#046: Harald Blauzahn - Von Runen und Bluetooth

Shownotes

🎧 Worum geht’s in dieser Folge?

Mitten in Jütland liegt Jelling. Ein kleiner Ort, an dem sich vor mehr als tausend Jahren ein König selbst ein Denkmal setzte. Harald Blauzahn ließ hier einen monumentalen Runenstein errichten und behauptete darauf, ganz Dänemark und Norwegen gewonnen und die Dänen zu Christen gemacht zu haben.

Doch wie viel davon stimmt?

Wir reisen nach Jelling und rekonstruieren die Welt Haralds: die rätselhafte Bedeutung seiner Mutter Thyra, gewaltige Grabhügel und Schiffssetzungen, eine riesige Palisade, Ringburgen, das Danewerk und eine 760 Meter lange Brücke.

Und auf unserer letzten Postkarte aus Dänemark geht es nach Billund.

Kapitel

(00:00:00) Opening: Der Weg nach Jelling (00:02:05) Intro & Begrüßung (00:12:28) Gorm, Thyra und das alte Jelling (00:20:25) Der Sohn Gorms (00:25:45) Ein König baut Landschaft (00:32:38) Der Harald, der sich ganz Dänemark gewann (00:40:57) Die Christianisierung Dänemarks (00:46:31) Poppo und das glühende Eisen (00:51:28) Was liegt unter Jelling? (00:56:40) Der König verliert sein Reich (01:03:02) Wie ein toter König zum Technologiestandard wurde (01:09:31) Talk (01:13:17) Postkarte aus Legoland: Wie Billund aus Versehen einen Freizeitpark bekam (01:18:51) Zurück nach Hause

📚 Quellen & Literatur

• Imer, Lisbeth / Kitzler Åhfeldt, Laila / Zedig, Henrik (2023): „A Lady of Leadership: 3D-scanning of runestones in search of Queen Thyra and the Jelling Dynasty.“ Antiquity. • Nationalmuseet / National Museum of Denmark: The Monuments at Jelling. • National Museum of Denmark: The Jelling Stone. • Nationalmuseet (2023): New Research from the National Museum of Denmark Reveals Who Carved the Jelling Stone. • UNESCO World Heritage Centre: Jelling Mounds, Runic Stones and Church. • UNESCO World Heritage Centre: Viking-Age Ring Fortresses. • Widukind von Corvey: Res gestae Saxonicae / Sachsengeschichte, 10. Jahrhundert. • Adam von Bremen: Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum, 11. Jahrhundert. • Saxo Grammaticus: Gesta Danorum, um 1200. • Bluetooth SIG: Origin of the Name / Herkunft des Namens. • Kardach, Jim: Naming Bluetooth. • LEGO Group: Unternehmensgeschichte / LEGO History.

📡 Links & Kontakt

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🎙️ Hosts: Svea & Tim

Transkript anzeigen

00:00:01: Es ist früher Abend, als wir uns auf den Weg nach Yelling machen.

00:00:06: Nicht besonders kalt nicht besonders warm vielleicht zwanzig Grad einer dieser dänischen Sommerabende an denen man noch eine ganze Weile vergisst wie spät es eigentlich ist weil die Sonne einfach nicht verschwinden will.

00:00:18: Wir laufen die Töfthöywei entlang vorbei an Feldern über kleine Landstraßen immer weiter Richtung Yelling während die Sonnen langsam tiefer sinkt.

00:00:28: Viel passiert auf dem Weg eigentlich nicht.

00:00:31: Ein paar Autos, einzelne Häuser ansonsten vor allem flaches weites Land.

00:00:36: Irgendwann steht da das Ortsschild Jelling.

00:00:40: Zunächst sieht der Ort ziemlich unspektakulär aus Kleine Häuser ruhige Straßen, Vorgärten.

00:00:47: Dann verändert sich langsam die Silhouette zwischen den Dächern.

00:00:50: Erst taucht ein Hügel auf dann eine Kirche und wenn man näher kommt erhebt sich dahinter noch einen Hügel.

00:00:58: Wir gehen weiter über einen kleinen gepflegten Friedhof und um den Nordhügel herum.

00:01:03: Von unten wirkt er schon gewaltig, aber erst als wir hinaufsteigen bekommt man ein Gefühl dafür wie sehr diese Monumente den Ort beherrschen.

00:01:11: Oben öffnet sich plötzlich der Pleg – über die Dächer von Yelling hinweg hinaus in die flache Landschaft über Felder-und Straßen bis zum Horizont.

00:01:20: Vor uns geht die Sonne unter!

00:01:23: Für ein paar Minuten stehen wir einfach dort.

00:01:26: Wenn man heute durch Jelling läuft, wirkt alles erstaunlich ruhig.

00:01:29: Friedhof, Kirche, Rasenflächen und ein paar Menschen die am Abend noch spazieren gehen.

00:01:36: Und dazwischen Monumente, die seit mehr als tausend Jahren davon erzählen dass dieser kleine Ort einmal etwas völlig anderes war.

00:01:44: Denn einer der Männer die diese Landschaft geprägt haben wollte ziemlich genau festlegen was die Nachwelt über ihn wissen sollte.

00:01:51: Sein Name war Harald Und den Beinamen, unter dem wir ihn heute kennen trägt inzwischen fast jeder von uns in der Hosentasche.

00:02:00: Willkommen bei Radio Obscura!

00:02:26: Schön dass ihr eingeschaltet

00:02:27: habt beim Podcast über Creatures Crime und Mystery.

00:02:31: Wir erzählen von Geschichten, Gegenwart- und Grenzbereichen.

00:02:34: Marial mal unerklärlich.

00:02:36: Vom Polarexplorer bis zu

00:02:38: Extreme Racers... Von The

00:02:40: Temple bis zu Jungle Racers.

00:02:44: Wir fragen, was passiert ist und was davon

00:02:46: bleibt.

00:02:51: Und senden heute unseren zweiten und letzten Gruß aus

00:02:54: Legoland!

00:02:57: Ja, Legoland – da waren wir heute.

00:02:59: Wir haben ja letzte Woche schon über Jelling gesprochen und Jelling werden mir gleich in der Folge doch mal sehr ausführlich hören.

00:03:05: und die Geschichte von Harald

00:03:06: Blautzahn.

00:03:07: Deswegen haben wir jetzt Zeit für ein intensives Keine-Wärmung-Legoland-Review.

00:03:14: Stimmt, dass er mit der keine Werbung hätte auch schon mal sagen können.

00:03:18: Hallo Lego!

00:03:19: Bitte bezahlt uns

00:03:20: oder schäft

00:03:20: uns ganz viel Lego.

00:03:22: So... subliminale Message quasi.

00:03:26: Ja wir waren also heute.

00:03:28: Also wir sitzen gerade noch wie letzte Woche schon am selben Tisch beim selben Wetter und nehmen halt zwei Folgen auf.

00:03:35: Das wird sich jetzt richtig komisch für uns anfühlen so zu tun als wären wir in zwei Wochen immer noch hier.

00:03:40: Aber nein Wir sind nur wenige Tage ja haben aber zwei folgen für euch vorbereitet

00:03:43: Hier in Dänemark.

00:03:45: Mit Blick auf zwei Schaukeln, die im Wind wackelen... ...auf die wir eigentlich gleich gerne noch selber schaukeln gehen können.

00:03:50: Genau!

00:03:51: Wir haben es heute nach Legoland geschafft.

00:03:53: Wir sind also morgens hingefahren und waren da so ziemlich genau zu Beginn dort.

00:03:58: Also um zehn macht

00:03:59: das immer auf.

00:04:00: Zehn bis achtzehn Uhr.

00:04:00: Wir waren so zehn Uhr zwanzig dreißig den Dreh da

00:04:04: Und erstmal war ich erstaunt.

00:04:06: Ich habe gelesen

00:04:06: vorher dass auch Samstag der beste Tag sein soll weil Da sind hier in diesen Ferien, also gibt's ja dann auch diese ganzen Lego Hotels

00:04:13: und das

00:04:15: wie ist es Lala Land?

00:04:16: Wo waren wir gerade noch?

00:04:17: Das ist eine gute Frage.

00:04:18: Ich hab schon wieder vergessen.

00:04:19: Aber nicht

00:04:20: LaLandia!

00:04:23: Was war krass?

00:04:23: Das erzähl ich mir gleich.

00:04:25: Aber genau da sind

00:04:27: wir dahin gefahren und da

00:04:29: an diesem Lalanya Encore, da sind halt überall diese Ressorts wo man pennen kann und das wo heute Samstag immer An- und Abreisertag.

00:04:35: deswegen soll man lieber an solchen Tagen nach Legoland fahren.

00:04:38: Es ist nicht so voll Und dann kamen wir eben vom Parkplatz und es war wirklich nur p.eins.

00:04:42: von insgesamt P sieben haben die, die im sieben Parkplatz sind.

00:04:45: Nur P eins war auf und als wir kamen, waren noch tausend Parkplätze da frei.

00:04:48: Das wirkte also schon... als hätten wir Glück.

00:04:52: Also Parkten ging rein.

00:04:54: Da stand einfach so massen an Menschen vor Legoland.

00:04:57: Aber das ging super schnell!

00:04:58: Weil alle sind ja mit Online-Ticket

00:05:00: oder mit vorher

00:05:01: gekauften Tickets.

00:05:02: Du bist gänst nur kurz rein.

00:05:03: Du wirst ja nicht abgetastet.

00:05:04: Gar nichts du gehst da rein weil du darfst Getränke mitnehmen, dass Essen mitnehmen.

00:05:07: Dass Rucksack mitnehmen.

00:05:08: Da kamen Familien, die hatten so einen halben Wohnwagen auch zum Hinterherziehen mit dabei.

00:05:12: Mit so Kühlboxen meistens von den Pappers gezogen weil da höchstwahrscheinlich Bier drin war.

00:05:16: Ich war ein bisschen neidig und wir waren super bescheiden mit einem Rucksack für drei Personen.

00:05:22: Du kannst überall dein Wasser refüllen.

00:05:24: und was heißt ich?

00:05:24: Hätte mir vielleicht ein bisschen aufmerksamer lesen müssen aber es war cool.

00:05:29: Wir kommen aus dem

00:05:29: Sonnenschein, gehen durchs Drehkreuz sind in Leonant und plötzlich regnet es.

00:05:33: Das war superweird!

00:05:34: Deswegen mussten wir leider im Lego-Shop Schutz finden und haben irgendwie... also wir sind sehr ungünstig gefallen im Lego Shop Und da ist unsere Karten irgendwie auf diese Bezahlgeräte gefallen.

00:05:47: Da wurde dann Geld abgezogen.

00:05:50: das wollten wir gar nicht, wir sind unglücklich gefallen.

00:05:52: Es waren Unfallen

00:05:53: Aber dann hat alle drei.

00:05:55: Und Lego hat halt

00:05:56: von sich aus gesagt, okay wir nehmen den Unfall auf unsere Kappe.

00:05:59: das wird jetzt schwierig mit dem zurückbuchen.

00:06:00: ihr könnt euch dafür ein bisschen Lego aussuchen.

00:06:03: so ungefähr ist es da passiert in dem Laden.

00:06:06: man kann sich auch selber als Lego Figuren bauen.

00:06:08: die werden wir heute glaube ich mit in die Folgenbilder reinpacken Tim und Svea als Lego-Figur.

00:06:13: andere haben sie schon gesehen der Story die an dem Tag kam als wir sie gebaut haben.

00:06:16: aber dann seht ihr wie wir aussehen.

00:06:17: wir machen

00:06:18: quasi Face

00:06:18: Reveal in Lego Nachdem wir schon Geheimnisvolles auf Grabhügel

00:06:24: stehen, Reveal

00:06:25: hatten mit Gegenlicht wo man uns von hinten oder von der Seite sah.

00:06:30: Wir sind so geheimnisvoll das ist toll!

00:06:32: Ja okay, also wir sind super detailliert und das wollte ich gar nicht so detailler machen aber ich fand es noch lustig wenn wir wirklich durch das Trehkreuz gehen und plötzlich fängt's an zu

00:06:39: regnen.

00:06:40: Aber

00:06:40: ja schon auch wirklich doll,

00:06:42: ne?

00:06:42: Ja genau dann haben wir es im Shop untergestellt.

00:06:45: Und dann war der

00:06:46: Trick, den habe ich online gelesen auf so Multi-Blocks.

00:06:49: Es gibt so Blocks für Mütter die so Tipps haben... Der hat auch viele andere Tipps.

00:06:54: aber mich hat noch in Legoland interessiert im Moment dass man

00:06:56: sofort nach ganz

00:06:57: hinten gehen soll zu dem Top Achterbahn und das sind nämlich der Extreme Racer und der Polarexplorer.

00:07:03: Die waren beide ganz cool eigentlich.

00:07:04: also der extreme racer

00:07:06: sehr schnell

00:07:06: vor allem und der polarexpler.

00:07:09: jetzt wäre

00:07:09: diese eine Stelle.

00:07:10: wie fandest du die?

00:07:11: Du weißt welcher ich meine

00:07:13: Ich hab mich so erschrocken.

00:07:16: Ich weiß nicht, ob wir das spoilern sollen für alle Leute, die noch nicht da waren.

00:07:20: Auf jeden Fall stand man vor einem Bildschirm mit dieser Achterbahn und war gerade schon ein paar Kurven gefahren hin und her und so.

00:07:26: Und es war ganz nett.

00:07:27: Auf einmal stand man da und es war nicht ganz klar, fährt man jetzt rückwärts, vorwärz irgendwas?

00:07:31: Aber nein!

00:07:31: Das stimmt nicht.

00:07:34: Ja ich kann es ja sagen... Wir sind entgefallen.

00:07:37: Ja bestimmt zu zwei Meter oder?

00:07:40: Du sagst halt einfach so zwei Meter nach unten

00:07:41: ab, so unangekündigt Boah, das hab ich überhaupt nicht mit gerechnet.

00:07:45: Nee!

00:07:47: Und ich mag Achtabandetal gerne aber das war schon echt dolle, sag' ich ehrlich.

00:07:50: Ähm... Ja, aber Tim, was hat dir denn am besten gefallen?

00:07:53: Du hast ... Tim war total halbt.

00:07:54: Also total schade dass die Menschen das nicht gesehen haben.

00:07:57: Tim wie ein kleines Kind darum gehüpft

00:07:58: ist.

00:07:59: Falls jemand auch in Legoland war, ihr habt mich erkennst an Radio Obskura Polova Ich bin hier represent unterwegs.

00:08:06: ja

00:08:07: Stimmt Und wir würden leider nicht angesprochen, keiner wollte ein Bild bei uns machen.

00:08:11: Also vielleicht wurden

00:08:12: wir angesprochen aber wir haben es halt nicht verstanden weil da waren sehr viele Sprachen oder wie.

00:08:15: so fand ich sehr spannend.

00:08:16: also Spanien war sehr stark vertreten und natürlich auch

00:08:19: Dänich-Holland

00:08:21: oder Niederlande sind sehr viel.

00:08:24: Also Deutsche haben ja auch sehr viele getroffen.

00:08:26: was heißt getroffen?

00:08:27: man hat sie man erkennt sich an der Sprache.

00:08:29: Oder sagen Amerikaner?

00:08:31: Ich glaube

00:08:32: das waren Engländer.

00:08:33: Aber vom Akzent her fand

00:08:34: ich... Genau, wir wurden nicht angesprochen.

00:08:38: Es ist cool zu sehen dass man

00:08:41: sich teilweise mit Hand und Fuß

00:08:42: unterhalten muss.

00:08:43: auch unser Herrbergsvater

00:08:44: hier

00:08:44: da spricht glaube ich kein Wort Englisch.

00:08:46: Und als wir uns begrüßt haben was wir den Schlüssel abgeholt haben für unsere Ferienhaus Ich glaub das Gespräch zwischen mir und ihm Sven heißt er übrigens Das klang so wie die Sims immer reden.

00:08:57: So kann

00:09:01: man sich dann auch

00:09:02: in Legoland vor.

00:09:03: Man weiß ja nie, oder die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die wissen ja nicht wenn du ankommst, welche Sprache sprichst.

00:09:09: Sie sprechen erstmal denig.

00:09:11: Wie oft habe ich auf denig angequatscht von irgendwelchen Omas, die irgendwas fragen wollten?

00:09:15: Und anhand meines Blickes wahrscheinlich gemerkt haben sie jetzt entweder dumm- oder ausländer.

00:09:19: Dann haben sie das noch mal auf Englisch versucht.

00:09:22: Aber du willst wissen was mein Lieblingsding war... Also der Explorer war schon geil!

00:09:26: Der Arctic Explorer, fall dieser freie Fall.

00:09:28: Aber was auch

00:09:29: supergeil war.

00:09:30: Also wir haben

00:09:31: nicht

00:09:31: alles gemacht, weil manche Sachen sind wirklich nur für Kinder interessant.

00:09:34: Aber

00:09:35: ich muss sagen in der Lego

00:09:36: Movie World da gibt es so ein Ding das sieht super unspektakulär aus erst mal.

00:09:40: Das sind diese... Kennt ihr vielleicht... Krake

00:09:42: heißt das?

00:09:43: Diese hochfahren und hat mehrere Arme und du hängst da dran und drehst dich im Kreis und bewegst dich dabei so'n bisschen.

00:09:51: Falls ihr den

00:09:51: Lego Movie

00:09:52: II gesehen habt

00:09:54: Es gibt ja einen Kampf zwischen

00:09:55: quasi den Duplo Figuren und den Lego Figuren.

00:09:59: Das ist quasi da das Luftbattle.

00:10:03: Es war das Apokolipsburg Sky Battle, das haben wir um Fünfzehn oder Dreizehn verendet und ich habe die Legoland App und haben immer abgehackt was ihr gemacht habt.

00:10:12: Und dann bist du in der Sitze zwischen zwei Flügeln auf einem Stuhl und fährst einfach nur im Kreis.

00:10:18: Du fängst an dich alle Richtungen so drehen hoch runter und loopig und hast zwei Flügel die du steuern kannst.

00:10:24: Und am Anfang, wenn es noch so langsam fährt, denkst du immer so, ha, cool.

00:10:26: Ich kann da gegengesteuern nicht überschlagen mich nicht und irgendwie hast du keine Chance mehr.

00:10:30: Guckst, wie Kopf über auf die Straße drehst

00:10:32: dich entgegen der Richtung

00:10:33: in der du dich bewegst?

00:10:34: Und alles drauf und dran... Dafür dass das halt aussieht wie ein Kinderkarussell.

00:10:38: Ja!

00:10:39: Aber nee, das war cool.

00:10:40: Das war mein Favorit.

00:10:41: War das Sky-Ding?

00:10:43: Deins?

00:10:44: Das war leider auch mein Favoriet.

00:10:45: ich fand das echt.

00:10:46: Ich hab noch zu Tim gesagt, boah ey irgendwie kein Bock um mich da jetzt anzustellen, zwanzig Minuten oder sollten wir da einstehen müssen?

00:10:51: oder haben wir angestanden?

00:10:53: Und ich war irgendwie im ersten Moment so, boah, weiß ich gar nicht ob ich das machen muss.

00:10:57: Ich war drin und es war überraschend geil!

00:10:59: Das hat richtig Spaß gemacht.

00:11:02: Aber wir haben viele Sachen gemacht die mir gut gefallen haben.

00:11:04: Also ich fand auch die beiden Achterbahnen dieses Racer-Ding mit den schnellen Autos und Puller X...

00:11:13: Ja und ganz zum Schluss das Letzte

00:11:14: was wir gemacht haben.

00:11:14: Die letzte Fahrt also wir waren noch in Miniland ist auch sehr cool

00:11:18: Ja, das fand ich auch.

00:11:19: Das war mit eines meiner Highlights.

00:11:20: Das ist

00:11:21: schon

00:11:21: krass!

00:11:22: Was man alles bauen kann...

00:11:24: Und davor waren wir dann eben noch

00:11:26: auf dem Kano-Tour.

00:11:29: Wir sind sehr nass geworden, seine Wildwasserbahn und im Horrorhaus waren wir noch.

00:11:33: Und dann noch Mittagessen in der Westerne statt.

00:11:36: Also es hat Bock gemacht.

00:11:38: Es war ein würdiger

00:11:40: Betriebsausflug

00:11:42: für einen Jahr.

00:11:42: Radio Obskura.

00:11:43: Wir hatten sehr viel Spaß.

00:11:44: Wir empfehlen jeden da hinzufahren.

00:11:45: Profitipp

00:11:47: Nicht Kinder mitnehmen, das wird sehr teuer.

00:11:50: Und man muss nicht alle zwei Meter stehen bleiben um irgendwie doch mal die Kohle aufzufüllen und so was, sondern man kann selber noch mal Kind sein.

00:11:57: Das fand ich sehr schön!

00:11:59: Aber wir haben den Alter schon hart gehoben glaube

00:12:01: ich.

00:12:01: Ja,

00:12:02: obwohl die ganzen Väter lieber einiges älter als

00:12:05: wir.

00:12:05: Ja

00:12:05: aber hier hat man dann zum Ausgleich einen Kind dabei.

00:12:07: also da waren die vielleicht zu alt wie wir

00:12:08: in der Mittelwelt.

00:12:11: Gut... Aber jetzt sitzen wir wieder bei Yelling in Yelling auf unserem

00:12:16: Hof.

00:12:17: Dementsprechend,

00:12:20: mein Bluetooth

00:12:20: ist wieder aus.

00:12:22: Ich hoffe ihr hört mich noch!

00:12:23: Ich fange

00:12:23: jetzt an zu sprechen über meinen Bluetooth-Mikrofon.

00:12:36: Hier sitzt eine Familie, die Macht besitzt.

00:12:52: Warum ausgerechnet Yelling zu diesem Zentrum wird wissen wir nicht sicher.

00:12:56: Es liegt im Inneren Jütlands Nicht an der Küste und nicht einem der großen Handelsplätze der Wikingerzeit.

00:13:03: Trotzdem entwickelt sich spätestens in der Mitte des zehnten Jahrhunderts ein königlicher Ort Und der erste Herrscher den wir unmittelbar mit ihm verbinden können ist nicht Harald sondern sein Vater Gorm Der Alte.

00:13:18: Über Gorm wissen wir weniger, als sein Platz in der dänischen Geschichte vermuten lässt.

00:13:23: Spätere Kroniken machen ihn zu einer großen Gestalt der Vergangenheit – aber die zeitgenüssigen Zeugnisse sind erstaunlich überschaubar!

00:13:31: Das Wichtigste davon steht bis heute in Yellingen.

00:13:34: Ein Runenstein deutlich kleiner als jener den Harald später danebensetzen lässt.

00:13:39: Gorm ließ ihn wahrscheinlich um das Jahr neunhundertfünfzig errichten….

00:13:44: Die Inschrift ist kurz.

00:13:45: Sie erklärt, dass König Gorm dieses Denkmal für seine Frau Thüra errichten ließ und nennt sie mit einer Bezeichnung deren genaue Bedeutung bis heute diskutiert wird.

00:13:56: Danmarks boat.

00:13:57: Man kann das ungefähr als Dänemarks Stärke, Dänemark Heil oder auch Zierde-Dänemark verstehen.

00:14:04: Schon die Unsicherheit der Übersetzung zeigt wie vorsichtig man mit wenigen Worten umgehen muss, die mehr als ein tausend Jahre alt sind.

00:14:12: Ein anderes Wort auf diesem Stein ist dagegen eindeutig Danmark.

00:14:18: Gormsstein ist die älteste erhaltene schriftliche Quelle aus Dänemark selbst, in der dieser Name auftaucht.

00:14:25: und das es wichtig wenn später Harald auf seinem eigenen Stein behauptet er habe sich ganz dänemark gewonnen Denn Dänemark beginnt nicht mit Harald.

00:14:34: Der Name existiert bereits.

00:14:36: Es gibt bereits Könige, Herrschaftsgebiete und politische Strukturen.

00:14:40: Was genau dieses Danmark um neunhundertfünfzig umfasst Und wie geschlossen dieses Reich tatsächlich ist lässt sich sehr viel schwerer beantworten.

00:14:48: Aber Harald erfindet es nicht aus dem Nichts und vielleicht müssen wir an dieser Stelle auch eine zweite vertraute Vorstellung korrigieren, wenn von der frühen Yelling-Dynastie gesprochen wird klingt ihre Geschichte oft ziemlich geradlinig.

00:15:02: Gorm der Alte steht am Anfang nach ihm kommt sein Sohn Harald Blauzahn danach Sven Gabelbart einer Abfolge von Königen.

00:15:10: dazwischen steht Thüra Und möglicherweise stand sie dort sehr viel weniger im Hintergrund, als man lange angenommen hat.

00:15:19: Ihr Name begegnet uns nämlich nicht nur auf dem kleinen Yellingstein.

00:15:23: Mehrere Runensteiner aus Jütland nennen eine Frau namens Tyra darunter der Stein von Lerborg.

00:15:31: Dort bezeichnet der runenritzer Raffnungen Tue sie als seine Drötning – seine Herrin oder Königin.

00:15:38: Lange war umstritten, ob damit tatsächlich Gorms Frau und Harald's Mutter gemeint ist oder schlicht eine andere Frau gleichen Namen.

00:16:03: Tiefe und Winkel einzelner Kerben, die Form der Rille und sogar den Rhythmus mit dem ein Runenritzer sein Werkzeug geführt hat.

00:16:10: Im Prinzip sucht man daran etwas Ähnliches wie eine Handschrift.

00:16:15: Das Ergebnis ist bemerkenswert – Die Spuren auf dem Läbockstein inlernen denen auf Haralds große Mjällgensteinen so stark dass die Forschenin beide denselben Runenritzer zuschreiben.

00:16:26: Raffnungen tue.

00:16:28: Dazu kommen sprachliche und orthografische Gemeinsamkeiten.

00:16:32: Damit wird es sehr wahrscheinlich, dass die Thürer auf dem Lehrbockstein tatsächlich dieselbe Thüra ist – die Gorm und Harald in Jellingnen.

00:16:40: Wenn diese Zuordnung stimmt, wird Thürera auf insgesamt vier bekannten Runensteinen genannt oder geährt!

00:16:48: Okay… Vier klingt zunächst nicht besonders viel.

00:16:51: Für das Dänemark des zehnten Jahrhunderts ist es außergewöhnlich.

00:16:55: Weniger als zehn bekannte Runen.

00:16:57: Steine aus dem vorkristlichen Dänemark wurden überhaupt zum Gedenken an Frauen errichtet.

00:17:02: Gorm selbst wird nur auf einem erhaltenen Runenstein genannt.

00:17:06: Selbst Harald Blauzahlen begegnet uns auf weniger Steinen als seine Mutter.

00:17:10: Das Forschungsteam geht deshalb noch einen Schritt weiter.

00:17:13: Die Verteilung der Steine, ihre Inschriften und die Verbindung über Raffnungen-Tour könnten darauf hindeuten dass Thürer selbst über Land, Status und politische Autorität verfügte.

00:17:24: Vielleicht war sie nicht einfach die Frau eines Königs und Mutter des Nächsten, sondern eine zentrale Figur innerhalb jener Verbindungen aus denen sich im zehnten Jahrhundert ein stärker Zusammenhängen des Dänisches Reich entwickelte.

00:17:36: Mehr lässt sich daraus nicht sicher machen!

00:17:39: Vier Steine ergeben noch keine Biografie – wir wissen nicht welche Entscheidungen Thüra traf, welche Besitzungen sie kontrollierte oder welchen konkreten Anteil sie in der Politik Gorms hatte… aber sie hinterließ Spuren … Erstaunlich

00:17:52: viele.".

00:17:54: Und die Runensteine waren nur ein Teil dessen, was in Yelling entstand.

00:17:59: Quer durch das Gelände verlief eine gewaltige Steinsetzung.

00:18:02: Von ihr sind heute nur noch Teile erhalten – doch archäologische Spuren erlauben eine Rekonstruktion ihrer ursprünglichen Form.

00:18:09: Wahrscheinlich bildeten die Steine einen Schiff ungefähr dreihundertsechsohnfünfzig Meter von einem Ende zum anderen.

00:18:16: Sollte diese Rekonstruktion stimmen, wäre es die größte bekannte Schiffssetzung Skandinaviens!

00:18:22: Möglicherweise gehörte sogar Gorms Runenstein ursprünglich zu diesem Monument und stand an einem seiner Enden.

00:18:29: Sicher ist das nicht, sicher ist nur dass die Anlage älter ist als einige der späteren monumentalen Eingriffe in Yelling.

00:18:37: Mitten in diesem steinernen Schiff erhebt sich der Nordhügel.

00:18:40: Auch er hat eine Vorgeschichte.

00:18:43: In seinem Kern steckt ein wesentlich ältera Grab-Hügel aus der Bronzezeit.

00:18:47: Im zehnten Jahrhundert wird dieser alte Hügel massiv erweitert.

00:18:51: Rund zweiundsechzig Meter misst er schließlich im Durchmesser, etwa acht Meter in der Höhe.

00:18:56: Im Inneren entsteht eine hölzerne Grabkammer.

00:18:59: die Eichen aus denen sie gebaut wird wurden dendro-chronologisch auf den Winter neunhundert achtenfünfzig auf neunhnhundert neunundfünftig datiert.

00:19:08: Wer dort bestattet wurde wissen wir nicht.

00:19:11: Das ist ausgerechnet bei einem der berühmtesten Monumente der Dänischen Wikingerzeit eine ziemlich große Lehrstelle.

00:19:17: Die Kammer war reich ausgestattet.

00:19:19: Erhältene Fragmente und Beschläge zeigen, dass hier eine Person von außerordentlich hohem Rang bestattet worden sein muss.

00:19:26: Doch schon in der Wikingerzeit wurde das Grab wieder geöffnet – Der Leichnamen verschwand, der größte Teil der Grabeingaben ebenfalls.

00:19:34: Lange wurde Gorm als naheliegerer Kandidat betrachtet.

00:19:37: Andere Deutungen brachten Thüra ans Spiel Und die neuen Untersuchungen ihrer politischen Bedeutung haben auch diese alte Frage wieder geöffnet.

00:19:45: Eine sichere Antwort gibt es bislang nicht.

00:19:48: Damit sieht Yelling schon zu dem Zeitpunkt, an dem Harald die

00:19:51: Bühne betritt –

00:19:52: vollkommen anders aus als ein gewöhnlicher Ort!

00:19:56: Da ist ein monumentales steinernes Schiff, ein gewaltiger Grabhügel, eine königliche Grabkammer, ein Stein für einen Königen auf dem bereits der Name Dänemark steht und hinter all dem einer Dynastie über deren tatsächliche Macht wir nur Bruchstücke besitzen.

00:20:12: Harald wird diesen Ort nicht erschaffen aber übernehmen Und dann wird er anfangen, ihn in einem Maßstab umzubauen gegen den selbst das was hier bereits steht beinahe wie eine Kleinigkeit wirkt.

00:20:26: Als die Grabkammer im Nordhügel gebaut wird ist Harald bereits Teil dieser Familie.

00:20:31: Wie alt er zu diesem Zeitpunkt ist wissen wir nicht.

00:20:34: Über seine frühen Jahre ist fast nichts überliefert.

00:20:37: Wir kennen weder sein Geburtsjahr noch seinen Geburzort, wir wissen nichts Verlässliches über seine Kindheit und kaum etwas darüber welche Rolle er spielte solange Gorm noch lebte.

00:20:47: Das ist kein kleines Loch in Haralds Biografie.

00:20:51: Es sind mehrere Jahrzehnte die praktisch im Dunkeln liegen.

00:20:54: Erst in der Mitte des zehnten Jahrhunderts wird er für uns deutlich sichtbarer Und selbst dann müssen wir aufpassen welche Quellen wir vor uns haben.

00:21:02: Vieles von dem Bild, das später von Harald entsteht, stammt aus Chroniken und Sagas die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte nach seinem Tod geschrieben worden.

00:21:10: Sie kennen den mächtigen König, den Christen und den Vaters Sven Gabelbarts bereits.

00:21:15: Wenn sie von seinem früheren Leben erzählen, blicken sie also rückwärts auf jemandem, dessen historische Bedeutung längst feststeht.

00:21:23: Zeitgenössliche Quellen sind sehr viel schweigsamer – selbst die familiären Verhältnisse lassen sich nicht vollständig rekonstruieren!

00:21:31: Gorm und Thüra sind als Haralds Eltern gesichert, nicht zuletzt durch Harald's eigene Inschrift in Yelling.

00:21:36: Daneben kennen die Quellen einen weiteren Sohn Gormes – Knut, der vor seinem Vater gestorben sein soll.

00:21:43: Über Einzelheiten widersprechen sich die späteren Überlieferungen.

00:21:46: Wie groß die Familie tatsächlich war und wie eine mögliche Nachfolge ursprünglich geregelt werden sollte bleibt damit unsicher!

00:21:54: Auch die Vorstellung, dass Harald nach Gorms Tod einfach dessen geschlossenes Königreich übernimmt ist wahrscheinlich zu glatt.

00:22:02: Dänemark im zehnten Jahrhundert ist keine politische Einheit, die sich ohne Weiteres mit einem modernen Staat vergleichen lässt.

00:22:08: Königliche Macht hängt an Personen-, Familien-, Gefolgschaften- und regionalen Verbindungen.

00:22:14: Lokale Eliten verfügen über eigenen Einfluss – und selbst dort wo ein König anerkannt wird bedeutet das nicht automatisch, dass er jeden Teil deines Herrschaftsgebiet unmittelbar kontrolliert.

00:22:24: Dazu kommt die geografische Struktur.

00:22:27: Jütland, die Inseln und Schonen sind durch Wasser voneinander getrennt.

00:22:31: Wer über diese Räume herrschen will muss Beziehungen aufrechterhalten, Loyalitäten sichern und im Zweifel militärisch durchsetzen das ein Anspruch mehr ist als ein Titel.

00:22:41: Wie weit Gorms eigene Macht reichte können wir deshalb ebenfalls nicht exakt bestimmen.

00:22:46: Das macht den kleinen Yellingsteinen noch einmal interessanter.

00:22:49: Gorm nennt Thürer dort Danmarks Board.

00:22:52: Er setzt also voraus, dass der Begriff Delemarck verstanden wird.

00:22:56: Aber ein Name auf einem Runenstein zeichnet keine Grenze auf einer Karte.

00:23:00: Er sagt uns nicht welche Gebiete dazugehören wie fest sie miteinander verbunden sind oder ob überall die selbe König dieselbe Autorität besitzt.

00:23:08: In diese politische Landschaft wächst Harald hinein.

00:23:11: Wahrscheinlich übernimmt er die Herrschaft nach Gorms Tod um neunhundert achtundfünfzig.

00:23:18: Möglich ist auch das er bereits vorher an der Regierung beteiligt war.

00:23:22: Eine präzise Übergabe, einen Krönungsmoment oder ein Datum an dem Harald plötzlich König von Dänemark wird haben wir nicht.

00:23:30: Was wir sehen ist eher ein allmähliches Auftrauchen eines Herrschers das Macht in den folgenden Jahrzehnten immer deutlicher fassbar wird.

00:23:38: Dabei befindet sich Harald keineswegs an einem abgeschlossenen nördlichen Rand Europas.

00:23:44: Südlich seines Herrschaftsbereiches liegt das Ostfränkische später ottonisch Reich.

00:23:49: Heinrich I. hatte bereits neunhundertvierunddreißig einen dänischen König namens Knupar unterworfen.

00:23:55: Unter Otto dem Ersten wächst daraus eine Macht, die weit über Sachsen hinausgreift.

00:24:00: Mit Sachsen ist dabei nicht das heutige Bundesland gemeint, sondern dass damalige Stammesherzogtum das große Teile Nordwestdeutschlands umfasste.

00:24:08: Neunhunterzeihundsechzig wird Otto in Rom zum Kaiser gekrönt.

00:24:13: Dänemark steht damit unmittelbar neben einem expandierenden christlichen Herrschaftsraum.

00:24:18: Auch im Norden und Westen sind die Verhältnisse in Bewegung.

00:24:22: Norwegen besteht aus unterschiedlichen regionalen Machtzentren und konkurrierenden Herrschaftsansprüchen, auf der anderen Seite der Nordsee existieren seit Generationen skandinavische Siedlungen und politische Verbindungen nach England.

00:24:34: Handelswege reichen weit darüber hinaus – Menschen, Silber, Waffen, Nachrichten und religiöse Vorstellungen bewegen sich durch diese Welt wesentlich leichter als der Begriff Wikingerzeit manchmal vermuten lässt!

00:24:47: Harald übernimmt also kein isoliertes Reich und auch keinen leeren Thron.

00:24:51: Er übernimmt Beziehungen, Konflikte, Ansprüche und vermutlich ein politisches Gebilde dessen Zusammenhalt immer wieder hergestellt werden muss.

00:24:58: Was er persönlich über diese Aufgabe dachte können wir nicht wissen.

00:25:03: Von Harald sind keine Briefe erhalten, keine eigenen Berichte und keine Chronik seiner Regierung.

00:25:08: Seine Stimme erreicht uns nur in einer extrem kontrollierten Form durch wenige Worte die er später in Steinschlagen lässt.

00:25:15: Deshalb sollten wir den Harald dieser frühen Jahre noch nicht mit dem Mann verwechseln, der auf diesem Stein über sich selbst sprechen wird.

00:25:22: Um neunhundert achtundfünfzig ist er zunächst der Sohn Gorms und Thyras.

00:25:27: Er übernimmt eine Dynastie einen bedeutenden Ort in Yellingen und einen Herrschaftsanspruch dessen tatsächliche Reichweite sich unserer Kenntnis entzieht.

00:25:35: Was danach geschieht lässt sich dagegen nicht mehr nur an Namen und Inschriften erkennen denn innerhalb weniger Jahre beginnt sich die Landschaft selbst zu verändern.

00:25:46: Am deutlichsten wird das in Yelling.

00:25:48: Was Gorm und Thürer hier hinterlassen haben, ist bereits monumental!

00:25:53: Unter Harald verändert sich der Ort aber noch einmal grundlegend – dabei entsteht kein Palastbezirk wie wir ihn uns heute vielleicht vorstellen würden.

00:26:00: Yelling wird zu etwas eigenartigerem….

00:26:03: einer Landschaft aus Hügeln, Steinsetzungen, großen Holzbauten und schließlich eine Umfassung deren Dimension erst die moderne Archäologie vollständig sichtbar gemacht hat.

00:26:12: Lange wusste man nämlich gar nicht, wie groß diese Anlage tatsächlich gewesen war.

00:26:17: Erst in dem Jahr two-thausend und sechs stießen Archäologen bei Untersuchungen nötig der Kirche auf Spuren gewaltiger Holzfosten.

00:26:25: Weitere Grabungen zeigten, dass sie zu einer Palisade gehört hatten.

00:26:29: Diese verlief nicht einfach um die beiden Hügel herum sondern bildete eine riesige annähernd rautenförmige Einfassung.

00:26:36: Jede ihrer vier Seiten war ungefähr dreihundertsechzig Meter lang.

00:26:39: Insgesamt umschloss sie eine Fläche von etwa zwölf ein halb Hektar.

00:26:43: Das entspricht ungefähr siebzehn Fußballfeldern und diese Palisade bestand nicht aus einem niedrigen Zaun, Rekonstruktionen gehen von einer mehrere Meter hohen Holzkonstruzion aus.

00:26:55: dafür mussten große Mengen an Eichen gefällt zugerichtet transportiert und dicht nebeneinander in den Boden gesetzt werden.

00:27:02: Allein die Beschaffung des Materials bedeutete einen erheblichen Aufwand.

00:27:06: Dazu kamen die Menschen, die Bäume felten, Stämme bearbeiteten, Gräben aushoben, Pfosten aufrichteten und währenddessen versorgt werden mussten.

00:27:15: So etwas entsteht nicht weil ein König an einem freien Nachmittag beschließt seinen Hof etwas größer einzuzäuen.

00:27:20: Es braucht Planungen Werkzeuge Nahrung Transport Arbeitskräfte Und vor allem die Möglichkeit all das einzufordern und über längere Zeit zu koordinieren.

00:27:30: Die Palisade ist deshalb nicht nur ein Bauwerk, sie ist ein Hinweis darauf welche Ressourcen Harald inzwischen mobilisieren konnte.

00:27:37: Und innerhalb dieser Umfassung wird weitergebaut.

00:27:41: Archäologen fanden Spuren mehrerer großer Hallenhäuser deren Grundrisse auffällig regelmäßig angeordnet waren.

00:27:48: Ähnliche Gebäude kennen wir später auch von den Dänischen Ringborgen.

00:27:51: Das Entscheidende ist dabei weniger wofür jedes einzelne Haus genutzt wurde.

00:27:55: Schon ihre Größe und ihre planmäßige Platzierung zeigen, dass hier kein Dorf organisch gewachsen ist.

00:28:01: Jemand hat diesen Raum vermessen und entschieden wo gebaut wird – das gilt für die gesamte Anlage!

00:28:07: Denn je genauer Geling untersucht wurde, desto deutlicher zeigte sich, daß viele seiner Monumente geometrisch aufeinander bezogen sind.

00:28:15: Die gewaltige Schiffssetzung, die schon vor Harald begonnen worden sein dürfte läuft auf einer Nord-Südachse durch das Gelände.

00:28:22: In ihrem Zentrum liegt der Nordhügel Und genau dieser Nordhügel bildet zugleich einen zentralen Bezugspunkt der späteren Parisadenanlage.

00:28:30: Das ist schwer, als Zufall zu erklären!

00:28:33: Harald baut also nicht einfach neben die Monumente seiner Familie.

00:28:36: Er integriert sie in eine neue Ordnung.

00:28:39: Bestehende Erinnerungsorte werden nicht beseitigt sondern Teil eines größeren Plans.

00:28:43: Besonders deutlich wird das am zweiten großen Hügel.

00:28:47: Der Südhügel entsteht wahrscheinlich in den neunhundertsechzigern oder frühen neun hundertsiebziger Jahren.

00:28:53: Er liegt dem Nordhügel gegenüber und erreicht beinahe dieselben Dimensionen, ungefähr siebzig Meter Durchmesser und etwa zehn Meter Höhe.

00:29:00: Damit gehört er zu den größten künstlich aufgeschüteten Hügeln der Wikingerzeit in Dänemark.

00:29:06: Für einen solchen Bau braucht man eine enorme Menge Erde.

00:29:10: Die wird nicht einfach irgendwo abgekippt.

00:29:12: Schicht für Schicht muss Material herangeschafft verteilt und verdichtet werden bis aus flachem Gelände ein Hügel entsteht, der bis heute die Umgebung überragt.

00:29:20: Hunderte Menschen können an einem solchen Projekt beteiligt gewesen sein.

00:29:24: Vielleicht über Monate, möglicherweise länger Und wenn man einen Hügel dieser Größe sieht liegt eine Vermutung ziemlich nahe.

00:29:32: Dort muss jemand Wichtiges begraben sein

00:29:35: Nur

00:29:36: ist dort niemand.

00:29:38: Der Südhügel enthält keine Grabkammer.

00:29:41: Bei Untersuchungen wurden zwar ältere Strukturen unter dem Hügel entdeckt Aber kein königliches Grab für das dieses Monument errichtet worden wäre.

00:29:50: Offenbar ließ Harald einen der größten Krabhügel des Wikinger zeitlichen Dänemax aufschütten, ohne darin einen Toten beizusetzen.

00:29:57: Warum?

00:29:58: Darauf gibt es leider keine eindeutige Antwort.

00:30:02: Vielleicht sollte der Hügel zusammen mit seinem nördlichen Gegenstück eine monumentale Symmetrie herstellen!

00:30:08: Vielleicht war seine Bedeutung zeremoniell – vielleicht veränderte sich eine geplante Funktion während des

00:30:12: Baus.

00:30:13: In der Forschung wird auch diskutiert ob allein die Errichtungen selbst eine Demonstration könniglicher Macht gewesen sein könnte….

00:30:20: Denn eigentlich muss in diesem Hügel gar niemand liegen, damit er etwas über Harald erzählt.

00:30:25: Man muss nur davor stehen!

00:30:27: Ein Herrscher kann behaupten mächtig zu sein – Er kann Gefolgsleute dafür bezahlen es weiterzuerzählen.

00:30:33: Harald kann aber auch hunderte Menschen Erde bewegen lassen bis ein zehn Meter hoher Hüge dort entsteht wo vorher keiner war.

00:30:39: Der Unterschied ist sichtbar Und Yelling besteht inzwischen aus immer mehr solcher Sichtbaren Aussagen Zwei gewaltige Hügel Die ältere Schiffssetzung Großer Hallen, eine geometrisch geplante Palisade die mehr als zwölf Hektar Land umfasst.

00:30:56: Alles konzentriert an einem Ort der bereits mit Gorm, Thürer und der eigenen Dynastie verbunden ist.

00:31:01: Dabei lohnt es sich einen Moment bei dem Material zu bleiben aus dem ein großer Teil dieser Macht gebaut wurde – Holz!

00:31:09: Von der Palisad ist heute fast nichts mehr zu sehen von den Hallen ebenfalls nicht.

00:31:14: Das ist das Problem wenn wir uns die wirkliche Zeit über erhaltene Gegenstände vorstellen.

00:31:19: Stein-und Metall überleben Holz meistens nicht.

00:31:23: Zu Haare als Zeit muss Yelling deshalb vollkommen anders gewirkt haben, nicht wie eine Ansammlung grüner Hügel mit einer kleinen weißen Kirche dazwischen sondern wie ein neu geordneter Raum eingefasst von einer mächtigen Holzkonstruktion mit großen Gebäuden aufgeschütteten Monumenten und einer Schiffssetzung deren Dimension mannen vom Boden aus wahrscheinlich kaum vollständig erfassen konnte.

00:31:43: Und Yelling ist nicht das einzige Bauprojekt aus Haarals Regierungszeit bei dem diese Vorliebe für Planung und Geometrie sichtbar wird.

00:31:51: An mehreren Orten, denen Marx entstehen ungefähr zur selben Zeit monumentale Anlagen nach auffällig ähnlichen Prinzipien.

00:31:58: Perfekte Kreise werden in die Landschaft gelegt Gebäude werden nach standardisierten Grundrissen errichtet Straßen schneiden sich in rechten Winkeln Holz wird in Mengen verbaut Die eine Organisation voraussetzen, die weit über einen einzelnen lokalen Herren sitz hinausgeht.

00:32:14: Auf diese Ringborgen kommen wir gleich noch zurück Denn zunächst fehlt in Jeling noch etwas.

00:32:19: Harald hat die Landschaft verändert.

00:32:21: Er hat ältere Monumente in seiner Anlage einbezogen und neue daneben setzt, er hat gezeigt dass er Menschen und Ressourcen in einem gewaltigen Maßstab wehgen kann aber bisher hat er nicht erklärt was all das bedeuten

00:32:32: soll.

00:32:33: Das übernimmt Einstein Irgendwann.

00:32:40: um das Jahr neunhundertfünfundsechzig lässt Harald in Yelling einen gewaltig granitblock aufstellen rund zweieinhalb Meter hoch ungefähr zehn tonnen schwer.

00:32:49: Schon das unterscheidet ihn von dem kleineren Stein, den Gorm für Thürer errichten ließ.

00:32:54: Aber Haralds Monument soll nicht nur größer sein – es soll mehr erzählen!

00:33:00: Drei Seiten werden bearbeitet.

00:33:02: Auf einer stehen Runen auf den beiden anderen erscheinen Bilder Ein großes Tier umschlungen von einer Schlange und eine menschliche Gestalt mit ausgebreiteten Armen Christus.

00:33:14: Auch die Gestaltung der Inschrift unterscheidet sich von vielen Runenstein ihrer Zeit.

00:33:19: Die Zeilen laufen horizontal über den Stein, nicht in den üblichen Runen bändern.

00:33:24: Bild und Schrift greifen ineinander.

00:33:26: Vielleicht war die Oberfläche ursprünglich sogar farbig gefasst?

00:33:30: Runensteine der Wikingerzeit waren keineswegs zwangsläufig die grauen Monumente als die wir sie heute kennen!

00:33:35: Und inzwischen kennen wir sogar den Mann – Der Haralds Worte wahrscheinlich in den Steinschlug.

00:33:40: Raffnunge Tour.

00:33:42: Seine Namen haben wir schon bei Thürer gehört.

00:33:45: Die Analyse der Werkzeugspuren verbindet seine Arbeit am Läborgsstein mit Haralds Monument in Jelling.

00:33:50: Ausgerechnet der Stein, auf dem Harald seiner eigene Herrschaft für die Nachwelt festhalten ließ, führt uns damit wieder zurück zu seiner Mutter.

00:33:57: Was Raffnungen getue in den Granit schlägt ist erstaunlich knapp!

00:34:02: Harald lässt auf dem Stein den Namen seines Vaters einritzen, denen seiner Mutter dann seinen eigenen

00:34:07: – Harald.

00:34:08: Ein Sohn?

00:34:09: Ein Sieger?

00:34:10: Ein Bekehrer?

00:34:11: In wenigen Zeilen erklärt er, was von ihm bleiben soll.

00:34:15: König Harald ließ diese Denkmaler machen nach Gorm, seinem Vater und nach Thüra seiner Mutter jener Harald der sich ganz Dänemark und Norwegen gewann und die Dänen zu Christen machte.

00:34:27: Das ist keine Kronik.

00:34:29: Harald erzählt uns nicht wann etwas geschah.

00:34:32: Er nennt keine Schlachten, keine Gegner und keine Orte.

00:34:35: Er erklärt nicht wie er Dänemark gewannen oder welchen Teil Norwiggens er kontrollierte.

00:34:40: Nicht einmal die Christianisierung bekommt eine Geschichte.

00:34:43: Der Stein liefert Ergebnisse und jedes davon nützt dem Mann, dessen Name draufsteht.

00:34:49: Das beginnt schon mit Gorm und Thüra.

00:34:52: Harald präsentiert sich nicht einfach als König sondern als Teil einer Dynastie.

00:34:56: Sein Anspruch steht buchstäblich neben den Monumenten seiner Eltern.

00:35:00: das ist die erste Botschaft.

00:35:03: Dann kommt die zweite Harald habe sich ganz Dänemark gewonnen.

00:35:07: Das kleine Wort ganz ist dabei fast interessanter als Dänemark selbst, denn wie wir gesehen haben existiert der Name bereits auf Gormsstein.

00:35:15: Harald behauptet also nicht, Dänemark erfunden zu haben – er behaupted etwas anderes!

00:35:21: Dass er es vollständig unter seine Herrschaft gebracht habe….

00:35:23: was genau das bedeutet lässt sich nicht mehr

00:35:26: rekonstruieren.".

00:35:27: Vielleicht hatte Harald zuvor konkurrierende Herrscher besiegt?

00:35:30: Vielleicht hat er seiner Familie bereits einen Teil des Landes kontrolliert und Harald weiterte diesen Herrschaftsbereich aus.

00:35:36: Vielleicht beschreibt die Formulierung einen längeren Prozess, in dem regionale Machtzentren stärker an den König gebunden wurden.

00:35:43: Eine Landkarte mit einer sauber gezogenen Grenze bekommen wir nicht.

00:35:47: Aber wir haben etwas anderes – Bauwerke!

00:35:50: Und diese stehen nicht nur in Yelling.

00:35:53: Ungefähr gegen Ende von Haarheitsregierungszeit tauchen an mehreren Orten Dänemarkst-Anlagen auf, die so ähnlich konstruiert sind dass eine unabhängige Entstehung schwer vorstellbar ist.

00:36:06: Führcut bei Hobro, Drelleburg auf Seeland, Nonnebacken auf Fühnen und Borgring bei Kölge.

00:36:14: Heute werden sie als die Wikinger zeitlichen Ringborgen bezeichnet.

00:36:17: Ihre Grundidee ist auffällig konsequent – Kreisrunde Befestigungen, geometrisch geplante Innenräume, Tore nach festen Achsen und große Langhäuser, die nach ähnlichen Grundmustern angeordnet sind.

00:36:29: Die Anlagen entstehen innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums im späten zehnten Jahrhundert.

00:36:34: Hier improvisiert nicht jeder lokale Machthaber eine eigene Burg, hier wird ein System reproduziert.

00:36:40: Und dafür braucht es weit mehr als gute Zimmerleute.

00:36:43: Jemand muss festlegen wo diese Anlagen entstehen, jemand muss Arbeitskräfte organisieren und Baumaterial beschaffen.

00:36:49: Jemals muss überhaupt die Autorität besitzen solche Projekte an strategisch wichtigen Punkten des Landes durchzusetzen.

00:36:55: Das Nationalmuseum verbindet die Ringburgen deshalb mit einer zentralen Führung unter Harald.

00:37:00: Wozu sie konkret dienten ist weniger eindeutig.

00:37:04: Sie könnten bei inneren Machtkämpfen eine Rolle gespielt haben, gegen eine Betrohung aus dem ottonischen Reich gerichtet gewesen sein oder mit militärischen Unternehmungen über die Nordsee zusammenhängen.

00:37:13: Wahrscheinlich sollten wir uns da verhüten ihnen eine einzige Funktion zuzuschreiben.

00:37:18: Sicherer ist etwas anderes.

00:37:20: Innerhalb weniger Jahre konnte eine zentrale Macht an weit voneinander entfernten Orten nahezu standardisierte Großanlagen errichten lassen und Ringborgen sind nur ein Teil davon.

00:37:30: Auch das Dahnewerk wird unter Harald erheblich ausgebaut.

00:37:34: Die alte Befestigungsanlage an der südlichen Grenze Jütlands existiert schon Jahrhunderte vor ihm, aber während seiner Regierungszeit werden Teile davon massiv verstärkt und erweitert.

00:37:44: Wiener wird eine ältere Struktur übernommen und in ein größeres Herrschaftssystem eingebunden – noch eindrucksvoller ist ein Bauwerk nur ungefähr zehn Kilometer südlich von Gellingen!

00:37:54: In Raffeningenge durchquert das Teil der Weyyee ein feuchtes schwer passierbares Gelände.

00:38:00: Um ninehundert, neunundsiebzig oder neunhundertachzig entsteht hier eine Brücke.

00:38:05: Nicht irgendeine – sie ist ungefähr siebenhundertsechzig Meter lang und fünf Meter breit.

00:38:10: Für ihre Konstruktion werden rund eintausend zweihundert schwere Eichenfosten und etwa sechshundert Querstreben benötigt.

00:38:18: Das Nationalmuseum schätzt dass für das verbaute Holz einer Eichenwaldfläche von ungefähr dreihundertfünfzig Hektar gefällt werden musste.

00:38:26: Die Brücke konnte wahrscheinlich Lasten von mehreren Tonnen tragen.

00:38:30: Bäume müssen ausgewählt und gefällt werden.

00:38:32: Die Stämme müssen aus dem Wald herausgebracht werden, sie müssen bearbeitet und zum Baublaz transportiert werden.

00:38:37: Im sumfigen Untergrund müssen hunderte schwere Pfosten in regelmäßigen Abständen gesetzt werden.

00:38:43: Darüber entsteht eine Fahrbahn breit genug für Wagen- und Verkehr Und das alles geschieht um das Jahr neunhundertachzig.

00:38:49: Raffning Engel erzählt deshalb etwas Ähnliches wie Jelling und die Ringborgen.

00:38:53: Plötzlich bekommt der Satz auf einem Steinmateriales Gewicht.

00:38:56: Harald behauptet, sich ganz Dänemark gewonnen zu haben.

00:39:00: Gleichzeitig entstehen unter seiner Herrschaft standardisierte Befestigungen über das Land verteilt, dass Danewerk wird verstärkt, eine gewaltige Brücke wird errichtet und jährlich zu einem monumentalen Zentrum ausgebaut.

00:39:11: Das beweist nicht, dass jedes Gebiet zwischen Jütland, Fühnen, Seeland und Schonen auf dieselbe Weise von Harald kontrolliert wurde.

00:39:18: Es beweist auch nicht, da seine Zeitgenossen unter Dänemark exakt dasselbe verstanden wie wir Aber es zeigt einen Herrscher, der Ressourcen über erhebliche Entfernungen mobilisieren konnte.

00:39:29: Deshalb kann man Haraldsatz ernst nehmen ohne ihn einfach zu glauben.

00:39:32: Bei seinem nächsten Anspruch wird das schwieriger Denn Harald schreibt nicht nur dass er sich ganz Dänemark gewann Er fügt zwei weitere Worte hinzu Und Norwegen Auch.

00:39:43: dahinter steckt reale Politik.

00:39:45: Harald greift in die norwegischen Machtkämpfe seiner Zeit ein.

00:39:48: Besonders wichtig wird dabei Hakon Sigurzon Der sogenannte Ladejal.

00:39:54: Nach dem Tod seines Vaters sucht Harkon zeitweise Unterstützung bei Harald und kann mit denicher Hilfe nach Norwegen zurückkehren.

00:40:01: In den folgenden Jahren besitzt Harald offenbar erheblichen Einfluss auf Teile des Landes, aber Norwegen ist im zehnten Jahrhundert ebenso wenig ein moderner Fest um Ristner Nationalstaat wie Dänemark.

00:40:11: Regionale Herrscher und mächtige Familien konkurrieren miteinander Bündnisse verändern sich Und die Frage wer wem tatsächlich untersteht Kann sich innerhalb weniger Jahre verschieben.

00:40:21: Haralds Norwegen sollt mir deshalb nicht als dauerhafte Einkiederung eines geschlossenen Königreichs lesen.

00:40:27: Der Satz sagt uns vor allem, dass Harald diesen Anspruch

00:40:30: erhob.".

00:40:30: Das ist möglicherweise der Schlüssel zu diesem Stein!

00:40:33: Harald dokumentiert seine Herrschaft nicht aber er formuliert sie.

00:40:37: Er nennt seine Eltern und macht daraus Dynastie, nennt Dänemark und macht einen umfassenden Herrschaftsanspruch, nennte Norwegen und erweitert diesen Anspruch über das Meer.

00:40:46: Und dann setzt ja noch eine Behauptung daneben die größer ist als alle anderen Er behauptet, den Glauben seiner Menschen verändert zu haben.

00:40:53: Er habe die Dänen zu Christen gemacht!

00:40:58: In einem Land verändert man den Glauben von Menschen nicht ganz so schnell.

00:41:03: Als Sarah als seine Inschrift in Yelling aufstellen lässt ist das Christentum in Dänemark längst nichts Neues.

00:41:09: Händler, Reisende und Krieger bewegen sich seit Generationen zwischen Skandinavien- und christlich geprägten Regionen Europas.

00:41:15: Wenn nach England, Friesland oder in das Reich südlich der dänischen Grenze reist begegnet Kirchen, Briestern und christlichen Gemeinden.

00:41:23: Mit Waren und Silber gelangen auch Kreuze Bilder- und religiöse Vorstellungen nach Norden.

00:41:28: Und auch Dänische Könige hatten bereits lange vor Harald direkten Kontakt mit dem neuen Klauben.

00:41:33: Eines der deutlichsten Beispiele führt mehr als ein Jahrhundert zurück Im Jahr eighthundert sechsundzwanzig lässt sich der Däniche König Harald Clark in Mainz taufen.

00:41:43: Die Zeremonie findet unter dem Schutz Kaiser Ludwigs des Frommen statt.

00:41:46: Harald erhält Geschenke und wird Teil eines politischen Bündnisses, anschließend reist der Missionar Ansgar mit ihm nach Norden.

00:41:53: Diese Taufe macht Dänemark nicht christlich – sie zeigt viel mehr wie eng Religion und Politik schon damals miteinander verbunden sein können.

00:42:01: Ein Herrscher nimmt einen neuen Glauben an und gewinnt damit zugleich mächtige christliche Verbündete.

00:42:06: Mission folgt politische Beziehungen.

00:42:08: Politische Beziehungen öffnen wiederum Räume für Mission!

00:42:11: Ansgar's erster Versuch in Dänemark bleibt begrenzt.

00:42:14: Später gründet er eine Kirche im wichtigen Handelsplatz Hedeby und erhält die Erlaubnis, eine weitere Inriebe einzurichten.

00:42:21: Wie viele Menschen sich tatsächlich bekehren lassen können wir kaum bestimmen.

00:42:25: Sicher ist nur Jahrzehnte vor Harald Blauzahn gibt es christliche Gemeinden und christliche Missionen im dänischen Raum.

00:42:31: Wahrscheinlich ist die Grenze zwischen beiden Religionen im Alltag ohnehin weniger sauber als es spätere Erzählungen erscheinen lassen.

00:42:39: Ein Mensch muss nicht an einem Morgen Tor verehren und am Abend sämtliche alten Vorstellungen abgelegt haben.

00:42:46: Archaeologische Funde zeigen, dass christliche und vorchristliche Symbole zeitweise nebeneinander existieren.

00:42:51: Besonders bekannt sind Gussformen in denen sowohl christliche Kreuzer als auch Torshemmer hergestellt werden konnten – ob dahinter religiöse Offenheit, pragmatischer Handwerker oder schlicht unterschiedliche Kundschaftstecken lässt sich nicht entscheiden!

00:43:05: Aber die Objekte passen schlecht zu der Vorstellung, zweier vollständig voneinander getrennter Welten.

00:43:11: Auch die Bekehrung eines Herrschers bedeutet nicht automatisch die Beklärung seiner Untertanen.

00:43:16: Relikion steckt in Bestattungen, Festen, Schwüren und Vorstellungen davon was nach dem Tod geschieht.

00:43:22: Die stecken in familiären Traditionen und lokalen Kulturen.

00:43:25: Solche Dinge verschwinden nicht weil ein König eine Entscheidung trifft.

00:43:28: Was Harald tut ist trotzdem einen Einschnitt!

00:43:32: Denn unter ihm wird aus einer Relikion, die in Dänemark bereits präsent ist eine Relikon zu der sich der König öffentlich bekennt.

00:43:38: Und dafür will Harald ausgerechnet Jelling.

00:43:41: Das ist bemerkenswert wenn man sich noch einmal vor Augen führt was dieser Ort bereits enthält Eine Landschaft in der Erinnerung an die Dynastie mit Formen verbunden ist Die aus einer vorkristlichen Welt stammt.

00:43:52: Harald reißt diese Landschaft nicht ab ersetzt Christus mitten hinein.

00:43:57: Auf einer Seite seines großen Jellingsteines erscheint die Figur eines Mannes.

00:44:01: Die Arme sind ausgebreitet, der Körper wird von ornamentalen Ranken umschlungen.

00:44:05: Es ist eine Christusdarstellung und die älteste erhaltene monumentale Darstellung Christi im Skandinavien.

00:44:12: aber es ist kein Christus wie ihn die meisten von uns aus späteren Kirchen kennen.

00:44:16: Kein Kreuz ist zu sehen keine Nägel kein Blut!

00:44:19: Der Körper steht aufrecht zwischen den Ranken die Arme weit geöffnet.

00:44:24: Die Bildsprache verbindet das neue christliche Motiv mit Formen die den Menschen in Haralds Welt vertraut gewesen sein dürften.

00:44:32: Das allein macht den Stein außergewöhnlich.

00:44:34: Noch stärker wird es durch den Ort, an dem er steht!

00:44:37: Zwischen den Hügeln erscheint ein neuer Gott – nicht irgendwo außerhalb des alten Zentrums, nicht in einer neuen Stadt die mit der Vergangenheit nichts zu tun hat.

00:44:45: Christus wird dort gezeigt wo Gorm und Thürer bereits Teil der Landschaft geworden sind.

00:44:50: Harald ersetzt die Geschichte seiner Familie nicht sondern schreibt eine neue Schicht darüber.

00:44:55: In Jelling liegen vorchristliche und christliche Herrschaft nicht sauber hintereinander.

00:44:59: Sie befinden sich am selben Ort.

00:45:00: Das alte Monument bleibt stehen und der neue Stein kommt dazu.

00:45:05: Der König, der seine Legitimität aus Vater- und Mutter ableitet, erklärt zugleich das unter ihm etwas Grundsätzlich Neues begonnen habe – für Harald ist diese Verbindung auch politisch von Bedeutung.

00:45:17: Südlich seines Reiches herrscht Otto I., seit neunhundertzechzig Römischer Kaiser.

00:45:22: Sein Reich versteht sich ausdrücklich christlich Und kirchliche Strukturen reichen bereits in den Grenzraum zu Dänemark.

00:45:29: Die Bistümer Schleswig, Riebe und Ahus werden im zehnten Jahrhundert fassbar.

00:45:35: Wie unmittelbar der politische Druck aus dem ottonischen Reich Haralds eigene Taufe beeinflusst hat ist umstritten!

00:45:42: Eine einfache Geschichte nach der der Deutsche Kaiser den heidnischen Dänenkönig zur Christianisierung zwingt lässt sich aus den Quellen nicht machen.

00:45:49: Aber Harald reagiert nicht in einem religiösen Vakuum.

00:45:52: Ein christlicher König kann mit den christlichen Herrschern Europas auf einer anderen Grundlage verhandeln als ein heidlicher.

00:45:59: Das Christentum bringt zudem eine kirchliche Organisation mit sich, Schriftlichkeit und internationale Netzwerke.

00:46:06: Für einen Herrscher der seine Macht über größere Gebiete festigen will kann das durchaus attraktiv sein!

00:46:11: Nur wissen wir nicht ob Harald deshalb Christ wurde?

00:46:14: Wir wissen generell erstaunlich wenig darüber wie er Christ wurde denn Harald selbst verrät es uns nicht.

00:46:20: Andere wollten später sehr viel genauer wissen wie es dazu gekommen war.

00:46:24: Eine der ältesten dieser Geschichten darüber beginnt nicht mit einer Predigt.

00:46:28: Die beginnt mit einem Stück Eisen.

00:46:32: Irgendwann während der Regierungszeit Haralds soll ein geistlicher Namens Popo am Hof des Königs erschienen sein.

00:46:39: Dort, so erzählt es der sächsische Mönch Widokind von Corway wird über Götter gestritten.

00:46:45: Die denen erkennen Christus durchaus als Gott an aber eben nur als einen unter mehreren.

00:46:51: Tor.

00:46:51: Odin und die anderen Mächte ihrer alten Religion seien ebenfalls Göttern und manche von ihnen sogar größer und stärker.

00:46:59: Poppo widerspricht.

00:47:01: Es gebe nur einen wahren Gott, sagt er den Vater und seinen Sohn Jesus Christus – die anderen seien keine Götter sondern Dämonen!

00:47:10: Damit steht nicht mehr nur die Frage im Raum welcher Klaube der Richtige ist.

00:47:13: Poppo hat die Mächte auf denen die religiöse Ordnung seiner Zuhörer beruht für falsch erklärt.

00:47:19: Und in einer Welt in der Wahrheit nicht ausschließlich durch Argumente entscheiden werden muss gibt es Möglichkeiten einen solchen Streit auf andere Weise zu beenden….

00:47:27: Man kann Gott selbst urteilen lassen.

00:47:30: Popo soll beweisen, dass der Gott von dem er spricht tatsächlich mächtiger ist.

00:47:35: Am folgenden Tag wird ein schweres Stück Eisen ins Feuer gelegt – man erhitzt es bis es glüht!

00:47:41: Popo solle's mit bloßer Hand tragen nicht kurz berühren und nicht darüber hinweggehen.

00:47:46: Er muss das heiße Metall in der Hand halten und soweit tragen wie es das Gottesurteil verlangt.

00:47:50: Wenn sein Gott wirklich auf seiner Seite steht würde er ihn schützen.

00:47:55: Popoo nimmt das Eisen.

00:47:57: Was Widokind anschließend beschreibt, ist kein innerer Klaubensmoment und keine Vision.

00:48:02: Der Beweis soll sichtbar sein!

00:48:04: Nachdem Poppo das Eisen getragen hat zeigt er seine Hand vor – die Haut schreibt Widokint sei unverletzt.

00:48:10: Damit ist das Urteil gefallen.

00:48:13: Harald erkennt Christus als den einzigen Gott an und beschließt ihn allein zu verehren.

00:48:19: Seinen Untertan befiehlt er, die alten Götter zurückzuweisen.

00:48:22: Poppo wiederum wird für seine Tat zum Bischof erhoben.

00:48:26: So erzählt Widokind von Korwei die Bekehrung Haralds.

00:48:29: Und ungewöhnlicherweise schreibt hier niemand, der erst Jahrhunderte später versucht, die Lücken der Wikinger Zeit mit einer guten Geschichte zu füllen.

00:48:37: WidokIND beendet seine Sachsen-Geschichte in ihrer letzten Fassung um neunhundertdreiundsebzig!

00:48:42: Er ist damit ein zeitgenosser Haraldes – bei der Darstellung entsteht nur wenige Jahre nach der Zeit, in die gewöhnlich auch Haraldstaufe und der große Jellingstein eingeordnet werden.

00:48:52: Das macht eine Geschichte zu einer außerordentlich wichtigen Quelle Das glühende Eisen aber nicht automatisch zu einem historischen Ereignis.

00:49:00: Widokind ist Mönch im Kloster Korvai, er schreibt über die Herrschaft der sächsischen Könige Heinrich I und Otto I und betrachtet die Welt aus einem christlichen Umfeld in dem solche Bekehrungsgeschichten eine klare Bedeutung besitzen.

00:49:13: Ein heidnicher Herrscher zweifelt ein christlicher Glaubenszeuge stellt sich einer Prüfung.

00:49:18: Gott greift ein und der König erkennt die Wahrheit des Christentums.

00:49:25: Es ist eine Erzählung darüber, wie christliche Wahrheit sichtbar wird.

00:49:29: Auch das Gottesurteil selbst wäre für Widokins Publikum nichts Grundsätzlich Fremdes gewesen.

00:49:35: Die Vorstellung Gott könne in einer körperlichen Prüfung Wahrheit oder Unschuld offenbaren gehört zur mittelalterlichen Rechts- und Glaubenswelt.

00:49:43: Das Popo ein glühendes Eisen trägt funktioniert deshalb innerhalb seiner Erzählungen als Beweis Gott schützt seinen Diener also ist Popos Behauptungen wahr.

00:49:53: Mehr als zweihundert Jahre später erzielt Saxo, Kramatikus ebenfalls von Poppo und Harald.

00:49:59: Andere mittelalterliche Autoren kennen Varianten der Bekehrung – und in der Kirche von Tamdrup in Jütland entstehen im frühen dreizehnten Jahrhundert vergoldete Kupferplatten auf denen die Geschichte sogar als Bildfolge erscheint.

00:50:11: Eine Szene zeigt Poppo beim Gottesurteilen mit dem Erhitzen Eisen eine weitere Harals Taufe.

00:50:17: Aus einem Bericht des zehnten Jahreshunderts ist inzwischen eine Gründungserzählung des christlichen Dänemark geworden Nur erzielen die Quellen nicht alle dieselbe Geschichte.

00:50:26: Bei Widokind steht das Wunder im Mittelpunkt, andere Überlieferungen bringen Haralds Bekehrung stärker mit politischen und militärischen Auseinandersetzungen mit dem autonischen Reich in Verbindung.

00:50:36: Gerade deshalb wäre es verführerig, Poppus Glühnes Eisen einfach durch eine nüchterne Erklärung zu ersetzen.

00:50:41: Harald sei Christ geworden weil es politisch opportun war – aber auch das wissen wir nicht!

00:50:47: Was wir sicher ergreifen können ist das Ergebnis.

00:50:50: In den neunhundertsechziger Jahren präsentiert Harald sich öffentlich als christlicher König.

00:50:55: Auf seinem Monument in Jelling erscheint Christus und Harald beansprucht die Christianisierung der Dänen, als Teil deiner eigenen Herrschaftsleistung.

00:51:02: Das Wunder erklärt diesen Wandel nicht.

00:51:04: Es zeigt uns etwas anderes Wie man sich diesem Wandel bereits zu Harald's eigener Zeit erzählte.

00:51:10: Das ist fast eben so interessant Denn auf dem Jellingstein spricht Harald selbst Und macht aus Christianisierung eine Tat des Königs.

00:51:17: Bei Widokind spricht ein christlicher Mönch und macht daraus einen Sieg Gottes.

00:51:21: Zwei Quellen aus nahezu derselben Zeit, zwei Versionen davon wer hier eigentlich wen bekehrt hat.

00:51:28: In Yelling selbst könnte dieser Wandel eine sehr viel handfestere Spur hinterlassen haben denn unter den Monumenten des Ortes finden sich zwei Gräber die seit Jahrzehnten eine verführerische Frage aufwerfen Hat Harald nach seiner eigenen Bekehrung auch seinen bereits verstorbenen Vater in die neue Religion hinüber geholt?

00:51:47: Die Geschichte beginnt wieder im Nordhügel.

00:51:49: Seine hölzerne Grabkammer wurde im Winter an neunhundertfünfzig auf neunhunterneinundfünftig errichtet, also ungefähr zu der Zeit in der auch Gorm gestorben sein dürfte.

00:51:58: Deshalb lag es lange nahe den Hügel mit ihm zu verbinden.

00:52:01: Für einen König seiner Stellung wäre die monumentale Bestattung durchaus angemessen gewesen und auch die erhaltenen Reste der Grabausstattung sprechen dafür dass ja jemand aus der gesellschaftlichen Spitze beigesetzt

00:52:11: wurde.

00:52:12: Einen Namen hat man allerdings nie gefunden.

00:52:15: Noch merkwürdiger ist etwas anderes.

00:52:17: Die Grabkammer blieb nicht lange unberührt, bereits am zehnten Jahrhundert wurde ein Schacht in den Hügel gegraben und die Kammer wieder geöffnet.

00:52:24: Dabei verschwanden große Teile ihres Inhalts – und offenbar auch der Leichnamen!

00:52:28: Das geschah wahrscheinlich so bald nach der ursprünglichen Bestattung dass die Menschen, die den Hülgel öffneten noch gewusst haben dürften wer dort lag.

00:52:36: Gerade deshalb wurde schon früh vermutet das es hier nicht um gewöhnlichen Grabraub ging.

00:52:41: Wenige Meter entfernt fand man unter der heutigen Kirche von Gelling ein zweites Grab.

00:52:46: Dort war ein Mann bestattet worden, etwa thirty- bis fünftig Jahre alt und ungefähr einen Meter siebzig groß.

00:52:52: Von seiner Ausstattung hatten sich u.a.

00:52:54: feine Goldfäden und aufwendig gearbeitete Beschläge erhalten.

00:52:58: Auch hier spricht vieles dafür dass wir es mit einer Person von außergewöhnlich hohem Rang zu tun haben.

00:53:04: Anders als die Bestattung im Nordhügel lag dieses Grab jedoch in einem Kontext der mit dem christlichen Gelling verbunden wurde.

00:53:10: Damit ergab sich eine Rekonstruktion, die lange ausgesprochen plausibel

00:53:14: wirkte.

00:53:15: Gorm stirbt um neunhundertundfünfzig und wird zunächst im Nordhügel bestattet.

00:53:21: Einige Jahre später lässt sich Harald taufen und macht je zu einem Zentrum seiner neuen christlichen Herrschaft.

00:53:27: In diesem Zusammenhang lässt er das Grab seines Vaters öffnen, die sterblichen Überreste herausnehmen und wenige Meter weiter erneut bestatten – nun an einem christlichen Ort!

00:53:37: Aus dem Halt nicht bestatteten König Gorm wäre damit nach seinem Tod der Vater eines christlichen Königshauses geworden.

00:53:43: Gerade weil diese Vorstellungen so gut zu allem passt, was wir bislang über Harald gesehen haben ist vorsichtnötig!

00:53:49: Er übernimmt ältere Monumente und ordnet sie neu, stellt Christus zwischen die Zeugnisse seiner Dynastie und verbindet auf seinem Runenstein ausdrücklich seine Eltern mit seiner eigenen christlichen Herrschaft.

00:53:59: Eine Umbetung Gorms würde sich beinahezu perfekt in dieses Muster einfügen.

00:54:04: Nur besitzen wir keinen Beleg, der den Mann unter der Kirche tatsächlich als Gorm identifiziert.

00:54:09: Auch die archäologische Situation unter der Kürche ist komplizierter geworden.

00:54:14: Bei früheren Ausgrabungen fand man dort Pfostenspuren mehrerer ältere Holzbauten und deutete sie lange als aufeinander folgende Kirchen bauten – das wäre eine klare Entwicklung!

00:54:25: Auf das vorchristliche Jelling folgte Unterharald das christliche Zentrum in dessen Kirche schließlich auch Gorm seine neue Ruhestätte erhielt.

00:54:33: Neuere Untersuchungen stellen diese Abfolge zumindest teilweise in Frage.

00:54:36: Einige der Strukturen könnten keine Kirchen, sondern großer Hallen gewesen sein.

00:54:40: Damit wird unsicher wann genau an dieser Stelle tatsächlich ein Kirchenbaustand und in welchem Verhältnis das Grab zu ihm ursprünglich angelegt wurde?

00:54:49: Auch der Nordhügel löst das Problem nicht!

00:54:51: Dass dort eine hochrangige Person bestattet wurde steht außer Frage.

00:54:55: Wer diese Person war dagegen schon Gorm bleibt ein naheliegender Kandidat Doch auch Thürer wurde mit dem Grab in Verbindung gebracht.

00:55:03: Seit die neue Ruhnenforschung deutlicher zeigt, welche außergewöhnliche Stellung sie möglicherweise innerhalb der Jelling-Dynastie besaß, lässt sich ihre Bedeutung ohnehin nicht mehr so einfach auf die Rolle der Königsgemalen reduzieren.

00:55:14: Damit bleibt von der alten Umbettungsgeschichte ein bemerkenswertes Geflecht aus Indizien.

00:55:19: Wir haben einen monumentalen Grabhügel, der ungefähr zur Zeit von Gormstod angelegt wird und dessen Grabkammer wenig später wieder geöffnet wurde.

00:55:27: Wir haben einen verschwundenen Leichnam und nur wenige Meter entfernt, die Bestattung eines hochrangigen Mannes an einem Ort der schließlich zum christlichen Zentrum Jellings wird.

00:55:36: Und wir haben mit Harald einen Herrscher, der genau in dieser Zeit seine Dynastie, seinen Glauben und die Monumentallandschaft von Jelling neu miteinander verbindet.

00:55:45: Es ist also durchaus möglich dass beide Gräber Teile derselben Geschichte sind und Harald seinen Vater tatsächlich umbetten ließ.

00:55:52: Nur können wir diese Geschichte nicht so sicher erzählen wie sie lange erzählt wurde?

00:55:56: Zwischen dem leeren Grab im Hügel und dem Mann unter der Kirche fehlt noch immer genau das eine Beweistück, dass aus einer überzeugenden Redkonstruktion historische Gewissheit machen würde.

00:56:06: Ein Name!

00:56:07: Das wirkt bezeichnend für Yelling.

00:56:10: Arald hat hier mit gewaltigem Aufwand versucht seine Herrschaft eine dauerhafte Form zu geben – und trotzdem bleiben unter dieser scheinbaren Ordnung erstaunlich viele Fragen offen.

00:56:20: Das betrifft die Toten unter seinen Monumenten genauso wie den weiteren Verlauf seiner eigenen

00:56:25: Herrschaft.".

00:56:26: Denn während Hügel, Stein und Palisade Stärke demonstrieren beginnt Haralds politische Ordnung gegen Ende seines Lebens zu zerbrechen.

00:56:33: Und der Gegnern, der ihm schließlich gefährlicher wird als die Herrscher südlich seiner Grenze kommt aus der eigenen Familie.

00:56:41: Sein Name ist Sven später bekannt als Sven Gabelbad und er isst Harals Sohn.

00:56:48: Über das Verhältnis der beiden wissen wir relativ wenig.

00:56:51: Vor allem die genauen Ursachen ihres Konflikts bleiben unsicher.

00:56:54: Spätere Chronisten liefern dafür unterschiedliche Erklärungen, religiöse ebenso wie persönliche und politische.

00:57:01: Sicher ist das der Machtkampf gegen Ende von Haralds Regierungszeit eskaliert und schließlich in einen offenen Aufstand gegen den König mündet.

00:57:09: Das ist bemerkenswert weil Harald zu diesem Zeitpunkt auf eine Jahrzehnte lange Herrschaft zurückblickt.

00:57:16: Er hat Yelling monumental ausgebaut, seine Macht über große Teile Dänemax gefestigt in norwegen eingegriffen Befestigungen errichten und Infrastruktur bauen lassen.

00:57:26: Er hat sich zum Christentum bekannt und diesen Wandel auf seinem Rundstein als eigene Leistung verewigt.

00:57:31: Wenn wir nur die Monamente betrachten begegnet uns ein König auf dem Höhepunkt seiner Möglichkeiten.

00:57:37: Doch Monomente erzählen immer nur den Zustand, den jemand festhalten wollte.

00:57:41: Die politische Wirklichkeit bleibt beweglich.

00:57:44: In den neunhundertachtziger Jahren gerät Haralds Herrschaft unter Druck.

00:57:47: Das Verhältnis zu Sven bricht endgültig auseinander und aus dem Konflikt wird ein Kampf um die Königsmacht.

00:57:53: Was genau dabei geschieht, lässt sich nur schwer rekonstruieren weil unsere ausführlicheren Berichte wiederum aus späterer Zeit stammen und sich in wesentlichen Punkten widersprechen.

00:58:02: Adam von Bremen der im elften Jahrhundert schreibt zeichnet Sven ausgesprochen negativ und macht aus dem konflikt zugleich eine religiöse Geschichte.

00:58:11: Der christliche Harald wird von seinem heidnischen Sohn gestürzt.

00:58:14: Andere Überlieferungen erzählen den Machtkampf anders, schon daran lässt sich erkennen wie schnell auch Harals Ende für spätere Autoren zu etwas wird das mehr erklären soll als nur einen dynastischen Bürgerkrieg.

00:58:26: Das Sven gegen seinen Vater rebelliert und sich am Ende durchsetzt gilt jedoch als historischer Kern der Überlieführung.

00:58:32: Für Harald bedeutet die Niederlage den Verlust jener Herrschaft deren Größe er in Yelling hatte verkünden lassen.

00:58:38: Er muss Dänemark verlassen und flieht an die südliche Ostseeküste, in ein Gebiet das die mittelalterliche Quellen als Land der Wenden bezeichnet.

00:58:46: Beufig wird dabei Jomsborg

00:58:48: genannt –

00:58:48: jener halb historische halbsagenhafte Stützpunkt, der später vor allem durch die Geschichte über die Jomsvikinger berühmt wird.

00:58:55: Wo genau Jomsburg lag

00:58:57: und wie

00:58:57: viel von den späteren Erzählungen über diesen Ort historisch greifbar ist gehört allerdings zu den großen Streitfragen der Wikinger Forschung.

00:59:04: Für Haralds letzte Tage sollten wir deshalb bei dem bleiben, was sich vorsichtiger sagen lässt.

00:59:10: Er stirbt außerhalb Dana-Marx wahrscheinlich um neunhundertseinhalbzig nachdem sein eigener Sohn ihn aus dem Zentrum seiner Macht verdrängt hat.

00:59:18: Selbst die Umstände seines Todes werden von den Quellen unterschiedlich ausgeschmückt.

00:59:23: Spätere Autorinnen erzählen von einer Verbundung im Kampf gegen Sven – teilweise sogar von einem tödlichen Pfeilschuss!

00:59:29: Je weiter wir uns von Harald's eigenen Monumenten entfernen.

00:59:32: Dass du dichter wird das Gestrüpp aus Kronik politischer Deutung und späterer Sage.

00:59:37: Sicher genug ist vor allem das Ergebnis, Harald kehrt nicht als König nach Jenning

00:59:41: zurück.".

00:59:42: Sven übernimmt die Herrschaft Und ausgerechnet Sven wird anschließend eine Entwicklung fortsetzen, die zeigt wie wenig sich Geschichte an die sauberen Gegensätze ihrer Chronisten hält.

00:59:53: Der Sohn den Adam von Bremen als Gegner des christlichen Haralds zeichnet regiert keineswegs einfach als Restaurator der alten Religion.

01:00:01: Unter Sven bleibt das Christentum bestehen und bereitet sich weiter aus.

01:00:06: Gleichzeitig richtet sich der Blick der dänischen Könige wieder stärker über die Nordsee.

01:00:11: Sven wird stieflich England erobern, den angelsächsigen König Effelred II.

01:00:15: vertreiben.

01:00:16: Am fünfundzwanzigsten Dezember Jahrtausenddreizehn wird Sven zum König von England erklärt, stirbt allerdings kurz vor seiner geplanten Krönung am dritten Februar Tausendviertzehn.

01:00:27: Sein Sohn Knut wird im Danellag als König ausgerufen.

01:00:31: Knut stirbt, Tausendfünfunddreißig.

01:00:33: Exakt ein Jahrhundert bevor jene Regierungszeit beginnt in die William of Newberg später die Geschichte der Grünen Kinder von Willpitt einordnet – von denen wir euch in Folge neunund dreißig erzählt haben.

01:00:44: Zurück zu Harald.

01:00:46: Dessen Niederlage beendet also weder seine Dynastie noch die Entwicklung, die während seiner Regierungszeitsichtbar geworden ist.

01:00:53: Die zeigt viel mehr wie wenig selbst ein mächtiger König kontrollieren kann was aus seinen politischen Projekten wird.

01:00:59: Das gilt auch für Yelling.

01:01:00: Die große Palisade verschwindet, die Hallen verschwinden.

01:01:04: Die Ringburgen werden nur kurze Zeit genutzt.

01:01:07: Die gewaltige Brücke von Raffning-Engel überdauert ebenfalls nicht als funktionierendes Bauwerk.

01:01:12: Holz verfault!

01:01:13: Politische Zentren verlagern sich, Grenzen verändern sich und aus dem Reich das Harald zu Orten versucht hat entsteht etwas dessen weitere Geschichte er nicht mehr erlebt.

01:01:23: Was bleibt ist eine merkwürdige Bilanz.

01:01:26: Harald lässt einer Landschaft umgestalten Er lässt einen Hügel aufschütten, der noch tausend Jahre später über Jelling steht.

01:01:32: Er setzt einen Ruhestein, auf dem er seine Eltern seiner Eroberung und die Christianisierung der Dänen in wenigen Zeilen miteinander verbindet.

01:01:40: Er baut für eine Zukunft, in der niemand vergessen soll wer hier geherrscht hat.

01:01:45: Und dann verliert er die Herrschaft noch zu seinen Lebzeiten – nur der Stein bleibt!

01:01:49: Mehr als tausende Jahre später stehen Menschen noch immer davor und lesen die Geschichte, die Harald über sich selbst erzählen ließ.

01:01:56: In diesem Sinne hat er den letzten Machtkampf vielleicht doch gewonnen.

01:02:00: Nicht gegen Sven Gabelbad und nicht um den dänischen Thron, sondern gegen etwas das für jeden Herrscher am Ende mächtiger ist als ein rebellischer Sohn – das vergessen!

01:02:10: Nur konnte selbst Harald nicht vorhersehen welchen Weg sein Name danach noch nehmen würde denn irgendwann verschwindet der König aus der Gegenwart und wird Geschichte.

01:02:18: Aus Geschichte wird Mittelalter, aus Harald wird Blauzahn.

01:02:22: Jahrhunderte vergehen, bis dieser Nahmann einem Ort wieder auftaucht der mit Jellingen, Ruhlensteinen und Wikinger-Königen eigentlich überhaupt nichts zu tun hat.

01:02:30: In den neunzehntneinziger Jahren sitzen Ingenieure aus der Computer- und Mobilfunkindustrie zusammen und suchen nach einer Möglichkeit unterschiedliche Geräte miteinander sprechen zu lassen.

01:02:39: Das Projekt braucht einen Namen Und irgendjemand erinnert sich an einen dänischen König, der vor tausend Jahren angeblich etwas ganz Ähnliches getan hat Dinge miteinander verbinden Warum heute Milliardengeräte auf der ganzen Welt den Namen eines gestürzten Königs aus Yelling tragen und warum sogar das Symbol auf unseren Displays noch seine Initialien erhält, das erzielt euch jetzt schwer.

01:03:22: Das Problem liegt damit ziemlich offen auf dem Tisch.

01:03:26: Wenn am Ende jeder Hersteller seinen eigenen Standard durchsetzt, können die Geräte zwar drahtlos kommunizieren aber womöglich nur mit Geräten aus der eigenen technischen Welt.

01:03:38: Intel, Ericsson und Nokia beginnen deshalb über einen gemeinsamen Standard zu sprechen – und einer der Männern, die daran beteiligt sind ist der Intel-Engineur Jim Cardek.

01:03:49: Die Geschichte des Namens führt allerdings zunächst nach Toronto.

01:03:53: Im Sommer nineteenundseixundneinzig reist Kardec gemeinsam mit dem Ericsson-Ingenieur Sven Madison zu einem Treffen der Home RF Gruppe.

01:04:03: Beide wollen ihre Vorstellung für eine gemeinsame Funktechnik präsentieren, besonders erfolgreich läuft das jedoch nicht!

01:04:10: Ihr Vorschlag findet nicht die erhoffte Unterstützung und anschließend machen sie beiden etwas dass für die Geschichte moderner Funktechnik überraschen folgenreich wird.

01:04:20: Sie gehen zusammen etwas trinken.

01:04:23: Kardec interessiert sich für Geschichte, Madison erzählt ihm an diesem Abend von einem historischen Roman den er gelesen hat.

01:04:30: Friends G. Benson – Die Abenteuer des Rödeohrm im Englischen The Longships.

01:04:36: Darin taucht auch ein dänischer König auf dessen Name Kardek hängen bleibt Harald Blauzahn oder am Englisch Harold Bluetooth.

01:04:45: Zurück zu Hause stößt Kardec in einem eigenen Buch über die Wikinger «Anoid of Herald» und den großen Jellingstein.

01:04:53: Und jetzt bekommt der Name plötzlich eine zweite Bedeutung.

01:04:56: Intel, Ericsson und Nokia versuchen gerade unterschiedliche technische Welten miteinander zu verbinden.

01:05:03: Harald oder Harold – wiederum gilt in der vereinfachten historischen Erzählung als der König der Dänemark Einte und seine Herrschaft bis nach Norwegen ausdiente.

01:05:14: Bluetooth wäre dafür ein ziemlich guter Codename.

01:05:18: Und zunächst wirklich nur einen Codenamen!

01:05:21: Denn niemand sitzt in diesem Meeting und entscheidet feierlich, dass Menschen jahrzehnt später in Zügen verzweifelt versuchen sollen ihre Kopfführer mit einem Gerät namens Bluetooth zu koppeln.

01:05:34: Für die Markteinführung sind andere Namen vorgesehen.

01:05:37: Eine davon lautet RadioWire – ein anderer PAN kurz für Personal Area Networking.

01:05:44: Bluetooth soll wieder verschwinden.

01:05:46: Dann scheitert Radio Wire daran, dass sich die markenrechtliche Situation nicht schnell gelugt klären lässt.

01:05:53: PAN ist zwar verständlich aber als Begriff bereits so weit verbreitet das es sich kaum als eigene Marke schützen lässt.

01:06:02: Für die bevorstehende Produkteinführung braucht man trotzdem einen Namen also bleibt der Code-Name Bluetooth.

01:06:09: Damit beginnt eine ziemlich seltsame Form historischer Erinnerungen Denn die Technik hat mit Harald selbstverständlich rein gar nix zu tun.

01:06:17: Kein Detail des Funkstandards geht auf das zehnte Jahrhundert zurück, was übernommen wird ist lediglich eine moderne Vorstellung von diesem König – Harald als der Mann der Getrenntes miteinander verbindet!

01:06:30: Das ist ausgerechnet nach allem, was wir gerade über den Hellenstein gehört haben ziemlich passend.

01:06:36: Denn auch die Ingenieure in der Neunzent neunziger Jahre begegnen nicht einfach dem historischen Harald.

01:06:42: Sie begegnen einer Geschichte über

01:06:44: Harald.

01:06:45: Aus einem komplizierten Herrschaftsanspruch wird eine griffige Idee, der Einiger und diese Idee lässt sich so leicht übertragen dass aus dem dänischen König plötzlich eine Metapher für drahtlose Kommunikation wird.

01:07:01: Die Verbindung zum zehnten Jahrhundert steigt heute sogar an einer Stelle die wir ständig sehen und wahrscheinlich kaum wahrnehmen Im Bluetooth-Logo.

01:07:10: Das kantige Zeichen ist keine beliebige futuristische Grafik.

01:07:15: Es besteht aus zwei miteinander verschmolzenden Runen des jüngeren Futtag, Hagal für H und Bjakan für B. Zusammen ergeben sie Haralds Initialien h und b, Harald Bluetooth.

01:07:29: Damit tragen Smartphones, Computer, Autos, Lautsprecher- und Kopfhörer heute ein kleines Runenmonogramm eines Königs der vor mehr als tausend Jahren in Yelling seinen Namen, in einen Granitblock schlagen ließ.

01:07:43: Nur gibt es bei dieser erstaunlich sauberen Geschichte ein Haken.

01:07:47: Blauzahn hieß zu Lebzeiten sehr wahrscheinlich überhaupt nicht Blauzahnen!

01:07:52: Haralds Beiname Blotant ist nicht auf seinem Yellingstein überliefert und auch sonst nicht aus seiner eigenen Zeit belegt.

01:07:59: Die frühste bekannte schriftliche Überlieferung stammt erst aus dem zwölften Jahrhundert – ungefähr hundredfünfzig Jahre nach seinem Tod.

01:08:08: Warum dieser Beinahme an ihm hängen blieb, wissen wir ebenfalls nicht sicher.

01:08:13: Die bekannte Erklärung lautet Harald habe einen auffällig dunklen oder verfärbten Zahn gehabt.

01:08:19: Möglich ist das!

01:08:20: Beweisen können wir es jedoch

01:08:22: nicht.".

01:08:23: So schließt sich ein merkwürdiger Kreis.

01:08:26: Harald selbst investiert enorme Ressourcen in die Frage wie er erinnert werden soll?

01:08:32: Er lässt ein Stein errichten und schreibt darauf seine eigene Version Sohn von Gorm und Thürer, Herrscher über Dänemark und Norwegen.

01:08:40: Christianisierer der Dänen.

01:08:42: Diese Botschaft überlebt tatsächlich mehr als tausend Jahre.

01:08:47: Doch als die moderne Welt seinen Namen schließlich millionenfach verbreitet, sucht sie sich ausgerechnet etwas anderes aus.

01:08:54: Ein Beinamen den Harad selbst wahrscheinlich nie in Steinschlagen ließ – eine spätere Überlieferung deren Ursprung wir nicht mehr erklären können!

01:09:03: und eine stark vereinfachte Vorstellung von ihm als großem Verbinder, die gut genug klingt um daraus eine Technologiemeter vorzumachen.

01:09:11: Man kann sehr gut planen was die Nachwelt über einen wissen soll.

01:09:15: Harald hat das in Yelling mit einem Aufwand getan den kaum ein anderer Herrscher seiner Zeit betreiben konnte.

01:09:22: Und woran sich die Nachwelt am Ende erinnert entscheidet sie selbst und manchmal entscheidet es sich für einen Zahn.

01:09:32: Ja zum Glück

01:09:33: ... hat mein Bluetooth-Mikrofon

01:09:35: durchgeheischt.

01:09:37: Also ich habe

01:09:39: bei der Recherche für Dänemarkfälle

01:09:41: oder Dänemarkthemen...

01:09:43: Mir war nicht so bewusst,

01:09:44: also ich wusste irgendwie dass es das gab.

01:09:47: Ich hab das nie so im Hinterkopf immer gespeichert

01:09:49: als Party Fun Fact.

01:09:50: und dann habe ich beim recherchieren gemerkt... Oh!

01:09:54: Harald Blauzahn, oh Jelling da sind wir doch auch noch

01:09:56: bei unserem Hof.

01:09:57: Ach cool, lass uns mal hinfahren, lass die Dinger mal angucken.

01:09:59: Ja, das hat sich irgendwie so ergeben.

01:10:02: Das war dann diese Story mit Bluthoof und Harald Blau zahnt, die auch echt spannend es eigentlich so machen konnte.

01:10:10: Wusstest du das?

01:10:11: Also hast Du Bluthof immer nur als ein cooles B gesehen, als Logo oder wusstest Du, dass das Runen sind?

01:10:16: Nee ich wusste nicht, dass er es hier erfahren und wir haben es auch erst nicht ganz gerafft wie der Zusammenhang da entstanden ist.

01:10:23: aber ja mit der Folge jetzt... Das ist wirklich auch krass, woher so was immer kommen kann.

01:10:28: Ich habe jetzt irgendwie gedacht das hätte vielleicht irgendwas mit der Art der Verbindung zu tun oder so.

01:10:32: Also wirklich irgendwas technisches.

01:10:34: aber dass es eine Rune ist, hätte ich vorher niemals darüber nachgedacht.

01:10:38: Ja weil Harald Blauzahn die denen

01:10:41: miteinander

01:10:41: verbunden hat und die denen das Christentum heißt die Technik jetzt

01:10:46: Bluetooth.

01:10:47: Wir haben auch mal geschaut wir

01:10:49: hatten uns in Erfolge mit drin wie diese Hohensteine beschriftet sind.

01:10:53: Wenn man da vorsteht, das taten wir ja gestern.

01:10:56: Man erkennt's nicht so

01:10:57: gut muss ich sagen!

01:10:58: Man

01:10:58: erkennt die Figuren

01:10:59: drauf.

01:10:59: es gibt aber dann gegenüber

01:11:00: direkt dieses Jelling-Kongernest.

01:11:04: heißt

01:11:05: das glaube ich ist das Museum.

01:11:07: Da gibt's auch mal so

01:11:08: nachkolorierte

01:11:10: Bilder davon.

01:11:11: Wir können sie jetzt nicht bestätigen, wir sehen erst morgen dort drin.

01:11:13: Aber das sah auch ganz interessant aus.

01:11:15: und da gibt's dann online zumindest ein paar Bilder wie sich

01:11:18: vorstellen dass

01:11:19: die Runensteine

01:11:21: koloriert waren

01:11:21: und dann kann man es ein bisschen besser erkennen, dass er sein Christus ist.

01:11:24: Weil man live davor steht auch durch die Scheiben.

01:11:26: Soweit wir waren so im Sonnenuntergang dort wenn die Sonne halt auch diese Scheiben knallt.

01:11:30: Die reflektieren natürlich dann auch noch ein bisschen

01:11:32: was.

01:11:32: Und da

01:11:33: sieht man eher zwei Steine mit ein paar Macken.

01:11:37: Aber das

01:11:37: war schon beeindruckend vor allem weil

01:11:39: da stehen so Runensteine

01:11:41: quasi Heidniche oder das

01:11:45: erste Christliche Darstellung in Skandinavien Standardfriedhof, wirklich so sehr akkurate Hecken und Beete.

01:11:54: Und

01:11:55: super gepflegte

01:11:56: Gräber, das ist abgefahren.

01:11:58: Dann guckt es sich aus wie als wäre Grabschein gestern aufgestellt worden in die Personaseiten, da hat sie sich tot gewesen oder sowas?

01:12:04: Ja also diese

01:12:05: Kirch strahlend

01:12:06: weiß...

01:12:07: mit diesen zwei Steinen.

01:12:08: Wo auch leider der eine Kasten vom großen

01:12:10: Rudenstein hatte so ne Macke gehabt, wo dann so Panzertape drüber geklebt war und ich weiß nicht ob das auf unseren Fotos sieht?

01:12:14: Ich hab das versucht rauszunehmen.

01:12:15: also wenn ihr die Fotos gerade schaut um das doch Panzer Tape zu sehen, dann war das voller Absicht dass sie mit drauf ist.

01:12:20: aber

01:12:21: ja was schon... Also ich fand es beeindruckend zu

01:12:23: sehen wie diese so ein

01:12:25: christliche Kirche,

01:12:26: wo ich auch interessant fand, dass sie keinen klassischen Kirschturm hat im Gegensatz zu der standarddeutschen Kirche was einfach nur so einen kleiner Bau

01:12:33: mit Gräbern

01:12:34: drum

01:12:34: herum und das zwischen zwei so Grabhügeln auf diesen Krabhügel zu stehen,

01:12:37: weil er hat schon in der letzten Woche erzählt

01:12:39: das hier alles sehr flach ist.

01:12:41: Man kann auch relativ weit gucken und

01:12:43: man kann da coolere Fotos machen und sieht vor allem diese Palisaden die wir vorhin angesprochen haben in der Folge wie riesig dieses

01:12:50: historische

01:12:50: Yelling war.

01:12:51: Das neue Yelling ist ja nicht unbedingt größer mit viertausend Einwohnern.

01:12:55: Also es lohnt sich und die bauen

01:12:56: noch gerade ein neues Community Center hier.

01:12:59: also wenn ihr mal dagegen seid

01:13:00: euch für Wikinger und frühe Christentum Christianisierung

01:13:04: interessiert

01:13:05: Wir können es euch sehr empfehlen, falls ihr aber auch lieber nach Legoland reisen möchtet.

01:13:10: Da gibt es einen eigenen Flughafen-Nekt um die Ecke und von dort aus schickt euch schwer jetzt eine Postkarte!

01:13:18: Bevor wir wieder nach Hause fahren kommt noch eine zweite Postkart aus Dänemark.

01:13:23: Und nachdem wir heute die ganze Zeit in Yelling waren, fahren wir jetzt ungefähr eine halbe Stunde nach Westen – nach Belund.

01:13:31: Heute ist Belund vor allem für zwei Dinge bekannt.

01:13:34: Ein Flughafen und die Möglichkeit, sehr viel Geld für kleine Plastiksteine auszugeben.

01:13:40: Das war nicht immer so!

01:13:42: Anfang der neunzelndreißiger Jahre betreibt hier der Tischler Ole-Kirk Christiansen eine kleine Werkstatt.

01:13:48: Die Weltwirtschaftskrise trifft auch sein Geschäft.

01:13:51: Die Nachfrage nach Möbeln und anderen großen Holzarbeiten bricht ein – und Christiansen beginnt zusätzlich kleinere Dinge herzustellen.

01:13:59: Leitern, Bügelbretter und schließlich Spielzeug aus Holz.

01:14:04: Und im Jahr neunzehn und dreißig gilt heute als Gründungsjahr der Lego Group.

01:14:09: Plastiksteine gibt es da noch lange nicht.

01:14:11: Ole baut unter anderem Autos, Flugzeuge, Tiere und Jojos aus Holz.

01:14:17: Erst einige Jahre später entscheidet er das sich sein Unternehmen ganz auf Spielzeug konzentrieren soll.

01:14:23: Dafür braucht es allerdings einen Namen.

01:14:26: also veranstaltet Ole ein Wettbewerb unter seinen Mitarbeitern Bei dem besten Vorschlag liefert, soll angeblich eine Flasche seines selbstgemachten Weins bekommen.

01:14:36: Und der Gewinner ist Ole Kirch-Christiansen.

01:14:39: Er setzt die beiden dänischen Wörter leggut also ungefähr spielgut zu einem neuen Namen zusammen.

01:14:46: Lego Das Lego im Lateinischen unter anderem auch ich füge zusammen bedeuten kann bemerkt man übrigens erst später.

01:14:54: Es ist also einer dieser Zufälle die ein Marketing-Team heute wahrscheinlich drei Monate lang in Workshops entwickeln würde.

01:15:02: Die Firma WECST, ausmacht die ersten so genannten Automatic Binding Bricks – frühe Vorläufer der heutigen Legosteine.

01:15:11: Und in deiner Zeit wird schließlich jene Konstruktion patentiert, die im Wesentlichen bis heute funktioniert.

01:15:18: Auf der Unterseite der Steine sitzen Röhren, die zusammen mit den Knoppen dafür sorgen dass die Teile fest ineinandergreifen und trotzdem wieder getrennt werden können.

01:15:27: Zu diesem Zeitpunkt führt bereits Ohles Sohn Gottfried Kirch-Christiansen das Unternehmen, und unter ihm wächst Lego in den folgenden Jahren so schnell dass die Firma beginnt nicht mehr nur Spielzeug zu produzieren sondern ganz nebenbei auch Belund zu verändern.

01:15:45: Das erste Problem ist die Lage.

01:15:47: Belund liegt mitten in Jüdland weit entfernt von Kopenhagen und ohne besonders gute Verkehrsanbindung.

01:15:54: Für ein Unternehmen, das zunehmend international arbeitet ist es einigermaßen unpraktisch.

01:15:59: Also lässt Gottfried in den letzten Jahren eine eigene Gras-Landebahn anlegen.

01:16:07: Dass zunächst vor allem den Geschäftsverkehr von Lego erleichtern soll, entwickelt sich aber schnell weiter.

01:16:13: Schon in der Nähe des Landes wird die Landebahnen offiziell eingeweiht Und weil der Flugverkehr weiter zunehmend, entsteht daraus gemeinsam mit umliegenden Kommunen ein richtiger öffentlicher Flughafen.

01:16:24: So eröffnet nineteenhundertsechzig der Billund-Lufthafen.

01:16:29: Das ist derselbe Flughafe über den heute jedes Jahr Millionen Passagiere reisen und inzwischen der zweitgrößte Dänemaxist.

01:16:38: Der internationale Flughafen von Billund beginnt also im Grunde damit, dass der Chef von Lego findet.

01:16:43: Seine Spielzeugfabrik brauche eine bessere Verkehrsanbindung und kaum ist dieses Problem gelöst verursacht er Erfolg der Firma.

01:16:51: gleich das nächste Die Leute wollen die Fabrik sehen.

01:16:56: mehr als zwanzigtausend Besucher pro Jahr kommen inzwischen nach Billund und interessieren sich vor allem für die Lego Modelle die dort ausgestellt sind.

01:17:05: Zwanzigtausend Menschen, die durch eine Fabrik laufen sind allerdings irgendwann weniger charmante Markenbegeisterung und mehr logistischer Albtraum.

01:17:13: Gottfried sucht deshalb nach einer Lösung – und die Idee ist zunächst erstaunlich überschaubar!

01:17:19: Man könnte die Modelle einfach woanders ausstellen.

01:17:23: Das ist im Kern der Ursprung von Legoland.

01:17:26: Geplant wird ein Gelände direkt neben der Fabrik, dessen Mittelpunkt das Miniland bilden soll… Landschaften, Städte und bekannte Gebäude komplett aus Lego-Steinen gebaut.

01:17:39: Am Anfang sind die Erwartungen noch einigermaßen vorsichtig – man rechnet für das erste Jahr mit ungefähr dreihunderttausend Besuchern!

01:17:47: Und selbst diese Zahl gilt intern offenbar schon als ziemlich optimistisch.

01:17:52: Am siebten Juni, in den letzten drei Jahren, eröffnet Legoland Billund.

01:17:57: Und dann stellt sich heraus, dass Lego auch dieses Problem ein kleines bisschen unterschätzt hat….

01:18:02: Nach wenigen Monaten ist die erwartete Besucherzahl bereits erreicht.

01:18:07: Als die erste Saison am dreißigsten Oktober endet, waren nicht dreihunderttausend Menschen da, sondern sechshundertfünfundzwanzig tausend!

01:18:15: Das ist sechshundertfünfundzwanzichtmal Zwehtown.

01:18:18: Innerhalb von sieben Jahren hat Gottfried-Kirch Christiansen damit in Billund erst eine Landebahn bauen lassen, aus der ein internationaler Flughafen hervorgeht und anschließend einen Ausstellungsbereich für Legomodelle geplant.

01:18:30: Aus dem eine der größten Touristenattraktionen denen Marx geworden ist.

01:18:35: Und währenddessen zählt Billund zwanzigundzwanzig gerade einmal knapp siebentausend fünfhundert Einwohner.

01:18:41: Wir arbeiten jetzt weiter daran, dass es eines Tages das Radio Obscura Podcast Studio aus Legu gibt.

01:18:48: Viele Grüße aus Billund!

01:18:52: Hier endet nicht nur unsere Geschichte über Harald Blauzahn sondern auch unser kleiner Ausflug nach Dänemark.

01:18:58: Wir haben in Kopenhagen einen der berüchtigsten Kriminalfälle des Landes verfolgt, sind mit Tcho Brahe bei einem betrunkenen Elch und einem erstaunlichen folgenreichen Bankett gelandet Standen in Yelling zwischen tausend Jahre alten Grabhügeln und Runensteinen, haben am Ende in Billund gelernt dass man mit kleinen Plastikstein offenbar nicht nur Kinderzimmer sondern gleich eine ganze Stadt verändern kann.

01:19:18: Eigentlich eine ziemlich solide Ausbeute für ein paar Tage Dänemark.

01:19:22: Jetzt bleibt uns noch die Heimfahrt Und dafür machen wir es historisch angemessen.

01:19:26: Wir steigen ins Auto verbinden unsere Handys über Harald Blauzahn mit dem Radio Ballern viel zu laut alles zwischen Black Metal und Olivia Rodrigo, und fahren zurück nach Deutschland.

01:19:37: Tausend Jahre dänische Geschichte damit wir am Ende gut vor you hören können hat sich gelohnt!

01:19:44: Das war Radio Obscura.

01:19:47: Wenn euch diese Folge gefallen hat dann bleibt auf Frequenz.

01:19:50: folgt uns und lasst gerne eine Bewertung da.

01:19:52: Wir hören uns bis dahin

01:19:54: Bleibt bescheiden.

01:19:55: meiner erinnert sich ja eh nur an den Zahn.

01:19:57: Bleibt bei euch

01:19:58: Bleibt im Dunkeln

01:20:00: Und radio aus Alles klar.

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