#044: 1 Jahr Radio Obscura - Yōkai-Party
Shownotes
🎧 Worum geht’s in dieser Folge?
Radio Obscura wird ein Jahr alt und das feiern wir diesmal ohne Katastrophe, Mordfall oder großes Mysterium.
Stattdessen schauen Svea und Tim zurück auf das erste Jahr Radio Obscura und bekommen dabei Gesellschaft aus Japan. Acht Yōkai zeigen, dass Übernatürliches nicht zwangsläufig furchteinflößend sein muss: Manchmal reicht ein alter Regenschirm, ein ungeputztes Badezimmer, ein Stück Baumwolle oder ein Block Tofu.
Wir erzählen von Kasa-obake, Akaname, Shirime, Nurikabe, Bake-danuki, Ittan-momen, Bakezōri und Tōfu-kozō und davon, wie aus Alltagsgegenständen, merkwürdigen Begegnungen, Bildwitz und regionaler Folklore einige der eigenartigsten Wesen der japanischen Kulturgeschichte wurden.
Kapitel
(00:00:00) Opening: Partyvorbereitungen (00:01:14) Intro & Begrüßung (00:04:46) Kasa-obake - Ein Regenschirm reicht völlig (00:09:22) Akaname - Bitte putzt euer Badezimmer (00:13:41) Unsere Lieblingsfolgen (00:21:47) Shirime - Das Auge des Betrachters (00:26:31) Nurikabe - Hier geht es nicht weiter (00:31:47) Unser Standardgeburtstag (00:37:57) Bake-danuki - Ein Marderhund mit besonderen Talenten (00:44:19) Ittan-momen - Angriff der Baumwolle (00:48:48) Unsere Geburtstagssnacks (00:52:05) Bakezōri - Wenn die Schuhe gehen (00:56:32) Tōfu-kozō - Der Junge mit dem Tofu (01:01:28) Gästeranking und Verabschiedung
📚 Quellen & Literatur
• Foster, Michael Dylan (2009): Pandemonium and Parade: Japanese Monsters and the Culture of Yōkai. Berkeley. • Foster, Michael Dylan (2015): The Book of Yōkai: Mysterious Creatures of Japanese Folklore. Oakland. • International Research Center for Japanese Studies: Yōkai Database. Kyoto. • Metropolitan Museum of Art: Kasa ippon ashi (One-Legged Umbrella Monster), Gosōtei Hirosada, 1857. New York. • National Diet Library: Historical collections and materials on Yōkai and Toriyama Sekien. Tokyo. • Toriyama Sekien (1776): Gazu Hyakki Yagyō. • Yanagita Kunio (1938): Yōkai Meii.
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🎙️ Hosts: Svea & Tim
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00:00:01: Also, Getränke sind da.
00:00:02: Essen auch!
00:00:03: Zwei Flaschen Sekt Bier Alkoholfreiszeug Chips Kuchen.
00:00:07: Ich glaube wir haben alles
00:00:08: Tofu?
00:00:09: Haben wir?
00:00:10: Gut Wobei ich immer noch nicht verstehe warum wir für eine Geburtstagsfeier einen einzelnen Block Tofu brauchen.
00:00:16: Stand auf der Liste.
00:00:17: Der Liste steht auch dass wir alte Schuhe nicht unbeaufsichtigt um Flur stehen lassen sollen.
00:00:22: Dann würde ich mich dran halten.
00:00:24: Wer kommt heute eigentlich?
00:00:26: Gäste?
00:00:27: Ja ach Ich frage nur, warum.
00:00:30: bei einem davon steht bitte Badezimmer vorher gründlich reinigen.
00:00:33: Da solltest du sowieso machen wenn Gäste kommen?
00:00:36: Habe ich!
00:00:37: Dann gibts doch kein Problem.
00:00:38: Und beim anderen steht wir sollen Regenschirme nicht wegwerfen egal wie kaput sie aussehen und irgendjemand braucht offenbar sehr viel Platz
00:00:47: Sehr viel
00:00:48: Wieviel?
00:00:49: Ich habe das Wohnzimmer freigeräumt Für
00:00:51: einen Gast.
00:00:52: Sicher ist sicher
00:00:53: Okay, Getränke, Kuchen, Tofu.
00:00:55: Badezimmer sauber, Schulunterbeobachtung, Wohnzimmer leer.
00:00:58: Fehlt noch was?
00:00:59: Ich würde das Fenster zu machen!
00:01:01: Warum?
00:01:02: Wegen der Wäsche.
00:01:03: Was ist mit der Wæsche?
00:01:04: Mach
00:01:04: einfach das Fenst dazu.
00:01:05: Also
00:01:05: ich wollte eigentlich nur unseren Geburtstag feiern.
00:01:08: Ja
00:01:08: tun wir doch
00:01:09: Mit wem denn?
00:01:10: Das finden wir gleich raus.
00:01:12: Willkommen bei Radio Obskura.
00:01:36: Schön dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures, Crime und Mystery.
00:01:40: Wir erzählen von Geschichte, Gegenwart und Grenzbereichen mal real, mal unerklärlich.
00:01:45: Vom Meeresgrund bis zu Umlaufbahn vom Labor bis zur Legende.
00:01:48: Wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?
00:01:51: Wir sind Svea und Mario Obskura
00:02:04: Und heute feiern wir Geburtstag!
00:02:06: Ja ich heiß gar nicht Mario übrigens.
00:02:08: Ach
00:02:08: wirklich?!
00:02:11: Heute lohnt sich das so richtig... unsere Bilder anzuschauen.
00:02:16: Ihr werdet merken, warum.
00:02:18: denn unsere Gäste die wir heute da haben werden natürlich alle bebildert?
00:02:23: Ja jetzt haben ja heute den achtzehnten, achten, zwanzig, sechsundzwanzig.
00:02:27: am neunzehnte, achten zwanzfig und zwanzfünf kam unserer allererste Folge.
00:02:31: das ist also jetzt fast unser allererster Geburtstag aber wir nehmen das mal als Geburtstagsfolge Und deswegen allen ein ganz, ganz dickes Dankeschön fürs Zuhören und hoffentlich dabei bleiben.
00:02:42: Egal ob ihr von Anfang an dabei seid oder später zugekommen seid.
00:02:45: Es freut uns sehr mit euch feiern zu können!
00:02:48: Und neben euch auf der Gästeliste stehen die Jokai.
00:02:52: Das wäre ja übrigens jetzt einordern können aus dem Kopf was das Ding sind und womit wir es heute zu tun haben auf unserer Gästeliste.
00:02:59: Ich freue mich richtig doll dass wir so tolle Gäster heute haben neben unseren Zuhörenden natürlich Die Yokai, das sind ja... Also ist jetzt jetzt anders.
00:03:06: Würde ich das vorlesen?
00:03:07: Das ist wirklich aus dem Kopf!
00:03:09: Deswegen haut mich nicht, falls es nicht ganz stimmt aber es sind eigentlich Fabelwesen aus der japanischen Mythologie oder?
00:03:15: Ja.
00:03:17: Genau und in unserer... Ich glaube das war die zweite Folge oder dritte mit dem...?
00:03:21: Zweite, also zweite Radio Obskura-Folge.
00:03:26: Der ging's schon einmal um Juro Gumo.
00:03:28: Das war meine erste... Text-Volk ist auf mich ganz stolz drauf.
00:03:32: Genau, und da haben wir auch schon über den Casa Obake gesprochen.
00:03:36: Dazu kommen wir gleich... Da habe ich zu Tim gesagt, darüber möchte ich auch mal eine Folge machen!
00:03:41: Und jetzt fast ein Jahr später also eine Woche weniger als ein Jahr?
00:03:48: Nee zwei Wochen weniger als einen Jahr, scheiß drauf.
00:03:51: Machen wir das endlich.
00:03:52: Nein, wir sind doch live an unserem Geburtstag und nehmen nicht vorher auf.
00:03:55: Ja natürlich.
00:03:57: Habe ja nicht unsere Tricks.
00:04:00: Ja, aber das ist ja die Folge kam jetzt zwei Wochen nach unserer ersten Folge.
00:04:04: Nie?
00:04:04: Die kamen ja direkt am ersten Tag.
00:04:06: Ja mein Gott!
00:04:08: Schon alles so lange her ein Jahr.
00:04:09: Wir haben den ersten drei haben wir an einem Tag für öffentlich.
00:04:12: Ja stimmt.
00:04:12: Auf jeden Fall freue ich mich total und es ist der bunteste und glaube ich wahrscheinlich wirste Geburtstag, den ich jemals oder bisher auf jeden fall gefeiert habe.
00:04:22: So wir haben uns hier mit Wasser und mit Gummibärchen bewaffnet.
00:04:25: Das heißt wir haben wieder Snacks dabei Aber nur in Essensform, nicht in Textform.
00:04:29: Und wir werden heute nicht eine große Zusammenhängen der Story sie sonst immer haben sondern... Wir haben acht Jokei mitgebracht die wir besonders absurd oder lustig finden und genau werden abwechselnd eins vorstellen dazwischen immer mal ein bisschen quatschen und jetzt fängt es an zu regnen.
00:04:48: Stellt euch vor ihr seid nachts unterwegs und es regnet Nicht besonders stark aber genug dass man sich über einen herumliegenden Regenschirm wahrscheinlich freuen würde.
00:04:58: Nur liegt dieser Regenschirm nicht herum.
00:05:00: Er kommt euch entgegen, hüpfend auf einem einzigen Bein mit einem großen Auge und einer langen Zunge die ihm aus dem Schirm hängt!
00:05:08: Das ist ein Kassau-Bakel – manchmal auch Caracasa Co so genannt.
00:05:13: Und damit herzlich willkommen bei einem Yokai, bei dem man sich ziemlich sicher sein kann das irgendwann jemand gesagt hat?
00:05:20: Ein Leben der Regenschirmen wäre schon seltsam aber da geht noch was... Das Ergebnis gehört heute zu den bekanntesten Yokai überhaupt.
00:05:29: Der klassische Kassaubake besteht aus einem alten japanischen Papierschirm, meistens einem sogenannten Wakasa, dem ein einzelnes Auge zwei Arme, einen Bein und eben diese bemerkenswert lange Zunge gewachsen sind.
00:05:43: Je nach Darstellung fehlen auch mal die Arme oder andere Details verändern sich aber das Grundpräzip bleibt dasselbe.
00:05:50: Regenschirmen plus Körperteile – fertig ist das Wesen!
00:05:54: Es Kuriose daran ist, dass der Kasa Obake sofort wieder zu erkennen ist wie er aber erstaunlich wenig darüber wissen was er eigentlich macht.
00:06:03: Bei vielen anderen Yokai gibt es Geschichten darüber wo sie leben wem sie begegnen und was diese Begegnungen für die Betroffenen bedeuten.
00:06:11: Der Kasaobake hat dagegen keine große klassische Erzählung die jeder in Japan seit Jahrhunderten kennt.
00:06:18: Er frisst keine Menschen bewacht keinen heiligen Ort und fordert auch keine Opfer.
00:06:22: Meistens steht oder hüpft er einfach herum und sieht dabei aus, als hätte ein Regenschirmwesen beschlossen, dass seine bisherige Existenz nicht albern genug war.
00:06:32: Das bedeutet allerdings nicht das die Figur erst gestern erfunden wurde.
00:06:36: Übernatürliche Schirme tauchen schon in älteren japanischen Bild-Traditionen auf und spätestens in der Edozeit werden solche Wesen Teil einer immer größer werdenden Bilderwelt – der Yokai!
00:06:49: Im neunzehnten Jahrhundert begegnen uns einweinige Schirmmonster dann auch in populären Drucken.
00:06:55: Das Metropolitan Museum of Art besitzt zum Beispiel einen Holzschnitt von Guzateig Hirosata aus dem Jahr eighteenundfünfzig.
00:07:03: Darauf trifft ein Kabuki-Schauspieler auf einem Wesen, das als Kassai von Aschi bezeichnet wird also als einweinniger Regenschirm.
00:07:12: Das Motiv war zu diesem Zeitpunkt offensichtlich verständlich genug, dass niemand noch eine Gebrauchsanweisung daneben drucken musste.
00:07:20: Heute wird der Kassau-Bake häufig den Zugug Mogami zugerechnet – das sind Gegenstände die nach langer Zeit ein Eigenleben entwickeln können.
00:07:29: Besonders bekannt ist die Vorstellung, dass Dinge nach hundert Jahren beseelt werden.
00:07:34: Bei einem alten Papierschirm funktioniert diese Idee natürlich hervorragend.
00:07:38: Jahrzehntelang hält er Menschen in Regen vom Kopf.
00:07:41: Irgendwann wird er kaputt in eine Ecke gestellt und statt sich damit abzufinden, entwickelt er ein Auge und hüpft davon.
00:07:48: Historisch ist diese Verbindung allerdings nicht ganz so sauber wie sie klingt.
00:07:53: Wir können nicht einfach sagen dass jeder Kassau-Bakel ein Hundert Jahre alter Schirm ist und die Figur genau aus dieser Vorstellung entstanden sei.
00:08:00: Sicherer lässt sich verfolgen wie sich das Bild des lebendigen Regenschirms über die Zeit entwickelt und schließlich zu jener Figur wird, Manga, Anime und Spielen sofort erkennbar ist.
00:08:15: Eigentlich passt das sehr gut zu ihm – denn der Kassau-Bake braucht keine ausgefallte Legende!
00:08:20: Sein ganzer Reiz steckt in einer sehr einfachen Idee.
00:08:24: Ein völlig gewöhnlicher Gegenstand macht plötzlich etwas, das er nicht machen sollte….
00:08:29: Wer einen alten Schirm irgendwo stehen sieht, denkt sich normalerweise nichts dabei... Wenn dieser Schirm zurückschaute, sieht die Sache schon anders aus.
00:08:37: Möglicherweise ist es genau diese Einfachheit, die ausgerechnet Kasaobake so langlebig macht.
00:08:44: Japanische Yokai müssen nicht immer große Dämonen sein, die Menschen verschlingen oder ganze Dörfer heim suchen.
00:08:51: Manche sind gefährlich andere unheimlich wie der Andere eher lästig und einfach absurd.
00:08:57: Der Kasao-Bake gehört ziemlich eindeutig zur letzten Gruppe.
00:09:01: Es geht eben auch mal ohne komplexe Mythologie.
00:09:04: Was man tun soll, wenn einem tatsächlich einer begegnet, verrät die Überlieferung leider nicht.
00:09:09: Wahrscheinlich gibt es dafür auch keinen Grund.
00:09:12: Im schlimmsten Fall steht man nachts im Regen einem hüpfenden Schirm gegenüber der einen die Zunge rausstreckt.
00:09:18: Es gibt schlechtere Begegnungen mit dem Ibernatürlichen
00:09:28: Schimmel zum Beispiel Bakterien, Gerüche, Kalkablagerungen und falls euch das alles noch nicht überzeugt hätte die japanische Völklohre einen weiteren Grund anzubieten.
00:09:38: Irgendwann kommt nachts ein kleines Wesen mit einer sehr langen Zunge vorbei und leckt den Dreck weg!
00:09:43: durchaus praktisch oder?
00:09:44: Ist es aber nur so lange bis man sich einen Akaname einmal genauer anschaut.
00:09:49: Der Name bedeutet ungefähr schmutzlecker- oder ablagerungslecker Und das beschreibt eine Tätigkeit ziemlich gut.
00:09:57: Akaname werden als kleine menschenähnliche Wesen dargestellt, oft mit struppigem Haar, langen Krallen und einer Zunge die deutlich länger ist als eine Zunge sein sollte.
00:10:06: Nachts sollen sie in ungepflegte Bederschleichen und dort den Schmutz ablecken der sich auf Böden, Wänden und an den Badegefäßen gesammelt hat.
00:10:14: Wobei Badezimmer schnell das falsche Bild erzeugt!
00:10:18: Wir befinden uns nicht in einer modernen Wohnung mit Fliesen, Dusche oder einem Regal voller Shampooflaschen.
00:10:23: In der Edo-Zeit, aus der eine der bekanntesten Darstellungen des Akaname stammt, sahen japanische Badebereiche anders aus.
00:10:30: Als Feuchtigkeit und Wärme gehörten selbstverständlich dazu – und wenn solche Räume nicht gepflegt wurden sammelten sich dort Ablagerungen und Schmutz.
00:10:39: Genau dafür gibt es im Japanischen das Wort AK.
00:10:42: Dort sitzt ein Akaname bei Toriyama Sekien.
00:10:49: Sekien veröffentlicht in diesem Jahr den ersten Teil seines Gasuhi Yakiya Gyo, einer illustrierten Sammlung von Yokai.
00:10:57: Das Buch ist für unsere Geburtstagsfolge ohnehin ein kleines Geschenk weil darin zahlreiche Wesen auftauchen deren Aussehen bis heute davon geprägt ist wie Sekien sie dargestellt hat.
00:11:07: Beim Akaname sehen wir eine kleine Gestalt die sich in einen dunklen Badebereich hineinbeugt.
00:11:13: Die Haare hängen wild vom Kopf, die Hände enden in Krallen und aus dem Mund kommt diese lange Zunge mit der das Wesen offenbar gerade seiner einzigen bekannten Beschäftigung nachgeht.
00:11:22: Es
00:11:23: leckt.".
00:11:24: Das ist nicht besonders majestätig aber immerhin hat er Kaname damit eine klarere Aufgabenbeschreibung als der Casa Obake Ganz erfunden.
00:11:33: hat Sekien die Idee vermutlich nicht.
00:11:35: Bereits aus dem späten siebzehnten Jahrhundert kennen wir ein verwandtes Wesen namens Akaneburi, das ebenfalls mit dem Schmutz in Baderhäusern verbunden wird.
00:11:44: Wie genau daraus der Akaname wurde lässt sich nicht lückenlos rekonstruieren!
00:11:48: Bei Sekien bekommt das Wesen aber jene Form und vor allem jeden Namen unter dem es heute bekannt ist.
00:11:55: Die naheliegende Erklärung lautet natürlich dass hinter dem Akaname eine ziemlich praktische Warnung steckt Haltet eure Beta sauber, sonst kommt nachts etwas Widerliches vorbei.
00:12:05: Und das funktioniert als Interpretation hervorragend!
00:12:08: Schwieriger wird es nur wenn daraus die Behauptung wird der Akaname sei eigens erfunden worden damit Kinder das Badezimmer putzen.
00:12:15: Dafür gibt's keinen guten Beleg.
00:12:17: Es ist eine dieser Erklärungen die so schön passen dass sie irgendwann selbst wie alte Folklore klingen.
00:12:22: Die eigentliche Vorstellung braucht diese Erklärung aber gar nicht.
00:12:25: Ein feuchter ungepflegter Badebereich ist ohnehin ein ziemlich guter Ort für Geschichten.
00:12:30: Nachts ist der Dunkel, das Holz arbeitet, Wasser topft irgendwo und in den Ecken sammelt sich genau das Zeug, dass man tagsüber lieber entfernt hätte.
00:12:38: Wenn daraus irgendwann die Vorstellung entsteht, dass dort etwas lebt, ist der Schritt zum Akaname zumindest nicht mehr besonders groß.
00:12:45: Gefährlich ist er in den klassischen Darstellungen übrigens nicht unbedingt!
00:12:49: Erwartet nicht darauf jemanden ins Bad zu ziehen – und es gibt auch keine große Überlieferung darüber, Sein eigentliches Talent besteht darin, einen ohnehin unangenehmen Raum noch ein bisschen unangener zu machen.
00:13:04: Und das schafft er ziemlich effizient!
00:13:06: Denn wenn man weiß dass der Akaname nur dort auftaucht wo genug Dreck für ihn übrig geblieben ist bekommt seine Anwesenheit fast etwas beleidigendes.
00:13:15: Andere Yokai erscheinen weil man nachts den falschen Weg genommen oder irgendeine übernatürliche Grenze überschritten hat.
00:13:21: Wenn der Aka Name bei euch auftauchten habt ihr einfach nicht ordentlich geputzt.
00:13:25: Insofern ist er vielleicht weniger ein Monster als eine sehr drastische Form der Haushaltskritik.
00:13:30: Und ich weiß nicht, wie es euch geht aber wenn ich zwischen Bad putzen und kleiner nackter Mann leckt nachts den Boden abwählen darf, hole ich den Reiniger!
00:13:41: So ja unsere ersten beiden Gäste sind da... Du hast Zuko Mogami gesagt also Gegenstände die nach langer Zeit rum stehen dann zu Monstern werden oder zur Yokai werden.
00:13:53: was wäre in deinem Haushalt?
00:13:55: Ein potenzieller Joghai.
00:13:56: Welche Gegenstände würden sich bei dir wahrscheinlich verwandeln?
00:13:59: Also ich glaub, was war's beim Regenschirm?
00:14:01: Hundert Jahre solange lässt du es natürlich nicht sehen.
00:14:02: aber... Ich
00:14:03: kann sagen... Das ist eine gute Frage!
00:14:08: Ich habe aktuell leider total coole Sachen in meiner Gitarre.
00:14:12: Die hab' ich super lange nicht angepasst.
00:14:14: oder meine Yoga Mathe oder so bei dir.
00:14:21: Mein Wasserkocher.
00:14:22: Der Mindest- äh den wünschte ich jeden Tag.
00:14:25: Ja gut, wofür ne?
00:14:27: Ich trinke ja kein Tee.
00:14:28: Und Glühwein kann man da auch nicht reinhorn, ne?
00:14:31: Aber wie kochst du... Du trinkst auch keinen Kaffee,
00:14:33: ne?!
00:14:34: Nee!
00:14:34: Krass!
00:14:36: Deswegen ich... Also... Ich weiß gar nicht, wie es dann drin aussieht.
00:14:39: Das ist vielleicht sogar schon so eine Zivilisation entstanden die mich als Gott feiert weil ich immer mal reingucke.
00:14:46: Aber das wäre mein Wasserkocher der Eierkoche weil ich auch nie Eier da habe zum Essen.
00:14:53: Das heißt also, wir haben Grunde wenn es bei mir Küchengegenstände ist.
00:14:56: Ich glaube jetzt hier so im Wohnzimmer Gegenständen eher weniger.
00:15:00: Aber ich habe mir mal eine Brotmaschine auf der Straße gefunden.
00:15:03: weiß er das noch?
00:15:04: Stimmt ja!
00:15:05: Da hab' ich dir ein ganz tolles Bild geschickt weil ich nachts beim nächtlichen Spaziergang...
00:15:11: Also wirklich nachts, nachts ne?
00:15:12: Es war irgendwie...
00:15:13: ...fünf bis sechs Uhr.
00:15:15: Also eigentlich schon morgens.
00:15:17: Wir können ja sagen es war ein morgenlicher Spazieregang dass ich Vielleicht nicht geschlafen, also davor ist sehr irrelevant.
00:15:24: Auf jeden Fall habe ich da eine Brotmaschine gefunden und ich war total stolz aber ich hab sie einmal benutzt und dann nie wieder.
00:15:31: Das Foto, das war jetzt kein Foto von wegen so ein schönes Selfie mit ich und meinen Brotkasten sondern man konnte so erahnen auf dem paar wackelten Bild dass du da eine Maschine in der Hand hältst.
00:15:43: Ja es war halt auch sehr kalt hat sie bestimmt auch sehr gezittert.
00:15:52: Aber ich glaube, die Brotmaschine wäre wirklich ein schlimmer Yokai.
00:15:55: Also es ist so eine riesige Sägeblatter drin!
00:15:57: Ja aber wenn er auch einfach nur rumsteht und ganze Zeit noch dieses Geräusch merkt... Und sonst einfach keine Funktion hat.
00:16:03: Deswegen der Eierkocher soll das machen?
00:16:06: Oh, hallo Hollywood.
00:16:07: Ich habe eine Horrorfilme-Idee für einen Yokai Eier Kocher Der Männer anfällt.
00:16:13: Hodenlitzer haben wir heute noch genug in der Folge.
00:16:15: deswegen Lass uns
00:16:18: erst
00:16:18: jetzt einfach mal so stehen.
00:16:21: Ich glaube die meisten Küchen gerade hier so Milch aufschäumen, aber auch... Hier.
00:16:26: gut jetzt muss man halt unterscheiden.
00:16:27: Was wäre ein cooler Joghain?
00:16:28: Was wär'n cooler Horrorfilm?
00:16:30: Oh ich hab... Nee das ist heute nicht Thema, aber ich habe grad richtig gute Horrorfilme in denen Hollywood.
00:16:36: meldet euch bitte erst in drei Wochen wenn ihr aus Legoland zurückbindet dann habe ich Zeit Wenn ich das Olivia Rodrigo Lego Set aufgebaut habe.
00:16:45: So aber jetzt kommen wir nochmal zu der eigentlichen Frage hier Die ich mir jetzt spontan ausdenke, die überhaupt nicht ums Skript steht Im Regenstehen oder Bad putzen, da kann man perfekt bei Podcasts hören.
00:16:57: Was waren deine Lieblingsfolge von mir und von dir?
00:17:00: Also von den Folgen die wir jeweils einzeln hatten sprich Roskill und Astrobold zählt nicht.
00:17:07: Und das andere ist Feierfestival zusammen.
00:17:09: Hat werden auch was zusammen?
00:17:10: Nee.
00:17:10: Ach ja Weihnachten und Silvester gilt auch nicht.
00:17:12: Ich mag alle unsere Folgen total gerne!
00:17:15: Ich fand natürlich meine Lorax-Volga auch, wenn es eigentlich keinen großen Sinn hatte an dieser Lorax Volga gehabt.
00:17:20: Fand ich richtig super!
00:17:21: Einfach nur weil ich das mal völlig frei entscheiden durfte.
00:17:24: Nein... Das enthalten natürlich alle Themen selbst.
00:17:28: Aber ich glaube tatsächlich.. Ich fand ohne Scheiße so ein Teil blöd, aber das sind wirklich unsere ersten Folgen und das war unsere erste Folge.
00:17:33: Aber The Terror hat irgendwie richtig Spaß gemacht.
00:17:36: Und das war für mich noch voll aufregend und so.
00:17:38: Und irgendwie hör' ich mir die manchmal ganz gerne an und find's ganz lustig irgendwie auch zu hören.
00:17:43: Weil so in der Street sind wir jetzt Wir sind jetzt erwachsen geworden quasi.
00:17:49: Nein, aber es ist ja schon irgendwie auch ein Move gewesen sich dann irgendwie mal davon Mikrofon zu setzen so.
00:17:54: Vor noch schlechte Mikrofone damals?
00:17:56: Genau das waren auch andere Mikrophone und das muss man auch nochmal dazu sagen.
00:18:00: Und einfach irgendwie was man so finden gefühlt.
00:18:02: also das ist ja irgendwie ja komm wir laden jetzt mal irgendwas ins Internet hoch.
00:18:05: So viele Leute laden irgendwas ins Internetsch hoch und das war der Entschluss, dass wir das auch mal machen und mit der unglaublich besonderen Idee kommen und ein Podcast machen.
00:18:16: Das machen ja nicht so viele Menschen im Internet.
00:18:18: Bestimmt, ich kenne auch keine Podcast generell?
00:18:20: Nee.
00:18:21: Ich finde das ist schon
00:18:22: sehr... Haben wir Podcast erfunden?
00:18:25: Quasi!
00:18:27: Auch schon krasse Wunderung über Nachdenken.
00:18:29: Ja, das hat jedenfalls dieses erfinderische Gefühl diese Folge.
00:18:33: Und ich fand meinen Hexenrundkurs glaube ich auch richtig
00:18:35: geil.
00:18:36: Der
00:18:36: war richtig Spaß gemacht auch.
00:18:38: Oder haben wir auch oder generell überhexten Find ich, redet man oft oder den Begriff benutzt man oft daraus und so.
00:18:45: Und das ist irgendwie voll nahe, aber letztendlich hat mir jetzt auch Spaß gemacht sich da mal ein bisschen mehr rein zu fuchsen irgendwie.
00:18:50: Ja?
00:18:51: Und bei dir so eigentlich kann ich noch mehr Folgen sagen, aber irgendwie ist es
00:18:54: jetzt ein bisschen schnültig.
00:18:55: Ich möchte das auch voll entscheiden was jetzt aus einem Jahr... Es sind
00:18:58: so viele Folgen.
00:18:59: ...sollte meinen Folgen lieben.
00:19:00: Also klar, so terror als sie erste war mit Mayhem weil's so absurd ist.
00:19:05: Aber woher ich schwank gezwischen Titanic und Mount Everest?
00:19:10: Stage auch, ja.
00:19:11: Die fand ich auch beide sehr cool.
00:19:12: Das
00:19:12: hat doch die ersten, die über eine Stunde damals waren?
00:19:16: Ist den Hörer ein, dass wohl überhaupt draufgefallen, dass wir viel länger geworden sind...
00:19:20: Ja also die sind... Also ja, wir sind in letzter Zeit länger geworden, das stimmt!
00:19:24: Aber gerade bei so Themen wie Titanic und Mount Everest ist es jetzt nicht so, dass es dadurch dann weniger Leute gehört haben im Gegenteil die populären Themen, die uns ja Millionen beschert.
00:19:38: Aber
00:19:40: ich muss ganz kurz noch einhaken, weil eine Sache muss dazu sagen.
00:19:43: Ich fand die All Apologies, die Seattle folgen.
00:19:47: Stimmt!
00:19:47: Die
00:19:47: haben auch richtig was gemacht, die fand ich auch sehr cool.
00:19:50: Ja, aber einfach weil der Film Everest, wo ich den auch so gerne gucke, das ist einer der wenigen Filme, die ich immer anmachen kann, egal wie es mir geht und weil ich sie so gerne Post-Druck höre.
00:19:59: da hat er jedes Album mit Bergen zu tun, warum auch immer also auch die Instrumentalalben.
00:20:03: Da ist immer irgendwie ein Berg abgebildet oder heißt irgendwas Wahrscheinlich mag ich deswegen Everest.
00:20:08: Deswegen nehm' ich jetzt bei mir selber, nämlich Everest Ich mag ja auch Raumfahrt sehr gerne!
00:20:12: Ich bin da ein kleiner Raumfahrts-Sens-Fiction-Fan wegen den Challenger.
00:20:18: Jetzt ist es klar...ich gehe regelmäßig auf den Everest und ich bin auch regelmäßig im All.
00:20:23: Ich hab halt so teure Hobbys.
00:20:24: Aber ich glaub wirklich vom Everest würde ich nehmen.
00:20:27: Ja Titanic tauchen mache ich auchst über gerne.
00:20:30: Das sind immer so Themen aus meinem Leben.
00:20:32: halt Jetzt bei deinen Folgen.
00:20:37: Ich weiß noch, dass der... ich glaube das war Philadelphia, der Talk wo wir drüber gesprochen haben wer von uns nackt ist.
00:20:46: Ob wir nackts sein müssen um... Wo wir darüber gesprochen haben ob wir nacks sein mussten beim Teleportieren und wer von us uns unsichtbar isst und wer die Zeit anhalten er werden durch die Zeit ne teleportieren und unsichtbaar!
00:20:58: Das waren die beiden super Kräfte die wir übrigens gestritten haben.
00:21:01: Wer welche bekommt?
00:21:02: Und das war sehr interessant.
00:21:03: Ja, und sonst glaube ich auch nicht.
00:21:05: Ich habe gerade überlegt jetzt bei den Neuerinnen irgendwie so Phoebe aber das würde ich aussagen Seattle glaub ich bei dir dann ja genau das sind das waren unsere Lieblingsfolgen aus einem Jahr.
00:21:15: Radio Obscura kommentiert oder schickt uns gerne mal nach was es euch am besten gefallen hat.
00:21:19: Das hilft uns natürlich auch um zu gucken welche Themen machen euch mehr Spaß?
00:21:23: Welche weniger?
00:21:24: Oder vielleicht auch der Aufbau die Länge, die ihr da Präferenzen habt, die wir dann beachten können Dann schreibt uns das gerne mal, aber wir müssen natürlich auch... Wir können es nicht jedem recht machen.
00:21:37: Denn Güte einer Folge liegt doch immer im Auge des Betrachters.
00:21:41: und beim Thema Auge, da fällt mir unser nächster Gast ein.
00:21:45: Shirime!
00:21:49: Wir befinden uns in Kyoto irgendwann in der Edo-Zeit.
00:21:53: Ein Samurai ist nachts zu Fuß unterwegs als er bemerkt dass ihm einen Mann folgt.
00:21:59: Das allein ist noch keinen Grund zur Panik, aber irgendwann ruft der Fremde ihn zu.
00:22:02: Er solle warten!
00:22:04: Der Samurai bleibt stehen und fragt was der Mann von ihm will?
00:22:07: Darauf bekommt er keine besonders hilfreiche Antwort.
00:22:10: Der Fremdit zieht seine Kleidung aus, dreht dem Samurai den Rücken zu, wölkt sich nach vorne und spreizt seine Probacken.
00:22:17: Ich möchte an dieser Stelle kurz festhalten dass wir uns immer in einer japanischen Joka-Geschichte befinden Denn dort wo der Samurai... einen Hintern erwarten würde, öffnet sich plötzlich ein großes leuchtendes Auge.
00:22:32: Das ist Ciri-Mein.
00:22:33: Eigentlich wollte mir so was rausschneiden und ich lasse das jetzt drin.
00:22:41: Du bist nur ein kleines Kind, warte
00:22:43: mal.
00:22:46: Der Name lässt sich ziemlich direkt übersetzen.
00:22:49: Ciri bedeutet Hintern?
00:22:51: Wow!
00:22:51: Das erzähle ich im Stadion zum nächsten Mal.
00:22:53: Warum?
00:22:54: Achso...
00:22:57: Ich hab's geschrieben aber es fällt mir gerade erst cool.
00:23:01: Shiri bedeutet Hintern, mee bedeutet Auge.
00:23:04: Shirimee ist also das Hintern-Auge und falls ihr gerade auf eine komplizierte Erklärung wartet – die wird nicht kommen!
00:23:11: Das Wesen heißt tatsächlich so weil es ein Auge am Hintern hat.
00:23:14: Das Interessante an Shirimi ist eigentlich dass diese Geschichte nicht einfach aus irgendeiner modernen Sammlung kurioser japanischer Monster stammt.
00:23:22: Wir können sie bis zu einer Bildrolle aus dem achzehnten Jahrhundert zurückverfolgen, die mit dem Dichter & Mahler Yosabu-Zon verbunden ist.
00:23:30: Busan gehört zu den bedeutenden Haiku-Dichtern der Edozeit und war gleichzeitig ein erfolgreicher Maler.
00:23:37: Auf einer seiner Yokai Rollen findet sich auch Shirime, zusammen mit der Geschichte von der nächtlichen Begegnung in Kyoto.
00:23:43: Das Original dieser Rolle ist heute nicht mehr erhalten – bekannt ist der Inhalt durch eine spätere Kopie bzw.
00:23:49: Reproduktion.
00:23:51: Das ist bei solchen Überlieferungen wichtig weil wir eben nicht so tun sollten als hätten wir einen lückenlosen Stammbaum dieses Wesens über viele Jahrhunderte!
00:24:00: Was wir haben, ist eine konkrete historische Darstellung aus dem Umfeld Buzons.
00:24:04: Und die reicht vollkommen aus um festzustellen dass sich bereits im Japan des achzehnten Jahrhunderts jemand hingesetzt hat und dieses Wesen dokumentiert hat.
00:24:12: Was diese Geschichte besonders schön macht is das was nach der Enthüllung des Auges passiert?
00:24:18: Nichts!
00:24:20: Das Shirime greift in Samurai nicht an es frisst ihn nicht Es verflucht ihn nicht, es stellt ihm keine Aufgabe und verlangt auch nichts dafür dass er weitergehen darf.
00:24:28: Die eigentliche Proate der Begegnung besteht offenbar darin, einem nächtlichen Reisenden den Hintern zu zeigen dort ein großes leuchtendes Auge zu öffnen und damit einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
00:24:38: Und ich finde das reicht auch!
00:24:40: Denn Shirime gehört zu einer Seite der Yokai-Welt die schnell verloren geht wenn wir all diese Wesen einfach unter dem Begriff japanische Monster zusammenfassen.
00:24:48: Nicht jeder Yokai braucht eine gefährliche Funktion.
00:24:51: Manche Geschichten leben von einem einzigen seltsamen Moment, den jemand erzählt, weitererzählt und irgendwann auch zeichnet.
00:24:58: Beim Shirime ist dieser Moment so klar dass man nach fast dreihundert Jahren noch immer ziemlich genau versteht warum sich Menschen daran erinnern.
00:25:07: Man sollte trotzdem vorsichtig damit sein aus dieser einen Darstellung zu viel abzuleiten.
00:25:12: Es gibt keine große Sammlung alter Chirime-Geschichten, aus der wir erfahren würden wo diese Wesen leben, warum sie Augen am Hintern besitzen oder ob sie sich vielleicht jedes Jahr zu einem Chirimetreffen versammeln und sich dann angucken.
00:25:27: Die Überlieferung ist erstaunlich schmal.
00:25:30: Spätere Yokei Lexika und moderne Popkultur haben das Wesen bekannter gemacht aber die historische Grundlage bleibt im Wesentlichen dieser eine herrlich absurde Begegnung.
00:25:39: Es gibt Übrigens Versuche, Chilmee mit anderen gesichtslosen Yokai in Verbindung zu bringen.
00:25:43: Besonders mit dem Nopperabot.
00:25:46: Das ist nachvollziehbar weil auch hier ein menschlich wirkendes Wesen erst bei näherem Hinsehen einer anatomische Überraschung bereithält.
00:25:53: Eine eindeutige historische Verwandtschaft lässt sich daraus aber nicht ableiten.
00:25:56: Wir wissen nicht einmal ob die Menschen die solche Geschichten erzählen Yokai überhaupt so systematischen Arten und Familien eingeteilt hätten wie wir das heute gerne tun Und vielleicht wäre das beim Chiribi ohnehin ein bisschen zu viel verlangt.
00:26:09: Wir haben einen Samurai, der nachts im Kyoto von einem fremden Mann angehalten wird.
00:26:13: Dieser Mann sieht seine Kleidung aus, dreht sich um und präsentiert ihm ein leuchtendes Auge am Hintern.
00:26:18: Danach verschwindet er wieder aus der Geschichte.
00:26:20: Kein Fluch, keine Moral, keine große Erklärung – nur eine Begegnung, bei der der Samurai vermutlich sehr viele Fragen hatte... ...und leider keiner davon beantwortet bekam!
00:26:32: Kennt ihr das, wenn ihr nachts irgendwo entlang lauft und plötzlich das Gefühl habt dass der Weg nicht mehr stimmt?
00:26:39: Tagsüber würdet ihr wahrscheinlich kurz stehen bleiben euch orientieren und feststellen dass ihr falsch abgebogen seid.
00:26:46: Nachts irgendwo zwischen Feldern und Wald sieht die Sache schon anders aus vor allem wenn der Weg direkt vor euch liegt.
00:26:54: Ihr könnt ihn sehen.
00:26:56: ihr wisst dass sie dort weiter gehen müsst und trotzdem kommt er nicht voran.
00:27:00: Er versucht es links, dort geht es nicht weiter.
00:27:03: Also nach rechts!
00:27:04: Aber auch dort scheint etwas im Weg zu sein.
00:27:07: Nur sehen könnt ihr dieses Etwas eben nicht.
00:27:10: In Teilen von Kyushu gibt's für solche Begegnungen einen Namen – Norikabe.
00:27:16: Das Wort bedeutet ungefähr verputzte Wand und genau so soll sich das Phänomen auch anfühlen Als würde mitten auf einem nächtlichen Weg plötzlich eine Wand vor allem stehen die vorher noch nicht da war.
00:27:29: Nur, dass diese Wand nicht unbedingt sichtbar ist.
00:27:32: Der japanische Volkskundler Yanagita Konio sammelte solche Geschichten im Frühling XX Jahrhundert.
00:27:39: In Berichten aus der Präfektur Fukuoka wird das Inorikabe als etwas beschrieben des reisenden Nachts den Weg versperrt.
00:27:47: Wer versucht einfach daran vorbeizugehen stellt fest, dass das Hindernis scheinbar immer weiter reicht.
00:27:54: Man weicht die Seite aus und kommt trotzdem nicht vorbei.
00:27:57: Was man in dieser Situation tun soll, hängt von der jeweiligen Überlieferung ab.
00:28:01: In einer bekannten Variante soll es helfen mit einem Stock gegen den unteren Bereich der unsichtbaren Wand zu schlagen.
00:28:09: Ob das funktioniert können wir leider nicht garantieren.
00:28:12: Das spannende am Norikabe ist dass viele von uns heute wahrscheinlich ein ganz anderes Bild vor Augen haben.
00:28:18: Wenn sich ein bisschen mit Jokai beschäftigt hat oder Gekeno-Kitaro kennt kennt Norikabe als riesige, massive Wand mit Gesicht.
00:28:27: Kleinen Arm und auch Bein!
00:28:29: Eigentlich sieht es so aus, als hätte jemand eine Hauswand erklärt – sie müsste heute leider mit auf die Abenteuereise.
00:28:36: Diese Gestalt ist inzwischen so bekannt dass sie fast selbstverständlich wirkt.
00:28:40: Historisch beginnt die Geschichte aber nicht mit einer herumlaufenden Mauer sondern mit diesem merkwürdigen Erlebnis auf einem nächtlichen Weg….
00:28:48: Und dann wurde die Sache noch komplizierter... Sie wurde eine ältere japanische Bildrolle genauer untersucht, die sich heute in der Sammlung der Brickham Young University in den USA befindet.
00:29:01: Darauf taucht tatsächlich ein Wesen auf neben dem der Name Norikabe steht.
00:29:07: Die Rolle wird in die Edo-Zeit datiert und ist damit wesentlich älter als die volkskundlichen Aufzeichungen Yanagitas.
00:29:15: Nur sieht diese Jorikabe überhaupt nicht aus wie eine Wand.
00:29:18: Es ist ein großes, weissliches Wesen mit etwas ratlosen Gesichtsausdruck.
00:29:23: Kräftigen Beinen und einer Gestalt bei der man nicht unbedingt sofort denken würde – natürlich eine Mauer!
00:29:30: Damit haben wir ein kleines Problem das bei Yokai ziemlich häufig vorkommt.
00:29:35: Ein Altername taucht an verschiedenen Stellen auf Bilder verändern sich Geschichten werden weitererzählt Und irgendwann sieht alles so aus als hätte es schon immer zusammen gehört.
00:29:47: Ob das Norikabe aus dieser alten Bildrolle wirklich genau dasselbe Wesen ist, wie die unsichtbare Wand aus den später gesammelten Erzählungen können wir nicht sicher sagen.
00:29:57: Unser heutiges Bild verdanken wir jedenfalls zu einem großen Teil eine Mann der für die moderne Vorstellung von Jokai kaum zu überschätzen ist – dem Manga-Zeichner Shigeru Mizuki.
00:30:09: In Gegege in Norquitaro machte Mizuki zahlreiche Wesen aus älteren Erzählungen und regionaler Volklore einen riesigen Publikum bekannt.
00:30:19: Sein Nuri-Kabe bekam ein Körper, ein Gesicht und eine Persönlichkeit – aus etwas das man ursprünglich vielleicht gar nicht sehen konnte oder eine Figur die man sofort erkennt.
00:30:31: Besonders schön ist dass Mizuki selbst später von einem Erlebnis erzählte, was ihn an das Nuri Kabe erinnerte.
00:30:38: Während des Zweiten Weltkriegs war er als Soldat in Neuginea stationiert.
00:30:43: Eines Nachts, so seine Erinnerung, konnte er auf einem Weg plötzlich nicht mehr weitergehen.
00:30:48: Es fühlte sich an, als stünde etwas Unsichtbares vor ihm – also blieb er dort und wartete!
00:30:55: Am nächsten Morgen stellte er fest, dass sich direkt vor ihm ein Abgrund befand.
00:31:00: Natürlich beweist das nicht, dass in Neuguinea einen japanischer Yokai herumstand und beschlossen hat, Shigeru Mizuki von einer Klippe zu retten….
00:31:08: Aber ausgerechnet der Mann, der später das berühmteste Bild des Norikabe prägen würde kannte offenbar selbst dieses Gefühl.
00:31:16: Hier müsste es eigentlich weitergehen aber irgendwas sagt in mir dass ich besser stehen bleibe und vielleicht ist das auch der Grund warum mich das Norikabes so mag.
00:31:26: Es braucht zunächst kein Monster keine Klauen und keine leuchtenden Augen.
00:31:30: es braucht nur einen Weg Dunkelheit und diesen einen Moment, in dem man plötzlich nicht mehr sicher ist ob das Hindernis vor einem wirklich existiert.
00:31:38: Heute hatten Rikabe ein Gesicht Arme und Beine.
00:31:42: Früher reichte offenbar schon die Wand Und die konnte man nicht einmal sehen.
00:31:48: Wir haben jetzt übrigens diese Folge und letzte Folge über die Brickham Young University gesprochen.
00:31:54: heute ging es darum dass da was sinnvolles erforscht wurde.
00:31:57: Letzte Woche ging es darum, dass einer davon ein Absolvent der Brickham Young Universities auf das Skinwalk-Arrange rumsteht und auf monitore Start.
00:32:04: Stimmt!
00:32:05: Da geht's auf jeden Fall ab.
00:32:06: Also ist ja doch vielleicht eine brauchbare Uni auf des Gläser und dachte ich, das ist so eine Fake-Union damit halt Leute beim History Channel ein bisschen Credibility bekommen.
00:32:14: Aber scheinbar gibt sie diese Uni wirklich?
00:32:17: Sehr geehrter Herr Eric Bart, es tut mir leid, dass ich diesen Gedanken kurz hatte.
00:32:21: Sie haben tatsächlich studiert aber es gibt auch andere Seiten.
00:32:26: Da hieß, da steht dann... Also das war Brickham Young University.
00:32:29: Das steht auf seiner offiziellen Biografie vom History Channel.
00:32:33: Es gibt aber auch so andere Seiten, wo es steht, dass er in Transylvanien studiert hat und das ist halt dann völlig absurd.
00:32:40: Was für ein Zufall, dass ja dann auf die Skinwalk Arrange kommt.
00:32:43: D.h.,
00:32:44: auch er konnte dahingehen, noch mal keinen Nuri-Kabel im Weg.
00:32:46: Und apropos irgendwo hingehen gab's ins Fairtown Standard Kindergeburtstagel den jeder irgendwie einmal gemacht hat.
00:32:54: Also es gibt das so wie bei McDonald's, konnte man als Kind ja immer feiern und sowas.
00:32:58: Gabs das bei den Kids vom Svea Town?
00:33:00: Ich glaube die Kids von Sveatown sind so... ich glaub schon dass halt alle schon oder viele, die meisten mit denen ich in meiner Kindheit zu tun hatte, schon so privilegiert waren dass sie meistens irgendwie ein Haus und einen großen Garten hatten oder
00:33:12: so Als Kinder!
00:33:13: Als Kinder, die hatten ein eigenes Haus Ja, das haben die gebaut auch Krass ne?
00:33:18: Weißens hatten wir auch schon eigene Farmen Dann sind wir auch schon auf Schweinen geritten.
00:33:23: Kennst
00:33:23: du dieses Video von den beiden Jungs?
00:33:26: Ich hoffe, so eine Traktor-Messe sind's und sich da mega gut auskraten!
00:33:30: Ja genau so!
00:33:32: Das ist der John Deere-Draner-Fürnsechzig.
00:33:35: Den fanden wir eigentlich ganz cool aber damit kann man das und das nicht sehr gut machen.
00:33:40: Ne genauso fühlt es sich jetzt an.
00:33:42: Aber zumindest wurden viele Kindergeburtstage auf Bauernhöfen oder in großen Gärten gefeiert Und oft mit so Schnitzeljagd und so.
00:33:50: Das war irgendwie ein Standardprogramm, das man irgendwie halt so... ...das Schnitzeln gejagt hat.
00:33:55: Eigentlich ist er Schnipseljagt, ne?
00:33:56: Nicht Schnitzelsjagt!
00:33:57: Ich gönne es als Schnitzseljagt.
00:33:58: Ja
00:33:58: aber das ist falsch.
00:34:00: Das heißt wirklich Schnipseljakt.
00:34:02: Sag ich halt du kannst nein wie du willst.
00:34:04: Jagt das
00:34:05: Schnitzle?!
00:34:06: Was finden wir jetzt heraus?
00:34:07: Ich
00:34:08: führe es so.
00:34:09: Während Tim weiter erzählt kann ich ja, wie der so abgelaufen ist.
00:34:12: Der meistens sehr engagierte Erziehungsberechtigt.
00:34:16: Eine Schnitzeljagd, manchmal auch Schnipseljagt und ein Geländespiel.
00:34:20: Das heißt aber ich sage das kommt eigentlich von Schnipseln und das Schnitzel, dass sie einfach nur die Leute so undeutlich sprechen
00:34:27: wie ich.
00:34:28: Deswegen heißt es halt so, dass mich voll unterbrochen in meiner Erzählung.
00:34:34: Es hätte sein können, dass es im Zwerthorn keine Schnitzeln gab und der einzige Ort der Welt ist was Schnippseljagt heißt, kommentiert gerne mal auf das bei euch Schnitzell oder Schnipsl heißt.
00:34:44: Ich hätte gerne einen Wiener Schnipsel.
00:34:46: Also ich habe auf jeden Fall ein Spiel gespielt, das die ganze Welt außerhalb von Zwerthorne oder einem anderen Namen kennt als ihr.
00:35:13: Also das war kein Basic-Geburtstag, aber der beste Geburtstag.
00:35:15: shout out oder meine Eltern wirklich.
00:35:17: Das war der beste Geburtstag den ich jemals hatte.
00:35:19: Ich habe einmal ein Kindergeburtstag in der Kletterhalle feiern dürfen.
00:35:22: Das was so geil!
00:35:24: Das ist wirklich die beste Geburzag
00:35:25: überhaupt.
00:35:25: Wie viele der Teilnehmenden wurden jetzt in Berlin und Bohlen?
00:35:28: Tatsächlich keine.
00:35:30: Aber es war
00:35:31: wirklich...das war so geil.
00:35:33: Ich weiß noch, dass mir eine beste Freundin damals ... Ich glaube, ich war so zwölf oder so.
00:35:36: Meine beste Freundin damals hat nicht nur ihr Leben sondern auch unsere Freundschaft an uns vorbeiziehen sehen als sie oben in der Kletterwand hangt und ich mich irgendwie mit jemandem unterhalten habe die Sicherung so la-la-la Und sie dann irgendwie runter wollte und ich erst mal nicht gut reagiert hab Sie vielleicht ein Stückchen runtergepallen ist aber natürlich nicht aufgepeilt ist.
00:35:56: Aber diese Sicherungen waren nicht gespannt.
00:35:58: Tscheckst du?
00:35:58: Also hast du das schon mal klettern gewesen?
00:36:00: Ja Ich sag doch, ich bin regelmäßig auf dem Everest
00:36:03: Stimmt.
00:36:04: Ja, das war auf jeden Fall der coolste.
00:36:06: Aber es war kein Standardgeburtstag.
00:36:08: Meine Mutter hatte vielleicht keine Lust eine Schlitzeljagd oder Schlipseljagden zu vorzubereiten an dem Tag.
00:36:14: Nein.
00:36:15: Also dann aber diese Spiele wurden auch so.
00:36:17: diese Feuchttinge anziehen muss?
00:36:19: Dann die Mütze auf und ne Brille oder sowas und mit besseren Gabeln ein Tafel Schokolade zerschneiden musst du dann sowas...
00:36:25: Achso ich dachte man ist jetzt in den Topf schlagt!
00:36:27: Das fand ich auch
00:36:28: geil.
00:36:28: Können wir
00:36:29: das an unserem Geburtstag
00:36:30: ins Spiel gleich machen?
00:36:34: Wir haben quasi einen Bauernhof in Dänemark gemietet.
00:36:38: Zum Topschlagen!
00:36:39: Dann
00:36:40: können wir dann top schlagen, dann kommt es ja wie bei den Kühlen heraus.
00:36:44: Also wenn ihr noch eine weitere Folge nach dieser von uns hört, dann haben wir es überlebt.
00:36:50: Spoiler oder fehlt doch kein Spoiler, ihr wisst's ja nicht.
00:36:53: Ihr werdet erst erfahren, an dem Tag wo die Folge kommen müsste... Bei uns war der Standard immer, es gab so eine Bowling-Bahn.
00:37:00: Wir waren natürlich zu cool um die Seiten hochklappen zu lassen und man konnte dann immer vor oder nach dem Bowling noch so Pizzen belegen, kleine Tellergroße Pizze, also so kleine Tellergroße Pizen.
00:37:10: Das war so ein Billigpizza hat sozusagen, da konntest du drei Beleger aussuchen durften.
00:37:16: sie selber bestreuen die Pizza und dann gehen die so in den Ofen, was wir Bowling spielen und irgendwann die Pizza fertig.
00:37:22: das war der Standort Geburtstag zumindest bei uns so in der Gegend.
00:37:26: aus Leipzig und um die Umgebung kommt Seehausen.
00:37:29: Ich weiß nicht, ob es noch gibt diese Bullingbahn dort aber da konnte man immer weg aus diesem Pizza laden.
00:37:34: Also da war das jetzt glaube ich Globus.
00:37:36: früher was Marktkauf gegenüber war der Andermesser Leipzig quasi dort.
00:37:42: Ansonsten war coole Geburtstage eigentlich alle immer ganz cool wenn man die coolen Leute eingeladen hat.
00:37:48: sie kam halt nie.
00:37:49: manchmal kommen ja auch Gäste die gehen richtig auf die Eier nicht wahr?
00:37:53: Ja
00:37:54: Das waren übergegangen.
00:37:58: Es gibt Tiere, denen die Volklore irgendwann besondere Fähigkeiten zuschreibt.
00:38:03: Füchse können Menschen täuschen.
00:38:05: Katzen verwandeln sich in unheimliche Wesen und manchmal reicht offenbar auch ein alter Regenschirm.
00:38:12: Und dann gibt es den Tanuki.
00:38:15: Der Tanuki ist zunächst einmal ein echtes Tier.
00:38:18: Auf Deutsch heißt er japanischer Mada-Hund.
00:38:21: Gehört zur Familie der Hunde und sieht ein bisschen so aus, als hätte sie sich einen Waschbär, ein Dachs und ein sehr rundlicher Hund auf ein gemeinsames Design geeinigt.
00:38:31: Mit einem Dach ist ihr allerdings nicht näherverwandt auch wenn man diese Übersetzung im Westen bis heute immer wieder findet.
00:38:38: In Japan lebt der Tanuki nicht nur in Wäldern sondern zunehmend auch in Städten.
00:38:43: Er hat außerdem seit Jahrhunderten ein zweites Leben in Geschichten, Bildern und Legenden.
00:38:49: Dort wird aus dem normalen Tanuki der Bake Danuki – Ein Gestaltwandler, Trickster und notorischer Unruhrstifter, der Menschen täuschen und die erstaunlichsten Form annehmen kann.
00:39:01: Dabei ist der Boke Danuki nicht unbedingt böse.
00:39:04: Das wäre für ihn wahrscheinlich auch viel zu gradlinig!
00:39:08: In manchen Geschichten erschreckt er Menschen, in anderen spielt der ihn Streichel.
00:39:12: Verwandelt sich oder erzeugt Illusion?
00:39:15: Tanuki können als Menschen erscheinen, Gegenstände imitieren und ganze Situation vortäuschen.
00:39:22: Manchmal ist das gefährlich, manchmal endet es vor allem damit dass ein Mensch irgendwann feststellt, dass er gerade von einem Marderhund verarscht wird.
00:39:31: Das unterscheidet ihn ein bisschen von anderen berühmten Gestaltwandelern der japanischen Völklore.
00:39:37: Auch Kizune, also Füchse können menschliche Gestalten annehmen und Menschen täuschen.
00:39:42: Beim Tanuki bekommt das Ganze aber häufig etwas Erdigeres und Komischeres.
00:39:48: Es gefräßig, trinkt gerne Sake, spielt Streiche und wirkt in vielen späteren Darstellungen eher wie jemand dem man auf eine Party irgendwann aus den Augen verliert und anschließend in der Küche wiederfindet.
00:40:01: Und dann sind da natürlich seine Hoden!
00:40:03: Falls ihr schon mal eine traditionelle oder historisierende Darstellung eines Tanuki gesehen habt, ist euch möglicherweise aufgefallen dass die Proportionen an einer bestimmten Stelle nicht ganz der zoologischen Realität entsprechen.
00:40:17: Wacke der Nuki werden in japanischen Bildkulturen nämlich immer wieder mit grotesk vergrößertem Hoden-Sack dargestellt und mit Vergrößern meine ich nicht ein bisschen.
00:40:28: Auf Holzschnitten und populären Bildern kann dieses Ding so groß werden, dass er Tanuki es als Deckel benutzt.
00:40:36: Als Sack, als Fischernetz, als Regenschutz, als Transportmittel.
00:40:40: Man kann darauf sitzen, darin Dinge einwickeln oder es über mehrere Personen ausbreiten.
00:40:47: Künstler der Edo-Zeit haben aus der Frage was kann ein Tanuki mit seinem hohen Sack machen?
00:40:54: Offenbar eine Art kreativen Wettbewerb gemacht!
00:40:57: Besonders bekannt sind entsprechende Darstellungen von Uthogawa Kinoshii aus dem neunzehnten Jahrhundert.
00:41:05: Koniyoshi hatte ohnehin ein ausgesprochenes Talent für groteske und komische Bildideen, bei seinem Tanuki wird die Anatomie endgültig zum Universalwerkzeug.
00:41:15: Aus dem ersten Blick wie ein ziemlich ausdauernder Genital-Witz aussieht hat allerdings auch eine zweite Ebene.
00:41:22: Die riesigen Tanuki-Hoden waren nicht einfach nur ein Symbol für Sexualität oder besondere Fruchtbarkeit.
00:41:28: Dahinter steckt wahrscheinlich auch ein Wortspiel mit Geld und Wohlstand.
00:41:33: Im japanischen gibt es den Ausdruck Kinotama, wörtlich goldene Kugeln – und Kintama ist zugleich eine umgangssprachliche Bezeichnung für Hoden.
00:41:44: Dazu kommt eine häufig erzählte Verbindung zur traditionellen Goldverarbeitung.
00:41:48: Gold wird zu extrem dünnem Blattgold ausgeschlagen und dabei soll unter anderem besonders widerstandsfähige Tanuki-Haut verwendet worden sein.
00:41:58: Aus einer kleinen Menge Gold konnte dadurch eine erstaunlich große Fläche entstehen – Gold, Ausdehnung, Tanuki, Roden.
00:42:07: Irgendwann fand die japanische Popkultur offenbar dass diese Dinge hervorragend zusammenpassen.
00:42:13: Deshalb stehen Tanuki Figuren heute noch häufig vor Restaurants, Geschäften.
00:42:19: Meist tragen sie ein Strohhut, halten eine Sakeflasche in der Hand haben einen dicken Bauch und einem ziemlich auffälligen Hodensack.
00:42:26: Sie gelten als Glücksbringer und sollen unter anderem geschäftlichen Erfolg und Wohlstand bringen.
00:42:32: Wenn ihr so eine Figur das nächste Mal seht wisst ihr also dass der Künstler nicht einfach ein anatomisches Detail vollkommen außer Kontrolle geraten ließ.
00:42:40: Das gehört dazu.
00:42:42: Allerdings wäre es schade, den Bakeh der Nuki nur auf diesen einen sehr auffälligen Körperteil zu reduzieren.
00:42:49: Hinter ihm steckt eine viel größere Erzähltradition und manche Tanuki haben sogar eigene Namen und regionale Geschichten bekommen.
00:42:58: Eine der berühmtesten ist dann so Burudanuki von der Insel Sado.
00:43:03: Andere Geschichten erzählen von Tanuki die sich in Menschen verwandeln, Mönche imitieren oder Reisende mit Dingen täuschen, die gar nicht existieren!
00:43:11: Und manchmal hört man nachts angeblich auch Tanuki, die auf ihren Bäuchen trommeln.
00:43:16: Dieses sogenannte Tanuki-Bayashi ist wiederum eine eigene Gruppe von Geschichten und hat Trommeln, sucht nach den Musikern und findet niemanden!
00:43:26: Der Tanuki kann dadurch fast alles sein – Tier-, Jokai-, Gestaltwandler-, Erklärung für merkwürdige Geräusche, komische Figur.
00:43:35: schließt sich Glücksbringer vor einem Restaurant oder Podcast aus Bochum….
00:43:40: Vielleicht ist diese Wandlungsfähigkeit der Grund, warum er sich so lange gehalten hat.
00:43:45: Der Baki Danuki lässt sich nicht besonders gut auf eine einzige Geschichte oder Funktion reduzieren.
00:43:51: Er verändert seine Gestalt schließlich schon innerhalb der Geschichten ständig.
00:43:56: Warum sollte er außerhalb davon damit aufhören?
00:43:59: Nur ein Detail ist über die Jahrhunderte erstaunlich zuverlässig wiederzuerkennen Wenn ihr vor einem japanischen Restaurant einen Mada-Hund seht, der eine Sakeflasche trägt Schaut ruhig einmal etwas genauer hin.
00:44:12: Es lohnt sich!
00:44:20: Wir hatten inzwischen einen lebenden Regenschirm, ein Auge am Hintern und einen Marderhund mit bemerkenswert vielseitiger Anatomie.
00:44:28: Es wird also Zeit für eine Jokei, dessen Erscheinungsbild ein bisschen weniger kompliziert ist.
00:44:33: Ethan-Momentn ist ein Stück Stoff.
00:44:37: Genauer gesagt ein langer schmaler Streifen weißen Baumwollstoffs der nachts durch die Luft fliegt.
00:44:43: Und bevor ihr jetzt denkt, dass wir damit endlich bei einem der harmloseren Yokai angekommen sind, Ethan Momen fliegt nicht einfach dekorativ durch die Gegend.
00:44:51: Es sollen Menschen von hinten anfallen sich um ihren Kopf oder Hals wickeln und sie würgen!
00:44:56: Der Regenschirm war netter... Den Name Ethan MomEN beschreibt zunächst einmal ziemlich genau was wir vor uns haben.
00:45:03: MomEN bedeutet Baumwolle und TAN ist ein traditionelles japanisches Maß für Stoff.
00:45:09: Ein Ethan ist also eine bestimmte Stoffmenge beziehungsweise ein langer Stoffstreifen.
00:45:14: Je nach Material und historischem Zusammenhang unterscheiden sich die genauen Maße, weshalb Angaben wie Ethan-Moment ist exakt so und so viele Meter lang etwas mehr Präzision vorteuchten als die Sache hergibt.
00:45:25: Für uns reicht – wir reden über einen langen Streifen Baumwollstoff!
00:45:29: Die Geschichten darüber stammen vor allem aus der heutigen Präfektur Kakoshima im Süden der Insel Kyushu.
00:45:35: Besonders mit der Gegend um Koyama im heutigen Kimozuki wird Itan-Momen verbunden.
00:45:41: Dort erzählte man von diesem weißen Stoff, der nach Einbruch der Dunkelheit durch die Luft fliegt und Reisende angreift.
00:45:47: Interessanterweise ist Itan Momen aber kein Yokai den wir einfach bis weit in die Edozeit zurückverfolgen können.
00:45:53: Die ältesten klaren volkskundlichen Aufzeichnungen, die wir heute greifen können stammen erst aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert.
00:46:01: Der berühmte Volkskundler Yana Gita Kunio nimmt das Wesen neunzehntunddreißig in seinen Verzeichnis japanischer Yokai-Namen auf.
00:46:09: Auch in regionalen Sammlungen aus Kagoshima taucht es in dieser Zeit auf.
00:46:13: Das bedeutet natürlich nicht, dass sich neunzentunddreißig jemand hingesetzt hat und beschlossen hat ab heute Angst vor Baumwolle zu haben – Volkskündler schreiben mündliche Geschichten auf die bereits vorher erzielt wurden!
00:46:24: Wir können nur nicht seriös behaupten, dass Ethan-Moment schon seit fünfhundert oder tausend Jahren durch Kakoshima fliegt wenn unsere Quellen das nicht hergeben.
00:46:31: Die Grundidee scheint jedenfalls ziemlich stabil gewesen zu sein.
00:46:35: Nacht taucht plötzlich ein weißer Stoffstreifen auf, fliege auf einen Menschen zu und wickelt sich um Gesicht oder Hals.
00:46:41: In manchen Erzählungen kann das Opfer den Stoff mit einem Messer oder Schwert drinnen.
00:46:45: Danach findet man angeblich Blut in der Klingel während der Rest des Wesens verschwunden ist – was die Sache nicht unbedingt besser macht!
00:46:52: Denn spätestens an diesem Punkt ist es offensichtlich kein verlorenes Bettlaken mehr.
00:46:57: Warum ausgerechnet ein Stück Baumwolle zum Jokal wurde, wissen wir nicht – man kann sich natürlich einiges dazu überlegen!
00:47:03: Ein weißer Stoff der Nacht im Wind hängt bewegt sich schnell auf eine Weise die ihm falschen Licht erstaunlich lebendig aussehen kann….
00:47:09: aber das wäre bereits unsere Erklärung und nicht die der Überlieferung.
00:47:13: Die Geschichten selbst brauchen keine meteorologische Untersuchungen.
00:47:17: Dort fliegt das Ding herum und versucht Menschen zu erwürgen... Heute ist Itanmomen in Japan sehr viel bekannter, als eine ursprüngliche regionale Verbreitung von Mutten lässt.
00:47:26: Und damit kommen wir wieder zu Shigeru Mizuki.
00:47:29: Mizuki nahmen Itan-Momen in die Welt von Gegegeno Kitaro auf und machte aus dem gefährlichen Stoffstreifen eine richtige Figur.
00:47:37: Dort gehört Itan Momen zu Kitaros Verbündeten und funktioniert teilweise sogar als fliegendes Transportmittel.
00:47:43: Menschen können auf ihm sitzen und durch die Luft reisen!
00:47:46: Das ist eine erstaunliche Karriere... Man beginnt als regionaler Jochai, der nachts versucht Menschen mit sich selbst zu erwürgen und endet als öffentlicher Nahverkehr.
00:47:55: Dabei fändert sich natürlich auch sein Aussehen!
00:47:57: In modernen Darstellungen bekommt Ethan momentan häufig Augen und ein Gesicht.
00:48:01: Manchmal wirkt er beinahe freundlich – für die ursprüngliche Vorstellung braucht es das alles nicht.
00:48:06: Gerade darin liegt eigentlich das Unheimliche Es kommt kein Monster mit Zähnen und Klauen auf euch zu.
00:48:13: Ihr seht zunächst nur weißem Stoff Und wahrscheinlich würde man heute vieles vermuten, wenn einem nachts ein großes weißes Stück Baumwolle entgegenfliegt.
00:48:20: Jemand hat seine Wäsche verloren, der Wind hat etwas mitgenommen und irgendwo ist sein Sonnensägel abgerissen – die Menschen in Kagoshima hatten noch eine weitere Möglichkeit!
00:48:29: Etan Momen.
00:48:31: Und falls ihr euch jetzt fragt warum ein Stück Stoff überhaupt ein guter Yokai sein soll?
00:48:35: Wir haben in dieser Folge bereits einen Regenschirm besprochen.
00:48:38: Die Messlatte liegt nicht besonders hoch.
00:48:41: Der Unterschied ist nur dass der Regenschirme euch wahrscheinlich in Ruhe lässt.
00:48:45: Die Baumwolle?
00:48:46: Nicht.
00:48:50: Hi, ich bin ein Tanuki!
00:48:53: Ich spiele euch jetzt einen Streich und mache die Soundqualität schlecht.
00:48:56: Es liegt nicht an einem technischen Problem überhaupt nicht.
00:48:59: Das ist nur ein Tanoki der ein bisschen Spaß hat genau.
00:49:07: In stillen Gedenken an die Snacks FM was darf auf einer Geburtstagsparty nicht fehlen?
00:49:11: Irgendwie also Kuchen würde ich schon sagen.
00:49:14: Ich freue mich immer sehr auf Kuchen.
00:49:15: auf Geburtstagen das auch immer noch.
00:49:17: Was für welche
00:49:19: Fanta-Kuchen.
00:49:20: Ich finde Fanta Kuchen so ein Geburtstagskuchen, auch gerne immer noch... Also falls ihr uns was zuschicken wollt zu unserem Podcast Geburtstag schickt, dann ist es auch gerne im Blech.
00:49:28: Fanta kuchen oder dir magst du das?
00:49:30: Was
00:49:30: ist denn Fanta?
00:49:31: Du kennst keinen Fantakuchen?
00:49:32: Nee.
00:49:33: Hey
00:49:33: ohne Scheiß!
00:49:34: Das ist einfach nur eine Rührkuchen und da machst du irgendwie dann doch einen Schluck Fanta rein Dann schmeckt er so'n bisschen
00:49:39: Fantastisch
00:49:41: Fantastische.
00:49:42: Und dann ist ja so Zuckerguss und so Streusel obendrauf.
00:49:47: Es sieht super Bunt und kindefahrt.
00:49:50: Ah, ja okay hat meine nicht der Letztens gehabt.
00:49:52: Da war es aber Glitzerkuchen bunt mit Lebensmittelfarbe.
00:49:56: Wow!
00:49:56: Oh mein Gott ich weiß noch kein Papageinkuchen.
00:50:01: das ist wirklich mit so Lebensmittelfarbe.
00:50:02: Ich
00:50:02: hatte auch das gehabt?
00:50:03: Ja das
00:50:03: ist ein Unterschied.
00:50:04: Das
00:50:05: sehe ich dann nicht, bin doch keine Gehen.
00:50:07: Du hast immer noch wenn ich will... Es wäre auch eigentlich geil, wenn man sowas mal machen würde.
00:50:12: Kann
00:50:13: mit meinen Erwachsengeld machen was ich will?
00:50:14: Ja
00:50:15: ist so!
00:50:16: Und man das einfach mal so regelmäßiger essen würde.
00:50:18: Kuchen?
00:50:18: Geht gleich nach Hause und backen mit dem Papageienkuch.
00:50:21: Der voll geil.
00:50:22: Ich dachte mir als Kind auch immer... Wenn meine Eltern es nicht mehr verbieten können dann werde ich jeden Tag Pudding essen.
00:50:27: Ich habe seit zehn Jahren kein Pudding mehr gegessen.
00:50:30: Ja Checker.
00:50:32: Aber ich jetzt wirklich auch... Ich hab's gar nicht mehr über den ich darüber geredet habe.
00:50:35: Ich glaub' mit meiner Freundin.
00:50:36: Als ich irgendwie beim Kochen und ich hab dabei Schokolade gegessen Da hab ich kurz immer an die neunjährige Sphere gedacht, die das mit Sicherheit nicht gemacht haben dürfte.
00:50:44: Und dann hatte ich natürlich auch weniger Hunger.
00:50:45: also meine Mutter hatte auch recht damals aber...
00:50:47: Nein, Lieblingert?
00:50:49: Hallo Mama Svehr!
00:50:51: Direkt festnimmst du ja?
00:50:52: Okay, mmh?
00:50:53: Ja, mach' ich okay.
00:50:55: Also es gibt nix zur Weihnachten dieses Jahr.
00:50:59: Die Lüge ist aufgeflogen.
00:51:01: Tut mir leid Danke für den Anruf.
00:51:02: Mama Sfehr Kommt mir zu meinen Snacks Bevor ich auch abgeführt werde.
00:51:08: Ich hab eine Nummer von seiner Mutter nicht.
00:51:11: Deswegen kannst du auch nicht nachprüfen, ob ich jetzt Scheißherz schäle?
00:51:14: Aber wir haben eigentlich immer nur Gold gegessen, ein pures Gold.
00:51:17: Haare des Papstes und Mondstaub, Einhörner... Wir waren so reich als Kinder!
00:51:23: Ein Hörner, Dinger!
00:51:25: Du
00:51:25: musst weiß, warum die nicht mehr gibt.
00:51:27: Gestern auf der Uni Korn geht's mir egal.
00:51:30: Bei mir gab es zum Geburtstag immer Erdbeer-Torte ganz klassisch.
00:51:32: Erdbär-Torte?!
00:51:34: Wie mit Sasan und so.
00:51:35: dann?
00:51:35: Ja, so'n fertig Tortenboden Pudding, Erdbeeren.
00:51:40: Meistens selber geflückt.
00:51:41: Da ist noch so eine Masse drüber.
00:51:44: Das ist geil!
00:51:45: Du machst dich auch gerne.
00:51:47: Und Cheesecake?
00:51:47: Ich mache gerne Cheesecake.
00:51:49: Früher kennst du diese Plastikbäune wo man ein Stückchen Käse und Minifrikas drauf gemacht hat?
00:51:54: Nein!
00:51:55: Dieser Snackbaum den Omas immer hatten?
00:51:56: Okay das hatten wir ja auch.
00:51:58: Das war auf jeden Fall sehr cool.
00:51:59: was auch sehr cool ist sind Socken in Sandalen oder nur Sandalen.
00:52:07: Wir haben in dieser Folge inzwischen festgestellt, dass man in der Welt der Yokai bei alten Alltagsgegenständen grundsätzlich ein bisschen vorsichtig sein muss.
00:52:15: Ein ausrangierter Regenschirm kann irgendwann einen Auge und einen Wein bekommen – und falls ihr dachtet, wenigstens eure Schuhe würden sich aus der Sache heraushalten, muss ich euch enttäuschen!
00:52:24: Es gibt auch dafür einen.
00:52:25: Yokai.
00:52:26: Bakusuri sind alte japanische Strohsandalen die ihren Eigenleben entwickeln.
00:52:31: Jedoch Darstellungen wachsen ihnen Arme und Beine.
00:52:33: Und manchmal bekommen sie auch ein Gesicht, dann laufen oder hüpfen sie nachts herum.
00:52:37: Was bei einem Regenschirm schon einigermaßen unnötig wirkt ist bei einem Schuh eigentlich noch beleidigender.
00:52:43: Der besitzt bereits eine völlig ausreichende Fortbewegungsfunktion nur normalerweise braucht er dafür einen Fuß.
00:52:49: Der Name ist angedämmt unkompliziert.
00:52:52: Zori sind traditionelle japanische Sandalen, Bakeh verweist darauf das sich etwas verwandelt oder zu einem übernatürlichen Wesen geworden ist.
00:53:00: Wir haben es also ziemlich wörtlich mit einer verwandelten bzw.
00:53:03: beseelten Sandale zu
00:53:04: tun.".
00:53:05: Damit gehört der Bakke Sori in die große Familie der Tsukomogami – also jene alten Gegenstände, die irgendwann eine eigene Seele oder zumindest ein ausgesprochenes Eigenleben entwickeln.
00:53:16: Diese Vorstellung kennen wir bereits vom Kasa Obake, aber bei Schuhen funktioniert sie besonders gut weil Sie zu den Dingen gehören die Menschen tatsächlich ziemlich rücksichtslos behandeln.
00:53:25: Sie werden durch Dreck gezogen, nass abgetreten, irgendwann sind sie kaputt und werden weggeworfen.
00:53:31: Falls Gegendstände Gefühle haben sind Schuhe vermutlich mit unter sehr traurige Gestalten.
00:53:36: Die Vorstellung von lebendig gewordenen Gebrauchsgegenständen ist in Japan schon seit dem Mittelalter im Bildrollen greifbar.
00:53:43: Im Darstellungen der sogenannten Nachtparade der Hundert Dämonen ziehen die unterschiedlichsten alten Gerätschaften gemeinsam durch die Gegend darunter auch Wesen, die wie besilte Sandalen aussehen.
00:53:54: Später wegigen uns Schuhmonster in populären Bildern und Spielen der Edo-Zeit.
00:53:58: Was wir dagegen erstaunlich wenig haben sind konkrete Geschichten darüber was ein Bakkesori eigentlich mit Menschen anstellt.
00:54:07: Moderne Yokai-Bücher erzählen gerne, dass alte Sandalen nachts durch das Haus laufen, Lärm machen und sogar singen.
00:54:14: Dazu findet man auch einen ziemlich berühmten kleinen Fers in dem Zahlen und Geräusche von Schulen vorkommen.
00:54:20: Das Problem ist nur sobald man versucht diese Geschichte historisch sauber auf genau den Backe Sori zurückzuführen wird es schwierig.
00:54:28: In ältere die Überlieferungen werden verschiedene Arten japanischer Schuhe miteinander vermischt Besonders Sori und Geta also die bekannten Holzsandalen.
00:54:36: Es ist deshalb nicht sicher, ob die singende Sandale wirklich ursprünglich zu diesem Jokei gehört oder ob später mehrere Geschichten zusammengewachsen sind.
00:54:44: Was ein bisschen schade ist – denn eine beleidigte Sandale, die nachts durchs Haus läuft und dabei sinkt, wäre eine hervorragende Geschichte!
00:54:51: Bei uns in Deutschland zum Beispiel einen Klagelied darüber, dass wieder jemand Socken in Sandalen trug.
00:54:56: Andererseits braucht der Backe-Sori das eigentlich gar nicht.
00:54:59: Die Grundidee ist schon seltsam genug….
00:55:02: Ihr legt abends eure Schuhe im Eingangsbereich ab, geht schlafen und irgendwann hört ihr Schritte.
00:55:06: Nicht draußen auf der Straße sondern im Haus!
00:55:09: Ihr steht auf schaut nach und dort läuft eure alte Sandale herum ohne euch.
00:55:14: Im Grunde hat sie nach Jahren der Zusammenarbeit festgestellt dass ihr für ihre weitere Karriere nicht mehr benötigt werdet.
00:55:21: Hinter diesem ziemlich albernen Bild steckt aber eine Vorstellung die bei vielen Tsukumo Gami immer wieder auftaucht.
00:55:27: Gegenstände sind nicht völlig bedeutungslos nur weil sie ihren Zweck erfüllt haben.
00:55:31: Wer Dinge lange benutzt, sollte sie nicht achtlos behandeln oder wegwerfen.
00:55:35: In mittelalterlichen Erzählungen über Zuko Mogami wird genau dieses Motiv sogar ziemlich deutlich.
00:55:40: Alte Gegenstände werden aussortiert und entwickeln daraufhin ein Eigenleben teilweise auch aus Ärger darüber wie ihre Besitzer mit ihnen umgegangen sind.
00:55:48: Ob Menschen deshalb tatsächlich Angst hatten ihrer alten Sandalen könnten nachts zurückkommen ist eine andere Frage.
00:55:54: Gerade bei Jokai müssen wir aufpassen Bilder unter Haltung und Volksglauben nicht einfach in einen Topf zu werfen.
00:56:00: Ein Monster kann auch deshalb existieren, weil Menschen Freude daran hatten es zu zeichnen und sich darüber Geschichten auszudenken.
00:56:06: So wie's wäre!
00:56:07: Und dafür eignet sich der Bacchessori ziemlich hervorragend.
00:56:10: Denn die Vorstellung lässt sich heute noch problemlos nachvollziehen.
00:56:14: Wahrscheinlich besitzt fast jeder irgendwo ein paar Schuhe das längst hätte entsorgt werden müssen.
00:56:18: Die Sullen sind durch, irgendetwas löst sich bereits aber man behält sie trotzdem, weil sie bequem sind.
00:56:24: Vielleicht ist das gar keine schlechte Entscheidung... Es seiden ihr stets drauf, Nachtschritte in eurer Wohnung zu hören.
00:56:34: Es liegt einfach im Regen und hält Tofu.
00:57:20: Das ist Tofukoso, der Tofu-Junge!
00:57:23: Und ich glaube, ich habe meinen Lieblingsjokal gefunden.
00:57:26: Denn während anderer Wesen wenigstens zu tun als hätten sie eine Aufgabe hat der Tofu Koso nicht einmal das nötig... Er ist ein kleiner Junge mit einem großen Hut und einem Tablett Tofu.
00:57:39: Mehr scheint von ihm nicht erwartet zu werden.
00:57:41: Interessant wird die Geschichte aber ausgerechnet dann, wenn man sich wundert wo dieser Junge eigentlich herkommt.
00:57:49: Denn beim Tofukoso landen wir nicht bei einer uralten Legende aus irgendeinem abgelegenen Bergdorf.
00:57:55: Wir landen mitten in der Unterhaltungskultur von Edo.
00:57:59: Die älteste bekannte Veröffentlichung, in der er auftaucht stammt aus dem Jahr siebzehnhundertneunundseipzig.
00:58:06: Sie trägt den Titel Jokai Shiyoshi Yobanki und gehört zu dem sogenannten Kiboshi.
00:58:11: Das waren populäre, reich illustrierte Unterhaltungsbücher die sich vor allem an ein erwachsenes städtisches Publikum richteten.
00:58:19: Sie waren witzig, satirisch manchmal ziemlich albern und griffen gerne Dinge auf, die gerade modern waren.
00:58:26: Sprich irgendwann war offenbar Tofu modern genug für einen eigenen Yokai!
00:58:32: In den folgenden Jahren taucht der Tofu Kosu immer wieder in solchen Büchern auf.
00:58:37: Sein Aussehen wird dabei zunehmend vertraut, ein kleiner Junge mit übergroßem Kopf und großem Hut häufig mit herausgestreckter Zunge und vor allem mit seinem Tablett.
00:58:47: Darauf liegt ein Block Tofu oft mit einem roten Ahornblatt als Muster.
00:58:52: Warum ausgerechnet einen Ahorn Blatt auf dem Tofu liegt ist nicht abschließend geklärt – es gehört aber irgendwann zu seinem Erscheinungsbild!
00:59:01: Das Faszinierende daran ist, dass der Tofu Kozu möglicherweise von Anfang an weniger schreckgestalt als Figur war.
00:59:09: Also nicht erst ein gefüchteter Yokai, der irgendwann verniedlicht wurde sondern einen Wesen das innerhalb einer florierenden Unterhaltungsindustrie groß wurde.
00:59:19: Man könnte sagen er war Merch bevor es überhaupt Merch gab Denn er blieb nicht lange nur in Büchern.
00:59:25: Tofu Koso tauchte auch auf Spielkarten auf, in Brettspielen, auf Bildern und anderen populären Gegenständen.
00:59:33: Offenbar mochten die Menschen den Edo diesen etwas dümmlich reinschauenden Jungen mit seinem Tofu einfach.
00:59:39: Beim Tofu Kozu kommt noch dazu dass Tofu selbst in der Edo-Zeit ein ausgesprochen alltägliches und beliebtes Lebensmittel war.
00:59:47: Siebst nur zweiundachtzig erscheint sogar einen Kochbuch namens Tofu Hyakushin Ungefähr hundert erlesene Tofu-Gerichte.
00:59:54: Das Buch wurde ein Erfolg und zog weitere Ausgaben, und nach Armand nach sich.
00:59:59: Es gab also tatsächlich so etwas wie einen kleinen Tofubogen Und mittendarin steht dieser Junge mit Tofu.
01:00:07: Ich persönlich sehe da gar kein Problem.
01:00:09: Natürlich haben spätere Erzählungen versucht dem Tofukosu noch ein bisschen mehr Yokai zu geben.
01:00:15: Im Internet findet man zum Beispiel die Behauptung, man dürfe sein Tofu auf keinen Fall essen wenn man danach krank werde oder der Körper von Schimmel befallen werden.
01:00:25: Das klingt hervorragend und würde diese Geschichte sehr schön eskalieren lassen.
01:00:30: Leider lässt sich in den älteren Quellen nicht vernünftig belegen.
01:00:34: also müssen wir mit der wesentlich erschreckenderen Wahrheit leben dass der Tofukoso auch wahrscheinlich wirklich nur Tofu zeigt.
01:00:42: was man damit anfangen soll weiß niemand so genau.
01:00:45: Vielleicht bietet er ihn an.
01:00:47: Vielleicht trägt er ihn irgendwo hin?
01:00:49: Vielleicht steht er auch einfach gerne bei Regen herum und möchte, dass jeder sieht was er heute zum Abendessen
01:00:55: ist.".
01:00:56: Das macht ihn mir ausgesprochen sympathisch!
01:00:58: Denn wenn man sich die anderen Yokai dieser Folge ansieht sind die Alternativen nicht besonders verlockend.
01:01:04: Man kann nachts von einem Stück Baumwolle erwürgt werden, einen Mann mit einem Auge am Hintern begegnen oder feststellen das der Schmutz im Badezimmer inzwischen jemandem angelockt hat.
01:01:15: Und dann steht da dieser kleine Kerl mit einem Block Tofu.
01:01:18: Keine riesigen Hoden, keine Zunge die den Boden ableckt und keine Angriffe.
01:01:24: Ich würde sagen ich nehme den Tofu.
01:01:28: Ja es sind alle Gäste da... ...und ich spreche für alle Menschen auf dieser Erde.
01:01:35: Wenn dann Gäster auf Partys sind gibt's immer einen Gästerenking.
01:01:38: Wer ist der cooleste Gast?
01:01:40: Und wer ist nicht der coolste Gast?
01:01:43: Ich vermute mal dein Lieblingsgast wäre Tofu.
01:01:45: Boy
01:01:46: Of course.
01:01:48: I love it!
01:02:13: den Regenschirm sucht, gibt's ja sozusagen ein Bild von denen gemeinsam.
01:02:20: Also weil die ja gemeinsam gegenschaene sind, die wahrscheinlich zu Hause in der Ecke stehen, dass sie dann gemeinsam da rumtanzen.
01:02:25: und so steh ich mir dann auch vor, das ist dann irgendwie deine Sandalen mit einem Regenschirmen da rum tanzen.
01:02:29: also ich glaub die sind schon nervig.
01:02:31: Also die sind auf dem Dancefloor auf jeden Fall.
01:02:33: Tofu Boy steht an der Küche?
01:02:34: Die Mauer steht...
01:02:35: Also wenn ich da draus, Tofu boy!
01:02:37: Das war stimmt, da steht er auf dem Balkon.
01:02:39: Und niemand, dieser alleine raucht bei dem man mit ihm spricht.
01:02:43: Ja, dieses Mauerding ist sehr der im Türrahmen steht zu einem Raum wo man hin will aber irgendwie nicht weg geht weil er auch wie so zwei Meter acht groß ist und man sich nicht vorbeidrängen kann.
01:02:52: Das ist die Mauer?
01:02:54: Wer ist das Baumwoll-Ding?
01:02:56: Was ist das für ein Partytyp?
01:02:57: Dass es
01:02:57: der, den man eigentlich gar nicht da haben will, der von draußen reingekommen ist, weil die Tür irgendwann auf dem Stand
01:03:02: hat Und jeden immer in Gespräche rein zwingt, die man gar nicht will.
01:03:05: Ja, dann einem... Auf einmal von seinem miserablen Liebesleben erzählt.
01:03:12: Wenn man nämlich zuhört, dann will er einen erwürgen.
01:03:14: So ein typischer Insel halt.
01:03:17: Ich glaube die sagt nicht ganz kurz was ich für den Schlappen sagen will.
01:03:19: Ich glaub der Schlappen wäre so unfassbar nervig weil stell dir mal so nen harten Flip-Flop vor Der immer wieder auf dem Boden klatscht.
01:03:26: das
01:03:27: ist so ultra lau... Also richtig schnell nacheinander ne?
01:03:31: Ja Das wär ja so schlimm.
01:03:33: Deswegen glaube ich... Okay haben die auch geile Songs drauf wenn wir die singen.
01:03:37: Fähigkeiten der Robbie Williams Angels
01:03:40: Das ist so geil.
01:03:43: So, meine Schmerzen sind da schon wieder!
01:03:46: Ja dann ist natürlich noch der Tanuki.
01:03:48: was ist der Tagesfolste?
01:03:49: Der ist so diese Typen die Fischerhüte tragen aber nicht weil sie so kiffer sind, sondern weil die lustig und cool finden.
01:03:58: Der ist auf der Kautse, da muss ich gar nicht bewegen auf der Party.
01:04:00: Alle finden den lustig immer eingeladen, denn mit dem macht es irgendwie immer Spaß.
01:04:04: Niemand weiß wann er eigentlich Geburtstag hat oder was er so macht.
01:04:07: Das ist einfach irgendwie lustig.
01:04:09: Man sitzt halt da und aus der Hose irgendwie die Balls raus oder sowas.
01:04:12: Das ist, das ist der Tanuki.
01:04:14: Meinst
01:04:15: du?
01:04:15: Ja, oder?
01:04:16: Ich habe beantwortet... Der Tanuki verarscht ja auch mal alle!
01:04:19: Das machen diese Typen noch auch dann,
01:04:20: oder?!
01:04:21: Die pranken dich dann halt so.
01:04:23: Und übertreiben mit so manchen Prank auch mal.
01:04:25: Und dann drückt man sich da bei Erdinger.
01:04:31: Ich würde gerne wissen, welchen Tanuki du aus deinem Leben gerade nachdenkst.
01:04:35: Ah, das muss jetzt auch nicht
01:04:37: sein.
01:04:37: Nein doch wir hatten so Typen... wie heißt der denn?
01:04:40: Ich weiß nicht mal den Vornamen von diesen Typen, da machen die ja alle nur beim Nachnamen.
01:04:44: Er hieß halt Lange.
01:04:46: Lange!
01:04:47: Alle fanden ihn immer lustig.
01:04:49: Ich hab's uns nicht verstanden.
01:04:52: Ich hänge auch nicht mit ihm rum aber er war halt immer irgendwie da.
01:04:55: So Lange... Den haben wir jetzt vergessen unseren Gästebring also genau.
01:04:59: ich glaube ich fände am lustigsten.
01:05:01: Also ich fänd glaube ich den Tanuki und auch den Den Tofu-Ball am lustigsten als Gäste?
01:05:07: Ich glaub, für den Heimweg wäre der Arsch ganz lustig.
01:05:11: Weil wenn das Auge leuchtet hast du halt eine Taschenlampe dabei.
01:05:14: Wenn es nachts ...
01:05:15: Und sie läuft dann auch rückwärts so während er die Arsche aufnimmt?
01:05:18: Ja, nur falls setzte den in einen Einkaufswagen und hat da quasi so ein erfahrender Taschenlampel mit oder so einem E-Roller an.
01:05:26: Sagt mir, dass ich da vorne auf den Lenker sitze!
01:05:30: Okay, der E- Roller haben selber Licht... Der kann zu Hause bleiben, der Arschstüb.
01:05:34: Wenn du dumm angemacht wirst von jemandem, dann kannst du sagen was man aufhört, dass er einen Freund jetzt zu zeigen hat.
01:05:39: Arsch-Auge!
01:05:40: Und dann so wie die Glückspäher schießt.
01:05:42: Du halt nicht aus dem Bauch sondern aus dem Arsch.
01:05:45: Es ist spät.
01:05:46: wir sollten nun Richtung Betz gehen.
01:05:48: Das reicht auch.
01:05:51: Aber ja... Puh, wat ne Party?
01:05:56: Wenn du nur so komische Sachen einlädst, wer?
01:05:58: lasse ich dich nie wieder eine Geburtstagsparty planen.
01:06:01: Regenschirme, Baumwolle, Arschauge... Was kommt da als destes?
01:06:04: Richard Techno?
01:06:05: Wie wär's denn mit dem Bauarbeiter aus dem Lego-Film?
01:06:08: oder wir fahren den einfach selbst besuchen!
01:06:10: Ich pack schon mal die Mikros ein und das war Radio Obscura.
01:06:14: Ob ihr euch erst seit Kurzem oder schon seit einem Jahr begleiten.
01:06:17: vielen Dank dass ihr uns zuhört und hoffentlich auch weiterzuhören werdet.
01:06:21: Wir hören uns bis dahin.
01:06:23: Bleibt arschäugiger Regenschirmtofu.
01:06:26: Bleibt bei euch.
01:06:27: Bleibt im Dunkeln, aber im Dunkel ist es nicht so schlimm.
01:06:30: das Arsch-Auge leuchtet
01:06:32: und Radio
01:06:36: aus.
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