:15: Am Ende dieses Weges stand keine feste Figur.

00:58:18: Es entstand eine offene Vorlage, an der Millionen Menschen weiterschreiben konnten und eine offenne Vorlage lässt sich überall hin mitnehmen.

00:58:28: Sie passt in einen Romanen, ein Film oder ein Video von wenigen Sekunden.

00:58:34: Sie kann in Arizona beginnen und in einem deutschen Wald enden.

00:58:38: Jeder neue Erzähler fügt etwas hinzu bis kaum noch sichtbar ist woher der Name ursprünglich stammt.

00:58:45: Darin liegt ein Teil seiner Wirkung.

00:58:48: Der moderne Skinwalker besitzt keine feste Gestalt, er kann aussehen wie ein Koyote, ein Hund oder einen Mensch der sich falsch bewegt.

00:58:57: Manchmal bleibt von ihm nur ein Geräusch in der Dunkelheit Ein Pfeifen eine Stimme Schritte vor dem Haus.

00:59:05: Diese Unbestimmtheit macht ihn wirkungsvoller als ein Monster dessen Regeln jeder kennt.

00:59:11: Ein Vampir hat Zähne, ein Werwolf braucht den Vollmond.

00:59:15: Bei einem Skinwalker reicht oft schon der Verdacht, dass mit einem vertrauten Tier etwas nicht stimmt.

00:59:21: Der Hund steht zu lange auf dem Hinterbein – der Koyote läuft neben einem fahrenden Auto her!

00:59:26: Ein Tier blickt direkt in die Kamera und für einen Moment wirkt sein Gesicht beinahe menschlich.

00:59:32: Viele solche Aufnahmen lassen sich nüchtern erklären.

00:59:36: Tiere können durch Krankheiten ihr Fell verlieren, Verletzungen verändern ihre Bewegung, Füchse, Koyoten und Berglöwen geben Laute von sich die Menschen erschreckend ähnlich klingen können.

00:59:46: Perspektive, Dunkelheit und schlechte Bildqualität tun den Rest.

00:59:51: Unsere Wahrnehmungen arbeitet jedoch nicht neutral.

00:59:54: Das menschliche Gehirn sucht bekannte Form besonders dort wo Informationen fehlen.

01:00:00: Wir erkennen Gesichter in Schatten Stimmen in Geräuschen und Absichten in Bewegung.

01:00:06: Ein undeutliches Bild lässt mehr Raum für Angst als eine scharfe Aufnahme, weil wir die fehlenden Teile selbst

01:00:13: ergänzen.".

01:00:15: Der Skinwalker bietet dafür inzwischen eine fertige Deutung – bei dem Begriff Kent sieht in einem ungewöhnlichen Tier möglicherweise keine Krankheit kein schlechtes Licht und keine Fehlinterpretation.

01:00:28: Er sieht etwas, das nur vorgibt einen Tier zu sein.

01:00:32: Diese Angst ist älter als das Internet.

01:00:35: Die Menschen erzählen seit Jahrhunderten von Wesen die Grenzen überschreiten zwischen Mensch und Tier, zwischen Vertraut und Fremd, zwischen dem eigenen Körper und einer anderen Gestalt.

01:00:46: Solche Geschichten finden sich in vielen Kulturen.

01:00:49: Sie ähneln einander manchmal weil sie an ähnliche Erfahrungen anknüpfen.

01:00:53: Ein Tier ist uns nah genug dass wir sein Verhalten zu erkennen glauben Sobald es sich anders verhält, wird aus Vertrautheit unbehagen.

01:01:03: Beim Skinwalker kommt ein zweiter Gedank hinzu.

01:01:06: Hinter dem Tier könnte ein Mensch stehen.

01:01:08: Damit erhält jede Begegnung eine soziale Bedrohung.

01:01:12: die Gefahr kommt möglicherweise aus der eigenen Umgebung.

01:01:16: Sie kennt den Namen ihres Opfers seine Familie und seine Ängste.

01:01:20: sie kann beobachten warten und sich verbergen.

01:01:23: Im kulturellen Zusammenhang der Liné besitzt dieser Gedanke eine konkrete moralische Bedeutung.

01:01:30: Hinter der Tiergestalt steht ein Mensch, dem der bewusste Missbrauch von Wissen gegen die eigene Gemeinschaft vorgeworfen wird.

01:01:38: In der globalen Horrorkultur bleibt davon häufig nur die Tarnung übrig.

01:01:43: Der Mensch oder der Haut wird zu einem beliebigen Wesen im Wald.

01:01:47: Vielleicht fasziniert uns der Skinwalker gerade deshalb so sehr.

01:01:51: er verbindet zwei Ängste, die gut miteinander funktionieren.

01:02:03: Beides lässt sich kaum sicher erkennen – ein ungewöhnlicher Blick genügt eine falsche Bewegung, einen Augenblick in dem etwas Vertrautes plötzlich fremd erscheint.

01:02:13: Diese Offenheit erklärt einen Teil der Faszination.

01:02:17: Sie erklärt jedoch nicht wie wir mit diesem Begriff umgehen sollten.

01:02:21: Die Dine sind keine historische Kulisse für eine moderne Gruselgeschichte.

01:02:26: Mehr als vierhunderttausend Menschen sind heute als Bürgerinnen und Bürger der Navajo Nation registriert.

01:02:33: Die Nebisat wird weiterhin gesprochen und unterrichtet, Zeremonien-, Familienbeziehungen- und religiöse Vorstellungen gehören zum Leben gegen wertiger Gemeinschaften.

01:02:44: Damit unterscheidet sich der Skinwalker von einer erfundenen Influentfigur wie Slender Man.

01:02:51: Weiß-Länder-Man lässt sich ein konkreter Ursprung benennen.

01:02:54: Zwei manipulierte Bilder wurden im Jahr vor einem Wettbewerb veröffentlicht.

01:02:59: Danach entwickelte eine Online-Gemeinschaft die Figur weiter.

01:03:04: Niemand musste dafür religiöses Wissen einer lebenden Gemeinschaft übersetzen oder aus einem Zusammenhang lösen.

01:03:11: Beim Skinwalker liegt diese Trennung nicht vor, Der englische Name führt zurück zu berichten über Yinadluchi und wird damit zu einer Überlieferung der Diné.

01:03:22: Dass der Begriff heute weltweit verwendet wird, hebt diese Herkunft nicht auf.

01:03:27: Respekt bedeutet in diesem Zusammenhang zunächst Genauigkeit!

01:03:32: Ein Skinwalker ist kein Sammelbegriff für jedes angebliche Gestaltwandlerwesen indigener Kulturen.

01:03:39: Die Diné, die Lakota, die Anischinabe, die Apache und viele andere indigene Nationen besitzen eigene Sprachen, Geschichten und religiöse Tradition.

01:03:50: Ähnliche Motive machen diese Überlieferungen nicht austauschbar.

01:03:54: Auch der häufig verwendete Ausdruck Indigener Mythos verdeckt mehr als er erklärt.

01:03:58: Er wirft hunderte unterschiedliche Gemeinschaften in einer einzige Kategorie und behandelt ihre Tradition wie Varianten derselben Geschichte.

01:04:08: Genau dieses Bild wurde über Jahrhunderte durch Wild West Shows Literatur und Filme verbreitet.

01:04:14: Beim Skinwalker setzt es sich im Internet fort, Respekt zeigt sich außerdem darin, Grenzen anzuerkennen.

01:04:21: Manche Angehörige der Dine sprechen offen über das Thema andere vermeidenes.

01:04:27: Einige betrachten bereits die öffentliche Verwendung des Wortes mit Unbehagen.

01:04:31: Es wäre falsch, aus einzelnen Stimmen eine verbindliche Haltung für die gesamte Navajo Nation abzuleiten.

01:04:39: Ebenso falsch wäre es schweigen als Einladung zu verstehen, die Lehrstellen beliebig zu

01:04:44: füllen.".

01:04:45: Wir müssen nicht jedes angebliche Ritual kennen.

01:04:48: Wir müssen keine exakte Anleitung rekonstruieren, wie jemand zu einem Skinwalker werden soll und wir müssen auch nichts zu tun als wie sie sich ein lebendiger kultureller Zusammenhang vollständig in einer Podcast-Folge erklären.

01:05:02: Was lässt sich nach Blick auf die Quellen trotzdem festhalten?

01:05:05: Der Ausdruck Hinaldi Luchi gehört zum kulturellen Kontext der Diné.

01:05:10: Er bezeichnet in den dokumentierten Beschreibungen grundsätzlich ein Menschen, dem eine Form schädlicher Hexerei zugeschrieben wird.

01:05:18: Dieser Mensch soll Wissen absichtlich missbrauchen und dadurch schwere moralische und gesellschaftliche Grenzen verletzten.

01:05:26: Tierhäute, Tiergestalten oder tierische Fähigkeiten erscheinen in mehreren älteren Berichten.

01:05:33: Ihre genaue Form unterscheidet sich jedoch.

01:05:36: Es existiert kein allgemein verbindlicher Katalog, der für alle Familienregionen und Erzählungen gilt.

01:05:44: Belegt ist außerdem das Vorstellungen von Hexerei innerhalb der Die Nähgemeinschaften soziale Folgen besitzen konnten.

01:05:52: Verdächtigungen entstanden in Zeiten von Krankheit, Konflikten oder unerklärlichem Unglück und konnten Beziehung dauerhaft belasten.

01:06:02: Überliefert sind damit ein Begriff, ein kultureller Zusammenhang und wiederkehrende Grundmotive.

01:06:09: Nicht belegen lässt sich die Existenz über natürlicher Verwandlung, es gibt keine wissenschaftlich überprüfbaren Aufnahmen körperlicher Spuren oder dokumentierte Fälle, die zeigen dass ein Mensch tatsächlich die Gestalt eines Tieres angenommen hat.

01:06:24: Auch viele angeblich feste Regeln bleiben unsicher.

01:06:28: Ein Teil stammt aus älteren ethnologischen Arbeiten deren Aussagen regional begrenzt und durch Übersetzung vermittelt sind.

01:06:36: Andere Details tauchen erst in späteren Büchern, filmen oder Internetgeschichten deutlich auf.

01:06:43: Bei vielen populären Behauptungen lässt sich der Ursprung überhaupt nicht mehr zuverlässig ermitteln – das betrifft besonders das bis heute verbreitete Erscheinungsbild!

01:06:52: Der Kahl aus gemärgelte Körper die überlangen Arme, der Hirschädel leuchtende Augen ein Wesen, dass auf allen Vieren durch einen Wald kriegt.

01:07:03: Diese Bilder gehören inzwischen fest zur Vorstellung vieler Menschen.

01:07:07: Sie erzählen jedoch vor allem die Geschichte moderner Horrormedien, und trotzdem wären sie ohne den Namen Skinwalker vermutlich weniger wirksam.

01:07:18: Der Name verleiht eine erfundene Geschichte scheinbares Alter.

01:07:22: Er klingt nach einer Überlieferung Die Außenstehende nur teilweise kennen.

01:07:27: Das erzeugt den Eindruck hinter dem Video oder der Creepypasta liegt ein verborgenes Wissen, das viel größer ist als das Erzählte.

01:07:36: Genau diese Vorstellung hat westliche Darstellungen indigener Kultur lange begleitet.

01:07:42: Indigene Menschen erscheinen darin als bewahrer Geheimnis voller Kräfte, als Figuren aus einer verschwundenen Vergangenheit oder als Zugang zu einer spirituellen Welt die der modernen Gesellschaft angeblich verloren gegangen ist.

01:07:55: Solche Bilder wirken auf den ersten Blick bewundern.

01:07:59: Sie machen reale Menschen jedoch erneut zu Projektionsflächen, die die Nähe leben in keiner zeitlosen Gedeckentenwelt – ihre Geschichte um fast Vertreibung, politische Selbstverwaltung, Sprachverlust, Spracherhalt, familiäre Kontinuität, bittschiffliche Konflikte und ein gegenwertiges gesellschaftliches Leben.

01:08:18: Wer nur nach geheimem Wissen und unheimlichen Gestalten sucht, zieht davon

01:08:22: wenig.".

01:08:23: Der Skinwalker erzählt deshalb tatsächlich mindestens genauso viel über unsere Vorstellung wie über die Kultur der Dine.

01:08:32: Er zeigt, was westliche Popkultur aus einer fremden Überlieferung herausgreift – Verwandlung, Tierhäute, Nacht verbotenes Wissen, dann verschwinden Sprache, Geschichte und Gemeinschaft aus dem Bild, während das Monster immer deutlich erwirrt?

01:08:47: Das ist eine der bemerkenswertesten Veränderungen dieser Geschichte.

01:08:51: In den älteren Beschreibung liegt die Bedrohung in einem Menschen, der seine Verantwortung gegenüber anderen aufgibt.

01:08:58: In der modernen Version scheint der Mensch fast vollständig verschwunden zu sein.

01:09:03: Übrig bleibt ein Körper im Dunkeln – Eine Bewegung am Straßenrand Ein Name unter einem verschwommenen Video.

01:09:10: Was dort tatsächlich zu sehen ist wissen wir meistens nicht.

01:09:14: was wir daran erkennen wollen, verrät uns oft so viel mehr.

01:09:23: So jetzt hast du ja einen gewissen Überblick bekommen beziehungsweise ihr... Was hat sich wirklich verändert?

01:09:28: Also ich finde wir haben schon ziemlich gut eingeräumt wie ernst man auch solche Sichtungen oder Berichte nehmen kann und dann eine ziemlich genaue Meinung mitgebracht würde ich schon sagen.

01:09:39: Hast du... Du hast euch Videos bestimmt schon mal gesehen auch jetzt weiß nicht.

01:09:42: du bist nicht auf Tiktok der glaube ich aber ne auf anderen Plattformen.

01:09:46: Auf Instagram gibt es ja auch genug Reels Was mich am meisten überrascht hat.

01:09:53: Wenn du mich vorher gefragt hättest, wie würd ich den Skinwalker beschreiben?

01:09:57: Weil ich auch irgendwie bei so einem unfürmigen oder ja so alle Harry Potter-Fans wissen wovon ich rede... Im dritten Film ist es glaube ich wenn sich Remus Lupin in einen Werwolf verwandelt.

01:10:08: So ein schlachsiger Hagerer Koyotenhund.

01:10:12: Oder hast mich dann überrasacht dass das eigentlich einfach nur ein Mensch ist der sich quasi also verkleidet klingt jetzt ein bisschen Verkleidet wird ihm jetzt nicht gerecht, aber das ist quasi die Heilkunnigen oder die Medizin-Leute sind, die dann da auf Tour gehen sozusagen.

01:10:28: Das war nicht sehr spannend.

01:10:29: Das wusste ich vorher nicht.

01:10:30: Daher ging mein Bild des Original Skinwalkers geändert und es kam überraschend.

01:10:37: Ja doch ich war selber auch ehrlich gesagt überrascht also... Als ich mich dann mit dem Fall, als ich schon mit den Skinwalkern eine Jahr auseinandersetzen musste.

01:10:47: Ich hatte persönlich auch zum Beispiel ja wie viele andere die davon vielleicht über Instagram oder was auch immer irgendwie gehört haben in solchen Kurzvideos.

01:10:56: Auch gar keinen Bezug zu denen die Nähe dazu sehen.

01:10:59: also das ist irgendwie auf wirklich... Also ganz anderen Kulturen und ein ganz anderes Sprach auch zu tun hat und da wirklich eine ganz andere Bedeutung eigentlich hat.

01:11:08: sehr, sehr spannend und finde ich auch immer wieder interessant wie das dann wirklich einfach nur in westliche Glaubenssätze und Kategorien eingesetzt wird um es irgendwie zu sortieren.

01:11:17: Und daraus wird da eine große Geschichte.

01:11:19: Das ist doch eigentlich auch...

01:11:20: Ja besonders weil es dann dieser Unterschied ist zwischen der europäischen Hexe und dem Hexerei oder die Witchcraft hier so glaube ich noch den Native American Witchcraft war glaube ich das Buch dass da so ein Unterschied gibt und für mich war auch tatsächlich also die Nähe habe Vorher noch nie gehört.

01:11:37: Die Navajo waren für mich auch einfach so, dass es dann einen stamm.

01:11:41: ich wusste nicht das ist da dann doch so eine starke Differenzierung gibt's obwohl es natürlich total Sinn macht weil Bayern leben ja auch nicht nur Bayern sondern die Franken und die Dieter Bayern und Co.

01:11:52: Das war also lehrreich!

01:11:55: Und was reimt sich auf Lehrreich?

01:11:58: Nähreich...

01:12:01: Nee, das reimte ich tatsächlich

01:12:06: nicht.

01:12:06: Nährreich?

01:12:08: Die selbe Endung.

01:12:10: Ja, das ist dann halt ein schlechter Reim aber... Ich habe genug deutschen Hip-Hop gehört um zu wissen, dass es okay ist.

01:12:19: Was auch näherreich sind, sind Snacks!

01:12:27: Erstens die Navajo Nation ist größer als jedes deutsche Bundesland.

01:12:31: Mit rund seventy tausend Quadratkilometern ist sie die größte Reservation der USA.

01:12:36: Ihr Gebiet erstreckt sich über Arizona, New Mexico und Utah – eine Fläche größer als Bayern.

01:12:43: Zweitens Die Nähe wird häufig mit die Menschen oder das Volk übersetzt.

01:12:47: So nennen sich viele Angehörige der Navajo Nation selbst.

01:12:51: Der Name Navajo stammt dagegen ursprünglich von außen Und wurde erst durch Spanier und später die US-Regierung verbreitet.

01:12:58: Drittens Die Sprache der Die Näh halft den USA im Zweiten Weltkrieg.

01:13:03: Die berühmten Navajo Code Talkers entwickelten einen militärischen Funkcode auf Basis ihrer Muttersprache.

01:13:09: Er wurde im Pazifikkrieg eingesetzt und von den japanischen Streitkräften während des Krieges nicht erfolgreich entschlüsselt.

01:13:32: Deshalb werden Tierstimmen in Videos oder Erzählungen oft als etwas Übernatürliches missverstanden.

01:13:39: Fünftens Die Navajo besitzen Verben, für die das deutsche ganze Setze braucht.

01:13:45: Die Nebisat ist stark verbzentriert.

01:13:47: Viele Informationen über Richtung Form Bewegung oder Beteiligte stecken bereits in einem einzigen Verb weshalb für Begriffe wie je Nald Roshi im Deutschen häufig eine ganze Umschreibung nötig ist.

01:14:01: Manche Geschichten erzählen mehr über die Menschen, die sie weitergeben als über das, worum sie eigentlich gehen.

01:14:08: Vielleicht gilt es auch für den Skinwalker?

01:14:11: Aus einer Erzählung, die in ihrem ursprünglichen kulturellen Kontext einen festen Platz hatte wurde im Internet ein Mythos der heute überall und nirgends zugleich zu Hause ist.

01:14:22: Dort beginnt unsere nächste Geschichte Denn es gibt einen Ort, an dem sich Legenden, Fernsehkameras und angebliche Beweise seit Jahrzehnten begegnen.

01:14:31: Die Skinwalker Ranch!

01:14:33: Ob dort wirklich etwas Unerklärliches geschieht oder vor allem gute Geschichten entstehen – das hören wir in der nächsten Folge.

01:14:41: Das war Radio Obscura

01:14:45: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann bleibt auf Frequenz.

01:14:47: folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da.

01:14:50: Wir hören uns bis dahin.

01:14:51: Macht Platz für den Land vorkt.

01:14:53: Bleibt bei euch,

01:14:54: bleibt im Dunkeln

01:14:55: und Radio aus.

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