#043: Skinwalker-Ranch - Everything, Everywhere, All at Once
Shownotes
🎧 Worum geht’s in dieser Folge?
Auf einer Ranch im Nordosten Utahs soll seit den 1990er-Jahren nahezu jede Form des Paranormalen beobachtet worden sein: unbekannte Flugobjekte, riesige wolfsähnliche Tiere, verstümmelte Rinder, körperlose Stimmen, Strahlungsanomalien, Portale und Wesen, die keiner bekannten Kategorie entsprechen. Doch die Geschichte der Skinwalker Ranch handelt nicht nur von ungewöhnlichen Berichten.
Wir reisen ins Uinta Basin und ordnen die Ranch geografisch sowie historisch ein. Außerdem schauen wir uns an, warum manche Orte immer neue paranormale Geschichten anziehen, wie Brandon Fugal und der History Channel die Ranch in ein fortlaufendes Fernsehformat verwandelt haben und warum technische Defekte, GPS-Fehler und explodierende Raketen dort regelmäßig wie wissenschaftliche Durchbrüche inszeniert werden.
Am Ende bleibt eine entscheidende Frage: Was hat diese Ranch eigentlich mit Skinwalkern zu tun? Die Antwort führt zurück zu unserer vorherigen Folge über die Diné.
Kapitel
(00:00:00) Opening: Alles auf einmal (00:01:40) Intro & Begrüßung (00:05:57) Die Ranch (00:12:19) Auf dem Weg zur Legende (00:38:16) Orte wie die Skinwalker-Ranch (00:44:03) Brandon Fugal und das Fernsehen (01:04:13) Die Ranch wird zur Marke (01:10:27) Was hat die Ranch mit dem Skinwalker zu tun? (01:13:50) Übergangstalk (01:16:23) snacks.fm (01:19:12) Outro: Geburtstag!
📚 Quellen & Literatur
• All-domain Anomaly Resolution Office (2024): Report on the Historical Record of U.S. Government Involvement with Unidentified Anomalous Phenomena. Volume I. Washington, D. C. • Coleman, Loren (1983): Mysterious America: The Revised Edition. New York. • Corbell, Jeremy Kenyon (Regie) (2018): Hunt for the Skinwalker. Dokumentarfilm. • Defense Intelligence Agency (Hg.): Advanced Aerospace Weapon System Applications Program – freigegebene Verträge, Statusberichte und Defense Intelligence Reference Documents. Washington, D. C. • Fine, Gary Alan (1980): The Kentucky Fried Rat and Other Tales: A Collection of American Urban Legends. Bowling Green. • Goldstein, Diane E.; Grider, Sylvia Ann; Thomas, Jeannie Banks (2007): Haunting Experiences: Ghosts in Contemporary Folklore. Logan. • History Channel (seit 2020): The Secret of Skinwalker Ranch. Fernsehserie. • History Channel (seit 2023): Beyond Skinwalker Ranch. Fernsehserie. • Kelleher, Colm A.; Knapp, George (2005): Hunt for the Skinwalker: Science Confronts the Unexplained at a Remote Ranch in Utah. New York. • Loeb, Abraham et al. (2023): Overview of the Galileo Project. Cambridge, Massachusetts. • United States Department of Agriculture, National Agricultural Statistics Service (2026): Utah Agricultural Statistics. Washington, D. C. • United States Geological Survey (1978): Water Resources of the Northern Uinta Basin Area, Utah and Colorado, with Special Emphasis on Ground-Water Supply. Reston. • Utah Division of State History (Hg.): The Northern Utes of Utah. Salt Lake City. • Ute Indian Tribe of the Uintah and Ouray Reservation (Hg.): History and Government of the Ute Indian Tribe. Fort Duchesne. • Van Eyck, Zack (1996): „Frequent Fliers?“ In: Deseret News, 30. Juni 1996. • Van Eyck, Zack (1997): „No UFOs or ETs Have Dropped In at Spooky Ranch.“ In: Deseret News, 27. April 1997. • Van Eyck, Zack (1998): „Private UFO Study Takes a Public Turn.“ In: Deseret News, 10. August 1998.
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🎙️ Hosts: Svea & Tim
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00:00:03: Ich bin Farmer.
00:00:06: Zumindest versuche ich das, eigentlich wollte ich mich heute nur um die Rinder kümmern.
00:00:11: Stattdessen steht morgens ein Wolf auf der Weide, der ungefähr doppelt so groß ist wie jeder Wolf sein sollte!
00:00:18: Ich beschließe ihn erstmal zu ignorieren.
00:00:21: Das klappt erstaunlich gut bis über meinem Feld plötzlich eine Licht auftaucht dass lautlos über den Himmel schießt.
00:00:27: Kurz darauf setzt mein Funkgerät aus – das Handy hat keinen Empfang mehr.
00:00:32: Irgendwo hinter dem Haus kracht es, obwohl der Himmel strahlend blau ist und als ich nach den Rindern sehe fehlt eins.
00:00:39: Nicht ideal!
00:00:40: Auf dem Rückweg zum Hof habe ich das Gefühl dass mir jemand folgt.
00:00:44: Als ich mich umdrehe... ...ist da niemand.
00:00:47: Vielleicht Einbildung?
00:00:48: Vielleicht doch nicht.
00:00:50: Im Haus fällt ohne ersichtlichen Grund ein Regal um.
00:00:53: Draußen erzählt mir mein Nachbar gestern habe er einen riesigen aufrecht laufenden Affen im Wald gesehen.
00:00:59: Ich nicke höflich.
00:01:01: Ehrlich gesagt überrascht mich das heute auch nicht mehr besonders.
00:01:05: Am Nachmittag steht plötzlich ein Geländewagen von meiner Einfahrt, zwei Männer steigen aus und stellen Fragen.
00:01:12: Sie wollen wissen ob ich in letzter Zeit ungewöhnliche Lichter beobachtet habe oder Strahlung?
00:01:17: Oder Zeitverlust?
00:01:19: Ich überlege kurz ob ich den Wolf erwähnen soll.
00:01:21: stattdessen frage ich ob sie einen Kaffee möchten.
00:01:25: Wenn ihr glaubt dass ich mir das gerade ausgedacht habe kann ich euch beruhigen Denn es gibt tatsächlich einen Ort, an dem all diese Geschichten erziegelt werden.
00:01:34: Und genau um diesen Ort geht's heute!
00:01:37: Willkommen bei Radio Obskura!
00:02:01: Schön dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures Crime und Mystery.
00:02:05: Wir erzählen von Geschichte, Gegenwart- und Grenzbereichen Mal real mal unerklärlich
00:02:11: Vom Meeresgrund bis zur Umlaufbahn vom Labor bis zur Legende.
00:02:14: wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?
00:02:19: Und heute geht es auf die Skinwalker Ranch.
00:02:22: Es hat sich nichts verändert im Gegensatz zur letzten Woche, der Instagram-Account ist derselbe, die Homepage ist dieselbe, ihr wisst was zu tun ist.
00:02:29: Letzte Woche haben wir den Skinwalker Mythos kennengelernt und da legt es doch ganz nahe jetzt auf die gleichnamige Ranch zu gehen um herauszufinden was sie mit diesem Ding zu tun hat.
00:02:41: Das ist irgendwie spoiler noch nicht allzu viel aber ihr habt schon im Intro gehört, die Skin Walker Ranch ein Ort, an dem einfach alles passiert.
00:02:49: Also wirklich einfach alles!
00:02:52: Und ich kann sehr empfehlen... Ich habe dir jetzt auch in Vorbereitung auf die Folge mir nochmal mehrere Staffeln davon angeguckt.
00:02:59: Die Geheimnisse der Skinwalker Ranch vom History Channel gibt's, ich glaube die Staffel eins vier fünf sechs gibt es bei WoW oder bei Sky und die zweite und ich glaub auch dritte und dritte also bin mir nicht ganz sicher aber die gibts bei Prime zum Line und kaufen, vielleicht findet ihr sie noch woanders.
00:03:18: Aber die Folgen sind auf jeden Fall draußen!
00:03:21: Es ist sehr unterhaltsam... Die sind auf dieser Ranch und haben immer den Spectrum Analyzer dabei.
00:03:26: Also super witzige Serie.
00:03:28: wenn man sich so ein bisschen drauf einlässt, das ist so ein bißchen Ancient Aliens-mäßig.
00:03:33: Nämlich mal Infotainment, man lernt natürlich auch ein bisschen was, die sprechen auch darüber über ... den Skinwalker Mythos tatsächlich auch mit einem Native.
00:03:41: Und es geht dann wirklich um alles, also Kettle Mutilecht und die Tierverstümmelungen... ...um UFOs angeblich fliegt.
00:03:47: Also je alles was da rüberfliegt an Helikoptern ist automatisch ein Blackhawk der Regierung usw.
00:03:52: und so fort.
00:03:53: Es ist schon bisschen verschwörerig angehaucht aber ich finde sie super witzig und super unterhaltsam.
00:03:57: wenn man sich darauf einlassen möchte.
00:03:59: Dann tut es gerne.
00:04:00: wir versuchen heute auf die Skinwalker Ranch zu kommen.
00:04:03: Kennst du Orte vielleicht auch hier aus Svertown Umgebung?
00:04:08: wo angeblich immer Sachen passieren, weil alle dorthin ihre mystischen Erfahrungen projizieren?
00:04:14: Mhm.
00:04:15: Ihre mystische ... Neee,
00:04:17: also tatsächlich... Also du hattest ja schon mal erzählt von dem, was heißt ein Hexenhaus bei euch oder die Frauen gibt es in der Hexe sein soll und irgendwelche Berge mit der Wanderung?
00:04:28: Ja das Hollenhaus.
00:04:29: Ah, Hollenhaus ist
00:04:31: das ja!
00:04:33: Das kann ich mir schon vorstellen ... eine große Bedeutung.
00:04:36: Da laufen ja die Rollen, das sind so ähnlich wie Sogonome.
00:04:39: Aber habe ich schon mal in der Folge drüber gesprochen?
00:04:41: Ja.
00:04:41: Ähm... aber ich glaube es hat jetzt eigentlich gar nicht zu viel Bedeutation.
00:04:44: Vielleicht bin ich auch in zu wenig esoterischen Kreisen unterwegs,... ...dass das deine Rolle gespielt hat.
00:04:50: Kennst du hierhin?
00:04:51: Also dann hat mich gerne ein unserer Stadt besser kennenzulernen, wenn's dir was gibt oder einen Leipzig!
00:04:58: Ich weiß nicht, glaub' im Brochum war man viele Jahre Jahrhunderter zu beschäftigt mit Arbeiten.
00:05:05: Und nicht ...
00:05:06: Da hat man keine Zeit für sowas.
00:05:08: Was natürlich alle haben, alle Städte mit Universitäten sind ist der Geisterstudent, der ewige Student, der nie seine Doktorarbeit fertigkriegt?
00:05:17: Also du oder
00:05:17: was?
00:05:20: Aber es ist immer so dass immer wenn er gerade fertig wird dann kommt eine neue Forschung und er muss das mit einbauen und deswegen wird er nie fertig und soll halt in den Bibliotheken spucken.
00:05:27: Das hat glaube ich jede Uni einfach ohne dass jetzt So wie die weiße Frau, die gibt's ja auch in allen Städten und an allen Straßenrendern.
00:05:35: Was?
00:05:35: Ja machen wir mal eine Folge zu irgendwann.
00:05:38: Ja gut aber das wir jetzt hier nichts kennen liegt vielleicht auch daran dass alles auf der Skinwalker Ranch passiert.
00:05:43: also gehen wir doch mal auf die Ranch schauen uns da mal ein bisschen um und hinterher wissen wir dann vielleicht ob da wirklich was passiert was da passiert und ob es realistisch ist dass es dort passiert.
00:05:59: Die Ranch liegt im Nordosten des US-Bundesstaates Utah, im Uinta County einige Kilometer südöstlich von Ford to Chain.
00:06:09: Von Salt Lake City aus sind es mit dem Auto ungefähr drei Stunden.
00:06:13: Die letzte größere Stadt auf dem Weg ist Roosevelt.
00:06:16: Danach führen kleinere Straßen durch flaches Weideland vorbei an farmen vereinzelten Häusern und den Förderanlagen der regionalen Öl- und Gasindustrie.
00:06:26: Wer hier eine abgeschiedene Ranch am Ende einer unberierten Wildnis erwartet, bekommt also nur einen Teil des Bildes.
00:06:32: Die Gegend ist dünn besiedelt – aber keineswegs menschenleer!
00:06:36: Straßen und Leitungen durchziehen die Landschaft auf den Weidensteenrinder und am Horizont markieren Pumpen- und Bohrtömer eine Industrie, die tief unter der Oberfläche des Beckens nach Rohstoffen sucht.
00:06:48: Dieses Becken trägt den Namen The Winter Basin.
00:06:51: Geschrieben übrigens ohne Haar anders als das The Winter County in dem wir uns befinden.
00:06:56: Es erstreckt sich über den Nordosten Utahs und einen Teil des westlichen Colorado.
00:07:01: Im Norden wird es von den Winter Mountains begrenzt, einer Gebirgskette die ungewöhnlicherweise nicht von Norden nach Süden sondern überwiegend von Osten nach Westen verläuft.
00:07:11: Nach Süden steigt das Land zum Teveputz Plateau an.
00:07:15: Dazwischen liegt eine breite, trockene Senke aus Hügeln, Flusthelern und offenen Ebenen.
00:07:21: Vor ungefähr fünfzig Millionen Jahren befand sich hier ein großer See.
00:07:26: In seinem Wasser und an seinen Ufern lagerten sich über lange Zeit Sand, Schlamm, Kalk und organisches Material ab.
00:07:33: Daraus entstand unter anderem die Green River Formation – eine mächtige Schichtenfolge, die heute große Mengen Öl-und Gas enthält.
00:07:41: Seit den neunzehntnachsechziger Jahren werden diese Lagerstätten intensiv genutzt.
00:07:46: Das Winterbasin ist deshalb nicht nur eine geografische Region sondern eine der wichtigsten Förderlandschaften Utahs.
00:07:54: Auch das Klima prägt den Ort.
00:07:56: In den tiefer gelegenen Teilen des Beckens fallen teilweise weniger als zweihundert Millimeter Niederschlag im Jahr.
00:08:03: Die Sommer sind heiß und trocken, die Winter können dagegen sehr kalt werden.
00:08:07: Berge- und Plateaus schließen das Basin auf mehreren Seiten ein.
00:08:12: Bei bestimmten Wetterlagen bleibt kalte Luft über dem Talboden liegen während wärmere Luft darüber zieht.
00:08:18: Dann sammeln sich Nebel und Schadstoffe in Becken manchmal über mehrere Tage.
00:08:23: Die Landschaft wirkt offen, ist aber historisch und politisch alles andere als leer.
00:08:28: Fort Dutchein ist heute der Verwaltungssitz der Jude Indian Tribe of the Uinta and Eury Reservation.
00:08:35: Die Stammesnation besteht aus drei Gruppen – Der Uinta Band, der White River Band und der Ancompagri Band.
00:08:43: Das sie heute gemeinsam in dieser Region leben, ist nicht das Ergebnis einer freiwilligen Wanderung.
00:09:04: In den folgenden Jahrzehnten wurden verschiedene Jude-Kruppen dort hingedrängt.
00:09:09: Angehörige der White River und der Uconn Fargreude wurden nach Konflikten und Landnahmen in Colorado gewaltsam in das heutige Utah umgesiedelt.
00:09:20: Die Reservation umfasste zeitweise mehrere Millionen Akres.
00:09:31: Davon blieben jedoch nur ein Bruchteil in der Kontrolle der Juden.
00:09:34: Ende des neunzehnten und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts teilte die US-Regierung gemeinschaftlich genutztes Land in einzelne Parzellen auf.
00:09:42: Flächen, die nach dieser Aufteilung angeblich übrig waren, wurden für nichtindigene Siedler Bergbau und andere Nutzungen geöffnet.
00:09:50: Ninzehundertfünf folgte im Juinta Basin ein regelrechter Landlauf.
00:09:55: Das Ergebnis ist bis heute auf Karten sichtbar.
00:09:58: Der Savarztland, staatlich verwaltete Flächen und Privatgrundstücke liegen teilweise unmittelbar nebeneinander.
00:10:05: Die historischen Grenzen der Juinta und Array Reservation umschließen ein großes Gebiet, doch innerhalb dieser Grenzen gehört längst nicht jedes Grundstück der Youth Tribe.
00:10:14: Auch die Ranch, um die es heute geht ist Privatbesitz.
00:10:18: Diese Unterscheidung machen wir weil Erzählungen über die Ranch ihre Umgebungen später gern zu einer einheitlichen geheimnisvollen Landschaft zusammenfassen.
00:10:26: Dann ist pauschal von indigenem Land eine Reservation oder einem angeblich seit Jahrhunderten gefürchteten Ort die Rede.
00:10:33: Die tatsächliche Geschichte ist komplizierter.
00:10:36: Hier leben unterschiedliche Gemeinschaften und die heutigen Sitzverhältnisse sind das Ergebnis von Umsiedlung, Landaufteilung und jahrzehntelangen juristischen Konflikten.
00:10:45: Falls ihr unsere letzte Folge gehört habt, kennt ihr den Begriff Skinwalker bereits?
00:10:50: Dort haben wir uns mit denen die Nähe beschäftigt, die außerhalb ihrer Gemeinsschaft meist als Neverhoe bezeichnet werden!
00:10:57: Wir haben darüber gesprochen, wie eng ihre Überlieferungen mit Vorstellungen von Gemeinschaft, Verantwortung und dem richtigen Umgang mit Wissen verbunden sind.
00:11:06: Ein Skinwalker ist in diesem Zusammenhang nicht einfach ein Monster das irgendwo in der Wüste auf Beute wartet – gemeint erst einen Mensch, dem zugeschrieben wird, Wissen und Fähigkeiten bewusst zum Schaden anderer einzusetzen!
00:11:17: Die bekannten Geschichten über Tiergestalten, nächtliche Verfolgungen und übernatürliche Kräfte gehören zu diesem größeren kulturellen Zusammenhang.
00:11:25: Erst außerhalb der Diné-Kultur wurde daraus zunehmend eine frei bewegliche Horrorkreatur.
00:11:31: Die Diné und die Utah sind jedoch keine austauschbaren Bezeichnungen für dieselbe indigene Bevölkerung.
00:11:38: Es handelt sich um unterschiedliche Nationen mit eigenen Sprachen, Geschichten und Traditionen.
00:11:43: Die Navajo Nation erstreckt sich hauptsächlich über Arizona und New Mexico sowie einen Teil des südöstlichen Utah.
00:11:50: Die Ranch bei Fort Duchain liegt deutlich weiter nördlich in einer Region, die historisch und politisch vor allem mit den Juden verbunden ist.
00:11:59: Damit haben wir zunächst einen realen Ort – ein privates Weideland in einem trockenen geologischen Becken umgeben von Landwirtschaft, Förderanlagen und einer Landschaft, deren heutige Grenzen von Vertreibung und Landverlust geprägt wurden.
00:12:12: Noch ist es einfach eine Ranch!
00:12:15: Doch das beendet sich bald….
00:12:20: Als Terry und Gwen Sherman, die Ranch, nineteenhundert vierhundneinzig kaufen, suchen sie keinen Ort für paranormale Forschung.
00:12:27: Sie wollen einen landwirtschaftlichen Betrieb aufbauen!
00:12:31: Das Grundstück umfasst nach den damaligen Berichten rund vierhundert achtzig Elkris also ungefähr einhundertvier neunzig Hektar und liegt südlich von Fort Duchain zwischen den Orten Randlett und Belard.
00:12:44: Die Ranch hatte zuvor mehrere Jahre weitgehend leer gestanden.
00:12:48: Das Wohnhaus musste renoviert werden, Zäune und Weiten sollten wieder genutzt werden.
00:12:52: Und die Familie zog mit ihren beiden Kindern und einer Rinderherde auf das Gelände.
00:12:57: Gwen Sherman stammt aus dem Winterbasen.
00:13:00: Terry war als siebzehnjähriger aus Arizona in die Region gekommen.
00:13:04: Gegenüber der Deseret News beschrieben sie den Kauf später nicht als Abenteuer sondern als Rückzug.
00:13:11: Sie hätten einen ruhigen Ort gesucht an dem sie mit ihrer Familie und ihren Tieren weitgehend für sich sein konnten.
00:13:17: Einen bekannten Hang zu UFO-Forschung oder paranormalen Themen erwähnt der erste Bericht nicht.
00:13:23: Was sich daraus allerdings nicht ableiten lässt, ist dass beide grundsätzlich skeptisch gewesen seien – belegt es nur die Ranch wurde zunächst als landwirtschaftlicher Betrieb gekauft und nicht als Untersuchungsort.
00:13:36: Was danach geschieht kennen wir zunächst fast ausschließlich aus den Aussagen der Shermans.
00:13:43: Es existiert kein lückenloses Tagebuch, kein öffentlich zugängliches Erschief aller Vorfälle und keine unabhängige Messreihe aus dieser ersten Phase.
00:13:52: Die wichtigste zeitnahe Quelle ist ein Artikel des Journalisten Sack van Eyck der am dreißigsten Juni nineteenhundertsechserneunzig in der Zeitung Deseret News erscheint.
00:14:02: unter der Überschrift Frequent Flyers Berichten Terry und Gwen Sherman dort erstmals ausführlich und unter ihrem wirklichen Namen über das, was sie nach eigener Aussage seit dem Frühjahr in der Rang erlebt haben.
00:14:15: Der Zeitpunkt ist auffällig – der Artikel erscheint wenige Tage vor dem amerikanischen Kinostart von Independence Day mitten in einer neuen Welle öffentlicher UFO-Begeisterung!
00:14:26: Van Eyck eröffnet seinen Text entsprechend mit außerirdischen Hollywood und der Frage, warum Wesen die angeblich nicht existieren in der amerikanischen Kultur überall auftauchen.
00:14:38: Dann wechselt er nach Utah – zu einer Familie, die sich nach eigener Darstellung wünscht dass die unbekannten Besucher endlich einen anderen Ort finden!
00:14:47: Der früheste konkrete Vorfall den The Shermans in diesem ersten Bericht zeitlich einordnen findet im April.
00:14:55: Terry geht nach draußen, weil auf einer Weide südlich des Hauses eine Kuh kalbt.
00:15:00: Dort bemerkt er Lichter und hält sie zunächst für Scheinwerfer von Quats oder anderen Freizeitfahrzeugen.
00:15:06: Erst als sich die Lichter über etwa zwölf bis fünfzehn Meter hohe Pappeln bewegen, verwirft er diese Erklärung.
00:15:12: In seiner Darstellung beginnt die Geschichte also nicht mit einem riesigen Wolf oder einem Portal sondern mit einer Beobachtung, für die er zunächst eine alltägliche Ursache annimmt.
00:15:22: Die Shermans berichten von ungefähr fünfzehn Monaten ungewöhnlicher Ereignisse.
00:15:27: Sie unterscheiden drei wiederkehrende Arten fliegender Objekte, ein kleines kastenförmiges Fluggerät mit weißem Licht, ein etwa zwölfmeterlanges Objekt und ein sehr großes Gefährt dessen Ausdehnung sie mit mehreren Footballfeldern vergleichen.
00:15:42: Andere Lichter sollen aus orangefarbenen greisförmigen Öffnungen am Himmel erschienen sein.
00:15:47: Terry und sein Sohn erzählen außerdem von einem Objekt, das auf ihre Armbewegungen mit drei Lichtsignalen reagiert habe.
00:15:55: Zwei Beobachtungen sollen sie auf Video aufgenommen haben.
00:15:59: Die Aufnahmen lieferten allerdings keinen öffentlich überprüfbaren Nachweis über Herkunft, Größe oder Entfernung der beobachtbaren Lichter.
00:16:07: Dazu kommen Geschichten die sich nicht mehr nur am Himmel abspielen.
00:16:11: Terry Sherman berichtet von männlichen Stimmen, die über einem Feld in einer unbekannten Sprache gesprochen hätten, obwohl niemand zu sehen gewesen sei.
00:16:20: Die Hunde hätten panisch reagiert.
00:16:23: Auf den Weiden habe die Familie kreisförmig niedergedrücktes Gras und ungewöhnliche Vertiefungen im Boden entdeckt.
00:16:29: Außerdem verbindet Sherman die Sichtungen mit dem Tod oder dem Verschwinden von insgesamt sieben Rindern.
00:16:35: Vier Tiere seien spurlos verschwunden – drei weitere tot und teilweise verstimmelt aufgefunden worden.
00:16:42: Für einen Viehbetrieb waren diese Verluste nicht nur unheimlich, sondern finanziell spürbar.
00:16:47: Terry Sherman erklärte, betroffen seien ausgerechnet einige seiner besten Tiere gewesen – die Familie habe ihre Reitferde bei der Suche nach verschwundenen Rindern beinahe erschöpft, bevor sie zu der Überzeugung gelangt sei, dass die Tiere nicht einfach durch einen beschädigten Zaun entkommen
00:17:02: waren.".
00:17:03: Auch das bleibt Ihre Interpretation!
00:17:04: Der wirtschaftliche Verlust selbst erklärt aber, warum die Vorfälle für Sie nicht bloß merkwürdige Geschichten am Himmel waren….
00:17:12: Diese Zahlen stammen übrigens aus der Darstellung der Familie.
00:17:15: Gerade an diesem Punkt liefert der ursprüngliche Zeitungsartikel eine wichtige Gegenberufung.
00:17:21: Weder das Sheriffs Department des Juinta County noch der Sheriff des benachbarten Duchenne County konnten gegenüber der Zeitungen entsprechende Meldungen aus dem genannten Zeitraum bestätigen.
00:17:30: Die Shermans erklärten, sie hätten die Vorfälle nicht offiziell angezeigt weil andere Ranchers ihnen gesagt hätten solche Meldung führen ohne hin zu keinem Ergebnis.
00:17:40: Damit bleibt ein Problem, das die Geschichte bis heute bekleidet.
00:17:43: Die Berichte sind detailliert – aber ein großer Teil der zeitnahen behördlichen Dokumentationen mit der man sie unabhängig prüfen könnte?
00:17:52: Existiert nicht!
00:17:54: Auch innerhalb der frühen Berichterstattung bleibt die Zahl der verlorenen Tiere nicht konstant.
00:18:00: Im Juni nineteenhundert sechsohnneunzig spricht er erste Artikel von vier verschwundenen und drei todaufgefundenen Rindern.
00:18:06: Zehn Monate später ist bereits von drei getöteten und mindestens sieben verschwundenen Rindern die Rede.
00:18:11: Der spätere Bericht ergänzt außerdem einen Vorfall, der im ersten Artikel nicht vorkommt.
00:18:16: Drei Hunde der Familie seien einer kleinen leuchtenden Kugel in ein Waldstück gefolgt und nicht zurückgekehrt.
00:18:22: Am nächsten Morgen habe die Familie dort drei verbrannte Kreise gefunden.
00:18:26: Laut dieser späteren Darstellung gab gerade das Verschwinden der Hunde den Ausschlag zum Verkauf.
00:18:32: Damit ist nicht entschieden, welche Fassung richtig ist.
00:18:35: Möglich sind weitere Verluste nach dem ersten Interview, ungenaue Wiedergaben oder eine schrittweise Ergänzung der Erzählung.
00:18:42: Entscheidend ist erst mal dass die öffentliche Geschichte bereits innerhalb ihres ersten Jahres wächst!
00:18:48: Wer die Ranch rekonstruiert darf die verschiedenen Zahlen und Vorfalle deshalb nicht so behandeln als stammten sie aus einem einzigen unveränderten Bericht.
00:18:56: Das bedeutet nicht automatisch, dass die Shermans bewusst falsche Angaben machen.
00:18:59: Es bedeutet zunächst nur das wir zwischen einem Erlebnisbericht und einem belegten Ereignis unterscheiden müssen.
00:19:05: Dass jemand ehrlich überzeugt ist etwas Außergewöhnliches beobachtet zu haben, beantwortet noch nicht die Frage was tatsächlich beobachtet wurde.
00:19:14: Genau diese Trennung zwischen Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit gehört später auch zu den Grundproblemen staatlicher UAP-Untersuchungen.
00:19:22: Das heutige All-Domain Anomaly Resolution Office weist ausdrücklich darauf hin, dass glaubwürdige Personen sinneseindrücke trotzdem falsch einordnen oder erinnern können.
00:19:33: Schon von IX'erster Artikel enthält deshalb eine skeptische Stimme.
00:19:38: Barry Carr vom damaligen Committee for the Scientific Investigation of Claims Of The Paranormal erklärt das Menschen selbstverständlich unbekannte Dinge am Himmel sehen können.
00:19:48: Unbekannt bedeutet jedoch zunächst nur, dass eine Beobachtung mit den vorhandenen Informationen nicht identifiziert werden könne.
00:19:56: Augenzeugenaussagen allein reichten nicht um daraus außerirdische Fluggeräte abzuleiten.
00:20:01: Diese Einordnung steht bereits nineteenhundertsechsohnneunzig neben den spektakulären Schilderungen der Familie.
00:20:07: Die Ranch-Geschichte beginnt also nicht erst später als Konflikt zwischen Glaube und Skepsis.
00:20:13: Dieser Konflik steckt schon im ersten öffentlichen Bericht.
00:20:17: Trotz dieser Einschränkungen verbreitet sich der Artikel schnell.
00:20:21: Die Associated Breath übernimmt die Geschichte, Radiosendungen und Fernsehformate greifen sie auf – aus einer privaten Ranch im Winterbasin wird innerhalb weniger Wochen ein national bekanntes UFO-Thema.
00:20:32: Eine wichtige Rolle spielt dabei nicht nur was die Familie erzählt sondern wie viele unterschiedliche Motive bereits in ihrer Darstellung zusammenkommen.
00:20:40: Flugobjekte Verschwundene Tiere Kreisfirmige Bodenveränderungen körperlose Stimmen und Öffnungen am Himmel.
00:20:49: Die Ranch wird von Beginn an nicht mit einem einzelnen Phänomen verbunden, die erscheint bereits in der ersten großen Veröffentlichung als ein Ort, an dem mehrere Kategorien des unerklärlichen Zusammentreffen.
00:21:01: Einer der Leser auf die diese Geschichte trifft ist Robert Thomas Bigelow.
00:21:16: Gleichzeitig beschäftigt ihn die Frage nach UFOs und außergewöhnlichen Phänomenen seit seiner Kindheit.
00:21:22: In einem Interview von Ab nineteenhundertachtundachzig begann er nach eigener Aussage, eigenes Geld in die private Erforschung von UFO-Berichten zu investieren.
00:21:47: Ninzehundertundneunzig gründete er in Las Vegas das National Institute for Discovery Science – kurz NIDS.
00:21:55: Der Name klingt bewusst nüchtern!
00:21:58: NIDs soll Themen untersuchen, die etablierte wissenschaftliche Einrichtungen meist meiden.
00:22:04: Unbekannte Flugobjekte ungewöhnliche Tierverstümmelungen und die Frage, ob bewusst sein den körperlichen Tod überdauern könnte.
00:22:12: Bigelow finanziert das Institut aus seinem Privatvermögen und stellt ein Beratungsgremium aus Wissenschaftlern, Medizinern, ehemaligen Militärangehörigen und Geheimdienstmitarbeiter zusammen.
00:22:23: Zu den öffentlich bekannten Beteiligten gehören der Biochemiker Korm Kellerherr sowie der pensionierte US-Army Officer John Alexander, der bei NIDS als Verbindungsmann für wissenschaftliche Fragen auftritt.
00:22:35: Für Bigelow besitzt die Sherman Ranch einen entscheidenden Vorteil gegenüber gewöhnlichen UFO-Berichten.
00:22:41: Eine Sichtung am Himmel ist meist nach Sekunden oder Minuten vorbei, wenn Forschende eintreffen bleibt ihnen nur die Aussage der Zeugen!
00:22:49: Die Ranch verspricht dagegen einen festen Ort an dem sich gemeldeten Ereignisse angeblich wiederholen.
00:22:54: Man könnte Kameras aufstellen, Sensoren installieren, Tiere beobachten und jederzeit Personal vor Ort halten.
00:23:02: Aus einer Sammlung vergangener Berichte könnte ein kontrollierbares Forschungsumfeld werden.
00:23:08: Im September nineteenhundertsechsohnundneinzig kauft Bigalody Ranch, der häufig genannte Kaufpreis beträgt zweihunderttausend Dollar.
00:23:16: Zeitgenössig.
00:23:17: sicher belegt ist vor allem dass der Erwerb rund drei Monate nach dem ersten Deseret News Artikel erfolgt.
00:23:23: Terry Sherman bleibt zunächst als Verwalter auf dem Gelände darf aufgrund einer Vertraulichkeitsvereinbarungen jedoch nicht mehr frei mit Medien über die Vorgänge sprechen.
00:23:32: Bigelow lässt ein Beobachtungsgebäude errichten und stationiert zwei Wissenschaftler sowie einen Tierarzt auf dem Grundstück.
00:23:40: Nach einem Bericht vom Dezember, ist die Ranch rund um die Uhr besetzt.
00:23:46: Von nun an verändert sich die Geschichte grundlegend.
00:23:49: Bis zu diesem Punkt gibt es eine Familie ihre Aussagen und einige journalistische Berichte.
00:23:54: Nun kommt ein finanzstarker Besitzer hinzu der das Gelände ausdrücklich als Untersuchungsort erwirbt.
00:24:01: Zäune, Kameras, Personal- und Verschwiegenheitsvereinbarungen verleihen der Ranch den Charakter eines abgeschlossenen Labors.
00:24:08: Gleichzeitig verschwindet ein erheblicher Teil dessen was dort untersucht wird aus der öffentlichen Kontrolle.
00:24:14: Die ersten Ergebnisse sind Ernöstand.
00:24:17: Im April, in dem siebenundneunzig berichtet Sekvaneig erneut über die Ranch.
00:24:23: John Alexander erklärt ihm, dass NIDS-Team habe bis dahin weder die von den Schirmens beschriebenen Fluggeräte noch Tierverstümmelungen oder andere bedeutende Ereignisse dokumentiert.
00:24:33: Es haben einige kleinere Beobachtungen gegeben aber nichts hinter das man sich wissenschaftlich stellen könnte.
00:24:40: Auch das Juenta County Sheriff's Office habe seit dem Eigentümerwechsel keine ungewöhnlichen Vorkommnisse auf der Ranch gemeldet bekommen.
00:24:48: Dieser kleine Zwischenstand ist insofern wichtig, weil spätere Darstellungen die NIDS-Phase oft als beinahe ununterbrochene Abfolge spektakulärer Vorfälle erzählen.
00:24:59: Der Zeitnahe Bericht zeigt ein anderes Bild – Ein Forschungsteam wartet, misst und beobachtet … Und hat zunächst nichts Belastbares vorzuweisen!
00:25:13: Gegenüber der Deseret News bestätigt er, dass ungewöhnliche Flugaktivitäten und rätselhafte Tierverluste in der Region weiterhin vorkämen.
00:25:21: Gleichzeitig verweigert er konkrete Angaben zu einzelnen Ereignissen und erklärt Schlussfolgerungen sein Verfrüht.
00:25:28: NIDS bietet Ranchern der Umgebung an, ungewönlich veränderte Tiere kostenlos tiermedizinisch untersuchen zu lassen.
00:25:35: Bigelow betont außerdem, seinen Team habe keine Belege dafür, So entsteht eine eigentümliche Situation.
00:25:46: Einerseits beruft sich NIDS auf wissenschaftliche Methodik, andererseits bleiben Versuchsaufbau, vollständige Datenbestände, Fehlmessungen und negative Ergebnisse weitgehend unveröffentlicht.
00:25:58: Einzelne Untersuchungen gelangen später an die Öffentlichkeit – darunter ein Bericht über den ungewöhnlichen Tod einer Kuh im Jahr nineteen-einzig.
00:26:06: Eine systematische fachbegutachtete Veröffentlichung der gesamten Ranchforschung erscheint jedoch nicht!
00:26:12: Aus wissenschaftlicher Sicht ist das ein entscheidender Unterschied.
00:26:16: Kameras, Sensoren und akademische Titel machen aus einer Untersuchung noch keine blastbare Studie.
00:26:21: Dafür müssten Methoden nachvollziehbar beschrieben, Euro-Daten zugänglich gemacht, alternative Erklärungen geprüft und Ergebnisse von unabhängigen Fachleuten kontrolliert werden.
00:26:30: Bei NIDS bleibt die Ranch im Wesentlichen ein privat finanziertes Projekt mit wissenschaftlich ausgebildeten Beteiligten – aber ohne die Transparenz, die eine externe Bewertung ermöglichen würden!
00:26:46: Auf der damaligen Website erklärt die Organisation, man habe sie in eine inaktive Phase versetzt, weil es nicht mehr genügend neue Fälle gebe, die eine weitere Arbeit der bestehenden Form rechtfertigten.
00:26:57: NIDS hatte fast ein Jahrzehnt bestanden – einer abschließende wissenschaftliche Gesamtauswertung der Ranch-Untersuchungen wurde bei der Auflösung nicht veröffentlicht.
00:27:06: Ein Jahr später ändert sich das!
00:27:10: Am sechsten Dezember, zwei-tausendfünf erscheint das Buch Hand vor der Skinwalker.
00:27:15: Science confronts der Unexplained at the Remote Ranch in Utah.
00:27:20: Verfasst wird es von Colm A. Kelleher und George Knapp.
00:27:24: Keleher war als Biomechaniker und NIDS Projektleiter direkt an den Untersuchungen beteiligt.
00:27:30: Knapp ist ein Fernsehjournalist aus Las Vegas, der seit den Späten
00:27:34: nr.a.,
00:27:35: intensiv über Area-Fifty One Ufos und geheime Militärprojekte berichtet.
00:27:40: Das Buch hat dreiundzwanzig Seiten und erscheint bei Paraview Pocket Books – einem Inprint von Simon & Schuster.
00:27:48: Die Familie Sherman erhält darin Pseudonyme Terry wird zu Tom Gorman Gwen zu Ellen.
00:27:55: Dadurch verschwimmen in der späteren Rezeption zwei Versionen derselben Geschichte.
00:28:00: Zeitgenössische Zeitungsberichte nennen die Shermans.
00:28:03: Das Buch und viele darauf beruhende Texte sprechen von den Gormans.
00:28:08: Es handelt sich nicht um zwei Familien, auch nicht um Zwei aufeinander folgende Eigentümer sondern um dieselben Personen unter unterschiedlichen Namen.
00:28:16: Schon vor dem Buch kommen neue Episoden hinzu, die im ersten öffentlichen Bericht fehlen Ein Artikel von In dem Terry Sherman von blutbefleckter Bettwäsche und kleinen Verletzungen an den Daumen in der letzten Nacht der Familie auf der Ranch erzählt haben soll.
00:28:35: Unabhängig dokumentiert ist dieser Vorfall nicht, er zeigt aber dass die Ranch-Geschichte bereits vorhandvolles Skinwalker nicht abgeschlossen war sondern mit jedem neuen Interview weiteres Materialaufnahmen.
00:28:47: Handvolle Skinwalker erweitert die öffentliche Geschichte erheblich.
00:28:51: Das Buch verbindet die ursprünglichen Aussagen der Familie mit den späteren Berichten des NIDS-Teams und ordnet sie zu einer umfassenden Kronik.
00:29:00: Darin treten nun riesige wolfsehnliche Tiere, kugelförmige Lichter angebliche Portale große dunkle Gestalten, poltergeistartige Vorgänge und schwer erklärbare Verletzungen nebeneinander auf.
00:29:12: Viele der heute bekanntesten Ranchgeschichten erreichen ein großes Publikum nicht durch die Artikel von nineteen sechsundneunzig sondern durch dieses Buch.
00:29:21: Das ist zugleich seine Stärke und seine Grenze als Quelle.
00:29:24: Kellerhur besitzt unmittelbare Kenntnisse aus dem NIDS-Projekt.
00:29:29: Knapp kann auf Interviews und journalistische Recherchen zurückgreifen, das Buch dokumentiert deshalb Material, dass sonst kaum zugänglich wäre.
00:29:38: Gleichzeitig stammt es von zwei Autoren die dem Untersuchungsprojekt selbst nahestehen.
00:29:42: Es ist keine unabhängige Evaluation der NIDS Arbeit.
00:29:46: Außerdem werden zahlreiche Vorgänge erzählerisch rekonstruiert, ohne dass Leserinnen und Leser jeweils die vollständigen Messdaten, Originalprotokolle oder unabhängige Gegenprüfungen einsehen können.
00:29:57: Mit dem Buch erhält die Ranch nicht nur einen größeren Mythos – sie erhält auch den Namen unter dem sie international bekannt werden wird!
00:30:05: Warum gerade dieser Begriff gewählt wird und wie belastbar die angeblich Verbindung zu lokalen indigenen Überliefungen ist, klären wir später.
00:30:13: Für den Moment ist entscheidend Spätestens in den letzten Jahren wird aus der ehemaligen Sherman Ranch die Skinwalker Ranch.
00:30:21: Nicht nur als Grundstück, sondern als Marke für ein ganzes Bündel außergewöhnlicher Behauptungen.
00:30:27: Nach dem Ende von NIDS hätte die Geschichte an diesem Punkt langsam auslaufen können.
00:30:32: Stattdessen wechselt sie wenige Jahre später von privater Forschung in einen staatlich finanzierten Zusammenhang.
00:30:38: Sie interessieren sich Mitglieder des US-Senats für Berichte über unbekannte Flugobjekte und mögliche zukünftige Luftfahrttechnologien.
00:30:48: Eine zentrale Rolle spielt Harry Reid, demokratischer Senator aus Nevada und damaliger Mehrheitsführer im Senat.
00:30:55: Reid kennt Bigelow seit Jahren!
00:30:57: Gemeinsam mit den Senatoren Ted Stevens aus Alaska und Daniel Inoui aus Hawaii unterstützte eine Finanzierung, mit der die Defense Intelligence Agency langfristige und neuartige Bedrohungen im Bereich der Luft- und Raumfahrt untersuchen soll.
00:31:13: Aus den Verteidigungshaushalten für das Jahr acht und zwei Tausendzehn werden insgesamt zweiundzwanzig Millionen Dollar bereitgestellt.
00:31:21: Die Defense Intelligence agency richtet dafür zweitausendneun das Advanced Aerospace Weapon System Applications Program ein kurz AAWSAP.
00:31:32: Den Auftrag erhält Bigelow Aerospace Advanced Space Studies, kurz BAASS.
00:31:39: Ein Unternehmen aus Robert Bigelows Firmenumfeld.
00:31:43: Der offizielle Auftrag ist breiter als spätere Schlagzeilen über ein geheimes Ufroprogramm vermuten lassen.
00:31:50: AAWSIP soll mögliche technische Entwicklungen untersuchen die langfristig militärisch relevant werden könnten.
00:31:57: Dazu gehören zwölf Themenfelder unter anderem neuartige Auftriebssysteme fortgeschrittene Antriebskonzepte, ungewöhnliche Materialien, Steuerungstechnologien und Verfahren zur Verringerungen erkennbarer Signaturen.
00:32:10: Das Programm produziert eine Reihe sogenannte Defense Intelligence Reference Documents über Themen wie Warp-Antriebe, Wurmlöcher, programmierbare Materie, Kernfusion oder die biologischen Auswirkungen ungewönlicher Felder.
00:32:24: Diese Arbeiten sind Zukunftsstulien – sie untersuchen theoretische Möglichkeiten nicht den Nachweis vorhandener außerirdischer Technik.
00:32:32: Die später veröffentlichten Unterlagen wurden nach Einschätzung des Pendagons nicht umfassend fachbegutachtet.
00:32:39: UFO-Untersuchungen stehen nicht ausdrücklich im ausgeschriebenen Aufgabenprofil.
00:32:43: Trotzdem nutzt BAASS das Programm mit Zustimmung des zuständigen DIA-Managers auch für UAP-Fälle.
00:32:50: Mitarbeitende sammeln ältere Berichte, überprüfen Fälle aufs Project Blue Book, interviewn Zeugen und entwickeln Konzepte für Labore in denen angeblich geborgene Materialien untersucht werden könnten.
00:33:02: Und sie kehren zur Ranch zurück.
00:33:05: Der offizielle historische Bericht des All-Domain-Anonmally Resolution Office aus dem Jahr ist bestätigt, dass AAWSAP bzw der beauftragte private Dienstleister ein angebliches Zentrum von UAP und paranormalen Aktivitäten auf einem Grundstück in Utah untersuchte, das dem Leiter des Unternehmens gehörte.
00:33:25: Gemeint ist Bigelow's Ranch.
00:33:27: Untersucht wurden demnach nicht nur Flugobjekte, sondern auch Berichte über Schattenfiguren, Kreaturen, Remote-Viewing und Anomalien des menschlichen Bewusstseins.
00:33:37: Zeitweise war sogar geplant Personen mit angeblichem medialen Fähigkeiten einzusetzen um vermeintlich interdimensionale Erscheinungen zu untersuchen.
00:33:46: ARO also das All Domain Anomaly Resolution Office hält zugleich fest dass die DIA dieser konkreten Paranormalarbeiten weder verlangt noch ausdrücklich genehmigt hatte.
00:33:57: Damit erhält die Ranch erstmals tatsächlich eine Verbindung zu einem staatlich finanzierten Programm.
00:34:03: Diese Verbindung ist real – sie bedeutet aber nicht, dass das Pentagon die paranormalen Behauptungen bestätigt hätte.
00:34:10: Der Staat finanzierte einen Auftrag an ein Bigelow-Unternehmen.
00:34:13: Dieses Unternehmen verwendete einen Teil seiner Arbeit auch auf Bigelows eigenem Grundstück.
00:34:18: Das staatliche Geld in die Untersuchung Floss ist belegt.
00:34:22: Dass die gemeldeten Phänomene dadurch wissenschaftlich bewiesen wurden, ist es nicht!
00:34:27: Genau an dieser Stelle werden die ganzen Abkürzungen noch komplizierter.
00:34:31: Denn neben AAWSAP taucht ein zweites Kürzel auf, AATIP – das Advanced Aerospace Thread Identification Programme.
00:34:42: In Medienberichten werden AAWSP und AATip häufig wie zwei klar aufeinander folgende Pentagon-Programme dargestellt.
00:34:50: Selbst offizielle Dokumente haben beide Namen teilweise austauschbar benutzt.
00:34:54: Nach der historischen Dachstellung von ARO war AAWSAP jedoch das formale finanzierte DIA-Programm.
00:35:02: AATIP war kein eigenständiges offizielles Programm mit einem separaten Budget.
00:35:06: Nach dem Ende von AAWS AP verwendeten einige Personen innerhalb des Verteidigungsministeriums den Namen AAT IP für eine informelle Gruppe, die neben ihren eigentlichen Aufgaben militärische UAP Berichte sammelte und prüfte.
00:35:21: Falls ihr noch folgen könnt, AAWSAP bezeichnet den Vertrag – das Bridget.
00:35:27: Die beauftragte Firma und die zwischen dem Jahr zweizehnt neun und zweizehn zwölf erstellten Arbeit.
00:35:33: AATRP bezeichnete später vor allem eine informelle Fortsetzung des Interesses an militärischen UFO-Beobachtungen.
00:35:40: Wer beide Begriffe unterschiedlos verwendet vermischt eine dokumentierte Beschaffungsmaßnahme mit einer wesentlich weniger klar organisierten Folgeaktivität.
00:35:58: In einem Schreiben an den stellvertretenden Verteidigungsminister William Lin beantragt er zusätzliche Geheimhaltungsmaßnahmen.
00:36:05: Das Verteiligungsministerium lehnt dies ab, der damelige Undersecretary of Defense for Intelligence James Clapper sieht keine ausreichende Begründung.
00:36:14: Auch das ist wichtig.
00:36:15: Das Programm war nicht jenes tief abgeschottete Geheimprojekt, zu dem es später häufig erklärt wurde.
00:36:21: Zwei-tausend zwölf endet AAWSAP nach Abschluss der vereinbarten Lieferungen.
00:36:27: ARO nennt Bedenken innerhalb von DIA und Verteidigungsministerium als Grund, warum das Programm nicht fortgesetzt wurde.
00:36:34: Die Unterstützer versuchen anschließend erfolglos beim Department of Homeland Security ein Nachfolgeprojekt mit dem Namen Kona Blue zu etablieren.
00:36:43: Es kommt nie als operatives Programm zustande.
00:36:47: Was bleibt also nach fast zwei Jahrzehnten?
00:36:52: Ab Jahrzehntel neun fließen schließlich Millionen aus einem amerikanischen Nachrichtendienst in ein Programm, dessen Auftrag eigentlich zukünftige Luft- und Raumfahrttechnologien betrifft, dess'n Vertragspartner aber auch die Ranch und ihre paranormalen Berichte untersuchen lässt.
00:37:27: An jedem dieser Übergänge wächst die Autorität der Story – von Zeugenaussage zur Zeitungsartikel zu Forschungsprojekt zum Buch zu Regierungsauftrag!
00:37:39: Doch Autorität ist nicht dasselbe wie Beweis.
00:37:42: Ein Bericht wird nicht wahrer, weil ein Millionär ihn untersucht.
00:37:45: Eine Untersuchung wird nicht automatisch wissenschaftlich, weil Messgeräte aufgestellt werden und eine Behauptungen wird nicht bestätigt nur bei staatliches Geld in ihre Nähe gelangt.
00:37:54: Gerade deshalb ist die Ranch ein ungewöhnlich gutes Beispiel dafür, wie sich ein Ort verändert wenn immer neue Institutionen Medien und Personen ihre eigenen Fragen aufhin richten.
00:38:04: Denn solche Orte gibt es nicht nur im Utah.
00:38:17: Es gibt Orte, an denen sich im Laufe der Zeit immer mehr unerklärliche Geschichten sammeln.
00:38:24: Anfangs steht dort vielleicht nur eine einzige ungewöhnliche Beobachtung.
00:38:29: Einige Jahre später kommen weiterhin zu – dann noch mehr!
00:38:33: Irgendwann scheint derselbe Ort plötzlich für Ufos, Geister, Kryptiden, rätselhafte Lichter oder andere Phänomene gleichermaßen bekannt zu
00:38:43: sein….
00:38:44: Ist das Zufall?
00:38:45: Ein Beispiel kennen wir bereits aus unserer
00:38:47: Folge
00:38:48: XXIII über den Mothman.
00:38:51: In Point Pleasant begann alles mit Berichten über ein großes, geflügeltes Wesen.
00:38:56: Doch schon kurze Zeit später tauchten in denselben Erzählungen auch UFOs seltsame Lichter, rätselhafte Besucher und Verschwörungstheorien auf.
00:39:06: Aus einer lokalen Geschichte entwickelte sich nach und nach ein ganzer paranormaler Erzählraum.
00:39:14: An anderen Orten verläuft
00:39:15: dieser Prozess
00:39:16: etwas anders.
00:39:17: Im norwegischen Hessdalen stehen bis heute ungewöhnliche
00:39:21: Lichterscheinungen
00:39:22: im Mittelpunkt.
00:39:24: Gerade weil dieses Phänomen wissenschaftlich untersucht wird, existieren heute verschiedene Erklärungsansätze von bislang unbekannten Naturprozessen bis hin zu außerirdischen Besuchern.
00:39:37: der Hoja Bacuwald In Rumänien war ursprünglich vor allem Teil regionaler Sagen und Erzählungen.
00:39:45: Heute gilt er international als einer der bekanntesten Spukwälder Europas.
00:39:49: Wer sich mit dem Ort beschäftigt,
00:39:52: stößt auf Berichte
00:39:53: über Geister-, Ufos-, Zeitverlust-, elektromagnetische Anomalien- und rätselhafte Wesen –
00:40:00: häufig
00:40:00: nebeneinander und ohne klare Trennung.
00:40:04: Noch deutlicher wird
00:40:05: dieser Mechanismus beim sogenannten Bridgewater Triangle im US-Bundestadt Massachusetts.
00:40:12: Dort entwickelt sich der Mythos sogar in umgekehrter Richtung.
00:40:16: Nicht eine einzelne Geschichte wurde immer größer, stattdessen fasste der Kryptozologe Lauren Coleman in den neunzehntsiebziger Jahren zahlreiche bereits existierende Berichte aus derselben Region über Bigfoot Geister Phantom-Tiere, UFOs
00:40:33: und weitere
00:40:33: Phänomene unter einem gemeinsamen Namen zusammen.
00:40:37: Erst dadurch entstand überhaupt die Vorstellung eines einzigen geheimnisvollen Ortes.
00:40:43: Mit genau solchen Entwicklungen beschäftigt sich die Volklureforschung seit Jahrzehnten.
00:40:49: Der amerikanische Soziologe Gary Allen Fein beschreibt moderne Legenden nicht als starre Geschichten mit einem festen Anfang und Ende – sie verändern sich wortlaufend!
00:41:01: Neue Berichte werden aufgenommen, ältere Details verschwinden.
00:41:05: Erzählungen werden ergänzt und umgedeutet und mit anderen Geschichten verknüpft.
00:41:11: Negenten sind deshalb keine abgeschlossenen Texte sondern soziale Prozesse die sich durch
00:41:16: Kommunikation
00:41:17: ständig weiter entwickeln.
00:41:19: Ein weiterer
00:41:19: wichtiger
00:41:20: Begriff
00:41:21: stammt von den Folkloresten
00:41:22: Diane Goldstein Sylvia Engreider & Jenny Banks-Thomas Legend Tripping.
00:41:29: Gemeinsind Menschen, die Orte besuchen, weil sie bereits von Legenden umgeben sind.
00:41:33: Der Besuch dient nicht immer nur dem Zeitziehen.
00:41:37: Viele möchten den Ort selbst erleben – die Geschichten überprüfen oder hoffen sogar auf eine eigene ungewöhnliche Erfahrung.
00:41:44: Erzählen Sie anschließend von einem seltsamen Licht, einem unerklärlichen Geräusch oder einer unheimlichen Atmosphäre wird Ihrer Erfahrung Teil der bestehenden
00:41:53: Überlieferung.".
00:41:54: Der Ort hält dadurch eine weitere Geschichte.
00:41:58: Gleichzeitig beeinflussen bereits bekannte Geschichten auch die Art, wie neue Erfahrungen gedeutet werden.
00:42:05: In der Folkloreforschung
00:42:06: wird dieser Zusammenhang
00:42:07: unter anderem mit dem Begriff Ost-Tension beschrieben.
00:42:11: Gemeint ist das Wechselspiel zwischen Erzählung und Wirklichkeit.
00:42:15: Menschen kennen die Geschichten eines Ortes bereits bevor sie ihn besuchen.
00:42:20: Machen sie dort eine ungewöhnliche oder mehrdöttige Erfahrung,
00:42:23: wird diese
00:42:23: häufig im Rahmen der bekannten Legenden interpretiert und weitererzählt.
00:42:28: So bleibt ein ungewönliches Licht nicht einfach ein ungewöhnliches Licht.
00:42:32: Es wird zu einem weiteren Licht an genau diesem Ort.
00:42:35: Ein unbekanntes Tier wird mit bereits erzählten Wesen in Verbindung gebracht – einen technischer Defekt mit angeblichen elektromagnetischen Anomalien.
00:42:45: Unterschiedliche Beobachtungen werden dadurch nicht unabhängig voneinander erzählt, sondern Teil des selben Erzählraums.
00:42:53: Mit der Zeit sammelt ein Ort deshalb oft nicht nur eine Art von Geschichte – stattdessen überlagern sich verschiedene Erzähltraditionen.
00:43:01: Ufos-, Geister-, Kryptiden-, krezelhafte Lichter- oder Zeitphänomene stehen nebeneinander und werden als unterschiedlicher Erscheinungsform desselben geheimnisvollen Ortes
00:43:12: verstanden.".
00:43:13: Es entsteht ein Rückkopplungseffekt.
00:43:16: Der Ruf eines Ortes zieht Besucher, Forschende, Journalistinnen und Journalisten oder Mystery-Enthusiasten an.
00:43:23: Neue Beobachtungen und Erlebnisse werden weitererzählt mit bereits bekannten Geschichten verknüpft und verstärken wiederum den Ruf des Ortes.
00:43:31: Dadurch wächst ein solcher Esteeraum oft über Jahrzehnte weiter.
00:43:36: Die Folkloreforschung versucht dabei ausdrücklich nicht zu entscheiden ob einzelne Erlebnisse wahr oder falsch sind.
00:43:42: Ihr Untersuchungsgegenstand sind die Geschichten selbst.
00:43:46: Wie entstehen Sie?
00:43:47: Warum verbreiten sie sich?
00:43:48: Weshalb sammeln sich bestimmte Erzählungen immer wieder an denselben Orten, während andere längst in Vergessenheit geraten?
00:43:55: Mit dieser Frage im Hinterkopf kehren wir jetzt zurück nach Utah!
00:44:15: Hinter ihr steht Brandon Fugel, ein Immobilienunternehmer aus Utah der zu diesem Zeitpunkt zu den einflussreichsten Akteuren auf dem Gewerbe-Immobilienmarkt der Region gehört.
00:44:26: Er ist Mitgründer von Coldwell Banker Commercial Advisors und wird später Chairman von Colliers in Utah.
00:44:33: Mit Paranormaler Forschung ist sein öffentliches Berufsleben bis dahin nicht verbunden – genau deshalb hält er seine Namen zunächst aus der Geschichte raus!
00:44:45: Nach seiner eigenen Darstellung trifft er Robert Bigelow erstmals im Juni, um über das Gelände und die dortigen Untersuchungen zu sprechen.
00:44:54: Im folgenden April geht die Ranch an Addementium Real Estate über.
00:44:59: Der Kaufpreis wurde nicht offiziell veröffentlicht, häufig kursieren rund USD four Komma fünf Millionen, doch diese Zahl stammt aus späteren Berichten und ist nicht durch eine öffentlich zugängliche Vertragsunterlage bestätigt.
00:45:12: Gesichert sind der Eigentumswechsel im Jahr, und Fugels Rolle hinter der Gesellschaft.
00:45:19: Seine Motivation beschreibt Fugel später nicht als normale Immobilieninvestitionen.
00:45:24: Die Ranch werde keine sinnvolleren Dieter abwerfen, erklärt er in Interviews.
00:45:28: Er betrachte sie als wissenschaftliches Projekt und als Möglichkeit Fragen zu Untersuchungen die ihn seit seiner Jugend beschäftigten Ob Menschen allein im Universum sind und ob die Wirklichkeit mehr umfasst als das, was sich im Alltag beobachten lässt.
00:45:44: Das ist eine persönliche Motivation – keine wissenschaftliche Hypothese!
00:45:48: Sie erklärt aber, warum ein Immobilienunternehmer ein Grundstück kauft, dessen wirtschaftlicher Wert kaum von der Viehzucht abhängt.
00:45:56: Fugil übernimmt nicht einfach Bigelows altes Projekt.
00:45:59: Er stellt ein eigenes Team zusammen und lässt die technische Infrastruktur erneuern.
00:46:04: Eric Bart wird leitender Ermittler und betreibt das Überwachungs- und Messsystem.
00:46:09: Bart ist Physiker mit Schwerpunkt Plasma & Röntgenphysik, für ihn steht weniger eine bestimmte Theorie im Mittelpunkt als die Frage welche Daten sich überhaupt belastbar erfassen lassen?
00:46:20: Wir lassen uns nicht von einer überlieferten Erzählung leiten sondern von den Daten.
00:46:31: Thomas Winterton kümmert sich als Superintendent um Gelände, Gebäude und Ranchbetrieb.
00:46:37: Winterton stammt selbst aus dem Uinter-Basen – eigentlich kommt er aus der Baubranche!
00:46:42: Brendan Fugel lernte ihn kennen nachdem Winterten den Zustand der Ranch begutachtet und erste Sanierungsarbeiten übernommen hatte.
00:46:50: Erst danach bot Fugl ihm an dauerhaft die Leitung des Betriebs zu übernehmen.
00:46:55: I came onto the ranch as a healthy Skeptic.
00:46:58: Ich kam als gesunder Skeptiker auf die Ranch The Paranormal was not anything that I had pied attention to.
00:47:05: Mit paranormalen Themen hatte ich mich bis dahin überhaupt nicht
00:47:08: beschäftigt.".
00:47:09: Bryant Arnold, genannt Dragon übernimmt die Sicherheit der Ranch.
00:47:14: Brenton Fugel kennt ihn seit über drei Jahrzehnten – schon lange bevor er die Ranch kaufte, arbeitete Arnold immer wieder für ihn im privaten Sicherheitsbereich.
00:47:23: Als Fugl-Karriere-Eigentümer wird, bittet er seinen langjährigen Freund deshalb den Schutz des Geländes zu übernehmen!
00:47:30: Seinen Spitznamen hat Arnold übrigens nicht selbst erfunden.
00:47:38: Der Name stammt ursprünglich von einem Sicherheitsmitarbeiter aus der Bigelow-Zeit, ein Besucher hielt Arnold später für diesen Mann.
00:47:46: Brandon Fugl übernahm den Spitzname und seitdem blieb erhaften.
00:47:51: Jim Morris übernimmt organisatorische Aufgaben.
00:47:54: Später kommt Travis Taylor hinzu, ein Ingenieur und Astrophysiker der bereits an Projekten für das amerikanische Verteidigungsministerium und die Raumfahrtindustrie gearbeitet hat.
00:48:04: Auf dem Gelände entstehen Kamerapositionen, Wetter- und Strahlungssensoren, Funkempfänger und einen Kontrollraum mit zahlreichen Monitoren.
00:48:13: Die Ranch wird rund um die Uhr beobachtet.
00:48:15: Die offizielle Website spricht heute von vierundsechzig Kameras, daneben kommen je nach Experiment Radar, Wärmebildtechnik, GPS-Sender, Laser, Drohnen, Spektrumanalysatoren, Bodenradar und Höhenraketen zum Einsatz.
00:48:30: Das klingt nach einem erheblichen Unterschied zu den neunzelten Neunzigerjahren!
00:48:34: Nun sollen technische Systeme Ereignisse unabhängig von menschlicher Erinnerung aufzeichnen.
00:48:40: Zunächst soll davon möglichst wenig nach außen dringen – Fugel bleibt vier Jahre lang anonym.
00:48:46: Als er, für Jeremy Corbill's Dokumentarfilm Hand vor der Skinwalker interviewt wird, lässt er Gesicht und Stimme unkenntlich machen.
00:48:55: Erste März, bestätigt er öffentlich, dass er der neue Eigentümer ist.
00:49:00: Gegenüber dem Magazin Wise erklärt er die Ranch-Passe so wenig zu seinem normalen Geschäftsleben das er sich um die Reaktion von Kunden und Kollegen gesorgt habe.
00:49:09: Drei Wochen später, am einunddreißigsten März zwei-tausendzwanzig startet auf dem History Channel die Serie The Secret of Skinwalker Ranch.
00:49:18: Produziert wird sie von Prometheus Entertainment der selben Produktionsfirma, die für History bereits the Curls Of Oak Island herstellt.
00:49:27: auch dort untersucht ein festes Team über viele Staffeln einen rätselhaften Ort führt technische Experimente durch entdeckt mögliche Hinweise und endet regelmäßig mit neuen Fragen.
00:49:37: Die strukturelle Verwandtschaft ist deutlich.
00:49:39: Nicht die Auflösung trägt das Format, sondern die fortgesetzte Suche.
00:49:44: Die erste Staffel besteht aus acht Folgen – schon ihre Titel zeigen welche Dramaturgie die Serie verwendet.
00:49:51: It geht nicht nur darum ob Messgeräte etwas registrieren.
00:50:02: The Ranch wird von Beginn an wie ein handelnder Gegner inszeniert.
00:50:06: Wer gräbt sticht in einen Nest!
00:50:08: Wer ein Experiment durchführt, provoziert möglicherweise eine Reaktion.
00:50:13: Ein technisches Problem ist dadurch nicht einfach ein technisches problem – es kann ein Zeichen dafür sein dass der Ort sich wehrt.
00:50:21: Normalerweise beginnt ein Experiment mit einer klaren Fragestellung.
00:50:24: dann wird festgelegt was gemessen werden soll welche Fehlerquellen existieren welche Kontrollen nötig sind und welches Ergebnis eine Hypothese stützen oder widerlegen würde.
00:50:34: Auf der Range funktioniert die Abfolge oft anders.
00:50:37: Zuerst steht die Erwartung, dass dort etwas Ungewöhnliches geschieht.
00:50:42: Dann wird ein Experiment aufgebaut.
00:50:43: Sobald ein Gerät ausfällt und ein Signal erscheint oder ein Teilnehmer körperliche Beschwerden meldet, wird dieses Ereignis in den bereits vorhandenen Zusammenhang eingeordnet.
00:50:53: Die Möglichkeit das Nichts geschieht hat kaum dramaturgischen Wert.
00:50:57: Ein problemlos gestarteter Wetterballon eine korrekt geflogen Drohne oder einen gleichbleibender Messwert ergeben keinen Fernsehen.
00:51:04: Ein GPS-Gerät, das plötzlich eine unplausible Flugbahn aufzeichnet.
00:51:08: Eine Rakete die von Kurs abweicht ein Funkgerät mit Störgeräuschen oder einer Batterie, die unerwartet leer ist erzeugen sofort eine neue Szene.
00:51:16: Das Muster wiederholt sich über Staffeln hinweg.
00:51:19: Das Team versammelt sich an einem Ort der bereits als auffällig gilt.
00:51:22: Travis Taylor erklärt das geplante Experiment und betont häufig dass Geräte oder Verfahren besonders leistungsfähig sein.
00:51:30: Anschließend dritt eine Unregelmäßigkeit auf Jemand ruft die anderen zusammen, im Kontrollraum werden Kurven Punkte oder Videoausschnitte betrachtet.
00:51:37: Aus einer technischen Abweichung wird eine Anomalie aus mehreren Abweischungen möglicherweise ein Muster.
00:51:43: Am Ende bleibt offen was sie verursacht hat.
00:51:47: Das ist nicht automatisch unredlich.
00:51:49: Messgeräte liefern tatsächlich fehlerhafte oder unerwartete Werte.
00:51:53: gerade deshalb existieren Kalibrierungen, Kontrollmessungen und Wiederholungen.
00:51:57: GPS-Daten können durch Abschattung, Mehrwegausbreitung, Softwarefehler oder schlechte Satellitengeometrie verfälscht werden.
00:52:04: Drohnen verlieren Verbindungen, Raketen fliegen bei Wind- oder technischen Defekten anders als geplant.
00:52:10: Funkfrequenzen können von zahlreichen ördlichen Quellen belegt sein!
00:52:14: Die entscheidende Frage lautet daher nicht ob eine Abweichung auftritt – sie lautet, ob gewöhnliche Ursachen systematisch ausgeschlossen wurden.
00:52:22: Genau dieser Arbeit lässt sich im Fernsehen nur schwer beurteilen.
00:52:26: Die Zuschauer sehen ausgewählte Minuten aus Untersuchungen, die Stunden oder Tage dauern können.
00:52:31: Wir erfahren selten vollständig wie viele Messungen problemlos verliefen – welche Geräte parallel dasselbe Phänomen erfassten?
00:52:38: Wie oft ein Experiment wiederholt wurde oder welche Ergebnisse bei Vergleichstest außerhalb der Range entstanden sind?
00:52:44: Der Schnitt zeigt das Ereignis, das für die Folge Bedeutung erhält.
00:52:49: Er zeigt nicht zwingend den vollständigen Datensatz!
00:52:52: Die Serie sitzt dabei durchaus reale Technik.
00:52:54: ein Radar ist real.
00:52:56: Wärmebildkameras sind real, Spektrum-Analysatoren Geigerzähler GPS-Enfänger und Bodenradar sind reale Messinstrumente.
00:53:05: Auch ein kostenloses Audioprogramm wie Audacity ist ein legitimes Werkzeug um eine Aufnahme anzusehen oder Frequenzen zu analysieren.
00:53:13: Komisch wird es nicht dadurch dass ein solches Programm verwendet wird.
00:53:16: komisch wird das durch die Inszenierung in der bereits das Öffnen einer Tonspur auf einem Laptop wieder Beginn einer forensischen Entdeckung behandelt.
00:53:24: Die Instrumente verleihen der Szene Autorität, großer Antennen, blinkende Kontrollräume, Hubschrauber, Raketen und reinen von Monitoren signalisieren.
00:53:32: Hier wird nicht nur erzählt, hier wird gemessen!
00:53:35: Doch Wissenschaft entsteht nicht aus der optischen Wirkung ihrer Geräte – sie entsteht aus überprüfbaren Methoden.
00:53:41: Ein gutes Beispiel liefert die sogenannte Triangle Area ein Bereich innerhalb der Ranch, der in der Serie zunehmend zum Zentrum der Untersuchungen wird.
00:53:49: Das Team startet dort Raketen, lässt GPS-Sender aus Hubschraubern fallen, richtet Laser in den Himmel und setzt Radar oder Drohnensysteme ein.
00:53:57: Als einzelne GPS-Kapseln scheinbar seitlich versetzt zu Boden gehen oder ungewöhnliche Höhenwerte aufzeichnen entsteht die Vermutung über dem Gelände könne sich eine unsichtbare Barriere oder eine andere räumliche Anomalie befinden.
00:54:10: In einer späteren Folge wird ein Lichtpunkt gefilmt der neben einem Laserstrahl aufsteigt und anschließend verschwindet.
00:54:16: Fugel fragt daraufhin, ob möglicherweise ein Portal aufgezeichnet worden sei.
00:54:21: Die offizielle History-Darstellung präsentiert beide Vorgänge ausdrücklich als miteinander verbundene Hinweise.
00:54:28: Das Problem liegt nicht darin die Portalhypothese auszusprechen.
00:54:31: Ungewöhnliche Hypothesen sind erlaubt.
00:54:33: das Problem liegt in der Entfernung zwischen Beobachtung und Schlussfolgerungen.
00:54:38: Ein verschwunderer Lichtpunkt kann zahlreiche Ursachen haben verändert der Helligkeit, Perspektive, Fokus, Kompression ein Objekt das seine Richtung ändert oder einen Sensorartifakt.
00:54:48: Um ein Portal als Erklärung ernsthaft zu prüfen müsste zunächst gezeigt werden dass überhaupt ein physisches Objekt verschwand an welcher Position es sich befand wie schnelles Flug und ob weitere unabhängige Sensoren das Silberereignis registrierten.
00:55:02: In der Fernseherzählung wird diese Prüfkette häufig durch eine Frage ersetzt Könnte das ein Portal gewesen sein?
00:55:10: Diese Formulierung ist wirkungsvoll, weil sie streng genommen nichts behauptet.
00:55:15: Sie öffnet nur eine Möglichkeit – wiederholt man sie oft genug bleibt beim Publikum trotzdem eine Verbindung zurück Lichtpunkt und Portal GPS-Fehler und unsichtbare Barriere Funkstörungen und unbekannte Energiequelle.
00:55:28: Ähnlich funktioniert die Untersuchung der MESA des felsigen Höhenzugs am Rand der Ranch.
00:55:34: Bohrungen treffen dort nach Darstellung des Teams auf Widerstand.
00:55:37: Bohrstangen werden abgelenkt, aus dem Bohrmaterial kommen kleine Metallfragmente und dreidimensionale Messungen sollen Hohlräume oder ungewöhnliche Strukturen anzeigen.
00:55:47: Daraus entwickelt sich über mehrere Staffeln die Vorstellung – im Inneren können sich ein großes kuppelartiges Objekt befinden!
00:55:54: Die offizielle History-Zusammenfassung spricht sogar von einem massive dome shaped Object.
00:56:00: Belegt es allerdings nur dass Bohrungen auf schwieriges Material trafen und Proben analysiert wurden….
00:56:06: ob die Daten tatsächlich einen Künstliches Objekt ergeben, lässt sich ohne vollständige geologische Untersuchungen und öffentlich zugängliche Messereien nicht feststellen.
00:56:15: Auch der menschliche Körper wird zum Messinstrument –.
00:56:17: Mitglieder des Teams berichten von Kopfschmerzen, Druckgefühlen, Übelkeit oder Desorientierung.
00:56:23: Besonders Thomas Winterton erzählt von einer schweren Schwellung am Hinterkopf die Medizinich untersucht wurde und die er mit einem Aufenthalt auf der Ranch verbindet.
00:56:33: Fugel verweist den Interviews darauf, dass Teammitglieder ins Krankenhaus gebracht worden seien und Besucher vor dem Betreten eine Haftungserklärung unterschreiben müssten.
00:56:41: Die Beschwerden der Beteiligten sind damit als Erfahrung dokumentiert – ihre Ursache leider nicht.
00:56:47: Im Format verschwimmen diese Ebenen leicht.
00:56:50: Jemand bekommt Kopfschmerzen während ein Gerät einen erhöhten Wert anzeigt.
00:56:54: Beides geschieht zeitlich nahe beieinander.
00:56:56: Daraus entsteht die Frage ob eine unbekannte Strahlung den Körper getroffen habe.
00:57:01: Für eine medizinische oder physikalische Kausalität reicht die zeitliche Nähe allerdings nicht.
00:57:06: Man müsste wissen, welche Strahlungsart gemessen wurde in welcher Dosis mit welchem Instrument über welchen Zeitraum und ob die Expedition überhaupt geeignet wäre, die beschriebenen Symptome zu verursachen?
00:57:18: Die Serie lebt davon diese Unsicherheit nicht aufzulösen!
00:57:22: Sie kann sie auch kaum auflösen ohne ihr eigenes Format zu gefährden.
00:57:25: Wäre jeder Geräteausfall nach wenigen Minuten geklärt bleibt wenig vom Geheimnis.
00:57:31: Würde eine Messung dagegen tatsächlich eine reproduzierbare neue physikalische Erscheinung zeigen, müsste die Untersuchungen im Rahmen eines Reality-Formats verlassen und in Fachpublikationen unabhängigen Laboren und internationalen Forschungsteams fortgesetzt werden.
00:57:45: Bislang ist das nicht geschehen!
00:57:48: Das Team veröffentlicht zwar Messbilder, Zusammenfassungen und inzwischen auch Daten für zahlende Mitglieder der Ranch-Plattform.
00:57:55: Eine geschlossene Sammlung eigener Daten ist jedoch noch keine unabhängewissenschaftliche Bestätigung.
00:58:00: Für eine solche Bestätigung wären nachvollziehbare Versuchsanordnungen, vollständige Rohdaten, dokumentierte Fehlergrenzen, externe Kontrollen, Replikationen und Fachbegutachtungen notwendig.
00:58:11: Wie weit die Ranch-Untersuchungen davon entfernt sind zeigt ein Vergleich mit ernsthaften UAP Forschungsprojekten.
00:58:18: Das Galileo Project um AV-Lope beschreibt beispielsweise vorab, welche Instrumente eingesetzt werden.
00:58:24: Welche physikalischen Größen gemessen werden sollen und wie mehrere Sensorarten ein Ereignis unabhängig voneinander bestätigen müssen.
00:58:31: Kameras, Radar, Spektralanalyse, Akustik und Umweltdaten sollen nicht bloß möglichst viele ungewöhnliche Signale liefern sondern Artefakte voneinander trennen.
00:58:41: Genau diese Verbindung zwischen Fragestellung Messgröße und Ausschlussverfahren macht aus Technik eine Methode.
00:58:48: Bei The Secret of Skinwalker Ranch steht dagegen häufig das Ereignis im Mittelpunkt nicht die Fehler-Analyse.
00:58:53: Wenn eine Rakete explodiert, sucht die Hochgeschwindigkeitskamera anschließend nach etwas, dass gleichzeitig im Bild erscheint – in Staffel viel wird dabei eine wolkenartige Form entdeckt, die von der Sendung als Blob bezeichnet wird!
00:59:07: Weil sie an der Stelle sichtbar ist, an der die Rakete versagt wird sie als mögliche Anomalie behandelt.
00:59:12: Die Frage ob Sie aus Rauch, Verbrennungsprodukten, Bildverarbeitung oder einem anderen normalen Teil der Explosion hervorgegangen sein könnte erhält in der Tremantogie weniger Gewicht als die Vorstellung die Raketen habe auf etwas Unsichtbares getroffen.
00:59:25: Das wirkt stellenweise unfreiwillig komisch weil das Team jede neue Abweichung mit derselben Ernsthaftigkeit behandelt.
00:59:32: Ein Gerät fällt aus und sofort stehen mehrere Männer vor einem Monitor, eine Kurve verändert sich.
00:59:36: Und jemand spricht von etwas das man noch nie gesehen habe.
00:59:39: Dragon warnt vor Gefahr Thomas spürt Druck im Kopf Travis fordert weitere Raketen und Fugel erscheint per Video oder Hubschrauber um sich den neuesten Stand erklären zu lassen.
00:59:49: Der Humor entsteht nicht daraus dass die Beteiligten dumm wären.
00:59:53: Das sind sie nicht!
00:59:54: Travis Taylor verfügt über mehrere naturwissenschaftliche und technische Abschlüsse.
00:59:58: Eric Bart kennt die installierten Systeme.
01:00:01: Andere Fachleute werden für Radar, Drohnen, Bohrungen, Tiermedizin oder Geologie hinzugezogen.
01:00:07: Der Humor entsteht aus der Lücke zwischen ihrer erkennbaren Fachkompetenz und einem Fernsehformat, das fast jedes Ergebnis in dieselbe Richtung zieht.
01:00:15: Auf der Ranch ist erneut etwas geschehen!
01:00:18: Diese Lücke wird besonders sichtbar wenn gewöhnliche Wissenschafts- und Reality TV unterschiedliche Bedürfnisse haben.
01:00:24: Wissenschaft belohnt ein negatives Ergebnis.
01:00:26: Zeigt eine Experiment, dass eine Vermutung falsch war?
01:00:29: Ist es einer Erkenntnis?
01:00:31: Reality TV braucht dagegen Bewegung.
01:00:33: Ein negatives Ergebnis muss deshalb entweder verkürzt werden oder zur Vorbereitung des nächsten Versuchs dienen.
01:00:39: Das Rätsel darf kleiner werden, aber nicht verschwinden.
01:00:43: So entwickelt die Serie eine eigene Form der Eskalation.
01:00:46: In Staffel eins geht es noch um einzelne Messungen, Vieh, Strahlungswerte und die Frage ob gegraben werden darf.
01:00:53: Später kommen größere Raketen Hubschrauber Schwärme aus hunderten Thronen, Hochleistungsradar, Laser, Bohrgeräte und kontrollierte elektrische Entladungen hinzu.
01:01:04: Staffel sieben wirbt in dem Jahr mit keramischen Metallen aus der Mesa verborgenen Objekten neuen Bohrungen, Hochspannungsexperimenten und weiteren Raketen.
01:01:14: Nach sieben Staffeln und mehr als einhundert ausgestrahlten Folgen ist die Versuchsanordnung größer geworden – die grundlegende Schlussfolgerung bleibt dieselbe.
01:01:23: Etwas scheint da zu sein!
01:01:25: Aber noch lässt sich nicht sagen, was.
01:01:30: Auch sprachlich hat die Serie dafür ein stabiles System.
01:01:33: Die offiziellen Episodentexte sprechen von schockierenden Hinweisen, verstörenden Phänomenen, gefährlichen Reaktionen und unglaublichen Entdeckungen.
01:01:43: Das sind keine zufälligen Ausnahmen sondern das Vokabular eines Formats, dass wissenschaftliche Untersuchung als fortgesetzte Konfrontation erzählt.
01:01:51: Bereits in Staffel eins heißt es, die Ranch reagiere in dangerous Ways.
01:01:55: Sobald gegraben werde.
01:01:57: In den Jahren im Jahr im Jahr zum Jahr zum Jungs wird neue Hinweise weiterhin als Shocking wie Wildering oder Mindbending angekündigt.
01:02:04: Die Ranch wird zur Figur.
01:02:06: Sie kann reagieren sich widersetzen Geräte beeinflussen Menschenwahnen und Experimente bestrafen.
01:02:12: Fugil selbst beschreibt das Gelände als Ort dessen Stimmung sich innerhalb eines Augenblicks verändern könne.
01:02:18: In ruhigen Momenten sei's friedlich Im nächsten könne es bedrohlich wirken.
01:02:22: Diese Personifizierung war bereits in älteren Ranch-Geschichten angelegt, das Fernsehen macht daraus ein dauerhaftes Erzählprinzip.
01:02:30: The Fugil erfüllt die Serie mehrere Funktionen gleichzeitig.
01:02:34: Sie öffnet einen zuvor streng abgeschottetes Gelände für Millionen Publikum.
01:02:39: Die dokumentiert einen Teil der laufenden Untersuchungen und macht aus der Ranch eine international erkennbare Marke.
01:02:45: sie verschiebt auch die Frage nach Belegen Nicht mehr nur einzelne Forschende oder Journalisten berichten.
01:02:51: Das Publikum kann nun dabei zusehen, allerdings durch Kameras, Auswahl und Schnitt einer Unterhaltungsproduktion.
01:02:57: Transparenz bedeutet nicht nur dass Kameras anwesend sind, transparent bedeutet auch das andere Menschen die Motoren prüfen und dieselben Ergebnisse unabhängig reproduzieren können.
01:03:07: Fernsehen zeigt Sichtbarkeit, Wissenschaft verlangt Nachvollziehbarkeit.
01:03:11: Trotzdem wäre es zu einfach die Serie nur als Täuschung oder inszenierten Unsinn abzutun.
01:03:16: Die zeigt reale Menschen, reale Geräte und reale technische Schwierigkeiten.
01:03:21: Einige Aufnahmen oder Messwerte können tatsächlich ungeklärt bleiben.
01:03:25: Ungeklärt ist jedoch keine eigene Ursache – es ist ein Arbeitsstand!
01:03:30: Die Serie behandelt diesen Arbeitsstand als Motor.
01:03:34: Jede offene Frage begründet das nächste Experiment.
01:03:36: Jeder Fehler kann ein Hinweis sein.
01:03:38: Jeder erfolglose Bohrung führt zu einer größeren Bohrungen.
01:03:41: Jende Rakete die keiner Antwort liefert schafft einen Grund eine weitere zu
01:03:45: starten.".
01:03:46: Die Serie hat den Mythos der Ranch nicht nur verfilmt, sie hat eine Maschine gebaut mit der er sich fortlaufend selbst produziert.
01:03:54: Die Shermans erzählten rückblickend von Vorfällen.
01:03:57: Bigelow untersuchte das Gelände unter Aufschluss der Öffentlichkeit.
01:04:00: Brandon Fugel verbindet beides – permanente Beobachtungen und permanente Erzählungen.
01:04:05: Auf der Ranch laufen die Kameras weiter weil jederzeit etwas geschehen könnte.
01:04:08: Und wenn etwas geschieht beginnt die Arbeit des Fernsehens!
01:04:15: Ein Ort wird nicht allein dadurch zur Marke, dass viele Menschen seinen Namen kennen.
01:04:20: Er hört zur Markel wenn der Name unabhängig vom eigentlichen Ort funktioniert.
01:04:25: Bei der Ranch beginnt der Prozess spätestens zwei tausendfünf mit Hand vor das Skinwalker.
01:04:31: Das Buch von Callerher und Knap bündelt die Berichte der Shermans, die Untersuchungen von NIDS und zahlreiche weitere Erzählungen zu einer gemeinsamen Geschichte.
01:04:41: Leser müssen die Ranch nicht besuchen und auch keine Karte von Utah kennen.
01:04:44: Der Name reicht aus, um eine bestimmte Vorstellung aufzurufen – Ufos, Tierverstümmelungen, unbekannte Wesen, Portale und ein Forschungsprojekt das immer kurz vor einer Erklärung zu stehen scheint.
01:04:56: In dem Jahr im Jahr ist es nicht nur der Titel des Buches sondern auch dessen Grundidee.
01:05:04: Die Ranch wird als außergewöhnlichster paranormaler Forschungsort der Welt präsentiert.
01:05:09: Corbelle kombiniert Interviews, ältere Aufnahmen und Aussagen von Betaligten zu einer visuellen Chronik.
01:05:15: Brenton Fugel erscheint darin noch anonymisiert.
01:05:18: Der Film bereitet damit genau den Übergang vor der zwei Jahre später im Fernsehen vollzogen wird.
01:05:23: – die Ranch ist kein Gerücht mehr über das andere sprechen.
01:05:26: Sie ist ein Ort an dem Kameras scheinbar unmittelbar dabei
01:05:29: sind.".
01:05:30: Mit The Secret of Skinwalker Ranch beginnt in den Jahr-Zwischen die dauerhafteste Form dieser medialen Verwertung.
01:05:36: Die Serie liefert nicht nur eine einzelne Dokumentation, sondern jede Woche neue Bilder, neue Experimente und neue Begriffe.
01:05:43: Aus der Mesa wird die Mesa – aus einem Bereich über dem Triangle wird die Anomalie.
01:05:49: Später kommen der Blob- und die Bubble hinzu.
01:05:52: Was ursprünglich als unübersichtliche Sammlung von Berichten begann erhält feste Orte wiederkehrende Figuren ein eigenes Vokabular.
01:06:00: Das dieses System funktioniert zeigt das Spin Off Beyond.
01:06:04: Skinwalker Ranch Seit Jahrzehnte reißt ein weiteres Team zu anderen angeblichen Hotspots in den Vereinigten Staaten.
01:06:12: Untersucht werden unter anderem die Bredschar Ranch, das Bridgewater Triangle, Mount Chester und verschiedene weitere Grundstücke.
01:06:20: Der Markenname Skinwalker Ranch dient dabei als Qualitätsversprechen.
01:06:24: was dort geschieht soll mit denselben Geräten Begriffen und Erwartungen auch an anderen Orten gesucht werden.
01:06:30: Im Juli, fürd History drei Staffeln mit insgesamt twenty-fünf Folgen.
01:06:36: Parallel dazu wandert die Ranch in Podcasts.
01:06:39: George Knapp und Jeremy Corbell dreht mehrfach bei Joe Rogan auf.
01:06:44: In Episode eintausend fünfhundertzehn vom Juli zwanzig gehört Handvolles Skinwalker ausdrücklich zu den besprochenen Büchern.
01:06:52: Weitere gemeinsame Auftritte folgen zwei tausendzwanzig und zweitausenddreiundzwanziger.
01:06:57: Solche Gespräche dauern mehrere Stunden und verbinden die Ranch mit einem größeren Erzählfeld aus UFOs, Geheimprogrammen, Whistleblowern und angeblich unterdrückten Beweisen.
01:07:07: Aus einer Geschichte über ein einzelnes Grundstück wird dadurch einen Baustein in einer viel umfassenderen Gegenwartserzählung über staatliche Geheimhaltung.
01:07:15: Daneben entstehen eigene Podcasts rund um die Ranch.
01:07:19: Das Skinwalker Debrief begleitet die erste Fernsehstoffe, diskutiert einzelne Folgen und führt Interviews mit Brenton Fugel oder Mitgliedern des Teams Off the Ranch verspricht dagegen Gesperreche über Daten und Material, das im Fernsehen nicht ausreichend gezeigt wurde.
01:07:33: Die Ranch produziert damit nicht mehr nur Geschichten – sie produziert Anschlussformate in denen die Geschichten erklärt verteidigt und erweitert werden.
01:07:41: Auf YouTube lässt sich dieser Prozess noch einmal beschleunigt beobachten!
01:07:45: Dort werden lange Interviews in kurze Ausschnitte zerlegt, einzelne Lichtpunkte vergrößert, Raketenstaats analysiert und ganze Episoden in wenigen Minuten zusammengefasst.
01:07:54: Jede Unregelmäßigkeit kann aus dem Zusammenhang gelöst und als Eigenständiger belegt verbreitet werden.
01:08:00: Gleichzeitig stehen skeptische Analysen, Reaktionsvideos, Parodien und Zusammenschnitte direkt daneben.
01:08:06: Die Ranch funktioniert also in völlig entgegensetzten Deutungen – als möglicher Beweis für eine unbekannte Intelligenz und als unfreiwillige Comedy über Männer die sehr ernst auf Bildschirme schauen.
01:08:18: Auch Memes folgen dieser Logik.
01:08:19: dass immer gleiche Muster der Serie lässt sich leicht verkürzen.
01:08:23: Ein Gerät funktioniert nicht, jemand ruft die anderen zusammen, Dragon warnt vor Gefahr, Trials möchte eine Rakete starten.
01:08:29: Wer die Sendung kennt braucht keine Erklärungen mehr – Die Figuren und Abläufe sind wieder erkennbar genug um außerhalb der eigentlichen Episode zu funktionieren.
01:08:38: Auf TikTok verschwimmt die Ranch zusätzlich mit dem wesentlich größeren Internet-Mythos des Skinwalkers.
01:08:44: Seit den frühen, zwanziger Jahren verbreiten sich dort inszenierte Warnmeldungen vermeintliche Sichtungen und kurze Horrorvideos in denen Skinwalker überall auftauchen könnte.
01:08:54: In Ohio, London oder im eigenen Garten.
01:08:57: Diese Videos handeln meist nicht von der Ranch und noch weniger von den kulturellen Vorstellungen der Liné – die zeigen aber wie wertvoll der Name geworden ist….
01:09:06: er muss kaum noch erklärt werden!
01:09:08: Skinwalker genügt als Signal für eine bestimmte Art von Internetangst.
01:09:13: Die Rennig selbst besitzt inzwischen ein eigenes wirtschaftliches Ökosystem.
01:09:18: Über die offizielle Webseite werden kostenpflichtige Insiderzugänge angeboten, Livestreams von Überwachungskameras, zusätzliches Videomaterial, Fragerunden mit dem Team und Einblicke im Kontrollraum.
01:09:30: Im offiziellen Shop gibt es Shirts, Pullis, Kappen, Aufkleder und Kleidungen mit dem Umriss des Grundstücks.
01:09:36: Ein privates Stück Land wird buchstäblich zum Logo.
01:09:40: Das ist nicht nur gewöhnliches Merchandise zu einer Fernseh-Serie, die Marke verkauft zwei widersprüchliche Dinge gleichzeitig.
01:09:48: Einerseits bleibt die Ranch verschlossen – bewacht und für die Öffentlichkeit unzugänglich.
01:09:53: Andererseits kann jeder gegen Bezahlung näher heranrücken über Folgen, Podcasts, Livestreams, Zusatzmaterial oder Produkte.
01:10:01: Die Grenze des Grundstücks wird dadurch nicht aufgehoben, sie wird
01:10:04: kommerzialisiert.".
01:10:06: Aus einem Ort, über den eine Familie ungewöhnliche Geschichten erzählte wurde ein Forschungsobjekt.
01:10:11: Auf dem Forschungsobjekt wurde ein Buch aus dem Buch eine Fernsehserie und aus der Serie entstanden einen Spin-off, Podcasts, Livestreams, Insiderzugänge und ein eigener Shop.
01:10:21: Die Ranch musste dafür nichts mehr beweisen.
01:10:23: sie muss nur geheimnisvoll bleiben.
01:10:28: Wenn ihr bis hierhin aufmerksam zugehört habt ist euch vielleicht etwas aufgefallen.
01:10:33: Wir haben über UFOs gesprochen, über riesige Wölfe, verstimmelte Rinder, Lichter am Himmel.
01:10:37: Über Forschungsprogramme des Pentagon, Fernsehserien, Raketen und angebliche Portale.
01:10:43: Aber über Skinwalker?
01:10:45: Eigentlich kaum!
01:10:47: Und das hat einen einfachen Grund – denn zwischen der Skinwalker-Range und den Skinwalkern besteht eine Verbindung die viele Menschen für älter halten als sie tatsächlich ist.
01:10:56: Erinnern wir uns noch einmal unsere letzte Folge.
01:10:58: Dort ging es um die Diné, außerhalb ihrer Gemeinschaft meist als Nevehoh bezeichnet.
01:11:03: Wir haben darüber gesprochen, dass der Begriff Skinwalker aus ihrem kulturellen und spirituellen Zusammenhang stammt.
01:11:09: Gemeint das kein Monster, das nachts durch die Wüste streift, sondern ein Mensch dem zugeschrieben wird, Wissen und Fähigkeiten bewusst zum Schaden anderer einzusetzen?
01:11:17: Diese Vorstellungen gehören zur Kultur der Diné – nicht zur Kultur.
01:11:23: Die Ranch liegt mehrere hundert Kilometer nördlich der Navajo Nation in einer Region, die historisch mit der Youth Tribe verbunden ist.
01:11:30: Wer heute den Namen Skinwalker Ranch hört könnte deshalb leicht annehmen dieser Ort sei seit Jahrhunderten für Skinwalker bekannt gewesen.
01:11:37: doch genau dafür gibt es keine belastbaren historischen Belege.
01:11:42: Weder ethnografische Arbeiten über die Youth noch frühe Beschreibungen der Regionen nennen eine Ranch die als Aufenthaltsort von Skinwalkern gegolten hätte.
01:11:51: Auch in den Berichten der Sherman-Familie aus den Jahren neunundneinzig und sechsundneunzig spielen Skinwalker praktisch keine Rolle.
01:11:59: Die Shermans sprechen von Lichtern, ungewöhnlichen Tieren, Stimmen und verschwundenen Vieh – nicht von Gestaltwandern aus der Tradition der Dinee.
01:12:07: Erst nach dem Kauf durch Robert Bigelow verändert sich die Erzählung langsam.
01:12:11: Im Umfeld von NIDS tauchen zunehmend Hinweise auf indigene Überlieferungen auf.
01:12:16: Dabei wird unter anderem die Geschichte erzählt, Neverhow hätten das Gebiet der heutigen Ranch nach einem Konflikt mit den Juden verflucht und dadurch Skinwalker in die Region geschickt.
01:12:25: Diese Erzählung ist heute außerordentlich bekannt – historisch belegen lässt sie sich jedoch kaum!
01:12:31: Die wenigen veröffentlichten Versionen unterscheiden sich deutlich voneinander, erscheinen erst sehr spät und lassen sich bislang nicht auf eine nachweisbare traditionelle Überlieferung zurückführen.
01:12:40: Ethnologinnen und Ethnologen, die sich mit dem Diné oder den Jud beschäftigen führen diese Geschichte in ihren grundlegenden Arbeiten nicht als historisch dokumentierte Überlieferung.
01:12:50: Der Wendepunkt ist schließlich das Jahr zwei-tausendfünf.
01:12:53: Mit dem Buch Handvolles Skinwalker erhält die Ranch nicht nur ihre bis heute bekannteste Veröffentlichung, sie erhält auch den Namen unter dem sie weltweit berühmt wird.
01:13:02: Der Begriff verbindet plötzlich ganz unterschiedliche Dinge miteinander – eine Ranch in Utah, die Untersuchungen von NIDS, Ufus, Tierverstümmelung und ein Wort aus der Kultur der Diné.
01:13:13: Das wirkt heute selbstverständlich.
01:13:15: Tatsächlich entstand sie aber erst im Laufe der öffentlichen Erzählung.
01:13:19: Das macht den Namen Skinwalker Ranch weniger zur historischen Ortsbezeichnung als zu einem Symbol, erbündet sehr unterschiedliche Geschichten unter einem einzigen Begriff.
01:13:29: Genau deshalb denken heute viele Menschen bei Skinwalkern zuerst an eine Ranch in Utah und nicht an kulturelle Tradition aus der dieser Begriff ursprünglich stammt.
01:13:42: Der berühmtestes Skinwalker-Ort der Welt war ursprünglich gar keiner.
01:13:46: Er wurde erst einer, das war also die Skinwalker Ranch ein Ort den man leider nicht besuchen darf aber dem man bestimmt gerne mal besuchen würde... Also ich würde mich bereit erklären da mal hinzugehen und in Homestead eins oder homestead zwei einen Schlafsack reinzulegen und zu gucken was passiert.
01:14:07: Das würde mich echt mal interessieren.
01:14:08: Generell so Geisterhäuser.
01:14:09: wenn ihr zufällig ein Geisterhaus besitzt ladet mich mal ein, es wäre ja wahrscheinlich auch mit.
01:14:15: Und dann gucken wir, ob da wirklich geister sind.
01:14:17: Vielleicht werden wir noch zu richtigen Believern auf einmal?
01:14:19: Das
01:14:19: wäre so toll!
01:14:20: Bei mir ist halt sowas noch nie passiert.
01:14:21: Man hört immer die Geschichten und weiß dann aber nicht, ja.
01:14:24: Aber dazu müsste ich erst mal an einen Ort kommen... ...aber jetzt haben wir nächste Woche den achtzehnten August und da passiert etwas.
01:14:34: Radio Obskura wird dreihundert vierundsechzig Tage alt, also das Eintag vor unserem Geburtstag sozusagen.
01:14:39: Da machen wir was ganz Besonderes, also wir machen nicht was ganz besonderes.
01:14:42: Wir machen einfach nur ein Ein kleines Geburtstags-Special nächste Woche.
01:14:46: Danach gehen wir an einen Ort, der mindestens genauso legendär ist wie die Skinwalker Ranch Lego Land.
01:14:53: Aber in Dänemark?
01:14:54: In Dänemark genau!
01:14:55: Wir fahren schon ins OG Lego Land und im OG Lego land werden wir natürlich auch die Mikrofone einpacken und dann gehts zwei Wochen nach unserem Geburtstag nicht um Lego.
01:15:07: keine Sorge es werden nicht zwei Lego folgen aber Es wird sich was verändern.
01:15:11: Wir haben ja gesagt, die Snacks halten noch durch bis zum Geburtstag.
01:15:14: Das heißt das waren heute oder sind gleich heute die letzten Snacks, die wir machen.
01:15:17: So kurze Traum-Minutes vorbei!
01:15:21: Wir wissen doch nicht, was wir genau danach tun.
01:15:23: So nächste Woche wie gesagt erst mal ein kleines Special und dann aus Legoland schicken wir dann quasi Postkarten aus Legoland im Sinne von kleinen Stories, die zu den Hauptstories gehören.
01:15:34: Und wenn ihr euch in Dänemark auskennt, wisst ihr ja das bei Billund ist auch Yelling mit den Brunnensteinen und den Grabhügeln.
01:15:41: Die werden wir uns auch anschauen.
01:15:42: Und ja daraus werden dann bestimmt zwei schöne Folgen basteln mit Themen aus Dänemark live aus Legoland sozusagen.
01:15:50: Wir freuen uns schon drauf.
01:15:51: Total!
01:15:53: Deswegen heute mal keinen Abschluss Talk sondern wir werden jetzt in Würde zum letzten Mal Snacks einsprechen.
01:16:02: Hört ihr so einen traurigen Song?
01:16:03: Genau, ich leg hier so richtig das Set irgendwas drunter.
01:16:08: Aber ihr wisst ja auch... Also hoffentlich wart ihr noch nicht auf Beerdigungen oder vielen Beerdighungen.
01:16:13: aber was traditionell dazugehört ist ein kleiner leichen Schmaus.
01:16:16: und hier kommt jetzt unser Leichenschmaus unseres Snacks um allerletzten Mal nach einem Jahr.
01:16:24: Erstens Die Ranch liegt nicht dort wo viele sie vermuten.
01:16:28: Nach unserer letzten Folge verbinden viele dem Begriff Skinwalker wahrscheinlich mit den Diné, die außerhalb ihrer Gemeinschaft meist als Navajo bezeichnet werden.
01:16:37: Tatsächlich liegt die Skinwalker Ranch jedoch mehrere hundert Kilometer weiter nördlich in einer Region, die historisch mit dem Utitripe verbunden ist.
01:16:46: Der berühmte Name und der tatsächliche Ort passen also zunächst gar nicht zusammen.
01:16:51: Zweitens Die Skinwalker ranch wurde erst spät weltberühmt.
01:16:56: Die meisten berühmten Vorfälle sollen sich bereits Mitte der neunzehnten Neunzigerjahre ereignet haben.
01:17:01: Weltweit bekannt wurde die Ranch jedoch erst Jahre später, zunächst durch das Buch Hand for the Skinwalker und anschließend durch die Dokumentationen- und Fernsehserien darüber.
01:17:10: Obwohl heute fast jeder Mystery-Fan den Namen kennt war die Ranch lange Zeit kaum öffentlich bekannt.
01:17:16: Übrigens ist sie mit fünfhundert zwölf Acres also etwa zweihundertsieben Hektar sogar kleiner als ein durchschnittlicher landwirtschaftliche Betrieb in Utah.
01:17:24: Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums liegt die durchschnittliche Betriebsgröße dort heute bei rund sixhundertzehn Acres.
01:17:31: Außergewöhnlich war also nie ihre Größe, sondern ihr Ruf!
01:17:47: Auch dort berichten Zeugen von rätselhaften Lichtern, ungewöhnlichen Geräuschen und weiteren schwer einzuordnenden Phänomen.
01:17:55: Weltweit bekannt wurde der Ort zwar nie innerhalb der amerikanischen UFO-Forschung gilt Mali Woods aber bis heute als einer der interessantesten Vergleichsfälle.
01:18:10: Das Pentagon-Programm Advanced Aerospace Weapon System Applications Programm, kurz AWSAP beschäftigte sich nicht ausschließlich mit unbekannten Flugobjekten.
01:18:20: Zu den untersuchten Themen gehörten unter anderem neuartige Antriebssysteme, Tarntechnologien, Energiewaffen und weitere mögliche Zukunftstechnologien mit militärischer Relevanz.
01:18:31: Die Skinwalker Ranch war nur ein Teil eines deutlich größeren Programms.
01:18:35: Fünftens Warum fahren Menschen freiwillig an Spukorte?
01:18:39: In der Folkloreforschung gibt es dafür sogar einen eigenen Begriff – Legend Tripping.
01:18:45: Gemeint sind Reisen zu Orten, die bereits von Legenden umgeben sind in der Hoffnung dort selbst etwas Außergewöhnliches zu erleben.
01:18:54: Die Folloristinnen Diane Goldstein, Sylvia Engreider und Jeannie Banks-Thomas beschreiben dieses Phänomen als ein Kreislauf.
01:19:02: Der Ruf eines Ortes zieht Besucher an, Besucher erzählen neue Geschichten und genau diese Geschichten machen den Ort für die nächsten Besucher noch interessanter.
01:19:14: Ob auf der Skinwalker Ranch tatsächlich mehr passiert als anderswo muss am Ende jeder für sich selbst beurteilen.
01:19:20: Fest steht aber nur wenige Orte zeigen so eindrucksvoll wie engen Geschichten, Medien und unsere Faszination fürs unerklärliche Miteinander verboben sein können.
01:19:30: Damit endet unsere kleine Reise zur Skinwalker Pünktlich von unserem Podcast-Geburtstag.
01:19:36: Nächste Woche laden wir zu unserer kleinen Feier ein, zwar ohne Snacks aber hoffentlich mit euch!
01:19:43: Das war Radio Obscura.
01:19:46: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann bleibt auf Frequenz.
01:19:49: folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da.
01:19:51: Wir
01:19:52: hören uns bis dahin.
01:19:53: Bleibt
01:19:53: beim... bleib beim Spectrum einer Leiser
01:19:59: Bleibt bei euch
01:20:00: Bleibt im Dunkeln
01:20:01: Und radio aus.
01:20:02: Das war's, das war's.
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