#045: Amagermanden - Hinweis 490
Shownotes
🎧 Worum geht’s in dieser Folge? Im September 2010 findet die Kopenhagener Polizei nach einem schweren Sexualdelikt auf Amager eine DNA-Spur. Der Abgleich zeigt: Das Profil ist bereits bekannt, nur der Mann dahinter hat noch keinen Namen. Dann geht Hinweis Nummer 490 ein.
Er führt zu Marcel Lychau Hansen und zurück bis ins Jahr 1987, als Hansen bereits im Zusammenhang mit dem Mord an Edith Louise Andrup überprüft worden war. In den folgenden Jahrzehnten kommen weitere Tatorte, alte Asservate, Zeugenaussagen und DNA-Spuren hinzu, ohne dass sie lange zu einem gemeinsamen Bild werden.
Wir schauen darauf, warum es 23 Jahre dauerte, bis diese Spuren zusammenliefen, welche Rolle DNA dabei spielte und wo ihre Grenzen liegen. Außerdem geht es um die dänische DNA-Krise ab 2019, Hansens bizarren Versuch, seine eigene DNA als Beweismittel zu sabotieren, und die Frage, ob alle ihm später zugeschriebenen Verdachtsfälle tatsächlich zu ihm gehören.
Zum Abschluss schicken wir noch eine Postkarte aus Dänemark, mit Tycho Brahe, einer Metallnase und einem Elch, der Bier offenbar für eine ausgezeichnete Idee hielt.
Kapitel
(00:00:00) Opening: Die Spur (00:01:45) Intro & Begrüßung (00:11:45) Ein Profil ohne Namen (00:15:17) Amager (00:18:37) 1987: Ein Name in der Akte (00:27:10) 1990: Eine Spur ohne Namen (00:34:30) Spuren, die warten (00:40:28) Zurück zum Anfang (00:48:44) Wenn DNA sich irrt (00:57:17) 23 Jahre neu gelesen (01:08:09) Vor Gericht (01:22:16) Was bleibt offen? (01:31:30) Talk (01:40:29) Postkarte aus Dänemark: Tycho Brahe und der Elch mit Alkoholproblem (01:45:07) Noch nicht zurück nach Hause
📚 Quellen & Literatur
• Claus Buhr & Vicki Therkildsen: Sagen om Amagermanden – Jagten på en serieforbryder. Gyldendal, 2012. • Sebastian Richelsen: Den danske seriemorder – Amagermanden. 2020. • Rigspolitiet: Nye retningslinjer for opdatering af DNA-referenceprofiler, 22. Oktober 2019. • Rigspolitiet: Identifikation af yderligere DNA-sager til gennemgang, 28. September 2020. • Rigspolitiet: Gennemgang af DNA-sager er nu afsluttet, 1. September 2021. • Københavns Politi: 54-årig dømt for drabet på Hanne With, 10. Juli 2024. • Avisen.dk: Amagermandens bror: Jeg fortryder jeg løj, 3. November 2011. • Avisen.dk: Kronvidne: Mordoffer blev bedøvet med æter, 4. November 2011. • Avisen.dk: Amagersag: Han prøvede at forfalske skoaftryk, 4. November 2011. • Avisen.dk: Amager-vidne understøtter smykkeforklaring, 4. November 2011. • Avisen.dk: Amagermand ansigt til ansigt med offers mand, 2011. • Avisen.dk: Amagersag: Lenes skrig blev hørt i skoven, 2011. • Avisen.dk: Amager-offers fætter: Vi græd bare, 2011. • Avisen.dk: Vidne: Håndaftryk er helt sikkert Amagermands, 2011. • Avisen.dk: Anklager sabler Amagermands flæskestegs-alibi, 9. Dezember 2011. • Avisen.dk: Dna-beviser mod Amagermanden bygger sig op, 9. Dezember 2011. • Avisen.dk: Læs her: Amagermandens sidste ord, 15. Dezember 2011. • Avisen.dk: Sådan vil Amagerforsvarer forklare dna-bevis, 2011. • Avisen.dk: Amagermanden: Skyldig, skyldig, skyldig, 19. Dezember 2011. • Avisen.dk: Amager-anklager: Det er vildere end en krimi, 19. Dezember 2011. • Avisen.dk: Lettet anklager: Marcel for farlig til frihed, 19. Dezember 2011. • Avisen.dk: Offers far: Så kan du lære det, dit svin, 22. Dezember 2011. • Avisen.dk: Amagermanden sendte sin søn ni sædprøver, 22. Dezember 2011. • Avisen.dk: Amagermanden vil intet sige, 25. Juni 2012. • Avisen.dk: Amagermanden fundet skyldig, 25. Juni 2012.
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🎙️ Hosts: Svea & Tim
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00:00:01: Manche Dinge fallen an einem Tatort sofort auf.
00:00:05: Eine offene Tür, Blut eine zerbrochene Scheibe.
00:00:09: Etwas das nicht dort liegt wo es liegen sollte und Es gibt Spuren die zunächst kaum etwas erzählen.
00:00:16: Am fünfundzwanzigsten September zwei tausendzehn wird Die Polizei zu einem Kleingartengelände auf Amaya gerufen einer Insel die zum Stadtgebiet von Kopenhagen gehört.
00:00:28: Eine siebzehnjährige Frau ist dort von einem Mann angegriffen und vergewaltigt worden.
00:00:34: Die Beamten suchen das Gelände ab, zwischen Wegen, Hecken und kleinen Parzellen versucht ein Polizeihund die Spur des Täters aufzunehmen.
00:00:44: Wenige Meter vom Tatort entfernt findet er etwas – einen benutztes Kondom.
00:00:50: Es ist kein Gegenstand der besonders lange Aufmerksamkeit auf sich zieht.
00:00:54: Er wird gesichert, er verpackt und zur Untersuchung geschickt.
00:00:58: Denn der Mann nach dem die Polizei sucht hat etwas darin gelassen das sehr viel eindeutiger ist als eine Beschreibung seines Gesichts Seine DNA.
00:01:08: Im Labor lässt sich daraus ein Profil erstellen Eine lange Folge aus Zahlen- und Merkmalen Die für die Ermittler zunächst vor allem eines bedeuten Irgendwo da draußen gibt es einen Mann zu dem diese Spur gehört.
00:01:22: Sie kennen seinen Namen nicht Aber als das Profil überprüft wird, stellt sich heraus dass es auch für die Polizei nicht ganz unbekannt ist.
00:01:32: Woher kennt sie die DNA eines Mannes den Sie noch nie identifiziert haben?
00:01:38: Bekommen bei Radio Obskura!
00:02:06: Schön, dass ihr eingeschaltet habt beim Podcast über Creatures Crime und Mystery.
00:02:11: Wir erzählen von Geschichte gegen Wart- und Grenzbereichen mal real mal unerklärlich
00:02:15: vom Meeresgrund bis zur Umlaufbahn, vom Labor bis zu Legende.
00:02:19: Wir fragen was passiert ist und was davon bleibt?
00:02:25: Und heute grüßen wir aus Legoland!
00:02:28: Ja...
00:02:30: Schön!
00:02:32: Ja genau, wir sind quasi in unserem ersten gemeinsamen Urlaub bei Betriebsweise wie man es auch immer nennen mag.
00:02:40: Spannende Bilder findet ihr mal wieder... Kann man das
00:02:41: dann von der Steuer absetzen?
00:02:43: Ich weiß nicht, bist du mir sagen ich habe damit keine Ahnung Falls ihr Steuerberater innen seid, sagt man Bescheid.
00:02:50: Genau, wir finden da wirklich spannende private Einblicke zu unserer Reise auf Instagram.
00:02:56: Ihr wisst wie es heißt?
00:02:57: Ich kann trotzdem sagen gerade die Rob Scourer Podcast alles klein zusammengeschrieben.
00:03:01: Bist du das?
00:03:01: Ihr habt sie ja schon gefunden!
00:03:02: Wir sitzen jetzt hier und jetzt seht ihr gerade live.
00:03:07: oder ihr habt schon gesehen dass wir Bilder geteilt haben in den Stories.
00:03:11: Aber wenn ihr das jetzt gerade hört gibt's die Stories nicht mehr.
00:03:15: Aber wir werden ein paar Bilder, die wir gemacht haben ja noch mal verwenden in einem Instagram Karussell.
00:03:21: Wir sind ja in Dänemark und dort findet auch quasi der heutige Fall statt.
00:03:29: Deswegen haben wir ihn auch ausgesucht.
00:03:30: aber es ist einfach mal eine spannende Experience auch näher dran zu sein an dem Fall.
00:03:35: Das heißt näher daran zu sein?
00:03:36: Wir haben einfach nur natürlich ein paar Infos, die so veröffentlicht wurden Jetzt nicht mit Betroffenen gesprochen oder so.
00:03:44: Oder Angehörigen, was bei diesem Fall eigentlich schon auch in dem Sinne spannend gewesen wäre weil das ja ein der Ernst Thema ist.
00:03:51: es geht viel also kann man jetzt auch vor allem noch sagen um sexuelle Gewalt.
00:03:56: auch Mord ist keine einfache Folge Ja aber trotzdem natürlich ein sehr spannendes Thema.
00:04:02: Warst du bisher schon mal in Dänemark eigentlich Tim?
00:04:04: Beziehungsweise warst Du eigentlich auch in der Region vielleicht sogar wo der Falsch stattgefunden hat?
00:04:09: Nee, das ist ja Kopenhagen.
00:04:11: Da war ich noch nie.
00:04:12: Wollte ich aber hin?
00:04:13: Ich hab eigentlich als wir hier geplant haben hier zu fahren auch geguckt und ähnemag da kann man nach Kopenhaagen.
00:04:18: Das ist sehr weit weg von dem Ort wo wir sind.
00:04:20: Wir sind... Es gehört offiziell zur Yelling Aber was sich viele von euch vielleicht gut vorstellen können ist Nielersachsen.
00:04:28: Und wenn man hier so zwischen den... Das ist möglich.
00:04:30: eher so Höfe mit ganz vielen Feldern und dann kommt irgendwann der nächste Hof und dann kommen immer ein kleines Städtchen.
00:04:34: Also Yelling hat glaube ich viertausend Einwohner nachgeschaut.
00:04:37: Ja
00:04:38: In die Kante glaube ich.
00:04:39: Und wir haben jetzt hier auf so einem Bauernhof zwischen Feldern, also zu Fuß war es eine Stunde nach Jelling und wir haben glaube ich drei Häuser auf dem Weg gesehen bis dahin und nur Felder.
00:04:52: Und genau deswegen...region selber war ich noch nicht.
00:04:55: aber diese Art-Regionen dieses weite Flache nichts das hat man natürlich schon oft gesehen.
00:05:03: Ich glaube dafür fällt man auch nicht hierher um den Bauern Hof weites, flaches Nichts zu sehen.
00:05:10: Das gibt's ja sehr oft.
00:05:12: aber wir haben genau mit dem Fall ist es schon eine andere Atmosphäre in dem Land zu sitzen und ich hoffe auch dass wir vom Sound her okay sind weil wir sitzen natürlich.
00:05:21: wie gesagt Es ist sehr stürmig draußen hat auch geregnet ein bisschen.
00:05:24: Wir hatten Glück das wir auch ein bisschen Sonne hatten.
00:05:27: Aber wir hoffen dass das nicht hier wegstirmt Und wir haben so Dachfenster.
00:05:30: wenn sie gleich anfängt zu regnet hört ihr im Hintergrund einen Blastbeat auf uns nieder prasseln Weil wir einen sehr schönen, hellen große Dachfenster hier in unserem kleinen Ferienhaus haben.
00:05:41: Aber ich war noch nie in Kopenhagen oder auch noch nie ins Skandinavien generell.
00:05:46: Echt?
00:05:47: Ich war mein erstes Mal Skandinaviain jetzt.
00:05:49: Ich war oft Nord- und Ostsee aber immer so auf deutschen Inseln, deutschen Halbinseln.
00:05:55: Jetzt sind wir ja auf Jüdland in der Mitte bei Yelling.
00:06:00: Genau das war also... Wir wissen jetzt von dir schon aus einigen Folgen, dass du auf Norwegen warst.
00:06:06: Wenn du es vergleist... ...würdest du auch ja sagen, das ist schon Skandinavisch hier vom Feeling.
00:06:12: oder wirst du auch sagen, es ist Niedersächsig vom Feeling?
00:06:15: Also ich war bisher auch schon in Dänemark und auch schon im kleinen Käff, weil nicht das Gefühl Dänemarks sieht überall relativ gleich aus.
00:06:22: Es ist auch gar kein Hate.
00:06:24: Das ist genau wie du schon sagst, es sind Nieder Sachsen und ich glaube auch in Schleswig-Holstein... Ähnlich.
00:06:30: Mac-Prom wahrscheinlich auch?
00:06:31: Ja, wahrscheinlich das auch.
00:06:32: Da war ich tatsächlich noch nicht so oft.
00:06:34: Aber es ist auf jeden Fall was ich finde.
00:06:36: man merkt, dass es überall... Vielleicht liegt's auch in den Tagen hier.
00:06:39: aber Das von meiner Erfahrung mit Skandinavien war, dass egal um welche Jahreszeit immer ein bisschen windig und ein bisschen kalt ist.
00:06:47: Es gibt ja oft einen kalten Wind.
00:06:50: Und sonst finde ich ehrlich gesagt Ich find's jetzt hier nicht scheiße, das ist schon ganz schön, aber es ist jetzt trotzdem irgendwie nicht so ultra viel zu sehen, also jetzt kein riesigen Berge.
00:06:59: oder vielleicht haben wir die Natur Wunder irgendwie noch nicht entdeckt und werden sie vielleicht auch nicht entdeten auf unserem Trip.
00:07:04: Aber bisher würde ich sagen es ist echt schon ziemlich bekannt halt wie du sagst das ein paar Dörfer äh ein paar Höfe kleine Dörfern
00:07:12: ja was ich ganz interessant fand.
00:07:16: also wir haben doch nichts davon gesehen selber okay.
00:07:19: also ich meine fünfundfünfzig Kilometer ist ja auch ein bisschen was.
00:07:21: aber wir haben.
00:07:21: auf der Hinfahrt haben wir herausgefunden dass mein Android Auto scheinbar auch Google Gemini hat und haben den dann Fragen zu Legoland und Dänemark gestellt.
00:07:31: Und meinten so während der Fall, ich glaube das war was im Stau?
00:07:34: Wir hatten einen sehr langen Stau.
00:07:37: kurz vor der Grenze Richtung Flensburg standen wir immer sehr, sehr lange am Stau und Hamburg Elbtunnel war die Hölle irgendwo.
00:07:45: da haben wir dann aus Langeweile ein paar Fragen gestellt zu ihr Hype mal drei Erwachsene auf dem Weg.
00:07:52: also wir haben noch jemanden mit Ein quasi
00:07:56: VIP-Fan.
00:07:58: Ich meine, Rodi irgendwie muss die Technik schleppen, muss uns fotografieren vor unseren Radio Obskura Erotikkalender und genau eine Hype mal drei Personen.
00:08:11: richtig hart auf Legoland.
00:08:13: blöderweise hat Gemini Heike statt Hype verstanden und dann haben wir auch noch gefragt so hier Fun Facts über Dänemark und einer davon war, es gibt keinen Ort in Dänemark der weiter als fifty Kilometer vom Meer entfernt ist.
00:08:25: Aber wir sind halt wirklich wahrscheinlich am diesen Punkt, deren alle Richtungen mindestens fünfundfünfzig davon entfernt oder maximal fünffünfzig, weil also wenn ihr auf der Karte schaut Belund gelingt.
00:08:35: das ist ja dann einfach so Wenn man auf Dänemaack in die Mitte drückt, dann sind wir da irgendwo Und so sieht's auch aus.
00:08:41: Einfach komplett flach.
00:08:43: aber man hat so ein Gefühl dieses Küstenwetter ist trotzdem hier.
00:08:46: Aber damit wir uns jetzt nicht zu weit verplappern, wir waren jetzt... Wir kamen im Freitag an und abends dann, wie wir erwähnt haben nach Yelling gelaufen.
00:08:54: Und Yelling haben wir nächste Woche in der Folge wenn es um Harald Blauzahn geht weil wir dachten heute über Legoland zu erzählen ist ein bisschen weird bei dem Folgenthema.
00:09:05: aber die fandest du Yelling?
00:09:07: Ich werde
00:09:08: nächste
00:09:09: Woche da doch eine Woche in einer Folge ein bisschen was mit einbauen von unseren vor Ort eindrücken.
00:09:15: Das spoil ich jetzt also mal noch nicht, aber wie fandest du es?
00:09:17: Jetzt wo du mein Skript ja noch nicht kennst.
00:09:20: Wie schätzt du das da ein was wir da gesehen haben?
00:09:24: Ich habe erst dann schon gesagt, ich finde irgendwie dass Jelling wirkt sehr so als könnten irgendwie Ränder in hier sehr gut Urlaub machen.
00:09:31: Es ist sehr ruhig Und junge
00:09:33: Podcaste und
00:09:35: große Stars Wir werden halt nicht erkannt Nein, aber es ist wirklich sehr, sehr ruhige, es sind sehr schöne kleine Häuser in Jelling.
00:09:46: Aber sonst ist es wirklich einfach nur sehr... Also ich glaube mehr als Tourismus und diese Einheimischen, die hier schon seit mehreren Generationen leben.
00:09:54: Eine
00:09:54: E-Roller gibt's in den ganzen Städtchen!
00:09:56: Und ich glaube nicht mehr dass der öffentlich war.
00:09:58: Ich glaube das wäre der Person gehörte.
00:10:01: Der Junge
00:10:01: hat Mubili gemacht.
00:10:02: Das muss man da fehlen.
00:10:03: Das war ein krasser Typ.
00:10:05: Also ich fand es sehr schön und das ist irgendwie auch, wenn man mal so wirklich ein bisschen Ruhe haben will dann ist man nie auf jeden Fall richtig.
00:10:12: Es war trotzdem nicht überlaufen jetzt irgendwie von Touris oder was gar nicht.
00:10:15: Volgrul
00:10:16: ist relativ als gibt hier eine Oma.
00:10:18: kennt ihr diese Dreiradmotorräder wie früher dieser Alberto-Pizza Werbung?
00:10:24: Die vor uns
00:10:26: vorbei... Tuck tucks!
00:10:29: Die fuhr ja an uns vorbei also direkt Vorjälligen, so bei den hundert Meter vorm Ortseingang und wir haben die zwanzig Minuten später immer noch fahren hören.
00:10:36: Das Ding war so laut!
00:10:38: Die saß auch in dem Ding mit Kopfhörern.
00:10:41: Es ist superlaut.
00:10:42: Ich weiß
00:10:43: nicht ob das einfach hier landschaftlich so ist dass der Sound halt einfach so durch nichts aufgehalten würde.
00:10:48: deswegen so lange durch geht aber wirklich... Der hat man ewig lang gehört.
00:10:52: Das war super krass.
00:10:54: Also man kann seine ruhige Haare im Saiten die Omas unterwegs
00:10:57: Ja, aber das ist ja eigentlich auch metaphorisch ein ganz interessantes Bild.
00:11:01: Weil ich glaube auch, dass es wirklich so ist.
00:11:02: Das sind die kleinen Communities.
00:11:04: Die Leute haben müssen wahrscheinlich irgendwie ein bisschen miteinander klarkommen einfach nicht weil sie dann nebeneinander wohnen jetzt irgendwie wie in einem Familienhaus.
00:11:12: Aber einfach wenn man halt sonst nicht viel hat und zum Beispiel jetzt immer auf unseren Fall heute schaut da gibt's auch auf jeden Fall... Aspekte, die darauf hinweisen, dass man halt dieses kleine Netzwerk auch aus Regionen wusste nicht so groß ist.
00:11:24: Und ich meine im Kopenhagen reden wir noch mal über eine andere Region als hier aber trotz dessen das ja nicht vergleichbar zu den großen Städten in Deutschland oder rund um Berlin oder so.
00:11:34: Ja und das ist irgendwie halt genau das, man weiß wer er ist, man kennt ihn Namen, man kann ihn nennen und man erkennt sie auch wieder und das wettet ihr in dieser Folge auf jeden Fall auch finden.
00:11:43: Das finde ich auch mal was Neues, das hat du bisher noch nicht.
00:11:47: Anfang November, zwei Tausendzehn sucht die Kopenhagener Polizei einen Mann von dem sie etwas sehr persönliches besitzt und trotzdem nicht weiß, wer er ist.
00:11:58: Das Kondom aus dem Kleingartengelände ist im Labor untersucht worden.
00:12:02: Die DNA darin stammt von dem Mann der die Siebzehnjährige im September angegriffen hat.
00:12:08: Für die Ermittler ist das zunächst ein wichtiger Befund aber noch keine Identität.
00:12:14: Ein DNA-Profil kann einen Menschen eindeutig von sehr vielen anderen unterscheiden.
00:12:20: Es verrät nur nicht automatisch seinen Namen und dieser Name fehlt.
00:12:25: Was die Untersuchung allerdings zeigt, die Spur steht nicht für sich allein.
00:12:30: Das Profil ist der Polizei bereits begegnet.
00:12:34: Die Ermittler wissen damit dass sie ihn nicht nur nach dem Täter vom September suchen.
00:12:38: Die weit die Geschichte dieses unbekannten Mannes zurückreicht, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig abzusehen.
00:12:45: Anfang November geht die Kopenhagener Polizei an die Öffentlichkeit.
00:12:49: Sie sucht einen Mann zwischen thirty-fünfund und vierzehn Jahren ungefähr ein Meter achtzig groß mit hellem Haar und hellen Bartstoppeln.
00:12:58: Er soll normal bis schlank gebaut sein eine schwarze Jacke und eine schwarte Strickmütze getragen haben.
00:13:05: Außerdem sucht die Polizei nach einer jungen Radfahrerin, die am Morgen des fünfundzwanzigsten September auf der Konglund II unterwegs war und den Täter möglicherweise gesehen hat.
00:13:16: Der Aufruf zeigt Wirkung – innerhalb eines Abends gehen mehr als einhundertzwanzige Meldungen ein.
00:13:23: Wenige Tage später sind es bereits mehrere hundert.
00:13:27: Manche Menschen nennen konkrete Männer andere berichten von Übergriffen, die teilweise Jahre zurückliegen.
00:13:35: Die Ermittler beginnen, Namen zu sortieren, Personen zu überprüfen und freiwillige DNA-Proben zu nehmen.
00:13:42: Am vierten November liegen Vierhundert, Vierundneunzig Hinweise vor.
00:13:47: Hundertneunundvierzig davon nennen konkrete Personen manche Namen mehrfach.
00:13:53: Ermittlungsleiter Stefan Tarnings-Steffensen macht deutlich die Breit, die Polizei inzwischen sucht.
00:14:00: Lieber nehme man zehn DNA-proben so viel als eine zu wenig!
00:14:05: Und irgendwo zwischen all diesen Meldungen befindet sich ein Hinweis, der zunächst kaum auffällt.
00:14:11: Der betreffende Mann wird nur ein einziges Mal genannt.
00:14:15: Später wird diese Meldung als Hinweis Nummer vierhundert neunzig bekannt.
00:14:19: Sie stammt von einer älteren Frau und anders als viele andere Menschen die sich nach dem öffentlichen Aufruf meldeten hat sie nichts Neues beobachtet.
00:14:28: Sie erzählt von etwas das bereits zwanzig Jahre zurückliegt.
00:14:33: Damals hat ihr Sohn auf Amaya einen ehemaligen Klassenkameraden gesehen.
00:14:38: Er meldete seine Beobachtung der Polizei, doch der Name führte zu nichts.
00:14:43: Jetzt zwei Jahrzehnte später nennt seine Mutter ihn noch einmal Marcel Licher Hansen einer von hundert und vierzig konkret genannten Männern.
00:14:53: Einer von fast fünf Hundert Hinweisen.
00:14:56: Doch als die Ermittler beginnen diesen Namen zu überprüfen stoßen sie auf etwas merkwürdiges.
00:15:02: Marcel Lücher Hansen ist für die Kopenhagener Polizei kein Unbekannter.
00:15:08: Um zu verstehen, warum müssen wir ziemlich weit zurück – nicht ins Jahr ninezundneunzig aus dem der Hinweis stand sondern noch weiter.
00:15:17: Amaya liegt direkt vor dem Zentrum Kopenhogens eine flache Insel auf der heute mehr als zweihunderttausend Menschen leben verbunden mit dem Rest der Stadt durch Brücken, Straßen und Dimetro.
00:15:31: Wer im Flughafen Castro landet und Richtung Innenstadt fährt, ist bereits mitten drin.
00:15:36: Lange bevor die Türme- und alten Fassaden des historischen Kopenhagens auftauchen.
00:15:42: Dabei war Amaya über Jahrhunderte etwas anderes – das landwirtschaftlich geprägte Hinterland der Hauptstadt.
00:15:49: Im sechzehnten Jahrhundert holte König Christian II niederländische Bauern auf die Insel, die den königlichen Hof und Kopenhaagen mit Gemüse versorgen sollten.
00:15:59: Noch im neunzehnten Jahrhundert lagen hier Dörfer, Felder und Weideland.
00:16:04: Erst mit dem Wachstum Kopenhagens vereinerte sich die Insel grundlegend.
00:16:09: Industrie- und Arbeiterquartiere kamen hinzu.
00:16:12: Später große Wohngebiete, Kleingartenkolonien und neue Stadtviertel.
00:16:18: Teile der heutigen Insel existieren damals überhaupt noch gar nicht.
00:16:23: Große Flächen im Westen wurden erst im zwanzigsten Jahrhundert den Meer abgewonnen.
00:16:28: In diesem Teil Koppenhagenst wächst Marcel Lücher-Hansen auf.
00:16:32: Er wird am zweiten Oktober, Ninzehnundsechzig geboren und verbringt seine Kindheit und Jugend auf Amaya.
00:16:39: Später lebt er zeitweise in anderen Teilen der Hauptstadt, arbeitet unter anderem als Möbelpacker und Lagearbeiter und gründet eine Familie.
00:16:49: Er hat zwei Söhne – nach außen führt er kein Leben das ihn irgendwie aus der Masse herausheben würde!
00:16:56: Ganz ohne Kontakt zu Polizei bleibt er allerdings nicht.
00:17:00: Als junger Mann wird Hansen wegen Eigentums- und Gewaltelikten auffällig, in den Jahren von der letzten Zeit.
00:17:06: In den Jahren mit achtzehn Jahren wird er wegen eines versuchten Raubüberfalls verurteilt – eine Vorgeschichte die ihm Rückblick schnell dazu verleitet nach einer geraden Linie zu suchen.
00:17:17: vom Jugendlichen Straftäter zu dem Mann dessen Name Jahrzehnte später in hunderten Seiten Ermittlungsakten auftauchen wird.
00:17:26: So einfach ist diese Linie jedoch nicht, eine Verurteilung wegen Raubes erklärt keine späteren Verbrechen und auch über Hansens Privatleben lässt sich im Nachhinein vieles so erzählen als hätte sich darin schon früh etwas angekündigt für die Menschen in seinem Umfeld bei zunächst aber vor allem Marcel Ein Mann aus Amaya, der arbeitete, eine Partnerin hatte, Vater wurde und weitgehend ein gewöhnliches Leben führte.
00:17:55: Den Namen unter dem ihn später ganz dänemark kennen wird trägt er zu dieser Zeit noch nicht.
00:18:01: Amayamanten – Der Mann von Amaya Diese Bezeichnung entsteht sehr viele Jahre später in den Medien.
00:18:08: Sie klingt beinahe wie der Name einer Figur aus einer Großstadtlegende.
00:18:13: Tatsächlich bezeichnet sie keinen Mythos und kein anonymes Phantom.
00:18:17: Sie wird zum Kürzel für einen konkreten Menschen, und eine Reihe von Verbrechen, deren Zusammenhang lange niemand erkennen wird.
00:18:26: Um Marcel Lücher Hansen zum ersten Mal in einer dieser Ermittlungen zu finden, müssen wir zurück ins Jahr ... Es riecht nach Gas.
00:18:48: Der Geruch kommt aus einer Wohnung im dritten Stock der Broncaivay II.
00:18:53: Dort lebt die seventy-jährige Edith Louise Antrup.
00:18:57: Zwei Mitarbeiter der Gasversorger öffnen schließlich die Wohnung.
00:19:02: Im Flur entdecken sie eine brennende Kerze.
00:19:04: In der Küche sind vier Gashähne geöffnet.
00:19:08: Sie drehen das Gas ab und löschen die Kerze.
00:19:10: Dann finden sie Edith Antrup.
00:19:13: Sie liegt tot auf dem Küchenboden, ihren Morgenmantel über den Kopf gezogen.
00:19:18: Die späteren Untersuchungen ergeben, dass sie bereits am Abend zuvor getötet worden ist.
00:19:23: Sie wurde stranguliert – in der Wohnung sieht es nicht nach einem natürlichen Tod aus.
00:19:29: Schränke und Schubladen sind durchsucht worden, Bargeld- und Schmuck fehlen Und die Kombination aus geöffneten Gashehen und einer brennenden Kerze lässt einen ziemlich naheliegenden Schluss zu.
00:19:41: Jemand hat versucht, nach der Tat ein Feuer oder eine Explosion auszulösen.
00:19:47: Später wird ein Gericht genau davon überzeugt sein – vom Mord an Edith Antrubb, vom Raub und von dem Versuch anschließend die Wohnung in Brand zu setzen und damit Spuren zu vernichten.
00:20:10: Ihre Angehörigen beschreiben sie als vorsichtig.
00:20:13: Edith öffnet ihre Wohnung nicht einfach für Menschen, die sie nicht kennt – also konzentriert sich die Polizei auf Personen, die einen plausiblen Grund gehabt hätten bei ihr zu klingeln.
00:20:24: Dabei stoßen die Ermittler auf drei junge Männer.
00:20:27: Wenige Wochen vor ihrem Tod hatte Edith Antrop Möbel transportieren lassen.
00:20:33: Unter den Möbelpackern war ein Einundzwanzigjähriger von Amaya Marcel Lücher Hansen.
00:20:39: Damit steht sein Name im Februar in einer Mordermittlung.
00:20:46: Die drei Möbelpacker werden vernommen, einer von ihnen Tommy Fellback arbeitet damals schwarz und ist offiziell gar nicht als Teil der Gruppe angegeben worden.
00:20:55: Hansen und seinen Bruder verschweigen zunächst dass Tommy bei dem Auftrag dabei war nach ihrer späteren Erklärung um ihm wegen der Schwarzarbeit keine Schwierigkeiten zu bereiten.
00:21:06: Für die Polizei macht das, die Sache nicht gerade übersichtlicher.
00:21:10: Doch es gibt noch eine Spur!
00:21:13: Mitten in der durchsuchten Wohnung liegt der Deckel einer Pralinschachtel.
00:21:17: Auf seiner Innenseite befindet sich ein Schuhabdruck.
00:21:20: Adidas Handball Spezial – Ein Modell, dass Marcel Lücher Hansen trägt.
00:21:25: Auch die Größe passt.
00:21:26: Jahrzehnte später wird genau dieser Abdruck zu einem der Indizien gehören mit denen sich das Kopenhagener Stadtgericht beschäftigen muss.
00:21:34: Aber ein Schumodell ist zunächst kein Täter und Marcel hat eine Erklärung dafür, warum sich eine Spur von ihm in Ediths Wohnung befinden könnte.
00:21:44: Er war schließlich dort gewesen als Möbelpacker.
00:21:47: Vor allem aber scheint er für den Abend des Mordes einen Alibi zu haben!
00:21:52: Am sechzehnten Februar trifft sich die Familie zum Essen bei Hansens Vater.
00:21:57: Es gibt Schweinebraten.
00:21:59: Seine Schwester ist dabei seine damalige Freundin ebenfalls.
00:22:03: Jahre später werden beide bestätigen, dass Marcel an diesem Abend mit ihnen gegessen hat.
00:22:09: Auf den ersten Blick klingt das ziemlich eindeutig – nur deckt dieses Alibi bei genauerem Hinseen längst nicht den ganzen Abend ab.
00:22:18: Hansens Bruder zieht ihn gegen die Uhr, als Marcel ihn am Kopenhagen der Hauptbahnhof absetzt.
00:22:25: Das Familienessen beginnt erst gegen neunzehn Uhr.
00:22:28: Dazwischen liegen ungefähr drei Stunden.
00:22:32: Als Staatsanwältin Anne Birgit Stürüb, diese Zeitspanne vierundzwanzig Jahre später – also zwölfzehntelf – vor Gericht rekonstruiert macht sie deutlich wie wenig das Abendessen tatsächlich ausschließt.
00:22:45: Stürib rechnet vor dass die Fahrt vom Hauptbahnhof zu Ediths Wohnung nur wenige Minuten gedauert hätte.
00:22:52: Danach so stürib weiter braucht man ungefähr eine halbe Stunde von dort bis zum Haus von Hansens Vater Selbst wenn Hansen tatsächlich um neunzehn Uhr beim Essen sitzt, bleibt also genügend Zeit vorher in Fallbühne gewesen zu sein.
00:23:07: Und auch danach entsteht eine Lücke!
00:23:10: Nach dem Essen sehen die anderen Marcel für den Rest der Nacht nicht mehr.
00:23:15: Als sie am nächsten Morgen gegen neun Uhr aufstehen ist er nicht da – damit wäre theoretisch auch Zeit gewesen später noch einmal zur Edezwohnung zurückzukehren und dort Gas aufzudrehen und die Kerze
00:23:26: anzuzünden.".
00:23:28: Genau diese Möglichkeit wird die Staatsanwaltschaften-Zweiß und Elf vor Gericht vertreten.
00:23:33: Das Problem liegt also weniger darin, dass Hanson ein ungreifbares Alibi besitzt.
00:23:38: Das ist das Problem, dass es in den letzten Jahren aus dem Jahr ja offensichtlich als stärker behandelt wird – als es tatsächlich ist!
00:23:46: Die spätere journalistische Rekonstruktion des Fals durch Klaus Burr und Vicky Terkelsen kommt sogar zu einem noch härteren Befund.
00:23:54: Nach ihrer Untersuchung begeht die Mordkommission bei der Rekonstruktion von Hansens Bewegungen einen Fehler und verschafft einem ihrer wichtigsten Verdächtigen damit praktisch selbst ein Alibi.
00:24:06: Dass diese Bewertung nicht bloß aus der Rückschau entsteht, zeigt der Prozess-Zweißen-Elf.
00:24:12: Dort muss die Familie noch einmal erklären was an diesem Abend eigentlich passiert ist Und Hansens Bruder räumt ein dass er die Polizei-Ninzehnundachzig belogen hatte.
00:24:23: Damit ist die Sache allerdings noch immer nicht gelöst.
00:24:27: Es gibt keine DNA-Treffer, kein eindeutiges Tatwerkzeug, keinen Augenzeugen des Mordes und der Schuhabdruck gelässt sich dadurch erklären das Hansen beruflich in der Wohnung gewesen war.
00:24:38: Andere Informationen, die Jahrzehnte später wichtig werden erreichen die Ermittler damals entweder nicht oder führen nicht weit genug.
00:24:47: So wird es für den Fallbeck vor Gericht aussagen.
00:24:51: Hansen habe ihm irgendwann nach dem Mord etwas gestanden.
00:24:54: Er sagte, ich muss dir etwas erzählen.
00:24:57: Dann erzählte er mir, dass er die alte Dame getötet hatte.
00:25:00: Fallbecken zufolge soll Hansen ihm auch erzählt haben wie er Zugang zur Wohnung bekommen habe.
00:25:06: Er habe an Ediths Tür geklingelt sich als einer der Möbelpacker vorgestellt und behauptet nach einem Teppich sehen zu wollen, den sie beim Umzug vergessen
00:25:14: hätten.".
00:25:15: Anschließend habe er Edith mit Eta betäubt.
00:25:19: Das ist eine Zeugenaussage aus dem Jahr zehntelf, keine Erkenntnis über die die Polizei in siebenundachtzig verfügt und sie wird erst zusammen mit weiteren Indizien Teil der späteren Beweisführung.
00:25:33: ähnlich verhält es sich mit Edith Schmuck.
00:25:35: ein weiterer Zeuge wird Jahrzehnte später berichten.
00:25:38: kurz nach dem Mord sein ihm schmuckstücke zum Verkauf angeboten worden.
00:25:43: Ein Mann aus dem selben Unfeld erinnerte sich wiederum daran, damals davon gehört zu haben.
00:25:49: Tino sagt ihm sein Schmuckstück angeboten worden.
00:25:53: Warum niemand damit zur Polizei gegangen ist, erklärt er bemerkensweit nüchtern.
00:25:57: Er war damals selbst ein bisschen kriminell.
00:26:00: Bei einem der später mit Hansen verbundenen Schmucksstücke soll sogar Edith Antrupp's Name ein graviert gewesen sein – auch dieses Indiz wird für das Beweis für ihn gehören!
00:26:12: Die Polizei besitzt dieses Gesamtbild jedoch nicht.
00:26:15: Sie besitze einzelne Teile davon, einen jungen Möbelpacker der Zugang zur Edelswohnung gehabt hatte – ein Schuhabdruck.
00:26:23: Widersprüche rund um die Männer, die bei ihr gearbeitet hatten Ein Alibi das bei genauer Betrachtung erhebliche Lücken besitzte Und einen Namen Marcel Lücher Hansen.
00:26:35: Der Mittler vernehen ihn mehrfach.
00:26:37: Sie verdächtigen ihn, aber die Beweise reichen nicht um den Mord an Edith-Louis Antrub vor Gericht zu bringen.
00:26:44: Am siebzehnten Juni, die Vier Monate nach ihrem Tod wird der Verdacht gegen Hansen nicht weiter verfolgt.
00:26:53: Der Mord bleibt ungeklärt.
00:26:55: Marcel Lücher Hansen verschwindet aus dieser Ermittlung.
00:26:58: Sein Name bleibt allerdings in der Akte!
00:27:01: Und Edith-Louis Andrup wartet noch mehr als zwei Jahrzehnte darauf, dass jemand zu dieser Akte zurückkehrt.
00:27:10: Drei Jahre später ist es ein warmer Mittwochabend auf Ameyer.
00:27:15: Am neunzwanzigsten August ninezundneinzig gegen siebzehn Uhr verlässt die vierzeigjährige Lene Bücher Drasmussen ihre Wohnung im südwesten Kopenhagens.
00:27:25: Lene isst Lehrerin.
00:27:27: In ihrer Freizeit interessiert sie sich für Vögel und an diesem Abend nimmt sie ihr Fernglas mit, fährt mit dem Fahrrad hinaus nach Kaffelbördfeld auf Festmaier.
00:27:37: Das Gebiet liegt am Rand der Stadt und wirkt trotzdem weit von ihren Ferns.
00:27:41: Große offene Flächen Wiesen Wasser dazwischen kleine Waldstücke.
00:27:47: Eine dieser Wälder ist der Fasernsküpfen.
00:27:50: Dorthin führt Lenes Weg.
00:27:52: Als es später wird und sie nicht nach Hause kommt, beginnt die Lebensgefährte sich Sorgen zu machen.
00:27:58: Vier Jahre sind die beiden zu diesem Zeitpunkt zusammen – zwei davon leben sie gemeinsam.
00:28:03: Vor Gericht wird er zehlen, wie aus dem Warten langsam das Gefühl wird, dass etwas nicht stimmt.
00:28:10: Es dauerte eine Weile bis ich langsam immer unruhiger wurde Und es merkwürdig fand, dass sie nicht auftauchte.
00:28:16: Noch am selben Abend ruft er die Polizei an.
00:28:19: Dort kann man ihm zunächst nicht helfen.
00:28:21: Also fährt er gemeinsam mit seinen Eltern selbstlos und sucht nach Lene.
00:28:26: Sie finden sie nicht!
00:28:28: Am nächsten Tag beginnt eine größere Suche, deines Foto wird veröffentlicht in der Hoffnung dass jemand sie gesehen hat.
00:28:35: Die Polizei sucht mithunden und aus der Luft Aber Donnerstag vergeht Dann Freitag dann das Wochenende Keine Lene.
00:28:45: Erst am Montag, dem dritten September wird die Suche im Fassernsköven noch einmal massiv ausgeweitet.
00:28:52: Rund fünfundzwanzig Kunde sind im Einsatz.
00:28:55: Menschen bewegen sich in einer Suchkette durch das Gelände, während ein Hubschrauber den Wald von oben absucht.
00:29:01: Gegen halb drei entdeckt die Besatzung etwas zwischen den Bäumen.
00:29:05: Ein blaues Damenfahrrad steht ungefähr fünfund zwanzig Meter tief im Wald an einen Baum angelähnt.
00:29:12: Der Vorderreifen ist platt.
00:29:14: Kurz darauf finden die Suchmannschaften auch Lene.
00:29:17: Ihr Körper ist mit Zweigen und Laub bedeckt, sie wurde sexuell angegriffen und erwirkt – ihr Ring- und ihre Armwanduhr fehlen!
00:29:25: Der Fall wird in Dänemark später als Fasernsköwsmordet.
00:29:29: der Mord im Fasarnsköwen bekannt….
00:29:32: Und es gibt Menschen, die an diesem Abend etwas bemerkt hätten... Ein Mann hält sich am neunundzwanzigsten Auguste in der Nähe des Waldes auf.
00:29:40: Jahre später kann seine damalige Aussage vor Gerichten nicht mehr persönlich gehört werden, weil er inzwischen verstorben ist.
00:29:47: Deshalb wird das alte Vernehmungsprotokoll vorgelesen.
00:29:51: Darin beschreibt der Schreie aus dem Wald.
00:29:54: Der Schrei kam aus den Fasernsköven aber er konnte nicht erkennen ob ein Mann oder eine Frau schrie.
00:30:00: Erst an damaligen Aussagen dauern die Schreihe lang – eine oder zwei Minuten.
00:30:06: Ein anderer Mann ist an diesem Tag mit dem Fahrrad auf Cavalbord-Feld unterwegs.
00:30:11: Auch er sieht jemanden, ein Mann den er kennt.
00:30:15: Die beiden waren früher gemeinsam in der Schule Marcel Lücher Hanssen.
00:30:20: Damit passiert, dass etwas bemerkenswert ist.
00:30:24: Nur drei Jahre nachdem Hanssen im Mordfall edet antropferdächtig geworden war entein Zeuge seinen Namen erneut im Umfeld eines Tötungsdelikts.
00:30:33: Nur kommt dieser Name diesmal nicht wirklich bei den Ermittlern an.
00:30:37: Der Zeuge versucht seine Beobachtung telefonisch zu melden, er hat an diesem Tag zwei Personen gesehen.
00:30:43: Bei der ersten kann er nicht einmal sicher sagen ob es sich um einen Mann oder eine Frau gehandelt hat.
00:30:49: Der Polizist am Telefon konzentriert sich auf diese Beobuchtung – das Gespräch läuft schlecht und der Zeuge legt schließlich auf!
00:30:58: Zum zweiten Mann kommt er nicht mehr, zu seinem ehemaligen Klassenkameraden Marcel Lychow-Anzen.
00:31:04: Genau dieser abgebrochenen Anruf ist die Geschichte, die seine Mutter zwanzig Jahre später noch einmal erzählen wird.
00:31:12: Inweis Nummer vierhundertneunzig.
00:31:20: Stattdessen konzentriert sich die Polizei auf den Tatort, Aufzeugenaussagen und auf das was Lene selbst hinterlassen hat.
00:31:28: Und dort findet sich eine Spur, Die sehr viel länger Bestand haben wird als die damalige Fandung.
00:31:34: Bei der rechtsmedizinischen Untersuchungen wird auf Lenes Kleidung biologisches Material des Täters gesichert.
00:31:40: Unter anderem befindet sich Sperma auf ihrer schwarzen Schorz.
00:31:44: Jahre später wird sich daraus ein DNA Profil gewinnen lassen.
00:31:48: Das klingt aus heutiger Perspektive beinahe schon nach der Lösung.
00:31:52: Biologisches Material des Täters – eine Spur, die irgendwann zu einem einzelnen Menschen führen könnte.
00:31:58: Ninzehntneunzig ist davon allerdings noch weit entfernt.
00:32:02: Selbst wenn sich aus einer biologischen Spur ein DNA-Profil gewinnen lässt führt dieses nur dann zu einem Namen.
00:32:09: alles etwas gibt womit man es vergleichen kann Die Probe eines Verdächtigen oder ein Register, in dem das passende Profil bereits gespeichert ist.
00:32:19: Beides hat die Polizei hier
00:32:21: nicht.".
00:32:22: Das zentrale DNA-Profileregister existiert in den letzten Jahren noch gar nicht.
00:32:29: Es wird erst zehn Jahre später eingerichtet.
00:32:32: Die Ermittler besitzen damit etwas, dass sie sehr wahrscheinlich vom Täter stammt – aber noch keinen Weg, der ihnen sagen könnte, wer dieser Täter ist!
00:32:40: Das biologische Material wird also gesichert und wartet.
00:32:44: Zeugen werden befragt, in Weise geprüft, mögliche Täter untersucht – aber nichts davon führt zu dem Mann von dem das Spirammer auf lehnes Kleidung stammt.
00:32:55: Auch Marcel Lücher Hansen wird nicht mit dieser Spur in Verbindung gebracht.
00:33:00: Er ist schlichtweg kein Verdächtiger!
00:33:04: Der Name der nixundalsiebenundachtzig bereits an einer Mordakte gestanden hatte erreicht diese Ermittlung nicht auf eine Weise, die Konsequenzen hätte.
00:33:14: Schließlich läuft auch dieser Fall fest.
00:33:17: Der ehemalige Kopenhagener-Kriminaltechniker Bent Hütholm Jensen wird Jahre später beschreiben, dass ihn gerade der Fasernsköwe Mord nicht losließ.
00:33:26: Als Dänemark im Jahr zweitausend sein zentrales DNA-Profilregister einrichtet, erkundigt er sich bei der rechtsgenetischen Abteilung sogar danach wie groß die Chance sei, dass der Täter irgendwann über dieses neue Register gefunden werden könnte.
00:33:41: Denn anders als viele Zeugenerinnerungen verändert sich diese eine Spur nicht – sie liegt einfach da.
00:33:48: und irgendwann gelingt tatsächlich was Ninzent neunzig noch nicht möglich war!
00:33:53: Aus einem kleinen Rest des gesicherten Materials kann ein DNA-Profil mit zehn untersuchten Markern gewonnen werden.
00:34:00: Dieses Profil wird in das neue Register aufgenommen, nur einen Namen liefert auch das zunächst noch nicht.
00:34:08: Damit hat die Polizei jetzt beinahe das genaue Gegenteil dessen was sie Jahre zuvor bei Edith Antropate hatte.昔st an eighty-seven gab es einen Namen aber keinen Beweis der ihm mit dem Mord verbinden könnte.
00:34:21: Im Fallene Buchertrasmüssen gibt es nun eine genetische Spur des Täters, aber keinen Namen dazu.
00:34:27: Und so bleibt es noch!
00:34:30: Fünf Jahre nach dem Mord in Fasernsköven führt die nächste Spur wieder nach Amaya – diesmal nicht hinaus auf die offene Fläche im Westen der Insel sondern in einem Wohnhaus an der Ingolfsallee.
00:34:44: Am frühen Morgen des neunzehnten Oktober nineteenundfünfundneunzig dringt ein Mann durch einen Kellerfenster in das Haus ein.
00:34:51: Dort übernachten vier junge Frauen und Mädchen, zwei Vierzehnjährige eine Fünfzehn-Jährige und eine Dreiundzwanzigjährige.
00:35:00: Der Mann überrascht sie im Schlaf bedroht sie mit einem Messer und bringt sie unter seine Kontrolle.
00:35:05: Was in den folgenden Stunden geschieht müssen wir nicht im Detail nach erzählen.
00:35:10: Der Täter hält die Vier fest und missbraucht sie sexuell.
00:35:14: Er zwingt Sie, um Ihren Namen, Adressen und CPR-Nummern zu nennen?
00:35:18: Die Persönlich Identifikationsnummer, die in Dänemark praktisch jeden Menschen durch Verwaltung und Alltag begleitet.
00:35:25: Damit macht er Ihnen deutlich dass er weiß wer sie sind und wie er sie wiederfinden könnte.
00:35:30: Und bevor er geht droht er ihnen mit Konsequenzen.
00:35:33: sollen sie der Polizei erzählen was tatsächlich geschehen sei?
00:35:36: Stattdessen sollen sie behaupten, es habe sich lediglich um einen Einbruch gehandelt.
00:35:41: Außerdem nimmt der Täter Schmuck, Bargeld und eine Bankkarte mit, mit der später Geld abgehoben wird.
00:35:47: Die vier Frauen gehen trotzdem zur Polizei.
00:35:50: Für die Ermittler beginnt damit erneut die Suche nach einem Mann von dem Sie nicht wissen wer er ist.
00:35:56: Sie untersuchen das Haus, sich ein mögliche Fingerabdrücke und andere kriminaltechnische Spuren.
00:36:01: Zwei Gegenstände vom Tatort werden aufbewahrt Ein Springsaal, mit dem die Opfer gefesselt worden waren und das Messer, mit den der Täter sie bedroht hatte.
00:36:11: Ninzehnundfünfundneinzig sind solche Gegenstände vor allem deshalb interessant weil sich darauf vielleicht ein Fingerabdruck Blut oder eine andere klassische Spur finden lässt.
00:36:22: DNA-Analysen stehen zwar längst nicht mehr ganz am Anfang aber die Methoden und Routinen unterscheiden sich deutlich von denen die Jahre später zur Verfügung stehen werden.
00:36:32: Der ehemalige Kriminaltechniker Ben Thyrm Jensen beschreibt rückblickend, dass man im Fall Ingolfs Allee damals noch nicht mit DNA-Analysen arbeitete, die den unbekannten Täter hätten identifizieren können.
00:36:44: Also wandern Springsaal und Messer in die Aserwarte – dort liegen sie!
00:36:50: Nicht weil die Ermittler bereits wissen was sich darauf befindet sondern weil ein Tatort manchmal mehr Informationen enthält als die Technik seiner Zeit aus ihm herausholen kann.
00:37:01: Der Fall bleibt ungeklärt, es vergehen zehn Jahre.
00:37:05: Am dritten Mai, Zerntesundfünf schläft eine vierundzwanzigjährige Frau in ihrer Wohnung im Amayakoliet einer Studentenwohnernlage im Süden der Insel.
00:37:14: Gegen sechs Uhr morgens wird sie von Geräuschen geweckt – ein Mann ist in ihre Wohnung eingedrungen.
00:37:20: er hält ihn den Mund zu und warnt sie davor sein Gesicht anzusehen.
00:37:24: dann verbindet er ihr die Augen.
00:37:26: In den folgenden ungefähr zwei Stunden hält er die junge Frau in ihrer eigenen Wohnung fest, bedroht sie und vergewaltigt sie.
00:37:34: Bevor er geht versucht er offenbar möglichst wenig von sich zurückzulassen.
00:37:39: Er nimmt das Bettlaken mit und zwingt die Frau, sich zu duschen.
00:37:42: Kurz nach acht Uhr ruft sie ihren Kusser an.
00:37:45: als er im Studentenwohnheim eintrifft findet er sie völlig aufgelöst.
00:37:50: Sechs Jahre später wird er vor dem Kopenhagener Staatgericht beschreiben, wie wenig es in diesem Moment zu sagen gab.
00:37:57: Wir stehen lange da, halten uns einfach fest und
00:38:00: weinen.".
00:38:02: Er selbst verständigt schließlich die Polizei.
00:38:04: Als sie Kriminaltechniker die Wohnung untersuchen, sieht die Ausgangslade zunächst nicht besonders gut aus.
00:38:11: Der Täter hat sich Mühe gegeben, Spuren zu beseitigen – aber vollständig gelungen ist ihm das nicht!
00:38:17: An einem Türrahmen zum Badezimmer findet sich der Abdruck einer rechten Hand.
00:38:22: Uns in der Küche steht ein Milchkarton, während des Übergriffs hatte der Täter den Kühlschrank geöffnet und daraus getrunken.
00:38:29: An der Öffnungskartons blieb Speichel zurück.
00:38:32: Der Handabdruck wird ebenfalls gesichert.
00:38:35: Als er Jahre später vor Gericht erneut untersucht wird, findet einen Sachverständiger zwölf über einstimmende Merkmale.
00:38:42: In den letzten Jahren gibt es diesen angeklagten, allerdings noch nicht.
00:38:51: Es gibt nur die Spuren und selbst die DNA auf dem Milchkarton liefert nicht einfach einen Namen.
00:38:58: Sie kann zeigen dass der selbe Mensch an verschiedenen Orten biologische Spuren hinterlassen hat oder ein verdächtigen Bestätigen sobald man dessen Vergleichsprobe besitzt.
00:39:08: Ohne eine solche Verbindung bleibt das Profil aber zunächst eine Kennung ohne Person.
00:39:13: Die Ermittlungen am Amaiakulät laufen weiter, führen jedoch zu keinem Täter.
00:39:20: Im Herbst-Vier-Jubel wird der Fall schließlich zurückgestellt.
00:39:24: Damit liegen inzwischen an verschiedenen Stellen Kopenhagensfälle die für die jeweiligen Ermittler zunächst ihre eigene Geschichte erzielen.
00:39:32: In Farsans Köfen existiert biologisches Material aus dem Jahr Von der Ingolfsallee tiegen seit nineteen-neinzehntfünfundneunzig ein Sprengsaal, einen Messer und weitere Reservate in der Verwahrung der Polizei.
00:39:46: Und aus dem Amayakoliet kommen im Zweifel ein Handabdruck und DNA auf eine Milchkarte hinzu.
00:39:53: Was diese Spuren miteinander zu tun haben ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig sichtbar.
00:39:59: Vor allem fehlt weiterhin das eine Stück, dass aus kriminaltechnischen Befinden eine konkrete Person machen würde – Ein Name!
00:40:07: Weitere fünf Jahre vergehen.
00:40:10: Dann kommt der twenty-fünfste September als Jahrzehnte.
00:40:14: Jener Morgen im Kleingardengelände auf Amaya, an dem ein Polizeihund wenige Meter vom Tatort entfernt ein benutztes Kondom findet.
00:40:23: und diesmal bleibt die Spur nicht allein!
00:40:28: Am XXI.
00:40:29: Oktober, Jahrzehnte, knapp vier Wochen nach dem Angriff auf Konglungswei erscheint auf einem Bildschirm in der DNA-Abteilung der dänischen Reichspolizei ein Treffer.
00:40:40: Die Probe aus dem Kondom ist mit den bereits gespeicherten Spuren abgeglichen worden und diesmal bleibt er nicht bei der Erkenntnis dass das Profil irgendwo schon einmal aufgetaucht ist.
00:40:51: Das System verbindet drei bis lang ungeklärte Fälle miteinander den Angriff auf die siebzehnjährige im September Jahrzehnte.
00:41:00: Die Vergewaltigung dem Amayakoyed fünf Jahre zuvor und den Mord an Lene Bücher Drasmüssen im Fasernsköfen aus dem Jahr neunzelneinzig.
00:41:10: Zum ersten Mal wissen die Ermittler sicher, dass sie es nicht mit drei verschiedenen Tätern zu tun
00:41:16: haben.".
00:41:16: Der selbe Mann, dessen Sperma auf Leneskleidung gesichert worden war hatte aus dem Milchkarton einer jungen Frau getrunken und im September das Kondom im Kleingardengelände zurückgelassen.
00:41:32: Zwanzig Jahre liegen zwischen der ältesten und den Jüngsten dieser Spuren.
00:41:36: Was die Polizei damit immer noch nicht besitzt ist sein Name.
00:41:41: Die DNA kann die Fälle miteinander verbinden Aber ein Register findet sich keine Vergleichsprobe, die zu einer identifizierten Person führt.
00:41:50: Also beginnt jene öffentliche Fahndung mit der unsere Geschichte angefangen hat.
00:41:56: Fast fünfhundert Hinweise gehen ein.
00:41:59: Hundert und vierzig konkrete Männer werden genannt – und irgendwo ziemlich weit hinten in dieser Liste steht die Nummer Vierhundertneunzig.
00:42:09: Die ältere Frau, die sich bei der Polizei meldet, erzählt von ihrem Sohn und einer Beobachtung, die zwanzig Jahre zurückliegt.
00:42:17: Am Tag von Lene Büchertrasmüssen verschwinden, war er mit dem Fahrrad auf der Amaya unterwegs gewesen.
00:42:23: Dort hat er einen ehemaligen Klassenkameraden gesehen.
00:42:26: Schon damals hatte er versucht diese Beobuchtung weiterzugeben – doch sein Anruf würde zu nichts!
00:42:33: Jetzt nennt seine Mutter den Namen noch einmal Marcel Lycho Hansen.
00:42:39: Diesmal verschwindet er nicht in einem abgebrochenen Telefongespräch, die am Mittler beginnen ihn zu überprüfen und dabei passiert etwas das diesem Hinweis ein ganz anderes Gewicht gibt.
00:42:52: Der Name führt sie noch weiter zurück als bis zum Fasernsköfen.
00:42:56: In den alten Akten der Kopenhagener Polizei findet sich Marcel Lücher-Hansen bereits.
00:43:05: Genau jener Mord, bei dem Hansen als einundzwanzigjähriger Möbelpacker mehrfach vernommen worden war.
00:43:11: Genau jena Fall, in dem die Ermittlungen gegen ihn vier Monate später eingestellt wurden waren.
00:43:18: Damit haben die Ermitler noch keinen Beweis dafür, dass der Mann aus Hinweiß vierhundertneunzig auch der Mann hinter dem DNA-Profil ist.
00:43:27: Aber sie haben plötzlich einen Kandidaten bei den mehrere Dinge zusammenkommen!
00:43:32: Ein Zeuge, der ihn in den letzten Jahren auf Amaya gesehen hat, als Lene Buchhardt Rammussen verschwand.
00:43:39: und drei Jahre zuvor war er bereits im Zusammenhang mit einem anderen ungeklärten Mord überprüft worden.
00:43:46: Also sehen Sie sich an was ich über Marcel Lücher Hansen im Jahr zehntzehn feststellen lässt!
00:43:53: Dabei hilft ihn eine Spur, die diesmal nicht zwanzig Jahre in einem Aservatenlager gelegen hat sondern praktisch in Echtzeit entsteht.
00:44:03: Sein Mobiltelefon.
00:44:05: Die Ermittler prüfen Verbindungs- und Standortdaten aus der Nacht zum fünfundzwanzigsten September.
00:44:12: Hansens Telefonen hat sich im relevanten Zeitraum über ein Mobilfunkmast in der Umgebung der Kongelungswei ins Netz eingewählt.
00:44:21: Die Daten beweisen nicht, dass Hansen im Kleingartengelände war und ein Mobilfunk-Mast kann keine meta-genauer Position liefern.
00:44:29: Aber sie widersprechen zumindest nicht der Möglichkeit, dass der Mann aus Hinweis-Svierhundert neunzig sich zur Tatzeit in diesem Teil von Amaya aufgehalten hat.
00:44:40: Aus einem einzelnen Namen in einer langen Hinweißliste ist damit ein konkreter Verdächtiger geworden!
00:44:46: Am Montag, dem achten November zwei Tausendzehn fahren Ermittler zu Hansen's damalige Adresse in Walbi.
00:44:55: Hansen ist inzwischen fünfundvierzig Jahre alt.
00:44:58: er kommt freiwillig mit auf die Polizeiwache und wird dort zu den Vorwürfen befragt.
00:45:04: Er bestreitet etwas mit den Taten zu tun zu haben?
00:45:08: Die Polizei bittet ihn um eine DNA-Probe und Hansen stimmt zu.
00:45:13: Mit einem Mundabstrich haben die Ermittler nun zum ersten Mal etwas, das ihnen all diese alten Akten nicht geben konnten.
00:45:21: Eine direkte Vergleichsprobe von dem Mann dessen Namen in ihren Ermittlungen inzwischen an mehreren Stellen auftaucht.
00:45:29: Die Probe geht ins Labor und dort braucht es keine Interpretation eines alten Alibis Keine Erinnerung eines Zeugen nach zwanzig Jahren Und keinen Vergleich von Schumodellen.
00:45:42: Jetzt lässt sich eine sehr viel konkretere Frage stellen.
00:45:46: Gehört das DNA-Profil aus den drei Tatorten zu Marcel Lücher Hansen?
00:45:51: Vier Tage später ist das Ergebnis da!
00:45:55: Am zwölften November, Jahrzehntzehn steht fest, dass Hansens DNA mit dem gesicherten Profil übereinstimmt – die biologische Spuhe aus Fassernsköfen, Kein Name hatte gehört zu dem Mann, den ein Zeuge damals auf Amaya gesehen haben wollte.
00:46:14: Sie gehört auch zu dem Mann, dessen Speichel in dem Milchkarton im Amayakol jetzt zurückgeblieben ist und sie gehört zum Täter der im September zehntzehn das Kondom auf der Konglungsweihe zurückgelassen hat.
00:46:30: Noch am selben Tag wird Marcel Lücho Hanssen festgenommen.
00:46:34: Damit endet eine Fahndung, die in ihrer letzten Phase gerade einmal zwölf Tage gedauert hat.
00:46:41: Die Geschichte dahinter reicht zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits über dreiundzwanzig Jahre zurück.
00:46:47: Die spätere Rekonstruktion des Falls durch die Journalisten Klaus Bühr und Vicky Terkelzen wird genau diesen Gegensatz zum Kern Ihrer Recherche machen – eine massive erfolgreiche Fahnderung im Jahr und eine Vorgeschichte voller Gelegenheiten bei den Hansen möglicherweise sehr viel früher hätte gestoppt werden können.
00:47:09: Vor allem aber treffen am zwölften November zwei Dinge zusammen, die sich durch diese Geschichte bisher getrennt voneinander bewegt haben.
00:47:19: Inundneunachtzig hatte die Polizei Marcel Lücher-Hansen keine Beweiskette, die ihn mit dem Tod von Edith Antrups verbunden konnte.
00:47:32: In den folgenden Jahren kamen weitere Aservate und weitere DNA hinzu, während der Mann dahinter unbekannt blieb.
00:47:45: Jetzt gehören Name- und Spur zusammen.
00:47:49: Das bedeutet allerdings nicht dass DNA für sich genommen eine Geschichte erzählt oder automatisch beweist wie eine Spur an einen bestimmten Ort gelangt ist.
00:47:59: Selbst die dänische Staatsanwaltschaft wird später am Beispiel Amayamanten darauf hinweisen, dass ein DNA-Treffer immer gemeinsam mit den übrigen Beweisen eines Fals bewertet werden muss.
00:48:11: Und ausgerechnet Dänemark wird einige Jahre später erleben wie wichtig diese Einschränkung ist – denn dort geraten DNA-Beweise plötzlich selbst ins Visier der Justiz!
00:48:23: Tausende bereits bearbeitete Strafverfahren müssen überprüft werden, nachdem Zweifel an Teilen des Systems aufgekommen sind.
00:48:32: Was passiert wenn ausgerechnet eines der stärksten Werkzeuge moderner Kriminalistik Fehler macht?
00:48:39: Darum geht es jetzt bei
00:48:46: Tim.
00:48:50: Eine Spur stimmt mit einer Person überein.
00:48:53: Die Wahrscheinlichkeit für einen zuverlägen Treffer liegt irgendwo jenseits dessen, was man sich noch vernünftig vorstellen kann – also scheint die Sache klar!
00:49:01: Aber genau da liegt ein Missverständnis.
00:49:05: Denn eine DNA-Spur sagt nicht «Dieser Mensch war am Tatort und hat diese Tat begangen».
00:49:11: Sie sagt zunächst nur etwas darüber wie gut ein biologisches Profil zu einem anderen Profil passt.
00:49:17: Was dieser Treffer bedeutet, hängt von einer ganzen Kette ab.
00:49:21: Wie wurde die Spur gesichert?
00:49:23: Wie vollständig ist sie?
00:49:24: Mit welchem Referenzprofil wird sie verglichen?
00:49:27: Welche statistische Berechnung wird verwendet?
00:49:30: und wurde all das richtig durchgeführt?
00:49:33: Dänemark bekommt zwei Tausend neunzehn ziemlich eindrucksvoll vorgeführt, warum diese Fragen nicht nur theoretisch sind!
00:49:42: Der Ausgangspunkt ist zunächst kein spektakuläre Mordfall sondern ein technisches Problem im zentralen DNA-System.
00:49:50: Bis zum Jahr zwölf wurden dänische Referenzprofile anhand von zehn DNA Systeme, also zehn untersuchten genetischen Markern typisiert.
00:50:00: Danach stellte man auf sechzehn Systeme um.
00:50:03: Mehr untersuchte Marker bedeuten grundsätzlich mehr Unterscheidungskraft.
00:50:08: Zwei Profile die bei zehn Markern sehr ähnlich aussehen können sich bei sechs zusätzlichen Merkmalen plötzlich deutlich voneinander unterscheiden.
00:50:16: Im Herbst, zwei Tausend neunzehn wird die Dänische Reichspolizei auf einen Fall aufmerksam bei dem genau das passiert ist.
00:50:24: Im DNA-Register erscheint ein wie die Polizei selbst schreibt Overordent liegt.
00:50:29: stärkt matchen Ein außerordentlich starker Treffer zwischen einer Tatortspur und einem älteren Referenzprofil mit zehn DNA Systeme.
00:50:38: Der betreffende Mensch geredet dadurch unter Verdacht Dann wird sein Profil auf sechzehn Systeme erweitert und der Treffer verschwindet.
00:50:46: Die Polizei kommt zu dem Schluss, dass der Verdacht unbegründet war.
00:50:51: Am zweiundzwanzigsten Oktober zwei tausendneunzehn verschärft die Reichspritzei deshalb die Regeln.
00:50:57: Wenn eine Tatuortspur auf ein altes Zehnsystemprofil trifft muss dieses Profil künftig zunächst auf sechszehn systeme aktualisiert und erneut verglichen werden.
00:51:06: Strafprozessuale Maßnahmen wie eine Beschuldigung sollen grundsätzlich erst danach erfolgen.
00:51:12: Das ist ein ziemlich gutes Beispiel dafür, warum DNA-Match nicht einfach eine binäre Kategorie ist – es gibt nicht nur Treffer oder keinen Treffer!
00:51:21: Die Aussagekraft hängt auch davon ab, wie viel DNA Information überhaupt miteinander verglichen wird und in den vergangenen Jahren zeigt sich, dass die Sache größer ist.
00:51:31: Die dänische Staatsanwaltschaft und die Reichspritzei beginnen zunächst mit der Überprüfung von rund dreitausend vierhundertundfünfzig abgeschlossenen Strafverfahren, in denen eine Spur bereits mit sechzehn Systemen typisiert worden war.
00:51:44: Das zugehörige Personenprofil im Register aber nur auf zehn Systeme beruhte.
00:51:48: Kurz darauf wird die Überprüfung um etwa fünftausend weitere Verfahren erweitert.
00:51:54: Im September kommen noch einmal ungefähr dreitausend achthundertundfünfzig hinzu, weil diese Fälle in den ursprünglichen Listen nicht enthalten waren.
00:52:03: Am Ende müssen die dänischen Polizeibezirke rund zwölftausend neunhundert Verfahren prüfen, in denen DNA als Beweismittel eine Rolle gespielt hatte.
00:52:12: Während dieser Überprüfung läuft taucht noch ein zweites Problem auf und diesmal liegt es nicht an zehn oder sechzehn Markern – Es liegt an einem Menschen vor einem Computer!
00:52:22: Die rechtsgenetische Abteilung der Universität Copenhagen stellt fest, dass in einer DNA-Erklärung aus dem Jahr twentyachzehn die sogenannte Likelihood Ratio falsch berechnet worden war.
00:52:34: Vereinfacht gesagt beschreibt diese Zahl nicht wie wahrscheinlich es ist das eine bestimmte Person der Täter ist – sie vergleicht zwei Hypothesen!
00:52:42: Wie viel wahrscheinlicher wäre dieser DNA befunden wenn die Spur von Person A stammt als wenn sie von einer zufällig ausgewählten anderen Person stammts?
00:52:51: Das ist ein wichtiger Unterschied.
00:52:54: Die Universität Kopenhagen beschreibt es heute sehr klar.
00:52:57: Eine Beweisgewichtung von beispielsweise einer Million bedeutet, dass der beobachtete DNA-Treffer eine Million Mal wahrscheinlicher wäre wenn die Spur tatsächlich von dieser Person stammt als wenn sie von einer zufällig ausgebildeten anderen Person stammen.
00:53:11: Ob diese Person die Spurt tatsächlich bei der Tat hinterlassen hat entscheidet daraus noch niemand.
00:53:16: Dafür braucht es den restlichen Fall In dem Jahrzehnten Fall war bei der Berechnung dieser Beweisgewichtungen ein Parameter im IT-System falsch eingestellt worden.
00:53:27: Dadurch fiel die errechnete Stärke des DNA-Matches wesentlich höher aus, als sie tatsächlich war.
00:53:33: Besonders unangenehm – das Fehler war anschließend auch durch die reguläre Qualitätskontrolle nicht entdeckt worden.
00:53:39: Die Staatsanwaltschaft stellte die betreffende Einbruchssache daraufhin ein.
00:53:43: Damit stellte sich die nächste unangenäme Frage War das ein einzelner Fehler oder war dieselbe falsche Parametereinstellung auch in anderen Gutachten verwendet worden?
00:53:53: Die rechtsgenetische Abteilungen begann deshalb, rund zwölf tausend DNA-Vergleiche zu überprüfen.
00:53:58: Parallel liefen die fast dreizehntausend Fallprüfungen der Polizei weiter!
00:54:02: Das klingt zunächst nach einem Zusammenbruch des gesamten Systems – im Ergebnis war es allerdings deutlich weniger dramatisch und gerade deshalb interessant….
00:54:11: Als die Überprüfung abgeschlossen wurde, hatte sie einzelne Fälle tatsächlich verändert.
00:54:17: In einem Verfahren war ein Mann unter anderem wegen zweier Einbrüche zu drei Monaten auf Bewährungen verurteilt worden.
00:54:23: Nachdem sein altes DNA-Profil von zehn auf sechzehn Systeme erweitert worden war, änderte sich die forensische Bewertung einer der beiden Tatvorwürfe.
00:54:31: Das östere Landsrät das Dänische Ostlandesgericht, ein Berufungsgericht sprach ihn in diesem Punkt frei und reduzierte seine Strafe auf vierzig Tage Aufbewährung.
00:54:42: In einem weiteren Verfahren beantragte die Staatsanwaltschaft selbst eine Wiederaufnahme, nachdem sich nach der Aktualisierung des DNA-Profils ebenfalls die Bewertung zweier Drogendelegte verändert hatte.
00:54:52: Gleichzeitig zeigt die große Überprüfung eben nicht, dass tausende dänische Urteile plötzlich auf falscher DNA beruhten.
00:54:58: Das Problem war real – einzelne Verfahren waren betroffen aber die systematische Kontrolle führte nicht zu einem flächendeckenden Zusammenbruch der DNA vor Rensik.
00:55:07: Was sich änderte, waren vor allem die Sicherungen darum herum….
00:55:11: Die Reichspolizei erließt in den Umgang mit DNA in Ermittlungen.
00:55:18: Die Generalstaatsanwaltschaft ergänzte neue Richtlinien für DNA-Beweise im Strafverfahren.
00:55:23: Dazu kamen ausdrücklich Informationen über unsicherheiten, mögliche Fehlerquellen und darüber, worauf Polizei, Staatsanwaltschaft, Verteiligung und Gerichte bei DNA achten müssen.
00:55:33: Alte Zehnsystemprofile müssen bei relevanten Treffern auf sechzehn Systeme erweitert werden, bevor daraus weitreichende strafprozessuelle Konsequenzen gezogen werden.
00:55:42: Das Interessante an dieser Geschichte ist deshalb nicht dass DNA plötzlich unzuverlässig wäre im Gegenteil.
00:55:48: Gerade weil DNA so leistungsfähig ist kann ein Fehler in der Kette enormes Gewicht bekommen.
00:55:53: wenn eine Zeugenaussage unsicher klingt merken wir meistens sofort das wir
00:55:57: vorsichtig sein sollten.
00:55:58: Bei einer Zahl wie eins zu eine Million oder eins zu einer Milliarde wirkt Unsicherheit dagegen schnell so, als hätte sie aufgehört, zu existieren.
00:56:07: Hat sie aber nicht!
00:56:08: Eine DNA-Spur wird von einem Menschen gefunden und von Menschen dokumentiert im Labor bearbeitet, von Software berechnet, statistisch bewertet und anschließend von anderen Menschen in einen Fall eingeordnet.
00:56:18: Jeder einzelne Schritt kann sehr zuverlässig sein – keiner davon ist magisch.
00:56:23: Und das auch für Marcel Lichau Hansen wichtig.
00:56:27: Aus der dänischen DNA-Überprüfung ergibt sich nach heutiger Quellenlage kein begründeter Zweifel an den DNA Beweisen, mit denen Hansen überführt wurde.
00:56:34: Die Probleme, die ab dem Jahr Zierhundneunzehn untersucht wurden bedeuten nicht, dass sein Profil nachträglich als falsch erkannt worden wäre.
00:56:41: Die große Fallprüfungen wird in den offiziellen Abschluss berichten, nicht mit einer solchen Neubehaltung seines Verfahrens verbunden – was sie verändert ist etwas anderes!
00:56:49: Wenn wir gleich in Hansens Geschichte zurückkehren und sehen, wie alte Spuren erneut untersucht und miteinander verbunden werden, sollten wir DNA weder als Zauberwort behandeln noch klein reden.
00:56:59: Sie ist ein extrem starkes Werkzeug!
00:57:02: Aber am Ende bleibt sie genau das – Ein Werkzeug innerhalb eines Systems.
00:57:07: Und wie gut dieses Werkzeug funktioniert hängt auch davon ab, wie sauber dieses System arbeitet.
00:57:18: Mit der Festnahme von Marcel Lücho Hansen verändert sich für die Ermittler nicht nur der Fall vom September Jahrzehnte.
00:57:26: Plötzlich bekommen auch Akten, die seit Jahren oder sogar Jahrzehnten abgeschlossen den Archiven liegen einen neuen Bezugspunkt.
00:57:34: Denn zum ersten Mal gibt es einen konkreten Mann dessen DNA sich vergleichen lässt, dessen Lebenslauf überprüft werden kann und dessen Namen bereits in einer dieser alten Ermittlungen auftaucht.
00:57:45: Die Polizei beginnt deshalb Hans ins Vergangenheit, systematisch durchzugehen.
00:57:51: Dabei geht es nicht darum jede ungeklärte Tat auf Amaya nachträglich einem einzigen Mann zuzuschreiben – entscheidend ist zunächst die viel engere Frage.
00:58:01: Gibt es in den bekanntesten Fällen Spuren, die sich mit den Möglichkeiten von Jahrzehnten doch einmal untersuchen lassen?
00:58:08: Besonders interessant bedarf dabei die Tat der Ingolfs Allee von.
00:58:15: Das Springseil mit dem die vier Opfer gefesselt worden waren und das Messer, mit dem der Täter sie bedroht hatte existieren noch.
00:58:22: Fünfzehn Jahre nach dem Übergriff werden die Aservate erneut untersucht diesmal mit Methoden, die bei der ursprünglichen Ermittlung so noch nicht zur Verfügung standen Und auf beiden Gegenständen befindet sich DNA.
00:58:37: Auf den Griff des Messers lässt sich ein Profil sichern dass zu Marcel Lücher Hanssen passt.
00:58:42: Auch auf dem Sprengenseil findet sich seine DNA.
00:58:46: Damit bekommt der Fall von nineteenhundertfünfundneunzig ein Verbindung zu einem Mann, dessen Name damals in dieser Ermittlung keine Rolle gespielt hatte.
00:58:56: Vor Gericht wird die Staatsanwaltschaft später genau diese Spuren als Teil einer wesentlich größeren Beweiskette präsentieren.
00:59:04: Nicht eine einzelne DNA-Probe soll Hanson überführen sondern unterschiedliche Spuren aus unterschiedlichen Jahren, die sich mit weiteren Indizien verbinden.
00:59:15: Und ausgerechnet bei der In-Golfsallee taucht noch etwas auf das mit moderner Forensik überhaupt nichts zu tun hat.
00:59:23: Schmuck!
00:59:23: Bei der Tat, nineteenhundert fünfundneunzig hatte der Täter neben Bargeld und einer Bank hatte auch Schmucks aus dem Haus mitgenommen.
00:59:31: nach Hansens Festnahme durch so die Polizei später das Zuhause seines ältesten Sohnes.
00:59:38: In einem Kleiderschrank finden die Ermittler sechsundachtzig Silberschmuckstücke überwiegend Ringe.
00:59:44: Sie stammen aus genau Jena Villa, in der die vier Frauen und Mädchen nineteeninzeig überfallen worden waren.
00:59:52: Hans' Sohn behauptet später er habe die Stücke auf Christiania gekauft.
00:59:56: Das Kurpenhagener Stadtgericht glaubt ihm nicht und verurteilt ihn zwölf wegen Hehlerei zu sechzig Tagen Haft auf Bewährung.
01:00:05: Damit existiert für die Ingolfsallee plötzlich eine Kombination, die in den letzten Jahren aber niemand herstellen konnte.
01:00:12: Die Aussagen der Opfer, die alten Tatgegenstände, moderne DNA-Analysen und Beute aus dem Haus, die Jahre später im unmittelbaren familiären Umfeld des Verdächtigen gefunden wird.
01:00:24: Aber die Wiederaufnahme der alten Fälle bringt nicht nur neue technische Befunde hervor – Menschen beginnen ebenfalls zu reden!
01:00:32: Einer von ihnen ist Tommy Fellbeck.
01:00:35: Jener früher Freund Hansens, der in den letzten Jahren gemeinsam mit ihm als Möbelpacker in Edetantruppshaus gewesen war.
01:00:44: Einen Tag nach Hansens Festnahme meldet sich zunächst Fallbecks ehemalige Freundin bei der Polizei.
01:00:51: Sie erzählt, Tommy habe ihr schon Jahre zuvor gesagt, Marcel habe eine ältere Frau getötet und Schmuck aus der Wohnung besessen!
01:01:00: Kurz darauf meldet sich auch Fellbeck selbst.
01:01:03: Vor Gericht wurde er später behaupten, Hansen habe ihm den Mord an Edith Andrup gestanden.
01:01:09: Nach Fellbecks Aussage habe Hansen bei Edith geklingelt und sich auf den früheren Umzug berufen um wieder in die Wohnung zu gelangen.
01:01:17: Danach habe er sie mit Edha betäubt.
01:01:19: Fellbecker beschreibt auch ein Gespräch, in dem Hansen ihm erzählt habe dass er die alte Frau getötet habe.
01:01:26: Das ist keine DNA und kein objektiver Labor befunden.
01:01:29: Es ist die Aussage eines Mannes, der selbst aus dem selben kriminellen Umfeld stammt, der in den Eintracht im Jahr war, ebenfalls verdächtigt worden war und erst dreiundzwanzig Jahre später zur Polizei geht.
01:01:41: Entsprechend muss diese Aussage auch behandelt werden – nicht als nachträglich aufgetauchte absolute Wahrheit sondern ein weiteres Indiz dessen Glaubwürdigkeit das Gericht bewerten muss!
01:01:54: Doch Fellberg erzählt noch etwas, dass sich mit einer alten Spur aus Edelswohnungen verbindet.
01:02:00: Hansen habe damals versucht das Profil seiner Schuhe zu verändern, indem er eine Kerbe in die Sohle schnitt.
01:02:06: Genau diese Schuhen waren in den letzten Jahren schon interessant gewesen.
01:02:11: Auf einem Pralinschachtel in Edels-Wohnung hatte die Polizei einen Abdruck gefunden der zu einem blauen Alidas Schuh in Größe.
01:02:20: Mehrere Zeugen erinnern sich z. B. daran, dass Hansen damals regelmäßig genau solche Schuhe getragen habe.
01:02:29: Die kriminaltechnischen Möglichkeiten zur Untersuchung des Abdrucks sind inzwischen ebenfalls weiterentwickelt worden, sodass auch dieses alte Indiz doch einmal neu bewertet wird.
01:02:40: Und dann ist da noch das Alibi.
01:02:43: Wir haben es schon gehört Am Abend des Mordes soll Hansen mit seiner Familie Schweinebraten gegessen haben.
01:02:50: In den letzten Jahren war diese Aussage ein wichtiger Grund dafür, dass sich der Verdacht gegen ihn nicht erhärtete.
01:02:57: Im Jahr- und Elf wird derselbe Abend noch einmal Minute für Minute rekonstruiert.
01:03:04: Hansens Bruder hatte ihn gegen vier Uhr Nachmittags am Kopenhagener Hauptbahnhof gesehen.
01:03:10: Beim Familienessen taucht Hansen erst zwischen halb sieben und sieben auf.
01:03:15: Die Staatsanwältin Anbringit Styröp rechnet vor, dass die Fahrt vom Hauptbahnhof zu edet nur wenige Minuten gedauert hätte und Hansen anschließend noch problemlos rechtzeitig zum Essen hätte kommen können.
01:03:29: Nach dem Essen wiederum sieht ihn die Familie bis zum nächsten Morgen nicht mehr.
01:03:33: Als die anderen gegen neun Uhr aufstehen ist Hansen nicht im Haus.
01:03:38: Das vermeintlich geschlossene Alibi besitzt also mehrere Stunden über die niemand etwas Sicheres sagen kann.
01:03:45: Hinzu kommt, dass Hansens Bruder in den Jahren Jahrzehnte einräumt die Polizei schon in einem anderen Punkt belogen zu haben.
01:03:54: Damals hätten die Brüder verschwiegen das Tommy Fellbeck beim Umzug in Edelswohnung dabei gewesen war.
01:04:01: Der Grund war nach Aussage des Bruders banal.
01:04:03: Fellbecks arbeitete schwarz und sie wollten ihm keine Schwierigkeiten machen.
01:04:08: Das war der größte Fehler.
01:04:10: So beschreibt Hansen Bruder diese Lüge vierundzwanzig Jahre später vor Gericht.
01:04:15: Auch der verschwundene Schmuck aus Edez-Wohnungen bekommt durch die neuen Ermittlungen wieder Bedeutung.
01:04:21: Mehrere Menschen aus Hansins damaligen Umfeld berichten von Schmucksstücken, die nach dem Mord angeboten worden sein sollen.
01:04:29: Eine der Zeugen erklärt warum diese Informationen damals nicht bei der Polizei landete.
01:04:34: Die Männer hätten selbst mit Kriminalität zu tun gehabt und deshalb keinen Kontakt zwischen den Ermittlern gewollt.
01:04:41: Wenn man all diese Dinge nebeneinander legt, ist die Versuchung groß eine sehr einfache Geschichte daraus zu machen.
01:04:48: Die Polizei hatte Hansen in den Jungen jahrelang schon vor sich.
01:04:52: Über sah ihn und deshalb konnte er dreiundzwanzig Jahre weitermachen.
01:04:57: Aber so sauber funktioniert die Geschichte nicht!
01:05:00: In den Jüllen gibt es noch keinen DNA-Treffer der Hansen mit Edel Antrop verbindet.
01:05:06: Es gibt einen jungen Mann, der Zugang zu ihrer Wohnung gehabt Ein verdächtigen Schuhabdruck, widersprüchliche Angaben aus seinem Umfeld und ein Alibi das rückblickend wesentlich weniger belastbar wirkt als zunächst angenommen.
01:05:20: Einige der Aussagen die Hansen später zusätzlich belasten bekommt die Polizei erst nach seiner Festnahme, zu hören.
01:05:39: Nur existiert das zentrale dänische DNA-Register noch nicht, indem diese Spuren Jahre später automatisiert mit bekannten Profilen abgeglichen werden kann.
01:05:50: Gleichzeitig scheitert der Hinweis auf Hansen an etwas sehr viel banalerem – einem Telefongespräch in dem ein Zeuge mit seiner Beobachtung nicht bis zu dem man durchdringt den er eigentlich nennen wollte!
01:06:03: Ninzent fünfundneinzig bleiben wiederum Gegenstände erhalten, deren Informationswert erst mit späteren kriminaltechnischen Methoden wächst.
01:06:12: Zweiteinfünf ist diese Technik weiter und im Armaia Collet lässt sich an den A-Profil sichern – aber auch das beste Profil nennt keinen Namen, solange die passende Person nicht im Register steht oder als Verdächtiger getestet wird.
01:06:29: Erst zehnzehn kommen mehrere Entwicklungen zusammen Eine neue Tat mit einer neuen, brauchbaren biologischen Spur der Abgleichen mit älteren Fällen.
01:06:39: Ein öffentlicher Verhandlungsaufruf und schließlich Hinweis Nummer vierhundertneunzig, der nach zwanzig Jahren einen Namen zurück in die Ermittlungen
01:06:49: bringt.".
01:06:50: Das erklärt auch warum die Geschichte von Masse Lücho Hansen nicht besonders gut als Geschichte eines Tatters funktioniert, der der Polizei zwei Jahrzehnte lang immer einen Schritt voraus gewesen wäre?
01:07:02: Manche Spuren konnte er nicht beseitigen, manche ließ er ganz offensichtlich zurück und manche lagen jahrelang bei der Polizei ohne dass er überhaupt wissen konnte welche technischen Möglichkeiten einmal aus ihnen entstehen würden.
01:07:17: Was ihn so lange von einer Anklage trennt ist deshalb kein einzelner genialer Trick.
01:07:22: Es ist eine Mischung aus technischen Grenzen ihrer jeweiligen Zeit Ermittlungsentscheidung, nicht weitergegebenen Informationen, fehlende Vergleichsmöglichkeiten und schlicht dem Umstand dass niemand wusste das bestimmte Akten überhaupt miteinander zu tun
01:07:37: hatten.
01:07:38: Nach seiner Festnahme Jahrzehnte verändern sich genau das.
01:07:43: Nun gibt es einen Namen an dem all diese Informationen zusammenlaufen.
01:07:47: Aus getrennten Ermittlungen wird rückwirkend eine gemeinsame Geschichte.
01:07:52: Ob diese Geschichte vor Gericht allerdings genauso überzeugend ist, wie sie nach dreiundzwanzig Jahren Ermittlungsarbeit aussieht, müssen nun andere entscheiden.
01:08:00: Denn am zweiten November, zeitzte Marcel Lücho Hansen im Kopenhagener Stadtgericht auf der Anklagebank.
01:08:09: Vor Gericht liegen sieben Anklagekomplexe die sich über mehr als zwei Jahrzehnte erstrecken.
01:08:16: Zwei Tötungsdelikte, mehrere Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe Raub und versuchte Brandstiftung.
01:08:23: Einige Fälle stützen sich auf sehr starke DNA-Spuren, andere auf Abdrücke, Zeugenaussagen und Indizien die erst nach Hansens Festnahme wieder zusammengetragen worden sind.
01:08:35: Hansen bestreitet sämtliche Vorwürfe.
01:08:38: der Prozess zieht sich über Wochen.
01:08:40: insgesamt sind zwölf Verhandlungstage angesetzt.
01:08:44: einzelne Aussage der Opfer finden unter Ausluß der Öffentlichkeit statt.
01:08:48: Danach müssen Staatsanwaltschaft und Verteidigung etwas Ausgesprochen Schwieriges tun.
01:08:53: Sie müssen aus Ermittlungen, die ursprünglich überhaupt nichts miteinander zu tun hatten sieben voneinander getrennte Beweisführungen machen.
01:09:02: Denn so überzeugend das Gesamtbild inzwischen Wirkenmarkt vor Gericht muss für jeden einzelnen Anklagepunkt geklärt werden ob die Beweise tatsächlich ausreichen.
01:09:12: Die Staatsanwältinnen Anne, Birgit Stürüb und Marie Thylen gehen deshalb Fall für Fall vor.
01:09:20: DNA-Profile werden erklärt Hand-und Schuhabdrücke verglichen Alte Alibees auseinandergenommen Und Menschen vernommen die Hansen teilweise seit den achtziger Jahren kennen.
01:09:32: Als alle Zeugen gehört sind beginnt Stüröb am neunten Dezember damit die einzelnen Stränge zusammenzuführen.
01:09:39: Motiv Gelegenheit, Alibi, Zeugenaussagen und kriminell technische Spuren sollen für jeden Tatkomplex ein eigenes Bild ergeben.
01:09:49: Gerade daran zeigt sich wie unterschiedlich stark diese Bilder sind.
01:09:54: Beim Angriff im Amaya Koliad-Svv gibt es nicht nur Hansens DNA aus dem Speichel auf dem Milchkarton sondern zusätzlich seinen Handabdruck am Türrahmen.
01:10:05: Beim Mord an Lene Bücher Drasmussen stimmt das DNA-Profil aus der biologischen Spur mit Hansen überein.
01:10:12: Auch die Tat von Jahrzehnten ist über das Kondom unmittelbar mit seinem Profil verbunden.
01:10:18: Hinzu kommen die später untersuchten Spuren aus der Ingolfsallee.
01:10:23: Der Fall edet Louise Antrüpp, sieht dagegen verlegt anders aus.
01:10:28: Dort gibt es keine DNA, die Hansen mit dem Mord verbindet.
01:10:31: Die Staatsanwaltschaft muss mit dem Schuhrabdruck aus der Wohnung arbeiten mit dem lückenhaften Alibi den Aussagen aus Hansens damaligen Umfeld und den Berichten über Schmuck, der nach dem Mord aufgetaucht sein soll.
01:10:44: Das Gericht muss also nicht über verschiedene Taten urteilen sondern über vollkommen unterschiedliche Arten von Beweisen.
01:10:52: Hansen selbst bleibt dabei dass er unschuldig ist.
01:10:55: Am fünfzehnten Dezember kurz bevor Richter und Geschworene sich zur Beratung zurückziehen bekommt er Gelegenheit zu einem einzelnen letzten Wort.
01:11:05: Er spricht über die Belastung der vergangenen Monate und sagt, ich weiß hundertprozentig sicher, dass ich unschuldig bin.
01:11:12: Und die Polizei den falschen Mann hat.
01:11:14: Und am Ende mein Leben ist zerstört.
01:11:17: egal wie das hier
01:11:18: ausgeht.".
01:11:19: Sein Verteidiger Jakob Lündpülsen steht vor einem offensichtlichen Problem.
01:11:23: Bei mehreren Tatorten existieren DNA-Spuren deren statistische Übereinstimmung betanzen extrem stark ist.
01:11:32: Er versucht deshalb nicht, DNA grundsätzlich für wertlos zu erklären.
01:11:36: Dadessen greift er genau den Punkt auf über den Tim so vorgesprochen hat.
01:11:42: Auch ein DNA-Treffer muss im Kontext der übrigen Beweise betrachtet werden.
01:11:47: Seine Argumentation geht allerdings noch einen Schritt weiter.
01:11:50: Vielleicht, so Lünt Poulsen, gäbe es tatsächlich einen anderen Menschen mit demselben DNA Profil.
01:11:57: Zitat Die naheliegende Antwort ist, dass möglicherweise jemand mit dem selben DNA-Profil herumläuft.
01:12:03: Um zu verdeutlichen, dass auch extrem kleine Wahrscheinlichkeiten nicht unmöglich sind, zieht einen Vergleich mit dem Lotto.
01:12:10: Menschen späten schließlich ebenfalls obwohl ihre Chance auf einen großen Gewinn verschwindend gering sei!
01:12:16: Ein DNA Beweis dürfe deshalb nicht isoliert betrachtet werden – die Staatsanwaltschaft hält dagegen das sie in DNA eben nicht isolierter darstellt.
01:12:25: Bei den verschiedenen Taten kommen weitere Beweise hinzu.
01:12:29: Der Handabdruck, Zeugenaussagen, alte Aserwarte, Hansens Verbindung zu jeweiligen Orten und im Falleditantrieb die gesamte Indizienkette aus Schuhabdrucks, Alibi- und späteren Aussagen.
01:12:42: Nach dem Schulspruch wird Anne Birgels Zürich die Bewertung des Gerichtssoßes zusammenfassen Bei einer extrem starken DNA-Bereinstimmung brauche es nicht mehr viel Zusätzliches und in diesen Fällen gebe es eben weitere Beweise.
01:12:57: Dass diese Logik Grenzen hat, zeigt ausgerechnet der einzige Anklagepunkt bei dem Hansen freigesprochen wird.
01:13:04: Am Zweiundzwanzigsten Juli-Zweißn-Sieben war eine siebenundvierzigjährige Frau in Niemossen bei Wagengäde angegriffen und zur sexuellen Handlung gezwungen worden.
01:13:14: Die Tat weist Ähnlichkeiten mit anderen Übergriffen auf, wegen der Hansen vor Gericht steht.
01:13:19: Auch biologisches Material wurde gesichert – aber diese DNA-Spur ist wesentlich schwächer!
01:13:25: Es handelt sich um eine Mischspur.
01:13:27: Der Sachverständiger beziffert die statistische Unterstützung für Hansen deutlich niedriger als bei den anderen DNA-Funden.
01:13:35: Während die starken Profile in anderen Fällen eine Übereinstimmung von mehr als einer Million zu eins erreichen, liegt der entsprechende Wert im Niemossen-Fall nur bei etwas mehr als zwei tausend zweihundert zu eins.
01:13:48: Für sich genommen klingt auch das beeindruckend!
01:13:51: Im Vergleich zu den anderen Tatorten ist diese Aussagekraft jedoch erheblich geringer.
01:13:56: Am neunzehnten Dezember zehnt elf ist der Saal des Kopenhageners Stadtgerichts deshalb bis an seine Grenzen gefüllt.
01:14:04: Normalerweise finden dort etwa sixty-fünf Menschen Platz.
01:14:07: Für die Urteilsverkündung werden sogar Stühle entfernt, damit mehr Angehörige Opfer, Donalisten, Jurastudenten und Zuschauer hineinpassen.
01:14:17: Drei Berufsrichter und sechs Geschworene müssen über jeden Anklagekomplex einzeln abstimmen.
01:14:23: Für einen Schuldspruch müssen mindestens zwei Richter und vier geschworende zustimmen.
01:14:28: Kurz nach elf Uhr steht ihre Entscheidung fest!
01:14:32: Marcel Lücho Hansen ist schuldig.
01:14:36: Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass er Edith-Louis Antrupp in den letzten Jahren jemals getötet,
01:14:42: ihre
01:14:42: Wohnung behauptt und anschließend versucht hat durch Gas und eine brennende Kerze ein Feuer auszulösen.
01:14:49: Es verurteilt ihn für den Mord an Lene Bücher Drasmussen in der Ingolfserlehen für die Vier Frauen und Mädchen für die Vergewaltigung und für den Angriff auf die Siebzehnjährige im September Jahrzehnteinzehnten.
01:15:06: Insgesamt wird er in sechs der sieben Anklagenkomplexe schuldig gesprochen, nur im Fall von zweizehntsieben reicht es nicht.
01:15:15: Und die Begründung ist für unsere Geschichte fast genauso wichtig wie die Schuldsprüche.
01:15:21: Richter und Geschworene halten es ausdrücklich für sehr wahrscheinlich dass Hansen auch die Frau in Nymossen angegriffen hat Aber sehr wahrscheinlich ist vor Gericht nicht
01:15:31: genug.
01:15:32: Die Beweise reichen nicht aus, um seine Täterschaft zweifelsfrei festzustellen.
01:15:38: Hansen wird in diesem Punkt freigesprochen.
01:15:41: Gerade dieser Freispruch ist wichtig weil er eine Grenze zieht die bei einem Täter wie Hansen schnell verschwimmen kann.
01:15:48: Sobald ein Mensch wegen mehrerer schwerer Verbrechen überführt ist wird jede ähnliche ungeklärte Tat plötzlich verdächtig.
01:15:56: Gleichegegend ähnliches Vorgehen Passende Zeit.
01:16:00: Irgendwann entsteht daraus beinahe automatisch eine weitere Geschichte über denselben Täter.
01:16:06: Das Gericht macht hier etwas anderes.
01:16:09: Es sagt im Grunde, es könnte Hansen gewesen sein Vielleicht war er sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit Aber beweisen können wir's nicht.
01:16:17: Drei Tage später geht das nicht mehr um Schuld sondern um die Strafe.
01:16:22: Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft.
01:16:25: Anbergitz Zürich argumentiert vor allem mit dem Zeitraum und der Schwere der Taten.
01:16:31: Nach dem Schulspruch sagt sie, wir sprechen von mehreren Jahrzehnten mit sehr schweren und personengeferdenden Übergriffen und zwei Morden.
01:16:40: Für Sie zeigt gerade diese Dauer dass Hansen weiterhin gefährlich ist.
01:16:44: Die Verteidigung fordert dagegen eine zeitlich begrenzte Strafe von höchstens sechzehn Jahren.
01:16:50: Am Morgen des Zweiundzwanzigsten Dezemberes, zehnt elf verkündet das Kopenhagener Stadtgericht seine Entscheidung lebenslange Freiheitsstrafe.
01:16:59: Im Saal brechen ungewöhnliche Szenen aus.
01:17:02: Angehörige und Opfer applaudieren einige weinen und umarmen sich.
01:17:06: Der Vater der siebzehnjährigen deren Fall die Ermittlung zehnte ins Rollengebracht hatten Uftanzen hinterher.
01:17:13: frohe Weihnachten.
01:17:14: Später sagt er vor dem Gerichtsgebäude, das Urteil sei für ihn das größte Weihnachtsgeschenk überhaupt.
01:17:20: Hansen bittet zunächst um vierzehn Tage Bedenkzeit.
01:17:23: Am fünften Januar zwölf entscheidet er schließlich, dass Urteilen nicht anzufechten.
01:17:29: Die lebenslange Freiheitsstrafe wird rechtskräftig – damit könnte die Geschichte eigentlich enden!
01:17:35: Aber während im Kopenhagener Stadtgericht noch darüber gestritten wird, ob dieselbe DNA tatsächlich an all diesen Tatorten zu Marcel Lücher Hansen gehört arbeitet Hansen selbst bereits einer ziemlich bemerkenswerten Antwort auf diese Frage.
01:17:50: Denn wenn seine Verteidigung behauptet, irgendwo könne theoretisch ein zweiter Mensch mit demselben DNA-Profil existieren dann müsste man diesen Menschen nur irgendwie sichtbar machen oder zumindest so tun als gäbe es ihn.
01:18:05: Die Geschichte fliegt noch während des Prozesses auf.
01:18:08: Eine junge Frau meldet sich bei der Polizei, sie ist mit Hansens ältestem Sohn zusammen und hat bei ihm Briefe entdeckt.
01:18:16: Außerdem findet sie abgeschnittene Fingerspitzen von Gummihandschuhen in denen sich eine unbekannte Substanz befindet.
01:18:23: Sie vermutet zunächst Speichel.
01:18:25: Es ist Sperma Masse Lücho Hansen-Sperma.
01:18:29: Die Polizei durchsucht die Wohnung des Sohnes und nach ihren Angaben werden dort stießlich mehrere Briefe und ins gesamte neun mit spermagefüllte Gummihandschuhspitzen sichergestellt, die aus dem Gefängnis herausgeschmuggelt worden sein sollen.
01:18:43: Und in den Briefen steht ziemlich genau wofür Hansen dieses Material vorgesehen hat.
01:18:48: Sein Sohn soll eine fremde Frau angreifen und dabei die DNA seines Vaters platzieren.
01:18:54: Hansen schreibt «Du sollst niemandem für mich töten».
01:18:57: Höchstens jemanden niederschlagen und DNA platzieren heißt es wieder.
01:19:01: In einem anderen Brief formuliert er den gewünschten Effekt noch deutlicher, wenn du jemanden nieder schlägst und meine DNA benutzt, dann komm ich raus!
01:19:10: Die Logik dahinter ist ebenso simpel wie grotesk Marcel Lücher Hansen sitzt im Gefängnis.
01:19:16: Wenn nun irgendwo in Kopenhagen eine neue Frau angegriffen wird und die Polizei an ihrem Körper oder am Tatort Hansens DNA findet kann er unmöglich der Täter gewesen sein.
01:19:27: Damit hätte die Verteidigung plötzlich einen realen Fall für genau jene Möglichkeit, über die sie im Prozess gesprochen hatte.
01:19:35: Offenbar existiert irgendwo ein anderer Täter dessen DNA-Profil mit Hansens identisch ist und wenn dieser eine neue Treffer falsch ist?
01:19:44: Warum sollten dann die alten Treffer richtig sein?
01:19:47: Das ist zumindest die Idee!
01:19:50: Besonders merkenswert ist daran, dass Hansen offenbar nicht versucht DNA verschwinden zu lassen.
01:19:55: Er versucht das Gegenteil – er will so viel davon erzeugen!
01:19:59: Eine zusätzliche Spur soll die vorhandenen Spuren nicht widerlegen sondern ihre Bedeutung zerstören.
01:20:06: Die Polizei nimmt Hansens ältesten Sohn fest und verhört ihn – es ihn anschließend aber wieder frei.
01:20:12: Die Staatsanwaltschaft wird später keine entsprechende Anklage gegen ihn wegen des eigentlichen DNA-Komplots erheben.
01:20:19: Der Grund ist nicht, dass man den Plan für erfunden hält sondern das sich nicht beweisen lässt ob der Son tatsächlich bereit war den Angriff auszuführen oder wie weit eine mögliche Beteiligung bereits gegangen war.
01:20:32: Bei Hansen selbst sieht es anders aus.
01:20:35: Am fünfundzwanzigsten Juni zwölf steht er deshalb erneut vor dem Kopenhagener Stadtgericht diesmal wegen Mitwirkung an einem versuchten Sexualdelikt.
01:20:45: Hansen verweigert im Verfahren die Aussage.
01:20:48: Das Gericht spricht ihn schuldig.
01:20:50: Eine zusätzliche Haftstrafe fordert die Staatsanwaltschaft nicht, viel mehr als lebenslang lässt sich ohnehin schwer verhängen.
01:20:58: Die neue Verurteilung kann allerdings später eine Rolle spielen.
01:21:01: Sollte jemals über eine möglich Entlassung entschieden werden?
01:21:04: Damit bekommt die Rolle der DNA in dieser Geschichte einen beinahe absurden letzten Dreh.
01:21:10: Über Jahre hinterlässt ein unbekannter Mann biologische Spuren, die niemandem zugeordnet werden können.
01:21:17: Jahrzehntzehn bekommt diese DNA einen Namen.
01:21:20: Vor Gericht versucht die Verteidigung anschließend Zweifel daran zu wecken, ob ein solches Profil wirklich nur zu diesem einen Mann gehören muss.
01:21:29: und noch bevor das Urteil endgültig gesprochen ist, versucht Marcel durch Johanzen offenbar selbst genau diesen Zweifeln künstlich zu produzieren nicht indem er beweist dass die DNA falsch ist sondern indem er dafür sorgen will dass sie am falschen Ort richtig ist.
01:21:46: Der Prozess beantragt damit ziemlich eindeutig, welche der Bekannten Taten das Gericht Marcel durch Johannsen zurechnet.
01:21:53: Eine andere Frage beantwortet er nicht.
01:21:56: Denn nachdem ein Täter überführt worden ist, dessen Nachgewiesene Verbrechen sich über mehr als zwei Jahrzehnte verteilen beginnt fast zwangsläufig die Suche nach den Lücken dazwischen und in Dänemark gibt es einige ungeklärte Fälle bei denen genau diese Frage später gestellt wird.
01:22:16: Mit dem Urteil von zehntausend elf ist ziemlich genau festgelegt, für welche Taten Masse Lychohansen juristisch verantwortlich ist.
01:22:25: Damit könnten wir hier enden!
01:22:27: Alles auf der einen Seite ist bewiesen – alles auf der anderen Seite gehört nicht zu Masse Lüchohanssen.
01:22:34: Nur so funktionieren ungeklärte Mordfälle leider nicht zu
01:22:37: ordentlich.".
01:22:38: Schon unmittelbar nach Hansens Festarme zu Jahrzehnten fragen sich ermittler, ob die bekannten Fälle tatsächlich alles sind.
01:22:46: Einer der Menschen, die diese Frage später weiterverfolgen ist Sebastian Richelsen.
01:22:52: Er arbeitet damit selbst bei der Polizei und hat nach eigener Darstellung Dienst als Hansens festgenommen wird.
01:22:59: In den folgenden Jahren beschäftigt ihn vor allem eine Auffälligkeit.
01:23:03: Zwischen den nachgewiesenen Taten liegen teilweise lange Zeiträume.
01:23:07: Gerade in den Jahren Nineteinundachtzig und Neunzentneunzig, also mitten in Hansen das bekannte aktiver Phase werden In- und Umkoppenhagen innerhalb weniger Monate fünf Frauen getötet, deren Fälle lange ungekillert bleiben.
01:23:23: Riechelzen verlässt später die Polizei und arbeitet die Fälle journalistisch auf.
01:23:28: Das Jahr zwanzig erscheint daraus das Buch und die Podcastreihe der Danske Seriamorde Amayamanten.
01:23:35: Seine Ausgangsfrage ist ausdrücklich keine Behauptung.
01:23:38: Er untersucht, ob Hansen als möglicher Täter für fünf weitere Tötungsdelikte in Frage kommt.
01:23:50: Und seit dieser Recherche ist etwas passiert das für unsere Geschichte ziemlich wichtig ist.
01:23:58: Einer dieser Fünffälle ist heute gelöst.
01:24:01: Die dreinzwanzigjährige Hanne Witt wurde in der Neujahrsnacht-Ninzehnt neunzig in ihrer Wohnung auf Nürrebroe ermordet.
01:24:08: Weil Hansen zu dieser Zeit bereits als Mörder aktiv war und sich im Kopenhagener Prostitutionsmilieu bewegte, gehörte auch ihr Fall zudem bei den Riechelsen einen möglichen Zusammenhang untersuchte.
01:24:21: Im Februar des Jahrtausends vierundzwanziger mehr als vierunddreißig Jahre nach dem Mord gelingt der Kopenhaagener Polizei dann ein Durchbruch.
01:24:28: DNA von Hannewitz Kleidung wird zu einer sogenannten Verwandtschaftssuche im polizeilichen DNA-Register verwendet.
01:24:36: Dabei findet sich kein direkter Treffer, sondern ein nahe Verwandter des Mannes, von dem die Spur stammen könnte.
01:24:43: Der Mittler gelang so zu einem dreienfünfzigjährigen und vergleichen dessen DNA direkt mit dem Material aus dem Jahr neunzehntneunzig – sie passt!
01:24:53: Zusätzlich kann ein alter Fußabdruck aus Hannes Wohnung den Mann zugeordnet werden.
01:24:58: Im Juli, zwölfundzwanzig verurteilt das Kopenhagener Stadtgericht in den Zwischen fünfzigjährigen wegen des Mordes zu elf Jahren und sechs Monaten Haft.
01:25:09: Hanne Witt gehört damit nicht mehr in die Liste möglicher weiterer Hansenopfer Und genau das ist ein ziemlich guter Grund mit dem übrigen Namen vorsichtig umzugehen Denn zwischen dieser Fall könnte zu Hansen passen und Hansen hat diese Frau getötet, liegt im Zweifel eine vollkommen andere Geschichte.
01:25:30: Bei Marciala Guéra Meeres ist diese Distanz besonders deutlich!
01:25:34: Die siebzehnjährige wird am neunten Dezember neunzentneunundachtzig in einem Naturgebiet bei Avedere Holm vergewaltigt und erwirkt.
01:25:43: Die Parallelen zum Mord an Lehne Bücheradres müssen einige Monate später sind der Grund warum Riechelsen den Fall untersucht.
01:25:50: Allerdings gibt es bei Masjalla biologisches Material, das nach Auffassung der Polizei vom Täter stammt.
01:25:56: Und dieses Profil passt nicht zu Hansen.
01:25:59: Riechelzen stellt in seiner Recherche die Frage, ob die Spur tatsächlich sicher dem Täter zugeordnet werden kann?
01:26:06: Das ist eine legitime Frage an die Beweislage – aber eben kein Beweis gegen das DNA-Ergebnis und erst recht keinen Beweis für Hansen!
01:26:16: Auch Bettina Christensen gehört zu Riegelzen.
01:26:18: fünf Fällen Die Zweiundzwanzig-Jährige verschwindet am dritten Januar, neunzehntneunzig.
01:26:24: Nur zwei Tage nach dem Mord an Hanne witt.
01:26:27: Bettina und Hanne kannten sich aus dem Kopenhagener Prostitutionsmilieu.
01:26:31: Bettinas sterbliche Überreste werden erst Jahre später gefunden.
01:26:36: Auch hier untersucht Riechelsen mögliche Überschneidungen mit Hansen.
01:26:40: Eine belastbare forensische Verbindung dient als Täter identifiziert ist daraus jedoch nicht entstanden.
01:26:48: Deutlich bekannter ist der vierte Fall.
01:26:51: In der Nacht, zum vierten August, in den Neunzehnten ist Kopenhagen voll!
01:26:56: In der Stadt findet das Fingst-Karneval statt.
01:26:58: Zehntausend Menschen feiern auf den Straßen und unter ihnen ist die achtzehnjährige Stine Geißler.
01:27:05: Stine verbringt den Abend mit Freunden und fährt später mit dem Fahrrad nach Hause – sie kommt dort nie an.
01:27:13: Am nächsten Morgen wird sie im Keller eines Hauses in der Tegelkreuzstedt, im Zentrum Kopenhagens gefunden.
01:27:19: Sie wurde gefesselt und getötet.
01:27:21: An den Handgelenken befindet sich ein eingeritztes Zeichen bzw.
01:27:25: Buchstaben deren Bedeutung nie sicher geklärt werden konnten.
01:27:29: Der Mord an Cinegeißler entwickelt sich zu einem der bekanntesten und gelösten Kriminalfälle Dänemarks.
01:27:36: Mehr als dreitausend fünfhundert Menschen werden im Laufe der Ermittlungen befragt.
01:27:41: Trotzdem wird niemand wegen ihres Mordes verurteilt.
01:27:45: Hansens wird später auch zu diesem Zusammenhang überprüft.
01:27:49: Richardson beschäftigt sich insbesondere mit möglichen Ähnlichkeiten bei der Fesselung und mit Hansens Anwesenheit beim Kopenhagener Finkskarnival.
01:27:58: Neure dänische Aufarbeitungen greifen diese mögliche Verbindung weiterhin auf, aber auch hier gilt das sind Überschneidungen die eine Überprüfung begründen können.
01:28:08: Sie machen Hansen aber jedoch nichts zu stehenden Geißless-Mörder.
01:28:12: Der vielleicht auffälligste Fall liegt nur wenige Tage vor einem Mord, für den Hansen tatsächlich verurteilt wurde.
01:28:19: Am einundzwanzigsten August neunzehnundneinzig wird die achtundzwansichtjährige Annette Juist Oelssen in ihrem Hauseingang auf Amaya mit einem Messer angegriffen und getötet.
01:28:30: Acht Tage später verschwindete Lene Bücher Drasmussen.
01:28:34: Beide Taten geschehen auf Amaja Und ein nettes Adresse liegt an der Heudewey, einer Straße in der Masse durch Johansen selbst einmal gewohnt hatte.
01:28:43: Zeit und Ort liegen also so dicht beieinander dass es verständlich ist warum sein Name später auch in diesem Zusammenhang auftaucht.
01:28:52: Nur gibt es ein erhebliches Problem mit dieser Theorie.
01:28:56: Bei ein netzes Mord gibt es Augenzeugen.
01:28:59: Zwei Jungen sehen einen Mann am Tatort und geben der Polizei anschließend eine Beschreibung Und diese Beschreibung passt nach der späteren Aufarbeitung nicht zu.
01:29:09: Marcel Lücho Hanssen.
01:29:11: Gerade derselbe verschwindet der Verdacht gegen ihn wieder aus dem Fokus.
01:29:16: Man kann natürlich fragen, wie zuverlässig eine Zeugenerinnerung ist?
01:29:20: Man kann untersuchen ob Tatmuster ähnlich sind, ob ein Verdächtiger einen Ort kannte oder ob seine Bekannten verbrechen – zeitlich in dieselbe Phase fallen!
01:29:29: Aber irgendwann muss aus einer interessanten Möglichkeit ein belastbarer Beweis werden….
01:29:34: Bei Stine Geisler und Annette Juist Olsen ist das bislang nicht passiert.
01:29:39: Und die Geschichte von Hannewitt zeigt ziemlich eindrücklich, warum diese Unterscheidung wichtig ist.
01:29:46: Auch ihr Mord ließ sich einmal sinnvoll neben Hansens bekannte Taten blicken.
01:29:50: Jahrzehntes später führte eine konkrete forensische Spur zu einem völlig anderen Mann.
01:29:56: Das bedeutet nicht dass alle Überlegungen zu weiteren Taten Hansens damit erledigt wären.
01:30:03: Riechelsen berichtet auch von Frauen, die sich nach seinen Veröffentlichungen bei ihm meldeten und überzeugt waren selbst von Hansen angegriffen worden zu sein.
01:30:12: Eine spätere Dokumentation stellt deshalb ausdrücklich die Frage ob ein Täter dessen bekannte Verbrechen über Jahrzehnte verteilt liegen dazwischen tatsächlich vollkommen inaktiv war oder ob weitere Taten nie mit ihm verbunden wurden.
01:30:27: Darauf gibt es bislang keine abschließende Antwort.
01:30:31: Marcel Lücho Hansen muss keine weiteren fünf Frauen getötet haben, damit die Verbrechen für die er verurteilt wurde schwerer wiegen.
01:30:39: Und ein ungeklärter Mord wird nicht verständlicher nur weil man ihm einen Namen eines bekannten Serienverbrechers gibt.
01:30:46: Was bleibt sind offene Ermittlungen und offene Fragen.
01:30:50: Bei manchen Fällen gibt es die Verschneidung Die Hansens Namen interessant machen bei anderen sprechen konkrete Spuren gegen ihn Und bei einem Fall der lange in dieser Gruppe stand, wissen wir inzwischen das ein anderer Mann der Täter war.
01:31:04: Verdacht ist kein Beweis, Ehrlichkeit isst kein Beweiss und Gelegenheit ist kein
01:31:10: beweis.".
01:31:11: Was Marcel durch Johanns getan hat, ist umfangreich dokumentiert und vor Gericht in mehreren Fällen bewiesen worden.
01:31:18: Ob diese Verbrechen tatsächlich alles waren was er getan hat?
01:31:21: Wissen wir nicht!
01:31:23: Und solange neue Beweise fehlen sollten die Antwort genauso nüchtern bleiben.
01:31:31: Ja, es würde sagen wir brauchen vielleicht erst mal alle eine Minute zum Durchatmen.
01:31:36: Das war jetzt schon ne heftige Folge mit viel Gewalt und was ich auch immer daran so schlimm finde wenn man das im Nachhinein beobachten kann wie weit und wie lange Täter in manchmal durchkommen ohne überhaupt Aufsehen auf sich zu erregen.
01:31:52: Sie waren halt in den Kreisen unterwegs die sie geschützt haben.
01:31:54: also Und er wurde so, ich hab über zwanzig Jahre waren das ja dann.
01:31:58: Über zwanzijahrer hat der einfach keinen Straf erhalten?
01:32:00: Dreiundzwanzig
01:32:01: ne?
01:32:01: Siebenundachtzig.
01:32:02: bis wann wurde er?
01:32:04: Elf oder
01:32:05: zehn?
01:32:06: Ja, es war auf jeden Fall eine sehr lange Zeit.
01:32:08: Also das muss man sich mal überlegen.
01:32:10: Das ist nah an meiner Lebzeit wie dieser Mann agieren konnte ohne irgendwie eine Strafe zu bekommen umso schöner dass man dann im Infekt wissen kann, dass er dann doch gefasst wurde Und genau, wie ich am Anfang schon gesagt habe.
01:32:25: Aufgrund halt irgendwie auch von Netzwerken und aufgrund von das sein Gesicht erkannt wurde in anderen Regionen wahrscheinlich wäre noch anonymer geblieben und die Menschen, der wär ja ihm gar nicht aufgefallen weil das fand ich nämlich bei der Story auch interessant dass der Bekannte von ihm, der leider im Ende gar nicht mehr selber aussagen konnte sondern seine Mutter hat für ihn ausgesagt ihn erkannt hat, wie die aus dem Wald gekommen ist und den auch trägt, der mit den Verbindungen gebracht hat.
01:32:50: Weil er wahrscheinlich wusste dass das halt so ein zwielichtiger Typ ist.
01:32:54: Also wenn da jetzt irgendein Bekannter von mir aus Bochum, den ich mal so sehe ausm Wald kommt würde ich ihn ja nicht damit in Verbindung bringen.
01:33:00: erstmal ne?
01:33:01: Ja stimmt.
01:33:01: Ich
01:33:02: finde so viel kann man zu diesem Teil gar nichts sagen außer es natürlich total katastrophal ist, total schlimm.
01:33:07: Und ich war total erstaunt was wir... Das ist jetzt wieder ein bisschen vielleicht meine romantisierte Art auf Skandinavien zu blicken, aber dass es so krass kriminelle Kreise gibt irgendwie in denen das ist völlig normal.
01:33:20: Das gab's ja mehrmals irgendwie ne?
01:33:22: Die halt... Aber gibt's halt überall!
01:33:24: Das muss man einfach mal sagen.
01:33:26: Was ich interessant fand ist wie selbstsicher er war.
01:33:29: Also klar, er wusste nicht, dass es diese Techniken irgendwann mal geben wird die ihn überführen, aber dann schon Mitte der Neunzig oder irgendwie so ein Handabdruck zu hinterlassen.
01:33:38: Okay, vielleicht wusste er.
01:33:39: Wenn die mich noch nicht haben irgendwo mit Handabdruck dann kann ich hier alles antatschen.
01:33:43: Aber dann auch aus dieser Milchkanne dazu trinken oder was so ein Milch-Tetrapack?
01:33:48: Was ist da draus trinken und die Leute hier, ich merke euch nicht mein Gesicht das wäre ungünstig für euch.
01:34:00: War das nicht in deinem Textstandsmitglied drinnen?
01:34:03: Er weiß nicht genial.
01:34:04: Er wusste einfach nicht, dass es irgendwann dazu führen kann, dass er überfühlt wird, weil diese Technik mal entwickelt wird.
01:34:09: Aber dann halt so Sachen zu hinterlassen.
01:34:11: wie war das nicht bei einem Fall bei den vier Frauen und Mädchen, dass da ein Messer dort ist und dieses Springsal ...
01:34:17: Das Springsaal ja.
01:34:18: Praktisch heißt auch eine, du anfest so.
01:34:20: Weil wenn der noch sagt geht euch duschen oder ... So irgendwie wurde noch meinte also die soll sich duschen gehen ... damit er keine Spuren hinterlässt, aber dann lässt er halt so Sachen da liegen.
01:34:29: Also vielleicht war ja irgendwie überheblich oder war dann in seinem Sieges- ... also im Anführungsstrichen Siegesrausch?
01:34:35: Weil ich dachte, ich habe es wieder gemacht und wieder geschafft... ...und die haben mich noch nicht gekriegt!
01:34:40: Wenn sie auch jetzt nicht tun und am Ende ist das dann einfach nur einen Mitschüler der seine Fresse da erkennst.
01:34:45: Und dass obwohl er so viel Punkt hinterlassen hat, das ist eigentlich so der Treppenwitz der ganzen Nummer.
01:34:52: Aber wie du schon sagst, ich glaube es liegt immer daran wenn da so viele Taten... Man ist ja sich auch immer noch nicht sicher.
01:34:58: Also das ist ja bei eigentlich sehr vielen solchen Serientätern so ne?
01:35:02: Dass die irgendjemanden gar nichts sagen kann was sie noch alles so veranstaltet haben, was nie rausgekommen ist.
01:35:10: Das ist eigentlich das Brutale auch daran dann noch.
01:35:12: Was heißt der also ... das frage ich mich denn.
01:35:15: oder bei meist nicht bei allen aber bei vielen hat man immer den Punkt dass sie auch stolz drauf sind oder die Polizei immer provozieren, Priefe schreiben.
01:35:26: Oder an Zeitungen schreiben und die Presse, weil sie auf wie diesen Fame wollen oder lesen wollen und hören wollen, wie genial ihre Tat war oder mir gut verschleiert alles oder selber Hinweise geben und so ein bisschen Katzen-Maus spielen.
01:35:42: Aber er hat wirklich durchweg versucht es nicht zu sein, auch wenn's sehr offensichtlich immer war... Dann merkt man den Spezialen dieser Nummer mit seinem Sohn am Ende.
01:35:54: Wenn er während des Gerichtsprozesses da in den Handschuh ... und sagt, hier schlagt mal jemand ein Nieder und legt diese Stücke Handschuhe dahin ist um mich schon auch bisschen naiv aber zeigt eben auch dass wenn der da so gar keine Reue zeigt aber eben auch versucht rauszukommen und nicht sagt ja ich habe das gemacht Ich hab noch viel mehr gemacht weil ich so ein krasser Typ bin.
01:36:19: Da wollte ich rauswinden und wollte nicht als krasser Typ in den Anführungsstrichen in die Kriminalgeschichte eingehen.
01:36:27: Nee, genau.
01:36:27: Ich glaube es ist jetzt wirklich keiner der irgendwie so aus ... gibt ja oft dann auch Täter von meistens Täter... Wie nennt man das?
01:36:38: Geltungsdrang.
01:36:39: Geltungstrangen, ne?
01:36:40: Also ist man irgendwie halt der krasse Typ... Ich glaube ihm ging es wirklich einfach nur darum diesen Schaden anzurichten und halt genau dass er so ein bisschen trotzig schon fast mit seinem Gerichtsprozess die ganze Zeit behauptet hat, es müsste einen anderen mit seinem DNA-Profi gewesen sein.
01:36:53: Und dann irgendwie wie so ein trotziges Kind dann so ja ich beweise es euch jetzt trotzdem und komm' dann raus.
01:36:58: Ja.
01:36:59: Da bin ich mal froh!
01:37:00: Und ich bin auch total gerne wissen wie's tatsächlich war wieder Sohn irgendwie darauf reagiert hat, das hat man ja gar nicht richtig erfahren.
01:37:06: Sondern nur halt, dass er es im Endeffekt dann nicht gemacht hat.
01:37:10: Weil der vorher geschnappt wurde aufgrund seiner Freundin.
01:37:13: aber ob der jetzt zum Beispiel auch vorgehabt hätte oder ob der eher darunter gelitten ist, dass sein Vater so ein Typ ist?
01:37:17: Also
01:37:17: ich weiß nicht mehr, was ein Dänemark auch so ist.
01:37:19: Dass man an Familienmitglied muss man glaube ich nicht aus sagen wenn man seine eigene Familie damit belasten würde.
01:37:25: Irgendwie sowas in die Richtung.
01:37:26: vielleicht ist es daher ähnlich und vielleicht dachte er der Sohn... also vielleicht war er anwesend beim Prozess hat das mitbekommen, was sein Vater getan hat.
01:37:35: Hielt das für plausibel?
01:37:36: Hat diese Briefe bekommen von ihm und dachte sich dann, wenn ich jetzt zur Polizei gehe, mein Vater weiß das so weil er ist ja irgendwo auch noch meinen Vater und es ist schwierig.
01:37:46: Das ist komisch aber kann ich kurz empfehlen an dieser Stelle.
01:37:49: Es gibt die Doku bei Netflix Mein Vater der BTK Killer wo die mit der Tochter vom BTK killer sprechen also der US Serienkiller.
01:37:59: Schöne Doku, vielleicht machen wir auch mal eine Folge dazu.
01:38:01: Das ist ein interessanter Fall.
01:38:03: Weil die sagen auch... Die haben auch mit ihm noch Kontakt gehabt und alles.
01:38:06: Und meinten auch so, sie lieben ja ihren Vater aber nicht die Person der Killer geworden ist.
01:38:12: Also sind für die einfach zwei verschiedene Personen mehr oder weniger.
01:38:16: Vielleicht war es bei ihm ja auch so dass er irgendwie sagt, wo das ein Killer war ist auch mein Vater.
01:38:21: Ich möchte nicht schuld sein Aber vielleicht gebe ich meiner Freundin den Hinweis, dass sie es sagt.
01:38:27: So das Sie quasi durchsucht wird oder dass sie Bescheid gibt.
01:38:32: Aber andererseits, wer hat den Kram daraus geschmuggelt?
01:38:34: Das wird ja kaum Sie gewesen sein und es wird dann eher er gewesen sein.
01:38:38: Ich weiß nicht ob von seiner Frau oder der Mutter der Kinder hat mir da gar nichts aber ich glaube wenn sie nicht nur im Grunde betrogen wurde sondern auch noch auf diese Weise was passiert ist kann ich mir vorstellen, dass die kein Kontakt mehr zu ihm hat und vor allem sich versuchen wir ihn wieder auszuholen weil als Sohn ist er vielleicht in so einer Position gewesen.
01:38:55: und jetzt zu sagen wollen, er hat selber das Zeug da rausgespuggelt.
01:38:59: Aber wenn es zumindest erhalten hat von jemanden der's rausgeschmuggelt hat...
01:39:02: Was wissen ja gar nicht ob er sich daraus geschmugglet hat ne?
01:39:04: Das kann ja auch der Bayern... Ja genau,
01:39:06: also das meine ich da!
01:39:06: Es muss ja nicht der Sohn gewesen sein aber der Sohne hat es ja erhalten.
01:39:10: oder dass er vielleicht nicht verbunden werden wollte mit des Dinges aufgeflogen.
01:39:14: Dass dann vielleicht seiner Freundin gesteckt ist.
01:39:17: Also kann ja in beide Richtungen gehen, das weiß ich jetzt nicht.
01:39:21: Muss man vielleicht mal recherchieren Kann mir vorstellen, dass es für den Sohn eine sehr wehre Situation war.
01:39:26: Dann denkst du so der Vater ist einerseits dein Vater und andererseits... ...der Murder?
01:39:31: Und frag dich direkt um Hilfe!
01:39:33: Und das auch sehr konkret mit Anweisungen und falschen Spuren.
01:39:37: Ich bin mir ziemlich sicher, dass man als Sohn dann genau weiß was man dann tun müsste.
01:39:43: Das heißt man muss ja selber kriminell werden wenn man jemanden niederschlägt und diese Spur hinterlässt und würde damit einen Mörder auf freien Fuß lassen.
01:39:50: also... Sehr schwierig.
01:39:56: Ich glaube, es kann sich niemand von uns vorstellen.
01:39:58: Nur was für eine Situation auch in der Familie von so jemandem ist.
01:40:02: Vielleicht können wir aber an dieser Stelle trotz dessen nach dieser langen Geschichte fast anderthalb Stunden auch mal dazu kommen... Was wir sonst auf euch vorbereitet haben, da hat jemand ja eine nette Postkarte aus denen...
01:40:17: Eine
01:40:17: Podcast-Postkarte geschickt!
01:40:21: Genau, vielleicht hebt euch die ein bisschen weiter jetzt in euren Alltag starten zu können und nicht an diesem Fall direkt hängen zu bleiben.
01:40:30: Bevor es wir uns hier gleich offiziell verabschiedet, schicken wir euch noch eine kleine Postkarte aus Dänemark!
01:40:36: Und die handelt von einem Mann dessen Lebenslauf stellenweise klingt als hätte jemand nach drei Aquavit angefangen historische Funfacts zu erfinden.
01:40:45: Das Problem ist nur... Die Geschichte ist im Kern tatsächlich belegt.
01:40:49: Tichro Brahe, geboren in fifteenhundertsechsundvierzig war einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit.
01:40:57: Jahrzehnte bevor es brauchbare Teleskope gab, vermaß er Sterne und Planeten mit einer Präzision die später Johannes Keppler half die Gesetze der Planetenbewegung zu formulieren.
01:41:07: Der dänische König Friedrich II überließ ihm sogar die Insel Hüven, wo Tiro mit Uraniburg ein Forschungszentrum errichtete, das irgendwo zwischen Sternwarte, Schloss und Renaissance-Wissenschaftskampus lag.
01:41:20: Ein ziemlich beeindruckender Mann also!
01:41:23: Der außerdem einen Teil seiner Nase verlor, weil er sich darüber stritt wer besser in Mathematik war.
01:41:29: Fünftinhundertsechsundsechzig studierte Tiro in Rostock und geredort mit dem dänischen Adeligen Manderup Parsberg aneinander.
01:41:37: Der Streit eskalierte so weit, dass beide Nachts mit Schwertern aufeinander losging.
01:41:41: Tiro verlor einen Teil seines Nasenrückens und drug danach eine Metallprothese.
01:41:46: Die berühmte Geschichte von der goldenen Nase ist wahrscheinlich übertrieben.
01:41:50: Untersuchungen seiner Überreste sprechen eher für eine kupferartige Legierung.
01:41:55: Aber gut wer von uns hat nicht schon mal beinahe seine Nase verloren weil jemand behauptet hat besser in Allgebrat zu sein?
01:42:02: Und jetzt kommt...der Elch.
01:42:05: Tico hielt auf Hirven offenbar einen zahmen Elch.
01:42:09: Das wüssten wir nicht aus irgendeiner Legende, sondern unter anderem aus seiner Korrespondenz mit Landkraft Wilhelm IV von Hessen Kassel.
01:42:17: Der fand Ticos Elch offenbar so großartig dass er gerne selbst eingehabt hätte.
01:42:22: Tico hatte ihm wohl sogar einen besorgt – leider entwickelte sein eigener Elch vorher ein kleines Problem!
01:42:29: Bei einem Besuch auf Schloss Landsgronna gelangte das Tier laut Tiros Bericht an Bier und drank davon offenbar mit einer Begeisterung, die man bei einem Elch nicht unbedingt erwartet.
01:42:39: Anschließend wollte es eine Treppe hinunter.
01:42:42: Das funktionierte nicht!
01:42:44: Der bedrunkene Elch stürzte verlitze sich schwer und starb kurze Zeit später.
01:42:49: Tiro musste dem interessierten Landgrafen also sinngemäß mitteilen – Elch-Projekt vorerst schwierig.
01:42:55: Meiner hat sich gerade auf ein Schlossfeier zu Tode gesoffen.
01:42:58: Tiro Brahe war damit ein Mann, der ohne Teleskop die Grundlagen für moderne Astronomie mitlieferte wegen eines mathematischen Schwanzvergleichs einen Teil de la Nase verlor, fortan Metall im Gesicht trug und einen Elch besaß, der keinen verantwortungsvollen Umgang mit Bier pflegte.
01:43:14: Damit wäre Tiro Bras Biografie eigentlich schon ausreichend merkwürdig!
01:43:18: Aber wir müssen noch darüber reden wie er gestorben ist... Im Oktober besucht er dort einen Bankett.
01:43:30: Der Überlieferung nach muss er dringend zur Toilette, steht aber nicht vom Tüch auf weil es als grob unhöflich gegolten hätte ein Festessen vor dem Gastgeber zu verlassen.
01:43:39: Danach kann Tiro kaum noch urinieren.
01:43:43: Er bekommt starke Schmerzen, Fieber und liegt mehrere Tage krank im Bett.
01:43:47: Elftage nach den Banketten stirbt er mit fünfzig Jahren.
01:43:51: Daraus entsteht eine dieser historischen Geschichten die einfach zu schön klingen um nicht weitererzählt zu werden.
01:43:58: Tiro Brahe, einer der größten Astronomen seiner Zeit soll gestorben sein weil er aus Höflichkeit seine Plase nicht entleeren wollte.
01:44:05: Nur stimmt auch das wahrscheinlich nicht ganz.
01:44:08: Jahrhunderte später findet man Quecksilber in seinen Überresten und plötzlich steht sogar die Theorie im Raum, Tiro könnte vergiftet worden sein!
01:44:16: Als möglicher Täter wird zeitweise ausgerechnet Johannes Keppler diskutiert den nach Tiros Tod Zugang zu dessen astronomischen Beobachtungen bekam.
01:44:24: Also wird Tiro, mehr als vierhundert Jahre nach seinem Tod noch einmal exhumiert.
01:44:30: Das Ergebnis ist für alle Freunde historischer Mordkomplette eher enttäuschend.
01:44:35: Die Untersuchungen finden keine Quecksilberkonzentrationen die eine tödliche Vergiftung erklären würden.
01:44:41: Wahrscheinlicher ist eine akute Erkrankung mit schwerem Hahnverhalt und schließlich Nierenversagen.
01:44:46: Eine eindeutige Diagnose lässt sich heute nicht mehr stellen.
01:44:49: Moderne Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass T-Roo zu Lebzeiten regelmäßig mit kwechselbarten Kontakt kamen.
01:44:55: Vermutlich durch seine algemistischen Arbeiten.
01:44:58: und damit sind wir viele Grüße aus Jelling.
01:45:01: Wir gehen jetzt zurück ins Legoland.
01:45:03: da sind die Elche wenigstens aus Plastik.
01:45:08: Damit endet unsere erste Geschichte aus Dänemark aber unser kleiner Ausflug hier ja noch nicht!
01:45:14: Wir bleiben nämlich noch eine Woche Und nachdem wir heute ziemlich tief in die dunklere Seite Kopenhagens geraten sind, gehen wir beim nächsten Mal deutlich weiter zurück.
01:45:23: Ungefähr tausend Jahre!
01:45:26: Dann treffen wir einen dänischen König das Name heute auf Milliarden Geräten steht – obwohl er vermutlich nicht wie die geringste Ahnung gehabt hätte was ein Smartphone überhaupt sein soll.
01:45:37: Bis dahin genießen wir noch ein bisschen Dänemark.
01:45:39: Vielleicht fahren wir noch Achterbahn, vielleicht essen wir zu viele Hot Tocks und wenn wir Glück haben treten wir auf keinen Legenstein.
01:45:47: Wir hören uns nächste Woche wieder!
01:45:50: Das war Radio Obskura.
01:45:52: Wenn
01:45:53: euch diese Folge gefallen hat dann bleibt auf Frequenz.
01:45:55: folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da.
01:45:57: Wir
01:45:58: hören uns bis dahin.
01:45:59: Bleibt
01:45:59: faul im Starte Dänemark
01:46:01: Bleibt bei euch
01:46:02: Bleibt im Dunkeln
01:46:03: Und radio aus.
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